{"id":2602,"date":"2015-04-17T12:55:15","date_gmt":"2015-04-17T10:55:15","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2602"},"modified":"2015-04-17T12:55:15","modified_gmt":"2015-04-17T10:55:15","slug":"predigthilfe-vom-10-mai-2015-1-johannes-3-11-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-mai-2015-1-johannes-3-11-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10. Mai 2015 &#8211; 1. Johannes 3, 11-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Ganzes Christsein<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: 1.Johannes 3,11-18<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"www.bibelserver.com\" target=\"_blank\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><br \/>\nHilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Heiko Krimmer (Edition C Bd. 21) und von Werner de Boor (Wuppertaler Studienbibel).<\/p>\n<p><strong>1.2. Wichtige Gedanken in unserem Abschnitt<\/strong><br \/>\nDas Thema Liebe ist f\u00fcr Johannes ganz entscheidend wichtig. Er hat sich den Satz Jesu \u201eAn eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid\u201c (Joh 13,35) sehr tief verinnerlicht und es ist ihm ein gro\u00dfes Anliegen die Gemeinde immer wieder daran zu erinnern, wie grundlegend die Liebe ist. Dabei zeigt er in unserem Abschnitt, wie sehr die Liebe durch die S\u00fcnde in Mitleidenschaft gezogen wurde. Schon beim ersten Bruderpaar endete es durch einen heimt\u00fcckischen Mord.<\/p>\n<p>Dabei zeigt Johannes, wie eng das Motiv von Kain mit dessen b\u00f6sem Tun und auf der anderen Seite mit dem gerechten Handeln von Abel verbunden ist. Eine Welt, die unter der Macht der S\u00fcnde gefangen ist, wird das gerechte Tun der Kinder Gottes nicht wirklich w\u00fcrdigen k\u00f6nnen, sondern ihm oft ablehnend gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Johannes ruft zu Geschwisterliebe auf und er erkl\u00e4rt sehr deutlich, dass Hass auf die Geschwister und Mord schlussendlich die gleiche gottlose Herzenshaltung zugrunde liegt und beides absolut nicht zu einem Leben in der Gegenwart Gottes passt.<\/p>\n<p>Auch in diesem Abschnitt zeigt Johannes, dass Jesus das eine gro\u00dfe Vorbild f\u00fcr wahre Liebe ist und er fordert von jedem Nachfolger Jesu die gleiche Bereitschaft zur Hingabe, wie wir es bei Jesus sehen.<\/p>\n<p>Damit ist auch klar, dass Liebe niemals ein theoretisches Konstrukt bleiben kann, sondern immer an der Praxis messen lassen muss. Johannes schlie\u00dft unserem Abschnitt mit einem Appell die Liebe ganz konkret am N\u00e4chsten zu leben. Nur wenn wir das tun, wird Gottes Liebe in unserem Leben sichtbar und zu einem Segen f\u00fcr den N\u00e4chsten.<\/p>\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Johannes fordert uns auch in diesem Abschnitt wieder durch seine klare Entweder-oder Struktur heraus. Zu Nachfolgern Jesu passt nur Geschwisterliebe. Wenn Johannes hier Mord und Hass in eine Linie bringt, dann ist es wichtig zu zeigen, dass Johannes hier Mord nicht kleinreden will. Ihm geht es darum zu zeigen, dass die lieblose Herzenshaltung, die im Hass gegen\u00fcber anderen Menschen zum Ausdruck kommt, genau dieselbe ist, die auch der Ausgangspunkt bei einem Mord ist. Schlussendlich ist Mord nichts anderes als Hass, der zum \u00e4u\u00dfersten Vollzug gebracht wurde. Johannes befindet sich hier auf der gleichen Argumentationslinie, die wir auch bei Jesus in der Bergpredigt finden. (Mt 5,21-26)<\/p>\n<p>Jesus wird von Johannes ganz bewusst im Kontrast zu Kain vorgestellt. Jesus ist der \u201ewahre gro\u00dfe Bruder\u201c, der alles f\u00fcr uns tut. Jesu liebt absolut hingebungsvoll und \u00fcberwindet dadurch den Hass der Menschen und bef\u00e4higt zudem zu wahrer Liebe.<br \/>\n<strong>2.2 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Johannes macht in diesen Versen sehr deutlich, dass wir nicht nur theoretisch \u00fcber die Liebe reden d\u00fcrfen. Liebe will gelebt sein und die Predigt sollte dazu motivieren, die Liebe, die Jesus an uns erwiesen hat an andere Menschen weiterzugeben. Dabei sollten wir unterstreichen, wie wichtig gerade die kleinen Liebeserweise sind. Johannes fordert die Gemeinde hier nicht dazu auf die Welt zu retten, sondern die Not des Einzelnen wahrzunehmen und dort ganz praktisch zu helfen.<\/p>\n<p>Wenn wir zu dieser praktischen Liebe ermutigen, sollten wir mit Johannes klarstellen, dass gelebte Liebe und Gerechtigkeit nicht immer die Reaktion hervorruft, die wir gerne h\u00e4tten. Die Gerechtigkeit Abels machte die Ungerechtigkeit Kains deutlich sichtbar und rief bei Kain Hass hervor. Im Leben von Jesus erkennen wir das gleiche Prinzip. Die Gerechtigkeit und Liebe Jesu machte die Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit vieler Menschen offensichtlich und rief Widerstand hervor. Und auch heute k\u00f6nnen diese Reaktionen auf Gerechtigkeit und Liebe entstehen. Diese falschen Reaktionen d\u00fcrfen uns nicht entmutigen oder verunsichern. Und wir d\u00fcrfen es ja andererseits auch oft erleben, dass die Reaktion auf Liebe und Gerechtigkeit eine gro\u00dfe Dankbarkeit und eine gro\u00dfe Freude ist. Diese Reaktionen zeigen uns doch immer wieder, wie gut es ist Gottes Liebe weiterzutragen.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00fcssen wir uns auch in diesen Versen die Gesamtabsicht von Johannes vor Augen halten. Johannes geht es nicht darum die Gemeinde zu verunsichern. Er m\u00f6chte ihnen eine klare Richtung geben und sie in ihrer Gewissheit best\u00e4rken, dass sie Kinder Gottes sind, und als Kinder Gottes das ewige Leben haben. Johannes m\u00f6chte die Gemeinde ermutigen, das zu leben, was sie in Christus sind. Und wir sollten in diese Ermutigung miteinstimmen.<br \/>\n<strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n<p>Zur Predigtvorbereitung kann Bibelarbeit von Winrich Scheffbuch hilfreich sein, die sich bei Sermon Online findet (zu 1.Joh 3,11-24) (<a href=\"www.sermon-online.de\" target=\"_blank\">www.sermon-online.de<\/a>).<\/p>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00f6rer sollen ermutigt werden, ganz praktisch die Liebe Jesu an andere weiterzugeben und gegen den Hass, der sich in ihren Herzen findet in der Kraft der Liebe Jesu anzuk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><br \/>\nBist du ein Nachahmer Kains oder ein Nachfolger Jesu?<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>1. Kain &#8211; das Negativbeispiel (V.11-13)<br \/>\n2. Wer seinen Bruder hasst, geht in den Fu\u00dfspuren Kains (V.14-15)<br \/>\n3. Jesus ist das einzigartige Gegenbeispiel (V.16)<br \/>\n4. Liebe ist mehr als Reden (V.17-18)<\/p>\n<p><strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Bin ich ein toter Bahnhof?<br \/>\nIn der kleinen Schwefelbergwerkstadt Riesi auf Sizilien gibt es einen einsamen Bahnhof. Man findet dort ein Bahnhofsgeb\u00e4ude, einen Bahnsteig und Signalanlagen. Aber es sind niemals Schienen gelegt worden. So ist niemals ein Zug in Riesi angekommen. Kein Zug konnte von dort abfahren. Der Bahnhof ist tot.<br \/>\nEs gibt Menschen, die gleichen jenem Bahnhof von Riesi. Sie sind Gesch\u00f6pfe Gottes. Sie haben ihre Ohren zu h\u00f6ren, was Gott ihnen sagen will. Sie haben Herzen, um Gottes Liebe zu empfangen. Sie haben H\u00e4nde, um Gottes Liebe weiterzuschenken. Aber sie haben die Verbindung zu Gott abgebrochen. Darum sind auch ihre Verbindungen zum Mitmenschen gest\u00f6rt. Ja, auch zu sich selbst haben sie ein gespaltenes Verh\u00e4ltnis. Sie wollen leben und tun alles, um es kaputtzumachen.<br \/>\nWir alle sind tot wie der Bahnhof der kleinen Stadt auf Sizilien, wenn Gottes Liebe nicht bei uns ankommt und durch uns weitergeht zu anderen Menschen. Auch wenn wir einer Kirche angeh\u00f6ren und ein normales Leben f\u00fchren, sind wir ohne eine pers\u00f6nliche Beziehung im Glauben an Jesus tot. Ohne Gottes Liebe sind unsere religi\u00f6sen B\u00fccher wie Kursb\u00fccher in einem toten Bahnhof. Ohne Gottes Liebe ist unsere Kirchenmitgliedschaft wie eine Fahrkarte, die nie gebraucht wird. Das Leben, das Gott uns in Jesus schenken will, kommt nie bei uns an. Die Liebe, die Gott durch uns hindurch in die Welt tragen will, geht nie von uns aus. Wir sind tot, wie sch\u00f6n auch alles \u00c4u\u00dfere sein mag. &#8211; Gott hat die Verbindung zu uns gesucht und hergestellt. Seine Z\u00fcge kommen bei uns an. Wir k\u00f6nnen einsteigen in eine lebendige Beziehung zu Gott im Glauben an Jesus, im Danken und Hoffen. Wir m\u00fcssen nicht l\u00e4nger ein toter Bahnhof sein. (aus: Axel K\u00fchner &#8211; Textarchiv)<\/p>\n<p>Der Tod von Maximilian Kolbe<br \/>\nKolbe traf im Februar 1941 in Auschwitz ein. Er war Franziskanerpater. Im Juli desselben Jahres entfloh ein Gefangener aus dem Lager. In Auschwitz war es \u00fcblich, f\u00fcr jeden Entflohenen zehn andere H\u00e4ftlinge zu t\u00f6ten. Dazu wurden alle Insassen im Hof versammelt und der Lagerkommandant w\u00e4hlte willk\u00fcrlich zehn M\u00e4nner aus den Reihen aus. Diese wurden unverz\u00fcglich in eine Zelle gebracht, wo sie keine Nahrung und kein Wasser bekamen, bis sie starben. An diesem Tag begann der Kommandant, die Namen vorzulesen. Jedesmal trat ein Gefangener heraus, bis die schreckliche Quote erf\u00fcllt war. Der zehnte Name, den er nannte, war der von Gajowniczek.<\/p>\n<p>Als der SS-Offizier noch einmal die Gruppe der Verurteilten durchz\u00e4hlte, begann einer der M\u00e4nner zu weinen: &#8222;Meine Frau und meine Kinder \u2026.&#8220;<br \/>\nDie Soldaten drehten sich um, als pl\u00f6tzlich Bewegung in die Gefangenen kam. Die Wachen hoben ihre Gewehre. Die Hunde spitzen die Ohren. Einer der Gefangenen hatte seine Reihe verlassen und bahnte sich den Weg nach vorn. Es war Maximilian Kolbe. Sein Gesicht zeigte keine Angst. Sein Schritt war entschlossen. Der Offizier schrie ihn an, er solle stehen bleiben, und er w\u00fcrde erschossen. Kolbe sagte ruhig: &#8222;Ich m\u00f6chte mit dem Lagerkommandanten sprechen.&#8220;<br \/>\nAus irgendeinem Grund pr\u00fcgelte der Soldat nicht auf ihn ein oder schoss ihn nieder. Kolbe blieb einige Schritte vor dem Kommandanten stehen, nahm seine M\u00fctze ab und sah dem deutschen Offizier in die Augen. &#8222;Herr Kommandant, bitte erlauben Sie mir eine Bitte vorzutragen.&#8220; Dass niemand ihn erschoss, war ein Wunder. &#8222;Ich m\u00f6chte anstelle dieses Gefangenen sterben.&#8220; sagte Kolbe und wies auf den schluchzenden Gajowniczek hin. Ohne Stocken brachte er seine unglaubliche Bitte vor.<br \/>\n&#8222;Ich habe weder Frau noch Kinder. Au\u00dferdem bin ich alt und zu nichts mehr n\u00fctze. Er ist in besserer Verfassung.&#8220; Kolbe kannte die Denkweise der Nazis. Der Kommandant fragte: &#8222;Wer bist du?&#8220; &#8222;Ich bin katholischer Priester.&#8220; Der H\u00e4ftlingsblock war wie vom Schlag getroffen. Selbst dem Kommandanten verschlug es ausnahmsweise einmal die Sprache.<br \/>\nEinen Augenblick sp\u00e4ter bellte er: &#8222;Bitte gew\u00e4hrt!&#8220;<br \/>\nDie Gefangen hatten absolutes Redeverbot. Gajowniczek erz\u00e4hlte sp\u00e4ter: &#8222;Ich konnte ihm nur mit den Augen danken. Ich war vollkommen fassungslos und konnte kaum begreifen, was hier geschah. Es war ungeheuerlich: Ich, der Verurteilte, sollte leben, und ein anderer gab freiwillig und bereitwillig sein Leben f\u00fcr mich \u2013 und dazu noch ein Fremder. Ich wusste nicht, ob ich tr\u00e4umte.&#8220;<br \/>\nDer &#8222;Heilige von Auschwitz&#8220; \u00fcberlebte die neun anderen Verurteilten. Er starb weder an Durst noch an Hunger. Kolbe starb erst, nachdem ihn &#8222;Phenol&#8220; injiziert worden war. Es war der 14. August 1941. Gajowniczek hingegen \u00fcberlebte den Holocaust. Es gelang ihm, in seine Heimatstadt zur\u00fcckzukehren. Aber jedes Jahr bis zu seinem Tod im Jahre 1995 kehrte er nach Auschwitz zur\u00fcck, um dem Mann zu danken, der an seiner statt gestorben war. (aus: www.gekreuzsiegt.de)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Ganzes Christsein Predigttext: 1.Johannes 3,11-18 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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