{"id":2579,"date":"2015-03-05T19:39:30","date_gmt":"2015-03-05T17:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2579"},"modified":"2015-03-05T19:39:30","modified_gmt":"2015-03-05T17:39:30","slug":"predigthilfe-vom-3-april-2015-jesaja-5213-539","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-april-2015-jesaja-5213-539\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3. April 2015 &#8211; Jesaja 52,13 &#8211; 53,9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Ganzes Christsein<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigttext: Jes 52,13-53,9<\/strong><\/p>\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"www.bibelserver.com\" target=\"_blank\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><br \/>\nHilfen zur Auslegung finden sich im Kommentar von Dieter Schneider (Wuppertaler Studienbibel). Weitere Informationen, auch Hinweise zu den einzelnen Versen bieten die Predigthilfen von Eckhard L\u00f6ffler vom 23.12.2007 unter <a title=\"Predigthilfe vom 23.12.2007 \u2013 Jesaja 52,13- 53,12\" href=\"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/1577\/predigthilfe-vom-23-12-2007-jesaja-5213-5312\/\" target=\"_blank\">www.studienbibel.de<\/a> und von Heiko Krimmer vom 25.03.2005 unter <a title=\"Predigthilfe vom 25.3.2005 \u2013 Jesaja 52,13-53,12\" href=\"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/1430\/predigthilfe-vom-25-3-2005-jesaja-5213-5312\/\" target=\"_blank\">www.studienbibel.de<\/a> und vom 17.12.2000 unter <a title=\"Predigthilfe vom 17.12.2000 \u2013 Jesaja 53,1-12\" href=\"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/1239\/predigthilfe-vom-17-12-2000-jesaja-531-12\/\" target=\"_blank\">www.studienbibel.de<\/a>.<br \/>\n<strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen<\/strong><br \/>\nWir denken heute am Karfreitag ganz besonders \u00fcber das Sterben von Jesu Christus am Kreuz nach. Die Verse aus Jesaja 52 und 53 sind die Verse des Alten Testaments, durch die das Evangelium der Gnade Gottes am deutlichsten sichtbar wird. Dieses unbeschreibliche Wunder, dass unser gro\u00dfer Gott in seiner Gnade uns durch den Tod seines Sohnes vor dem ewigen Tod rettet, soll im Mittelpunkt dieser Tage und auch des Gottesdienstes stehen.<\/p>\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen<\/strong><br \/>\nWir haben es in diesen Versen mit einer absolut deutlichen Prophetie auf Jesus Christus zu tun. Schon in Apg 8,26-40 in der Begegnung zwischen Philippus und dem K\u00e4mmerer aus \u00c4thiopien wird dieses Gottesknechtslied eindeutig als Prophezeiung auf Jesus verstanden. Unsere Verse sind ungef\u00e4hr 700 Jahren vor den Ereignissen in Jerusalem entstanden und beschreiben die Ereignisse dennoch zuverl\u00e4ssig.<br \/>\nWir haben also in diesen Versen eine zweifache Botschaft. Jesaja beschreibt mit unvergleichlichen Worten, wie Gott durch seinen Knecht die Schuld der Welt tr\u00e4gt. Eine Botschaft, die wir dann in den Evangelien Jahrhunderte sp\u00e4ter nachlesen k\u00f6nnen. Und wir haben hier zugleich einen gewaltigen Beleg, dass diese Botschaft des Evangeliums wahr sein muss. Wer sollte sich eine solche Geschichte ausdenken, wer konnte die Ereignisse schon so viele Jahre vorher aufs Genaueste beschreiben? Nur Gott, der dem Propheten Jesaja durch seinen Heiligen Geist die Worte offenbarte, die wir in unserem Abschnitt lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>2.3 Hinweise f\u00fcr homiletische \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>Das vierte Gottesknechtslied l\u00e4sst sich in f\u00fcnf Abschnitte unterteilen: 52,13-15; 53,1-3; 53,4-6; 53,7-9; 53,10-12. Unser heutiger Text umfasst die ersten vier Abschnitte.<br \/>\nWir sollten in der Predigt auch den Zusammenhang in den Blick nehmen, in dem die Verse stehen. Dadurch wird deutlich, welch einen gro\u00dfen Kontrast das Lied vom leidenden Gottesknecht bietet. Ab Kapitel 51 schreibt Jesaja von der R\u00fcckkehr und der Befreiung des Gottesvolkes und die Verse vor unserem Abschnitt steigern diese Hoffnung noch. Gott wird handeln, er wird seine Macht erweisen und sein Volk retten. Und dann ab 52,13 sehen wir den gro\u00dfen Kontrast, wenn Jesaja beschreibt, wie Gott durch das Leiden und Sterben des Gottesknechtes diese Rettung bewirken wird.<br \/>\n<strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n<p>Hilfreich zur Predigtvorbereitung k\u00f6nnen die Predigten von Winrich Scheffbuch (12.&amp;17.04.1992) und Wilhelm Busch (1961) sein, die sich bei Sermon online finden. Unter www.er-lebt.de findet sich eine Predigt zu unserem Abschnitt von Dr. Walter Hilbrands (den Namen einfach im Suchfeld auf der Seite eingeben).<\/p>\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00f6rer sollen neu von der Gr\u00f6\u00dfe der Gnade Gottes, die sich im Leiden und Sterben unseres Herrn zeigt, ergriffen werden und ihr Leben auf diese Gnade bauen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Predigtthema \u2013 was sage ich in dieser Predigt?<\/strong><br \/>\nWir haben ihn verwundet!<\/p>\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>1. Das Schweigen der K\u00f6nige (52,13-15)<br \/>\n2. Die Verachtung der Welt (53,1-3)<br \/>\n3. Die Stellvertretung (53,4-6)<br \/>\n4. Das Schweigen des Lammes (53,7-9)<br \/>\nAus der Predigthilfe von Eckhard L\u00f6ffler:<\/p>\n<p>1) Im Leiden \u00fcberdauert er alle (52, 13-15)<br \/>\n2) Im Leiden \u00fcberrascht er alle (53, 1-3)<br \/>\n3) Im Leiden \u00fcberf\u00fchrt er alle (53, 4-6)<br \/>\n4) Im Leiden \u00fcberwindet er alles (53, 7-9)<br \/>\n[Thomas Richter]<br \/>\n<strong>3.4 Predigtveranschaulichungen \u2013 wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n<p>\u2022 Im letzten Haus des Dorfes, einem alten, halb zerfallenen Speicher, wohnte ein buckliger Mann ganz allein. Er wurde von allen gemieden, denn er war wegen Brandstiftung mit einer schweren Freiheitsstrafe belegt worden. Er hatte einst die M\u00fchle des Dorfes angez\u00fcndet.<br \/>\nNach langen Jahren kam er aus dem Gef\u00e4ngnis zur\u00fcck, menschenscheu und noch zusammengefallener als fr\u00fcher. Sogar zum Kinderschreck war er geworden, denn wenn die Kinder nicht brav sein wollten, drohten die M\u00fctter mit dem Zuchth\u00e4usler, der sie holen w\u00fcrde.<br \/>\nNur einer k\u00fcmmerte sich um den Ausgesto\u00dfenen, und das war der M\u00fcller, dem der Bucklige dieses Unrecht angetan hatte. Jeden Sonntagnachmittag sa\u00df der M\u00fcller bei dem Ge\u00e4chteten, und niemand konnte begreifen, was er dort zu tun h\u00e4tte. Erst redete man dar\u00fcber, dann wurde es ruhig \u00fcber dieser Schrulle des M\u00fcllers. Und so ging es noch manches Jahr.<br \/>\nDer Bucklige starb. Hinter seinem Sarg gingen der Pfarrer und der M\u00fcller &#8211; sonst keiner mehr. Denn wenn erst einer aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen ist, gibt es keine Barmherzigkeit mehr, auch im Tod nicht.<br \/>\nUnd wieder nach einiger Zeit klopfte der Tod auch bei dem M\u00fcller an, und diesmal ging der Pfarrer nicht allein hinter dem Sarg. Das ganze Dorf folgte, denn der M\u00fcller war eine Respektsperson. Der Pfarrer sprach \u00fcber ein Trost- und Bibelwort. Aber die Leute begannen erst da aufzuhorchen, als er folgendes erz\u00e4hlte: \u201eIhr habt euch oft gewundert, dass der M\u00fcller so freundlich zu dem Buckligen war. Heute sollt ihr den Grund erfahren. Kurz vor seinem Tod hat mir der M\u00fcller gebeichtet, dass er seine M\u00fchle selbst angez\u00fcndet habe, und er w\u00e4re daf\u00fcr unfehlbar ins Zuchthaus gekommen.<br \/>\nDer Bucklige hatte die Gewohnheit, \u00f6fters in der Nacht noch drau\u00dfen umherzustreichen, und da hatte er wohl den M\u00fcller bei seiner Tat beobachtet. Da kam der Bucklige eines Abends zu ihm und erkl\u00e4rte, er habe keinen Menschen auf der Welt, er wolle sich darum als Brandstifter ausgeben und alle Schuld auf sich nehmen, damit der M\u00fcller und seine Familie nicht ins Ungl\u00fcck k\u00e4men.<br \/>\nSo konnte bei der Gerichtsverhandlung dann auch nachgewiesen werden, dass der Angeklagte in der Brandnacht nahe der M\u00fchle gesehen worden sei. Viel Sympathien genoss er ohnehin nicht im Dorf, so wurde er denn verurteilt. Jahrelang hat dann der einsame Mann die fremde Schuld getragen, als Stellvertreter des M\u00fcllers. Dem Mann hier im Sarg hat Gott seine Schuld vergeben. Bitten wir nun Gott, dass er unsere Schuld dem Buckligen gegen\u00fcber auch vergebe, und lasst uns sein Andenken in Ehren halten.\u201d<br \/>\n\u2022 Vom Perserk\u00f6nig Cyrus wird erz\u00e4hlt, dass er auf einem seiner Eroberungsz\u00fcge einen F\u00fcrsten mit Frau und Kindern gefangen nahm. Als man sie Cyrus vorf\u00fchrte, fragte dieser den F\u00fcrsten: &#8222;Was gibst du mir, wenn ich dir deine Freiheit zur\u00fcckgebe?&#8220;<br \/>\n&#8222;Die H\u00e4lfte meines Reiches&#8220;, war die Antwort. &#8222;Und wenn ich auch deine Kinder freilasse?&#8220; &#8222;Mein ganzes Reich.&#8220; &#8222;Aber was gibst du f\u00fcr deiner Gattin Freiheit?&#8220; &#8222;Mich selbst!&#8220;<br \/>\nCyrus gefiel diese Antwort so wohl, dass er die ganze Familie ohne L\u00f6segeld freigab. Auf der Heimreise fragte der F\u00fcrst seine Frau, ob sie beobachtet habe, was f\u00fcr ein edler, sch\u00f6ner Mann Cyrus sei.<br \/>\nDarauf erwiderte sie: &#8222;Ich sah nur den, der bereit war, sich selbst als L\u00f6segeld f\u00fcr meine Freiheit zu geben.&#8220; &#8211; K\u00f6nnten nicht alle Gotteskinder ebenso lernen, nur Augen f\u00fcr Jesus zu haben, der nicht nur willig war, sich f\u00fcr uns zu opfern, sondern es auch tat?<\/p>\n<p>\u2022 Vom englischen Staatsmann Oliver Cromwell (1599-1658) wird folgendes berichtet: Er hatte einen Mann wegen Staatsverbrechen zum Tode verurteilt und angeordnet: \u00bbWenn abends um sechs Uhr die Glocke vom Dom ert\u00f6nt, soll das Haupt des Verurteilten fallen.\u00ab Viele Neugierige hatten sich auf dem Domplatz eingefunden, um Zeuge der Hinrichtung zu werden. Man wartete auf das Glockenzeichen, doch das blieb aus. Eine Abordnung wurde zum Gl\u00f6ckner geschickt. Der aber zog wie sonst kr\u00e4ftig am Seil. Als dann einige nach oben stiegen, um auf dem Glockenger\u00fcst nachzusehen, bot sich ihnen ein furchtbarer Anblick. Eine Frau hing am Kl\u00f6ppel der Glocke und wurde hin- und hergeschlagen. Man hielt die Glocke an, und die Frau brach ohnm\u00e4chtig zusammen. Es war die Frau des Verurteilten. Als Cromwell davon erfuhr, war er zutiefst betroffen und gab den Verurteilten frei. Der Mann selbst hatte nichts zu seinen Gunsten anf\u00fchren k\u00f6nnen. Die Liebe und das Opfer seiner Frau waren das Argument gegen seine Hinrichtung. Das Opfer Christi ist Argument gegen die Vollstreckung von Gottes Gericht.<\/p>\n<p>\u2022 Es war einmal ein K\u00f6nig, der sein Land gl\u00fccklich machen wollte. Er hatte schon verschiedene Anordnungen getroffen, um die schlechten Zust\u00e4nde in seinem Reich zu beseitigen. Eine dieser Ma\u00dfnahmen lautete: Der Genuss von Rauschmitteln ist verboten. Das war eine besonders harte Ma\u00dfnahme, denn viele waren diesem Laster verfallen, selbst am Hofe des K\u00f6nigs.<br \/>\nDer K\u00f6nig hatte eine harte Strafe angedroht. Wer auf frischer Tat ertappt wurde, sollte mit drei\u00dfig Stockschl\u00e4gen bestraft werden. Lange Zeit wurde niemand zum K\u00f6nig gebracht. Und es schien so, als wagte kein Untertan den Befehl zu \u00fcbertreten. Eines Tages kam ein Diener zum K\u00f6nig und meldete, dass eine Frau Rauschmittel genommen h\u00e4tte. Der K\u00f6nig befahl: \u201eBring sie her, sie wird ihre Strafe bekommen. Jeder, der es verdient, wird bestraft, und wenn es meine eigene Frau w\u00e4re.\u201d<br \/>\nDer Diener entfernte sich und kehrte bald mit zwei Soldaten zur\u00fcck, die eine Frau zwischen sich f\u00fchrten. Es war &#8230; die Mutter des K\u00f6nigs. Der K\u00f6nig erschrak. Das hatte er nicht erwartet. Was nun? Er musste sein Wort halten.<br \/>\nGespannt warteten die Diener ab, was ihr K\u00f6nig tun w\u00fcrde. Der K\u00f6nig sah seine Mutter an. Dann trat er vor, entbl\u00f6\u00dfte seinen R\u00fccken und erteilte dem Gerichtsdiener den Befehl, ihm die drei\u00dfig Stockschl\u00e4ge zu geben. Er nahm die Strafe, die seine alte Mutter verdient hatte, auf sich. Im ganzen Land wurde der K\u00f6nig f\u00fcr das, was er getan hatte, gelobt.<\/p>\n<p>(Tobias Schurr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Ganzes Christsein Predigttext: Jes 52,13-53,9 Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. 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