{"id":1839,"date":"2011-07-27T19:25:24","date_gmt":"2011-07-27T17:25:24","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=1839"},"modified":"2011-07-27T19:25:24","modified_gmt":"2011-07-27T17:25:24","slug":"predigthilfe-vom-11-september-2011-2-samuel-12-1-15a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-11-september-2011-2-samuel-12-1-15a\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 11. September 2011 &#8211; 2. Samuel 12, 1-15a"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gottes Vergebung erbitten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Getroffen, ein K\u00f6nig bekennt<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2. Samuel 12,1-15a<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt nur Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Monat gilt es eine andere Seite im Leben Davids zu entdecken. Ein Mensch nach dem Herzen Gottes ist nicht automatisch ein s\u00fcndloser Mensch, sondern einer, der wei\u00df, wer allein mit der S\u00fcnde fertig wird und die Bereitschaft und Einsicht zur Bu\u00dfe aufbringt. So ergibt sich als Monatsthema: \u201eGottes Vergebung erbitten\u201c!<\/p>\n<p>Im Zentrum des Predigttextes (2Sam 12,1-15a) steht die Hinf\u00fchrung und der Vollzug der Beichte bzw. Bu\u00dfe Davids (notwendiger Mahner \u2013 bekennender S\u00fcnder \u2013 sterbender Sohn), womit sich als Predigtthema ergibt: \u201eGetroffen \u2013 ein K\u00f6nig bekennt\u201c. Hilfreich ist es, wenn die Predigt in den Gesamtzusammenhang der Monatsthemen eingebettet wird:<\/p>\n<p>* Gest\u00fcrzt \u2013 ein K\u00f6nig geht fremd (2Sam 11,1-27)<\/p>\n<p>* Getroffen \u2013 ein K\u00f6nig bekennt (2Sam 12,1-15a)<\/p>\n<p>* Gerichtet \u2013 ein K\u00f6nig h\u00e4lt stand (2Sam 12,15b-25)<\/p>\n<p>* Gerettet \u2013 ein K\u00f6nig kehrt um (Ps 51,1-21)<\/p>\n<p>Im Rahmen der Predigt gilt es die Notwendigkeit der Bu\u00dfe aufzuzeigen und zu erl\u00e4utern, wie es dazu kommen kann, das vom Herrn her Gnade und Gericht zusammenkommen (vgl. hierzu 1Joh 1,5-2,1).<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Klaus vom Orde. Das zweite Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 153-158).<\/p>\n<p>* Warren W. Wiersbe. Sei bereit neu anzufangen: Gott vertrauen und den Durchbruch erleben. Studien des AT: 2. Samuel 1-24, 1.Chronik. Christliche Verlagsanstalt (S. 77-81).<\/p>\n<p>* Charles R. Swindoll. David: Ein Mensch nach dem Herzen Gottes \u2013 mit David geistlich wachsen. H\u00e4nssler (S. 272-291).<\/p>\n<p>* Alan Redpath. Leben nach dem Herzen Gottes: Seelsorgliche Studien \u00fcber David. Francke Verlag (S. 181-189).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere erl\u00e4uternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/10-Das_Zweite_Buch_Samuels.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/10-Das_Zweite_Buch_Samuels.pdf<\/a>; S. 459-460) und die Predigthilfe von Mirko Lau vom 09.02.2003 zu 2Sam 12,1-25 (<a href=\"http:\/\/www.studienbibel.de\/\">www.studienbibel.de<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Heiko Krimmer vom 04.03.2003 mit dem Titel \u201eGnade trotz Versagen\u201c (2Sam 12,1-15) und von Siegfried Kettling von 1997 mit dem Titel \u201eGott vergibt\u201c (2Sam 12,1-15). Diese Botschaften findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. 2. Samuel 12] und \u201eAutor\u201c [z.B. Krimmer bzw. Kettling] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alfred Christlieb<\/strong> zeigt die Grundlagen (12,7-12) auf denen Nathan David zur Bu\u00dfe f\u00fchrt:<\/p>\n<p>\u201eWie kann man Menschen zur Bu\u00dfe f\u00fchren? Diese Frage bewegt manche Eltern, Prediger und Freunde von verirrten, nicht erretteten Menschen. Nathans Worte, die David zur Bu\u00dfe bringen, geben uns hilfreiche Hinweise. Sie stammen aus Gottes Mund. Nathan kann sagen: \u201aSo spricht der Herr\u2018 (V. 7). Drei Gedanken beherrschen diese Rede:<\/p>\n<p><strong>1. Die G\u00fcte Gottes:<\/strong> Zuerst wird David alle Liebe Gottes in seinem bisherigen Leben aufgez\u00e4hlt: \u201aSo spricht der Herr: Ich habe dich zum K\u00f6nig gesalbt \u00fcber Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls &#8230; und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun\u2018 (V. 7f). Der Herr hat David wunderbar gef\u00fchrt und ist bereit, weitere Gnade hinzuzuf\u00fcgen. Der Blick auf Gottes G\u00fcte soll den S\u00fcnder zur Bu\u00dfe leiten. So sagt es auch Paulus: \u201aVerachtest du den Reichtum seiner G\u00fcte, Geduld und Langmut? Wei\u00dft du nicht, dass dich Gottes G\u00fcte zur Bu\u00dfe leitet\u2018? (R\u00f6m. 2, 4). Was hat doch Gott alles an denen getan, die bis heute dem Ruf seiner Gnade widerstehen! In der Taufe hat er das erste Zeichen seiner G\u00fcte gegeben, das erste Angebot des Heils gemacht. Er hat manche Begegnung und Ber\u00fchrung mit seinem Wort geschenkt. Er hat viele Wohltaten innerer und \u00e4u\u00dferer Art erwiesen. Darauf die Widerstrebenden hinzuweisen &#8211; kann das nicht eine starke Anklage an das Gewissen sein? Liegt darin nicht Kraft, Herzen zu schmelzen?<\/p>\n<p><strong>2. Undank und S\u00fcnde des Menschen:<\/strong> Nachdem er Gottes G\u00fcte im Leben Davids aufgez\u00e4hlt hat, f\u00e4hrt Nathan fort: \u201aWarum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du solches \u00dcbel vor seinen Augen tatest? Uria, den Hethiter, hast du erschlagen mit dem Schwert; sein Weib hast du dir zum Weib genommen\u2018 (V. 9). Er z\u00e4hlt nun Davids S\u00fcnden auf: Verachtung von Gottes Wort, Mord, Ehebruch. Auf wei\u00dfem Hintergrund hebt sich ein dunkles Bild deutlicher ab. So tritt Davids S\u00fcnde auf dem Hintergrund der bisherigen Gnade Gottes umso sch\u00e4rfer und h\u00e4sslicher hervor. Und unser S\u00fcndenregister? Ist es kleiner? Wir wissen aus der Bergpredigt, wie genau es Gott mit dem Tun seines Willens nimmt. Haben wir nie mit begehrlichem Blick ein Weib angeschaut und die Ehe mit ihr gebrochen im Herzen (Mt 5,27f)? Haben wir nie mit einem andern gez\u00fcrnt und sind dadurch zum M\u00f6rder geworden (Mt 5,21f)? Ach, unser Undank und unsere Schuld sind auch gro\u00df dem Gott der G\u00fcte gegen\u00fcber!<\/p>\n<p><strong>3. Der Zorn Gottes \u00fcber die S\u00fcnde:<\/strong> Nathan hat Gottes Huld und Davids Schuld aufgezeigt. Nun weist er auf Gottes Zorn und Gericht hin. Er nennt klar die bei Gott schon festgesetzte Strafe: \u201aNun, so soll von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich &#8230; So spricht der Herr: Ich will Ungl\u00fcck \u00fcber dich erwecken aus deinem eigenen Hause\u2018 (V. 10f). Unabl\u00e4ssiger Krieg, Ungl\u00fcck und Schande im eigenen Familienleben &#8211; wie schrecklich! Unser Gott ist ein heiliger Gott, ein verzehrendes Feuer. Lasst es uns dem S\u00fcnder sagen, lasst es uns selber nie vergessen: Gott nimmt es genau! Sein Zorn ergeht \u00fcber alles widerg\u00f6ttliche Wesen, \u00fcber alles Verachten seiner Gebote. Wir d\u00fcrfen solche Schriftworte nicht \u00fcbersehen und verschweigen, wie: \u201aHaue den Feigenbaum ab! Was hindert er das Land\u2018 (Lk 13,7); oder: \u201aWeil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde\u2018 (Offb 3,16).<\/p>\n<p>Der dreifache Hinweis auf Gottes G\u00fcte und auf Gottes Zorn und auf des Menschen Undank und S\u00fcnde brachte David zum inneren Zusammenbruch: \u201aIch habe ges\u00fcndigt wider den Herrn\u2018 (2Sam 12,13). Nun konnte die Gnade Gottes einen neuen Anfang in Davids Leben wirken. M\u00f6chten Nathans drei Hinweise viele zur rechten Beugung und Bu\u00dfe des Herzens bringen\u201d (<strong>Alfred Christlieb<\/strong>. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!<\/p>\n<p><strong>Alfred Christlieb<\/strong> zeigt folgende Grundlinien von Nathan als einem weisen Seelsorger auf: \u201eWie wichtig ist die heilige Kunst, Menschen innerlich recht anzufassen! Wieviel wird verdorben im Reich Gottes durch unrichtiges Behandeln der Menschen! Wieviel kann gewonnen werden durch Seelsorge in den g\u00f6ttlichen Linien! Nathan war ein weiser Seelsorger in der Art, wie er David anzufassen verstand.<\/p>\n<p><strong>1. Er wartet auf Gottes Stunde:<\/strong> Als Davids S\u00fcnde bekannt wurde, eilte Nathan nicht sofort zu ihm, um zu strafen. Er wartete vielmehr, bis Gott ihm den rechten Zeitpunkt zeigte. Wir k\u00f6nnen uns die Aufregung vorstellen, die allenthalben bei Frommen und Gottlosen entstand, als Davids Fall bekannt wurde. Die Bibel sagt uns, dass diese Geschichte \u201adie Feinde des Herrn l\u00e4stern machte\u2018 (V. 14). Den Ungl\u00e4ubigen kam dieser Fall wie gerufen, um ihren L\u00e4sterreden freien Lauf zu lassen: So sind sie, die Frommen! Als nun Nathan davon h\u00f6rte, lag die Gefahr nahe, dass er sich sofort im ersten eigenen. Eifer und st\u00fcrmischen Zorn aufmachte, um dem K\u00f6nig heftige Vorhaltungen zu machen. Das h\u00e4tte gewiss nicht viel geholfen, vielleicht sogar geschadet. In der ersten Zeit nach seinem Fall stand n\u00e4mlich David innerlich nicht so, dass er f\u00fcr Nathans Worte ein ge\u00f6ffnetes Ohr gehabt h\u00e4tte. Er wollte anfangs am liebsten alles verschweigen und dar\u00fcber vor Gott und Menschen hinwegsehen (Ps 32,3). Aber dann ging er durch wahre H\u00f6llenn\u00e4chte innerer Qual (Ps 32,3f), die ihn f\u00fcr Nathans Bu\u00dfpredigt zug\u00e4nglich machten. Es war keine Feigheit, die Nathan Monate hindurch warten und schweigen lie\u00df. Unter g\u00f6ttlicher Leitung eilte er nicht. Erst als er volle innere Klarheit bekam, dass \u201ader Herr ihn sandte\u2018 (V. 1) und nicht sein eigener st\u00fcrmischer Eifer, hatte er Vollmacht zur Seelsorge und brachte David in einer einzigen Unterredung zum Bekenntnis seiner Schuld. Da durfte er ihm auch glaubw\u00fcrdig die Vergebung zusichern. Das ist ein entscheidend wichtiges St\u00fcck der rechten Seelsorgeweisheit: Warten k\u00f6nnen in Geduld.<\/p>\n<p><strong>2. Er verurteilt David nicht selber:<\/strong> Ein weiteres Zeichen, dass Nathan ein weiser Seelsorger war: Er bringt David dahin, dass er \u00fcber sich selbst das Urteil spricht. Wir Menschen nehmen nicht gern Urteil und Verurteilung von andern an, Aber wenn uns einer dahin bringt, dass wir uns selber verurteilen m\u00fcssen, dann sind wir gefangen im g\u00f6ttlichen Netz. Nathan erz\u00e4hlt ein Gleichnis von einem Reichen, der einem armen Mann sein einziges geliebtes Sch\u00e4flein wegnimmt (V. 1-4). Er erregt damit Davids Zorn \u00fcber solch eine gemeine, s\u00fcndliche Handlungsweise. David spricht das Todesurteil \u00fcber den aus, der so sch\u00e4ndlich gehandelt hat (V. 5). Nun zeigt ihm Nathan: Was du an andern verdammst, das hast du selber getan: \u201aDu bist der Mann\u2018 (V. 7)! H\u00e4tte Nathan gleich von Anfang an gesagt, dass er von Davids S\u00fcnde reden wollte, so h\u00e4tte sich dieser eher dagegen sperren und str\u00e4uben k\u00f6nnen, das Schreckliche seines Tuns unumwunden zuzugeben. Nun aber redet Nathan zuerst von der S\u00fcnde im allgemeinen und zieht dann erst Davids Person mit hinein. Er bringt zuerst nur vor, wozu David unbedenklich ja sagt, bis er ihn mit seinen eigenen Worten gefangen hat. Mit dem Urteil \u00fcber fremde S\u00fcnde verdammt David die eigene. Nathan geht wahrlich nicht mit heimt\u00fcckischer List hier um. Er hat die behutsame Weisheit von oben. Nur sie kann helfen, dass ein Mensch Schritt f\u00fcr Schritt dahin gebracht wird, sich ganz zu dem\u00fctigen.<\/p>\n<p><strong>3. Er teilt das Wort von Gericht und Gnade recht:<\/strong> Zuletzt beweist Nathan darin seine Weisheit von oben in der Seelsorge, dass er zur rechten Zeit Gericht und zur rechten Zeit Gnade verk\u00fcndigt. Zuerst musste das Gerichtswort seine g\u00f6ttliche niederschmetternde Wirkung aus\u00fcben. Zuerst musste David als ein elender, entlarvter S\u00fcnder dastehen, dem alle selbstgemachten Verh\u00fcllungen, Erkl\u00e4rungen und Entschuldigungen zerrissen waren und der sich vor dem heiligen Gott beugte: \u201aIch habe ges\u00fcndigt wider den Herrn\u2018 (V. 13). Mit dem Wort von Gottes Zorn und Gericht f\u00fchrte Nathan den heiligen Keulen schlag auf Davids Herz aus. Dann erst, keinen Augenblick fr\u00fcher, aber Gott sei Dank auch keine Minute sp\u00e4ter, durfte Nathan das Wort von der Vergebung sagen: \u201aSo hat auch der Herr deine S\u00fcnde weggenommen\u2018 (V. 13). Nun brachte er die Zusicherung g\u00f6ttlicher Gnade. Nun warf er das Kleid g\u00f6ttlichen Erbarmens um den zerbrochenen, blo\u00df dastehenden S\u00fcnder. Nathans seelsorgerliche, von oben geschenkte Kunst hatte ein Meisterst\u00fcck vollbracht. David beugte sich ganz! Welch ein Jubel im Himmel und auf Erden: ein S\u00fcnder kehrte wieder zum Herrn! Nicht nur dies: Nathan behielt auch das ganze Vertrauen Davids f\u00fcr die sp\u00e4teren Jahre. Das zeigt sich darin, dass David seinen liebsten Sohn Salomo der F\u00fcrsorge Nathans anvertraute (V. 25). Wer sich im stillen K\u00e4mmerlein durch den Geist Gottes mit der rechten Seelsorgeweisheit f\u00fcllen l\u00e4sst, der wird die Aufrichtigen gewinnen, sie werden ihm dankbar bleiben ihr Leben lang. Gott schenke uns Nathans Geduld, Behutsamkeit und Vollmacht im Dienst an den Menschen\u201d (<strong>Alfred Christlieb<\/strong>. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!<\/p>\n<p>\u201eNathan hatte David den ganzen Abgrund seiner S\u00fcnde aufgedeckt. David bekannte sich uneingeschr\u00e4nkt schuldig. Nun kam der g\u00f6ttliche Urteilsspruch. Und er hie\u00df: David, du bist freigesprochen! Wir wollen ein Bild gebrauchen, um klar zu machen, was hier geschehen ist, welche Wende in Davids Leben hier stattgefunden hat. Es gibt Tunnels, die ganz verschiedene Gegenden miteinander verbinden. Auf der einen Seite des Tunnels kann es finster und tr\u00fcbe sein, auf der andern hell die Sonne scheinen. Das l\u00f6sende Wort, das Nathan im Auftrag Gottes sprechen darf: \u201aDer Herr hat deine S\u00fcnde weggenommen\u2018, ist wie ein Tunneldurchstich. Vor dem Tunnel liegt die tr\u00fcbe schwere Zeit unter dem Zorn Gottes, ohne inneren Frieden. Hinter dem Tunnel liegt das Land des Sonnenscheins der Gnade Gottes, in dem David nun wandeln darf. Welch eine Befreiung ist David widerfahren! Die Zentnerlast des unvers\u00f6hnten Gewissens ist weg. Es war viel leichter f\u00fcr David, sich von seinem eigenen Sohn Absalom verfolgen zu lassen, als von den Qualen des Gewissens bedr\u00e4ngt zu werden. Dieser Gnadenspruch ist David bis zum Tod fest und gewiss geblieben. Eher h\u00e4tte er auf Reichtum und K\u00f6nigskrone verzichtet, als auf diesen Trost der Vergebung, diesen Frieden seines Gottes. Wir wollen die Worte dieses seligen Spruches, der Herr hat deine S\u00fcnde weggenommen\u2018 nacheinander betrachten:<\/p>\n<p>* Der Herr hat weggenommen. Vorher lag Davids S\u00fcnde immer da vor ihm. Wenn er des Abends zur Ruhe ging, konnte er keinen erquickenden Schlaf finden. Warum nicht? Psalm 51,5 verr\u00e4t es: \u201aMeine S\u00fcnde ist immer vor mir\u2018. Hier liegt der Grund, warum David Tag und Nacht keinen Frieden hatte und nicht gl\u00fccklich war. Als K\u00f6nig hatte er Reichtum, gute Speisen, Bequemlichkeit in H\u00fclle und F\u00fclle. Aber die herrlichste Tafel und die sch\u00f6nste Siegesnachricht konnte jenen m\u00e4chtigen Fels der Unruhe nicht wegschaffen, der auf seinem Weg lag, konnte den dunklen Fleck nicht ausl\u00f6schen, der ihn immer anstarrte: seine Schuld. So war er ein gequ\u00e4lter Mann, wo er ging und stand. Aber nun nach dem aufrichtigen Bekenntnis hei\u00dft es auf einmal: David, deine S\u00fcnde ist weggenommen. Wenn du morgens aufstehst und abends dein Lager aufsuchst, dann sind der Stein und der Fleck nicht mehr da.<\/p>\n<p>* Der Herr hat die S\u00fcnde weggenommen. Nathan war ein von Gott begnadeter Prophet. Wie niemand anders war er der rechte Mann, um David die Botschaft Gottes in Gericht und Gnade zu bringen. Aber Nathan war nicht imstande, S\u00fcnden zu vergeben. Von sich aus kann kein Prophet und kein Prediger oder irgendein J\u00fcnger Jesu S\u00fcnden vergeben. Aber sie d\u00fcrfen &#8211; vom Geist Gottes erleuchtet und bevollm\u00e4chtigt &#8211; einem S\u00fcnder, dessen wahre Bu\u00dfe sie sehen, zusprechen: Der Herr hat deine S\u00fcnden hinweggetan.<\/p>\n<p>* Nun wollen wir das selige W\u00f6rtlein \u201ahat\u2018 beachten. Der Herr hat weggenommen. Nathan sagt David nicht: Nun da ich sehe, dass du dich aufrichtig dem\u00fctigst, darf ich dir Hoffnung machen, dass Gott dir auch deine S\u00fcnde vergeben wird. Nein, Gott hat vergeben. Auf die Vergebung braucht der bu\u00dffertige S\u00fcnder nicht unsicher zu hoffen, sie ist ihm als g\u00f6ttlich geschehene Tatsache geschenkt. \u201aWer Jesus am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu derselbigen Stund\u2018! Wir wissen es vom Kreuz Jesu, der unsere Schuld trug und s\u00fchnte, noch mit einer ganz andern, viel tieferen Gewissheit als David: Gott hat vergeben. Welch ein Evangelium!<\/p>\n<p>* Der Herr hat deine S\u00fcnde weggenommen. Nicht S\u00fcnde im allgemeinen, sondern diese eine schreckliche, gemeine S\u00fcnde, die David getan hat, ist getilgt! David wusste wohl, dass Gott langm\u00fctig ist und S\u00fcnden vergibt. Er kannte die Feier am gro\u00dfen Vers\u00f6hnungstag mit ihrer Bedeutung genau: \u201aAn diesem Tag geschieht eure Vers\u00f6hnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren S\u00fcnden werdet ihr gereinigt vor dem Herrn\u2018 (3Mose 16,30). Aber es wird ihm schwer gewesen sein zu glauben, dass seine schwere S\u00fcnde auch vergeben werden k\u00f6nnte. Er war ja vorher so besonders von Gott begnadigt, und dann hatte er so besonders schrecklich ges\u00fcndigt. Wie lag da der Verzweiflungsgedanke nahe: Nachdem du fr\u00fcher so viel vom Herrn empfangen und trotzdem deinem Gott solche Schande gemacht hast, wirst du keine Gnade mehr finden k\u00f6nnen! Aber nun hei\u00dft es so klar und tr\u00f6stlich: deine S\u00fcnde, dein schrecklicher Fall, dein Ehebruch, dein Mord, deine Unlauterkeit, dein Verschweigen, alle diese deine ganze S\u00fcnde und Schuld ist von Gott hinweggetan. Was hier David aus dem Mund Nathans zu seinem Trost erfuhr, das erfahren wir viel gewisser und seliger unter dem Kreuz auf Golgatha: Da hat der, der alle Welt liebte, auch mich geliebt und meine S\u00fcnden hinweggetan: O Abgrund, welcher alle S\u00fcnden durch Christi Tod verschlungen hat! Das hei\u00dft die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut best\u00e4ndig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit\u201d (<strong>Alfred Christlieb<\/strong>. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>a) Der notwendige Mahner<\/p>\n<p>b) Der bekennende S\u00fcnder<\/p>\n<p>c) Der sterbende Sohn<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder:<\/p>\n<p>a) Schuld aufzeigen<\/p>\n<p>b) Schuld bekennen<\/p>\n<p>c) Schuld vergeben<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gottes Vergebung erbitten Predigtthema: Getroffen, ein K\u00f6nig bekennt Bibelstelle: 2. Samuel 12,1-15a Verfasser: Thomas Richter Eine Predigthilfe enth\u00e4lt nur Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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