{"id":2758,"date":"2016-02-03T19:05:13","date_gmt":"2016-02-03T17:05:13","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2758"},"modified":"2016-02-03T19:05:13","modified_gmt":"2016-02-03T17:05:13","slug":"predigthilfe-vom-28-februar-2016-1-mose-15-7-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-februar-2016-1-mose-15-7-21\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28. Februar 2016 &#8211; 1. Mose 15, 7-21"},"content":{"rendered":"<p><strong>PREDIGTTEXT: 1.Mose 15,7-21<\/strong><\/p>\n<p><strong>JAHRESTHEMA: &#8222;ICh war fremd&#8220;: Gottes Geschichte ist voller &#8222;Migrationshintergr\u00fcnde&#8220;<\/strong><br \/>\nDie Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p><strong>1. SEHEN, WAS DASTEHT<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\" target=\"_blank\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 ALLGEMEINE HINWEISE ZUM PREDIGTTEXT<\/strong><br \/>\nHilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in \u201eDas Alte Testament\u201c erkl\u00e4rt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (H\u00e4nssler-Verlag). Und nat\u00fcrlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verk\u00fcndiger verschiedene haben sollte.<br \/>\n<strong>1.2 HILFEN ZUM VERST\u00e4NDNIS DES PREDIGTTEXTES<\/strong><br \/>\nHilfen zur Auslegung bieten z.B.<br \/>\n* Wuppertaler Studienbibel<br \/>\n* Kommentarreihe von Warren W. Wiersbe (Sei gehorsam \u2013 entdecke und lerne, wie man im Glauben lebt) Studien das Alten Testamentes 1Mose 12-25<br \/>\n* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.<br \/>\n* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\" target=\"_blank\">www.sermon-online.de<\/a>).<\/p>\n<p>Anmerkung:<br \/>\nDer vierte Sonntag im Monat steht dieses Jahr unter unserem Jahresthema \u201eIch war fremd\u201c. Wir wollen uns aus verschiedenen Richtungen dem Thema \u201eFremdlingsschaft\u201c, \u201eFl\u00fcchtling-Sein\u201c n\u00e4hern.<br \/>\nBemerkenswert ist, dass das Thema \u201eFremdlingschaft\u201c geradezu konstitutiv ist f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis des Volkes Israel und dann sp\u00e4ter auch f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis der Gemeinde Jesu.<br \/>\nAdam und Eva waren nach dem S\u00fcndenfall und dem \u201eRauswurf\u201c aus dem Garten Eden Fremd in der Gottfernen Welt.<br \/>\nAbraham war fremd im Land, das Gott ihm zu geben versprochen hatte. Das war kein Unfall, sondern Gottes Wille: Erst den Nachkommen soll dieses Land wirklich geh\u00f6ren.<br \/>\nIsrael war lange Zeit fremd unter der Herrschaft \u00c4gypten, dann die Fremdlingschaft in der babylonischen Gefangenschaft und nicht zuletzt die Zerstreuung Israels in den letzten 2000 Jahren.<br \/>\nHebr. 11,13: Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verhei\u00dfungen nicht erlangt, sondern sahen sie von fern und begr\u00fc\u00dften sie und bekannten, dass sie Fremde und ohne B\u00fcrgerrecht auf der Erde seien. 14 Denn die, die solches sagen, zeigen deutlich, dass sie ein Vaterland suchen. 15 Und wenn sie an jenes gedacht h\u00e4tten, von dem sie ausgezogen waren, so h\u00e4tten sie Zeit gehabt, zur\u00fcckzukehren. 16 Jetzt aber trachten sie nach einem besseren, das ist nach einem himmlischen. Darum sch\u00e4mt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.<br \/>\nUnd doch war Israel nicht Heimatlos: Die Heimat fand Israel immer wieder in der Verhei\u00dfung des Landes, und in Gott selbst: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, Abraham; ich bin dir ein Schild, ich werde deinen Lohn sehr gro\u00df machen.\u201c (1. Mos 15,1)<br \/>\nDieses Heimatverst\u00e4ndnis zieht sich bis ins Neue Testament hinein und markiert die Verortung unserer Heimat als Nachfolger Jesu:<br \/>\nPhil 3, 20 Denn unser B\u00fcrgerrecht ist in &lt;den&gt; Himmeln, von woher wir auch &lt;den&gt; Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, 21 der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.<br \/>\nF\u00fcr uns ist nun bedeutsam, dass sich aus dem \u201eFremdlingsein\u201c Israels und aus unserem eigenen \u201eFremdsein\u201c in dieser Welt zwei Dinge ableiten:<br \/>\n&#8211; Unser Verhalten in dieser Welt:<br \/>\n1. Ptr 2,11<br \/>\nGeliebte, ich ermahne &lt;euch&gt; als Beisassen und Fremdlinge, dass ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, 12 und f\u00fchrt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als \u00dcbelt\u00e4ter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!<\/p>\n<p>&#8211; Unser Verhalten gegen\u00fcber Fremden:<br \/>\n3. Mos 19,33f<br \/>\nUnd wenn ein Fremder bei dir &#8211; in eurem Land &#8211; als Fremder wohnt, sollt ihr ihn nicht unterdr\u00fccken. 34 Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremde sein, der bei euch als Fremder wohnt; du sollst ihn lieben wie dich selbst. Denn Fremde seid ihr im Land \u00c4gypten gewesen. Ich bin der HERR, euer Gott.<\/p>\n<p><strong>2. VERSTEHEN, WORUM ES GEHT<\/strong><br \/>\nIch schlage vor, als Predigttext aus 1. Mos 15 die Verse 7 \u2013 21 zu w\u00e4hlen, damit der Zusammenhang klar wird.<\/p>\n<p><strong>2.1 HINWEISE F\u00fcR SITUATIVE \u00dcBERLEGUNGEN<\/strong><br \/>\nAbraham sehnt sich nach der verhei\u00dfenen Heimat, nach dem verhei\u00dfenen Nachkommen, nach der Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung Gottes \u00fcberhaupt. Mitten in den Zweifel, ob Gott seine Verhei\u00dfung wahrmacht, bekommt er ein neues, bekr\u00e4ftigendes Versprechen Gottes (1. Mos 15, 4f) und einen neuen Bund ( V. 9ff).<br \/>\nAllerdings nicht ohne eine nochmalige Best\u00e4tigung, dass das Fremdsein zu Abrahams Existenz und der seiner Nachkommen, des Volkes Israel, ganz und gar dazugeh\u00f6rt.<br \/>\nDie Heimat finden Abraham und wir nicht zuerst in der erlebten Besitzergreifung des Landes, sondern in der geglaubten Ergreifung der Verhei\u00dfung und im Leben in dem von Gott selbst geschlossenen Bund. (vgl. R\u00f6m 4, 17-21!!)<\/p>\n<p><strong>2.2 HINWEISE F\u00fcR HERMENEUTISCHE \u00dcBERLEGUNGEN<\/strong><br \/>\nDie Art und Weise, wie der Bund geschlossen wurde, mutet uns seltsam an: Die Vertragspartner, die den Bund schlie\u00dfen wollten, opferten mehrere Tiere und teilten die Opfertiere so, dass die Teile jeweils einander gegen\u00fcber lagen. Dann gingen die Vertragspartner zwischen den Opfertieren hindurch und erkl\u00e4rte dabei, dass sie das gleiche Schicksal erwarten w\u00fcrde wie diese Tiere, wenn sie ihr Wort brechen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Jer. 34,18<br \/>\nUnd ich will die M\u00e4nner, die meinen Bund \u00fcbertreten haben, die die Worte des Bundes nicht gehalten, den sie vor mir geschlossen haben, wie das Kalb machen, das sie entzwei geschnitten und zwischen dessen St\u00fccken sie hindurchgegangen sind<br \/>\nEigenartig ist nur: Eigentlich m\u00fcssten beide \u201eVertragsparteien\u201c miteinander zwischen den zerteilten Tieren hindurchgehen. Gott l\u00e4sst noch auf sich warten. Abraham versucht verzweifelt, die V\u00f6gel, die den Bund Gottes \u201ekaputt\u201c machen wollen, zu verscheuchen. K\u00e4mpft er mit Zweifeln und Anfechtungen, die uns auch oft den Bund mit Gott kaputtreden wollen?<br \/>\nDieser Kampf ist anstrengend und Abraham schl\u00e4ft vor M\u00fcdigkeit und Niedergeschlagenheit ein. Und Gott geht \u2013 in Form des rauchenden Ofens und der Feuerfackel (Gottes Gegenwart wird \u00f6fter in der Bibel durch Feuer und Wolke beschrieben) \u2013 durch die Opferst\u00fccke hindurch. Der Bund wird von Gott allein geschlossen, der B\u00fcndnispartner \u201eMensch\u201c fehlt dabei. Das ist ein deutlicher Hinweis auf den Neuen Bund, der auch nur einseitig, von Gott her, geschlossen wurde.<\/p>\n<p><strong>2.3 HINWEISE F\u00fcR HOMILETISCHE \u00dcBERLEGUNGEN<\/strong><br \/>\na) Die Diskrepanz zwischen Heimat bei Gott und Fremdsein in dieser Welt sollte aufgezeigt werden.<br \/>\nb) Dabei ist Fremdsein nicht Unfall, sondern Programm.<br \/>\nc) In diesem Fremdsein sind wir aber nicht allein gelassen, sondern unter Gottes Schutz und F\u00fcrsorge. (V. 14b)<br \/>\nd) Glaube hei\u00dft, sich immer wieder neu zu entscheiden, den Verhei\u00dfungen Gottes (Heimat, F\u00fcrsorge) mehr zu glauben als dem momentan Erlebten. Ist unser Glaube situationsbezogen (das kann uns oft irre machen \u2013 wie den Abraham an unserer Stelle) oder verhei\u00dfungsbezogen (das macht uns still und geborgen in Jesus, dem Bundesgaranten Gottes). Wir m\u00fcssen die Grundsatzentscheidung treffen: Glaube ich, was ich sehe, oder glaube ich, was ich von Gott h\u00f6re!<\/p>\n<p><strong>3. SAGEN, WO ES HINGEHT<\/strong><br \/>\n<strong>3.1 PREDIGTZIEL \u2013 WARUM HALTE ICH DIESE PREDIGT?<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte \u00fcberzeugter Fremdling in dieser Welt sein, aber ganz in der himmlischen Heimat, die Gott verhei\u00dft, zur Ruhe kommen.<br \/>\n<strong>3.2 PREDIGTTHEMA \u2013 WAS SAGE ICH IN DIESER PREDIGT?<\/strong><br \/>\nHeimat bei Gott trotz Fremdsein in der Welt.<br \/>\nAa) Wo erleben wir Fremdlingschaft in dieser Welt? Konkrete Beispiele nennen aus der eigenen Erfahrung.<br \/>\nAb) Wo f\u00e4llt mir dieses Fremd-Sein schwer?<br \/>\nAc) Bitte unterscheiden: Fremd-Sein, weil wir zwar in der Welt sind, aber nicht von der Welt (das ist gut). Oder Fremd-Sein, weil wir nicht gewillt sind in der Welt zu sein (das w\u00e4re schlecht, denn wir entfernen uns von den Menschen, die Jesus erreichen will).<\/p>\n<p>Ba) Was bedeutet die verhei\u00dfene Heimat bei Gott f\u00fcr uns.<br \/>\nBb) Welche Konsequenz ergibt sich f\u00fcr mein Leben, f\u00fcr meinen Lebensstil, f\u00fcr meine Priorit\u00e4ten, dass mein \u201eB\u00fcrgerrecht im Himmel\u201c ist? (vgl. 1. Ptr. 2,11ff)<br \/>\nBc) Was ist f\u00fcr mich bestimmende Realit\u00e4t: Heimat bei Gott oder Fremd-Sein in der Welt?<\/p>\n<p>Ca) Finden Menschen, die bei uns als Fremdling leben, diese Heimat, die wir auch als Fremde in dieser Welt bei Gott gefunden haben in Jesus? (vgl. 3. Mos 19,33ff)<\/p>\n<p><strong>3.3 M\u00d6GLICHE PREDIGTGLIEDERUNG<\/strong><\/p>\n<p>1) Ich geh\u00f6re nicht dazu (zur Welt)<br \/>\n2) Ich geh\u00f6re dazu (zur himmlischen Heimat)<br \/>\n3) Er geh\u00f6rt zu mir (Der einseitige Bund Gottes mit mir)<br \/>\n4) Sie geh\u00f6ren zu uns (Fremde bei uns)<\/p>\n<p><strong>3.4 PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN \u2013 WIE VERDEUTLICHE ICH ES IN DIESER PREDIGT?<\/strong><br \/>\nIhre H\u00e4nde faltend, wiederholte die im Sterben liegende Anna die Bibelstelle, an welcher sich ihr Herz in stiller Freude erquickt hatte: &#8222;Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder.\u201c (Hob 19,27) \u201eK\u00e4the&#8220;, fuhr die Kranke fort, w\u00e4hrend ihr die Tr\u00e4nen in die Augen traten, &#8222;wenn du w\u00fcsstest, welche Seligkeit mir dieser Text den ganzen Morgen \u00fcber gebracht hat und welchen balsamischen Trost, w\u00e4hrend ich so gro\u00dfe Schmerzen litt! Ich befinde mich im Tal der Todesschatten. Bald wird es mit mir aus sein, ich wei\u00df es; aber mein Erl\u00f6ser lebt. Er kennt mich pers\u00f6nlich, nimmt sich meiner auch in diesen Stunden an, ich bin bei ihm kein Fremder. W\u00e4hrend so viele meiner Bekannten und Freunde von fr\u00fcher jetzt meine Gesellschaft meiden, als w\u00e4re ich ihnen ein Fremder, hat auch mein jetziger, elender Zustand mich meinem Heiland und Erl\u00f6ser doch nicht entfremdet. Er bleibt mir treu in allen Lagen des Lebens, selbst wenn mich alle Menschen verlassen. Ich kann alles verlieren, auch mein Leben; wenn ich nur bis zuletzt selbst glaube und bestimmt wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt, dann wird er sich meiner an jenem herrlichen Tag der Auferstehung annehmen, als sei ich ihm kein Fremder. Dann werden meine jetzt so m\u00fcden und tr\u00fcben Augen im Verkl\u00e4rungsglanz erstrahlen und seine Sch\u00f6nheit, Herrlichkeit und Vollkommenheit bewundern. Dann wird f\u00fcr mich alles Erdenleid vergessen sein; nicht mehr als ein Fremdling im Leben werde ich mir vorkommen, sondern als Hausgenosse Gottes f\u00fcr alles Ewigkeit.&#8220;<br \/>\n(Nat\u00fcrlich sollte diese kleine Geschichte in \u201eheutigem Deutsch\u201c erz\u00e4hlt werden)<\/p>\n<p>Amschel Mayer Rothschild (1743-1812) soll zu seiner Zeit der reichste Mann der Welt gewesen sein. Aber er lebte und starb in einem unfertigen Haus. Der Dachsims seines Hauses war bewusst unfertig geblieben. Damit wollte er bezeugen, dass er sich als ein Fremdling und Wanderer auf dieser Erde verstand. Rothschild war orthodoxer Jude, und nach dem Talmud muss das Haus eines Juden an irgendeiner Stelle unfertig bleiben.<\/p>\n<p>C. H. Spurgeon:<br \/>\nWenn ich nach Mentone gehe und mich vor\u00fcbergehend auf franz\u00f6sischem Gebiet befinde, k\u00fcmmere ich mich um die franz\u00f6sische Politik nicht. Ich wei\u00df, wer der Pr\u00e4sident der Republik ist, aber die Namen der gro\u00dfen M\u00e4nner, die ihm zur Seite stehen, wei\u00df ich nicht und w\u00fcnsche ich auch nicht zu wissen. Wenn ich etwas \u00fcber Politik h\u00f6ren will, so interessiert mich nur das, was in meinem Vaterland vor sich geht. So ihr Christen, ist euer Vaterland und euer B\u00fcrgerrecht im Himmel. Was die Dinge hienieden anbetrifft, so habt ihr nur soweit Interesse daf\u00fcr, soweit sie sich auf das Reich Gottes und auf das Wohl eurer Mitmenschen beziehen; aber ihr seid keine Parteig\u00e4nger. Warum solltet ihr auch? Ihr seid Fremdlinge und G\u00e4ste, und darum haltet euch fern von dem Parteigez\u00e4nke, von den Sorgen und von anderen weltlichen Dingen, mit denen sich die Kinder dieser Welt nur allzu sehr besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Am 26. Juli 53 war ein erster Aufstandsversuch unter Fidel Castro gegen das korrupte Batista-Regime gescheitert. Seit seiner R\u00fcckkehr aus dem Asyl im Dezember 1956 f\u00fchrte Castro einen Guerillakrieg gegen die Regierung, die sich dem zunehmenden Druck am 1. Januar 1959, gestern vor 40 Jahren, durch Flucht ins Ausland entzog. In deren Gefolge entschieden sich etwa eine Million Kubaner f\u00fcr den Gang ins amerikanische Exil. Der Gro\u00dfteil dieser Fl\u00fcchtlinge bezeichnet sich auch heute noch als \u00bbExilkubaner\u00ab. Sie pflegen Brauchtum und Sprache, so dass die R\u00fcckkehr in ihre \u00bbHeimat\u00ab jederzeit m\u00f6glich ist. Die Annahme der amerikanischen Staatsb\u00fcrgerschaft ist f\u00fcr sie undenkbar.<br \/>\nWenn Christen sagen, ihre Heimat sei im Himmel, und sie seien Fremdlinge auf der Erde, dann sollte man das auch an ihrem Verhalten erkennen. Zum \u00bbBrauchtum\u00ab der Christen geh\u00f6rte stets das Abstandhalten vom B\u00f6sen und die Hinwendung zu den Schw\u00e4cheren; weiter, dass man im fremden Land die Flagge der Heimat zeigt, wenn dies auch manche Nackenschl\u00e4ge einbringt. Und die \u00bbSprache\u00ab der Heimat sollen sie auch wie die Exilkubaner beibehalten. Christen m\u00fcssen \u00bbanhalten am Gebet\u00ab und einander die Heimat lieb und wert machen.<br \/>\nNur wenn Christen \u00bbBrauchtum\u00ab und \u00bbSprache\u00ab pflegen, werden sie die Hoffnung auf die Heimkehr aufrecht erhalten. Und wenn sie dabei den \u00bbEinheimischen\u00ab nicht arrogant, sondern mit Respekt und Liebe und dem Gef\u00fchl, geduldet zu sein begegnen, werden sie auch diese auf die himmlische Heimat neugierig machen.<\/p>\n<p>Ein Staatspr\u00e4sident machte in einem fremden Lande einen offiziellen Besuch. Als alle Feierlichkeiten abgewickelt waren, lud er seine Landsleute, die hier im Ausland lebten, zu einer Party ein. Dabei hielt er eine gro\u00dfe Rede. Der Inhalt war: &#8222;Ihr hier im Ausland vertretet gewisserma\u00dfen als Botschafter unsere Heimat. Ihr m\u00fcsst euch dessen bewusst sein und darum besonders t\u00fcchtig, vorbildlich, ehrlich und sauber leben.&#8220; Keinen Augenblick kam der Pr\u00e4sident auf den Gedanken zu sagen: &#8222;Weil ihr Fremdlinge seid, k\u00f6nnt ihr hier gar nichts leisten!&#8220; Im Gegenteil! &#8222;Weil ihr Fremdlinge seid&#8220;, sagt er &#8222;werdet ihr besonders t\u00fcchtig sein in allem!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PREDIGTTEXT: 1.Mose 15,7-21 JAHRESTHEMA: &#8222;ICh war fremd&#8220;: Gottes Geschichte ist voller &#8222;Migrationshintergr\u00fcnde&#8220; Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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