{"id":2857,"date":"2016-08-16T23:10:08","date_gmt":"2016-08-16T21:10:08","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2857"},"modified":"2016-08-16T23:10:08","modified_gmt":"2016-08-16T21:10:08","slug":"predigthilfe-vom-4-september-2016-markus-8-27-38","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-september-2016-markus-8-27-38\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4. September 2016 &#8211; Markus 8, 27-38"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesus, der Herr. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: Markus 8, 27-38<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Jesus, der Herr, erwartet Selbstverleugnung<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\">www.bibleserver.com<\/a> \u00a0(Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n<p>Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in \u201eDas Neue Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag) oder in diversen Studienbibeln.<\/p>\n<p>siehe auch Predigtvorbereitungen von Heiko Krimmer vom 21.5.2000 und 28.5.2000<\/p>\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Wuppertaler Studienbibel<\/p>\n<p>* Edition C<\/p>\n<p>* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.<\/p>\n<p>* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\">www.sermon-online.de<\/a> )<\/p>\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>In der Geschichte von dem Blinden hat Jesus seinen J\u00fcngern eine ganz praktische Anschauungslektion gegeben. Ein Blinder wird sehend, besser noch er sah scharf, er sah klar. Die J\u00fcnger sind so viel mit Jesus unterwegs gewesen, sie haben Wunder erlebt, Jesu Handeln mit eigenen Augen gesehen. Und noch immer fehlt ihnen der Blick f\u00fcr den Messias und seinen Weg. Die Verse 14 bis 21 in Kap. 8 enthalten deshalb auch einen der l\u00e4ngsten Tadel an die J\u00fcnger. <strong>Noch nicht<\/strong>, sagt Jesus, seid ihr zum richtigen Verst\u00e4ndnis gekommen. Ihr habt vieles miterlebt, ward beteiligt an der Speisung der Menschen, habt mit ausgeteilt, ward handgreiflich dabei. Als wollte Jesu sie zur\u00fcckholen, fragt er sie \u201ewie viel K\u00f6rbe habt ihr denn eingesammelt bei den 5000. Zw\u00f6lf sagen die J\u00fcnger. Und wie viele waren es bei den 4000 \u2013 7 sagen sie.\u00a0 Versteht ihr denn immer noch nicht? So war das, die J\u00fcnger hatten Augen und sahen nicht, hatten noch keinen tieferen Blick f\u00fcr den Messias, seinen Leidensweg zur Erl\u00f6sung f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Jesus ist mit seinen J\u00fcngern weiter unterwegs, d.h. weg von Bethsaida, Richtung Norden zu den D\u00f6rfern in der N\u00e4he von C\u00e4sarea Philippi am Fu\u00dfe des Hermon Gebirges, ein heidnisch gepr\u00e4gtes Umfeld. In diesem Umfeld stellt Jesus seinen J\u00fcngern die Kernfrage:<\/p>\n<p>Was sagen die Menschen wer ich sei, was redet man \u00fcber mich. So manche Einsch\u00e4tzung lag ja im Volk schon vor:<\/p>\n<p>*seine Familie erkl\u00e4rte ihn f\u00fcr unzurechnungsf\u00e4hig Mark. 3,22<\/p>\n<p>*in seiner Heimatstadt lehnte man ihn ab 3,21<\/p>\n<p>*Herodes wurde von seinem Gewissen geplagt und h\u00e4lt ihn f\u00fcr den Auferstandenen Johannes.<\/p>\n<p>* wieder andere: er ist Prophet.<\/p>\n<p>* ein guter Mensch, ein Revolution\u00e4r<\/p>\n<p>Auch die J\u00fcnger fangen nun an aufzuz\u00e4hlen \u2013 man gestand ihm zu, du bist ein Prophet, man konnte dabei sogar die Auferstehung akzeptieren. Man ahnte oder w\u00fcnschte, dass irgendeiner der gro\u00dfen Propheten zur\u00fcckgekommen w\u00e4re. Es sind aber alles Meinungen aus der Distanz und Einsch\u00e4tzungen auf der menschlichen Ebene. Viele der Zeitgenossen Jesu waren aufgew\u00fchlt, beeindruckt von der Art Jesu, sicherlich auch von den Wundern. Aber weit entfernt von einer pers\u00f6nlichen Beziehung. Viele wissen von Jesus und bleiben doch lieber in einer sicheren Distanz. Das gef\u00e4hrlichste ist, \u00fcber Jahre von Jesus zu wissen und nicht fest zu machen mit ihm. Dann wird das Distanzverh\u00e4ltnis zum Normalverh\u00e4ltnis \u2013 und die Freude an Jesus fehlt.<\/p>\n<p>Jesus wird konkret, verlangt scharfes sehen, was denkt ihr. Was bin ich f\u00fcr Euch, f\u00fcr Dich.<\/p>\n<p>In dieser Frage liegt das Wesen meines Christseins, was ist mir Jesus. Ich muss mich dieser Frage stellen: wer ist Jesus f\u00fcr mich?<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise zu den einzelnen Versen<\/strong><\/p>\n<p>Vers 27<\/p>\n<p>Jesus verl\u00e4sst die Gegend um Betsaida, auch Galil\u00e4a war nicht mehr ratsam und so wandert Jesus mit seinen J\u00fcngern nach Norden in ein Gebiet in dem die Juden eher die Minderheit waren.\u00a0 Auf dem Weg stellt Jesus an seine J\u00fcnger die entscheidende Frage.<\/p>\n<p>Zuerst f\u00fcr: f\u00fcr wen halten mich die Leute?<\/p>\n<p>Vers 28<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger geben eine weit verbreitete Meinung weiter &#8211; f\u00fcr Johannes den T\u00e4ufer. F\u00fcr viele war das eine plausible Antwort, glaubten doch viele Juden an die Auferstehung (au\u00dfer den Sadduz\u00e4ern).<\/p>\n<p>Vers 29<\/p>\n<p>die 2. Frage wird pers\u00f6nlicher &#8211; f\u00fcr wen haltet ihr mich, wer bin ich f\u00fcr euch. Die Frage geht an alle J\u00fcnger, Petrus wird zum Sprecher und spricht aus was unseren Glauben ausmacht. Jesus als der Messias, als der Sohn Gottes macht den Unterschied und die Einzigartigkeit Jesu deutlich.\u00a0 Deshalb wurde Jesus gekreuzigt.<\/p>\n<p>Vers 30<\/p>\n<p>Nun sollte man meinen, dass Jesus auf die Antwort des Petrus mit Begeisterung reagiert, endlich hat es einer verstanden. Doch Jesus untersagt aufs strengste zu diesem Zeitpunkt dar\u00fcber zu reden. Jesus hatte seinen Kampf im Garten Gethsemane zu diesem Zeitpunkt noch vor sich, noch konnte er der Versuchung erliegen, den Willen des Vaters nicht zu tun. Noch war die Zeit noch nicht reif ihn als Messias und Erl\u00f6ser \u00f6ffentlich zu verk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Vers 31 &#8211; 33<\/p>\n<p>Leiden und Auferstehung &#8211; kontra Selbstverwirklichung und &#8222;\u00dcberleben&#8220;<\/p>\n<p>Jesus stellt in diesen Versen das Programm seiner &#8222;Herrschaft&#8220; vor. Es beinhaltet Leiden und Sterben und ist menschlich gesehen wenig attraktiv. Petrus meint es menschlich sicher gut in seiner Sorge um seinen Herrn, geistlich gesehen wird er zum Versucher. Jesus reagiert hier so scharf, weil der menschliche Weg kein Weg der Erl\u00f6sung ist. Jesus &#8222;muss&#8220; leiden, verworfen werden und sterben, ohne Selbstverleugnung und Kreuz gibt es keine Vergebung und keine Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Nachfolger Jesu gilt: &#8222;Wer sein Leben gewinnen will wird es verlieren und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um der Heilsbotschaft willen, der wird es retten. Markus 8, 35<\/p>\n<p>Jesus benutzt den Begriff Menschsohn (Daniel 7,13; Markus 2,10 und 28).<\/p>\n<p><em>&#8222;Man kann es als eine geniale Leistung Jesu bezeichnen, dass er den himmlischen Menschensohn mit dem Weg des Leidens verbunden hat. Durch die Passion zur Himmelfahrt, durch Leiden zur Herrlichkeit &#8211; so verlief sein Weg. So wird auch der Weg der J\u00fcnger und der ganzen Gemeinde verlaufen&#8220;<\/em> Zitat Gerhard Maier, Kommentar Edition C.<\/p>\n<p>Verse 34 &#8211; 38<\/p>\n<p>Mit Vers 34 beginnt ein neuer Abschnitt, die sehr pers\u00f6nliche Unterhaltung zwischen Jesus und seinen J\u00fcngern ist beendet. Jesus das Volk hinzu um grundlegendes zu Nachfolge zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Nachfolge Jesu ist ohne Selbstverleugnung nicht zu haben. Ganz praktisch hei\u00dft das Ja, ich gebe stelle meine Lebensvorstellung, meine Lebensplanung unter die meines Herrn. Eigentlich logisch, wenn wir sagen Jesus ist mein Herr. Damit bejahen wir den Herrschaftswechsel und stellen uns unter den Willen Gottes. Nachfolge Jesu ist auch ohne Leiden und Kreuz nicht zu haben. Schauen wir die weltweite Gemeinde Jesu an, dann wird uns das erschreckend deutlich. Und doch haben wir die Zusage Gottes, dass wir getragen sind.<\/p>\n<p>Bonhoeffer:<\/p>\n<p><strong>Der Mensch kann die ihm auferlegte Last auch absch\u00fctteln<\/strong>. Aber er wird damit nicht von der Last \u00fcberhaupt frei, sondern er tr\u00e4gt nun eine viel schwerere, unertr\u00e4glichere Last. Er tr\u00e4gt das selbstgew\u00e4hlte Joch seiner selbst. Jesus hat alle, die mit mancherlei Leiden und Lasten beladen sind, gerufen, ihr Joch abzuwerfen und sein Joch auf sich zu nehmen, das sanft, und seine Last, die leicht ist. Sein Joch und seine Last ist das Kreuz. Unter seinem Joch sind wir seiner N\u00e4he und Gemeinschaft gewiss. Er selbst ist es, den der Nachfolgende findet, wenn er sein Kreuz aufnimmt.<\/p>\n<p><strong>2.3 homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Das Wort &#8222;Selbstverleugnung&#8220; dr\u00fcckt etwas aus, was uns Menschen total zuwider ist: Von sich selbst wegsehen, von seinen eigenen Bed\u00fcrfnissen und seinen eigenen W\u00fcnschen, das liegt nicht in unserer Natur. Dazu braucht es eine neue Geburt. &#8230; Gott arbeitet nicht mit Zwang.<\/p>\n<p>Jesus gibt in seinem Leben das beste Beispiel f\u00fcr Selbstverleugnung und stellt sich unter den Willen des Vaters. Sein Beispiel ist die Vorgabe f\u00fcr unsere Nachfolge.<\/p>\n<p><strong>3. Warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben die Ansage von Leiden und Selbstverleugnung heute genauso notwendig wie die J\u00fcnger damals. Allzu oft wird heute ein Wohlf\u00fchl-Evangelium verk\u00fcndigt das keine Grundlage in der Schrift hat. L\u00e4ngst leidet die Gemeinde Jesu in dieser Welt oft auf ganz grausame Weise, auch wenn wir in unserem Land zumindest \u00e4u\u00dferlich noch sehr verschont sind.<\/p>\n<p>Wer sich meiner und meiner Worte vor diesem ehebrecherischen und s\u00fcndigen Geschlecht sch\u00e4mt, dessen wird sich auch der Menschensohn sch\u00e4men&#8230; Vers 38.<\/p>\n<p><strong>3.1 m\u00f6gliche Punkte f\u00fcr die Predigt<\/strong><\/p>\n<p>Jesus, der Herr, erwartet Selbstverleugnung<\/p>\n<ul>\n<li>Jesus erkennen \u2013 du bist der Messias<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Jesus anerkennen &#8211; dein Wille geschehe<\/li>\n<li>Jesus nachfolgen &#8211; das Ja zur Selbstverleugnung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beispiele: Selbstverleugnung, sich selbst &#8222;aufgeben&#8220; und an einen anderen h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Klettern: Klettergurt, Seil, die schwierigste Sache ist der Augenblick wo ich mich loslassen muss in den Klettergurt hinein sitze und mich in das Seil h\u00e4nge.<\/p>\n<p>Hans Pfau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesus, der Herr. 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