{"id":1795,"date":"2011-06-14T07:55:19","date_gmt":"2011-06-14T05:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/apps.wbb-online.de\/predigthilfen\/?p=1795"},"modified":"2011-06-14T07:55:19","modified_gmt":"2011-06-14T05:55:19","slug":"predigthilfe-vom-3-juli-2011-1-samuel-15-1-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-juli-2011-1-samuel-15-1-35\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3. Juli 2011 &#8211; 1. Samuel 15, 1-35"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gottes Willen annehmen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Predigtthema: Ein gro\u00dfer K\u00f6nig, aber nicht mehr der \u201eKing\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 1. Samuel 15,1-35<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<h2>Verfasser: Thomas Richter<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Predigthilfe enth\u00e4lt nur Hinweise f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesem Monat er\u00f6ffnen wir eine neue aufeinander aufbauende Reihe, in der wir an Hand von alttestamentlichen Predigttexten (1. + 2. Samuel) aufzeigen wollen, wie wir im Alltag \u201eGottes Willen annehmen\u201c (Juli), \u201eGottes F\u00fchrung vertrauen\u201c (August) und \u201eGottes Vergebung erbitten\u201c (September) k\u00f6nnen. Der Einstieg in diese Reihe erfolgt mit Texten aus 1. Samuel, wobei im Monat Juli drei pr\u00e4gende Gestalten in Erscheinung treten:<\/p>\n<p>* Samuel \u2013 von Gott vorbereitet<\/p>\n<p>* Saul \u2013 von Menschen erbeten<\/p>\n<p>* David \u2013 nach dem Herzen Gottes<\/p>\n<p>Am Leben von Saul l\u00e4sst sich erkennen, dass das Gehen eigener Wege ein Ab- bzw. Irrweg ist. Unser Predigttext (1Sam 15,1-35) verdeutlicht von daher, dass man zwar \u00e4u\u00dferlich ein gro\u00dfer K\u00f6nig sein kann, aber man auf Grund seines geistlichen Zustands man eigentlich nichts mehr zu sagen hat (= Predigtthema: Ein gro\u00dfer K\u00f6nig, aber nicht mehr der \u201eKing\u201c). Da sich der Predigttext aus vielen aufeinander aufbauenden Dialogen zusammensetzt, kann neben dem strukturierten (vgl. die Predigtgliederung von Wiersbe) evtl. auch eine thematische Gliederung hilfreich sein. Hierzu k\u00f6nnte zum Beispiel zuerst aufgezeigt werden, was der Wille Gottes ist und wie er sich offenbart. In einem zweiten Schritt kann dann als Kontrast aufgezeigt werden, wie Saul und Samuel darauf reagieren. Beide haben M\u00fche mit dem Willen Gottes, aber einer ordnet sich unter (= Samuel) und einer ordnet sich \u00fcber (= Saul) den Willen Gottes. Klaus Bockm\u00fchl hat dazu folgenden Zusammenhang erkannt und hergestellt: \u201eUngehorsam ist G\u00f6tzendienst, denn es ist die Verehrung des eigenen Willens\u201c. Wenn wir zum Herrn sagen k\u00f6nnen &#8211; \u201eDein Wille geschehe!\u201c \u2013 dann sind wir auf dem Weg der Gnade, aber wenn der Herr zu uns sagen muss &#8211; \u201eDein Wille geschehe!\u201c \u2013 dann befinden wir uns im Gericht. Im Rahmen der Verk\u00fcndigung weisen wir darauf hin, dass es nie nur um die rein \u00e4u\u00dfere Erf\u00fcllung des Willen Gottes geht, sondern immer auch die innere Herzenseinstellung entscheidend ist (vgl. 1Sam 15,22 z.B. mit Mt 9,13; 12,7; Mk 12,33 und Spr 15,8; 21,3; Pred 4,17; Jes 1,11-17; Hosea 6,6; Amos 5,22.24; Micha 6,6-8). Auch im AT kommt die Rettung durch den Glauben (vgl. Hebr 11) und nicht allein aus der Opferhandlung. Aber wo der Glaube fehlt, da fehlt auch die Kraft zum Gehorsam (siehe \u201eSaul\u201c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<\/p>\n<p>* Martin Holland. Das erste Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 166-177).<\/p>\n<p>* Warren W. Wiersbe. Sei erfolgreich: Reichtum gewinnen, den man nicht mit Geld kaufen kann. Studien zum AT: 1. Samuel 1-31. Christliche Verlagsanstalt (S. 90-95).<\/p>\n<p>* Karl Gutbrod. Das Buch vom K\u00f6nig: Das erste Buch Samuel. Die Botschaft des Alten Testaments 11,1. Calwer Verlag (S. 110-125).<\/p>\n<p>* W.I. Thomas. Christus in Euch: Dynamik des Lebens. H\u00e4nssler (Kap. 9: \u201eDer Mann, der sich zu erinnern verga\u00df\u201c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere erl\u00e4uternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (<a href=\"http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf\">http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/JohnMacArthurStudienbibel\/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf<\/a> &#8211; S. 418-420).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 15.08.1993 mit dem Titel \u201eEin K\u00f6nig sucht Ehre\u201c (1Samuel 15,10-31). Diese Botschaft findet ihr unter <a href=\"http:\/\/www.sermon-online.de\/\">www.sermon-online.de<\/a>, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. 1. Samuel 15] und \u201eAutor\u201c [z.B. Winrich Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDrei Herzensfehler f\u00fchrten Saul auf seinen Irrweg:<\/p>\n<p><strong>* Habsucht:<\/strong> Die v\u00f6llige Vernichtung der Siegesbeute im Krieg gegen die grausamen und r\u00e4uberischen Amalekiter hatte Gott befohlen. Weshalb schont nun Saul die besten Rinder (V. 9)? Es tat ihm und dem Volk leid, so viel Gewinn fahren zu lassen. Wie gut konnten sie die erbeuteten Tiere zum Opfern brauchen, anstatt ihre eigenen nehmen zu m\u00fcssen! Habsucht st\u00fcrzt Tausende auf die absch\u00fcssige Bahn. Das zeigen Judas, Achan (Jos 7), Gehasi (2K\u00f6n 5) und viele andere.<\/p>\n<p><strong>* Hochmut:<\/strong> Saul nimmt den gefangenen Amalekiterk\u00f6nig Agag mit, um seinen Triumph zu erh\u00f6hen. Er macht sich selbst eine Siegess\u00e4ule (V. 12) und muss von Samuel h\u00f6ren: \u201aDa du klein warst vor deinen Augen, wurdest du das Haupt unter den St\u00e4mmen Israels\u2018 (V. 17). Ja, einst war er klein, aber er blieb nicht klein! Hochmut hei\u00dft der Anfang des Irrwegs, die falsche Weichenstellung hier bei Saul, in 2Chr 26,16 bei Usia. Wer im rechten Geleise eines fruchtbaren Glaubensweges bleiben will, muss klein werden und klein bleiben.<\/p>\n<p><strong>* Heuchelei:<\/strong> Saul verstellt sich vor Samuel: Er gr\u00fc\u00dft ihn mit dem Wort: \u201aGesegnet seist du dem Herrn! Ich habe des Herrn Wort erf\u00fcllt\u2018 (V. 13). Das war L\u00fcge. Zwar lie\u00df sich dieses Wort so drehen und wenden, dass auch etwas Wahrheit in ihm war; denn Saul hatte einige von Gottes Anweisungen in der Tat erf\u00fcllt. Aber im ganzen Verhalten Sauls sp\u00fcrt man: Er ist nicht aufrichtig. Er bem\u00fcht sich mit gro\u00dfer Anstrengung, sich selbst einen besseren Anschein vor Samuel zu geben, als es ihm in Wirklichkeit zukommt. Mit frommem Vorwand tarnt er seine Habsucht: \u201aDas Volk verschonte die besten Schafe und Rinder um des Opfers willen des Herrn, deines Gottes\u2018 (V. 15). Wer von der Lauterkeit und Wahrheit abweicht, wer besser scheinen will, als er ist, der hat den g\u00f6ttlichen Weg verlassen! Gott bewahre uns vor Sauls Habsucht, Hochmut und vor seiner Heuchelei (nach Alfred Christlieb, Licht von Oben Bd. 1)!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Walter L\u00fcthi f\u00fchrt in unseren Predigttext wie folgt ein: \u201e\u2018Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer, und Aufmerken besser denn das Fett von Widdern\u2018 (V. 22). Mit gutem Grund haben die V\u00e4ter unseres Glaubens dieses Wort fettgedruckt. Es bildet tats\u00e4chlich die Mitte des Kapitels. \u201aGehorsam ist besser denn Opfer\u2018. Es geht hier um den Gehorsam. Dabei sind wir uns klar, dass gerade Gehorsam nicht eben zu den Fernsehschlagern und Modeartikeln dieser Zeit geh\u00f6rt. Nun, lange nicht alles, was Mode ist, ist schon deswegen gut. Und um einiges, das aus der Mode kommt, ist es schade. So wollen wir denn heute bewusst ein wenig altmodisch und fr\u00f6hlich unzeitgem\u00e4\u00df sein und miteinander dar\u00fcber nachdenken, was f\u00fcr eine Bewandtnis es mit dem Gehorsam hat. Tats\u00e4chlich wird hier an K\u00f6nig Sauls Verhalten ganz besonders klar, was Gehorsam ist. Der Gesalbte Gottes hat durch den Propheten Samuel einen g\u00f6ttlichen Auftrag bekommen. Saul soll am Volk der Amalekiter den sogenannten \u201aBann\u2018 vollziehen. Das sieht aus wie Krieg, hat aber mit dem Aufeinanderlosgehen zweier V\u00f6lker, was man sonst unter Krieg versteht, nichts zu tun und kann darum auch nicht ohne weiteres damit verglichen werden. Der Bann ist ein g\u00f6ttlicher Gerichtsakt. Der richterliche Vollzug einer Todesstrafe in Gottes Auftrag. Die Amalekiter haben die Todesstrafe verdient. L\u00e4ngst mehr als verdient. Seinerzeit, als Gott sein Volk aus \u00c4gypten f\u00fchrte, kaum war es durch den Untergang seines Hauptfeindes im Roten Meer den Nachstellungen Pharaos entronnen, wurden ihm die Amalekiter aufs\u00e4ssig. Mitten in der W\u00fcste hilflos und schutzlos den w\u00fcstengewohnten Amalekitern ausgeliefert, schwebte Israel damals in Gefahr, aufgerieben zu werden. Das war damals, als Mose auf dem Berg w\u00e4hrend der Entscheidungsschlacht, die auf der Ebene unten tobte, die H\u00e4nde hochhielt und f\u00fcrs Volk um Rettung flehte. Es war nach jener Rettung, als Mose von Gott den Auftrag bekam, in ein Buch die Worte zu schreiben: \u201aIch will den Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke\u2018 (2Mose 17,14). Seit dieser schriftlich niedergelegten Verf\u00fcgung Gottes sind nun allerdings nicht nur Jahre und Jahrzehnte vergangen, sondern Jahrhunderte. Menschlich gesprochen w\u00e4re Amaleks Schuld l\u00e4ngst verj\u00e4hrt. Aber was sind f\u00fcnf Jahrhunderte vor Gott, dem tausend Jahre so viel z\u00e4hlen wie ein Tag und wie eine Nachtwache! Wenn Gott mit der Erf\u00fcllung seines Gerichtswortes so lange zugewartet hat, kann das nur den einen Sinn haben, dass er den Amalekitern Zeit einr\u00e4umen wollte, sich eines Besseren zu besinnen. \u201aBarmherzig und gn\u00e4dig ist der Herr, geduldig und von gro\u00dfer G\u00fcte\u2018. Aber die Amalekiter spekulieren darauf, die alte Rechnung sei vergessen, und fahren weiter mit Schuldenmachen. Noch vom letzten Amalekiterk\u00f6nig Agag hei\u00dft es, \u201asein Schwert hat Israels Weiber ihrer Kinder beraubt\u2018 (33). So treibt Amalek bis in die j\u00fcngste Vergangenheit kr\u00e4ftig Missbrauch mit Gottes Langmut und Geduld. Wer aber meint, Gott vergesse auch nur ein einziges, einmal gesprochenes Gerichts- oder Verhei\u00dfungswort, treibt h\u00f6chst gewagte Fehlspekulation. Das Ma\u00df der Amalekiter ist jetzt offenbar vollgelaufen. Gott schreitet zum Gerichtsvollzug. \u201aGottes M\u00fchlen \u2013\u2018. Und nun ist K\u00f6nig Saul als Gerichtsvollstrecker ausersehen, Saul hat somit als Scharfrichter Gottes zu amtieren. K\u00f6nig sein ist an sich schon schwer. Und gar K\u00f6nig Israels, Gesalbter Gottes sein! Seinerzeit, als Gott sein Gericht an Pharao vollstrecken lie\u00df, benutzte er als Werkzeuge den Wind und das Meer. Die herzlosen Elemente. Gott wird wissen, warum er sich diesmal, da es sich um das l\u00e4ngst f\u00e4llige Gericht an den Amalekitern handelt, eines Menschen bedient. Eines Menschen mit einem Herzen im Leib. Und Saul ist ein hochherziger Mensch! \u2013 Das Recht, von Gott eine Begr\u00fcndung f\u00fcr dieses sein Vorgehen zu fordern, steht uns nicht zu. Dass Gott genau wei\u00df, was f\u00fcr ein furchtbares Unternehmen er hier einem Menschen zumutet, geht \u00fcbrigens daraus hervor, dass er ihm seinen Auftrag auff\u00e4llig exakt umschreibt: \u201aSchone ihrer nicht, sondern t\u00f6te Mann und Weib, Kinder und S\u00e4uglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!\u2018 (3). Hier springt einen das kalte Entsetzen an. Der Hauptleidtragende aber ist hier nun allerdings nicht Saul, sind auch nicht wir, die solches mitanh\u00f6ren m\u00fcssen, sind nicht einmal die Amalekiterm\u00fctter und -s\u00e4uglinge. Der Hauptbetroffene ist hier der Vater, der, um seinen Heilswillen durchzusetzen, diejenigen schlagen muss, die sich diesem Rettungswillen hindernd und herausfordernd in den Weg stellen. Der Gott, der hier das fremde Wort sagen muss \u201aschone ihrer nicht\u2018, ist genau der gleiche Gott, der sp\u00e4ter \u201aseines eigenen Sohnes nicht hat verschont, sondern hat ihn f\u00fcr uns alle dahingegeben\u2018 (R\u00f6m 8). Wer wei\u00df, wie weh einem Vater die Hand tut, mit der er sein Kind z\u00fcchtigen muss, der sieht hier Gottes Vaterhand bluten. Das \u201aHaupt voll Blut und Wunden\u2018 taucht hier auf. Dass auch im furchtbaren Gericht \u00fcber die Amalekiter Gottes Barmherzigkeit hier nicht ausgeschaltet, sondern am Werk ist, geht aus einem nicht zu \u00fcbersehenden Zeichen hervor: Unter den Amalekitern wohnt ein kleiner Stamm. Die Keniter. Sie haben sich seinerzeit an den Grausamkeiten gegen Israel nicht beteiligt. Diese Keniter soll Saul durch rechtzeitige Aufforderung zur Flucht schonen, \u201adenn ihr tatet Barmherzigkeit an den Kindern Israel\u2018 (6). \u2013 \u201aSelig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen\u2018. Was nun K\u00f6nig Saul anbetrifft, so hat jetzt f\u00fcr ihn die Stunde der Entscheidung geschlagen. Gott stellt hier Sauls Gehorsam auf die Probe, gibt ihm eine Chance zu zeigen, welcher Art von K\u00f6nig er ist. Ob \u201aein K\u00f6nig wie ihn die Nationen haben\u2018, oder der Gesalbte Gottes. Wird er die Probe bestehen? Man wagt jetzt hier fast nicht weiterzulesen. Man sieht sich der atemberaubenden Frage gegen\u00fcber, ob man sich selber in solch einer Stunde bew\u00e4hrt h\u00e4tte. Saul will ganz ohne Zweifel sein, was man einen frommen Magistraten nennt. Das hei\u00dft, Saul gehorcht \u2013 und gehorcht doch nicht. Saul besteht das Examen \u2013 und f\u00e4llt doch durch. Saul gehorcht genau so, wie von alters her bis zum heutigen Tag fromme Leute, Magistraten und Nichtmagistraten, gehorchen: Saul gehorcht, aber mit Vorbehalt. Saul gehorcht mit Auswahl. Ach, man h\u00e4tte es menschlich mehr als nur begriffen, und wie w\u00fcnschte man doch, es w\u00fcrde jetzt von Saul hei\u00dfen, er habe den Gerichtsvollzug an den S\u00e4uglingen und M\u00fcttern nicht \u00fcbers Herz gebracht! Das st\u00e4nde ihm, dem wie wir wissen im Grunde Gem\u00fctvollen, wohl an. Und wer wei\u00df? Gott h\u00e4tte ihm dieses Vergehen der Menschlichkeit verziehen! \u2013 Man schaut sich jetzt fast die Augen aus nach so etwas. Aber davon steht nichts da. K\u00f6nig Saul schont zwar. Aber anders. Saul schont willk\u00fcrlich und eigenwillig. Und er schont statt unten \u2013 oben. An den minderen und an den r\u00e4udigen Tieren vollzieht er den Bann. Dem Dr\u00e4ngen des Volkes gegen\u00fcber nachgiebig aber schont er die sch\u00f6nen und gesunden. W\u00e4hrend sie sich einreden, diese sch\u00f6nen Tiere dann sp\u00e4ter Gott zu opfern, l\u00e4uft ihnen in Erwartung der fetten Opferanteile das Wasser schon jetzt im Munde zusammen. Und auch an den M\u00fcttern, Kindern und S\u00e4uglingen vollzieht Saul das Gericht. Aber K\u00f6nig Agag, seinen Standesgenossen, verschont er\u201d (Walter L\u00fcthi. Das erste Buch Samuel ausgelegt f\u00fcr die Gemeinde. Basel: Verlag Friedrich Reinhardt. S. 179-183).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alfred Christlieb zieht nachfolgenden Vergleich zwischen Saul (<strong>1Sam 15,24<\/strong>) und David (2Sam 12,13): \u201eWir haben hier zwei M\u00e4nner, welche die gleichen Worte sprechen. Beim einen bewirken sie volle Entlastung, Vergebung, Gnade und Frieden, beim anderen Verwerfung. Woran liegt das? Man k\u00f6nnte denken, weil beide ihre S\u00fcnde anerkennen und eingestehen, m\u00fcsste Gott auch beiden vergeben. Scheint Gott nicht ungerecht, wenn er so verschieden mit den beiden umgeht? \u2013 Nein, Gott ist nie ungerecht. Es liegt ein wesentlicher Unterschied vor in den beiden Bekenntnissen, obwohl der Wortlaut der gleiche ist. David erkennt r\u00fcckhaltlos seine Schuld an. Er beugt sich ohne Vorbehalt unter die ganze Gr\u00f6\u00dfe seiner Schuld und die ganze Schwere der verdienten Strafe. Anders Saul. Er gibt wohl auch seine Schuld zu, aber nur widerstrebend, weil er \u00fcberf\u00fchrt ist. Er sucht seine Schuld zu besch\u00f6nigen und sie m\u00f6glichst auf andere abzuschieben. Er sagt: Wir hatten die gute Absicht, dem Herrn ein Opfer darzubringen. Das Volk hat von dem Raub genommen. Saul sucht sich selber rein zu waschen. Wohl spricht sein Mund: \u201aIch habe ges\u00fcndigt\u2018. Aber dabei denkt er: Ich hab&#8217;s doch nicht so schlimm gemeint! Der Schlechteste bin ich noch lange nicht. Ich habe doch den Befehl Gottes ausgef\u00fchrt! \u2013 Vor Menschenaugen war Sauls Schuld lange nicht so gro\u00df wie Davids Schuld. Der hatte ja einen Ehebruch und einen Mord begangen. Saul dagegen hatte sich nur einen kleinen Ungehorsam zuschulden kommen lassen, indem er den K\u00f6nig und die besten Tiere der Amalekiter leben lie\u00df. Weshalb wird nun David begnadigt und Saul verworfen? Davids Reue war echt. R\u00fcckhaltlos beugte er sich vor Gott und bekannte in seinen Bu\u00dfpsalmen seine Schuld offen vor allem Volk. Saul dagegen suchte sein Ansehen vor den Menschen zu retten und bat Samuel: \u201aEhre mich doch vor den \u00c4ltesten\u2018! &#8211; Ist unsere Bu\u00dfe aufrichtig?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>V. 24<\/strong> (C.H. Spurgeon)<strong>:<\/strong> \u201eHier haben wir den Charakter des aufrichtigen Mannes \u2013 des Mannes, der nicht, wie Bileam, bis zu einem gewissen Grad aufrichtig ist in zwei Dingen; sondern hier haben wir den Mann, der gerade das Gegenteil ist \u2013 der nichts Hervorstechendes in seinem Charakter hat, sondern der sich von den Umst\u00e4nden leiten lie\u00df. So war Saul. Samuel bestrafte ihn, und er sagte: \u201aIch habe ges\u00fcndigt\u2018. Aber er meinte nicht, was er sagte; er entschuldigte sich mit der l\u00fcgnerischen Ausrede: \u201aIch f\u00fcrchtete das Volk\u2018! Saul f\u00fcrchtete nie jemanden; er tat immer seinen eigenen Willen \u2013 er war ein Despot. Unaufrichtigkeit war der Hauptzug in seinem Charakter. Eines Tages lie\u00df er David aus dem Bett holen, um ihn, wie er dachte, zu t\u00f6ten; an einem anderen Tag erkl\u00e4rte er: \u201aDas sei ferne, dass ich dir, mein Sohn David, etwas zuleide tun sollte\u2018. Bisweilen war Saul unter den Propheten und dann wieder unter den Zauberinnen; bald war er hier, bald dort, aber unaufrichtig in allem. So gibt es viele Leute in unseren Christenversammlungen. Sie stimmen sogleich mit allem \u00fcberein, was man ihnen sagen mag. Ihr Gewissen ist zart und gibt nach, sobald es ber\u00fchrt wird. Kaum ist es aber verwundet, so heilt es alsbald wieder. Sie haben \u2013 sozusagen \u2013 Herzen von Gummi, auf das man bei der leichtesten Ber\u00fchrung einen Eindruck machen kann, der aber nicht bleibt, weil es sogleich wieder in seine urspr\u00fcngliche Gestalt zur\u00fcckkehrt. Man kann solche Menschen zu allem bewegen, aber sie sind nicht fest in ihrem Wesen und kehren bald wieder zur\u00fcck zu dem, was sie vorher gewesen sind. So manche b\u00fccken sich mit ihrem Haupt und sprechen in der Kirche: \u201aWir haben uns, o Gott, verirrt von deinen Wegen\u2018; aber sie meinen das nicht, was sie sagen. Manche kommen zu ihrem Seelsorger und sagen: \u201aMeine S\u00fcnden sind mir leid\u2018; aber sie f\u00fchlen nicht, dass sie S\u00fcnder sind, sie sagen nur so, um ihrem Geistlichen zu gefallen. Manche weinen in der Kirche sehr bald, aber sie bleiben die alten, unbekehrten Leute, nachher wie vorher. Ihr Bekenntnis ist unaufrichtig. Bileam war gro\u00df in Allem, was er tat, im Guten, wie im B\u00f6sen; aber Saul, im Vergleich dazu, war klein in allen seinen Handlungen, so gro\u00df er auch war seiner K\u00f6rperl\u00e4nge nach\u201c (C.H. Spurgeon).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>a) Was ist der Wille Gottes?<\/p>\n<p>b) Was ist der Wille Sauls?<\/p>\n<p>c) Was ist der Wille Samuels?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder nach Warren W. Wiersbe:<\/p>\n<p>a) Saul ist Gott ungehorsam (V. 1-11)<\/p>\n<p>b) Saul bel\u00fcgt Samuel (V. 12-15)<\/p>\n<p>c) Saul disputiert mit Samuel (V. 16-23)<\/p>\n<p>d) Saul wird von Gott verworfen (V. 24-29)<\/p>\n<p>e) Saul wird von Samuel verworfen (V. 30-35)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gottes Willen annehmen Predigtthema: Ein gro\u00dfer K\u00f6nig, aber nicht mehr der \u201eKing\u201c Bibelstelle: 1. 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