{"id":1819,"date":"2011-07-26T14:26:55","date_gmt":"2011-07-26T12:26:55","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=1819"},"modified":"2011-07-26T14:26:55","modified_gmt":"2011-07-26T12:26:55","slug":"predigthilfe-vom-14-august-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-14-august-2011\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 14. August 2011 &#8211; 1. Samuel 23, 1-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gottes F\u00fchrung vertrauen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Verfolgt, aber nicht verlassen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 1. Samuel 23,1-18<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt nur Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/strong><\/p>\n<p>David ist als K\u00f6nig gesalbt, aber noch nicht als K\u00f6nig eingesetzt. Somit lebt David im Spannungsfeld von Verhei\u00dfung und Erf\u00fcllung, voraus sich das Monatsthema \u201eGottes F\u00fchrung vertrauen\u201c ergibt. Im Rahmen der Verk\u00fcndigung wollen wir aufzeigen, wie auch wir mit einem Berufungs- bzw. Verhei\u00dfungswort Gottes leben k\u00f6nnen, dass noch nicht in Erf\u00fcllung gegangen ist, sondern dessen Erf\u00fcllung wir im Glauben erwarten m\u00fcssen. In dieser \u201eZwischenzeit\u201c gilt es der F\u00fchrung Gottes zu vertrauen, auch wenn die aktuelle Lebenssituation \u00e4u\u00dferst beschwerlich wird, gerade auf Grund der Berufung Gottes. Aber Gott wei\u00df, was er tut und seiner F\u00fchrung gilt es sich anzuvertrauen.<\/p>\n<p>Die Frage wie so ein Leben konkret aussehen kann, beantwortet der Predigttext (1Sam 23,1-18), womit sich folgendes Predigtthema ergibt: \u201eVerfolgt, aber nicht verlassen\u201c (V. 14b). David erf\u00e4hrt durch Menschen sowohl Entt\u00e4uschung (V. 1-13), als auch St\u00e4rkung (V. 14-18). Orientierungspunkt im Alltag ist f\u00fcr David aber immer der Wille Gottes (V. 2.4.9b.12).<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Martin Holland. Das erste Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 242-250).<\/p>\n<p>* Warren W. Wiersbe. Sei erfolgreich: Reichtum gewinnen, den man nicht mit Geld kaufen kann. Studien zum AT: 1. Samuel 1-31. Christliche Verlagsanstalt (S. 141-146).<\/p>\n<p>* Karl Gutbrod. Das Buch vom K\u00f6nig: Das erste Buch Samuel. Die Botschaft des Alten Testaments 11,1. Calwer Verlag (S. 189-195).<\/p>\n<p>* David Jaffin. Saul und David: Die gro\u00dfe Verfolgung. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 66-73; <a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/DavidJaffin\/Saul_Und_David_1999.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/DavidJaffin\/Saul_Und_David_1999.pdf<\/a>).<\/p>\n<p>Weitere erl\u00e4uternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf<\/a>; S. 431-432).<\/p>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alfred Christlieb<\/strong> entdeckt folgende selige Gewohnheiten bei David:<\/p>\n<p>\u201eIn unserer Geschichte kommt wiederholt der Ausdruck vor: \u00bbDavid fragte den Herrn\u00ab. Dieser Mann nach dem Herzen Gottes (1Sam 13,14; Apg 13,22) kam in die mannigfaltigsten Notlagen. Aber immer ging er denselben Weg. Er eilte mit allem, was ihm unklar war, zum Herrn selbst, um Licht und Leitung zu erbitten. Er tat dies in der damals \u00fcblichen, alttestamentlichen Weise, wobei das hohepriesterliche Gewand mit den Edelsteinen \u00bbLicht und Recht\u00ab auf eine uns nicht n\u00e4her bekannte Weise zur Verwendung kam. Jene \u00e4u\u00dfere Form der Befragung Gottes war nur vor\u00fcbergehend. Die Sache selbst aber bleibt f\u00fcr alle Zeiten bestehen. F\u00fcr alle, die Gottes Wege gehen wollen, gilt es, wie David zur rechten Quelle des Lichtes zu eilen und bei Gott Rat und Licht zu erbitten. Eine n\u00e4here Betrachtung unserer Geschichte zeigt uns, dass diese selige Gewohnheit gar manchen Gewinn nach sich zieht. Lasst uns auf einen dreifachen Segen achten, den David dadurch bekam!<\/p>\n<p><strong>* Er wusste sich auf Gottes Wegen:<\/strong> Der erste Segen bestand darin, dass David bei seinen Unternehmungen das beruhigende Bewusstsein hatte, sich auf Gottes und nicht auf eigenen Wegen zu befinden. Vergegenw\u00e4rtigen wir uns Davids Lage! Er war damals noch nicht K\u00f6nig, sondern hielt sich mit einer Anzahl von M\u00e4nnern, die sich um ihn gesammelt hatten, an verborgenen Orten auf, um Sauls Verfolgungen zu entgehen. In jener Zeit wurde ihm eines Tages die Nachricht gebracht, die Grenzstadt Kegila sei von den Philistern \u00fcberfallen worden und die Pl\u00fcnderung der Getreidevorr\u00e4te habe bereits begonnen. In jener Nachricht lag f\u00fcr David die stille Bitte, wenn m\u00f6glich mit seinen Streitern Hilfe zu bringen. Zuallererst suchte David jetzt Gottes Angesicht. Er bat um Klarheit, ob er der Bitte um Hilfe entsprechen soll. Mancher w\u00fcrde das Gebet um Leitung \u00fcberfl\u00fcssig gehalten und die Frage selbst entschieden haben. David aber hielt es mit Recht f\u00fcr n\u00f6tig, Gott zu fragen. Er wollte bei einem etwaigen Kriegszug vor allen Dingen die Gewissheit haben, dass dieses Unternehmen von Gott gewollt sei. Besa\u00df er diese Klarheit, so war er des gl\u00fccklichen Ausgangs gewiss. David blieb nicht ohne g\u00f6ttliche Antwort. Der Herr gab ihm volle Klarheit dar\u00fcber, dass der Weg nach Kegila der rechte sei. Jetzt konnte er getrost und zuversichtlich dorthin gehen (V. 2b). Auch bei all unseren Pl\u00e4nen kommt alles darauf an, ob diese mit Gottes Willen \u00fcbereinstimmen. Ist das der Fall, so wird kein Hindernis uns aufhalten k\u00f6nnen. Viele Aufforderungen zu allerlei Mithilfe treten in unserer Zeit an die gl\u00e4ubigen Christen heran. Dadurch entsteht die Gefahr, dass sie ihre Kr\u00e4fte zersplittern, f\u00fcr Aufgaben verwenden, zu denen sie nicht von Gott berufen sind. Wohl uns, wenn wir nichts nach eigener Wahl und eigenem Gutd\u00fcnken unternehmen, sondern immer zuerst des Willens Gottes gewiss zu werden versuchen!<\/p>\n<p><strong>* Sein Gang war stetig und gewiss:<\/strong> Der zweite Segen bestand darin, dass David ein stetiger, fester Charakter wurde, der kein Hin- und Herschwanken kannte. Als David der g\u00f6ttlichen Weisung folgen und nach Kegila ziehen wollte, stie\u00df er auf den Widerstand in seiner Umgebung. Seine M\u00e4nner wiesen darauf hin, dass sie mit ihrer eigenen Sicherheit genug zu tun h\u00e4tten. Sie sahen in dem Weg nach Kegila eine Vermehrung der ihnen durch Saul drohenden Gefahr. Der sp\u00e4tere Versuch Sauls, David in Kegila gefangen zu nehmen (V. 7f), zeigt, dass ihre Bedenken nicht unbegr\u00fcndet waren. Davids Streiter meinten, man d\u00fcrfe ihnen, den sehr Gef\u00e4hrdeten, nicht zumuten, sich um anderer willen noch mehr in Gefahr zu bringen. Sie handelten nach dem Grundsatz: Jeder ist sich selbst der N\u00e4chste. David geriet durch den Widerspruch der M\u00e4nner in eine schwierige Lage. Auf der einen Seite hatte er die klare g\u00f6ttliche Weisung, nach Kegila zu ziehen. Auf der anderen Seite widersetzte sich die Gesamtheit seiner Umgebung diesem Plan. Was tat David in dieser Notlage? Lie\u00df er sich durch seine Umgebung umstimmen und verzichtete er auf den Marsch nach Kegila? Das w\u00e4re Schw\u00e4che gewesen. David wusste, dass er unter einer h\u00f6heren Leitung stand und dass diese in allen Fragen den letzten Ausschlag geben sollte. Als nun seine M\u00e4nner ihn durch ihren Widerstand aus der g\u00f6ttlichen F\u00fchrung heraus zu dr\u00e4ngen versuchten, lie\u00df er sich durch sie nicht unsicher machen, sondern suchte aufs neue Klarheit bei dem Herrn selbst. Er fragte den Herrn zum zweiten Mal. Und zum zweitenmal gab ihm der Herr den Befehl, nach Kegila zu ziehen. Durch diese erneute Best\u00e4tigung des g\u00f6ttlichen Willens wurde Davids Gang fest und unersch\u00fctterlich. Jetzt konnte und durfte auch der Widerstand aller seiner M\u00e4nner ihn nicht ins Wanken bringen. Durch Davids Festigkeit wurde vielmehr der Widerstand seiner M\u00e4nner \u00fcberwunden, so dass sie David folgten (V. 5). Viele Menschen lassen sich in ihrem Tun nur durch Einfl\u00fcsse ihrer Umgebung bestimmen. Dadurch wird ihr Gang schwankend und unzuverl\u00e4ssig. Sie sind Wetterfahnen. Wer aus dieser verkehrten Art herausgehen m\u00f6chte, der lerne aus Davids seliger Gewohnheit! Sie macht unseren Gang stetig und gewiss. Wie n\u00f6tig sind in unserer Zeit solche Leute, deren Gang von Gott festgemacht ist!<\/p>\n<p><strong>* Er nahm auch unangenehme Erfahrungen aus Gottes Hand:<\/strong> Der dritte Segen bestand darin, dass David \u00fcber schmerzliche Erfahrung menschlicher Undankbarkeit leichter hinwegkam. Davids Rettungsversuch gelang. Er brachte den Philistern eine gro\u00dfe Niederlage bei und befreite die Stadt Kegila. \u00bbDavid tat eine gro\u00dfe Schlacht; so errettete er die zu Kegila\u00ab (V. 5). Nach dieser Rettungstat, die David trotz des Widerspruchs seiner M\u00e4nner ausgef\u00fchrt hatte, durfte er doch sicherlich auf die Dankbarkeit und Treue der Bewohner rechnen. Leider musste er das Gegenteil erleben. Er, der die Stadt aus gro\u00dfer Gefahr befreit hatte, geriet gleich darauf selbst in Gefahr. Saul hatte den Aufenthalt Davids in Kegila erfahren und zog aus, um ihn dort gefangen zu nehmen. Jetzt musste es sich zeigen, ob die Einwohner Kegilas ihrem Erretter Treue und Dankbarkeit beweisen oder nur an ihre eigene Sicherheit denken w\u00fcrden. Gewiss h\u00e4tte David von den durch ihn befreiten Einwohnern Gegenliebe erwarten k\u00f6nnen. Aber er musste die Wahrheit des Wortes erfahren: Undank ist der Welt Lohn. Als er die neue, durch Sauls Plan entstehende Gefahr vor Gott brachte, auch Gott um Licht \u00fcber die Zuverl\u00e4ssigkeit der Bewohner Kegilas bat, musste er die betr\u00fcbende Antwort vernehmen, dass er auf irgendwelchen Schutz seitens dieser Leute nicht rechnen d\u00fcrfe. Sie dachten weniger an ihre Dankespflicht als an die eigene Sicherheit. Durch solche Erfahrung menschlichen Undankes h\u00e4tte David in Groll und Bitterkeit geraten und die Lust zu weiteren Taten der Liebe und Barmherzigkeit verlieren k\u00f6nnen. Da ihm aber dieses betr\u00fcbende Licht \u00fcber die Bewohner Kegilas durch g\u00f6ttliche Antwort zuteilwurde, konnte er leichter, ohne innerlich Schaden zu nehmen, \u00fcber die schmerzliche Erfahrung menschlichen Undanks hinwegkommen. Wie oft nehmen Menschen dadurch an ihrer Seele Schaden, dass sie \u00fcber diese und jene Erfahrung menschlichen Undanks und menschlicher Untreue nicht hinwegkommen k\u00f6nnen, sondern in bleibende Verstimmung und Verbitterung hineingeraten! Wer wie David mit allen Fragen und Schwierigkeiten zum Gnadenthron eilt, der lernt auch alle unangenehmen Erfahrungen aus Gottes Hand hinnehmen. Ihm wird es leichter, auch bei schmerzlichen Erlebnissen im inneren Gleichgewicht zu bleiben. So sehen wir, wie Davids Gewohnheit mancherlei k\u00f6stlichen Gewinn mit sich brachte. Lasst uns seine Gewohnheit zur unsrigen machen\u201c!<\/p>\n<p><strong>V. 2:<\/strong> \u201eDavid, der Mann nach dem Herzen Gottes, ist in mancherlei Notlagen gekommen. Aber immer ging er denselben Weg. Er eilte mit allem, was ihm unklar war, zum Herrn selber, um Licht und Leitung zu erflehen. Aus dieser heiligen Gewohnheit erwuchs dem David mannigfaltiger Segen. Zun\u00e4chst blieb ihm die Gewissheit erhalten, dass er auf Gottes Wegen und nicht auf eigenen Wegen wandelte. Das war besonders bedeutsam in der Lage, die in 1Sam. 23 geschildert wird. David lebte damals noch in der Verfolgungszeit durch Saul. Da wurde ihm die Nachricht gebracht, die Philister h\u00e4tten die Grenzstadt Kegila \u00fcberfallen und seien dabei, die Getreidevorr\u00e4te abzuschleppen. Darin lag die unausgesprochene Bitte um Hilfe. David aber brach daraufhin nicht sofort auf, sondern suchte Gottes Angesicht und fragte: &#8222;Soll ich hingehen und die Philister schlagen?&#8220; Manch einer w\u00fcrde in diesem Falle das Gebet um Leitung f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig gehalten und die Frage selber entschieden haben. David aber hielt es mit Recht f\u00fcr notwendig, Gott zu fragen. Er wollte bei einem etwaigen Kriegszug vor allen Dingen die Gewissheit haben, dass dies Unternehmen von Gott gewollt sei. Besa\u00df er diese Klarheit, so war er des gl\u00fccklichen Ausganges gewiss. &#8211; Und David blieb nicht ohne g\u00f6ttliche Antwort. Der Herr gab ihm volle Klarheit dar\u00fcber, dass der Weg nach Kegila der rechte sei. Jetzt konnte er getrost und zuversichtlich dorthin gehen. &#8211; Auch bei all unseren Pl\u00e4nen kommt es darauf an, ob dieselben mit Gottes Willen \u00fcbereinstimmen. Ist das der Fall, so wird kein Hindernis uns aufhalten k\u00f6nnen. &#8211; Viele Aufforderungen zu allerlei Mithilfe treten in unserer Zeit an den gl\u00e4ubigen Christen heran. Dadurch entsteht die Gefahr, dass sie ihre Kr\u00e4fte zersplittern und f\u00fcr Aufgaben verwenden, zu denen sie nicht von Gott berufen sind. Wohl uns, wenn wir uns nicht vom eigenen Gutd\u00fcnken, sondern von Gottes Willen leiten lassen\u201c (Alfred Christlieb).<\/p>\n<p><strong>V. 4:<\/strong> \u201eF\u00fcr alle, die auf Gottes Wegen wandeln wollen, gilt es, nach Davids Vorbild den Herrn immer wieder um Rat und Licht zu bitten. Mit einer Befragung ist es nicht immer getan. Unser Geschick wechselt oft in \u00fcberraschend kurzer Zeit. Dann steht man wieder da und wei\u00df nicht, was man tun soll. Davids Beispiel zeigt uns das richtige Verhalten in solchem Falle: Er fragte Gott ein zweites Mal! Ihm war die Weisung zuteil geworden: \u201aZieh gen Kegila\u2018! Bei seinen M\u00e4nnern aber stie\u00df er auf Widerstand. Sie sahen in diesem Kriegszug nach Kegila eine Vermehrung der Gefahr die ihnen durch Saul drohte, denn Kegila lag in dessen Herrschaftsbereich. Der sp\u00e4tere Versuch Sauls, David in Kegila gefangenzunehmen (V. 7ff), zeigt, dass ihre Bedenken nicht unbegr\u00fcndet waren. Davids M\u00e4nner handelten nach dem Grundsatz: Jeder ist sich selbst der N\u00e4chste. &#8211; Was sollte David nun tun? Einerseits hatte er die klare, g\u00f6ttliche Weisung, nach Kegila zu ziehen. Auf der anderen Seite widersetzten sich seine Leute diesem Plan. Lie\u00df David sich nun einfach umstimmen? Das w\u00e4re Schw\u00e4che gewesen. David stand unter g\u00f6ttlicher Leitung. Gott sollte in allen Dingen den letzten Ausschlag geben. So fragte David den Herrn ein zweites Mal. Und wieder gab der Herr ihm den Befehl: \u201aZieh gen Kegila\u2018! Durch die erneute Best\u00e4tigung des g\u00f6ttlichen Befehls wurde Davids Gang fest und unersch\u00fctterlich. Seine M\u00e4nner vermochten ihn nicht wankend zu machen, vielmehr vermochte er sie umzustimmen, dass sie willig mit ihm gingen. &#8211; Viele Menschen lassen sich schnell durch ihre Umgebung beeinflussen. Dadurch wird ihr Gang schwankend und unzuverl\u00e4ssig. Sie sind Wetterfahnen. Wer aus dieser verkehrten Art heraus will, der lerne von Davids seliger Gewohnheit. Sie macht unsern Gang stetig und gewiss. &#8211; Wie n\u00f6tig sind in unserer Zeit Leute, deren Gang Gott fest gemacht hat!\u201c (Alfred Christlieb).<\/p>\n<p><strong>V. 5:<\/strong> \u201eDavids Rettungsversuch gelang. Er brachte den Philistern eine schwere Niederlage bei und befreite die Stadt Kegila. &#8211; Man h\u00e4tte annehmen d\u00fcrfen, dass die Einwohner der aus so gro\u00dfer Not befreiten Stadt dem David f\u00fcr diese Tat rechte Dankbarkeit bewiesen h\u00e4tten. Leider musste David das Gegenteil erleben. Saul erfuhr, dass David sich in Kegila aufhalte. Er sprach: \u201aNun hat Gott ihn in meine H\u00e4nde gegeben, dass er eingeschlossen ist\u2018. Er lie\u00df das ganze Volk aufbieten zur Belagerung von Kegila. Als David von diesem Plan Kunde erhielt, fragte er Gott: \u201aWird Saul herabkommen\u2018? &#8211; Der Herr antwortete: \u201aJa\u2018! \u2013 \u201aWerden die B\u00fcrger zu Kegila mich dem Saul \u00fcberantworten\u2018? &#8211; Der Herr antwortete: \u201aJa\u2018! &#8211; David musste die Wahrheit des Wortes erleben: Undank ist der Welt Lohn. Die Leute von Kegila dachten mehr an ihre Sicherheit als an ihre Dankespflicht. &#8211; Durch diese Erfahrung menschlichen Undanks h\u00e4tte David in Groll und Bitterkeit geraten und die Lust zu weiteren Taten der Liebe und Barmherzigkeit verlieren k\u00f6nnen. Nun ihm aber dieser betr\u00fcbende Aufschluss \u00fcber die Gesinnung der Leute in Kegila durch g\u00f6ttliche Antwort zuteil geworden war, konnte er \u00fcber diese schmerzliche Erfahrung wegkommen, ohne sich schlimm zu \u00e4rgern. &#8211; Wie oft nehmen Menschen an ihrer Seele Schaden, wenn sie menschliche Untreue und menschliche Undankbarkeit erleiden m\u00fcssen. Sie werden krank vor Zorn und Erbitterung. Wer aber wie David mit allen Fragen und Schwierigkeiten zum Gnadenthron eilt, der lernt auch die unangenehmen Erfahrungen aus Gottes Hand hinzunehmen. Ihm wird es leichter, auch bei schmerzlichen Erlebnissen im inneren Gleichgewicht zu bleiben. &#8211; So haben wir gesehen, wie Davids heilige Gewohnheit, den Herrn in jeder Lage um Rat zu fragen, ihm k\u00f6stlichen Gewinn brachte. &#8211; Wollen wir nicht auch also tun?\u201c (Alfred Christlieb).<\/p>\n<p>Unter dem Stichwort \u201eFrommes Geschw\u00e4tz und frommer Wandel\u201c entdeckt <strong>Alfred Christlieb<\/strong> folgende Unterschiede zwischen David und Saul: \u201eIn diesem Kapitel [1Sam 23] wird mehrmals fromm geredet, ohne dass die Worte aus einem frommen Herzen flie\u00dfen. Als Saul die Nachricht erh\u00e4lt, dass David in Kegila ist, sagt er: \u201aGott hat ihn in meine H\u00e4nde \u00fcbergeben, da\u00df er eingeschlossen ist\u2018 (V. 7). Desgleichen sagt Saul zu den Siphitern, die David an ihn verraten wollen: \u201aGesegnet seid ihr dem Herrn, dass ihr euch meiner erbarmt habt\u2018 (V. 21). Das sind fromme, hohle Worte, denen kein Wandel entspricht, der Gott gef\u00e4llt. Bei David h\u00f6ren wir solche Worte nicht, sehen aber einen frommen Wandel. Wir wollen drei Unterschiede betrachten zwischen solchen, die nur fromm schw\u00e4tzen, und solchen, die wahrhaft fromm sind:<\/p>\n<p>* Der fromme David fragt bei seinen Wegen den Herrn nach seinem Willen. Der fromme Schw\u00e4tzer Saul geht best\u00e4ndig Wege, bei denen er unm\u00f6glich den Herrn gefragt haben kann; denn diese Wege sind ung\u00f6ttlich. Bevor David nach Kegila zieht und ehe er Kegila wieder verl\u00e4sst, fragt er den Herrn. Saul aber zieht zur Verfolgung Davids hasserf\u00fcllt hinaus, ohne zu fragen, ob dieser Weg gottgewollt ist.<\/p>\n<p>* Der fromme David sucht Gemeinschaft mit treuen Leuten und verbindet sich aufs neue mit dem trefflichen Jonathan (V. 18). Der fromme Schw\u00e4tzer Saul aber verbindet sich mit h\u00f6chst fragw\u00fcrdigen Menschen, mit den sch\u00e4ndlichen Verr\u00e4tern von Siph. Diese geben den Aufenthalt des verfolgten David an, um sich dadurch die Gunst des K\u00f6nigs zu erwerben (V. 19f). &#8211; Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist!<\/p>\n<p>* Der fromme David lebt f\u00fcr andere. Er wagt sein Leben f\u00fcr die bedr\u00e4ngten Einwohner von Kegila. Der fromm schw\u00e4tzende Saul lebt nur f\u00fcr sich, f\u00fcr seine pers\u00f6nlichen Ziele und W\u00fcnsche. Seine vielen Wege und Verfolgungsz\u00fcge bringen niemandem im Land Nutzen. Es geht dabei immer nur darum, die eigene Herrschaft gegen David zu behaupten, den Gott doch f\u00fcr den Thron bestimmt hat. Gott helfe uns, dass wir nicht fromm reden, sondern fromm wandeln! Fromme Schw\u00e4tzer wie Saul tr\u00e4umen zwar von Erfolgen (V. 7), aber sie erlangen sie nicht (V. 14). Wahrhaft Fromme wie David bekommen Sieg und Bewahrung von Gott, auch wenn ihre Wege durch Leiden f\u00fchren\u201c (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2).<\/p>\n<p><strong>V. 16-18:<\/strong> \u201eDie Kunde, dass David von Kegila aus weiter gefl\u00fcchtet ist, dringt zu Saul. Dieser sieht zun\u00e4chst von dem bereits beschlossenen Kriegszug gegen David ab (23,13). Jonathan aber, der den Freund David in der N\u00e4he wei\u00df, macht sich auf, ihn zu suchen, und erfindet ihn auch: \u201aEr ging hin zu David in die Heide und st\u00e4rkte seine Hand in Gott und sprach zu ihm: F\u00fcrchte dich nicht! Meines Vaters Saul Hand wird dich nicht finden, und du wirst K\u00f6nig werden \u00fcber Israel, so will ich der N\u00e4chste um dich sein\u2018. Zukunftsschl\u00f6sser! Wie in einem Bergwerk edles Metall und wertloses Gestein nebeneinander lagern, so kann auch in einem Satz eine g\u00f6ttliche Wahrheit und ein menschlicher Irrtum ausgesprochen werden. Das ist hier der Fall: \u201aDu wirst K\u00f6nig werden &#8230; ich will der N\u00e4chste um dich sein\u2018. Gibt es klare biblische Kennzeichen, an denen wir gediegene g\u00f6ttliche \u00dcberzeugungen von menschlichen Phantasiegebilden unterscheiden k\u00f6nnen? &#8211; Ja!<\/p>\n<p><strong>* Die g\u00f6ttliche Wahrheit:<\/strong> F\u00fcr den ersten Teil seines Trostes hatte Jonathan ein klares g\u00f6ttliches Wort als Grundlage. Gott hatte dem Samuel den Befehl gegeben, David zum K\u00f6nig und Nachfolger Sauls zu salben (1Sam 16,1+12f). Kein Toben und W\u00fcten und Verfolgen konnte daran etwas \u00e4ndern. Es war und blieb g\u00f6ttliche Verhei\u00dfungswahrheit: \u201aDu wirst K\u00f6nig werden\u2018!<\/p>\n<p><strong>* Der menschliche Irrtum:<\/strong> Anders ist es bei dem zweiten Teil: \u201aIch will der N\u00e4chste um dich sein\u2018? Daf\u00fcr hatte Jonathan keine g\u00f6ttliche Zusage. Es war verst\u00e4ndlich, dass er sich eine helle Zukunft zusammen mit dem Freund ausmalte. Wie sch\u00f6n w\u00e4re das gewesen, wenn die beiden ihre treue Freundschaft zusammen in der Regierung des Volkes bew\u00e4hrt h\u00e4tten! Das w\u00e4re sicherlich eine gl\u00fcckliche Zeit geworden. Aber menschliche Zukunftsschl\u00f6sser &#8211; nicht g\u00f6ttlicher Plan! Wir wollen es uns gesagt sein lassen: Zuverl\u00e4ssiges Wissen \u00fcber die Zukunft hat Gottes Wort zur Grundlage; sch\u00f6ne menschliche Pl\u00e4ne sind in die Luft gebaut. Wie viele solcher Luftschl\u00f6sser sind schon zusammengebrochen zum Entsetzen derer, die darin wohnen wollten\u201c (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2)!<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/strong><\/p>\n<p>Verfolgt, aber nicht verlassen, den<\/p>\n<p>a) Gott bestimmt den Wendepunkt<\/p>\n<p>b) Gott hilft auf dem Tiefpunkt<\/p>\n<p>c) Gott st\u00e4rkt zum richtigen Zeitpunkt<\/p>\n<p>(nach Wilhelm Wagner)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<\/p>\n<p>a) Siegesweg (V. 1-6)<\/p>\n<p>* nie der eigene Weg<\/p>\n<p>* immer der g\u00f6ttliche Weg<\/p>\n<p>* m\u00f6glichst der gemeinsame Weg<\/p>\n<p>b) Holzweg (V. 7f)<\/p>\n<p>* Selbstherrlichkeit<\/p>\n<p>* Selbstm\u00e4chtigkeit<\/p>\n<p>* Selbstsicherheit<\/p>\n<p>c) Fluchtweg (V. 9-14)<\/p>\n<p>* informiert, aber eigenverantwortlich<\/p>\n<p>* entt\u00e4uscht, aber nicht bitter<\/p>\n<p>* heimatlos, aber geborgen<\/p>\n<p>d) Ausweg (V. 15-18)<\/p>\n<p>* erlebte Gemeinschaft<\/p>\n<p>* \u00fcberwundene Mutlosigkeit<\/p>\n<p>* begr\u00fcndete Festigkeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Fritz Gr\u00fcnzweig:<\/p>\n<p>a) Die Treue des Gesalbten<\/p>\n<p>b) Die Untreue dem Gesalbten gegen\u00fcber<\/p>\n<p>c) Die Treue gegen\u00fcber dem Gesalbten<\/p>\n<p>d) Gottes Treue<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gottes F\u00fchrung vertrauen Predigtthema: Verfolgt, aber nicht verlassen Bibelstelle: 1. Samuel 23,1-18 Verfasser: Thomas Richter Eine Predigthilfe enth\u00e4lt nur Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren. 1. TEXT- [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-1819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-samuel"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-29 03:48:44","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1819\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}