{"id":1739,"date":"2010-11-30T20:59:48","date_gmt":"2010-11-30T18:59:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=560"},"modified":"2010-11-30T20:59:48","modified_gmt":"2010-11-30T18:59:48","slug":"predigthilfe-vom-26-12-2010-jesaja-30-15-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-26-12-2010-jesaja-30-15-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 26.12.2010 &#8211; Jesaja 30, 15-17"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Innehalten &#8211; Gottesdienst<br \/>Predigtthema: In der Stille liegt die Kraft<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jesaja 30, 15-17<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Predigtanlass ist der letzte Sonntag im Jahr 2010 (= 2. Weihnachtstag) und somit ein Innehalten-Gottesdienst. Aus diesem Grund bietet sich an, das Jahr im R\u00fcckblick noch einmal zu beleuchten und verschiedene Aspekte aus den Innehalten-Gottesdiensten noch mal zu betonen bzw. hervorzuheben. Aber auch der Ausblick auf das Jahr 2011 sollte seinen Raum haben, denn wie wir das \u201eneue\u201c Jahr leben sollten, zeigt unser Predigttext (Jes 30,15-17) auf. Aus diesem Grund lautet das Predigtthema passend zum Innehalten-Gottesdienst als Jahresabschluss und zur Vorbereitung des \u201eneuen\u201c Jahres: \u201eIn der Stille liegt die Kraft\u201c. Auch k\u00f6nnen Erfahrungen aus dem \u201eJahr der Stille\u201c bzw. unserem \u201eJahr mit der Bibel\u201c einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Dieter Schneider. Der Prophet Jesaja: Kapitel 1-39. Wuppertaler Studienbibel (zu Jes 30,8-17 siehe S. 413-418).<br \/>\n* David Jaffin. \u201eMalmsheimer Predigten\u201c (zu Jes 30,8-17 siehe S. 27-29 unter http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/DavidJaffin\/Malmsheimer_Predigten_1988.pdf)<\/p>\n<p>Bitte studiert die Textanmerkungen im Predigttipp von Eckhard L\u00f6ffler zu Jes 30,8-18 vom 07.01.2007 unter www.wbb-online.de\/pt.<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 31.12.1992 mit dem Titel \u201eGute Chancen\u201c (Jes 30,15-17). Diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Jesaja 30] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Nachfolgende Ausf\u00fchrungen stammen von Dr. Herbert Klement (aus \u201eZuversicht und St\u00e4rke\u201c vom Dez 04 \/ Jan 05 \u2013 Predigtanlass war der Altjahrsabend):<br \/>\n\u201eIm Talmud gibt es eine \u00dcberlieferung, dass der Prophet Jesaja entfernt mit den regierenden K\u00f6nigen verwandt war. Er lebte in Jerusalem und war am Schicksal seines Volkes und auch an der Politik interessiert. Zu seiner Zeit hatte Israel eine erste gro\u00dfe Phase der Globalisierung erlebt. Die damals bekannte Welt stand fast vollst\u00e4ndig unter der Vorherrschaft der assyrischen Weltmacht, Die Politik in der Zeit Jesajas war deshalb stark von der Au\u00dfenpolitik bestimmt. So hatte sich der K\u00f6nig Ahas mit den Assyrern verb\u00fcndet, dann waren diese gekommen und hatten schlie\u00dflich den Norden Israels vollst\u00e4ndig besetzt. Die Bev\u00f6lkerung wurde deportiert, und Menschen aus dem Osten des assyrischen Reiches wurden im Land Israel angesiedelt. N\u00f6rdlich von Jerusalem herrschte Multi-Kulti. Diese gro\u00dfe nationale Destabilisierung hatte dazu gef\u00fchrt, dass der auf Ahas folgende K\u00f6nig Hiskia sich bei passender Gelegenheit von den Assyrern losgesagt hatte. Dabei pflegte er Kontakte mit dem Herrscher von Babylon, Merodach-Baladan. Es wurden Absprachen zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Babylon getroffen. Hiskia hatte sich dabei zum Narren gemacht.<br \/>\nDer Text [Jes 30,15-17], den wir gelesen haben, stammt aus einer Phase, als man in Jerusalem enge Beziehungen mit \u00c4gypten unterhielt. Man hatte ihnen reichlich Geschenke gemacht, um sie zur Unterst\u00fctzung Israels zu bewegen. In dieser Zeit der internationalen Beziehungen und Verwicklungen glaubten damals viele, man k\u00f6nne sich nicht mehr auf den Gott Israels verlassen. Innenpolitisch waren die Glaubenstraditionen noch irgendwo pr\u00e4sent. Aber in dieser globalisierten Welt wirkte das Vertrauen auf JHWH, den Gott Israels, doch etwas vorgestrig. Die Realpolitiker an der Macht und auch ihre religi\u00f6sen Berater hatten aufgeh\u00f6rt, mit dem Gott Israels zu rechnen. Hier wird Jesaja zum Mahner und Warner. Er wei\u00df, dass Israel Hilfe nur von seinem Gott erfahren kann. Es ist der Gott, der sein Volk durch die wechselnden Zeiten seit Abraham gef\u00fchrt hat. Es ist der Gott, der der Sch\u00f6pfer der ganzen Welt ist. Dem Gott Israels ist die globalisierte Welt nicht fremd. Und er ist nicht zu einem kleinen Nationalgott geschrumpft. Im Gegenteil: Der Sch\u00f6pfer der Welt will sich durch Israel der Welt. bekannt machen. Aber in dieser historischen Situation sch\u00e4mt sich Israel seines Gottes \u2013 man sch\u00e4mt sich, sich auf Gott zu verlassen. F\u00fcr das wirkliche Leben meinte man der Diplomatie und der Politik vertrauen zu sollen. Die halfen zwar nicht viel, aber den alten Geschichten von fr\u00fcheren Glaubenserfahrungen mit Gott traute man noch weniger zu. Die Welt schien zu kompliziert zu sein f\u00fcr die elementaren Grunds\u00e4tze des Glaubens. Hier mahnt der Prophet zur Umkehr.<br \/>\nHaben sich die Menschen seit damals sehr ver\u00e4ndert? Was uns heute bewegt, ist keine assyrische Bedrohung. Und doch machen sich viele Sorgen um die Zukunft. Wir f\u00fcrchten um die Arbeitspl\u00e4tze. Wenn von einer Realschulklasse mit 25 Sch\u00fclern nur f\u00fcnf eine Lehrstelle haben und die anderen in weiterf\u00fchrenden Qualifizierungskursen unterkommen, dann fragt man sich zu Recht, wo das langfristig hinf\u00fchren wird. Die Sorge um die Arbeitspl\u00e4tze ist ja real. Dazu kommt die Ungewissheit, ob wir auch k\u00fcnftig dasselbe Einkommen haben werden. Und wir fragen, ob die Alterseinkommen ausreichen werden. Die Frage, die sich uns heute stellt, ist die, woher wir in unserer Not Hilfe erwarten. Die Medien und die Politiker sprechen davon, dass wir das schon schaffen werden. Wir m\u00fcssen nur die richtige Partei w\u00e4hlen. Und dann hoffen wir darauf, dass die Zusammenarbeit in Europa vorteilhaft ist. Und wenn die Wirtschaft in Russland und in China brummt, dann hoffen wir auf neue Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr unsere Waren &#8230; Dabei f\u00fcrchten viele in Deutschland, dass die Zukunft schlechter wird und es den Politikern nicht wirklich gelingt.<br \/>\nJesaja hat beschrieben, wie man sich in Israel auf \u00c4gypten verlassen hat und damit erst recht verlassen war. Tief im Inneren wusste man das. Deshalb beschreibt er, wie sich die ganze israelitische Armee vor der Drohgeb\u00e4rde eines Einzelnen feige selbst preisgibt. Jesaja beschreibt, wie die Sorge und die Angst die Menschen l\u00e4hmt. Die Angst hindert sie zu k\u00e4mpfen und l\u00e4sst sie untergehen. Genauso sagte es ein Wirtschaftsmann im Blick auf die Befindlichkeit in Deutschland: Viele sind wie gel\u00e4hmt und starren t\u00e4glich auf die Entwicklung an der Wallstreet. Bei kleinsten Bewegungen bricht dann eine gro\u00dfe Hektik aus &#8211; das steckt an und l\u00f6st Panik aus. Was fehlt, ist eigentlich ein Grundvertrauen in die Zukunft. Im Vergleich mit den meisten L\u00e4ndern. der Welt geht es uns in Deutschland unversch\u00e4mt gut, selbst wenn die Einkommen um die H\u00e4lfte sinken w\u00fcrden. Der Wirtschaftsfachmann meinte, dass an der Nervosit\u00e4t und Angst und Unsicherheit wohl die S\u00e4kularisierung schuld sei. Menschen, die einen Glauben haben, haben mehr Zuversicht in die Zukunft. Wer keinen Glauben hat, der kann von einem fallenden Blatt im Wald zu Tode erschrecken &#8211; dabei ist es doch normal, dass Bl\u00e4tter im Wald auch einmal fallen.<br \/>\nJesaja sagt es genauso. Ihr werdet paranoid in Angst und Schrecken umkommen, wenn ihr nicht zu Gott umkehrt. Er ruft: Kehrt um! &#8211; Seid nicht so arrogant zu meinen, man k\u00f6nne ohne Gott durchs Leben gehen. Die Angst ist ein hervorstechendes Kennzeichen der. Menschen ohne Gott. Kehre um und vertraue auf Gott. Heute meinen viele, dass das, was fr\u00fcher einmal als christlich richtig und normal galt, in diesen Zeiten nicht mehr so ernst zu nehmen ist. Da meint man, dem Ehepartner treu zu bleiben sei heutzutage nicht mehr angesagt. Das sei vorgestrig. Und man meint, seine Ehe aufzugeben sei heute zeitgem\u00e4\u00dfer, als um die Ehe zu k\u00e4mpfen. Auch hier gilt: Wer Gott vertraut, hat es besser. Die Ordnungen Gottes veralten nicht. Sie bleiben g\u00fcltig. Kehr um aus der hektischen Selbstverwirklichung, die letztlich in Unsicherheit und Verzweiflung m\u00fcnden wird, zu einem Vertrauen auf den alten Gott.<br \/>\nJesaja sagt: Setz deine Hoffnung ganz auf Gott. Vertraue dich ihm an. Das war damals in eine sehr reale politische Situation hineingesprochen. Das politische Handeln sollte von diesem Vertrauen bestimmt sein. Das hei\u00dft doch: Was auch unsere Sorge am Ende dieses Jahres ist, wir sind aufgerufen, uns damit Gott anzuvertrauen.<br \/>\nJesaja sagte: Wenn ihr eure Hoffnung auf Gott setzt, dann werdet ihr stark sein. &#8211; Das ist das Gegenteil von der l\u00e4hmenden Angst. Von der Unsicherheit, die die Knie einknicken l\u00e4sst. Wer stark ist, der hat die Kraft, auch schwere Lasten zu tragen. Das ist es, was er verhei\u00dft: Durch Glauben und Hoffen kommt euch diese Kraft zu. Euer Leben wird ausgerichtet, es wird gestrafft und bekommt Spannkraft.<br \/>\nKann man das so ohne weiteres? Sich Gott anvertrauen? Die Antwort lautet: Ja. Im Jesajabuch wird ein Beispiel davon berichtet. Der K\u00f6nig Hiskia ist von der assyrischen Armee bedroht. Der assyrische General fordert die Bev\u00f6lkerung zur Kapitulation auf. Er sagt: Vertrauen auf JHWH lohnt sich nicht, die assyrischen G\u00f6tter haben sich als m\u00e4chtiger erwiesen. Wer sich auf Gott verl\u00e4sst, wird morgen als Leiche enden. &#8211; Hiskia geht iii den Tempel und breitet diese Not vor Gott aus. Er sagt Gott alles und bittet darum, dass er ihm helfe. Die Antwort kommt schnell. Eine Krankheit schw\u00e4cht die Armee der Assyrer so erheblich, dass sie sich zur\u00fcckziehen m\u00fcssen. Sie sind nicht mehr zur\u00fcckgekommen. Gott hatte geholfen. Vielleicht k\u00f6nnen einige von uns berichten, wie sie die Hilfe Gottes erfahren haben. Wenn wir heute auf das zu Ende gehende Jahr blicken: Wo war da Gottes Hilfe? Haben wir sie erlebt? &#8211; Und wir wollen unsere Sorge und unsere Angst bekennen. Der Unglaube soll seine Angst nicht in uns festsetzen k\u00f6nnen. Wir wollen umkehren von einem negativen und glaubenslosen Denken, Wir wollen uns Gott zuwenden und die Zukunft vertrauensvoll aus seiner Hand erwarten und entgegennehmen. Wir wollen es h\u00f6ren: Gott ist da. Auch morgen. Er ist der Gott, der mitgeht. Wer auf ihn hofft, der wird nicht zu Schanden. Die auf ihn harren, bekommen neue Kraft\u201c (Herbert Klement).<\/p>\n<p>3. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>In der Stille liegt die Kraft, deshalb<br \/>\na) umkehren<br \/>\nb) stillbleiben<br \/>\nc) standhalten<\/p>\n<p>oder nach Manfred Otto:<br \/>\nWie bekomme ich neue Energien?<br \/>\na) Wir bekommen neue Energien, wenn wir umkehren<br \/>\nb) Wir bekommen neue Energien, wenn wir stille werden unter Gottes Wort<\/p>\n<p>oder nach Gottfried Voigt:<br \/>\nGott will, uns m\u00f6chte geholfen werden<br \/>\na) in der Umkehr<br \/>\nb) im Stillsein und Hoffen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Innehalten &#8211; GottesdienstPredigtthema: In der Stille liegt die Kraft Bibelstelle: Jesaja 30, 15-17 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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