{"id":1756,"date":"2011-03-18T20:00:18","date_gmt":"2011-03-18T18:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=577"},"modified":"2011-03-18T20:00:18","modified_gmt":"2011-03-18T18:00:18","slug":"predigthilfe-vom-22-4-2011-johannes-191-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-22-4-2011-johannes-191-30\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 22.4.2011 &#8211; Johannes 19,1-30"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Wege zum Kreuz Jesu<br \/>Predigtthema: Glaube konkret &#8211; f\u00fcr alle<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 19,1-30<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Predigtanlass ist der Gottesdienst an Karfreitag mit dem Schwerpunkt der Kreuzigung Jesu. Im April haben wir uns bisher auf dieses Ereignis vorbereitet, indem wir die Wege Jesu zum Kreuz (= Monatsthema) betrachten und dabei entdecken, welche Bedeutung f\u00fcr unseren Glauben darin liegt. Dabei haben wir bisher den Schwerpunkt auf eine biographische Betrachtungsweise gesetzt und gefragt, was wir \u00fcber Jesus und uns erfahren haben. Was am Kreuz geschehen ist, das geht uns alle an (= Predigtthema). Von daher wollen wir durch Joh 19,1-30 (= Predigttext) aufzeigen, was am Kreuz durch Jesus geschehen ist. Allerdings gilt es zu beachten, dass nicht nur Jesus am Kreuz hing, sondern das wir mit ihm gekreuzigt werden (vgl. Gal 2,19f; 6,14; R\u00f6m 6,5f; Kol 2,20; 3,3f; 1Petr 2,21-25).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info). Auf Grund der L\u00e4nge des Predigttextes ist evtl. eine Begrenzung auf Joh 19,16-30 hilfreich.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil \u2013 Edition C Bibelkommentar 7 (S. 281-318).<br \/>\n* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil \u2013 Wuppertaler Studienbibel (S. 198-220).<br \/>\n* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt Bd. 4. (S. 384-402).<\/p>\n<p>Hilfreiche Textanmerkungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung enth\u00e4lt der Predigttipp f\u00fcr den 06.04.2007 zu Joh 19,16-30 von Eckhard L\u00f6ffler (siehe unter www.wbb-online.de\/pt).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft auch das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 05.04.1996 mit dem Titel \u201eEs ist vollbracht\u201c (Joh 19,16-30), vom 08.04.1990 mit dem Titel \u201eEs ist vollbracht\u201c (Joh 19,30), vom 24.03.1989 mit dem Titel \u201eSiegeszeichen des Lebens\u201c (Joh 19,17-30) und vom 28.03.1982 mit dem Titel \u201eUnter dem Kreuz\u201c (Joh 19,25-27). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 19] und \u201eAutor\u201c [z.B. Winrich Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>\u201eEine gro\u00dfe Menschenmenge dr\u00e4ngt sich neugierig um drei aufgerichtete Kreuze. Drei Verbrecher sollen hingerichtet werden, und jeder in der Stadt wei\u00df, um wen es sich handelt, Einer von ihnen ist Jesus von Nazareth, der \u00bbJudenk\u00f6nig\u00ab. In Scharen str\u00f6men die Menschen dem H\u00fcgel Golgatha zu. Der B\u00fcrgermeister, der Stadtdirektor, der ganze Stadtrat gibt sich ein Stelldichein. Auch geladene G\u00e4ste sind dabei: der Direktor der Stadtwerke, der Chef der Brauerei, der Pfarrer, der Vorsitzende des CVJM, die Leiterin des Frauendienstes, der erste Vorturner, der Leiter der Deutschen Bank, zwei Staatsminister und wahrscheinlich noch mehr. Aber die kann ich im Augenblick nicht sehen. Jetzt geht ein Geraune durch die Menge, die eine breite Gasse bildet. Und durch diese Gasse kommt er. Ich sehe ihn, und es versetzt mir einen Stich. Ich m\u00fcsste jetzt hervortreten, m\u00fcsste rufen: Das k\u00f6nnt ihr doch nicht machen! Ihr k\u00f6nnt doch nicht einen Mann umbringen, der so viel Gutes getan hat! Das ist doch Jesus, den ihr alle kennt! Aber nichts. geschieht. Ich bleibe ruhig da stehen, wo ich stehe, und sehe ihn immer n\u00e4her kommen. Die Dornen dr\u00fccken sich in seine Kopfhaut, Blut l\u00e4uft ihm \u00fcbers Gesicht. Er ist fertig. Da nimmt ihm einer das Kreuz ab. Aha, der Simon aus der Bahnhofstra\u00dfe. Na, der kann das ja auch, denn er ist kr\u00e4ftig. Doch ich fange an, mich zu sch\u00e4men und an Simons Stelle zu w\u00fcnschen. H\u00e4tte ich nicht &#8230;? Sie gehen an dem Platz vor\u00fcber, an dem ich stehe. Er schaut zu mir her\u00fcber. Er hat mich gesehen. Jetzt wei\u00df er, dass ich nichts f\u00fcr ihn getan habe; dass ich nur gekommen bin, um mir das Schauspiel anzusehen; dass ich nicht einmal einen Krug Wasser mitgebracht, dass ich ihn nicht gegr\u00fc\u00dft habe. Vorbei. Zu sp\u00e4t. Er ist vor\u00fcbergegangen, und alles nimmt seinen Lauf. Vorbei, denke ich. Er wei\u00df nicht einmal, dass ich nicht mitgerufen habe: \u00bbKreuzige ihn!\u00ab; dass ich immer f\u00fcr ihn war, aber zu einer kleinen Minderheit geh\u00f6rte; dass ich ihn gern besucht h\u00e4tte \u2013 aber meine Angst, bei ihm gesehen zu werden, war gr\u00f6\u00dfer. \u00bbUnd das Volk stand und sah zu\u00ab (Lk 23,35). Wenn Jesus von Nazareth heute in unserer Stadt gekreuzigt w\u00fcrde, es w\u00fcrde genauso sein. W\u00fcrde das Volk nicht auch dort stehen und zusehen? Es wird schon so sein: Die Christen heute sind keinen Deut besser als die Leute damals. Es ist besch\u00e4mend. Aber es ist auch tr\u00f6stlich, Denn gerade f\u00fcr solche Leute, f\u00fcr Leute wie Sie und mich, ist er gestorben. \u00bbHerr, du hast vollbracht, was noch kein Mensch vor dir vollbracht hat. Deine Wunden sind unser Heil. Wir wollen dir danken, indem wir uns nicht sch\u00e4men, zu dir zu geh\u00f6ren. Amen.\u00ab Was ist vollbracht? Jesus ist umgebracht. Der Unschuldige ist tot, die Schuldigen sind frei und ledig. Aber Hand auf&#8217;s Herz, geht uns das noch an die Nieren? Ist dieser Anblick nicht nur ein Ausschnitt aus unserer Welt? Das Kreuzigungsbild ist modern. Die einen sagen: Das ist der Judenk\u00f6nig? Das ist das Zeichen des Sieges? Dass wir nicht lachen! Wir haben eine Sichel auf der Fahne! Wir haben einen Halbmond auf der Fahne! Wir haben Sterne auf der Fahne. Und ihr? Wirklich ein Kreuz, ein Schandpfahl, ein Exekutionsinstrument? Die anderen w\u00fcrfeln. Sie spielen um das gro\u00dfe Los. Ob es der lederne W\u00fcrfelbecher in der Hand r\u00f6mischer Soldaten ist, oder ob es der Tippschein in der Brieftasche unserer Zeitgenossen ist: immer geht es um den gro\u00dfen Schnitt, der dies Leben mit einem Schlag ver\u00e4ndern k\u00f6nnte. Die dritte Gruppe hat Mitleid. Sie gibt ihm einen Essigschwamm, ein kleines Opfer, eine Ehrenbezeugung, ein paar Krokodilstr\u00e4nen, mehr nicht. Trotzdem: Auch wenn es um einen Ausschnitt aus unserer Welt geht, so geht es doch um einen Abschnitt in der g\u00f6ttlichen Welt. Auch wenn es f\u00fcr uns den Anschein der Allt\u00e4glichkeit gewinnt, so ist es doch f\u00fcr Gott eine Tat der Einmaligkeit. Hier stirbt nicht irgendeiner, sondern ein gewisser. Hier verblutet nicht eines Menschen Sohn, sondern Gottes Sohn, Jesus Christus, der Welt Heiland. Wohl ist er umgebracht, aber nicht erledigt. Das Kreuz wurde zum H\u00f6hepunkt, aber nicht zum Schlusspunkt. An ihm scheiden sich die Geister. An ihm muss sich jeder Geist entscheiden. Auch du!\u201c (Konrad Ei\u00dfler).<\/p>\n<p>Hilfreiche Veranschaulichungen f\u00fcr die Predigt bietet Wilhelm Busch. Gegenst\u00e4nde der Passion: Anschauungsunterricht \u00fcber das Leiden Christi. Wilhelm Busch Bibliothek 2. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2006. S. 126-133 + 134-140 + 156-163 + 164-171 + 179-186 + 195-202 (Kostenloser Download unter http:\/\/www.clv-server.de\/pdf\/255681-02.pdf).<\/p>\n<p>\u201eEin alter Organist pflegte vor Trauungen kirchenfremder Paare zu sagen: \u201aDie wollen nur Ohrw\u00fcrmer\u2018. Dann zog er alle Fl\u00f6ten- und Schalmeienregister, setzte den Zimbelstern in Bewegung und griff voll in die Tasten. Aus dem Pfeifenkasten floss f\u00f6rmlich der Schmalzstrom des Ave Maria hinunter ins Kirchenschiff und lie\u00df die Hochzeitsgesellschaft in diesem Fetttiegel der Seligkeit baden. \u201aDie wollen nur Ohrw\u00fcrmer!\u2018 h\u00e4tte Paulus vom staunenden Predigtpublikum sagen k\u00f6nnen. \u201aDie wollen nur Schalmeient\u00f6ne von lieblichen Hirten auf dem Bethlehemer Feld. Die wollen nur Zimbelsterne von kamelreitenden K\u00f6nigen des Morgenlandes. Die wollen nur Schmalzstr\u00f6me des himmlischen Jerusalems, wo Milch und Honig flie\u00dft. Die wollen nur die Insel der Seligkeit, wo man den Reigen seliger Geister tanzt\u2018. So war es doch. Anfangs spitzten sie die Ohren, wenn er von einem Herrn redete, der wie ein Baby in der Wiege lag. Aber dann hielten sie sich die Ohren zu, wenn er von diesem Herrn sagte, dass er wie ein Verbrecher am Fluchholz verendete: \u201aDas ist Beleidigung f\u00fcr unsere Ohren! Das ist ein Skandal\u2018! In der Tat ist das Wort vom Kreuz kein Ohrwurm. Das Evangelium klingt nicht wie das Ave Maria in der Kirche. Die Dissonanz von Golgatha kann nicht einfach in eine Harmonie aufgel\u00f6st werden. Dieser Schrei \u201aEs ist vollbracht\u2018! will n\u00e4mlich durch die Ohren ins Herz. Durch das Herz soll es uns gehen, dass die Schuld bezahlt ist und keine unbezahlten Rechnungen mehr offen stehen. Im Herzen sollen wir es haben, dass dem Tod heimgezahlt ist und keine Todesfurcht mehr grassieren darf. Von Herzen sollen wir es glauben, dass uns nichts mehr scheiden kann von der Liebe in Jesus Christus\u201c (Konrad Ei\u00dfler).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Das Kreuz \u2013 Richtpunkt des Lebens:<br \/>\na) Neue Lebensgemeinschaft<br \/>\nb) Neue Lebenserf\u00fcllung<br \/>\nc) Neue Lebensperspektive<\/p>\n<p>bzw.<br \/>\na) Ein Ausspruch der F\u00fcrsorge \u2013 das Kreuz ist das Ende der Beziehungslosigkeit<br \/>\nb) Ein Ausdruck der Anteilnahme \u2013 das Kreuz ist das Ende der Gottverlassenheit<br \/>\nc) Ein Ausruf des Sieges \u2013 das Kreuz ist das Ende der Hoffnungslosigkeit<\/p>\n<p>bzw.<br \/>\na) Jesus tr\u00e4gt das Kreuz<br \/>\nb) Jesus spricht vom Kreuz<br \/>\nc) Jesus stirbt am Kreuz<\/p>\n<p>oder nach Gottfried Voigt<br \/>\nDas Geschehen des Karfreitags:<br \/>\na) die Vollendung des Planes Gottes<br \/>\nb) die Verherrlichung des Sohnes Gottes<br \/>\nc) die Errettung des Volkes Gottes<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Wege zum Kreuz JesuPredigtthema: Glaube konkret &#8211; f\u00fcr alle Bibelstelle: Johannes 19,1-30 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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