{"id":1750,"date":"2011-02-12T17:24:11","date_gmt":"2011-02-12T15:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=571"},"modified":"2011-02-12T17:24:11","modified_gmt":"2011-02-12T15:24:11","slug":"predigthilfe-vom-13-3-2011-johannes-16-16-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-13-3-2011-johannes-16-16-33\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 13.3.2011 &#8211; Johannes 16, 16-33"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben als Nachfolger Jesu<br \/>Predigtthema: Glaube konkret &#8211; im Sohn geborgen<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 16, 16-33<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Nun beleuchten wir den zweiten (\u201eSohn\u201c) trinitarischen (\u201eGeist\u201c \u2013 \u201eSohn\u201c \u2013 \u201eVater\u201c) Aspekt der Nachfolge. Nach dem allt\u00e4glichen Wirken des Geistes (letzte Predigt) geht es nun um das allt\u00e4gliche Wirken des Sohnes (Joh 16,18-33). Freude und Trost erfahren seine Nachfolger (= Monatsthema: Leben als Nachfolger Jesu) mitten in Traurigkeit und Leid. Aber neben dieser irdischen Realit\u00e4t gibt es schon jetzt eine ewige Perspektive der \u201eungetr\u00fcbten\u201c Freude. Aus diesem Grund lautet unser Predigtthema: \u201eGlaube konkret \u2013 im Sohn geborgen\u201c. Um dies entdecken zu k\u00f6nnen, gilt es im Alltag zu fragen (V. 18-23a), zu bitten (V. 23b-28) und zu glauben (V. 29-33). Nachfolger Jesu leben in der Spannung des \u201eschon jetzt\u201c (beginnt es) und \u201enoch nicht\u201c (ist es vollendet). In gewissen Sinnen leben wir zwischen Himmel und Erde. Wir sind noch hier, aber unsere Heimat liegt wo anders. Deshalb vertr\u00f6stet Jesus seine Nachfolger nicht auf das \u201eJenseits\u201c, sondern er zeigt ihnen den Trost aus dem \u201eJenseits\u201c.<br \/>\nEiner der gr\u00f6\u00dften Feinde der Hoffnung ist das Vergessen der Verhei\u00dfungen Gottes. Aus diesem Grund ist es elementar, dass unsere Verk\u00fcndigung ein Erinnerungsdienst ist (vgl. hierzu 2Petr 1,12-15; R\u00f6m 15,15f; Phil 3,1 mit Joh 14,26). Unser Verstand liebt die Abwechslung, aber unser Herz braucht die Wiederholung. Deshalb werden wir nicht m\u00fcde den Trost und die Geborgenheit in Jesus zu betonen und Christus zur Entscheidung zu verk\u00fcndigen. Betont bitte aus diesem Grund auch den Zusammenhang unserer Predigttexte und stellt die Querverbindungen her, so dass bei den H\u00f6rern durch das Wort die Freude an Jesus geweckt wird bzw. bleibt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung bietet die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c eine gut verst\u00e4ndliche, lesbare und zuverl\u00e4ssige \u00dcbersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil \u2013 Edition C Bibelkommentar 7 (S. 187-206).<br \/>\n* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil \u2013 Wuppertaler Studienbibel (S. 145-153).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 10.05.1981 mit dem Titel \u201eJesus will fr\u00f6hliche Leute\u201c (Joh 16,20-23), vom 04.05.1997 mit dem Titel \u201eWie man mit \u00c4ngsten fertig wird\u201c (Joh 16,23-33), vom 01.01.1992 (bzw. 24.09.1989) mit dem Titel \u201eOhne Angst\u201c (Joh 16,33) und der Bibelarbeiten vom 20.04.1999 (Joh 16,16-24) und vom 27.04.1999 (Joh 16,25-33) mit dem Titel \u201eTrauer und Hoffnung bei Jesu Abschied \u2013 in der Welt habt ihr Angst\u201c. Zu Joh 16,33 gibt es eine Bibelarbeit vom 29.06.2002 mit dem Titel \u201eSo macht Gott Mut\u201c. Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 16] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Zum Einstieg:<br \/>\n\u201eEine junge Frau wartet auf ihr erstes Kind. Sollte Kinderlosigkeit auch ihr schweres Schicksal sein? Dann er\u00f6ffnet ihr der Arzt, dass sie guter Hoffnung sei. Die schweren Gedanken sind wie weggeblasen. Eine neue Sicht tut sich vor ihr auf. Und wenn nach neun Monaten die schweren Wehen einsetzen, mit was rechnet sie dann? Doch nicht mit dem Ende ihres Lebens, sondern mit dem Anfang eines neuen Lebens. Ihre Freude ist nicht mehr zu bremsen. Wehen sind Vorzeichen, nicht Warnzeichen.<br \/>\nOder ein versch\u00fctteter Arbeiter wartet auf seine Befreiung. Sollte schon in der Mitte des Lebens das Ende gekommen sein? Dann h\u00f6rt er Raupenbagger und Hammerschl\u00e4ge. Eine gewaltige Hoffnung keimt in ihm auf. Und als nach weiteren Stunden Steine von der Decke br\u00f6ckeln, mit was rechnet er dann? Doch nicht mit dem Ende seines Lebens, sondern mit dem Anfang eines neuen Lebens. Seine \u00fcbersch\u00e4umende Freude ist nicht mehr zu stoppen. Steinschl\u00e4ge sind Vorzeichen, nicht Warnzeichen.<br \/>\nSo ist das mit den Christen auch. Zeitlebens warten sie auf die Erl\u00f6sung. Sollte die Gefangenschaft in Leid und Schuld wie ein ewiges Gewinde in unser Leben eingeschliffen sein? Dann erleben wir Katastrophen globalen Ausma\u00dfes. Das Herz pocht merklich h\u00f6her. Der Welthorizont ist mit einem Schlag ver\u00e4ndert. Und wenn dann Kriege und Krisen und Zweifel und Verzweiflungen kommen, mit was rechnen wir dann? Doch nicht mit dem Ende unseres Lebens, sondern mit dem Anfang des neuen Lebens. Die alles \u00fcberschwemmende Freude ist nicht mehr aufzuhalten. Schrecken sind Vorzeichen, nicht Warnzeichen.<br \/>\nNotorische Schwarzmaler k\u00f6nnen biblisch nicht auf drei z\u00e4hlen. Verbiesterte Apokalyptiker sind immer schon Schwachmathikusse gewesen. L\u00e4rmende Unheilspropheten haben von der Mathematik des Reiches Gottes keinen blauen Dunst. Rechnet schlicht und einfach mit dem kommenden Herrn, denn wer mit ihm rechnet, verrechnet sich nie\u201c (Konrad Ei\u00dfler).<\/p>\n<p>Nachfolgende Beispiele stammen von Winrich Scheffbuch (Zuversicht + St\u00e4rke 3\/99):<br \/>\n* Eben 28 Jahre alt war der junge Studienrat Dr. Paul M\u00fcller geworden, da musste ihm der Arzt die furchtbare Nachricht er\u00f6ffnen: \u00bbSie haben Multiple Sklerose!\u00ab Unz\u00e4hlige Schriften hat Paul M\u00fcller dar\u00fcber verfasst. Und vielen, die keinen Sinn mehr im Leben sahen und unter ihren schweren und r\u00e4tselhaften Lasten zusammenbrachen, wurde er zum wirklichen Tr\u00f6ster und Befreier. Darum forderte er immer wieder Schwerm\u00fctige und Verbitterte, Einsame und Schwache auf, das Evangelium ganz praktisch und pers\u00f6nlich f\u00fcr sich zu h\u00f6ren. Dieser Jesus hat den Kampf mit der dunklen und unheimlichen Nachtseite der Welt aufgenommen und darin gesiegt.<br \/>\n* Fritz Gr\u00fcnzweigs Sohn Gerhard war behindert. Bei der Geburt waren schwere Vers\u00e4umnisse geschehen. Als dann nach einer lange verz\u00f6gerten Geburt das Kind nicht richtig atmete, waren schon nicht mehr wiedergutzumachende Sch\u00e4den eingetreten. Der Sauerstoffmangel hatte Gehirnzellen zerst\u00f6rt. Seit dem ersten Lebensjahr a\u00df das Kind nicht mehr richtig. Das Kind blieb schwach und vor allem, was am schlimmsten war, das Kind war geistig unterentwickelt. Es fiel dann Fritz Gr\u00fcnzweig und seiner Frau schwer, als sie ihren behinderten Sohn Gerhard nach 26 Jahren in eine Anstalt bringen mussten. Er war eigenwillig, unkonzentriert und oft auch disharmonisch. Am Tag des Abschieds nach Stetten im Remstal sorgten sich die Eltern, wie Gerhard den schwierigen Schritt verkraften k\u00f6nne. Es war schon alles gepackt, da sa\u00df Gerhard auf seinem Stuhl und sang vor sich hin: \u00bbBis hierher hat mich Gott gebracht durch seine gro\u00dfe G\u00fcte\u00ab. Und dann das andere Lied: \u00bbMein Wille geh\u00f6rt meinem Gott, ich traue auf Jesus allein\u00ab.<br \/>\n* Adolf Storz in Kemnat war 28 Jahre alt, als er mit dem Motorrad schwer verungl\u00fcckte. Dann lag er weitere 28 Jahre hoffnungslos gel\u00e4hmt im Bett. Als junger Sportler wollte er von Gott nichts wissen. Es war ein Evangelist, der ihn an seinem Krankenlager aufsuchte und ihn dazu brachte, seine Krankheit aus der Hand Jesu anzunehmen. Wenige Tage vor seinem Sterben hat er seinem Heimatpfarrer diktiert: \u00bbDie Menschen wissen gar nicht, wie herrlich Gott ist. Wenn man sich ganz radikal seinem Willen ausliefert, darf man seine Gnade und Herrlichkeit erfahren. Wenn ich k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich jedem Menschen mit meiner Trompete ins Ohr und Herz hineinblasen: Gott ist gro\u00df auch in seinem Gericht\u00ab!<\/p>\n<p>Johannes Hasselhorn berichtet (Zuversicht + St\u00e4rke 3\/1997):<br \/>\n\u201e\u00bbSeid mutig\u00ab, ruft Jesus seiner Gemeinde zu, \u00bbmutig\u00ab in dieser Welt! Nach 10j\u00e4hriger Gefangenschaft und ohne jemals ein ordentliches Gerichtsverfahren erlebt zu haben, wurde Mutter Zachai im Herbst 1989 in Addis Abeba\/ \u00c4thiopien entlassen. Ihr Mann, Pastor Gudina Tumsa, wurde 1979 ermordet. Die Freigelassene besuchte auch die Hermannsburger Mission. Wir sa\u00dfen mit ihr im kleinen Kreise zusammen. Ihr Herz war voll Lob und Dank. Nach 10j\u00e4hriger Gefangenschaft erweckte sie den Eindruck einer ungebrochenen Pers\u00f6nlichkeit. Langsam nur berichtete sie aus der langj\u00e4hrigen Zeit in diesem Foltergef\u00e4ngnis. Sie muss in dieser Zeit zahllosen M\u00fcttern beigestanden haben bei der Geburt ihrer Kinder im Gef\u00e4ngnis. Ihre geistliche Autorit\u00e4t war so gro\u00df, dass sie bei seltenen Fahrten in die Stadt den Freunden vorher Bescheid sagen lassen konnte, um mit ihnen das Heilige Abendmahl zu feiern. Allein zehn Monate verbrachte sie in der Todeszelle. Tag um Tag wurden die herausgerufen, die als n\u00e4chste ermordet werden sollten. Keine Missionarsfrau konnte ihr Essen bringen oder eine Bibel einschmuggeln. Wir sprachen mit ihr \u00fcber ihr Beten in dieser Todeszelle. Ja, sie habe viel gebetet, aber nicht um ihre Befreiung, sondern allein darum, dass sie im Glauben leben m\u00f6chte bis zum letzten Augenblick. Auf unsere Frage, warum sie nicht um Befreiung vor dem Tod gebetet hat, gab sie schlicht zur Antwort, warum es denn Christen in dieser Welt besser haben sollten als andere, die auch fast alle unschuldig sterben mussten. Um Glauben zu bitten und nicht um Verschonung vor dem Tod, das war die Bitte des Pr\u00e4sidenten der Kirche bei Beginn der Verfolgungen. Er selbst, Ato Emmanuel Abraham, ehemaliger Minister der kaiserlichen Regierung, war einer der ersten Gefangenen des Regimes. Er besa\u00df aber eine solche geistliche Autorit\u00e4t, dass es ihm erlaubt war, zu einer bestimmten Tageszeit den Gefangenen &#8211; es war die F\u00fchrungsschicht \u00c4thiopiens &#8211; eine halbe Stunde lang t\u00e4glich aus der Bibel vorlesen zu d\u00fcrfen. F\u00fcr viele waren es die letzten menschlichen Worte, die sie h\u00f6rten! Da die Regierung ihm keinerlei Verfehlungen nachweisen konnte, wurde er freigelassen. Drei Tage sp\u00e4ter sa\u00df ich bei ihm und lie\u00df mir die Geschichte von ihm erz\u00e4hlen. Er berichtete so, als ob es die gr\u00f6\u00dfte Selbstverst\u00e4ndlichkeit sei, sich einfach nur den Glauben zu halten und das zu tun, was jetzt notwendig ist. Er war auf vielf\u00e4ltige Weise zum Seelsorger seiner ehemaligen Kollegen und Untergebenen geworden\u201c.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>In Jesus geborgen:<br \/>\na) Angst \u2013 deshalb \u201efragen\u201c (V. 16-23a)<br \/>\nb) Trost \u2013 darum \u201ebitten\u201c (V. 23b-28)<br \/>\nc) Mut \u2013 durch \u201eglauben\u201c (V. 29-33)<\/p>\n<p>oder nach Alfred Christlieb:<br \/>\na) Die Zeit der Freude<br \/>\nb) Der Grund der Freude<br \/>\nc) Die Dauer der Freude<\/p>\n<p>oder nach Gottfried Voigt:<br \/>\nWir sehen den Herrn wieder, darum ist<br \/>\na) Freude nach der Traurigkeit<br \/>\nb) Freude in der Traurigkeit<br \/>\nc) Freude ohne Traurigkeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben als Nachfolger JesuPredigtthema: Glaube konkret &#8211; im Sohn geborgen Bibelstelle: Johannes 16, 16-33 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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