{"id":1757,"date":"2011-03-19T10:30:50","date_gmt":"2011-03-19T08:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=578"},"modified":"2011-03-19T10:30:50","modified_gmt":"2011-03-19T08:30:50","slug":"predigthilfe-vom-24-4-2011-johannes-20-1-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-24-4-2011-johannes-20-1-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 24.4.2011 &#8211; Johannes 20, 1-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Wege zum Kreuz Jesu<br \/>Predigtthema: Glaube konkret &#8211; f\u00fcr J\u00fcnger<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 20, 1-18<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Predigtanlass ist das Osterfest. Im April hatten wir uns auf dieses Ereignis vorbereitet, indem wir die Wege Jesu zum Kreuz (= Monatsthema) betrachteten und dabei entdecken, welche Bedeutung f\u00fcr unseren Glauben darin liegt. Mit dem heutigen Predigttext (Joh 20,1-18) wollen wir aufzeigen, dass der Tod nicht die Macht hat, Jesus als Herrn und Heiland, festzuhalten. Mit Paulus wollen wir fr\u00f6hlich, freudig und mutig durch die Predigt bekennen: \u201e\u00bbTod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein t\u00f6dlicher Stachel?\u00ab Der Stachel, der uns den Tod bringt, ist die S\u00fcnde, und dass die S\u00fcnde solche Macht hat, liegt am Gesetz. Gott aber sei Dank! Durch Jesus Christus, unseren Herrn, schenkt er uns den Sieg! Haltet daher unbeirrt am Glauben fest, meine lieben Geschwister, und lasst euch durch nichts vom richtigen Weg abbringen. Setzt euch unaufh\u00f6rlich und mit ganzer Kraft f\u00fcr die Sache des Herrn ein! Ihr wisst ja, dass das, was ihr f\u00fcr den Herrn tut, nicht vergeblich ist\u201c (1Kor 15,55-58).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil \u2013 Edition C Bibelkommentar 7 (S. 337-359).<br \/>\n* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil \u2013 Wuppertaler Studienbibel (S. 227-236).<br \/>\n* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt Bd. 4. (S. 408-416).<\/p>\n<p>Hilfreiche Anmerkungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung enthalten der Predigttipp f\u00fcr den 08.04.2007 zu Joh 20,1-18 von Eckhard L\u00f6ffler (siehe unter www.wbb-online.de\/pt) und die Anregungen von G\u00fcnter Blatz zu Joh 20,1-18 (S. 11 unter http:\/\/www.die-apis.de\/uploads\/media\/Gemeinschaft_2008-03.pdf).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 07.04.1996 mit dem Titel \u201eWas weinst du?\u201c (Joh 20,11-18), vom 26.03.1989 mit dem Titel \u201eJesus lebt\u201c (Joh 20,1-10) und vom 03.04.1988 mit dem Titel \u201eZweifel am Ostermorgen\u201c (Joh 20,11-18). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 20] und \u201eAutor\u201c [z.B. Winrich Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Nach Konrad Ei\u00dfler:<br \/>\nEr ist nicht nur ein Leuchtender, sondern das Licht.<br \/>\nEr ist nicht nur ein Wegweiser, sondern der Weg.<br \/>\nEr ist nicht nur ein Wahrhaftiger, sondern die Wahrheit.<br \/>\nEr ist nicht nur ein Lebendiger, sondern das Leben.<br \/>\nEr ist nicht nur ein Gro\u00dfer, sondern der Herr.<br \/>\nEr ist der einzige, in dem wir Gott schauen k\u00f6nnen, wie er ist.<br \/>\nEr ist der einzige, von dem wir v\u00f6llig durchschaut und dennoch geliebt werden.<br \/>\nEr ist der einzige, bei dem ein Mensch die Schuld seines Lebens loswerden kann.<br \/>\nEr ist der einzige, der einen v\u00f6lligen Neuanfang des Lebens erm\u00f6glicht.<br \/>\nEr ist der einzige, der unserem Leben Sinn gibt und unser volles Vertrauen verdient.<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte Sie zu einem Osterspaziergang einladen. Vielleicht haben Sie ohnehin einen kleinen Ausgang vorgesehen und haben nichts gegen meine Begleitung. Im Gegensatz zum Weihnachtsfest, das wir am liebsten zu Hause in der gem\u00fctlichen Stube feiern, dr\u00e4ngt das Osterfest hinaus ins Freie. Mein Vorschlag jedoch w\u00e4re nicht hinauf auf den Berg, wo die Bl\u00fcte in vollem Gange ist, sondern hinaus auf den Friedhof. Gleich am oberen Eingang steht das nicht mehr ben\u00fctzte Kirchlein und am unteren Tor die beiden Aussegnungshallen f\u00fcr die vielen Feiern. Dazwischen, an einem Labyrinth von Wegen, unz\u00e4hlige Ruhest\u00e4tten der Toten. Gerne w\u00fcrde ich Sie auf die verschiedenartigen Grabsteine hinweisen. Hier ein einfacher Buntsandstein mit schwarzen Buchstaben. Dort ein teurer Marmor mit goldenen Lettern. Dr\u00fcben eine behauene Pyramide mit ausgewaschener Schrift. Aber alle Grabsteine, vom bescheidenen Kreuz bis zur ehrw\u00fcrdigen Tumba, sind doch Schlusssteine, die ein bitteres Ende markieren. Ein Weg ist abgebrochen, der zu zweit so sch\u00f6n war. Eine Aufgabe hat aufgeh\u00f6rt, die einen ganz ausf\u00fcllte. Eine Hoffnung ist dahin, die die Zukunft so hell machte. Grabsteine als Schlusssteine, wer hat sie nicht kennengelernt? Wer hat sie nicht schmerzlich erlitten? Wer hat keine Tr\u00e4nen vor ihnen geweint?<br \/>\nAuch Maria ist davon nicht verschont geblieben. Sie w\u00e4hlte an Ostern denselben Weg hinaus auf den Friedhof. Vor dem Grabstein Jesu stand sie und weinte. Ein Weg war abgebrochen, der damals im Marktflecken Magdala begonnen hatte, als dieser Heiland ihr eine teuflische Gebundenheit l\u00f6ste und sie ihm mit andern zusammen folgte. Eine Aufgabe hat aufgeh\u00f6rt, die sie als J\u00fcngerin und Magd dieses Meisters ganz ausf\u00fcllte. Eine Hoffnung war dahin, die die Zukunft so licht machte. Grabsteine sind Schlusssteine entt\u00e4uschter Hoffnungen, aber nur so lange wir sie im Schatten des Todes sehen. Wenn aber das Licht des Lebens angeht, hat alles ein ganz anderes Gesicht, so wie in Jerusalem. Nicht dem Hannas im ehrw\u00fcrdigen Amtssitz ging ein Licht an. Nicht dem Kaiphas im hohepriesterlichen Palast ging das Licht auf. Nicht dem Pilatus im r\u00f6mischen Pr\u00e4torium wurde ein Licht aufgesteckt. Bei einer einsamen, verlassenen, traurigen Frau auf dem Friedhof wurde es durch den auferstandenen Herrn so hell, dass der Grabstein nicht mehr als Schlussstein erschien. Und weil dieser Morgenglanz des Ostertages seither nichts an Intensit\u00e4t und Helligkeit eingeb\u00fc\u00dft hat, k\u00f6nnen alle Einsamen unter uns, alle Verlassenen, alle Traurigen auf dem Friedhof dieser Erde dieselbe Beobachtung machen.<br \/>\n* Im Osterlicht wird der Schlussstein zum Markstein<br \/>\nEin Markstein regelt die Besitzverh\u00e4ltnisse. Er macht die Eigentumsrechte f\u00fcr jedermann klar. Die Markung steht fest. Wenn zum Beispiel Graf Ulrich, der Stifter und Gr\u00fcnder von Stuttgart, der die steinerne Ahnenreihe im Chor der Stiftskirche anf\u00fchrt und im 13. Jahrhundert droben auf dem Rotenberg residierte, wenn also dieser Graf Ulrich anzeigen wollte, dass die Berge und T\u00e4ler links und rechts des Nesenbachs ihm geh\u00f6ren, lie\u00df er zwischen W\u00e4lder und Felder Steine setzen, auf denen sein Wappen mit zwei Pferden eingemei\u00dfelt war. Nun wusste jeder Reisende, der mit dem Felleisen auf dem R\u00fccken diese Gegend passierte: Das geh\u00f6rt nicht den Edlen von Blankenstein. Das z\u00e4hlt nicht zu den Rittern von Rechberg. Das ist Gemarkung Stuttgart.<br \/>\nSo regelt Jesus am Ostermorgen die Besitzverh\u00e4ltnisse. Er macht die Eigentumsrechte f\u00fcr jedermann klar. Die Markung steht fest. Wenn er pl\u00f6tzlich aus der D\u00e4mmerung heraustritt und den Namen Maria sagt, dann ist das ein besitzanzeigender Begriff. \u201aMaria, warum weinst du? Warum klagst du? Warum bist du so todtraurig? Maria, ich lebe. Ich bin dir ganz nahe. Ich habe alles in meinen H\u00e4nden. Maria, du geh\u00f6rst nicht den M\u00e4chten des Todes. Du z\u00e4hlst nicht f\u00fcr die Gewalten der Finsternis. Du stehst auf der Gemarkung des Himmels, Maria, du bist mein\u2018. Konnte sie anders, als sich ihm mit dem Bekenntnis: \u201aRabbuni! Meister!\u2018 neu hinzuwenden? K\u00f6nnen wird denn anders, als uns ihm mit dem Bekenntnis: \u201aMeister, Herr, Heiland\u2018! neu hinzugeben? Keiner steht allein auf weiter Flur. Niemand muss mit seinen Tr\u00e4nen selber fertig werden. Jeder befindet sich in H\u00f6r- und Rufweite des Auferstandenen. Immer und immer wieder tritt er aus dem D\u00e4mmerlicht heraus und ruft jeden bei seinem Namen. Wer hat denn die Stirn, jener Zusage zu misstrauen: \u201aF\u00fcrchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen\u2018? Wer hat denn die Frechheit, jenen Vers als Kinkerlitzchen abzutun: \u201aDer mich liebet und mich kennet, und bei meinem Namen nennet\u2018? Jesus meldet sich nicht mit einer Schlagzeile in der Tageszeitung oder einer Meldung in der Tagesschau zur\u00fcck, sondern in einem h\u00f6chst pers\u00f6nlichen und zutiefst seelsorgerlichen Wort an jeden einzelnen: \u201aWarum weinst du am Grab? Warum klagst du deinen Schmerz? Warum bist du so todtraurig \u00fcber viele Dinge? Ich lebe doch. Ich bin ganz nahe bei dir, viel n\u00e4her als dein Allern\u00e4chster. Ich habe alles in meinen starken H\u00e4nden. Du geh\u00f6rst nicht den M\u00e4chten des Todes. Du z\u00e4hlst nicht f\u00fcr die Gewalten der Finsternis. Du stehst selbst auf dem Friedhof auf der Gemarkung des Himmels. Du bist mein in Zeit und Ewigkeit\u2018! Im Osterlicht wird der Schlussstein zum Markstein.<br \/>\n* Im Osterlicht wird der Markstein zum Grenzstein<br \/>\nEin Grenzstein bestimmt den Grenzverlauf. Er macht klar, wo ein Land aufh\u00f6rt und das andere beginnt. Eine Grenze steht damit fest. Wenn zum Beispiel Graf Ulrich, der Stifter, anzeigen wollte, dass an dieser oder jener Linie das Stadtgebiet zu Ende geht und das Landgebiet des Markgrafen von Baden beginnt, dann lie\u00df er gro\u00dfe Steine eingraben und erstmalig eine Mauer mit Toren hochziehen. Nun wusste jeder streunende Raubritter, der nach dem damaligen Slogan lebte: \u201aReiten und Rauben ist keine Schande, das tun selbst die Besten im Lande\u2018, nun wusste jeder: Das ist die Grenze. Zutritt ist nicht gestattet. Bis hierher und nicht weiter.<br \/>\nSo bestimmt Jesus am Ostermorgen den Grenzverlauf. Er macht f\u00fcr jedermann klar, wo unser Lebensgebiet zu Ende geht und das Herrschaftsgebiet des H\u00f6chsten beginnt. Die Grenze steht damit fest. Wenn Jesus die auf ihn zust\u00fcrzende Maria mit dem barschen Wort zur\u00fcckst\u00f6\u00dft: \u201aR\u00fchre mich nicht an\u2018! dann will er jene geheimnisvolle Trennungslinie markieren, die Diesseits und Jenseits, die Zeit und Ewigkeit, Gott und Mensch voneinander scheidet und die bis heute noch zwischen ihm und uns liegt. Wie gerne w\u00fcrden wir einen Blick \u00fcber die Grenze tun, die unsere Heimgegangenen von uns scheidet! Wie gerne w\u00fcrden wir einen Blick \u00fcber die Grenze tun, die wir selbst kurz oder lang \u00fcberschreiten m\u00fcssen! Wie gerne w\u00fcrden wir einen Blick \u00fcber die Grenze tun, die die andere Welt von uns trennt! Wissenschaftler haben es versucht und ihr Ergebnis k\u00fcrzlich in einer wissenschaftlichen Studie mit dem Titel \u201aNear-Death-Experience\u2018 ver\u00f6ffentlicht. Der tote K\u00f6rper gleite durch einen dunklen Tunnel einem Licht entgegen, das erst tr\u00fcbe erscheine, dann aber heller und heller strahle und das Gef\u00fchl unfasslicher W\u00e4rme und Geborgenheit vermittle. Aber damit wird das Sterben verkannt. Damit wird der Tod verharmlost. Damit wird Gott selbst zu einem lichten, kuscheligen Etwas verniedlicht, auf den der Tote durch einen Tunnel zurutscht. Jesus sagt: \u201aFass mich nicht an, auch wenn es dir unfasslich ist. R\u00fchr mich nicht an, auch wenn es dich stark ber\u00fchrt. Bleib bitte weg\u2018! Es gibt eine Linie, die Welten trennt. Es gibt eine Grenze, die Diesseits und Jenseits scheidet. Es gibt eine Wand, die unser Blick nicht durchdringen kann. Einmal wird sie aufgehoben, wenn der Herr in Herrlichkeit wiederkommen wird und wir ihn sehen k\u00f6nnen von Angesicht zu Angesicht. Aber bis dahin gilt: \u201aIch wei\u00df nicht, wie es in der ganz anderen Dimension der Ewigkeit aussieht. Aber eines wei\u00df ich, dass ich die Stimme des guten Hirten wiedererkennen werde, die mich heute, wo ich noch lebe, bei Namen ruft und mir vertraut ist\u2018 (Thielicke). Im Osterlicht wird der Markstein zum Grenzstein.<br \/>\n* Im Osterlicht wird der Grenzstein zum Wegstein<br \/>\nEin Wegstein zeigt die Stra\u00dfe. Er macht die Richtung klar. Der Weg steht damit fest. Wenn damals im 13. Jahrhundert die ersten Steine mit einem Pfeil gesetzt wurden, so deshalb, um den Leuten die Orientierung zu erleichtern. Nun wusste auch der Ortsunkundige, wenn er nach Kaltental, Tunshofen und Esslingen wollte: Das ist der Weg. So stimmt die Richtung. Dorthin muss ich gehen.<br \/>\nWenn Jesus jetzt zu Maria sagt: \u201aGeh hin zu meinen Br\u00fcdern\u2018! dann zeigt er den Weg, dann weist er die Richtung, dann macht er ihr F\u00fc\u00dfe. Vielleicht w\u00e4re sie gerne sitzengeblieben, um mit ihrer Freude allein zu sein. Vielleicht w\u00e4re sie gerne stehengeblieben, um diesen Augenblick ganz auszukosten: Verweile doch, du bist so sch\u00f6n\u2018. \u201aDa macht Christus aus Maria eine Predigerin\u2018, schreibt Martin Luther, \u201adass sie muss Meisterin und Lehrerin der Apostel sein und befiehlt ihr solche Botschaft: Geh hin\u2018. Und Maria ging. Der Grenzstein wurde zum Wegstein. Sie wurde zur Anf\u00fchrerin eines langen Zuges, der durch die Geschichte geht. Sie wurde zur Spitze einer endlosen Kolon\u00acne, die f\u00fcr Ostern demonstriert. Sie wurde zur ersten Ostermarschiererin \u00fcberhaupt. Aber sie posaunte nicht: \u201aIch habe den Krieg gesehen. Ich habe den Mord gesehen. Ich habe den Tod gesehen\u2018! Sie verk\u00fcndigt: \u201aIch habe den Herrn gesehen\u2018. Das ist die Botschaft, nach der die Welt hungert, weil sie unter so viel giftigen Herren zu leiden hat. \u201aIch habe den Herrn gesehen\u2018. Das ist die Botschaft, nach der die Welt lechzt, weil sie unter so viel mordenden Herren zu st\u00f6hnen hat. \u201aIch habe den Herrn gesehen\u2018. Das ist die Botschaft, nach der die Welt verlangt, weil sie unter so viel erbarmungslosen Herren zu bluten hat. \u201aIch habe den Herrn gesehen, der Leben, Liebe und Hoffnung bringt\u2018.<br \/>\nAuch wir k\u00f6nnen unseren Osterspaziergang nicht auf dem Friedhof beenden. Wir d\u00fcrfen nicht an unseren Gr\u00e4bern sitzenbleiben. Wir d\u00fcrfen nicht auf unseren Kirchh\u00f6fen stehenbleiben. Wir m\u00fcssen uns auf die F\u00fc\u00dfe machen. Gott braucht Ostermarschierer eigener Sorte. Gott braucht Protestleute eigener Couleur. Gott braucht Demonstrierer f\u00fcr das Leben mit Jesus. Dazu m\u00fcssen wir nicht unbedingt auf die Stra\u00dfe. Es passiert dort, wo man dem Einsamen sagt: \u201aDu, einer ist bei dir\u2018. Und es passiert dort, wo man dem Untr\u00f6stlichen schreibt: \u201aDu, Trost ist kein Fremdwort mehr\u2018. Und es passiert dort, wo man einem Sterbenden die Hand h\u00e4lt: \u201aDu, wo sein Haupt durch ist gangen, da nimmt er dich auch mit\u2018. Der Grenzstein wird zum Wegstein. Nein, Grabsteine sind keine Schlusssteine mehr. Im Osterlicht sieht alles anders aus\u201c (Konrad Ei\u00dfler. Gott schreibt h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 1996. S. 53-58).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Glaube konkret:<br \/>\na) Dem Grab zugewandt \u2013 traurige Augen (V. 1-13)<br \/>\nb) Vom Tod abgewandt \u2013 gehaltene Augen (V. 14+15)<br \/>\nc) Vom Herrn umgewandt \u2013 ge\u00f6ffnete Augen (V. 16+17a)<br \/>\nd) Von Jesus ausgesandt \u2013 freudige Augen (V. 17b+18)<\/p>\n<p>oder nach Erhard Berneburg<br \/>\na) Aus der Trauer in die Freude<br \/>\nb) Aus der Ungewissheit in die Gewissheit<br \/>\nc) Aus der Einsamkeit in die Gemeinschaft<\/p>\n<p>oder nach Bernd Bierbaum<br \/>\na) Es ist zum Heulen<br \/>\nb) Es ist nicht zu beschreiben<br \/>\nc) Das ist kaum auszuhalten<\/p>\n<p>oder nach Theo Sorg<br \/>\na) Er gibt sich zu erkennen durch sein Wort<br \/>\nb) Er stellt unseren Glauben auf festen Grund<br \/>\nc) Er macht uns zu Zeugen des Lebens<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Wege zum Kreuz JesuPredigtthema: Glaube konkret &#8211; f\u00fcr J\u00fcnger Bibelstelle: Johannes 20, 1-18 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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