{"id":1734,"date":"2010-11-23T20:17:43","date_gmt":"2010-11-23T18:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=555"},"modified":"2010-11-23T20:17:43","modified_gmt":"2010-11-23T18:17:43","slug":"predigthilfe-vom-28-11-2010-psalmen-31-15-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-11-2010-psalmen-31-15-25\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28.11.2010 &#8211; Psalmen 31, 15-25"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Innehalten &#8211; Gottesdienst<br \/>Predigtthema: In deiner Hand sind meine Zeiten!<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Psalmen 31, 15-25<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag liegen hinter uns. Was liegt nun vor uns? Die Adventszeit er\u00f6ffnen wir mit einem \u201eInnehalten-Gottesdienst\u201c, wobei der Schwerpunkt auf dem gemeinsamen \u201ezur Ruhe kommen und H\u00f6ren\u201c liegt. Wo der Herr bereits bei uns angekommen ist, unser Leben pr\u00e4gt, da k\u00f6nnen wir getrost seine Ankunft erwarten, weil wir uns gewiss sind, wo wir die Ewigkeit verbringen. Von daher ist im Gottesdienst sowohl ein R\u00fcckblick wie auch ein Ausblick hilfreich, damit wir unsere momentane Situation erfassen und dar\u00fcber froh werden k\u00f6nnen. Um die Adventszeit \u201ein Ruhe\u201c beginnen zu k\u00f6nnen, lautet unser Predigtthema: \u201eIn deiner Hand sind meine Zeiten\u201c (Ps 31,15-25). So soll dieser Gottesdienst aufzeigen, dass unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beim Herrn in besten H\u00e4nden ist. Um den Aspekt des Innehaltens zu vertiefen, kann es hilfreich sein, denn Predigttext auf Psalm 31,15+16 einzuschr\u00e4nken und dann unsere Situation (\u201emeine Zeiten\u201c) und Gottes Plan (\u201edeine Hand\u201c) \u00fcber den Textzusammenhang aus Psalm 31 zu veranschaulichen und mit unserem Leben zu verbinden.<\/p>\n<p>Als Hinf\u00fchrung zum Predigtthema ist unter anderem das Lied Nr. 336 (\u201eMeine Zeit steht in deinen H\u00e4nden\u201c) aus unserem Verbandsliederbuch (\u201eIch will dir danken\u201c) geeignet. Als Peter Strauch das Lied gedichtet hat, textete er in Strophe 3: \u201e Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn\u201c (so noch in unseren Liederb\u00fcchern). Mittlerweile hat er diese Strophe \u00fcberarbeitet und schl\u00e4gt vor wie folgt zu singen: \u201eEs gibt Tage, die scheinen ohne Sinn\u201c. In den Neuauflagen dieses Liedes ist der Text bereits umgeschrieben, denn hinter dieser Textver\u00e4nderung steckt eine ver\u00e4nderte theologische Erkenntnis von Peter Strauch, getragen auch von seiner Lebenserfahrung. Dieser Hinweis kann uns helfen, dieses Lied bewusst und in biblischer Ausrichtung zu singen und f\u00fchrt uns mitten hinein in die Situation des Predigttextes und unseres Lebens. Wo dieses Lied vor der Predigt gesungen wird, kann z.B. gerade wegen der notwendigen Textver\u00e4nderung im Rahmen der Predigt immer wieder darauf Bezug genommen werden und so die verschiedenen Elemente des Gottesdienst eng miteinander verzahnt werden. Hilfreich ist in diesem Fall die bewusste Absprache zwischen dem Gottesdienstleiter und dem Verk\u00fcndiger.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Dieter Schneider. Das Buch der Psalmen \u2013 1.Teil: Psalm 1-50. Wuppertaler Studienbibel. S. 213-220.<br \/>\n* Benedikt Peters. Das Buch der Psalmen \u2013 Teil 1: Psalm 1-41. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 2004. S. 380-396.<br \/>\n* C.H. Spurgeon. Die Schatzkammer Davids \u2013 1. Band: Psalm 1-41(Download unter http:\/\/bitflow.dyndns.org\/german\/CharlesHaddonSpurgeon\/Die_Schatzkammer_Davids_2004.pdf ; S. 428-451 der Internetausgabe \u2013 sehr empfehlenswert). Bitte betrachtet und bewegt diese Ausf\u00fchrungen von Charles H. Spurgeon zu Psalm 31, sie enthalten eine F\u00fclle von hilfreichen Text- und Predigtanmerkungen.<\/p>\n<p>Hilfreiche Anmerkungen zum Predigttext (Ps 31,23) finden sich auch bei Wilhelm Buch. Die Suchaktion Gottes: Kurzgeschichten der Bibel. Wilhelm Busch Bibliothek Bd. 11 (siehe unter: http:\/\/www.clv-server.de\/pdf\/255681-11.pdf &#8211; dort S. 61-67).<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 24.07.1994 mit dem Titel \u201eWunderbar ist Gottes G\u00fcte\u201c (Psalm 31,24f). Diese Predigt findet sich unter www.sermon-online.de, wenn Ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. Psalm 31] und \u201eAutor\u201c [Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg [nachfolgendes ist aus dem Ged\u00e4chtnis zitiert]: Eine kleine Gruppe hat sich aufgemacht in den Ostblock und hat viele Bibeln \u201eim Gep\u00e4ck\u201c. Sie sollen die Grenze in die Gemeinde geschmuggelt werden. Die Kontrollen sind streng und die Anspannung ist gro\u00df. So kaufen die \u201eSchmuggler Gottes\u201c an der Grenze die falschen Benzingutscheine und als der Fehler bemerkt wird, vergeht viel Zeit bis wieder alles in Ordnung gebracht ist. Zum vereinbarten Treffen mit den Gl\u00e4ubigen werden sie es nicht mehr rechtzeitig schaffen und so entsteht die bange Frage, ob sie \u00fcberhaupt noch jemanden antreffen werden. Gemeinsam singen sie auf der Fahrt deshalb das Lied: \u201eMeine Zeit steht in deinen H\u00e4nden. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir\u201c (Ich will dir danken Nr. 336). So kommen sie an \u2013 viel zu sp\u00e4t. Aber nur nach dem menschlichen Zeitplan, nicht nach Gottes Zeitplan. Denn genau zum vereinbarten Zeitpunkt war die Geheimpolizei zur Kontrolle da. Aber Gott hat die menschliche Aufregung an der Grenze ben\u00fctzt, um sie genau zu dem Zeitpunkt ans Ziel kommen zu lassen, der richtig ist \u2013 eben zu seiner Zeit und nach seinem Plan. Wie sehr hatte die Gemeinde doch flehentlich gebetet, dass der Bibeltransport \u201ezu sp\u00e4t\u201c kommt und wie wunderbar hat Gott bereits vor diesen Gebeten angefangen \u201emenschliche Missgeschicke\u201c zum Segen umzuplanen: \u201eIch aber, ich habe auf dich vertraut, Herr; ich sagte: Du bist mein Gott! In deiner Hand sind meine Zeiten; rette mich aus der Hand meiner Feinde und vor meinen Verfolgern\u201c (Ps 31,15f)! Hatte Peter Strauch in seinem Lied zuerst noch gedichtet \u201ees gibt Tage, die bleiben ohne Sinn\u201c (Iwdd 336,3), so hat Peter Strauch dieses Lied sp\u00e4ter umgedichtet und in den Neuauflagen hei\u00dft es deshalb: \u201ees gibt Tage, die scheinen ohne Sinn\u201c. Wie wahr! Diese Erfahrung haben unsere Geschwister gemacht, diese Erfahrung werden auch wir machen und deshalb sollten wir dieses Lied nur noch nach der neuen Fassung singen, denn unsere Zeit liegt in Gottes H\u00e4nden und da ruht sie wohl. Nun k\u00f6nnen wir ruhig werden, ruhig sein in IHM. Deshalb wollen wir innehalten \u2013 ruhig werden \u2013 uns dem Herrn durch sein Wort wieder neu anvertrauen und wie Joseph bekennen: \u201eIhr zwar, ihr hattet B\u00f6ses gegen mich beabsichtigt; Gott aber hatte beabsichtigt, es zum Guten zu wenden, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein gro\u00dfes Volk am Leben zu erhalten\u201c (1Mose 50,20). Wie wir das glauben k\u00f6nnen, wie wir zu dieser Ruhe im Herrn finden, entdecken wir in seinem Wort: Psalm 31,15-25 (= Textlesung)!<\/p>\n<p>\u201eZu einem Gutsbesitzer kam eines Tages ein vornehmer Besucher. Man setzte sich in den Salon, a\u00df und trank und unterhielt sich. Nicht ohne Stolz trat dann der Hausherr mit seinem Besucher auf den Balkon des Herrenhauses. Von hier aus hatte man einen herrlichen Blick \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil des Anwesens. Der Gutsbesitzer machte nun eine kreisende Handbewegung und sagte: \u201aSo weit das Auge reicht geh\u00f6rt alles mir\u2018. Der Besucher schaute seinen Gastgeber nachdenklich an und erwiderte: \u201aHerr Baron, entschuldigen Sie, aber: Das geh\u00f6rt Ihnen nicht, das verwalten Sie nur\u2018. Ja, wir sind Verwalter. Wir leben mit anvertrautem Gut. Das Kostbarste, was wir haben, sind nicht die Dinge, die wir besitzen, auch wenn sie noch so wertvoll sind. Das Kostbarste, was wir haben, ist unsere Zeit, die Spanne unseres Lebens. Sie ist absolut einmalig. Wir k\u00f6nnen uns wohl an Vergangenes erinnern, aber wir k\u00f6nnen es nicht zur\u00fcckholen. Wir k\u00f6nnen im Augenblick \u00fcber die Zeit verf\u00fcgen, aber wir k\u00f6nnen sie nicht festhalten. Die Zeit l\u00e4uft und mit ihr unser Leben. F\u00fcr die meisten erw\u00e4chst daraus bewusst oder unbewusst: Sie versuchen aus relativ wenig Zeit m\u00f6glichst viel herauszuschlagen. Aber ist damit die Einmaligkeit unserer Zeit schon sinnvoll genutzt? Sind wir dadurch schon gute Verwalter? Sinnvoll wird unser Leben eben nicht durch die Dinge, die wir haben und festzuhalten versuchen. Das Rad der Zeit l\u00e4uft dar\u00fcber hinweg. \u00dcber die meisten, die heute leben, redet in 50Jahren keiner mehr. Wie schnell sind Menschen vergessen! Oft sogar schon zu Lebzeiten. Sinnvolles und Bleibendes kommt in unser Leben nur durch die Beziehung zum lebendigen Gott. Das ist die tr\u00f6stliche und frohmachende Erfahrung des Psalmdichters David. Meine Zeit, die Spanne meines Lebens, mein Gestern und mein Heute, mein Morgen liegt in deinen H\u00e4nden. Ich muss nicht \u00e4ngstlich darum besorgt sein. Ich darf sie in deine H\u00e4nde legen. Das sind nun nicht die Worte eines Menschen, der ohnehin zur Passivit\u00e4t neigt und die Dinge einfach treiben l\u00e4sst. Das Umfeld von Psalm 31 und vieler anderer Psalmen zeugt von einem turbulenten Leben. Der steile Aufstieg zum K\u00f6nigsthron geh\u00f6rt dazu wie die tiefe Verstrickung in Schuld. Pers\u00f6nliche Anfeindung, Spannungen in der eigenen Familie, Vertreibung, Flucht, \u00fcble Nachrede, Morddrohungen \u2013 ihm blieb fast nichts erspart. Aber in dem allen hat sich die Bindung an Gott bew\u00e4hrt. Er ist nicht mit sich selbst und den Verh\u00e4ltnissen allein. Die Hand Gottes ragt hinein in sein Leben. Alles hat einen Bezug zu ihm. Darum kann er im Grunde nichts mehr verpassen. Das gibt ihm mitten in Unruhe und Hektik Ruhe und Gelassenheit\u201c (Johann Ubben).<\/p>\n<p>3. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>\u201eIn deiner Hand sind meine Zeiten\u201c, deshalb<br \/>\na) bitten wir (V. 15-19)<br \/>\nb) bekennen wir (V. 20-23)<br \/>\nc) bezeugen wir (V. 24+25)<\/p>\n<p>oder nach Johann Ubben:<br \/>\na) Meine Vergangenheit ist umschlossen von ihm<br \/>\nb) Meine Zukunft wird erschlossen von ihm<br \/>\nc) Meine Gegenwart wird gef\u00fcllt von ihm<\/p>\n<p>oder nach Walter Schaal:<br \/>\na) Meine Zeit<br \/>\nb) Deine H\u00e4nde<br \/>\nc) Was hei\u00dft das nun f\u00fcr uns: meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden<br \/>\n* Freiheit<br \/>\n* Geborgenheit<br \/>\n* Vertrauen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Innehalten &#8211; GottesdienstPredigtthema: In deiner Hand sind meine Zeiten! 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