{"id":1745,"date":"2011-01-21T18:32:40","date_gmt":"2011-01-21T16:32:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=566"},"modified":"2011-01-21T18:32:40","modified_gmt":"2011-01-21T16:32:40","slug":"predigthilfe-vom-6-2-2011-johannes-14-1-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-6-2-2011-johannes-14-1-14\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 6.2.2011 &#8211; Johannes 14, 1-14"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben als Nachfolger Jesu<br \/>Predigtthema: Glaube konkret &#8211; durch Jesus leben<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Johannes 14, 1-14<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Mit dem neuen Monat beginnt nun auch ein neues Thema: \u201eLeben als Nachfolger Jesu\u201c (= Monatsthema). Im Februar wollen wir an Hand der Predigttexte aus Joh 14+15 entdecken, wie wir \u201edurch\u201c, \u201emit\u201c, \u201ein\u201c und \u201ef\u00fcr\u201c Jesus leben. Der heutige Predigtsonntag ist somit der Auftakt zu einer Reihe, durch die wir von der Schrift her aufzeigen, dass f\u00fcr uns gilt: \u201eNicht mehr bin ich es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst f\u00fcr mich hingegeben hat\u201c (Gal 2,20). Deshalb er\u00f6ffnen wir unsere Predigtreihe mit dem grundlegenden Predigtthema: \u201eGlaube konkret \u2013 durch Jesus leben\u201c (Joh 14,1-14). Leben gibt es nur durch Jesus und aus diesem Grund gibt es ohne ihn auch kein Leben, weil er allein der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (vgl. Joh 14,6 mit Apg 4,12). Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt der Predigt darauf, wer Jesus ist und was nur durch ihn m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil \u2013 Edition C Bibelkommentar 7 (S. 102-117).<br \/>\n* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil \u2013 Wuppertaler Studienbibel (S. 96-107).<br \/>\n* John MacArthur. Die Welt \u00fcberwinden: Wie Jesus seine J\u00fcnger in Johannes 13-16 st\u00e4rkte. Betanien (S. 55-78 \/ sehr empfehlenswert).<\/p>\n<p>Hilfreiche Text- und Predigtanmerkungen bietet der Predigttipp von Eckhard L\u00f6ffler zu Joh 14,1-14 vom 18.12.2005 (www.wbb-online.de\/pt).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 03.01.1999 mit dem Titel \u201eJesus \u2013 der Weg, die Wahrheit, das Leben\u201c (Joh 14,6) und vom 11.01.1981 mit dem Titel \u201eJesus \u2013 Weg, Wahrheit, Leben\u201c (Joh 14,6) und der Bibelarbeit vom 09.02.1999 mit dem Titel \u201eDer Weg zum Vater\u201c (Joh 14,1-14). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Johannes 14] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zu V. 12 (\u201egr\u00f6\u00dfere Werke\u201c):<br \/>\n\u201eBevor wir weitergehen, ist es wichtig, den Ausdruck \u201egr\u00f6\u00dfere Werke&#8220; zu definieren. Eine h\u00e4ufige Interpretation besteht darin, dies als eine Verhei\u00dfung an die J\u00fcnger auszulegen, dass sie gr\u00f6\u00dfere Wunder tun w\u00fcrden als die, die Jesus tat. Eine solche Interpretation zieht jedoch eine offensichtliche Frage nach sich: Wird diese Deutung durch den historischen Befund, der uns in der Apostelgeschichte \u00fcberliefert ist, gedeckt? Zum Beispiel lesen wir nirgends davon, dass ein Apostel auf dem Wasser ging. Wir finden nichts, was der Speisung der Menschenmengen oder der Verwandlung. von Wasser in Wein durch ein wunderbares Eingreifen nahe k\u00e4me. Es findet sich kein Bericht dar\u00fcber, dass einer der Apostel Blinde sehend gemacht h\u00e4tte, was eine besondere Beglaubigung der messianischen Sendung war. Zwar betete Petrus f\u00fcr eine Frau, die daraufhin ins Leben zur\u00fcckkehrte (Apg 9,40), aber wir lesen nichts davon, dass ein Apostel jemanden auferweckte, der seit vier Tagen tot und begraben war. Wir m\u00fcssen bedenken, dass das, wovon Jesus hier spricht, in irgendeinem Sinn \u201egr\u00f6\u00dfer&#8220; sein muss als das, was er selbst erlebte. ist es zutreffend zu sagen, dass den Aposteln die F\u00e4higkeit gegeben wurde, gr\u00f6\u00dfere Wunder zu tun als Jesus selbst? Offensichtlich nicht.<br \/>\n\u00dcberlegen wir anhand von zwei Fragen, welche alternative Perspektive es geben k\u00f6nnte. Erstens, wie ausgedehnt war das irdische Wirken Jesu Christi? Nicht sehr weitreichend nach modernen Ma\u00dfst\u00e4ben. Das Pal\u00e4stina des ersten Jahrhunderts war ungef\u00e4hr 240 Kilometer lang und weniger als halb so breit. Zweitens, wie einflussreich war das irdische Wirken Jesu Christi? Nicht besonders einflussreich. Es ist h\u00f6chst unwahrscheinlich, dass die Gemeindewachstumsexperten Jesus in ihrer Literatur \u00fcber die Verk\u00fcndiger mit der gr\u00f6\u00dften \u00f6ffentlichen Wirksamkeit \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt h\u00e4tten. Hier, am Abend vor seinem Tod, ist er von elf M\u00e4nnern umgeben. Kurz nach der Auferstehung finden wir hundertzwanzig Menschen versammelt (Apg 1,15). Das ist eine bescheidene Anh\u00e4ngerschaft. Man kann sein Wirken wohl kaum als sehr weit reichend bezeichnen und niemand w\u00fcrde es als \u00fcberm\u00e4\u00dfig einflussreich einsch\u00e4tzen.<br \/>\nDoch vom Pfingsttag an ist eine radikale Ver\u00e4nderung im Gange. Petrus h\u00e4lt eine einzige Predigt, und dreitausehd Menschen bekehren sich. In den Evangelien gibt es nichts, was einer solchen Reaktion auch nur entfernt nahe kommt, egal, ob wir das irdische Wirken Jesu an Hand einzelner Ereignisse oder insgesamt betrachten. Die \u201egr\u00f6\u00dferen Werke&#8220;, von denen Jesus hier spricht, sind die Bekehrungen von Menschen und das Vorantreiben des Evangeliums [vgl. hierzu auch den Gebrauch des Wortes \u201eWerke\u201c in V. 10]. Wenn wir zur\u00fcckblicken, beziehen sie sich auf die vergangenen zwanzig Jahrhunderte des christlichen Vormarsches; das hei\u00dft, auf die immer noch andauernde Rettung von Menschen, die zun\u00e4chst zu denen geh\u00f6rten, die dem ewigen Gericht entgegengingen. Die Zahl dieser Menschen ist so gro\u00df, dass sie dem Verfasser der Offenbarung zufolge alle menschliche Kalkulation \u00fcbersteigt. Es ist eine riesige Menschenmenge \u201aaus jeder Nation und aus St\u00e4mmen und V\u00f6lkern und Sprachen\u2018 (Offb 7,9). An jenem gro\u00dfen, letzten Tag wird die Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung \u201egr\u00f6\u00dferer Werke&#8220; klar zu sehen sein: Wirkungen, die sowohl weit reichend als auch einflussreich sind\u201c (Arturo Arzudia. In der Kraft des Geistes: Verk\u00fcndigung in Vollmacht. Friedberg: 3L-Verlag, 2003. S. 24f). Der Ausdruck \u201egr\u00f6\u00dfere\u201c bezieht sich also auf die Reichweite, aber nicht auf die Art und Weise des Werkes Jesu. Er hat den Grund gelegt und nun wird die Nachricht von diesem Werk Jesu in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang \u00fcber die ganze Erde und zu allen Menschen getragen. Der Vater wirkt durch Jesus (V. 10f) \u2013 Jesus wirkt durch die J\u00fcnger (V. 12-14).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>\u201eIch werde nie vergessen, wie ich zum ersten Mal auf dem Hauptbahnhof von Chicago stand. Ich wollte aus dem Zentrum dieser Vier-Millionen-Stadt zur\u00fcck in eine der n\u00f6rdlichen Vorst\u00e4dte fahren, im der ich w\u00e4hrend meines Studiums mit meiner Familie wohnte. Und das zur Feierabendzeit. Zehntausende Pendler str\u00f6mten auf die rund 30 Bahnsteige und verschwanden hastig in den Doppelstockz\u00fcgen Richtung Heimat.<br \/>\nIch wurde f\u00f6rmlich \u00fcber den Bahnsteig in den Zug geschoben. Musste ich jetzt auf Bahnsteig 26 oder 27? F\u00e4hrt dieser Zug wirklich bis Highland Park oder f\u00e4hrt er am Ende noch durch bis Lake Forest. Die Anzeigen auf den Bildschirmen wechselten st\u00e4ndig. Die Lautsprecherdurchsagen h\u00f6rten sich an wie auf allen Bahnh\u00f6fen dieser Welt. Man versteht die n\u00e4selnden Durchsagen noch nicht einmal in seiner Muttersprache, wie dann in dieser Hektik noch auf Englisch?<br \/>\nKurz bevor das Startsignal ert\u00f6nte, sprang ich in den Zug. Zischend schlossen sich hinter mir die T\u00fcren. Obwohl ich hoffte, im richtigen Zug zu sitzen und auch die Ansagen im Zug diese Hoffnung best\u00e4tigten, blieb ein unbehagliches Gef\u00fchl letzter Unsicherheit. Ich hatte keine Ruhe, bis der Schaffner in vertrauenerweckender Uniform erschien und mir freund\u00aclich Auskunft gab. Kennen Sie das Gef\u00fchl? Man hofft inst\u00e4ndig, dass man im richtigen Zug sitzt, aber letzte Gewissheit gibt nur der Zugbegleiter.<br \/>\nSo \u00e4hnlich l\u00e4uft das mit unserer Lebensreise. Es gibt viele Z\u00fcge, in die wir steigen k\u00f6nnen. Grelle Leuchtreklame verspricht eine angenehme Reise. Bester Sitzkomfort und freundliche Bedienung, erstklassige Men\u00fcs im Speisewagen. Aber wer kennt die Richtung? Wer garantiert mir, dass ich gut ankomme? Und wer war schon am Ziel und kann mir darum verbindlich Auskunft geben? Wir warten doch alle auf den freundlichen Begleiter, der uns ein gutes Gef\u00fchl f\u00fcr die Lebensreise gibt.<br \/>\nDie Frage nach dem Ziel der Lebensreise ist so alt wie die Menschheit. Es geh\u00f6rt zum Wesen des Menschen, dass er f\u00fcr seine Zukunft eine sichere Auskunft m\u00f6chte. Der Rockinterpret Udo Lindenberg hat diese Ungewissheit einmal so formuliert: \u201eWir sind auf Odyssee, Odyssee, und keiner wei\u00df, wohin die Reise geht!&#8220; Wer sich mit dieser fatalen Aussage zufrieden geben muss, der ist wirklich ums Leben betrogen. Wer nicht wei\u00df, ob er im richtigen Lebenszug sitzt, der sollte sich dringend vergewissern und lieber aussteigen und auf den richtigen Zug warten.<br \/>\nJesus wei\u00df, wohin die Reise geht. Als Jesus Christus sich kurz vor seiner Himmelfahrt von seinen J\u00fcngern verabschiedet hatte, lie\u00df er sie nicht in Unkenntnis \u00fcber das Ziel der Reise: \u201eErschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut Gott und vertraut mir. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen und ich gehe jetzt, um dort einen Platz f\u00fcr euch vorzubereiten. Dann werde ich zur\u00fcckkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, kennt ihr ja&#8220; (Joh 14,1-4). Die Worte Jesu wirken auf mich wie die Worte des freundlichen Schaffners im hektischen Vorortzug von Chicago. Jesus ist zum Vater im Himmel gegangen, um uns eine ewige Heimat vorzubereiten. Er m\u00f6chte unbedingt, dass wir auf ewig bei ihm sind. Entscheidend ist, dass wir jetzt schon im richtigen Zug sitzen, damit das Leben nicht zu einer Odyssee wird, zu einer nie endenden Irrfahrt.<br \/>\nW\u00fcrden Sie sich auf eine Reise einlassen, wenn Sie w\u00fcssten, dass der Zugf\u00fchrer zu viel Alkohol intus hat? Sie w\u00fcrden auf der Stelle aussteigen. Steigen Sie bitte um Gottes Willen aus, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie gut und richtig ankommen. Es geht ja nicht nur um eine Urlaubsreise, sondern um Ihr Leben und Ihre Ewigkeit. Wenn Jesus sagt: \u201eIch bin der Weg!&#8220;, dann ist das ein verbindliches Angebot an Sie, sich auf ihn einzulassen und \u00fcber Jesus zur ewigen Gemeinschaft mit Gott zu finden. Ich kann auf vieles verzichten, aber nicht mehr auf diese unersch\u00fctterliche Gewissheit: Ich werde einmal bei Gott sein. Das gibt mir Gelassenheit und Zuversicht auf meiner Lebensreise. Und wenn sich Dunkelheit \u00fcber mein Gem\u00fct legt und Unsicherheit aufkommt, dann entdecke ich Jesus im Get\u00fcmmel des Alltags wie den freund\u00aclichen Zugbegleiter, der mir versichert, dass ich im richtigen Zug sitze. Einer wei\u00df, wohin die Reise geht. Und Sie sollten es auch wissen\u201c (J\u00fcrgen Mette).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Durch Jesus leben =<br \/>\na) Aufblick f\u00fcr verzagte Herzen (V. 1-7)<br \/>\nb) Einblick f\u00fcr verwirrte K\u00f6pfe (V. 8-12)<br \/>\nc) Durchblick f\u00fcr gefaltete H\u00e4nde (V. 13f)<\/p>\n<p>oder:<br \/>\nDurch Jesus leben:<br \/>\na) Die verhei\u00dfene Wohnung (V. 1-3)<br \/>\nb) Der verhei\u00dfene Weg(V. 4-6)<br \/>\nc) Das verhei\u00dfene Werk (V. 7-12)<br \/>\nd) Der verhei\u00dfene Wille (V. 13f)<\/p>\n<p>oder nach John MacArthur:<br \/>\na) Jesus, der wahre Tr\u00f6ster (V. 1-6)<br \/>\n* Wir k\u00f6nnen auf seine Gegenwart vertrauen (V. 1)<br \/>\n* Wir k\u00f6nnen seine Verhei\u00dfungen vertrauen (V. 2f)<br \/>\n* Wir k\u00f6nnen seiner Person vertrauen (V. 4-6)<br \/>\nb) Jesus ist Gott (V. 7-14)<br \/>\n* Die Offenbarung seiner Person (V. 9-11)<br \/>\n* Die Offenbarung seiner Macht (V. 12)<br \/>\n* Die Offenbarung seiner Verhei\u00dfung (V. 13f)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben als Nachfolger JesuPredigtthema: Glaube konkret &#8211; durch Jesus leben Bibelstelle: Johannes 14, 1-14 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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