{"id":2096,"date":"2012-11-05T14:32:58","date_gmt":"2012-11-05T12:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=2096"},"modified":"2012-11-05T14:32:58","modified_gmt":"2012-11-05T12:32:58","slug":"predigthilfe-vom-2-dezember-2012-johannes-1-1-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-2-dezember-2012-johannes-1-1-5\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 2. Dezember 2012 &#8211; Johannes 1, 1-5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kraft zum Erwarten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Wen erwarten wir? Christus \u2013 das Wort Gottes<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 1,1-5<\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext pers\u00f6nlich geh\u00f6rten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: \u201eAus der F\u00fclle des Herzens redet der Mund\u201c (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)! \u201eSo sind wir nun Gesandte an Christi Statt\u201c (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb h\u00f6ren wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verk\u00fcndigen aber die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! \u201e<strong>Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt<\/strong>\u201c (1Petr 4,11a &#8211; NG\u00dc).<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTEL<\/strong><\/p>\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Joh 1,1-5) bieten z.B.<\/p>\n<p>* Walvoord \/ Zuck. Das Neue Testament erkl\u00e4rt Bd. 4. H\u00e4nssler (S. 342f).<\/p>\n<p>* Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1.Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 6. H\u00e4nssler (S. 16-24).<\/p>\n<p>* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 33-42).<\/p>\n<p>* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt 4. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 28-31).<\/p>\n<p>* Theodor Zahn. Das Evangelium des Johannes. Kommentar zum NT Bd. 4. (unter <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/TheodorZahn\/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf<\/a>; S. 44-64).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Botschaften von Winrich Scheffbuch vom 26.12.1984 mit dem Titel \u201eReich beschenkt\u201c (Joh 1,1-14), von Konrad Ei\u00dfler vom 19.06.2003 mit dem Titel \u201eWie begegne ich Gott tats\u00e4chlich\u201c (Joh 1,1-14), von Werner Gitt vom 27.06.2004 mit dem Titel \u201eIm Anfang war das Wort\u201c (Joh 1,1-3) und von Arthur Wilder-Smith vom 30.07.1977 mit dem Titel \u201eJesus entdecken Teil 2\/2 \u2013 Der Sch\u00f6pfer\u201c (Joh 1,1-5). Diese Botschaften findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 1] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch, Winrich; Ei\u00dfler, Konrad; Gitt, Werner; Wilder-Smith, Arthur Ernest] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (<a href=\"http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen\">http:\/\/www.ngue.info\/online\/lesen<\/a>).<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Predigt zu Joh 1,1-5 leiten wir die Adventszeit ein unter der Frage: \u201eWen erwarten wir\u201c? Der erste Aspekt von Christus den wir aufzeigen lautet: Christus \u2013 das Wort Gottes! \u00dcber das geschriebene Wort Gottes (Joh 1,1-5) verk\u00fcndigen wir das lebendige Wort Gottes (Christus).<\/p>\n<p>Bitte beachtet auch Kol 1,15-17; Hebr 1,1-4; 1Tim 3,16; Offb 19,13.<\/p>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf<\/a>; S. 1483).<\/p>\n<p>Die Lutherbibel (1984) \u00fcbersetzt V. 1c mit \u201eund Gott war das Wort\u201c. Die Elberfelder Bibel \/ Schlachter \u00dcbersetzung und die Neue Genfer \u00dcbersetzung \u00fcbersetzen dagegen \u201eund das Wort war Gott\u201c. Die Frage ist hier ob eine Aussage \u00fcber Gott oder \u00fcber das Wort (gr. logos) gemacht wird. Der gr. Ausdruck \u201ekai theos \u0113n ho logos\u201c (Joh 1,1c) ist nicht zu \u00fcbersetzen mit &#8222;Gott war das Wort&#8220; (so z.B. LU 84 in w\u00f6rtlicher Wiedergabe der Wortstellungen), sondern mit &#8222;das Wort war Gott&#8220; (so z.B. ELB \/ Schlachter \/ NG\u00dc). Stehen in der griechischen Sprache beide Substantive im Nominativ, wobei aber nur ein Substantiv determiniert ist, so bildet das determinierte Substantiv das Subjekt des Satzes und das nicht determinierte Substantiv fungiert als Pr\u00e4dikatsnomen, dient also als Identifikationserg\u00e4nzung zum Subjekt (Ernst G. Hoffmann \/ Heinrich von Siebenthal. <em>Griechische Grammatik zum Neuen Testament<\/em>. 2. durchgesehene und erg\u00e4nzte Aufl. Riehen: Immanuel, 1990. \u00a7135c). Die Satzaussage lautet also im Kontext von Joh 1, dass das Wort Gott war und wenn das Wort Fleisch wird (Joh 1,14), so bleibt das fleischgewordene Wort trotzdem Gott (vgl. Joh 1,14 mit 1,1).<\/p>\n<p><strong>Hartmut Schmid<\/strong> macht unter dem Thema \u201eJesus \u2013 das starke Wort\u201c folgende Anmerkungen zum Predigttext: \u201eWuchtiger als mit den ersten Versen k\u00f6nnte das Johannesevangelium nicht beginnen. Deutlicher wird dies, wenn wir den Begriff Wort&#8220; mit \u201eJesus&#8220; ersetzen. Der Gesamtzusammenhang macht eindeutig klar, dass Jesus gemeint ist. Lesen wir also: Am Anfang war Jesus, und Jesus war bei Gott, und Gott war Jesus&#8220; (V. 1-2). Die ersten drei S\u00e4tze zeigen eine deutliche Steigerung. Zun\u00e4chst eine zeitliche Ansage mit Bezug auf 1Mose 1,1: Schon ganz am Anfang der Zeit war Jesus. Dann eine r\u00e4umliche Aussage: Er war, in der Gemeinschaft mit Gott, ganz in seiner N\u00e4he. Aber dann die dritte Aussage: Jesus ist Gott. Damit macht Johannes klar: Dieser Jesus ist der vom Himmel gekommene Sohn Gottes, der von Ewigkeit her in der Gemeinschaft mit seinem Vater war. Ganz \u00e4hnlich lesen wir von Jesus im Philipperbrief: \u201eEr, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war &#8230;&#8220; (2,6). Wenn dieser Jesus aber Gott ist, dann ist er auch Sch\u00f6pfer. Diese Konsequenz lesen wir bei Johannes: Alle Dinge sind durch dasselbe (gemeint ist das Wort, also Jesus) gemacht&#8220; (V. 3). Mit dieser ersten Antwort bewegt sich Johannes eigentlich in den allgemeinen Bahnen der Antworten der Religionen. Gott sprengt zeitlich und r\u00e4umlich alle Dimensionen und Vorstellungen. Er ist der Unfassbare. Er umfasst Raum und Zeit, die nach 1Mose 1 Sch\u00f6pfungswerke sind. Durch ihn ist alles erschaffen, er ist der allm\u00e4chtige Sch\u00f6pfer. Zu diesem Bekenntnis zu Jesus als Sch\u00f6pfer zwei kurze Anmerkungen:<\/p>\n<p>a) Wenn Jesus Sch\u00f6pfer Ist, k\u00f6nnen wir dann nicht Gott auch in der Sch\u00f6pfung suchen?<\/p>\n<p>Es wird ja nach wie vor immer wieder behauptet, dass man Gott in der Natur erkennen k\u00f6nne, dass man also nicht den Gottesdienst und die Bibel dazu braucht. Die Antwort auf diese Frage ist ein Ja und ein Nein. In der Tat begegnen wir in der Sch\u00f6pfung Gott. Oder halt &#8211; wir m\u00fcssen es genauer sagen: wir begegnen Gottes Werk. Wir k\u00f6nnen &#8211; so etwa Paulus &#8211; aus der Sch\u00f6pfung erkennen, dass Gott ist. Wir k\u00f6nnen seine Macht erkennen. Aber sein ganzes Wesen k\u00f6nnen wir aus der Sch\u00f6pfung nicht erkennen. Wir k\u00f6nnen z.B. nicht erkennen, dass Gott Liebe ist. Denn in der Sch\u00f6pfung begegnet uns der bittere Kampf ums \u00dcberleben. Das wundersch\u00f6ne Spinnennetz ist ein T\u00f6tungsinstrument, damit die Spinne selbst \u00fcberleben kann. Der Sch\u00f6pfergott ist der ferne Gott. Man kann ihn nicht konkret fassen und erkennen. Viele lieben diesen sehr vagen Glauben. Man glaubt an Gott, aber doch nicht so konkret, dass es pers\u00f6nlich konkret werden m\u00fcsste. Wer diesen Weg der Gotteserkenntnis w\u00e4hlt, ist aber letztlich ohne Gewissheit.<\/p>\n<p>b) Wenn Jesus unser Sch\u00f6pfer Ist, dann kennt er uns durch und durch.<\/p>\n<p>Wenn Jesus unser Sch\u00f6pfer ist, dann ist er nicht der ferne Gott, der Gott im Himmel, der unsere menschlichen, irdischen, leiblichen Verh\u00e4ltnisse letztlich gar nicht pers\u00f6nlich kennt. Wenn Jesus unser Sch\u00f6pfer ist, dann kennt er unsere Verh\u00e4ltnisse durch und durch, weil er sie selber erlebt und auch durchlitten hat. Er kennt Hunger und Durst, \u00e4u\u00dfere Anfeindung und innere Anfechtung, M\u00fcdigkeit ist ihm nicht fremd. Er wei\u00df um k\u00f6rperliche Leiden und das Dunkel des Todes. Mein Sch\u00f6pfer kennt mich, sein Gesch\u00f6pf, durch und durch. Aber gerade dies ist das Besondere des christlichen Glaubens: der Sch\u00f6pfer Jesus wird dem Gesch\u00f6pf gleich, er wird Fleisch &#8211; dies gilt es weiter zu entfalten\u201c [\u2026].<\/p>\n<p><strong>Wolfgang Wegert<\/strong> merkt unter dem Thema \u201eDas g\u00f6ttliche Wort\u201c zu Joh 1,1-3 an: \u201eWelches war das zentrale Anliegen des Johannes, als er sein Evangelium schrieb? Warum und zu welchem Zweck schrieb er es nieder? Seine Begr\u00fcndung lautete: \u201eDamit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist\u201c (Johannes 20,31). Johannes m\u00f6chte, dass wir genau wissen, wer Jesus ist. Schon zu seiner Zeit, ebenso wie heute, erfinden Menschen die tollsten Geschichten \u00fcber Jesus. Aber mit der Erkenntnis, wer Christus wirklich ist, steht und f\u00e4llt unser Glaube. Ob du ewiges Leben hast oder nicht, h\u00e4ngt davon ab, wer Jesus Christus f\u00fcr dich ist. Wenn du eine falsche Vorstellung von Ihm hast, gehst du verloren. Die Bibel sagt: \u201eDas ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen\u201c (Johannes 17,3). Worin besteht das ewige Leben? Gott erkennen und Jesus Christus erkennen! Ohne klare Erkenntnis Christi gehen wir ins Verderben. Und genau deswegen schreibt Johannes sein Evangelium und kommt gleich im ersten Vers zur Sache. Wie die Geburt Christi historisch abgelaufen ist, davon haben Matth\u00e4us und Lukas ja berichtet, das muss er nicht auch noch tun. Er kommt gleich zum Thema und beginnt sein Evangelium mit den schlichten, aber tiefgr\u00fcndigen Worten: \u201eIm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott\u201c (Johannes 1,1).\u201c<\/p>\n<p>a) Im Anfang war das Wort<\/p>\n<p>Johannes beginnt sein Evangelium mit denselben Worten, wie die ganze Bibel anf\u00e4ngt, n\u00e4mlich mit \u201eim Anfang\u201c. In 1. Mose 1,1 hei\u00dft es: \u201eIm Anfang schuf Gott Himmel und Erde.\u201c Und bei Johannes lesen wir: \u201eIm Anfang war das Wort.\u201c Der Erste, der jemals sprach, war Gott. Und so, wie Er keinen Anfang hat, hat auch Sein Wort keinen Anfang. Wenn Johannes sagt: \u201eim Anfang war das Wort\u201c, dann meint er den Anfang aller Anf\u00e4nge, n\u00e4mlich von Ewigkeit her. Sein Wort war schon immer da, wie auch Gott selbst immer da war. Und worauf bezieht sich dieses Sein ewiges Wort? Auf niemand anderen als auf Jesus Christus allein. Das macht Johannes sp\u00e4testens in Vers 14 unmissverst\u00e4ndlich klar, indem er sagt: \u201eUnd das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater.\u201c Jesus Christus, der eingeborene Sohn vom Vater, ist das Wort, das im Anfang aller Anf\u00e4nge war. Darum hei\u00dft es in der Offenbarung explizit: \u201eUnd sein Name hei\u00dft \u201edas Wort Gottes\u201c(Offenbarung 19,13). \u201eIm Anfang war das Wort\u201c hei\u00dft also \u201eim Anfang war Christus\u201c. Johannes benutzt aber dennoch den Ausdruck \u201eWort\u201c, weil er seinen Lesern \u2013 besonders den j\u00fcdischen \u2013 etwas Gro\u00dfartiges und Wunderbares zeigen wollte. Im Alten Testament war es das Wort Gottes, durch das die Welt geschaffen wurde. Es war das Wort, durch das sie gemacht wurde. Ja alles, was Gott gewirkt hatte, wirkte Er durch Sein Wort. Seine Kraft, Sein Wille, Seine Gedanken leitete Gott immer durch Sein Wort zu den Menschen. Dabei begegnen wir aber sehr oft einer interessanten biblischen Redewendung. Zum Beispiel so: \u201eDa geschah das Wort des Herrn zu Abraham, zu Samuel, zu Jesaja.\u201c Oder es hei\u00dft auch: \u201eDa erging das Wort des Herrn an Elia, Jona.\u201c Oder auch: \u201eDa kam das Wort des Herrn zu mir!\u201c Alles, was Gott dem Volk Israel an Kraft und Herrlichkeit je \u00fcbermittelte, kam durch das, was die Bibel \u201edas Wort\u201c nennt. Und wenn Johannes nun sagte: \u201eim Anfang war das Wort\u201c, dann wussten die Juden sehr gut, wovon der Evangelist sprach, sie waren mit diesem Konzept bestens vertraut. Und genau dahinein sagt Johannes seinen j\u00fcdischen Volksgenossen: \u201eGebt Acht! Wenn ihr wissen wollt, wer dieses euch so vertraute Wort ist, dann seht euch Christus an! Wenn ihr das Wort, das sch\u00f6pferische, g\u00f6ttliche, Wunder wirkende Wort, das euch durch das ganze Alte Testament begleitet hat, erkennen wollt, dann schaut auf Christus. Er war bei euch als Fels in der W\u00fcste, als der Engel des Herrn. Ja, dieser Jesus ist die Verk\u00f6rperung des g\u00f6ttlichen Wortes. In Ihm ist alles Wort zusammengefasst, das jemals von Gott ausging.\u201c Gott hat Seinem Wort buchst\u00e4blich einen Leib aus Fleisch und Blut gegeben. Sein Wort ist Mensch geworden. Wenn du m\u00f6chtest, dass Gott zu dir redet, dann tut Er es nicht durch spirituelle Erfahrungen, durch mystische Erscheinungen oder sonstige \u00fcbersinnliche Dinge, sondern Er tut es durch eine Person \u2013 durch Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn. Wenn du Gott h\u00f6ren willst, dann musst du Jesus h\u00f6ren. Darum sagt Gott \u00fcber Christus: \u201eDieser ist mein lieber Sohn; den sollt ihr h\u00f6ren!\u201c (Lukas 9,35). Und Maria sagt: \u201eWas er euch sagt, das tut\u201c (Johannes 2,5). Und wo sagt Er uns, was wir tun sollen? Wo k\u00f6nnen wir Ihn h\u00f6ren? Durch die Bibel. Manchmal sagen Leute, das Alte Testament oder die Briefe der Apostel w\u00e4ren ja nicht Worte Jesu und h\u00e4tten deshalb geringere Bedeutung. Wer das sagt, hat Johannes nicht verstanden. Seine Botschaft lautet: Alles Wort, das von Gott ausging, ist Christi Wort. Darum ist die ganze Bibel auch Jesu Wort. \u201eAlso kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch das Wort Christi\u201c (R\u00f6mer 10,17). Meint Paulus hier nur die Worte, die in der Bibel Jesus zugeschrieben werden? Nein, unter \u201eWort Christi\u201c versteht Paulus die ganze Bibel. Die ganze Heilige Schrift ist das Wort des Christus \u2013 von den 5 B\u00fcchern Mose angefangen bis hin zur Offenbarung. Wir fassen den ersten Punkt zusammen: \u201eIm Anfang war das Wort\u201c bezeichnet Jesus Christus, Gottes Sohn, der zugleich mit dem Vater von den ewigen Anf\u00e4ngen her existierte und in dem Gott Sein ewiges Wort zusammengefasst und personifiziert hat.<\/p>\n<p>b) Das Wort war bei Gott<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Satz hei\u00dft: \u201eUnd das Wort war bei Gott.\u201c Das meint, Christus, der das Wort ist, war bei Gott. In Vers 18 lesen wir: \u201eNiemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Scho\u00df ist, der hat es uns verk\u00fcndigt.\u201c Gott, der Vater, war von Ewigkeit her mit Jesus in wunderbarer Gemeinschaft \u2013 von Angesicht zu Angesicht. Johannes gibt uns also gleich zu Beginn seines Evangeliums einen konkreten Hinweis auf die ersten beiden Personen der Trinit\u00e4t Gottes. Sie lebten in ewiger Harmonie und Liebe miteinander. Und diese Ihre gemeinsame Herrlichkeit nennt Johannes \u201eund das Wort war bei Gott\u201c. Aber Jesus gab diese Herrlichkeit auf! Er wurde Fleisch. Er nahm Leiblichkeit an, lie\u00df sich anspucken und kreuzigen. Und was rief der Heiland aus? \u201eEli, Eli, lama asabthani? das hei\u00dft: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c (Matth\u00e4us 27,46). Das war die schrecklichste Grausamkeit f\u00fcr Jesus, nicht mehr in der Gemeinschaft mit Seinem geliebten Vater zu sein. Er, das \u201eWort\u201c, war doch immer bei Gott. Und nun hei\u00dft es verlassen zu sein. Jesu Herz blutete diesbez\u00fcglich schon im Garten Gethsemane, als Er betete: \u201eUnd nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war\u201c (Johannes 17,5). Jesus sehnte sich nach der Herrlichkeit zur\u00fcck, die Er in der himmlischen Gemeinschaft bei Gott hatte. Ihn verlangte, wieder so bei Gott zu sein, wie es war, ehe die Welt war. Diese Sehnsucht bewegte Ihn so sehr, dass Er beim Beten gro\u00dfe Tropfen Blut schwitzte. Ein Getrenntsein vom Vater war die gr\u00f6\u00dfte Qual f\u00fcr Jesus. Ist das f\u00fcr dich auch eine Qual? Wenn der Himmel verschlossen scheint und du dich sogar von Gott verlassen f\u00fchlst? Kennst du solche Zust\u00e4nde? Wie schmerzt das deine Seele und wie sehr flehst du zu Gott: \u201eWie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele d\u00fcrstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?\u201c (Psalm 42,1-2). Deshalb seufzte auch der Herr Jesus: \u201eMein Vater! Ist es m\u00f6glich, so gehe dieser Kelch an mir vor\u00fcber\u201c (Matth\u00e4us 26,39). Das Wort war bei Gott, und Er liebte es doch so sehr, beim Vater zu sein. Aber damit auch wir einst dort sein k\u00f6nnen, betete Er weiter: \u201eDoch nicht wie ich will, sondern wie du willst!\u201c (V.39). Auch wir sollen in den ewigen Genuss der Gemeinschaft mit dem Vater kommen. Er will nicht ohne uns zur\u00fcck in die Herrlichkeit, sondern Er betet: \u201eVater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, dass sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe denn die Welt gegr\u00fcndet ward\u201c (Johannes 17,24). Dann wird es nicht mehr nur hei\u00dfen \u201edas Wort war bei Gott\u201c, sondern \u201edas Wort ist wieder zur\u00fcck bei Gott und mit Ihm alle Seine Erl\u00f6sten\u201c.<\/p>\n<p>c) Und das Wort war Gott<\/p>\n<p>Und nun hei\u00dft es noch: \u201eUnd das Wort war Gott.\u201c Welch eine Steigerung! Christus ist f\u00fcr Johannes nicht nur der, der im Anfang war, nicht nur der, der bei Gott war, sondern schlie\u00dflich auch der, der Gott ist. Daran l\u00e4sst Johannes keinen Zweifel, sondern er sagt in Vers 18: \u201eNiemand hat Gott je gesehen; als der eingeborene, der Gott ist, der in des Vaters Scho\u00df ist, der hat es uns verk\u00fcndigt.\u201c Der Eingeborene, der in des Vaters Scho\u00df ist, ist Gott. Das ist die eindeutige Botschaft des Johannes. Und wenn der ins Fleisch gekommene Christus Gott ist, sollten wir uns sehr gut \u00fcberlegen, wie wir mit Ihm umgehen. Denn dann kann Er nicht einfach nur ein guter Mensch sein, der gegen Kapitalisten und gegen Krieg ist, der mit den Armen mitf\u00fchlt und sich mit den Leidenden identifiziert. Das mag auf Mutter Theresa zutreffen oder auf Mahatma Ghandi, aber nicht auf Christus. Wer Ihn einfach nur in eine Reihe mit edlen Gutmenschen stellt, verweigert Ihm die Anbetung als Gott. Und das bezeichnet Johannes als Blasphemie. Er schreibt zum Beispiel in seinen Briefen: \u201eDenn viele Verf\u00fchrer sind in die Welt gekommen, die nicht bekennen Jesum Christum, dass er in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verf\u00fchrer und der Antichrist\u201c (2. Johannes 1,7). Mehr denn je gibt es bis hinein in die Kirchen und Gemeinden Verantwortungstr\u00e4ger, die nicht bekennen, dass Christus der ist, der vom Himmel her ins Fleisch gekommen ist \u2013 sie sind Verf\u00fchrer und Diener des Antichrist. Ich bitte euch, fordert sie heraus, lasst sie Farbe bekennen. Glauben sie, dass Christus von Ewigkeit her als Sohn Gottes beim Vater war, von einer Jungfrau geboren wurde, wegen unserer S\u00fcnde ans Kreuz ging, uns dadurch mit dem Vater vers\u00f6hnte und am dritten Tage wieder auferstand? H\u00f6rt, was Johannes weiter sagt: \u201eSo jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmet nicht ins Haus und gr\u00fc\u00dfet ihn auch nicht\u201c (2. Johannes 1,10). Und das hei\u00dft auch: zu deren Kirche und Gemeinde geht nicht, mit ihnen feiert kein Abendmahl. Denn sie verleugnen den lebendigen Gott. Die biblische Lehre von der Gottheit Christi ist die Wasserscheide zwischen Wahrheit und L\u00fcge, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Christus und dem Antichristus. Darum bleiben wir bei dem alten Bekenntnis: \u201eIch glaube an Gott, den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, \u2026und am dritten Tage auferstanden von den Toten&#8230;\u201c.<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Christus, das Wort, ist<\/p>\n<p>a) Gott (V. 1f)<\/p>\n<p>b) Sch\u00f6pfer (V. 3)<\/p>\n<p>c) Licht (V. 4f)<\/p>\n<p>oder nach Merrill C. Tenney:<\/p>\n<p>a) Das Wort und die Gottheit (V. 1)<\/p>\n<p>b) Das Wort und die Sch\u00f6pfung (V. 2f)<\/p>\n<p>c) Das Wort und das Leben (V. 4f)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kraft zum Erwarten Predigtthema: Wen erwarten wir? Christus \u2013 das Wort Gottes Bibelstelle: Johannes 1,1-5 Verfasser: Thomas Richter Eine Predigthilfe enth\u00e4lt Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2096","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-20 13:23:38","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2096","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2096"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2096\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2096"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2096"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2096"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}