{"id":2170,"date":"2013-03-05T18:51:19","date_gmt":"2013-03-05T16:51:19","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=2170"},"modified":"2013-03-05T18:51:19","modified_gmt":"2013-03-05T16:51:19","slug":"predigthilfe-vom-31-marz-2013-hebraer-13-18-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-31-marz-2013-hebraer-13-18-25\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 31. M\u00e4rz 2013 &#8211; Hebr\u00e4er 13, 18-25"},"content":{"rendered":"<p><b>Jahresthema: Leben im Horizont der Ewigkeit<\/b><\/p>\n<p><b>Predigtthema: Anblick \u2013 was z\u00e4hlt?<\/b><\/p>\n<p><b>Predigttext: Hebr\u00e4er 13,18-25<\/b><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext von euch pers\u00f6nlich geh\u00f6rten Botschaft Gottes: \u201eSo sind wir nun Gesandte an Christi Statt\u201c (2Kor 5,20a). Deshalb suchen wir in der Vorbereitung der Predigt nach dem, was der Herr durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht dabei um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Dabei h\u00f6ren wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verk\u00fcndigen aber die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird: \u201eAus der F\u00fclle des Herzens redet der Mund\u201c (Mt 12,34b). Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n<p><b>1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTEL<\/b><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext (Hebr 13,18-25) vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Hebr 13,18-25) bieten z.B.<\/p>\n<p>* Arnold G. Fruchtenbaum. Der Hebr\u00e4erbrief: Eine Auslegung aus messianisch-j\u00fcdischer Perspektive. Christlicher Mediendienst (S. 261-265).<\/p>\n<p>* Fritz Laubach. Der Brief an die Hebr\u00e4er. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 285-290).<\/p>\n<p>* S\u00f6ren Ruager. Hebr\u00e4erbrief. NT Edition C-Bibelkommentar 22. H\u00e4nssler (S. 292-298).<\/p>\n<p>* Jim M. Flanigan. Hebr\u00e4erbrief. Was die Bibel lehrt 13. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 412-419).<\/p>\n<p>* Eduard Riggenbach. Der Brief an die Hebr\u00e4er. Kommentar zum NT Bd. 14. (unter <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_14_Buecher_58_1913.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_14_Buecher_58_1913.pdf<\/a>; S. 447-457).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von <b>Winrich Scheffbuch<\/b> vom 02.02.1999 mit dem Titel \u201eDenn wir haben hier keine bleibende Stadt\u201c (Hebr 13,10-25), vom 21.04.1996 mit dem Titel \u201eIm finsteren Tal\u201c (Hebr 13,20f) und vom 29.04.1990 mit dem Titel \u201eV\u00f6llig neu gestaltetes Leben\u201c (Hebr 13,20). Diese Predigten findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [Hebr\u00e4er 13] und \u201eAutor\u201c [Scheffbuch, Winrich] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Beachtenswerte Anmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten auch die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/58-Der_Brief_An_Die_Hebraeer.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/58-Der_Brief_An_Die_Hebraeer.pdf<\/a>; S. 1844f).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (<a href=\"http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen\">http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen<\/a>).<\/p>\n<p><b>2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/b><\/p>\n<p>Das Osterfest ist der Anlass f\u00fcr unsere Verk\u00fcndigung. Diesem Predigtanlass entsprechend kann der Predigttext evtl. aus zeitlichen bzw. thematischen Gr\u00fcnden gek\u00fcrzt werden. M\u00f6glichkeiten w\u00e4ren z.B. eine Konzentration auf den Segenszuspruch in Hebr 13,20+21, der nur auf dem Hintergrund der leiblichen Auferstehung Jesu von den Toten einen Sinn ergibt und seine Wirkkraft entfaltet. Unter der \u00dcberschrift \u201eFriedensleben contra Totenstille\u201c gibt <b>Ulrich Parzany<\/b> folgende Erkl\u00e4rungen zu <b>Hebr 13,20<\/b> als Hintergrundinformation: \u201eWarum nennen wir unsere Begr\u00e4bnisst\u00e4tten eigentlich Friedhof und nicht Kriegshof? Unsere Vorstellung ist wohl die: Der Tod schafft Frieden, und die Menschen, die wir hier begraben, finden ihre letzte Ruhe. Das k\u00f6nnte uns so passen! Das h\u00e4tte auch Kaiphas und seinem Kollegen Pilatus gut gepasst. Es war ja ihr Wunschdenken, dass sie nun mit dem Tod Jesu endlich in Frieden gelassen w\u00fcrden. Ein Toter macht keine Scherereien mehr, jedenfalls nicht mehr so viele. Ein Toter klagt nicht an. Man hat ihn im Griff. Er bricht nicht mehr aus und kann nicht mehr beunruhigen. In Wahrheit aber ist der Tod kein Friedensereignis, sondern ein Kriegsgeschehen. Er zerrei\u00dft, er zertrennt. Er rei\u00dft uns aus der Hand, was wir lieben. Die Bibel sagt, dass der Tod die bitterste Folge aller Zertrennung ist. Das Wesen des Krieges ist die Zertrennung. Er scheidet Menschen voneinander. Er beraubt Menschen ihrer K\u00f6rperteile und ihrer \u00e4u\u00dferen Habe. Er vertreibt Menschen aus ihrer Heimat. Paulus spricht davon, dass der Tod der S\u00fcnde Sold ist. S\u00fcnde aber ist in ihrer Wurzel Trennung von Gott. Frieden aber ist nur dort, wo Lebenszusammenh\u00e4nge existieren, wo Kontakte wirksam sind, wo die Teile eines Ganzen organisch zusammengef\u00fcgt sind, damit Leben pulsieren kann. Der Auferstehungstag Ostern st\u00f6rt empfindlich unsere geliebte Ruhe, die Selbstberuhigung der schlechten Gewissen, die froh sind, dass endlich Gras w\u00e4chst \u00fcber manche Dinge. Der Auferstehungsmorgen st\u00f6rt die Totenstille und den Frieden des Pilatus und des Kaiphas. Er bricht ein in die Ruhe der Legion\u00e4re und sogar in die Ruhe der J\u00fcnger, die gerade anfangen, sich mit scheinbar unab\u00e4nderlichen Tatsachen abzufinden. Es entsteht Friedensleben contra Totenstille.<\/p>\n<p><b>1. Der Gott des Friedens bricht die Totenstille<\/b><\/p>\n<p>\u00bbDer Gott des Friedens hat von den Toten herausgef\u00fchrt. . . unseren Herrn Jesus\u00ab. Was passiert eigentlich in der Fr\u00fche des Ostermorgens? Was hei\u00dft Auferstehung Jesu? Ist er pl\u00f6tzlich wach geworden und aufgestanden sozusagen aus eigener Kraft? Manche behaupten ja, Jesus sei nur scheintot gewesen. Es klingt nicht sehr \u00fcberzeugend, dass ein zu Tode gefolterter Mann, der drei Tage ohne Essen und Trinken im Grab lag, einen Stein zur Seite w\u00e4lzen konnte, vor dem drei ausgewachsene Frauen sich scheuten, und anschlie\u00dfend eine Kohorte r\u00f6mischer Legion\u00e4re \u00fcberw\u00e4ltigte, die ja gewiss nicht von Pappe waren. Aber was ist es sonst um die Auferstehung? Auferweckung ist ein Sch\u00f6pfungsakt des lebendigen Gottes, den der Sch\u00f6pfer Himmels und der Erde an dem Leichnam des gekreuzigten Jesus vollzieht. \u00bbDer Gott des Friedens hat Jesus, den Herrn, herausgef\u00fchrt von den Toten\u00ab, hei\u00dft es hier. Warum wird Gott gerade in diesem Zusammenhang als Gott des Friedens bezeichnet? Weil er die Auferstehung schafft, beweist er, dass er der Gott des Friedens ist. Frieden im Sinne der Bibel ist nicht schlappe Stille, sondern aktiver Kampf gegen den Tod und Sieg \u00fcber den Tod. Darum wird an dieser Stelle, wo Gott in der einzigartigen Tat der Auferweckung die zerst\u00f6rerischen M\u00e4chte zerschl\u00e4gt, die Bezeichnung \u00bbGott des Friedens\u00ab gebraucht. Der Tod bewirkt eine Totenstille die wir zwar Frieden nennen. Aber es ist ein Diktatfriede, der aufgezwungen wird ohne R\u00fccksicht auf Recht und jedes Wort der Liebe zum Schweigen bringt. Wer aber wirklich Frieden schaffen will, muss Tote auferwecken. Weniger reicht nicht. Der Tod ist der allm\u00e4chtige Herr, und er steckt in unseren Knochen, kriecht in unsere Gedanken und bewegt unsere Taten. In der Auferweckung Jesu schafft Gott neue Lebenszusammenh\u00e4nge gegen die Macht des Todes. Unser Text ist in seiner Fortsetzung ein \u00f6sterlicher Segenswunsch. Er steht am Ende des Hebr\u00e4erbriefes, der in manchen Kapiteln etwas von den N\u00f6ten der christlichen Gemeinde durchschimmern l\u00e4sst. In diese Situation hinein sagt der Apostel: Der Vater Jesu Christi hat seine Eigenschaft als friedenschaffender Gott am Ostermorgen unter Beweis gestellt. Er stiftet neue Lebenszusammenh\u00e4nge zwischen Gott und Menschen und zwischen Menschen untereinander. Friedensleben entsteht am Ostermorgen. Wir d\u00fcrfen da hineingezogen werden. Der Gott des Friedens streckt seine H\u00e4nde nach uns aus.<\/p>\n<p><b>2. Gott setzt seine Existenz aufs Spiel<\/b><\/p>\n<p>\u00bbDer Gott des Friedens hat den gro\u00dfen Hirten herausgef\u00fchrt durch das Blut des ewigen Bundes\u00ab. Das bedeutet: Die Auferweckung Jesu geschieht um dieses Bundesblutes willen. Wie ist das zu verstehen? Die Auferweckung hat eine Vorgeschichte, die das Ostergeschehen geradezu zwingend notwendig macht. Gott hat Tatsachen geschaffen, die ihn innerlich n\u00f6tigen, Jesus aufzuerwecken. Am Anfang der Geschichte des Volkes Israel nach dem Auszug aus \u00c4gypten schlie\u00dft Gott am Berg Sinai mit diesem Volk einen Bund: Ihr sollt mein Eigentumsvolk sein, um das ich mich k\u00fcmmere, f\u00fcr das ich alle Verantwortung \u00fcbernehme, ein Volk von K\u00f6nigen und Priestern. Das Volk antwortet mit dem Versprechen: \u00bbAlle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun\u00ab. Der Bundesschluss wird dann besiegelt, in dem Mose das Volk mit dem Blut von Opfertieren besprengt. Was soll das Blut? Es ist das Zeichen f\u00fcr die Tatsache: Es geht ums Leben. Wenn Israel diesen Bund bricht, verwirkt es sein Leben. Gott schw\u00f6rt ihm die Treue, und er gibt ihm in seinen Geboten gn\u00e4dige Wegweisung und Lebensregeln. Blut ist in der Bibel der Inbegriff des Lebens, und es geht bei diesem Bund um Tod und Leben. Der Hebr\u00e4erbrief redet wie die gro\u00dfen Propheten von dem ewigen Bund, den Gott schlie\u00dft. Aber es war die Not Israels, dass es den Bund immer wieder brach und unter Gottes Gericht geriet. Da k\u00fcndigt Gott einen neuen, soliden, unverbr\u00fcchlichen Bund an, der der Tatsache Rechnung tr\u00e4gt, dass das Volk ein Bundesbrecher ist. Gott schlie\u00dft den neuen Bund in der Kreuzigung seines Sohnes Jesus Christus, dessen Blut dort vergossen wird. Gott schw\u00f6rt bei seinem eigenen Leben die Treue zu seinen verlorenen Gesch\u00f6pfen. Er \u00fcberwindet mit diesem Bundesschluss auf Golgatha den Bundesbruch der Menschen. Er setzt seine Existenz als Pfand ein. Sein Blut soll es besiegeln, dass er seinem rebellischen Gesch\u00f6pf die Liebe durchh\u00e4lt und es retten will. Ostern ist nun die Nagelprobe darauf, ob dieser Treueschwur Gottes wirklich durchtr\u00e4gt oder ob er nichts anderes ist als unsere menschlichen Treueversprechen: Der Tod zermalmt sie und l\u00f6scht sie aus. Gott zeigt, dass der Tod seine Treue nicht zerbrechen kann. Der Tod kann alles kaputtmachen, aber Gottes Treue nicht. Gott hat sein Blut daf\u00fcr gegeben, nicht nur zeichenhaft, sondern wirklich. Seit Ostern ist die durch das Kreuz manifestierte Liebe Gottes erwiesen als unzerst\u00f6rbar, durchhaltend, unersch\u00fctterlich.<\/p>\n<p><b>3. Die gro\u00dfe Hirtenkarriere<\/b><\/p>\n<p>Was ist das Ergebnis der Auferweckung? \u00bbGott hat von den Toten herausgef\u00fchrt den gro\u00dfen Hirten der Schafe\u00ab. In Jes 63,11 wird berichtet, wie Israel in einer Notsituation nach Gott schreit: \u00bbWo ist denn nun, der aus dem Wasser zog den Hirten seiner Herde?\u00ab Das Volk denkt an Mose, den Gott aus den Fluten des Nils gerettet hatte und zum Hirten Israels bestimmt hatte. Mose f\u00fchrte das Volk aus der Knechtschaft \u00c4gyptens hin zu den Pl\u00e4tzen, wo es Nahrung und Wasser gab, er sorgte f\u00fcr Schutz und Wegweisung im Auftrag Gottes. Wo ist Gott jetzt, der damals solche Wunderhilfe gab? Hier ist er! Er zieht den Hirten nicht nur aus dem Beinahe Tod des Wassers. Er f\u00fchrt ihn herauf aus dem Totenreich und setzt ihn zum Hirten ein. Das ist eine unvergleichliche Hirtenkarriere. Jesus ist der gro\u00dfe Hirte, der einzigartige im Gegensatz zu all den anderen, die Gott seinem Volk vorher schon je und dann gab. Jesus ist der gute Hirte. Kein anderer leitet, versorgt, sch\u00fctzt wie er. Seine Leute k\u00f6nnen selbst durch den Tod nicht mehr aus Jesu H\u00e4nden gerissen werden. Der griechische Ausdruck, der hier f\u00fcr \u00bbSchafe\u00ab steht, bedeutet eigentlich \u00bbKleinvieh\u00ab. Das ist typisch f\u00fcr Jesus. Er ist der unvergleichlich gro\u00dfe Hirte, der sich vor allem um die kleinen Leute k\u00fcmmert in einzigartiger Liebe. Mit der Auferweckung beginnt seine Friedensaktivit\u00e4t voller Lebensbewegung, Suchbewegung, F\u00fcrsorgebewegung. Das ist sein Friedensleben gegen die Totenstille der von Gott Getrennten\u201c (in Ausz\u00fcgen entnommen aus \u201eDie Kirche am Markt\u201c vom 07.04.1985).<\/p>\n<p>Auf dem vorgenannten aufbauend merkt<b> Ulrich Parzany <\/b>nun unter dem Thema Ostert\u00fcchtigkeit zu <b>Hebr 13,20f<\/b> folgendes noch erg\u00e4nzend an: \u201eStellen Sie sich vor, jemand nimmt einen riesigen Vorschlaghammer, holt m\u00e4chtig Schwung und schl\u00e4gt auf einen kleinen Nagel, den er in die Wand treiben will, um einen Bilderrahmen daran aufzuh\u00e4ngen. Bei dem muss doch etwas nicht stimmen! Stellen Sie sich vor, jemand will das Herzklopfen vor einer Pr\u00fcfung durch eine Herzoperation \u00fcberwinden Das w\u00e4re genauso verr\u00fcckt. Es ist ein sprichw\u00f6rtlicher Witz, dass einer mit Kanonen nach&#8216; Spatzen schie\u00dft. Wenn gewaltige Unternehmungen in Gang gesetzt werden, muss es sich auch um die L\u00f6sung entsprechend gro\u00dfer Probleme handeln. Bei gro\u00dfen Aktionen k\u00f6nnen wir mit Recht durchgreifende Wirkungen erwarten. Taten und Ergebnisse sollten in einem gesunden Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. In unserem Text, dem \u00f6sterlichen Hirtensegen am Schluss des Hebr\u00e4erbriefes, wird m\u00e4chtig ausgeholt. Der Gott des Friedens wird angerufen, der Jesus von den Toten auferweckt. Die ganze heilige Treue Gottes wird beschworen, die sich im blutigen Bundesschluss am Kreuz offenbart. Jesus als der Weltherrscher wird genannt. Und was soll dabei herauskommen? Was soll erbeten und bewirkt werden? \u00bb&#8230; der mache euch t\u00fcchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen\u00ab. Ist das denn eine angemessene Relation? Nat\u00fcrlich sollte man sich um das Gute bem\u00fchen und versuchen, den Willen Gottes zu tun. Aber eigentlich buchen wir das mehr unter Moral ab und sehen es nicht als so wichtig und weltver\u00e4ndernd an. In Gottes Augen nimmt sich die Sache anders aus. F\u00fcr ihn gibt es nur ein gro\u00dfes Ziel, das in unserem Leben erreicht werden muss: Sein Wille soll geschehen! Mit der Auferweckung Jesu setzt sich Gottes Wille durch gegen die Todesmacht, gegen die Feindschaft der religi\u00f6sen und nichtreligi\u00f6sen Gottlosigkeit, gegen das. Versagen der J\u00fcnger. Gott kommt zum Ziel: Seine Liebe am Kreuz wird am Ostertag als Triumph der Liebe Gottes best\u00e4tigt. Gott holt weit aus, um auch bei uns eins zu erreichen: die Ostert\u00fcchtigkeit. Wir sollen f\u00e4hig werden, seinen Willen zu tun. Was geh\u00f6rt zu dieser Ostert\u00fcchtigkeit? Wie kommt sie zustande?<\/p>\n<p><b>1. Gott muss alles selber machen<\/b><\/p>\n<p>Dieser Gebetswunsch ist kein Appell an unseren guten Willen: Gott hat so viel f\u00fcr euch getan, nun bem\u00fcht euch, entsprechend zu leben! Veranstaltet moralischen Fr\u00fchjahrshausputz! Es geht hier um einen Gebetswunsch. Der Apostel erwartet nichts von den Christen. Der Gott, der keine M\u00fche gescheut hat, um Frieden zu schaffen, der Kreuz und Auferstehung Jesu in Szene gesetzt hat, um uns zu bewegen \u2013 aus dem Tod ins Leben zu rei\u00dfen \u2013, der soll nun auch noch in uns schaffen, was er von uns getan haben will. Sonst l\u00e4uft nichts. \u00bb&#8230; und schaffe in uns, was vor ihm gef\u00e4llig ist, durch Jesus Christus\u00ab. Der auferstandene Jesus ist der Hebel in Gottes Hand, mit dem er uns Kl\u00f6tze vorw\u00e4rtsbewegt, hin zu seinen Zielen. Gott ist kein Idealist. Das unterscheidet ihn m\u00e4chtig von uns Menschen. Er macht sich nichts vor. Er wei\u00df, was er von uns nicht erwarten kann. Ein schlechter Baum bringt keine guten Fr\u00fcchte. In uns steckt kein guter Kern, an dem Gott ankn\u00fcpfen k\u00f6nnte, um noch etwas Gutes aus uns hervorzulocken. Gottes Politik verl\u00e4uft ganz anders. Er beginnt mit der Sch\u00f6pfung aus dem Nichts. Er wei\u00df, dass er bei uns nur negative Voraussetzungen findet. Er setzt bei seinem geliebten Sohn an und steckt ihn in die Haut unseres Lebens. Er weckt Jesus wieder auf vom Tode. Das ist ein ebenso einzigartiger Akt wie die Erschaffung der Welt. So macht er die Gottlosen gerecht. Dass wir uns so schwer tun, das Kreuz Jesu und das Ostergeschehen zu begreifen, liegt nicht an der Begrenztheit unseres Verstandes, sondern daran, dass wir unverbesserliche Idealisten sind im Blick auf die Natur des Menschen und noch immer meinen, mit entsprechendem Bem\u00fchen selber etwas Gutes schaffen zu k\u00f6nnen. Die Bibel aber sagt uns, dass Gott selber jeden Schritt des Gehorsams, den wir nach seinem Willen tun sollen, in uns bewirken muss. Aus uns kommt nichts, aber durch ihn kann auch Gehorsam wachsen. Dieser Realismus Gottes, der unsere Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung brutal zerbricht, ist aber auch unsere Chance. Wenn ich vor der Frage stehe, ob ich Gottes Willen tun soll, gibt es f\u00fcr mich nur eine ehrliche Antwort: Ich m\u00f6chte es grunds\u00e4tzlich gerne, aber ich kann es nicht. Meine Vors\u00e4tze sind nicht stark genug. Jesus will ja tats\u00e4chlich, dass ich meine Feinde liebe, nicht nur. theoretisch. Er will, dass ich ohne Aufh\u00f6ren vergebe. Er will, dass ich ehrlich bin. Er will, dass mein Leben ein Dienst f\u00fcr ihn und die Mitmenschen wird. Er will es wirklich. Gott hat doch nicht umsonst so viel eingesetzt. Er will bei uns zur Wirkung kommen. Er erwartet, dass wir unsere eigenen Bem\u00fchungen um Gehorsam aufgeben und uns ihm \u00fcberlassen: \u00bbDanke, Herr, dass du in mir auf die Beine stellen willst, was ich nie bewerkstellige! Schaffe du in mir dein Wunder des Gehorsams!\u00ab In uns regt sich noch viel zu viel eigene Bastelei im Blick auf unsere Heiligung. Wir wollen noch zu viel selber versuchen, statt uns auf Jesus zu werfen.<\/p>\n<p><b>2. Von der Auferstehungsherrlichkeit nach oben gezogen<\/b><\/p>\n<p>Der Apostel beendet seinen Gebetswunsch mit der Anbetung Gottes und des Herrn Jesus Christus: \u00bb&#8230; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!\u00ab Das ist typisch. Wenn wir uns besch\u00e4ftigen mit unseren moralischen Bem\u00fchungen und unserem Scheitern, dann werden wir von unseren Niederlagen niedergeschlagen. Der Teufel, der Feind unseres Lebens, benutzt sie, um sie uns wie einen Kn\u00fcppel auf den Kopf zu schlagen, dass wir resignieren und den Kampf aufgeben. Der Apostel erwartet den Gehorsam nicht aus der F\u00e4higkeit des Menschen. Er erbittet ihn vom auferstandenen Herrn. Darum endet sein Brief, in dem er sich mit den N\u00f6ten der Gemeinde besch\u00e4ftigt hat, nicht in der Resignation und Mutlosigkeit, sondern in der Anbetung. Wer seinen Blick auf Gott lenkt, der ger\u00e4t unversehens ins Staunen, denn da gibt es viel anzubeten: Er sieht den Gott des Friedens, der sich in der Auferweckung Jesu beweist; den gro\u00dfen Hirten der kleinen Leute, der sich um uns k\u00fcmmert wie sonst niemand; den Herrn, der in uns sogar noch das Wollen und Vollbringen seines Willens schafft. Alle Ehre geh\u00f6rt ihm \u00bbvon Ewigkeit zu Ewigkeit\u00ab. Das ist einer der starken Ausdr\u00fccke der Bibel, die man gar nicht w\u00f6rtlich wiedergeben kann. Gemeint ist hier nach j\u00fcdischem Verst\u00e4ndnis \u00bbvon Weltzeiten zu Weltzeiten\u00ab. Die Geschichte ist voller dramatischer Entwicklungen und Bewegungen, voller Wechsel und Turbulenzen. Wir k\u00f6nnen sie nicht durchschauen und bekommen sie nicht in den Griff. Es gibt nur einen Richtpunkt, an dem wir uns orientieren k\u00f6nnen, der nicht wankt und bricht: Gottes Herrlichkeit! Wer vom Getriebe der Welt und dem wirbelnden Strom der Zeiten nicht rettungslos fortgerissen werden will, findet hier alleine seinen festen Halt: Gottes Majest\u00e4t anbeten! Das ist Ostert\u00fcchtigkeit: den Herrn anbeten, der seit Ostern Herrscher \u00fcber alle Welt ist, und vor niemandem sonst die Knie beugen! Das ist, nicht selbstverst\u00e4ndlich. Da muss Gott wirklich weit ausholen, um das in unserem Leben zu bewirken!<\/p>\n<p><b>3. Das \u00f6sterliche Amen!<\/b><\/p>\n<p>Am Schluss unseres Textes steht ein \u00bbAmen\u00ab. Das spricht eigentlich nicht der Verfasser des Hebr\u00e4erbriefes. Nach gottesdienstlicher Praxis ist es die Antwort der Gemeinde auf das Lob Gottes, das ein einzelner angestimmt hatte: Ja gewiss! Das stimmt! Das ist wahr! Wir best\u00e4tigen es! Gott allein geb\u00fchrt die Ehre! Wir wollen es annehmen! Denken wir an die Vorgeschichte: Vor Karfreitag wollten die J\u00fcnger Jesus so gerne treu sein. Aber dann haben sie versagt. Verzweifelt und entt\u00e4uscht sitzen sie vor lauter Angst im Versteck. Und dann tritt der Auferstandene in ihre Mitte mit seinem Friedensgru\u00df. \u00bbDer Herr ist auferstanden!\u00ab Erst zweifelnd und z\u00f6gernd, dann gewiss, getr\u00f6stet, jubelnd stimmen sie ein: \u00bbEr ist wahrhaftig auferstanden&#8217;\u00ab So lautet bis heute der Ostergru\u00df in der Ostkirche. Die Osterbotschaft wartet auf unser Amen. Sie Ist Gottes Einschreibebotschaft an uns. Wir sollen den Empfang quittieren: Amen! Ja: angekommen, angenommen, begriffen, in Anspruch genommen! Lassen Sie die \u00f6sterliche Zeit nicht vorbeigehen ohne dieses Oster-Amen!\u201c (entnommen aus \u201eDie Kirche am Markt vom 14.04.1985).<\/p>\n<p><b>3. PREDIGTGLIEDERUNG<\/b><\/p>\n<p>Nach Gottfried Voigt (zu Hebr 13,20f):<\/p>\n<p>a) Hier waltet seine F\u00fcrsorge<\/p>\n<p>b) Hier gilt sein Wille<\/p>\n<p>c) Hier erklingt sein Lob<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Theo Schneider (zu Hebr 13,20f)<\/p>\n<p>a) Im Segen leben \u2013 unter Gott<\/p>\n<p>b) Im Segen leben \u2013 durch den gro\u00dfen Hirten<\/p>\n<p>c) Im Segen leben \u2013 nach Gottes Willen<\/p>\n<p>d) Im Segen leben \u2013 durch leben<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach S\u00f6ren Ruager (zu Hebr 13,18-25)<\/p>\n<p>a) Einander vor Gott kennen<\/p>\n<p>b) Einander in Christus kennen<\/p>\n<p>c) Einander anerkennen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresthema: Leben im Horizont der Ewigkeit Predigtthema: Anblick \u2013 was z\u00e4hlt? Predigttext: Hebr\u00e4er 13,18-25 Verfasser: Thomas Richter Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-2170","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hebraer"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-22 08:42:16","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2170\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}