{"id":2698,"date":"2015-11-12T09:35:12","date_gmt":"2015-11-12T07:35:12","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2698"},"modified":"2015-11-12T09:35:12","modified_gmt":"2015-11-12T07:35:12","slug":"predigthilfe-vom-22-november-2015-johannes-14-1-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-22-november-2015-johannes-14-1-7\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 22. November 2015 &#8211; Johannes 14, 1-7"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Hoffnung (nicht nur) am Grab<\/strong><br \/>\n<strong>Predigttext: Joh 14,1-7<\/strong><\/p>\n<p><strong>1 Erl\u00e4uterungen zum Text<\/strong><br \/>\nDas Johannes-Evangelium kann in zwei gro\u00dfe Abschnitte untergliedert werden:<br \/>\n\u2022 Das Buch der Zeichen (Joh 1-12)<br \/>\n\u2022 Das Buch der Passion (Joh 13-21)<br \/>\nIn diesem zweiten Teil begegnen die sog. Abschiedsreden von Jesus (Joh 13,31-16,33). Sie sind seelsorgerliche Worte, die Jesus seinen J\u00fcngern zuspricht. Er wei\u00df, woher er kommt, wohin er geht und dass er wiederkommen wird (14,1ff).<br \/>\nEinige Anmerkungen zum vorgegebenen Bibelabschnitt:<br \/>\n14,1: Jesus k\u00fcndigt sein Weggehen an (13,33.36-38).Das beunruhigt und erschreckt die J\u00fcnger (vgl. 14,27). Was kommt nun auf sie zu? Diese Unsicherheit betrifft den weiteren Weg von Jesus, aber auch ihren eigenen Weg. Dieser ist ja aufs Engste mit dem Weg von Jesus verbunden. Auf diesem Hintergrund ruft Jesus zum Glauben. Der Imperativ (Befehlsform) \u201eGlaubt an Gott und an mich glaubt!\u201c kann auch als Indikativ (Wirklichkeitsform) wiedergegeben werden: \u201eIhr glaubt (ja) an Gott und an mich glaubt ihr.\u201c Beide Aussagen sind als Chiasmus formuliert, also in \u00dcber-Kreuz-Stellung der korrespondierenden Ausdr\u00fccke, um ihnen Nachdruck zu verleihen. Sie betonen: Der Glaube an Gott ist an Jesus zu bew\u00e4hren. Doch was soll J\u00fcnger zum Glauben bewegen, wenn Jesus weggeht?<br \/>\n14,2f: Das Ziel von Jesus lautet nicht: \u201eIch bin dann mal weg!\u201c Vielmehr versichert Jesus seinen J\u00fcngern: \u201eIhr sollt sein, wo ich bin!\u201c Der Abschied von Jesus ist mit einer hoffnungsvollen Perspektive verbunden. Sie wird in Gestalt eines Bildes vor Augen gemalt: ein Haus mit vielen Wohnungen. Der himmlische Vater (\u201emein Vater\u201c) als Hausherr verf\u00fcgt \u00fcber diese Wohnungen. Jesus geht nun weg, um diese \u201eSt\u00e4tte\u201c vorzubereiten. Die Wohnungen im Haus des Vaters sind zwar schon vorhanden und bezugsfertig. Doch weil Menschen Gott nicht in ihr Leben hineinlassen (vgl. 1,11) und deshalb an Gott und an ihren Mitmenschen schuldig werden, haben sie kein Wohnrecht. Jesus bereitet nun alles vor, um f\u00fcr Menschen ein Wohnrecht bei Gott zu erkaufen. Er bezahlt teuer daf\u00fcr \u2013 mit seinem Leben. Soviel Einsatz sind ihm Menschen wert.<br \/>\nGenau das sollen die J\u00fcnger (und mit ihnen auch wir) h\u00f6ren: Jesus verschafft Raum bei Gott \u2013 ein Bleibe-Recht bei Gott, ein Zuhause bei Gott. Wo Jesus ist, sollen auch die an ihn Glaubenden sein \u2013 in der unzerst\u00f6rbaren Lebensgemeinschaft Gottes (vgl. R\u00f6m 8,35ff). Angesichts dieser Perspektive erscheint der Glaube an Gott\/an Jesus (14,1) nicht mehr als Zumutung, sondern beinhaltet Trost und Hoffnung.<br \/>\n14,4-6: Nun lenkt Jesus den Blick vom Ziel auf den Weg. Er geht davon aus, dass die J\u00fcnger diesen Weg kennen, der zum Ziel f\u00fchrt. Doch Thomas (vgl. 11,16; 20,24ff), widerspricht: Den J\u00fcngern sei nicht klar, wohin Jesus geht. Deshalb k\u00f6nnen sie auch nicht wissen, wie der Weg dorthin aussieht. Die Antwort von Jesus stellt klar: Es kommt aufs Gehen an, aufs Nachfolgen, nicht aufs Fragen und Diskutieren. Denn der Weg liegt direkt vor den J\u00fcngern. Jesus selbst ist der Weg zu Gott, weil er die Wahrheit Gottes und das Leben Gottes verk\u00f6rpert. Wer also Jesus begegnet, begegnet dem lebendigen Gott (vgl. 1,18). Wie der Vater hat der Sohn \u201edas Leben in sich selbst\u201c (5,26). Er ist \u201eAuferstehung und Leben\u201c (11,25). Wahrheit und Lebensf\u00fclle er\u00f6ffnet Jesus allen, die sich ihm anvertrauen.<br \/>\nJesus ist nicht nur ein Weg von vielen, sondern der Weg, auf dem Gott zu uns kommt und der uns zu Gott kommen l\u00e4sst. Das wirkt exklusiv und absolut (vgl. Apg 4,12). Diese Absolutheit wird aber nicht f\u00fcr die christliche Gemeinde, nicht f\u00fcr eine bestimmte Theologie oder Lehre behauptet. Sie ist ausschlie\u00dflich auf Jesus Christus bezogen.<br \/>\n14,7: Das Erkennen des himmlischen Vaters ist an das Erkennen von Jesus gebunden. Dabei umschreibt \u201eErkennen\u201c keinen theoretischen Vorgang, sondern ein eminent praktisches Geschehen. Wer Jesus kennenlernt (= erkennt), lernt Gott kennen. Wer Jesus begegnet, begegnet Gott. Wer Jesus sieht, sieht Gott.<br \/>\nDie J\u00fcnger haben gute Chancen, Jesus kennenzulernen. Ein J\u00fcnger ist ein Sch\u00fcler, der bei Jesus in die Schule geht. Er lernt von seinem Meister \u2013 nicht am Schreibtisch oder auf der Schulbank, sondern indem er Jesus nachfolgt. Die J\u00fcnger sind dabei, als Jesus predigt, mit ihnen betet. Sie verfolgen die theologischen Auseinandersetzungen, die Jesus mit seinen Gegnern f\u00fchrt. Sie erleben, wie Jesus sozialen N\u00f6ten von Menschen begegnet und wie er Gescheiterten eine Chance gibt. Sie h\u00f6ren, was er zu Ehe und Familie und zum Umgang mit Geld zu sagen hat. Bei ihm k\u00f6nnen sie studieren, was es hei\u00dft, Gott zu lieben und was das f\u00fcr den Umgang mit den Mitmenschen bedeutet. Jesus l\u00e4sst seine Sch\u00fcler an seinem Leben teilnehmen. Wer so dicht an Jesus dran ist, erf\u00e4hrt: So ist Gott!<\/p>\n<p><strong>2 Hinweise zu Lehre und Leben<\/strong><br \/>\n<strong>2.1 Zukunftsangst<\/strong><br \/>\nVor einigen Jahren hat sich mir ein Zeitungsartikel tief eingepr\u00e4gt:<br \/>\nAuf einem G\u00fcterbahnhof standen zum Ent- und Beladen einige Z\u00fcge. So auch ein G\u00fcterzug mit einigen K\u00fchlwagons. Der Arbeitstag war zu Ende. Die Wagons wurden abgeschlossen.<br \/>\nIn einem der Wagons hat man allerdings jemanden \u00fcbersehen. Aus Versehen wurde die Person eingeschlossen. Als am n\u00e4chsten Morgen die Wagons wieder ge\u00f6ffnet wurden, fand man die Leiche dieses Menschen. Er war erfroren. Was f\u00fcr eine Tragik! Die Aufregung war nat\u00fcrlich gro\u00df.<br \/>\nNoch gr\u00f6\u00dfer war die Aufregung, als man feststellte: Das K\u00fchlaggregat war gar nicht eingeschaltet! Der Mann war an seiner Hoffnungslosigkeit erfroren \u2013 bis hin zu den k\u00f6rperlichen Anzeichen daf\u00fcr.<br \/>\nDas gibt es also: Ein Mensch im K\u00fchlwagon geht an der Hoffnungslosigkeit seiner Situation zugrunde, obwohl doch eigentlich Grund zur Hoffnung besteht. Diese tragische Geschichte ist ein Gleichnis f\u00fcr die \u201eK\u00fchlwagons\u201c menschlichen Lebens:<br \/>\n\u2022 Geliebte Menschen werden von unserer Seite gerissen, die unser Leben mit ihrer Gegenwart warm und hell gemacht haben. Wie soll es ohne sie weitergehen?<br \/>\n\u2022 Verlusterlebnisse wecken tiefe Sorgen: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung usw. Was soll nun werden?<br \/>\n\u2022 Tr\u00e4ume und Lebensziele zerplatzen wie Seifenblasen \u2013 pl\u00f6tzlich und schmerzhaft. Worauf kann ich jetzt hoffen?<br \/>\n\u2022 Wir verstecken uns in der gef\u00e4hrlichen K\u00e4lte des Streites und schlagen die T\u00fcren von innen zu. Damit bleiben wir gefangen in unserer Entt\u00e4uschung und Unvers\u00f6hnlichkeit. Gibt es keine L\u00f6sung?<br \/>\n\u2022 Wenn es gelingt, all diese \u201eK\u00fchlcontainer\u201c zu bew\u00e4ltigen, so bleibt eine letzte Frage: Was ist, wenn alles zerbricht, wenn irgendwann unser eigenes Leben zerbricht? Ist das das Ende?<br \/>\nUnser eigenes Sterben begegnet als t\u00f6dlicher \u201eK\u00fchlcontainer\u201c. Er l\u00e4sst wirklich alle Hoffnungen erfrieren und l\u00e4sst uns keine Chance mehr, noch irgendetwas zu tun.<br \/>\nUnruhe, Ungewissheit und Angst sind Begleiter menschlichen Lebens (vgl. 16,33). Sie provozieren Sehnsucht nach Hoffnung. Hoffnung, um zu leben und manches \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Hoffnung f\u00fcr unser Sterben, sonst gehen wir kaputt. Menschen brauchen Hoffnung, die im Leben und im Sterben tr\u00e4gt. Um hoffen zu k\u00f6nnen, braucht es ein tragendes Fundament!<br \/>\nAuch die J\u00fcnger sehnen sich nach Vergewisserung, Orientierung und einem verl\u00e4sslichen Fundament. Und Jesus? Er fordert auf zu glauben. Verf\u00fcgbare Sicherheiten gibt er den J\u00fcngern nicht an die Hand. Ihre Angst nimmt er ihnen nicht durch genaue Vorhersagen. Er ruft zum Glauben \u2013 jedoch nicht ins Blaue hinein. Die J\u00fcnger haben Jesus im Nachfolgen bereits kennengelernt. Sie haben bei ihm tiefgreifende Erfahrungen gewonnen, die ihr Leben ver\u00e4ndert haben. Sie stehen in der gro\u00dfen Tradition eines Volkes, mit dem Gott seine besondere Geschichte hat (z.B. Exodus). Nun ruft sie Jesus zum Glauben.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hoffnungsziel<\/strong><br \/>\nJesus bietet lebendige, existenzielle Gewissheit. Sie ist von Sicherheit zu unterscheiden. Sicherheit gibt es weder in Gestalt unfehlbarer Personen und \u00c4mter (z.B. Papsttum) noch in Gestalt von Institutionen (z.B. Kirchen und Gemeinden). Der Glaube ist ausschlie\u00dflich auf Gott bezogen, der allein vollkommen ist. Auch mitten in seiner Zuwendung zu uns Menschen bleibt er der Unverf\u00fcgbare. Schon die Kundgabe des Gottesnamens \u201eJahwe\u201c gegen\u00fcber Mose beinhaltete sowohl Enth\u00fcllung als auch Verh\u00fcllung. Gott wahrt seine Freiheit. An diesen Gottesnamen kn\u00fcpft Jesus mit seinen \u201eIch-bin-Worten\u201c an.<br \/>\nAls endliche Gesch\u00f6pfe sind Menschen auf Vertrauen angewiesen. Sie ruhen nicht in sich selbst und ihren (vermeintlichen) Sicherheiten. Im Vertrauen zu Gott w\u00e4chst Gewissheit. Auch in jeder zwischenmenschlichen Beziehung geschieht es so: Niemand kann sich der Liebe und Treue eines anderen Menschen sicher sein, wohl aber zutiefst gewiss sein. In gleicher Weise sind Menschen im Vertrauen zu Gott gut aufgehoben. Denn in Jesus Christus kommt Gott uns Menschen weit entgegen.<br \/>\nDas Vertrauen, zu dem Jesus ruft, ist nicht allein auf Gott gerichtet, sondern auch auf Jesus selbst. Damit wird sichtbar: Jesus ruft nicht nur als Bote Gottes zum Glauben, sondern auf ihn selbst bezieht sich der Glaube. Jesus ist nicht nur Verk\u00fcndiger, sondern auch Verk\u00fcndigter. Er ist nicht nur Heilsbringer, sondern auch Heilsziel.<br \/>\nDas Heilsziel wird von Jesus in einer gro\u00dfen Vision von den Wohnungen bei Gott (hier kann das Bild der Wohnung meditiert werden) dargestellt. Seine Vision geh\u00f6rt nicht ins Reich \u00fcberspannter Utopien, sondern umschreibt eine gro\u00dfartige Perspektive f\u00fcr Menschen, die diesem Wort von Jesus glauben. Die Zukunft bei Gott wird keine R\u00fcckkehr in den Garten Eden sein. Das Bild von den Wohnungen in einem Haus l\u00e4sst eher an eine Stadt denken (vgl. Offb 21). \u201eDie Geschichte unserer Erl\u00f6sung beginnt in einem Garten und endet in einer Stadt\u201c (Ray Bakke). Die Geschichte wird also mit der Heilung der Sch\u00f6pfung und der Heilung der Zivilisation beschlossen. In dieser Stadt wird es keinen Tempel mehr geben (Offb 21,22), denn er ist nicht mehr n\u00f6tig. Gott selbst wird in unmittelbarer Begegnung mitten unter den Seinen wohnen (vgl. Offb 21,3f). Der Tod ist \u00fcberwunden.<br \/>\nDas ist Hoffnung (nicht nur) am Grab. Sie \u00fcberschreitet den Horizont unseres irdischen Lebens. Am Ziel unseres Lebens nimmt uns Gott in Empfang und bietet uns ein ewiges Zuhause. Diese Hoffnung ragt schon jetzt in unsere Lebenswirklichkeit hinein und wirft ihr Licht auf unseren Lebensalltag. Das kann und wird nicht ohne Folgen bleiben.<\/p>\n<p><strong>2.2.1 Nach-Hause-Weg<\/strong><br \/>\nDurch seine Lebenshingabe hat Jesus einen Weg zu Gott er\u00f6ffnet. An Jesus vorbei f\u00fchrt kein Weg zu Gott. Nur durch ihn finden Menschen eine Bleibe bei Gott, ein Zuhause. In dieser Ausschlie\u00dflichkeit betont Jesus (14,6): \u201eIch bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.\u201c Schon im AT begegnet das Bekenntnis zu Jahwe als dem einzigen, der es verdient, \u201eGott\u201c genannt zu werden. Die neutestamentliche Gemeinde kn\u00fcpft daran an und unterstreicht: Dieser eine, Jesus von Nazareth, ist der Herr. Er und sonst kein anderer. Mit Karl Barth kann festgehalten werden: \u201eAlles wird von Jesus Christus erwartet und von Jesus Christus wird alles erwartet.\u201c<br \/>\nDas Ich-bin-Wort von Jesus assoziiert Gedanken zum \u201eNach-Hause-Weg\u201c:<br \/>\nDen Weg sehen: Der Anspruch von Jesus gilt konkurrenzlos \u2013 auch im Zeitalter des Toleranzgebotes. Jesus ist der alleinige Weg zu Gott. Er verk\u00f6rpert den einzigen Zugang zu den Wohnungen Gottes als Heilsziel. Dieser Weg l\u00e4sst sich nicht durch andere Wege ersetzen. Auch nicht durch den f\u00fcr viele Menschen attraktiven Weg interreligi\u00f6ser Wahrheiten. Wer den Weg sehen will, sieht Jesus als Sohn Gottes in enger Gemeinschaft mit dem Vater.<br \/>\nDen Weg kennen: Der Weg von Jesus ist ein Leidensweg, der nicht attraktiv erscheint. Thomas gibt zu, dass ihm dieser Weg fremd ist. Diese Offenheit wiederum erscheint uns Christen eher fremd. Nicht ohne weiteres bringen wir das Gest\u00e4ndnis \u00fcber die Lippen, wie schwer es uns f\u00e4llt, dem (Leidens-)Weg von Jesus bejahend zu folgen. Christen stehen Thomas (dem Zweifler) n\u00e4her, als es auf den ersten Blick scheint. Wer Jesus folgt, hat keine andere Wahl, als einem Gekreuzigten zu folgen und sich damit auseinanderzusetzen. Es geht nicht darum, Leid um jeden Preis zu suchen. Doch angesichts weltweiter Entwicklungen kann Leid auch nicht verdr\u00e4ngt werden. Letztlich kommt es darauf an, niemand anderes kennenlernen und anerkennen zu wollen als Christus \u2013 den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Das bleibt nicht ohne Folgen f\u00fcr die Lebenspraxis.<br \/>\nDem Weg folgen: Wer Jesus folgt, l\u00e4uft ihm hinterher. Mehr nicht. Er ist gen\u00f6tigt, alles zu verlassen, weil er sonst Jesus nicht hinterher laufen kann. Das ist ein Schritt aus den Sicherungen des Lebens in die Unsicherheit, aber gerade so ein Schritt in die Geborgenheit der Gemeinschaft mit Jesus. Das ist ein Schritt aus dem \u00dcberschaubaren in das nicht Kalkulierbare, aber gerade so ein Schritt zum einzig Notwendigen hin. Das ist ein Schritt aus dem Bereich begrenzter M\u00f6glichkeiten in den Bereich unendlicher M\u00f6glichkeiten, aber gerade so ein Schritt in die atemberaubende Zukunft Gottes. Wer Jesus folgt, l\u00e4sst sich an ihn binden, weil Jesus zum Nachfolgen ruft. Im Nachfolgen lernen Menschen Jesus kennen (14,7, s. oben), so dass die Beziehung zu ihm vertieft wird.<br \/>\nDen Weg zeigen: Menschen haben ein Recht, auf den Weg zu Gott hingewiesen zu werden (vgl. Ps 143,8: Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll\u201c). Das ist ein Menschenrecht! Christen sind also herausgefordert, unbefangen auf den Herrn hinzuweisen, dem sie selber folgen.<\/p>\n<p><strong>3 Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/strong><br \/>\n<strong>3.1 Predigtziel<\/strong><br \/>\nDie Predigt am Ewigkeitssonntag will angesichts von Zukunfts\u00e4ngsten Hoffnung auf ein Zuhause bei Gott wecken und den Weg dorthin aufzeigen, der alternativlos auf Jesus Christus bezogen ist.<\/p>\n<p><strong>3.2 Thema und Gliederungsvorschlag<\/strong><br \/>\nThema der Predigt: Hoffnung (nicht nur) am Grab<br \/>\nGliederungsvorschlag:<br \/>\n\u2022 Von Zukunftsangst<br \/>\n\u2022 Von einem Zuhause bei Gott<br \/>\n\u2022 Vom Weg nach Hause<\/p>\n<p><strong>3.3 Ewigkeitssonntag<\/strong><br \/>\nDer preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. hat 1816 f\u00fcr die Evangelische Kirche per Kabinettsorder den Sonntag vor dem 1. Advent zum \u201eallgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen\u201c bestimmt. Heute ist der sog. Totensonntag in allen deutschen Bundesl\u00e4ndern besonders gesch\u00fctzt. In den lutherischen und unierten Agenden seit den Jahren um 1950 kommt der Name Totensonntag nicht mehr vor, um den endzeitlichen Charakter dieses Sonntags als Ewigkeitssonntag hervorzuheben. Damit tritt auch der Aspekt der Hoffnung st\u00e4rker ins Blickfeld.<br \/>\nF\u00fcr die Predigt ist die besondere Situation dieses Tages zu ber\u00fccksichtigen. Viele Menschen suchen im Gedenken an verstorbene Angeh\u00f6rige deren Gr\u00e4ber auf. Am Grab stellt sich die Frage besonders dr\u00e4ngend: Was k\u00f6nnen Menschen angesichts von Todeserfahrungen, Abschied-Nehmen-M\u00fcssen und Verlust von geliebten Menschen hoffen? Die Predigt bietet eine gute M\u00f6glichkeit, diese Frage aufzunehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Christoph M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Hoffnung (nicht nur) am Grab Predigttext: Joh 14,1-7 1 Erl\u00e4uterungen zum Text Das Johannes-Evangelium kann in zwei gro\u00dfe Abschnitte untergliedert werden: \u2022 Das Buch der Zeichen (Joh 1-12) \u2022 Das Buch der Passion (Joh 13-21) In diesem zweiten Teil [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2698","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-22 08:43:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2698\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}