{"id":2111,"date":"2012-11-29T09:27:10","date_gmt":"2012-11-29T07:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=2111"},"modified":"2012-11-29T09:27:10","modified_gmt":"2012-11-29T07:27:10","slug":"predigthilfe-vom-24-dezember-2012-johannes-1-29-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-24-dezember-2012-johannes-1-29-34\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 24. Dezember 2012 &#8211; Johannes 1, 29-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kraft zum Erwarten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Wen sehen wir? Christus \u2013 das Lamm Gottes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 1,29-34<\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext pers\u00f6nlich geh\u00f6rten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: \u201eAus der F\u00fclle des Herzens redet der Mund\u201c (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)! \u201eSo sind wir nun Gesandte an Christi Statt\u201c (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb h\u00f6ren wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verk\u00fcndigen aber die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! \u201e<strong>Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt<\/strong>\u201c (1Petr 4,11a &#8211; NG\u00dc).<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTEL<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Joh 1,29-34) bieten z.B.<\/p>\n<p>* Walvoord \/ Zuck. Das Neue Testament erkl\u00e4rt Bd. 4. H\u00e4nssler (S. 347).<\/p>\n<p>* Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1.Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 6. H\u00e4nssler (S. 50-57).<\/p>\n<p>* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 68-74).<\/p>\n<p>* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt 4. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 44-46).<\/p>\n<p>* Theodor Zahn. Das Evangelium des Johannes. Kommentar zum NT Bd. 4. (unter <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf<\/a>; S. 120-128).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 09.01.1983 unter dem Thema \u201eJesus, das Lamm Gottes\u201c zu Joh 1,29-35 und vom 14.09.1975 zu Joh 1,29. Diese Predigten findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [Johannes 1] und \u201eAutor\u201c [Scheffbuch, Winrich] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (<a href=\"http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen\">http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen<\/a>).<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/strong><\/p>\n<p>Unser Predigtanlass ist der Gottesdienst zu Heiligabend. Die Adventszeit erf\u00e4hrt nun ihre Erf\u00fcllung, weshalb wir nun auch das Predigtthema von der Frage \u201eWen erwarten wir?\u201c zu der Frage \u201eWen sehen wir?\u201c ver\u00e4ndern. Im Rahmen des Weihnachtsgottesdienstes wird in der Regel die \u201etraditionelle\u201c Weihnachtsgeschichte nach Lk 2 bzw. Mt 1 gelesen und ein \u201eKrippenstil\u201c stattfinden. Aus diesem Grund verteilt sich die Verk\u00fcndigung auf mehrere Elemente und die Predigt kann bzw. muss verk\u00fcrzt werden und ist auf die anderen Gottesdienstelemente abzustimmen.<\/p>\n<p>Christus ist in die Welt gekommen (= Advent als Realit\u00e4t), aber wen sehen wir in der Erscheinung Jesu? Diese Frage greifen wir auf dem Hintergrund des Gottesdienstanlasses (Weihnachten) und des Predigttextes (Joh 1,29-34) auf. Johannes deutet und erkl\u00e4rt was gesehen werden kann, aber nicht verstanden wird, weil hinter bzw. in der nat\u00fcrlichen Erscheinung eine geistliche Wirklichkeit liegt. Diesen Auftrag des T\u00e4ufers \u00fcbernehmen wir im Rahmen der Verk\u00fcndigung an Weihnachten und beantworten die Frage, wer Jesus ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Der zur Vergebung Geopferte (V. 29)<\/li>\n<li>Der pr\u00e4existente Sch\u00f6pfungsmittler (V. 30)<\/li>\n<li>Der im Hl. Geist gegenw\u00e4rtige Lebensspender (V. 31-33)<\/li>\n<li>Der menschgewordene Sohn Gottes (V. 34)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf<\/a>; S. 1486).<\/p>\n<p>Zum Predigttext macht Pastor Christian Wegert folgende Anmerkungen um den Titel \u201eLamm Gottes\u201c zu erkl\u00e4ren: \u201eZun\u00e4chst stellen wir fest, dass das Lamm nicht das Lamm eines Bauern oder Landwirts ist. Es ist nicht das gew\u00f6hnliche Lamm einer Familie oder eines Menschen, sondern es ist Gottes Lamm. \u201aSiehe, das Lamm Gottes\u2018, sagt Johannes. Er h\u00e4tte auch sagen k\u00f6nnen: \u201aSiehe, das Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt\u2018. Der Gebrauch des Begriffes \u201aLamm\u2018 war den Juden vertraut. Denn im Laufe der Geschichte hatte Gott deutlich gemacht, dass S\u00fcnde und Trennung von Ihm nur durch ein Blutopfer weggenommen werden konnten. Und so forderte Er zur S\u00fcndenvergebung ein fehlerloses Lamm: \u201aWill er aber ein Schaf zum S\u00fcndopfer bringen, so bringe er ein weibliches, das ohne Fehler ist, und lege seine Hand auf den Kopf des S\u00fcndopfers und schlachte es zum S\u00fcndopfer an der St\u00e4tte, wo man die Brandopfer schlachtet. Und der Priester soll mit seinem Finger etwas von dem Blut nehmen und an die H\u00f6rner des Brandopferaltars tun und alles andere Blut an den Fu\u00df des Altars gie\u00dfen. Aber all sein Fett soll er abheben, wie man das Fett vom Schaf des Dankopfers abhebt, und soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen als Feueropfer f\u00fcr den HERRN. So soll der Priester die S\u00fchnung f\u00fcr ihn vollziehen f\u00fcr die S\u00fcnde, die er getan hat, und ihm wird vergeben\u2018 (3Mose 4,32-35). Den Juden war also der Titel, mit dem Johannes der T\u00e4ufer ihnen Jesus vorstellte, nicht unbekannt. Sie wussten, wof\u00fcr ein Lamm notwendig war. Denn Vergebung der S\u00fcnde konnte nicht ohne einen f\u00fcr Gott akzeptablen Stellvertreter erlangt werden, der anstelle des S\u00fcnders starb. Aber jeder ernsthaft Gl\u00e4ubige wusste, dass das Blut eines Tieres, wie das eines Lammes, nicht wirklich die S\u00fcnde wegnehmen konnte. Das ganze Opfersystem war nur ein Hinweis auf das eine Lamm, das eines Tages kommen w\u00fcrde, um tats\u00e4chlich die S\u00fcnden ein f\u00fcr alle Mal wegzunehmen. Durch den Propheten Jesaja machte Gott dies deutlich: \u201aWas soll mir die Menge eurer Opfer? spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastk\u00e4lbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der L\u00e4mmer und B\u00f6cke\u2018(Jes 1,11). Der Hebr\u00e4erbrief dr\u00fcckt es so aus: \u201aDenn es ist unm\u00f6glich, durch das Blut von Stieren und B\u00f6cken S\u00fcnden wegzunehmen\u2018 (Hebr 10,4). Alle L\u00e4mmer, die die Menschen brachten, um S\u00fcndenvergebung zu erlangen, reichten nicht aus. Deshalb mussten die Juden immer und immer wieder opfern. An einigen Festtagen wurden so viele Tiere geschlachtet, dass ein Rinnsaal von Blut von den Alt\u00e4ren des Tempels hinab in das Tal floss. Die Opfer mussten Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche, Jahr f\u00fcr Jahr gebracht werden. Ein anderes Lamm, ein anderes Opfer musste her \u2013 und zwar ein Lamm mit anderen Qualit\u00e4ten. Ein Lamm, das nur von Gott kommen konnte. Johannes sieht nun Jesus auf sich zukommen und ruft aus: \u201aSchaut her! Da ist das Opfer, das ein f\u00fcr alle Mal unsere S\u00fcnden wegnimmt! Es ist da! Gott sendet Sein eigenes Lamm auf die Welt! Hier ist es! Der Vater selbst tr\u00e4gt Sorge daf\u00fcr, dass euch vergeben werden kann\u2018. Deswegen sagt er \u201adas Lamm Gottes\u2018. Es hat eine andere Qualit\u00e4t, es hat einen anderen Absender, es ist besser und h\u00f6her und herrlicher als alle Opfer, die bisher gebracht worden waren. Es war nicht das erste Mal, dass Gott ein Opfer bereitstellte. Abraham hatte einen Sohn. Es war das verhei\u00dfene Kind, das er sehr liebte. Gott pr\u00fcfte nun den Glauben und das Vertrauen Abrahams. Er wollte kein Lamm und keine Ziege, Er wollte, dass Abraham ihm etwas viel Wertvolleres opfern sollte \u2013 n\u00e4mlich seinen Sohn Isaak. Abraham war gehorsam und folgte der Stimme Gottes, er suchte Holz, Isaak trug es und Abraham ging mit ihm auf den Berg. Unterwegs fragte Isaak: \u201aWo ist denn das Opferlamm?\u2018 Abraham beruhigte ihn und antwortete: \u201aGott wird ein Schaf ausersehen\u2018. Er baute einen Altar, legte seinen Sohn darauf und band ihn fest. Isaak wehrte sich nicht. Alles war bereit. Abraham nahm das Messer, sein Herz schmerzte, er hob das Messer \u00fcber seinen Sohn und Gott sprach: \u201aAbraham, Abraham! Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun wei\u00df ich, dass du Gott f\u00fcrchtest und hast deinen einzigen Sohn nicht verschont um meinetwillen\u2018 (1Mose 22,11f). Abraham entdeckte daraufhin einen Widder, der sich mit seinen H\u00f6rnern im Gestr\u00fcpp verfangen hatte. Es war das Opfertier von Gott. Der Widder starb und Isaak durfte leben. Die \u201aGott hat dich lieb\u2018-Kinderbibel schreibt am Ende dieser Begebenheit Folgendes: \u201aUnd viele Jahre sp\u00e4ter w\u00fcrde ein anderer Sohn einen anderen Berg hinaufsteigen und Holz f\u00fcr eine Opferung auf seinem R\u00fccken tragen. Wie Isaak w\u00fcrde auch er seinem Vater vertrauen und das tun, um was er ihn bat. Er w\u00fcrde sich nicht wehren und nicht weglaufen. Wer war er? Gottes Sohn, sein einziges Kind, das er so sehr liebte. Das Lamm Gottes\u2018. Die Opfertiere der Menschen reichen nicht aus, um S\u00fcndenvergebung zu erlangen. Sie sind lediglich ein Bild auf das einzige Lamm, n\u00e4mlich das Lamm Gottes, das die S\u00fcnden der Welt tr\u00e4gt. Dass Gott ein Lamm bereitete und auf die Welt sandte, sagt sehr viel \u00fcber Seinen Charakter aus. Einerseits sehen wir darin, dass Er treu und gerecht sich selbst gegen\u00fcber ist, denn Er hebelt Seine Forderung nach S\u00fchnung unserer Schuld nicht aus. Und wir erkennen die gro\u00dfe Liebe Gottes, denn Er versorgt uns mit dem Lamm, das wir brauchen, und gibt Seinen eigenen Sohn als Opfer f\u00fcr deine und meine Schuld. \u201aDarin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen\u2018 (1Joh 4,9). \u201aDarin besteht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als S\u00fchnopfer f\u00fcr unsre S\u00fcnden\u2018 (1Joh 1,10).<\/p>\n<p>Johannes sagt: \u201aSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u2018 (Joh 1,29). Das Lamm Gottes ist in der Lage, die S\u00fcnden der Welt zu tragen. Wenn es das kann, dann muss es auch Akzeptanz beim Vater haben. Wie muss ein Lamm beschaffen sein, damit es von Gott als Opfer angenommen wird? Es muss, wir haben es bereits anklingen lassen, ohne Fehler sein. Mehr als 45 Mal lesen wir im Alten Testament, dass das Opferlamm bzw. Opfertier fehlerlos sein musste, weil Gott heilig ist. \u201aDu sollst dem HERRN, deinem Gott, kein Rind oder Schaf opfern, das einen Fehler oder irgend etwas Schlimmes an sich hat; denn das ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel\u2018 (5Mose 17,1). Wenn aber Gott ein Lamm schickt, das von Ihm als Opfer akzeptiert wird, dann k\u00f6nnen wir sicher sein, dass dieses Lamm alle Seine Voraussetzungen erf\u00fcllt. Wie dr\u00fcckt sich die Fehlerlosigkeit des Lammes Gottes aus?<\/p>\n<p>Petrus beschreibt, wie Christus uns freigekauft hat mit folgenden Worten: \u201aDa ihr ja wisset, dass ihr nicht mit unm\u00f6glichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem eitlen, von den V\u00e4tern \u00fcberlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes\u2018 (1Petr 1,18f). \u201aEr, der keine S\u00fcnde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand\u2018 (1Petr 2,22). \u201aWir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht k\u00f6nnte mitleiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne S\u00fcnde\u2018 (Hebr 4,15). Jesus war ganz und gar ohne S\u00fcnde. Selbst als Er als Kind mit Seinen Geschwistern spielte, tat Er nichts, was gegen die Gebote verstie\u00df. Er lie\u00df sich in keinem Augenblick dazu verleiten, Sein Ego auf den Thron Seines Herzens zu setzen, sondern in allem, was Er tat, gab Er Gott die Ehre. Wie kann Er ohne S\u00fcnde sein? Er kann ohne S\u00fcnde sein, weil Er Gott ist. Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Das hat uns Johannes gleich zu Beginn in seinem Evangelium erkl\u00e4rt. \u201aIm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort [besser: das Wort war Gott]\u2026 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit \u2026 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn\u2018 (Joh 1,1+14+34). Weder du noch ich qualifizieren uns als Lamm. Wir k\u00f6nnen unser Opfer nicht selbst bringen, auch unsere guten Taten reichen nicht aus. Wir brauchen einen Stellvertreter, der f\u00fcr unsere S\u00fcnde stirbt. Welche Titel begehrst du? Welcher Name, meinst du, st\u00fcnde dir gut zu Gesicht? Jesus hatte so viele Titel und Namen wie kein Zweiter auf dieser Welt. Aber Er f\u00fcllte sie auch aus. Er hie\u00df nicht nur Lamm Gottes, Sein Name war nicht Schall und Rauch, sondern Er war auch das Lamm Gottes. Er war von Gott gesandt und ohne Fehler. Und deshalb beten wir Ihn an.<\/p>\n<p>Der Dienst von Johannes dem T\u00e4ufer hatte nur ein Ziel: Er war ein Wegbereiter f\u00fcr den Herrn. Auf die Frage einer Delegation, bestehend aus Priestern und Leviten, wer er denn sei, antwortete er: \u201aIch bin eine Stimme eines Predigers in der W\u00fcste: Ebnet den Weg des Herrn!\u2018 (Joh 1,23). Er verstand sich lediglich als jemand, der auf einen anderen hinwies. Der, auf den er deutete, war unvergleichlich h\u00f6her als er selbst. Mit seiner Antwort zitierte er den Propheten Jesaja. Dort hei\u00dft es: \u201aEs ruft eine Stimme: In der W\u00fcste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!\u2018 (Jes 40,3). In Jes 40 ist HERR in Gro\u00dfbuchstaben geschrieben, was soviel hei\u00dft, dass Jahwe, Jehova, der Sch\u00f6pfergott, der Herrscher der Welt kommt. Folgerichtig sagt Johannes: \u201aIch bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen l\u00f6se\u2018 (Joh 1,26f). Und in Vers 30: \u201aDieser ist&#8217;s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich\u2018. Johannes wei\u00df, dass Jesus eine absolut h\u00f6here Stellung als er selbst hat. Christus war bereits vor Johannes da, Christus ist Gott. Weil Gott ihm offenbart hat, wer Jesus ist (Vers 33), kann er, als er Jesus auf sich zukommen sah, rufen: \u201aSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u2018 Der Titel, mit dem Johannes uns Jesus hier vorstellt, beinhaltet zum einen, dass das Lamm von Gott kommt (Gottes Lamm) und nicht ein gew\u00f6hnliches Opfertier ist. Und zweitens, dass es ohne Fehler ist, denn ein angenehmes Opfer musste ohne Fehler sein. Und so ist es auch: Jesus war ohne S\u00fcnde. Eine weitere Eigenschaft des Lammes Gottes ist, dass es stellvertretend S\u00fcnde tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, dass wir unsere Lieblingsmannschaft im Fu\u00dfball bejubeln. Wenn uns das Ergebnis gef\u00e4llt, sagen wir: \u201aWir haben gewonnen\u2018. Wir solidarisieren uns mit einem Team so sehr, dass wir uns fast selber den Sieg zuschreiben, wenn es gewinnt. [\u2026]. Interessant ist, dass sich eine eigenartige Wandlung unserer Sprache einstellt, wenn unsere Mannschaft verloren hat. Pl\u00f6tzlich sagen wir: \u201aSie haben verloren\u2018 oder \u201adie Deutschen\u2018 haben verloren. Wir lassen die Spieler die Last der Niederlage tragen, aber am Erfolg und an der Ehre des Sieges wollen wir teilhaben. Wenn wir Menschen das Gef\u00fchl haben, ein Team oder eine Person vertritt unsere Stadt, unsere Schule, unser Land oder letztlich uns selbst, dann machen wir uns den Sieg oder Erfolg der Mannschaft zu eigen. Selbst wenn wir die Spieler nicht pers\u00f6nlich kennen, empfinden wir doch, dass sie etwas an unserer Stelle tun und uns vertreten. Deshalb freuen wir uns mit ihnen bei Erfolg und leiden bei Niederlagen. Wir sehen in ihnen unsere Stellvertreter. Und das ist das, was das Lamm Gottes f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen ist: Es ist ihr Stellvertreter. Es repr\u00e4sentiert die Gl\u00e4ubigen vor Gott. Das Lamm tr\u00e4gt stellvertretend ihre S\u00fcnde und die damit verbundene Strafe. Die Bibel erkl\u00e4rt uns, dass die S\u00fcnde der Menschen von Gott bestraft wird, weil Er gerecht ist. Die Erde \u00e4chzt unter der Last der S\u00fcnde. Ungerechtigkeit, Vertrauensbr\u00fcche, Unzucht und Missbrauch sind nur Teile des Ausdrucks der S\u00fcnde. Der Zorn Gottes liegt daher auf den Menschen. Alle sind betroffen, es gibt keine Ausnahme. Jetzt aber kommt Jesus Christus. Johannes sagt: \u201aSiehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u2018 Das Lamm Gottes kam, um den Zorn Gottes an unserer Statt zu stillen \u2013 nicht f\u00fcr Seine eigene S\u00fcnde, die es ja gar nicht hatte. Jesus nahm die Rolle und Funktion eines Stellvertreters an, indem Er Sein s\u00fcndiges Volk repr\u00e4sentierte. Er ging f\u00fcr Seine Schafe zur Schlachtbank. \u201aAber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller S\u00fcnde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf\u2018 (Jes 53,5-7). Den Gedanken, dass Er stellvertretendes S\u00fchnopfer ist, das die Forderung des Gesetzes Gottes befriedigt, verstand Jesus von Beginn Seines Wirkens auf der Erde. Er kam als ein Geschenk des Vaters f\u00fcr den ausdr\u00fccklichen Zweck, unsere Erl\u00f6sung stellvertretend zu erwirken \u2013 etwas, was wir niemals von uns aus h\u00e4tten erreichen k\u00f6nnen. Stellen wir uns die Szene vor, als Jesus zu Johannes kam, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes dachte bei sich: \u201aJeden, aber nicht den\u2018.Matth\u00e4us berichtet uns, dass Johannes Ihn \u00fcberzeugen wollte, dass das nicht richtig sei: \u201aDann kommt Jesus aus Galil\u00e4a a an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe n\u00f6tig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so sein! Denn so geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen. Da l\u00e4sst er ihn\u2018 (Mt 3,13-15). Johannes wusste, dass Jesus das Lamm Gottes ist, das stellvertretend die S\u00fcnde und Schuld derer auf sich nahm, die an Ihn glaubten. Er wusste auch, dass das Lamm rein und unbefleckt sein musste, also das ihm keine S\u00fcnde anhaften durfte. Und es war ihm klar, dass die Taufe, die er durchf\u00fchrte, eine Taufe der Bu\u00dfe und Reinigung war, dass das Lamm Gottes diese Taufe nicht ben\u00f6tigte. Indem Johannes Jesus wehrte, sagte er eigentlich: \u201aEs ist vollkommen absurd, dass ich Dich taufe, denn Du bist das reine Lamm Gottes!\u2018 Und so machte er Ihm einen Alternativvorschlag: \u201aTaufe doch mich!\u2018 \u201aJesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so sein! Denn so geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen\u2018. Die Worte, die Jesus hier findet, sind sehr interessant. Er sagt: \u201aLass es jetzt so sein!\u2018 Es scheint, als ob Jesus sagen wollte: \u201aJa, Johannes. Mir ist klar, dass du nicht verstehst, was hier jetzt vor sich geht. Und du hast recht: Ich brauche keine Taufe zur Bu\u00dfe, denn es gibt nichts, wof\u00fcr ich Bu\u00dfe tun m\u00fcsste\u2018. Aber Jesus wollte und sollte Stellvertreter Seines Volkes sein. Jesus erkl\u00e4rte auch, warum Er getauft werden wollte. Er sagte: \u201aDenn so geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen\u2018. Mit anderen Worten sagte Er, dass es notwendig war, dass Er getauft wurde. Warum war es notwendig? Johannes der T\u00e4ufer war ein Prophet Gottes. Gott hat nach den Zehn Geboten nicht aufgeh\u00f6rt, Seinen Willen zu kommunizieren. Eine Vielzahl von Geboten wurde den Zehn Geboten hinzugef\u00fcgt. Das Gebot, dass Gottes Volk sich durch die Taufe vorbereiten soll, dass das K\u00f6nigreich Gottes kommt, war lediglich der letzte Befehl Gottes. Bevor Jesus an das Kreuz ging, bevor Er die Funktion des Lammes Gottes erf\u00fcllen konnte, musste Er sich jedem Detail des Gesetzes, das Gott gegeben hatte, unterstellen. Er musste das Volk Gottes in jedem Detail repr\u00e4sentieren. Da das Gesetz nun verlangte, getauft zu werden, musste auch Jesus sich taufen lassen. Er bat Johannes nicht um die Taufe, weil Er Reinigung ben\u00f6tigte, sondern weil Er dem Vater in jedem Detail gehorsam sein wollte. Jesus war das stellvertretende Opfer an unserer Statt. Seine Mission war, ein Repr\u00e4sentant zu sein. Jesus wusste das und nahm es auch an. Er wusste von Beginn an, dass Er als ein Stellvertreter f\u00fcr Seine Schafe handelte.<\/p>\n<p>Was ist damit gemeint, dass das Lamm Gottes die S\u00fcnden der Welt tr\u00e4gt? Mit \u201aWelt\u2018 ist gemeint, dass Jesus nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr Juden starb, sondern auch f\u00fcr Menschen aus allen Nationen, wie Johannes schreibt: \u201eEr ist die Vers\u00f6hnung f\u00fcr unsre S\u00fcnden, nicht allein aber f\u00fcr die unseren, sondern auch f\u00fcr die der ganzen Welt\u2018 (1Joh 2,2). Das bedeutet nicht, dass der Tod Jesu am Kreuz alle Menschen universal errettet. Nein, die Bibel spricht vielmehr davon, dass die, die nicht an Jesus Christus glauben und Bu\u00dfe \u00fcber ihre S\u00fcnde tun, die Ewigkeit in der H\u00f6lle verbringen werden. Jesus gab Sein Leben f\u00fcr Seine Schafe, wie Er es selbst sagt: \u201aIch bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben f\u00fcr die Schafe\u2018 (Joh 10,14f). Als Johannes Jesus auf sich zukommen sah und sagte: \u201eSiehe, das Lamm Gottes, das der Welt S\u00fcnde tr\u00e4gt!\u201c, meinte er nicht, dass jede Person auf dieser Welt gerettet w\u00fcrde. Er meinte, dass jede Person in der Welt, ob Jude oder Heide, gerettet wird, wenn sie an Jesus glaubt. Daher glaube an den Sohn Gottes, an Jesus Christus, das Lamm Gottes!<\/p>\n<p>Zum Schluss: Wozu das Ganze? Worin liegt der praktische Aspekt, die Anwendung dieser Predigt f\u00fcr dich, der du ein Nachfolger Jesu bist? Die praktische Anwendung ist schlicht und ergreifend diese: Bete das Lamm an! Gib Jesus Christus alle Ehre! Sage Ihm Dank f\u00fcr Seine Stellvertretung. Preise Ihn daf\u00fcr, dass Er deine Schuld und deine Strafe auf sich genommen hat! [\u2026]\u201c (aus Predigten zu Joh 1,19-36).<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Wen sehen wir? Christus \u2013 das Lamm Gottes<\/p>\n<p>Zum \u201eSehen\u201c braucht es:<\/p>\n<p>a) Den rechten Botschafter<\/p>\n<p>b) Die rechte Botschaft<\/p>\n<p>c) Die rechte Annahme der Botschaft<\/p>\n<p>(in Anlehnung an C.H. Spurgeon)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Ulrich Parzany:<\/p>\n<p>a) Endlich ist alle Unsicherheit beseitigt<\/p>\n<p>b) Endlich schafft es einer weg<\/p>\n<p>c) Endlich wird das R\u00e4tsel gel\u00f6st<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Gottfried Voigt:<\/p>\n<p>Er ist es &#8211;<\/p>\n<p>a) der Ewige<\/p>\n<p>b) der Geopferte<\/p>\n<p>c) der Geistt\u00e4ufer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kraft zum Erwarten Predigtthema: Wen sehen wir? Christus \u2013 das Lamm Gottes Bibelstelle: Johannes 1,29-34 Verfasser: Thomas Richter Eine Predigthilfe enth\u00e4lt Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 08:33:36","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2111\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}