{"id":2687,"date":"2015-10-20T11:53:16","date_gmt":"2015-10-20T09:53:16","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2687"},"modified":"2015-10-20T11:53:16","modified_gmt":"2015-10-20T09:53:16","slug":"predigthilfe-vom-8-november-2015-2-samuel-6-12-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-8-november-2015-2-samuel-6-12-23\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 8. November 2015 &#8211; 2. Samuel 6, 12-23"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigtthema: Was f\u00fcr ein Gott?!<\/strong><br \/>\n<strong>Predigttext: 2. Samuel 6,12-23<\/strong><\/p>\n<p><strong>1 Erl\u00e4uterungen zum Text<\/strong><br \/>\n6,12: Die begonnene \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade nach Jerusalem wurde von Da-vid wegen einem gravierenden Zwischenfall frustriert abgebrochen. Anders als geplant wurde die Lade im Haus von Obed-Edom nahe am Ungl\u00fccksort unterge-bracht. Der Segen Gottes, wie ihn David erhofft hatte, blieb aus. Stattdessen erf\u00fcllte ihn Furcht vor Gott (s. Predigthilfe f\u00fcr 1. November 2015 zu 2Sam 6,1-11).<br \/>\nNun erf\u00e4hrt David: Gott segnet das Haus von Obed-Edom in einem ganz umfas-senden Sinn \u2013 wegen der Bundeslade. Das bewegt ihn dazu, die abgebrochene Aktion der \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade fortzusetzen. David, der zornig auf Gott reagierte (6,8) und ihn f\u00fcrchtete (6,9), bel\u00e4sst es nicht bei seinem gescheiterten Versuch. Nun holt er die Lade nach Jerusalem \u2013 mit Freude.<br \/>\n6,13: Mit gro\u00dfer Vorsicht und Umsicht wird die \u00dcberf\u00fchrung von David organisiert. Die Bundeslade wird nicht mehr auf einem Wagen transportiert, sondern sie wird von Leviten getragen (vgl. 4Mo 1,50; 4,15). Doch kaum ist die Prozession aufgebrochen, wird sie nach sechs Schritten schon wieder gestoppt. Ein Rind und ein Mastkalb wird als Signal der Dankbarkeit geopfert.<br \/>\n6,14: W\u00e4hrend die Prozession mit der Bundeslade nach Jerusalem weiterzieht, tanzt David \u201emit aller Kraft\u201c (bzw. \u201emit voller Hingabe\u201c) vor dem Herrn. Das hier gebrauchte hebr\u00e4ische Wort f\u00fcr \u201etanzen\u201c kommt im AT nur an dieser Stelle vor. In der griechischen \u00dcbersetzung des AT (Septuaginta = Bibel der ersten Christen im r\u00f6mischen Reich) wird der hebr\u00e4ische Ausdruck mit \u201eein Instrument schlagen\u201c wie-dergegeben. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich David tats\u00e4chlich tanzend vor der Lade bewegt hat. Denn seine Frau Michal quittiert dieses Verhalten mit Verachtung (vgl. 6,16).<br \/>\nAuf dem Weg nach Jerusalem tr\u00e4gt David einen leinenen Priesterschurz, wie er von einfachen Priestern getragen wurde. Hebr\u00e4isch wird er als Efod bezeichnet. \u00dcber sein Aussehen l\u00e4sst sich nichts Sicheres sagen.<br \/>\n6,15: Der Festzug mit der Bundeslade zieht hinauf, denn der Zielort Jerusalem liegt auf etwa 800 m H\u00f6he. Mit dem Erreichen des Ziels bricht unb\u00e4ndiger Jubel los, was wohl keiner Erl\u00e4uterung bedarf. Der Posaunenschall ist eher als H\u00f6rnerschall zu verstehen, wobei das Horn in der Regel nicht als Musikinstrument, sondern als Signalinstrument benutzt wird.<br \/>\n6,16: Mit dem Eintreffen der Bundeslade am Zielort tritt Michal in Erscheinung. Sie schaut dem Geschehen aus dem Fenster zu. An der \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade hatte sie also nicht teilgenommen. Doch nicht nur das: Sie verachtet David wegen dieser Aktion. Als j\u00fcngere Tochter Sauls (1Sam 14,49) ist sie mit David verheiratet worden \u2013 anstelle ihrer Schwester Merab (1Sam 18,20ff). Sie war ma\u00dfgeblich daran beteiligt, David vor den \u00dcbergriffen ihres Vaters zu retten (1Sam 19,11-17). W\u00e4h-rend Davids Exil wurde sie von ihrem Vater mit Palti verheiratet (1Sam 25,44). Nach dem Tod Sauls forderte David Michal zur\u00fcck, vermutlich um seinen Anspruch auf die Thronfolge zu befestigen (2Sam 3,14-16).<br \/>\n6,17-19: Die Bundeslade findet ihren Platz in einem Zelt, das von der Stiftsh\u00fctte zu unterscheiden ist. Warum aber wird die Lade nicht in einem festen Geb\u00e4ude aufge-stellt? Einerseits weist das Zelt auf das wandernde Gottesvolk hin. Schon die W\u00fcs-tenwanderung war stets eng mit der Bundeslade verbunden. Andererseits weist das Zelt auf die Vorl\u00e4ufigkeit der Unterbringung hin. David tr\u00e4gt sich n\u00e4mlich mit dem Gedanken, f\u00fcr die Bundeslade ein Haus (Tempel) zu bauen (vgl. 1Sam 7), was aber schlie\u00dflich Salomo vorbehalten bleibt.<br \/>\nDie feierliche \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade erreicht mit Opferung und Segnung ihren abschlie\u00dfenden H\u00f6hepunkt. David selbst tritt als K\u00f6nig Israels mit priesterli-cher Vollmacht auf. Das unterstreicht seine priesterliche Kleidung (6,14). Zudem wird das Fest der Freude mit dem Teilen von Lebensmitteln verbunden: Alle Israeli-ten \u2013 M\u00e4nner und Frauen \u2013 erhielten ein Brot, einen Rosinenkuchen und einen Dat-telkuchen. Der Dattelkuchen wird nur hier im AT erw\u00e4hnt. Nach diesem Fest gehen alle Teilnehmer nach Hause.<br \/>\n6,20-23: Als David heimkehrt, um seine Familie zu begr\u00fc\u00dfen, \u00fcbt seine Frau Michal sp\u00f6ttische Kritik an David. Da sie ausdr\u00fccklich als Tochter Sauls erw\u00e4hnt wird, ist die Sto\u00dfrichtung ihrer Kritik klar: Sie stellt die W\u00fcrde Davids als K\u00f6nig Israels in Frage. Sie argumentiert gegen das scheinbar anst\u00f6\u00dfige sittliche Verhalten von David. Mit seiner halbnackten Tanzerei habe er sich vor den Sklavinnen des Hofes der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben und sich auf die Stufe des Gesindels gestellt. Mit diesem Verhalten habe er bewiesen, dass ihm die K\u00f6nigsw\u00fcrde Israels nicht zusteht.<br \/>\nDavid durchschaut diese Kritik. Er stellt zun\u00e4chst klar, zur Ehre Gottes getanzt zu haben. Michal kritisiert also gottesdienstliches Verhalten. Sodann hebt David hervor: Gott hat die K\u00f6nigsw\u00fcrde von Saul und seinen Nachkommen weggenommen und hat sie ihm anvertraut. Als von Gott erw\u00e4hlter K\u00f6nig Israels will David auch k\u00fcnftig zur Ehre Gottes tanzen. Er ist sogar bereit, sich um Gottes willen noch mehr zu erniedrigen. Die Sklavinnen des K\u00f6nigshofes werden das zu sch\u00e4tzen wissen und den K\u00f6nig ehren. Sie haben damit mehr verstanden als Michal, die Tochter Sauls, die den K\u00f6nig verachtet. Gott hat David zum K\u00f6nig erh\u00f6ht und das gibt dem K\u00f6nig die Freiheit, sich vor Gott zu erniedrigen (vgl. Mt 23,12).<br \/>\nAls Fazit wird festgehalten: Bis zu ihrem Tod hatte Michal kein Kind. An ihr haftet damit nicht nur der Makel der Kinderlosigkeit, sondern damit ist auch entschieden: K\u00f6nigliche Nachkommen Sauls wird es durch die Ehe von David und Michal endg\u00fcltig nicht geben.<\/p>\n<p><strong>2 Hinweise zu Lehre und Leben<\/strong><br \/>\n<strong>2.1 Gott oder Mensch?<\/strong><br \/>\nDer Mensch findet zu seiner wahren Menschlichkeit erst in der Begegnung mit Gott. Ohne Gott verliert der Mensch den wesentlichsten Bezug seines Lebens. Das d\u00fcrfte auch der Grund sein, weshalb David die Bundeslade nach Jerusalem holen l\u00e4sst und daran mit gro\u00dfer innerer Beteiligung mitwirkt. Denn die Bundeslade gilt als Zeichen der N\u00e4he Gottes (s. Predigthilfe f\u00fcr 1. November 2015 zu 2Sam 6,1-11). David sucht diese N\u00e4he.<br \/>\nGewiss wird man ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen, dass sich David mit der \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade auch die Zustimmung des Volkes sicherte. Denn die Beteiligung des ganzen Hauses Israel (6,15) l\u00e4sst die Sehnsucht nach Gottes N\u00e4he im Volk greifbar werden. Insofern war die \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade durchaus ein kluger Schachzug Davids, auf diese Weise seine Macht als K\u00f6nig zu stabilisieren. Trotzdem bleibt das treibende Motiv f\u00fcr Davids Aktion die Hoffnung auf Gottes N\u00e4he. Die Voraussetzung f\u00fcr diese Hoffnung ist Gottes Bundestreue, auf die auch die Bundeslade hinweist.<br \/>\nSehnsucht nach Gottes N\u00e4he begegnet uns auch beim modernen Menschen unse-rer Tage. Allerdings wird diese Sehnsucht in einer eigenartigen Zwiesp\u00e4ltigkeit greifbar. Einerseits steht ein gro\u00dfer Teil der Menschen in unserem Land christli-chen Gottesdiensten in der Regel distanziert gegen\u00fcber. Andererseits suchen viele dieser Menschen mit regem Interesse nach spirituellen Erfahrungen in religi\u00f6sem und esoterischem Zusammenhang. Bei solcher Suche bleibt der Mensch allerdings auf sich selbst bezogen und verfehlt Gott.<br \/>\nWarum aber sucht der Mensch nach Gottes N\u00e4he? Im Bild gesprochen: Wie bei einem Geldschein ein Wasserzeichen als Merkmal seiner Echtheit eingepr\u00e4gt ist, so ist jedem Menschen die Handschrift Gottes eingepr\u00e4gt, die den Menschen als Gegen\u00fcber Gottes kennzeichnet. Ohne diesen Gottesbezug verliert der Mensch letztlich auch den Bezug zu sich selbst. Ohne R\u00fcckbindung an seinen Ursprung verliert sich der Mensch im Universum vieler Optionen ohne Orientierung und Ziel.<br \/>\nInsofern hat jeder Gottesdienst als Gottesbegegnung grundlegende Bedeutung f\u00fcr das Menschsein des Menschen. Wenn David (unaufgefordert) die Bundeslade nach Jerusalem bringt, dann begegnet darin die M\u00f6glichkeit f\u00fcr ihn und das Volk Israel, Gott neu zu begegnen. Diese Gottesbegegnung verleiht dem Gottesdienst seine tiefste Bedeutung. Dabei geht die Gottesbegegnung immer von Gott aus, der sich seinem Volk versprochen und mit ihm verb\u00fcndet hat.<\/p>\n<p><strong>2.2 Freude oder Kritik?<\/strong><br \/>\nDer Gottesdienst ist ein Geschenk Gottes an seine Gemeinde, so wie auch jeder Sonntag (f\u00fcr das Volk Israel: Sabbat) ein Geschenk Gottes an alle Menschen ist. Wer diese Gaben missachtet, schadet sich selbst. Denn jeder Gottesdienst bietet zwei Schwerpunkte (wie die zwei Brennpunkte einer Ellipse): Einerseits zielt die gottesdienstliche Versammlung auf den geistlichen Aufbau der Gemeinde, ihre Sammlung. Andererseits zielt die Begegnung mit Gott auf die Ermutigung f\u00fcr das Leben im Alltag, ihre Sendung. Beide Akzente erg\u00e4nzen sich. Die Begegnung mit Gott in der gottesdienstlichen Veranstaltung bew\u00e4hrt sich in der Alltagswirklich-keit.<br \/>\nDiese beiden Akzente werden auch in der Gottesdienstfeier anl\u00e4sslich des Eintref-fens der Bundeslade in Jerusalem greifbar: Die Sammlung des Volkes Gottes im Gottesdienst mit seinen Opfern, Segnungen und Geschenken (leibliche Speise) in der Gegenwart des Herrn baut das Volk Gottes auf. Danach werden die Menschen in ihr Lebensumfeld entlassen (\u201ejeder in sein Haus\u201c 6,19), um dort ihren Glauben zu bew\u00e4hren.<br \/>\nDie Begegnung mit Gott verleiht dem Gottesdienst einen Grundton der Freude. Schon auf dem Weg nach Jerusalem ist die Freude zu greifen (6,12.14f): Tanz, Jubel, Posaunenschall. Auch im Gottesdienst selbst ist alles auf den Ton des Dankes und der Freude gestimmt (Dank- und Brandopfer, 6,17). Allerdings begegnet solche Freude nicht durchg\u00e4ngig. Es gibt auch Menschen, die mit finsterer oder sp\u00f6tti-scher Mine scharfe Kritik \u00e4u\u00dfern, z.B. Michal, die David verachtet (6,16.20ff).<br \/>\nBis heute gibt es Menschen, die stets etwas am Gottesdienst auszusetzen haben, sich \u00fcber Formen \u00e4rgern oder um Erlaubtes und nicht Erlaubtes streiten. Manche Fragen l\u00f6sen schier unendliche Diskussionen aus: Musik und Tanz, Anspiel und Theater, Inhalte der Verk\u00fcndigung und Lehre, Sprache und Stil, Offenheit f\u00fcr Christen und Nichtchristen usw. In dieses Spektrum f\u00fcgt sich Michal mit ihrer Kritik am gottesdienstlichen Auftreten von David nahtlos ein. David mit seinem Verhalten (Tanz, Kleidung) hat sich aus der Sicht Michals als K\u00f6nig disqualifiziert.<br \/>\nDiese Spannung zwischen Freude am Gottesdienst und seiner Kritik fordert zur Verst\u00e4ndigung heraus. Ein Gottesdienst darf nicht in Beliebigkeit ausarten. Ande-rerseits soll ein Gottesdienst auch einen Raum bieten, auf unkonventionelle Weise der Freude an Gott und der Dankbarkeit ihm gegen\u00fcber Ausdruck zu verleihen. Es muss in einem Gottesdienst nicht steril, sondern es darf lebendig zugehen. Der vorliegende Bibeltext mit seiner Spannung von Freude und Kritik fordert heraus, die eigene Gottesdienstpraxis zu reflektieren. Gottesdienst ist aber immer ein Geschehen vor dem Herrn (6,17) und im Namen des Herrn (6,18). Auf diesen Gottesbezug kann in keinem Gottesdienst verzichtet werden.<\/p>\n<p><strong>2.3 Erh\u00f6hung oder Erniedrigung?<\/strong><br \/>\nDie Diskussion zwischen Michal und David nach dem Fest-Gottesdienst in Jerusa-lem bezieht sich auf den Zusammenhang von Erh\u00f6hung und Erniedrigung. Michal wirft David vor, sich auf entw\u00fcrdigende Weise erniedrigt zu haben und damit seine K\u00f6nigsw\u00fcrde verspielt zu haben (6,20). David kontert, auch in Zukunft zu tanzen und sich noch geringer und noch niedriger zu machen (6,21f) und zwar vor dem Herrn (6,21). Dieser Bezug zur Wirklichkeit Gottes darf nicht au\u00dferacht gelassen werden.<br \/>\nDamals wie heute l\u00e4sst sich mit der Bereitschaft zur Erniedrigung nicht punkten. Auf Erh\u00f6hung kommt es an: schneller, weiter, st\u00e4rker, besser, h\u00f6her, spektakul\u00e4-rer. Das Niedrige, Schwache, wenig Auff\u00e4llige, nicht Herausragende wird nicht be-achtet, eher missachtet. Doch was ist vor Gott angemessen?<br \/>\nDavid weist mit seinem Ja zum Niedrigen weit \u00fcber sich hinaus in eine Richtung, die in Jesus Christus zum Ziel kommt. Von Jesus Christus, dem h\u00f6chsten K\u00f6nig der Welt aus der Linie des K\u00f6nigtums von David hei\u00dft es (Phil 2,8): \u201eEr erniedrigte sich selbst.\u201c Dieser Weg der Erniedrigung f\u00fchrt nicht nur in die Verachtung (Davids Ver-achtung durch Michal), sondern ins Sterben. So handelt Gott! Er nimmt teil an un-serem Leben. Gott bleibt nicht bei sich, sondern kommt zu uns. Er teilt unsere Not. Wird Teil unserer Wirklichkeit, Teil unserer gefallenen Sch\u00f6pfung. Er hat Teil an unserer Bed\u00fcrftigkeit, unserer Gef\u00e4hrdung, unserer M\u00fcdigkeit, unseren Sehns\u00fcch-ten, unseren Schmerzen, unserem Scheitern, unserer Trauer und unseren Hoffnun-gen. Durch sein pers\u00f6nliches Engagement schafft Gott Ver\u00e4nderung. Was f\u00fcr ein Gott ist Gott, der in Jesus mitten in unserer Welt erschienen ist! Was f\u00fcr ein Gott ist Gott, der in der Niedrigkeit von Jesus seine Liebe erwiesen hat!<br \/>\nNiedrigkeit ist die Signatur des Gottesdienstes, ein Markenzeichen Gottes. Die Begegnung mit ihm ist nur m\u00f6glich, weil Gott in Jesus Christus den Weg der Erniedrigung gegangen ist.<br \/>\n<strong>3 Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/strong><br \/>\n<strong>3.1 Predigtziel<\/strong><br \/>\nDie Predigt will die Liebe zum Gottesdienst f\u00f6rdern, weil Menschen in der Begeg-nung mit Gott zur ihrem Menschsein finden, f\u00fcr den Lebensalltag vorbereitet wer-den und f\u00fcr ein \u201eJa\u201c zur Niedrigkeit als Markenzeichen Gottes gewonnen werden.<br \/>\nThemen und Gliederungsvorschlag<br \/>\nThema der Predigt: Begegnung mit Gott<br \/>\nGliederungsvorschlag (in Anlehnung an 2.1 bis 2.3):<br \/>\n\u2022 Sehnsucht nach Gott<br \/>\n\u2022 Freude bei Gott<br \/>\n\u2022 Niedrigkeit vor Gott<\/p>\n<p><strong>3.2 Hinweise zur Predigt<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Predigt ist darauf zu achten, m\u00f6glichst Doppelungen zu vermeiden, weil 6,1-11 und 6,12-23 eine Einheit bilden. Die \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade kann als ein gottesdienstliches Geschehen verstanden werden, denn sowohl der Weg nach Jerusalem, das Aufstellen der Lade in Jerusalem, aber auch die nachfolgende Aus-einandersetzung mit Michal ber\u00fchren das Thema des Gottesdienstes. Die Gottes-dienste des alttestamentlichen Gottesvolkes und der neutestamentlichen Gemeinde weisen nat\u00fcrlich Unterschiede auf. Trotzdem gibt es einen \u00fcbergreifenden Aspekt, der beides miteinander verbindet: die Begegnung mit Gott. Mit dieser Betonung beginnt der alttestamentliche Text f\u00fcr die neutestamentliche Gemeinde zu reden.<br \/>\nIn der Predigt bietet es sich an\u2026,<br \/>\n\u2026 von der Sehnsucht des Menschen nach Gott zu reden. Vor allem ist aber auch die Sehnsucht Gottes nach uns Menschen hervorzuheben. Sie begegnet in der N\u00e4he Gottes zum Menschen. Die Bundeslade ist ein Zeichen daf\u00fcr. Gottesdienst gibt es also, weil Gott Menschen sucht, ihnen begegnet, ihnen dient und sich mit ihnen verb\u00fcndet (Bundeslade!). Gottesdienst beinhaltet dann auch die Antwort des Menschen auf diese Zuwendung Gottes, n\u00e4mlich Gott zu dienen.<br \/>\n\u2026 von der Freude der Begegnung mit Gott und dem Reichtum seines Schenkens zu reden. Ein Gottesdienst in seiner vielfarbigen Gestalt mit Liedern, Gebeten, Ver-k\u00fcndigung, Gemeinschaft, Segen und auch ungew\u00f6hnlichen Elementen hat viel zu bieten. Jeder Gottesdienstteilnehmer ist Empfangender, um dann als Beschenkter im Lebensalltag zur Ehre Gottes f\u00fcr Menschen da sein zu k\u00f6nnen \u2013 durch Wort und Tat.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang kann auch die Auseinandersetzung mit oft ge\u00fcbter Kri-tik an Gottesdiensten aufgenommen werden (Michals Votum wird nicht ver-schwiegen). Diese Auseinandersetzung um Gottesdienstformen und -gestaltung soll letztlich davon bestimmt sein, die Begegnung mit Gott zu f\u00f6rdern. Es kann aufgezeigt werden, wie jeder Gottesdienst (auch ein scheinbar kritikw\u00fcrdiger Got-tesdienst) aufbauend wirken kann. Die N\u00e4he Gottes begegnet in vielen Gottesdienstelementen.<br \/>\n\u2026 von dem Geheimnis der Niedrigkeit Gottes in Jesus Christus zu reden, die als Markenzeichen Gottes auch das Leben von Christen formt. Gemeinde ist also darin zu ermutigen, gegen den Mainstream ein Ja zur Niedrigkeit vor Gott zu gewinnen und zu leben, indem sich Christen dem lebendigen Gott ein- und unterordnen und ihm ihren Respekt bekunden (das muss nicht zwingend durch einen Tanz gesche-hen wie bei David). Es gibt viele Ausdrucksformen, in denen die Achtung vor Gott bekundet werden kann. Auch das Bekenntnis zur Niedrigkeit der Gemeinde mit ihren Grenzen, ihrer begrenzten Kraft usw. geh\u00f6rt in diesen Zusammenhang. Ebenso die Zuwendung zu schwachen und verachteten Menschen. Das Erste, was die fr\u00fchen Gemeinden regeln mussten, war die Frage: Wie kann sie f\u00fcr die Verletz-lichsten und Schw\u00e4chsten der Gemeinschaft sorgen, f\u00fcr Witwen und Weisen (vgl. Apg 6,1ff; Jak 1,27)? Gerechtigkeit, Teilen und Helfen waren ganz zentrale Themen f\u00fcr die junge Gemeinde. Die Last des anderen zu tragen war ein Teil ihrer Identit\u00e4t (bis hin zur Last der Versuchlichkeit, vgl. Gal 6,2).Wenn eine Person litt, nahmen alle an ihrem Leid Anteil (vgl. 1Kor 12,26). Gott benutzte die Mittel und F\u00e4higkeiten des einen, um f\u00fcr andere zu sorgen. Alles wurde mit einem dankbaren Herzen in offenen H\u00e4nden gehalten. Ohne Bereitschaft zur Niedrigkeit ist solche Herabneigung zu den Schw\u00e4chsten nicht zu leben. Was bedeutet das z.B. f\u00fcr unser Engagement in der Zuwendung zu Fl\u00fcchtlingen? Die Niedrigkeit, die von David im Respekt vor Gott bejaht wurde, dr\u00e4ngt auch zu einer Gestalt in unserem eigenen Leben.<\/p>\n<p><strong>3.3 Praktische Anregung<\/strong><br \/>\nNach dem Gottesdienst zur \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade wurden Lebensmittel verteilt. Wie w\u00e4re es, am Schluss des Gottesdienstes eine Aufmerksamkeit zu ver-teilen oder einen kleinen Imbiss f\u00fcr alle anzubieten?<br \/>\nChristoph M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema: Was f\u00fcr ein Gott?! Predigttext: 2. Samuel 6,12-23 1 Erl\u00e4uterungen zum Text 6,12: Die begonnene \u00dcberf\u00fchrung der Bundeslade nach Jerusalem wurde von Da-vid wegen einem gravierenden Zwischenfall frustriert abgebrochen. 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