{"id":1754,"date":"2011-03-18T10:17:40","date_gmt":"2011-03-18T08:17:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=575"},"modified":"2011-03-18T10:17:40","modified_gmt":"2011-03-18T08:17:40","slug":"predigthilfe-vom-27-3-2011-johannes-17-20-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-27-3-2011-johannes-17-20-26\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 27.3.2011 &#8211; Johannes 17, 20-26"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben als Nachfolger Jesu<br \/>Predigtthema: Glaube konkret &#8211; im Vater vereint<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 17, 20-26<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Nun beleuchten wir den dritten (\u201eVater\u201c) trinitarischen (\u201eGeist\u201c \u2013 \u201eSohn\u201c \u2013 \u201eVater\u201c) Aspekt der Nachfolge. Das Verh\u00e4ltnis von Vater und Sohn, soll sich nun auch in der Gemeinde niederschlagen und sichtbar werden. Aus diesem Grund bittet Jesus um die Einheit, Vollendung und Bewahrung, derer die durch den Dienst seiner Nachfolger zum Glauben kommen. Grundlage daf\u00fcr ist, was vom Vater her geschehen kann (Predigtthema = \u201eim Vater vereint\u201c). Wo die Einheit von Vater und Sohn sich auch in der Gemeinde wiederspiegelt, da wird ein Zeugnis f\u00fcr die Welt aufgerichtet. Zum Predigttext (Joh 17,20-26) vergleiche auch Eph 4,1-6.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil \u2013 Edition C Bibelkommentar 7 (S. 226-236).<br \/>\n* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil \u2013 Wuppertaler Studienbibel (S. 169-177).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 08.06.1999 mit dem Titel \u201eJesu Herrlichkeit\u201c (Joh 17,1-26), vom 03.03.1996 mit dem Titel \u201eVerschieden und doch eins\u201c (Joh 17,20-26) und vom 01.06.1999 mit dem Titel \u201eWas meinte Jesus wirklich\u201c (Joh 17,20-23). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 17] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Gedanken stammen von John Piper. Bis ins Innerste: Gedanken \u00fcber das Wort Gottes. Holzgerlingen: H\u00e4nssler, 2005. S. 63-65:<br \/>\n\u201eWas will Jesus? Wir finden die Antwort in seinen Gebeten. Worum bittet er Gott in ihnen? Sein l\u00e4ngstes Gebet findet sich in Johannes 17, und es zeigt uns seinen innigsten Wunsch: Vater, ich m\u00f6chte, dass die, die du mir gegeben hast, bei mir sind (V. 24). Unter all den unw\u00fcrdigen S\u00fcndern der Welt gibt es solche, die Gott Jesus \u201agegeben\u2018 hat. Es sind die, die er zu seinem Sohn gezogen hat (Joh 6,44+65). Es sind die Christen \u2013 Menschen, die Jesus als den gekreuzigten und auferstandenen Heiland, als den Herrn und Schatz ihres Lebens \u201aaufgenommen\u2018 haben (Joh 1,12; 3,17; 6,35; 10,11+17f; 20,28). Jesus sagt, dass er m\u00f6chte, dass sie bei ihm sind. Manche Leute meinen, dass Gott uns Menschen schuf, weil er einsam war. \u201aGott hat uns geschaffen, damit wir bei ihm sind\u2018, sagen sie. Sieht Jesus das auch so? Nun, er sagt, dass er in der Tat will, dass wir bei ihm sind. Aber warum sollen wir bei ihm sein? Dazu m\u00fcssen wir uns den Rest von Joh 17,24 anschauen: &#8230; damit sie meine Herrlichkeit sehen k\u00f6nnen. Du hast mir die Herrlichkeit geschenkt, weil du mich schon vor Erschaffung der Welt geliebt hast! \u201aIch m\u00f6chte, dass sie bei mir sind, damit sie meine Herrlichkeit sehen k\u00f6nnen\u2018 \u2013 das will nicht recht zu dem Argument mit der Einsamkeit Gottes passen. Jesus geht es in diesem Vers nicht darum, dass er Gesellschaft bekommt, sondern dass unsere Sehnsucht gestillt wird. Jesus ist nicht einsam; er und der Vater und der Heilige Geist haben in der Dreieinigkeit alle Gemeinschaft, die sie brauchen. Nicht Jesus ist der Bed\u00fcrftige, sondern wir. Jesus m\u00f6chte, dass wir das erleben, wozu wir eigentlich geschaffen worden sind: seine Herrlichkeit zu sehen und zu schmecken. Oh, dass Gott uns das tief in unsere Herzen schreiben m\u00f6chte! Jesus hat uns geschaffen (Joh 1,3), damit wir seine Herrlichkeit sehen k\u00f6nnen. Kurz bevor er ans Kreuz geht, sch\u00fcttet er seinen tiefsten Wunsch vor seinem Vater aus: \u201aVater, ich m\u00f6chte, dass die, die du mir gegeben hast, bei mir sind, damit sie meine Herrlichkeit sehen k\u00f6nnen\u2018. Aber das ist erst die H\u00e4lfte von dem, um was Jesus in diesem Schluss und H\u00f6hepunkt seines Gebetes bittet. Ich habe gerade gesagt, dass wir dazu geschaffen sind, seine Herrlichkeit zu sehen und zu schmecken. Kann das wirklich sein \u2013 dass wir seine Herrlichkeit nicht nur sehen, sondern schmecken, also sie genie\u00dfen und \u00fcber alles sch\u00e4tzen und uns an ihr freuen sollen? Lesen wir den letzten Vers seines Gebetes: Ich habe ihnen deinen Namen offenbart und werde ihn auch weiterhin offenbaren. Das tue ich, damit deine Liebe zu mir in ihnen bleibt und ich in ihnen (Joh 17,26). Damit endet das Gebet von Jesus. Was ist also sein letztes Ziel f\u00fcr uns? Nicht nur, dass wir seine Herrlichkeit sehen, sondern dass wir ihn mit der gleichen Liebe lieben, mit der der Vater ihn liebt: \u201adamit deine Liebe zu mir in ihnen bleibt\u2018. Die gro\u00dfe Sehnsucht von Jesus und sein Ziel sind, dass wir seine Herrlichkeit sehen und dass wir zweitens ihn mit der gleichen Liebe lieben k\u00f6nnen, die der Vater f\u00fcr den Sohn hat. Womit er nicht meint, dass wir die Liebe des Vaters zum Sohn imitieren sollen, sondern die Liebe des Vaters soll ganz real unsere Liebe zu dem Sohn werden; wir sollen den Sohn mit der Liebe des Vaters lieben. Genau das ist es, was der Geist in uns wird und wirkt: die Liebe des Vaters zum Sohn durch den Geist. Das Herzensanliegen von Jesus ist, dass seine Erw\u00e4hlten gesammelt werden (Joh 10,16; 11,52) und dann das bekommen, wonach sie sich am meisten sehnen: dass sie seine Herrlichkeit sehen. Und nicht nur sehen, sondern auch schmecken und genie\u00dfen, so wie der Vater sich \u00fcber den Sohn freut. Mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch ist, dass ich einmal zusammen mit Ihnen (und vielen anderen) Christus in seiner ganzen F\u00fclle sehen kann und dass wir dann alle gemeinsam das, was wir da sehen, mit einer Liebe lieben k\u00f6nnen, die unendlich gr\u00f6\u00dfer ist als das, was wir Menschen mit unseren kleinen Herzen zu Stande bringen. Darum betet Jesus f\u00fcr uns: \u201aVater, zeige ihnen meine Herrlichkeit und gib ihnen die Liebe zu mir, die du selbst hast\u2018. Oh, dass wir Christus wirklich sehen m\u00f6gen, sehen mit den Augen Gottes, und ihn lieben, lieben mit dem Herzen Gottes. Das ist der Inbegriff des Himmels. Daf\u00fcr hat Christus uns S\u00fcnder freigekauft, daf\u00fcr ist er an unserer statt gestorben\u201c (John Piper).<\/p>\n<p>3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Zum Einstieg:<br \/>\n\u201eDer bekannte Naturforscher Isaac Newton hat einmal gesagt: \u201aWir m\u00fcssen das Evangelium nicht lesen, wie ein Notar ein Testament liest, sondern so, wie es der rechtm\u00e4\u00dfige Erbe liest!\u2018 Der Notar liest ein Testament, das er\u00f6ffnet wird, verst\u00e4ndlicherweise mit juristischem Sachverstand, mit pr\u00fcfenden Augen, aber ohne Herz. Der Notar nimmt jeden Satz, jeden Ausdruck unter die Lupe und untersucht, ob die Verf\u00fcgung juristisch einwandfrei oder anfechtbar ist. Er muss das Testament kritisch lesen und fragen, wie es gemeint ist und zu vollstrecken geht. Viele Menschen lesen so ihre Bibel, kalt und kritisch, suchen nach Widerspr\u00fcchen und Ungereimtheiten. Da bleibt man unbeteiligt und ohne Freude und Gewinn. Wie anders liest der Erbe das Testament. Er sagt sich bei jedem Satz voller Freude und Jubel: \u201aDas ist f\u00fcr mich, das ist alles f\u00fcr mich! Welch ein Geschenk!\u2018 Gott hat uns seinen letzten Willen in der Bibel mitgeteilt. Seine beiden Testamente, das Alte und das Neue Testament, gelten uns. Jesus hat seinen letzten Willen ebenfalls in Worte gekleidet und uns hinterlassen\u201c: [Textlesung: Joh 17,20-26]. Der letzte Wille Jesu meint uns, wir sind die lachenden Erben seiner Liebe und seines Lebenswerkes in Kreuz und Auferstehung. Da kommt Freude auf, und Dankbarkeit breitet sich aus: \u201aDas ist alles f\u00fcr uns, welch ein Geschenk!\u2018 Als Gotteskinder lesen wir das Testament unseres Vaters ganz anders\u201c (Axel K\u00fchner \u2013 \u00dcberlebensgeschichten f\u00fcr jeden Tag).<\/p>\n<p>\u201eEs war ein hei\u00dfer Sommertag, ein Sonntag. Als Studenten wanderten wir von T\u00fcbingen auf den Rossberg. Unterwegs suchten wir eine Kirche auf. Der Gottesdienst hatte schon begonnen. Der alte Mann neben uns in der Bank beugte sich zu uns her\u00fcber, dr\u00fcckte uns die Hand und reichte uns ein Gesangbuch. Woher kommen Sie?, fragte er leise. So, von T\u00fcbingen. Das ist aber recht. Das freut mich! Bei der Verlesung des Predigttextes tippte er mich an. Ich sollte in seine Bibel schauen. Was war das? Ein englisches Neues Testament! Wie kam das in die Hand dieses schw\u00e4bischen Bauern? Konnte er \u00fcberhaupt das Englische verstehen? Nach dem Gottesdienst erz\u00e4hlte er: Es war im Ersten Weltkrieg. Gleich zu Beginn wurde ich schwer verwundet. Kaum genesen, musste ich wieder an die Front. Unsere ganze Kompanie wurde in den schrecklichen K\u00e4mpfen aufgerieben. Nur f\u00fcnf Mann \u00fcberlebten das Grauen. Wir kamen in englische Gefangenschaft. Dort lernte ich bald die englische Sprache. Das Holzf\u00e4llen im Wald war harte Arbeit. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich, wie der Soldat, der uns bewachte, vor sich hin pfiff. Die Melodie kannte ich doch: Ich bete an die Macht der Liebe! Da pfiff ich mit. Der englische Soldat stutzte. Dann kam er auf mich zu: Du bist Gefangener. Du bist mein Feind. In meinem Herzen aber bist du mein Bruder! Er war so \u00fcberrascht und erfreut, dass er sein zerlesenes Neues Testament aus der Tasche zog und es mir, dein Gefangenen, schenkte. Seitdem ist es mein kostbarster Besitz!\u201d (Beate &amp; Winrich Scheffbuch. In Gottes Spur bleiben. Holzgerlingen: H\u00e4nssler, 2003. S. 187).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Die F\u00fcrbitte Jesu<br \/>\na) eint uns<br \/>\nb) vollendet uns<br \/>\nc) bewahrt uns<\/p>\n<p>oder nach Johann Ubben \u2013 Verborgene Herrlichkeit:<br \/>\na) Die Herrlichkeit des Kreuzes<br \/>\nb) Die Herrlichkeit der Einheit<br \/>\nc) Die Herrlichkeit der Vollendung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben als Nachfolger JesuPredigtthema: Glaube konkret &#8211; im Vater vereint Bibelstelle: Johannes 17, 20-26 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. TEXT- [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-1754","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-johannes"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-30 15:21:47","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1754\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}