{"id":2491,"date":"2014-10-06T19:35:14","date_gmt":"2014-10-06T17:35:14","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2491"},"modified":"2014-10-06T19:35:14","modified_gmt":"2014-10-06T17:35:14","slug":"predigthilfe-vom-2-november-2014-titus-2-1-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-2-november-2014-titus-2-1-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 2. November 2014 &#8211; Titus 2, 1-10"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahresthema: In Gottes N\u00e4he leben<\/strong><br \/>\n<strong>Predigtthema: Geistlich nachfolgen (Alternativvorschl\u00e4ge s. unten)<\/strong><br \/>\n<strong>Predigttext: Titus 2,1-10<\/strong><\/p>\n<p><strong>1 Erl\u00e4uterungen zum Text<\/strong><br \/>\n<strong>1.1 Die Herausforderung<\/strong><br \/>\nTitus als bew\u00e4hrter Mitarbeiter von Paulus steht vor der Aufgabe, das Zusammenleben der Gemeinden auf Kreta zu ordnen. Die vorhandenen Unterschiede von Geschlecht (Mann \u2013 Frau), Alter (jung \u2013 alt) und sozialem Status (Sklaven \u2013 Herren) sind nicht zu \u00fcbersehen, sollen jedoch keine trennende Bedeutung gewinnen. Das Miteinander ist zu f\u00f6rdern. Die unterschiedlichen Gruppen in der Gemeinde sind also auf ihre jeweilige Verantwortung hin anzusprechen.<\/p>\n<p><strong>1.2 Die Bew\u00e4hrungsfelder<\/strong><br \/>\nDie von Paulus benannten Unterschiede (Geschlecht, Alter) erinnern an die Unterschiede in einer Familie (2,1-8). Das wirft die Frage auf: Worauf beziehen sich die Ermahnungen \u2013 auf das Zusammenleben in der Familie oder in der Gemeinde? Faktisch sind Familienalltag und Gemeindealltag aufeinander bezogen. In beiden Bereichen soll der Glaube an Jesus Christus bew\u00e4hrt werden. Was in der Familie gelebt wird, hat Auswirkungen auf die Gemeinde und umgekehrt. Diese Wechselwirkung gilt auch f\u00fcr das gesellschaftliche Leben (Sklaven) und den Gemeindealltag (2,9-10).<\/p>\n<p><strong>1.3 Die Begr\u00fcndung<\/strong><br \/>\nDie Ermahnungen werden begr\u00fcndet (2,11: \u201edenn\u201c) mit dem Evangelium von der \u201eheilsamen Gnade Gottes\u201c (2,11-15). Sie verstehen sich nicht von selbst. Die lebensver\u00e4ndernde Kraft des Evangeliums f\u00fchrt zu einer neuen Lebensorientierung. Darin sind die Ermahnungen verankert. Der Zusammenhang von 2,1-10 und 2,11-15 hat grundlegende Bedeutung (auch wenn 2,11-15 nicht Predigttext ist).<\/p>\n<p><strong>1.4 Die Vorbildwirkung (2,1.6f)<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Gestaltung von Beziehungen in Familie, Gesellschaft und Gemeinde wird Titus auf die gesunde Lehre (2,1.7) festgelegt. Nur das Gesunde kann Beziehungen gesunden lassen. Gesunde Lehre ist das Wort, das sich niemand selbst sagen kann. Sie ist ergangenes, \u00fcberliefertes, geh\u00f6rtes und gelesenes Wort. Gesunde Lehre ist als rechte Lehre zu verstehen, die auf Christus konzentriert ist. Mit diesem Bezug ist sie klar von Irrlehre abgegrenzt (vgl. 1,10-16).<br \/>\nRechte Lehre ist kein lebensfernes Gedankenkonstrukt, sondern fundierte Verk\u00fcndigung, die in die Praxis des Glaubens und Lebens einweist. Darum geh\u00f6ren \u201eWort\u201c und \u201eWerk\u201c zusammen. Es ist kein Zufall, dass Titus aufgefordert wird, sich selbst als Vorbild guter Werke darzustellen. Er selbst ist gefordert, um andere Menschen zu f\u00f6rdern. Offensichtlich brauchen (junge) Menschen lebendige Vorbilder, an denen sie studieren k\u00f6nnen, wie man mit Jesus sein Leben gestalten kann. Sie brauchen Anschauungsunterricht, was Gott an einem Menschen bewirken kann. Vorbildwirkung kann unverf\u00e4lschte Lehre nicht ersetzen, aber durch das Vorbild wird unverf\u00e4lschte Lehre in das Leben hinein \u00fcbersetzt (2,7).<\/p>\n<p><strong>1.5 Die Ermahnungen<\/strong><br \/>\n<strong>1.5.1 An die \u00e4lteren M\u00e4nner (1,2)<\/strong><br \/>\nWodurch k\u00f6nnen \u00e4ltere M\u00e4nner das Miteinander positiv pr\u00e4gen? Durch einen Lebensstil, der mit drei Pr\u00e4dikaten umschrieben wird:<br \/>\n\u2022 n\u00fcchtern (ma\u00dfvoll, bescheiden)<br \/>\n\u2022 ehrenwert (aufrecht, zuverl\u00e4ssig)<br \/>\n\u2022 besonnen (aufmerksam, umsichtig, \u00fcberlegt)<br \/>\nDie Chance des Alters entfaltet sich in einem gelassenen, reifen und m\u00fcndigen Glauben. Gedanken, Worte und Taten sind stimmig (eine integere Pers\u00f6nlichkeit). Christus l\u00e4sst Menschen reifen zur Gesundheit im Glauben, in der Liebe und in der Standhaftigkeit (Geduld, Durchhalteverm\u00f6gen). Standhaftigkeit ist eng mit Hoffnung verbunden (vgl. 1Kor 13,13 mit 1Thess 1,3).<\/p>\n<p><strong>1.5.2 An die \u00e4lteren Frauen (1,3-4)<\/strong><br \/>\nWodurch k\u00f6nnen \u00e4ltere Frauen das Miteinander positiv pr\u00e4gen? Durch eine dem Heiligen angemessene Haltung, z.B. wie bei Hanna, deren ganzes Wesen auf Gott ausgerichtet war. Das l\u00e4sst sich weder mit Klatsch und Tratsch (Verleumdung) noch mit der Abh\u00e4ngigkeit von reichem Alkoholgenuss (Wein) vereinbaren. Die Alkoholabh\u00e4ngigkeit von Frauen ist ein Indiz f\u00fcr die sittlichen Verh\u00e4ltnisse, die auf der Insel Kreta herrschten. Die Chance \u00e4lterer Frauen besteht nun darin, Lehrerinnen des Guten zu sein und zur Besonnenheit anzuregen. Auf diese Weise k\u00f6nnen die \u00e4lteren Frauen die j\u00fcngeren Frauen unterst\u00fctzen und pr\u00e4gen.<\/p>\n<p><strong>1.5.3 An die j\u00fcngeren Frauen (2,4-5)<\/strong><br \/>\nDie j\u00fcngeren Frauen werden aufgefordert, ihre Ehem\u00e4nner zu lieben. Nach Eph 5,25 werden umgekehrt die M\u00e4nner aufgefordert, ihre Ehefrauen zu lieben. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Zust\u00e4nde auf Kreta und in Ephesus erforderten unterschiedliche Ermahnungen. Sowohl f\u00fcr Kreta als auch f\u00fcr Ephesus gilt: Gegenseitige Liebe ist Voraussetzung f\u00fcr das Einverst\u00e4ndnis zwischen Mann und Frau. Auch die scheinbar selbstverst\u00e4ndliche Liebe einer Mutter zu ihrem Kind muss auf Kreta angemahnt und einge\u00fcbt werden.<br \/>\nKeuschheit bezieht sich nicht nur auf das Verhalten vor der Ehe (sexuelle Enthaltsamkeit), sondern in der Ehe. Keuschheit meint ein Sexualverhalten, das von der Achtung vor dem Ehepartner gepr\u00e4gt ist und der Christusbeziehung entspricht. Durch Keuschheit wird Sexualit\u00e4t weder verneint noch als autonomer Lebensbereich betrachtet.<br \/>\nDie Aufforderungen an die j\u00fcngeren Frauen (lieben; besonnen, keusch, h\u00e4uslich und g\u00fctig sein; sich unterordnen) zeigen: Ihr Anteil am Bau der Gemeinde ist der Bau der Familie \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit dem Ehepartner, nicht ohne ihn und nicht gegen ihn. In diesem Sinne ordnet sich die Ehefrau ein und unter.<\/p>\n<p><strong>1.5.4 An die j\u00fcngeren M\u00e4nner (1,6)<\/strong><br \/>\nDie Aufforderung an die j\u00fcngeren M\u00e4nner f\u00e4llt sehr knapp aus. Lediglich Besonnenheit wird angemahnt. Doch alles, was Titus als lebendiges Vorbild ins Leben hinein verwirklicht, gilt auch f\u00fcr sie. Insofern werden die j\u00fcngeren M\u00e4nner durchaus umfassend in die Lebensvollz\u00fcge des Glaubens eingewiesen.<\/p>\n<p><strong>1.5.5 An die Sklaven (9f)<\/strong><br \/>\nNur Sklaven werden ermahnt, aber nicht deren Herren (vgl. Eph 6,9; Kol 4,1). Wahrscheinlich geh\u00f6rten die Herren dieser Sklaven (noch) nicht zur Gemeinde. Von den Sklaven ist Loyalit\u00e4t als Unterordnung unter ihre Herren zu erwarten, die aus ganzem, ungeteiltem Herzen kommt. Sie findet ihren Ausdruck darin, dass Sklaven ihre Herren zufrieden stellen (mit innerer Bereitschaft), ihnen nicht widersprechen (nicht widerstreben), nichts veruntreuen (nichts unterschlagen), ihren Herren aber in allem gute (betont!) Treue erweisen. In der guten Treue des Sklaven wird die G\u00fcte Gottes abgebildet, der selber zur Rettung der Menschheit den niedrigsten Dienst vollzog \u2013 in Christus.<\/p>\n<p><strong>2 Hinweise zu Lehre und Leben<\/strong><br \/>\n<strong>2.1 Wie verk\u00fcndigen wir Ermahnungen?<\/strong><br \/>\nErmahnungen sind Trost. Sie zu predigen hei\u00dft: Christus predigen. Die Ermahnung sagt: \u201eDu brauchst Christus!\u201c Das Evangelium aber antwortet: \u201eHier ist Christus!\u201c Ermahnungen appellieren nicht an Willensst\u00e4rke oder K\u00f6nnen. Nein, sie f\u00fchren in eine Umkehr hinein: \u201eWende Dich ab, von allen Deinen gescheiterten Versuchen, Dich selbst zu inszenieren und Perfektion anzustreben (und sie von anderen zu erwarten)! Wende Dich Christus zu, der durch seinen Geist in Dein Leben hineinwirkt! \u00dcberlasse Dich seiner Menschen ver\u00e4ndernden Kraft!\u201c Mit dieser Ausrichtung f\u00fchren Ermahnungen in die Freiheit des Glaubens. Ohne Christus aber verkommen Ermahnungen zu Forderungen, die heillos \u00fcberfordern, in die Verzweiflung treiben und ins Scheitern.<br \/>\nDieser Zusammenhang macht verst\u00e4ndlich, warum im Brief an Titus ermahnende Abschnitte mit verk\u00fcndigenden Abschnitten (vgl. 2,11-15; 3,3-7) wechseln. Zuspruch und Anspruch des Evangeliums sind zwar zu unterscheiden, bleiben aber stets aufeinander bezogen. F\u00fcr unsere Predigt wird es also not-wendig (!) sein, diesen Bezug auf Christus im Auge zu behalten. Wer ausschlie\u00dflich verk\u00fcndigt: \u201eDu musst! Du sollst!\u201c (oder abgeschw\u00e4cht und daher nichts sagend: \u201eDu m\u00fcsstest! Du solltest!\u201c) wird dem H\u00f6rer nicht wirklich dienen. Nur Mut! Verk\u00fcndige die Ermahnung in dem Rahmen, in den sie hineingeh\u00f6rt: im Rahmen des Evangeliums.<\/p>\n<p><strong>2.2 Familie und Gesellschaft<\/strong><br \/>\nDie unterschiedlichen Lebenssituationen in Familie und Gesellschaft auf Kreta und in Ephesus haben Paulus gen\u00f6tigt, f\u00fcr die Gemeinden unterschiedliche Akzente zu setzen (s. oben). Das Evangelium spricht Menschen stets in ihrer konkreten Lebenswelt und nicht in abstrakten Verh\u00e4ltnissen an. Damit sind wir herausgefordert, die ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnisse in Familie und Gesellschaft gegen\u00fcber der Entstehungszeit des Titusbriefs wahrzunehmen und zu reflektieren. Wer die H\u00f6rer mit den Ermahnungen von Tit 2 erreichen will, ist gen\u00f6tigt, diese in die Lebenswelt der heutigen Gemeinde zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p><strong>2.2.1 Ver\u00e4nderungen in der Familie<\/strong><br \/>\nIm Altertum bildete die Gro\u00dffamilie, in der mehrere Generationen einschlie\u00dflich Sklaven miteinander lebten, die kleinste soziale Zelle eines Volkes. Alle hatten Anteil an der Erzeugung und dem Verbrauch von G\u00fctern. Allerdings wurde Familie nicht nur als Quelle des Gl\u00fccks erfahren, sondern auch als Ort der Gef\u00e4hrdung. Deshalb sah sich Jesus gen\u00f6tigt, in Israel f\u00fcr den Schutz und die Dauerhaftigkeit der Ehe einzutreten (Mt 5,27ff). Der Missbrauch von Sexualit\u00e4t in antiker Religiosit\u00e4t (z.B. auf Kreta) wirkte sich h\u00e4ufig destabilisierend auf Ehe und Familie aus.<br \/>\nHeutige Familiensituationen stellen sich anders dar (Beispiele):<br \/>\n\u2022 Keine Gro\u00dffamilien (bis auf wenige Ausnahmen)<br \/>\n\u2022 Vereinsamung alter und verwitweter Menschen, deren Erfahrung wenig gefragt ist<br \/>\n\u2022 Keine gemeinsame Erzeugung von G\u00fctern, allenfalls gemeinsamer Verbrauch<br \/>\n\u2022 Single-Haushalte<br \/>\n\u2022 Patchwork-Familien<br \/>\n\u2022 Familien mit zwei M\u00fcttern oder zwei V\u00e4tern (Homosexualit\u00e4t)<br \/>\n\u2022 Delegierung der Erziehung Heranwachsender von der Familie auf Institutionen (Kindergarten, Schule)<br \/>\n\u2022 H\u00f6herbewertung von Erwerbsarbeit gegen\u00fcber dem Einsatz f\u00fcr Familie<br \/>\nIn diesem Kontext sind die Impulse von Tit 2,1ff als Chance und Korrektur f\u00fcr das Miteinander der Geschlechter und Generationen in Familie und Gemeinde zu entfalten.<\/p>\n<p><strong>2.2.2 Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft<\/strong><br \/>\nSklaverei ist in unserer Gesellschaft \u00fcberwunden. Damit sind aber die Ermahnungen an die Sklaven nicht einfach erledigt. Die Strukturen von \u00dcberordnung und Unterordnung in unserer Gesellschaft sind durchaus ein Anlass, ein dem Evangelium angemessenes Verhalten zu reflektieren. Da in Tit 2,9f nur die Sklaven angesprochen werden, ist in der Verk\u00fcndigung der Aspekt der Unterordnung (auch: Einordnung) besonders zu bedenken. Ziel dieser Reflexion muss es sein, ein Verhalten aufzuzeigen, das dem Evangelium vom rettenden Gott entspricht.<br \/>\nEinige Anregungen zum Weiterdenken:<br \/>\n\u2022 Wie haben sich Mitarbeiter einer Firma oder Beh\u00f6rde gegen\u00fcber Vorgesetzten, Chefs, \u00fcbergeordneten Beh\u00f6rden usw. zu verhalten?<br \/>\n\u2022 Welches Verhalten von Sch\u00fclern, Azubis oder Studenten kann gegen\u00fcber Lehrern, Ausbildern, Dozenten, Professoren usw. erwartet werden?<br \/>\n\u2022 Wie stehen Christen generell zu Autorit\u00e4ten in einer Zeit, in der Autorit\u00e4ten eher abgelehnt werden?<br \/>\n\u2022 Welches Verhalten kann von Mitarbeitern einer Gemeinde gegen\u00fcber leitenden Mitarbeitern erwartet werden?<br \/>\n\u2022 Was hat christliche Gemeinde angesichts von Tendenzen zu sklaven\u00e4hnlicher Ausbeutung zu sagen (z.B. menschenunw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen westlicher Firmen, die im Ausland produzieren)?<\/p>\n<p><strong>2.3 Stichwort \u201eBesonnenheit\u201c<\/strong><br \/>\nDer Aufruf, \u201ebesonnen\u201c zu sein, begegnet mit drei Belegen (2,2.5.6) besonders h\u00e4ufig in den vorliegenden Ermahnungen. Besonnenheit hat f\u00fcr das Zusammenleben der verschiedenen Gruppen eine besondere Bedeutung. Die biblische Bedeutung des Ausdrucks \u201ebesonnen sein\u201c erschlie\u00dft sich von R\u00f6m 12,3 her (Luther: \u201ema\u00dfvoll von sich halten\u201c). Im Unterschied zu Ma\u00dflosigkeit, Unverstand und Leichtsinn wird mit \u201eBesonnenheit\u201c eine Haltung umschrieben\u2026<br \/>\n\u2026 die Bodenhaftung ohne unnat\u00fcrliche \u00dcbersteigerungen voraussetzt,<br \/>\n\u2026 die auf dem Boden des Evangeliums von Scheitern, Schuld und Vergebung wei\u00df,<br \/>\n\u2026 die skeptisch wird, wenn \u00fcber das Evangelium hinausgehend ein vermessenes \u201eMehr\u201c propagiert wird,<br \/>\n\u2026 die ihr Ma\u00df an Christus nimmt,<br \/>\n\u2026 die von der Freiheit des Evangeliums lebt und diese Freiheit auch anderen g\u00f6nnt,<br \/>\n\u2026 die anderen Menschen dient.<br \/>\nBesonnenheit umschreibt das ganz normale Alltagsleben der Christen, ohne von besonders herausragenden, spektakul\u00e4ren Erlebnissen und Erfahrungen abh\u00e4ngig zu sein. Die Abh\u00e4ngigkeit von Christus allein z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>3 Bausteine f\u00fcr die Predigt<\/strong><br \/>\n<strong>3.1 Predigtziel<\/strong><br \/>\nDie Predigt will die H\u00f6rer anregen und ermahnen, trotz vieler Unterschiede (Alter, Geschlecht, soziale Herkunft) das Miteinander und F\u00fcreinander in Familie, Gemeinde und Gesellschaft zu suchen und zu gestalten, um auf diese Weise dem menschenfreundlichen Gott (vgl. Tit3,4) Respekt zu erweisen.<\/p>\n<p><strong>3.2 Themen- und Gliederungsvorschl\u00e4ge<\/strong><br \/>\nMiteinander und f\u00fcreinander\u2026<br \/>\n\u2026 in der Familie<br \/>\n\u2026 in der Gemeinde<br \/>\n\u2026 in der Gesellschaft<\/p>\n<p>Schritte zueinander\u2026<br \/>\n\u2026 zwischen den Geschlechtern<br \/>\n\u2026 zwischen den Generationen<br \/>\n\u2026 zwischen den gesellschaftlichen Schichten<\/p>\n<p><strong>3.3 Anregungen<\/strong><br \/>\nKinder kommen in Tit 2,1ff nur passiv vor (sollen geliebt werden). Wie w\u00e4re es, in der Predigtvorbereitung die Erwartungen von Kindern an ihr Elternhaus zu erfragen? Zum Beispiel:<br \/>\n\u2022 Eltern sollen keine altmodischen Ansichten haben.<br \/>\n\u2022 Eltern d\u00fcrfen nicht alles verbieten.<br \/>\n\u2022 Eltern sollen sich nicht immerzu streiten.<br \/>\n\u2022 Der Vater darf nicht immer bestimmend sein.<br \/>\n\u2022 Mit meinen Eltern kann ich nicht \u00fcber Glaubensfragen reden, obwohl sie Christen sind.<\/p>\n<p><strong>Familie<\/strong> damals, Familie heute, Familie in der Bibel: Unterschiede und Folgerungen. Bedeutung der Familie f\u00fcr die Gemeinde. Bedeutung der Gemeinde f\u00fcr die Familie. Welche Anregungen bietet Tit 2,1ff? Wie k\u00f6nnen m\u00fctterliche Frauen, v\u00e4terliche M\u00e4nner, priesterliche Menschen den Gemeindealltag bereichern?<\/p>\n<p>Welche Chancen hat <strong>\u201eBesonnenheit\u201c<\/strong> in einer Zeit, in der \u201enormale\u201c Angebote kaum gefragt sind? Auch im Raum der christlichen Gemeinde ist h\u00e4ufig das Besondere und Spektakul\u00e4re gefragt. Was bedeutet in dieser Situation, \u201ebesonnen\u201c zu leben? In welchen Zusammenh\u00e4ngen kann Familie und Gemeinde von Besonnenheit profitieren?<\/p>\n<p>Das Zusammenleben in Familie, Gemeinde und Gesellschaft erfordert <strong>geordnete Verh\u00e4ltnisse<\/strong>. Welchen positiven Sinn haben Einordnung und Unterordnung in famili\u00e4ren (Mann\/Frau; Jung\/Alt), gemeindlichen und gesellschaftlichen (Sklaven\/Herren) Strukturen (2,5.9)? Wieso wird mit der Ermahnung zu Einordnung und Unterordnung keinesfalls dem Missbrauch von Macht Vorschub geleistet (vgl. Eph 5,21.25).<\/p>\n<p><strong>Bilder<\/strong> statt Begriffe. Es empfiehlt sich, den Inhalt der Ermahnungen nicht in Gestalt nackter Begriffe, sondern narrativ in Gestalt von Bildern, Geschichten, Erlebtem usw. wiederzugeben. Dabei ist die positive Zielrichtung der Ermahnungen (Position) im Blick zu behalten, auch wenn die dunkle Folie der Verfehlungen (Negation) nicht verschwiegen werden darf. Der H\u00f6rer soll durch die Predigt eine Vorstellung von den Chancen der Ermahnungen gewinnen k\u00f6nnen. Er braucht Bilder und auch lebendige Vorbilder (2,7).<\/p>\n<p>Je nach <strong>Gemeindesituation<\/strong> ist zu entscheiden, welche Schwerpunkte des Textes besonders zur Sprache gebracht werden sollen. Wichtig wird sein, geerdet und bodenst\u00e4ndig zu verk\u00fcndigen und nicht weltfremd und abgehoben. Letztlich entscheidet sich in den Niederungen des Alltags, ob Gott in der H\u00f6he geehrt wird oder nicht.<\/p>\n<p>Christoph M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: In Gottes N\u00e4he leben Predigtthema: Geistlich nachfolgen (Alternativvorschl\u00e4ge s. unten) Predigttext: Titus 2,1-10 1 Erl\u00e4uterungen zum Text 1.1 Die Herausforderung Titus als bew\u00e4hrter Mitarbeiter von Paulus steht vor der Aufgabe, das Zusammenleben der Gemeinden auf Kreta zu ordnen. Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-2491","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-titus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-28 18:42:35","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2491"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2491\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}