{"id":2104,"date":"2012-11-28T16:17:03","date_gmt":"2012-11-28T14:17:03","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=2104"},"modified":"2012-11-28T16:17:03","modified_gmt":"2012-11-28T14:17:03","slug":"predigthilfe-vom-16-dezember-2012-johannes-1-14-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-dezember-2012-johannes-1-14-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 16. Dezember 2012 &#8211; Johannes 1, 14-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kraft zum Erwarten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Wen erwarten wir? Christus \u2013 die Herrlichkeit Gottes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 1,14-18<\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richte<\/h2>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext pers\u00f6nlich geh\u00f6rten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: \u201eAus der F\u00fclle des Herzens redet der Mund\u201c (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)! \u201eSo sind wir nun Gesandte an Christi Statt\u201c (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb h\u00f6ren wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verk\u00fcndigen aber die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! \u201e<strong>Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt<\/strong>\u201c (1Petr 4,11a &#8211; NG\u00dc).<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTE<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Joh 1,14-18) bieten z.B.<\/p>\n<p>* Walvoord \/ Zuck. Das Neue Testament erkl\u00e4rt Bd. 4. H\u00e4nssler (S. 344f).<\/p>\n<p>* Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1.Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 6. H\u00e4nssler (S. 31-40).<\/p>\n<p>* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 50-61).<\/p>\n<p>* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt 4. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 36-40).<\/p>\n<p>* Theodor Zahn. Das Evangelium des Johannes. Kommentar zum NT Bd. 4. (unter <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf<\/a>; S. 78-110).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Armin Baum vom 30.11.2008 unter dem Thema \u201eUnd das Wort wurde Mensch\u201c zu Joh 1,14-18 (diese Predigt findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.efg-giessen.de\/veranstaltungen\/gottesdienst\/predigten\/\">http:\/\/www.efg-giessen.de\/veranstaltungen\/gottesdienst\/predigten\/<\/a>) und von Winrich Scheffbuch vom 07.09.1975 unter dem Thema \u201eDas Einzigartige an Jesus: Alles f\u00fcr uns\u201c zu Joh 1,16 (diese Predigt findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [Johannes 1] und \u201eAutor\u201c [Scheffbuch, Winrich] ausf\u00fcllt).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (<a href=\"http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen\">http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen<\/a>).<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/strong><\/p>\n<p>Unser Predigtanlass ist der Gottesdienst am 3. Advent. Immer weiter und tiefer gehen wir in die Adventszeit hinein und dies wollen wir auch in der Verk\u00fcndigung unterstreichen. Nachdem wir bereits an den vergangenen Sonntagen die Aspekte \u201eWort\u201c und \u201eLicht\u201c betont haben, liegt der Schwerpunkt unserer Verk\u00fcndigung nun auf dem Aspekt \u201eHerrlichkeit\u201c. \u00dcber das Thema \u201eHerrlichkeit\u201c k\u00f6nnen wir nicht losgel\u00f6st von Jesus reden und von daher gilt es in der Verk\u00fcndigung diesen untrennbaren Zusammenhang aufzuzeigen (vgl. hierzu z.B. 2Kor 3,18; 4,6 mit Kol 2,9f; Hebr 2,17f; 4,14-16). Was auch immer wir erwarten, nur in Christus werden wir es erkennen und erleben.<\/p>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf<\/a>; S. 1484f).<\/p>\n<p>Merrill C. Tenney gliedert den Textabschnitt folgenderma\u00dfen (entnommen aus \u201eJohannes \u2013 Das Evangelium des Glaubens\u201c \u2013 Br\u00fcssel: ICI,1979 \u2013 S. 71):<\/p>\n<p>A) Die Fleischwerdung des Wortes<\/p>\n<p>* Die Handlung<\/p>\n<p>* Die Entwicklung<\/p>\n<p>* Die Offenbarung<\/p>\n<p>B) Die Offenbarwerdung des Wortes<\/p>\n<p>* F\u00fclle<\/p>\n<p>* Gnade<\/p>\n<p>* Gott<\/p>\n<p>Zu unserem Predigttext (Joh 1,14-18) macht <strong>Wolfgang Wegert<\/strong> folgende Anmerkungen: \u201eNachdem uns Johannes aufgekl\u00e4rt hat, wer denn der Christus ist \u2013 n\u00e4mlich der ewige Sohn Gottes \u2013 zeigt er uns etwas \u00fcber die Beschaffenheit der Person Jesu. Er sagt, dass Er Fleisch, dass Er Mensch wurde. Was bedeutet das? Manche meinen, dass Jesus Seine G\u00f6ttlichkeit aufgab und stattdessen Mensch wurde \u2013 also eine Auswechslung Seiner Natur. Und so hei\u00dft es denn auch in dem bekannten Weihnachtslied \u201aLobt Gott ihr Christen allzu gleich\u2018 in Vers 4: \u201a\u2026.und gibt die klare Gottheit dran!\u2018 Aber eine solche Aussage ist verf\u00e4nglich. Denn Johannes sagt nicht, \u201adas Wort verwandelte sich in Fleisch\u2018, sondern er sagt: \u201adas Wort wurde Fleisch\u2018, in dem Sinne, dass es in das Fleisch kam. Genau so formuliert es der Apostel in 1Joh 4,2: \u201aEin jeglicher Geist, der da bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott\u2018. \u201aDas Wort wurde Fleisch\u2018 bedeutet also, dass es unver\u00e4ndert g\u00f6ttlich in das Fleisch kam, in das Menschsein hinein gekommen ist. Als Jesus Fleisch wurde, h\u00f6rte Er nicht auf, Gott zu sein. Nein, unwandelbar und ewig, wie Sein g\u00f6ttliches Wesen immer war, so hat Er sich auch nicht gewandelt, als Er in Bethlehem geboren wurde. Da siehst du denselben, unver\u00e4nderten Gott, der in Ewigkeit war, nun allerdings im Gewande eines Sterblichen. Schau das Kind in der Krippe an, und du siehst beides: Du siehst zu 100 Prozent Gott und gleichzeitig zu 100 Prozent einen Menschen. Wahrer Mensch und wahrer Gott \u2013 das singen wir in dem bekannten Weihnachtslied \u201aEs ist ein Ros entsprungen\u2018 ganz richtig. In Vers 3 hei\u00dft es: \u201aMit seinem hellen Scheine vertreibt&#8217;s die Finsternis: Wahr&#8216; Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von S\u00fcnd\u00b4 und Tod\u2018. Wir lernen also, dass in der Person Jesu Christi zwei Naturen sind \u2013 die g\u00f6ttliche und die menschliche Natur. Auf diese Weise war Er ausger\u00fcstet, um die Aufgabe eines Mittlers zwischen Gott und Mensch erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Deshalb kann niemand anderer als Jesus Christus allein unser Erretter sein. Darum ruft Petrus: \u201aUnd ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden\u2018 (Apg 4,12). Es hat viele Heilande gegeben, und viele Christusse sind aufgetreten, aber es gibt nur Einen, der uns mit dem Vater vers\u00f6hnen und erretten kann, und das ist Jesus Christus, das lebendige Wort, ins Fleisch gekommen, wahrer Gott und wahrer Mensch. Gepriesen sei Sein herrlicher Name!<\/p>\n<p>Der Text geht weiter und sagt: \u201aUnd das Wort \u2026wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit\u2018. Johannes sagt: Dieser Jesus, ins Fleisch gekommen, der wohnte unter ihnen, der \u201azeltete\u2018 unter ihnen. In dem Herrn Jesus Christus, ihrem Meister, war Gott unter ihnen gegenw\u00e4rtig. Das merkten und f\u00fchlten sie nicht nur, sondern sie sahen es. Sie sahen Seine Herrlichkeit. Sie sahen, wie Er Mensch war, wie Er Hunger hatte gleichwie die J\u00fcnger. Aber dann sahen sie auch Seine g\u00f6ttliche Natur, wie Er das Brot vermehrte. Sie sahen, wie Er einem Menschen gleich auf dem Boot vor M\u00fcdigkeit eingeschlafen war, aber dann sahen sie, wie Er Sturm und Wellen Befehl gab und die Gewalten der Natur Seiner g\u00f6ttlichen Stimme gehorchten. Dann fragt Er als begrenzter Mensch: \u201aWer hat mich anger\u00fchrt?\u2018 Er wusste auch nicht Zeit und Stunde, die der Vater Seiner Macht vorbehalten hatte. Aber dann lesen wir wieder von Seiner Allwissenheit. Denn Er wusste wohl, was im Menschen war, und dass Er alle ihre Gedanken von ferne kannte! Diese Doppelnatur ihres Meisters versetzte die J\u00fcnger in Erstaunen. Mal sahen sie die Begrenztheit des Menschensohnes Jesus und mal sahen sie die Gottheit, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater. Und sie konnten das Geheimnis der Person Jesu nicht ergr\u00fcnden. Mit wem hatten sie es da nur zu tun? Sie wunderten sich, und immer wieder kam es zu Bekundungen wie der des Thomas: \u201aMein Herr und mein Gott!\u2018 Oder auch wie der des Petrus: \u201aDu bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!\u2018 Einmal nahm der Herr Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg und da \u201awurde er vor ihren Augen verwandelt\u2018 (Mk 9,2). Sein Leib wurde transparent und licht wie die Sonne. Da sahen sie wieder Seine g\u00f6ttliche Herrlichkeit. Sie war so himmlisch sch\u00f6n, dass die J\u00fcnger H\u00fctten bauen und dort wohnen wollten. Sie wollten nicht mehr ins Tal zur\u00fcck, denn sie sahen Seine Herrlichkeit. Aber sie sahen sie nicht immer, Sein menschlicher Leib wirkte wie ein Schleier, wie eine Verh\u00fcllung Seiner G\u00f6ttlichkeit, die aber immer und immer wieder durchkam. Das war eigentlich nicht neu. Das gab es schon im Alten Testament. Einmal bat Mose den Herrn: \u201aLass mich deine Herrlichkeit sehen\u2018 (2Mose 33,18). Und die Antwort Gottes kam in folgender Weise: \u201aMein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht\u2018 (V. 20). Aber der Herr wollte dennoch die Sehnsucht seines geliebten Moses erf\u00fcllen und sprach: \u201aWenn denn nun meine Herrlichkeit vor\u00fcbergeht, will ich dich in der Felskluft lassen stehen und meine Hand ob dir halten, bis ich vor\u00fcbergehe. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen\u2018 (V. 22f). Gott lie\u00df also auch Mose Seine Herrlichkeit sehen, aber nur Seine verh\u00fcllte. Er hielt Seine Hand davor, damit Sein Diener nicht von dem Glanz der g\u00f6ttlichen Herrlichkeit get\u00f6tet w\u00fcrde. Was war die Hand Gottes, die \u00fcber Mose gehalten wurde? Sie ist ein Gleichnis, ein Schatten auf den kommenden Christus und Seinen menschlichen Leib. Er offenbart die Herrlichkeit des Vaters auf so wunderbare Weise, dass wir nicht sterben m\u00fcssen, sondern ewig leben d\u00fcrfen. Das hat Er dadurch getan, dass Er Fleisch geworden ist. Wie gewaltig ist das! Wir k\u00f6nnen die Herrlichkeit Gottes sehen. Wir k\u00f6nnen in Sein Angesicht schauen, Seine Heiligkeit erfahren und Seine Gegenwart genie\u00dfen, ohne Schrecken und ohne Furcht. Ja, wir d\u00fcrfen um Jesu willen sagen: \u201aAbba, lieber Vater!\u2018 Willst du die Herrlichkeit Gottes schauen, dann schau auf die Herrlichkeit des ins Fleisch gekommenen Christus. Denn ER \u201aist der Abglanz seiner Herrlichkeit\u2018 (Hebr 1,3). Darum schreibt Johannes nach drei Jahren Gemeinschaft mit der geheimnisvollen und wunderbaren Person Jesu Christi: \u201aUnd das Wort \u2026wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit\u2018. Das ist heute so wahr wie auch damals. Im Angesicht Jesu Christi sehen wir die Erhabenheit, Sch\u00f6nheit und Herrlichkeit des Allm\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Und nun spricht er weiter von diesem Heiland und sagt: \u201aAus seiner F\u00fclle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade\u2018 (Joh 1,16). Was will er damit sagen? Das Leben eines Gl\u00e4ubigen ist von Kopf bis Fu\u00df in die Gnade Christi eingeh\u00fcllt. Diese F\u00fclle der Gnade bezeichnet Paulus als den \u201a\u00fcberschw\u00e4nglichen Reichtum seiner Gnade\u2018 (Eph 2,7). Unser Elternhaus ist Gnade, unsere Geburt ist Gnade, unsere Kindheit und Jugend ist Gnade, unsere Lebensumst\u00e4nde, unser Wohlstand, unsere Gesundheit, unsere Begabungen, unser Alter, alles ist Gnade. Ebenso auch unsere Wiedergeburt, unsere Bu\u00dfe, unser Glaube, unser Leben mit Gott, unser geistliches Wachstum, die Gemeinde, in der wir sein d\u00fcrfen, dieser Gottesdienst, unsere Gemeinschaft, alles ist Gnade \u2013 und schlie\u00dflich auch unser seliges Sterben. Gnade um Gnade! Wenn eine Gnade geht, dann kommt schon die andere. Es ist wie mit den Wellen des Ozeans, die eine nach der anderen an Land flutet. Die eine ist kaum angekommen, dann rollt die n\u00e4chste schon hinterher. Und das geht den ganzen Tag und die ganze Nacht so, Woche um Woche, Monat f\u00fcr Monat, Jahr f\u00fcr Jahr. Warum sendet uns der Herr so ununterbrochen Seine Gnade? Ich sage euch, wenn Er nur eine Sekunde aufh\u00f6ren w\u00fcrde, uns Gnade zu gew\u00e4hren, dann w\u00e4re es aus mit uns. Wenn Gott einfach mal zwischendurch die Gnade abschalten und uns dem Gesetz \u00fcberlassen w\u00fcrde, w\u00fcrde das f\u00fcr uns H\u00f6lle bedeuten. Die Gnade ist f\u00fcr die Seele das, was f\u00fcr unsere Lungen der Sauerstoff ist, von dem wir von Augenblick zu Augenblick leben. Vor einiger Zeit \u00e4rgerte sich eine Frau dar\u00fcber, dass wir so viel \u00fcber die Gnade predigen, und sagte: \u201aIch kann das Wort Gnade nicht mehr h\u00f6ren!\u2018 Oh, dachte ich, wenn du wirklich nichts mehr von der Gnade h\u00f6ren kannst, wie wird deine Zukunft sein? Johannes hat noch nicht zu viel von der Gnade, sondern er sagt: \u201aAus seiner F\u00fclle haben wir genommen Gnade um Gnade!\u2018<\/p>\n<p>Und er geht weiter und ruft: \u201aDenn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden\u2018 (Joh 1,17). Ihr wisst, Gott gab dem Mose zwei Steintafeln, auf die Er mit Seinem eigenen Finger das Gesetz eingegraben hatte. Und jeder wurde unter das Gesetz getan. Die Botschaft hie\u00df: \u201aWenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muss sterben ohne Barmherzigkeit\u2018 (Hebr 10,28). Also gehorche dem Gesetz, oder ewige Verdammnis ist dein Teil. Ist im Gesetz irgendeine Gnade? Nein! Mag jemand sagen: \u201aDann ist das Gesetz also schlecht?\u2018 Nein! Paulus sagt: \u201aDas Gesetz ist heilig und das Gebot ist heilig und gerecht und gut\u2018 (R\u00f6m 7,12). Und in Vers 14 unterstreicht er das noch einmal und sagt, dass das Gesetz \u201ageistlich\u2018 ist. Es ist Paulus, dem Prediger der Gnade, also sehr wichtig, die Gro\u00dfartigkeit des Gesetzes immer wieder herauszustellen und er fragt nochmals nach: \u201aWie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf\u2018 (R\u00f6m 3,31). Oft wird das Evangelium so verstanden, als wolle es das Gesetz aufl\u00f6sen und den Glauben anstelle der Gebote setzen. Wir h\u00f6ren gerade, dass das absolut nicht der Gedanke der Bibel ist. Nein, das Gesetz hat im Evangelium eine konkrete Aufgabe. Wir lesen dazu: \u201aWas wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz S\u00fcnde? Das sei ferne! Aber die S\u00fcnde erkannte ich nicht, au\u00dfer durchs Gesetz\u2018 (R\u00f6m 7,7). Merken wir, wie wichtig das Gesetz ist? Ohne dasselbe erkenne ich meine S\u00fcnde nicht. Das Gesetz wirkt wie ein Spiegel. Er zeigt uns unsere Verschmutzung, er kritisiert uns, er verurteilt uns, grob gesagt, er verdammt uns. Ja, das Gesetz verdammt uns buchst\u00e4blich. Und doch nennt Paulus es herrlich, indem er schreibt: \u201aWenn aber der Dienst des Todes durch in Stein gegrabene Buchstaben von solcher Herrlichkeit war,\u2026wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes von weit gr\u00f6\u00dferer Herrlichkeit sein? Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wie viel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit \u00fcberflie\u00dfen!\u2018 (2Kor 3,7-9). Obwohl das Gesetz wegen unserer \u00dcbertretung ewigen Tod bedeutet, ist es dennoch herrlich vor Gott, denn es spiegelt die vollkommene Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes wider. Ja, der Dienst des Moses war gut, durch ihn wurde uns Erkenntnis der S\u00fcnde gegeben. Aber w\u00e4re das alles, w\u00e4ren wir verloren. Denn so gut das Gesetz auch ist, es ist doch keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihm. Aber Lob und Dank, es blieb nicht bei Mose, sondern es kam auch Jesus Christus. Der zeigt uns nicht nur unsere \u00dcbertretung, sondern die Gnade. Er schenkte uns Sein teures Blut zur Reinigung von unseren S\u00fcnden. Und nun hei\u00dft es: \u201aWenn eure S\u00fcnde gleich blutrot ist, soll sie doch schneewei\u00df werden; und wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden\u2018 (Jes 1,18). Aber Jesus w\u00e4scht uns durch Sein Blut nicht nur von unserer S\u00fcnde rein, sondern Er wohnt durch den Heiligen Geist in unseren Herzen und hilft uns, nun auch in den Geboten Gottes zu leben und im Gehorsam Seine Wege zu gehen. Er verhei\u00dft uns: \u201aIch will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und darnach tun\u2018 (Hes 36,27). Wie herrlich ist das! Welch ein wunderbarer Satz also: \u201aDenn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden\u2018 (Joh 1,17)\u201c (aus einer Predigt zu Joh 1,14-18).<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Wenn erwarten wir?<\/p>\n<p>Christus \u2013 die Herrlichkeit Gottes<\/p>\n<p>a) als Wohnung (V. 14)<\/p>\n<p>b) als Wahrheit (V. 15-17)<\/p>\n<p>c) als Weg (V. 18)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Gottfried Voigt:<\/p>\n<p>Den unsichtbaren Gott kann man sehen, denn<\/p>\n<p>a) sein Sohn macht ihn uns bekannt<\/p>\n<p>b) in ihm erweist er uns seine Gnade<\/p>\n<p>c) in ihm schenkt er uns sich selbst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kraft zum Erwarten Predigtthema: Wen erwarten wir? 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