{"id":1730,"date":"2010-10-06T13:04:48","date_gmt":"2010-10-06T11:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=551"},"modified":"2010-10-06T13:04:48","modified_gmt":"2010-10-06T11:04:48","slug":"predigthilfe-vom-31-10-2010-2-mose-18-1-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-31-10-2010-2-mose-18-1-27\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 31.10.2010 &#8211; 2.Mose 18, 1-27"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Innehalten &#8211; Gottesdienst<br \/>Predigtthema: Warum machst du das allein?<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Mose 18, 1-27<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Der Predigtanlass ist ein \u201eInnehalten-Gottesdienst\u201c. Der Schwerpunkt in diesem Gottesdienst liegt auf dem gemeinsamen \u201ezur Ruhe kommen und H\u00f6ren\u201c. Innehalten hei\u00dft, dass wir nicht einfach weitereilen, sondern bewusst anhalten \u2013 Atemholen und uns dabei fragen: Wie soll es nun weitergehen? Der Predigttext (2Mose 18,13-27) hat zwei Schwerpunkte: Begegnungen muss man richtig einsch\u00e4tzen (V. 1-12) und Mitarbeiter richtig einsetzen (V. 13-27). Da der Text sehr kompakt ist und im Rahmen des Innehalten-Gottesdienstes auch w\u00e4hrend der Predigt Raum zum \u201eInnehalten\u201c sein sollte, empfiehlt es sich evtl. die Verse 1-12 in der Einleitung zu schildern und die Verse 13-27 zur Grundlage der Predigt zu nehmen. Passend zum Predigttext k\u00f6nnte das Lied \u201eGut das wir einander haben, gut das wir einander sehen\u201c gesungen werden (Iwdd Nr. 407) \u2013 evtl. sogar w\u00e4hrend der Predigt.<\/p>\n<p>Ein m\u00f6glicher Predigtaufbau f\u00fcr den Innehalten Gottesdienst w\u00e4re z.B. folgender:<br \/>\n* Hinf\u00fchrung zum Predigtthema (V. 1-12 \u2013 nur als Schilderung)<br \/>\nPredigtthema: \u201eWarum machst du das allein?\u201c<br \/>\n* Textlesung (2Mose 18,13-27)<br \/>\nDeshalb:<br \/>\na) Nachfragen (V. 13-18)<br \/>\n* Zeit der Stille (\u201eInnehalten\u201c)<br \/>\n* \u00dcberleitung mit Iwdd Nr. 407 \u2013 Strophe 1<br \/>\nb) Mittragen (V. 19-23)<br \/>\n* Zeit der Stille (\u201eInnehalten\u201c)<br \/>\n* \u00dcberleitung mit Iwdd Nr. 407 \u2013 Strophe 2<br \/>\nc) Loslassen (V. 24-27)<br \/>\n* Zeit der Stille (\u201eInnehalten\u201c)<br \/>\n* Abschluss mit Iwdd Nr. 407 \u2013 Strophe 3<br \/>\n* Gebet<\/p>\n<p>Die beste Methode der Schriftauslegung ist, wenn sich die Schrift durch die Schrift selbst erkl\u00e4rt. Betrachtet und bewegt bitte aus diesem Grund auch die folgenden Bibelstellen: 5Mose 1,9-18; Apg 6,1-6; Apg 20,28-32; 1Kor 4,1-5. Bitte achtet bei der Anwendung des Predigttextes auch darauf, dass sich die alttestamentliche Situation von der neutestamentlichen an einem entscheidenden Punkt markant unterscheidet: Im AT ruhte der Heilige Geist nicht auf dem ganzen Volk Gottes (= Israel), aber heutzutage wohnt der Heilige Geist in jedem der zum Volk Gottes (= Gemeinde) geh\u00f6rt. Deshalb betont das AT st\u00e4rker die Organisation und das NT den Organismus. Verbindend bleibt aber, dass unser Herr kein Gott der Unordnung ist (1Kor 14,33). Aber so wie das AT nicht im Kontrast zum NT steht, so steht auch die Frage nach der Organisation nicht im trennenden Kontrast zum Organismus. Beides ist zu unterscheiden, aber nicht voneinander zu trennen \u2013 es ist als eine sich erg\u00e4nzende Einheit zu sehen. So wollen wir auch den Predigttext \u00fcbertragen!<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. Das zweite Buch Mose: Kapitel 1-18. Wuppertaler Studienbibel AT. Wuppertal: R. Brockhaus, 1996. S. 286-297.<br \/>\n* Hellmuth Frey. Das Buch der Heimsuchung und des Auszugs: Kapitel 1-18 des Zweiten Buches Mose. Die Botschaft des Alten Testaments 5. 13. Aufl. Stuttgart: Calwer Verlag, 1984 (1949). S. 202-214.<br \/>\n* Warren W. Wiersbe. Sei befreit: In der Nachfolge Gottes zur Freiheit gelangen. Studien des Alten Testaments: 2Mose 1-40. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 2003. S. 92-97.<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Bibelarbeit von Winrich Scheffbuch vom 04.07.1995 mit dem Titel \u201eJitros Besuch bei Mose &#8211; Einsetzung von Helfern f\u00fcr Mose\u201c (2Mose 18,1-27). Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. 2Mose 18] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>V. 13-18:<br \/>\n\u201eJethros Anwort klingt wie scharfe Kritik. \u201aDas ist nicht gut, was du da tust\u2018. Doch er kritisiert nicht die Arbeit des Mose, sondern dass er sie alleine tut. Er enth\u00fcllt die Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe und die Schwere ihrer Last, die \u2013 von zwei Schultern gestemmt \u2013 Richter wie Gemeinde erdr\u00fccken muss. Darum schl\u00e4gt er eine \u00c4mter- und Arbeitsteilung vor, damit er und sein Volk sich nicht aufreiben (vgl. Apg 6,1ff.). Das Amt der Gemeinde bekommt damit die Bedeutung einer Schulter, die der Gemeinde die Last der Verantwortung ihres Anteils an Gottes Heilandst\u00e4tigkeit tragen hilft\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 19-23:<br \/>\n\u201eJethros Rat entspringt nicht s\u00e4kularem oder heidnischem Denken, sondern dem Jahweglauben; er sieht die Lage der Gemeinde von Gott her. \u00c4lter an priesterlich-richterlicher Erfahrung und mit der Gabe des Blicks f\u00fcr die Dinge der Ordnung ausger\u00fcstet, schl\u00e4gt Jethro einen Weg aus der Unordnung vor, auf dem man des Mitgehens Gottes gewiss sein kann. \u201aIch will dir raten, so wird Elohim mit dir sein\u2018. Jethro umrei\u00dft das Amt des Mose noch sch\u00e4rfer, als dieser es selbst gesehen: Mose soll das Volk vor Gott vertreten als Mittler, w\u00f6rtlich \u201af\u00fcr das Volk vor Gott sein\u2018. Mit dieser Formulierung ist nicht ein Autorit\u00e4tsgrad oder eine Ehrenstellung angegeben, sondern ein Bereich umrissen, in dem Mose sich bewegen soll. Mit dieser Position ist eine dreifache Aufgabe gegeben: 1. Die \u201aSachen\u2018, d.h. die Anliegen der Gemeinde, von Gott her zu sehen, f\u00fcrbittend, fragend, Entscheidungen einholend vor Gott zu bringen; 2. Das Volk in den gottesdienstlichen Ordnungen (chuqqim) und den sittlichen und rechtlichen Normen (toroth) zu unterrichten; 3. Ihnen seelsorgerlichen Bescheid und Entscheid zu geben, den rechten Weg (d\u00e4r\u00e4kh) zu offenbaren. Jethro nimmt dem Mose die Entscheidung in einem Teil des ihm anvertrauten Sachgebiets. Zun\u00e4chst sieht es aus, als verweise er diesen Teil des Richteramtes an ein weltliches Gericht. Abe damit h\u00e4tten wir ihn falsch verstanden. Er stellt auch die Ordnungen dieses Gebiets unter die geistlichen Richtlinien, die Mose geben soll, und \u00fcbergibt sie nicht blo\u00df t\u00fcchtigen und zuverl\u00e4ssigen, sondern vor allem auch \u201aGott f\u00fcrchtenden\u2018 M\u00e4nnern. \u201aDu aber ersieh dir aus allem Volk t\u00fcchtige, Elohim f\u00fcrchtende M\u00e4nner\u2018. Ein Teil der richterlichen Funktion wird in die Hand eines ganzen Netzes von solchen M\u00e4nnern \u00fcbergeben: Tausendschafts-, Hundertschafts-, F\u00fcnfzigschafts-, Zehnerschaftsobersten. Bis in kleine Einheiten wird die Gemeinde gegliedert, aus Masse zu einem Organismus geordnet, zu einem Instrument, auf dem Gottes Geist, der ein Geist der Ordnung ist, spielen kann. Wonach geschieht die Teilung der Aufgabe? \u201aJede gro\u00dfe Sache\u2018 sollen sie zu Mose bringen, aber jede kleine sollen sie entscheiden. Was ist die gro\u00dfe Sache? Sie muss in den Dingen bestehen, die er vorher als Aufgabe Moses aufz\u00e4hlte: das Weilen vor Gott, F\u00fcrbitte, Einholen von Gottesentscheidungen und Unterricht in Satzungen, Gesetzen und Wegen Jahwes, d.h. Seelsorge und Lehre. Was sind die kleinen Dinge? \u00dcberraschenderweise wird hier nicht grunds\u00e4tzlich zwischen dem Richteramt Moses und dem der bestellten Laienrichter, wie zwischen apodiktischer priesterlicher Thora und konditionalem b\u00fcrgerlichen Laienrecht unterschieden. Nicht ein grunds\u00e4tzlicher Unterschied besteht zwischen den \u00c4mtern, sondern ein Unterricht des Gewichtes. Auch die Laienrichter sollen offenbar Lehrer und Seelsorger sein und nach den Grunds\u00e4tzen des von Mose geoffenbarten Gesetzes und Rechtes richten und lehren. Der oberste Grundsatz ihrer Einsetzung hei\u00dft: Erleichterung f\u00fcr den Gemeindef\u00fchrer (ja, den Mittler) und Beteiligung der Gemeinde an seinem Amt. \u201aVerschaffe dir Erleichterung, lass sie mit dir tragen\u2018! Ein Netz von Menschen soll die Verantwortung der Leitung mit ihm teilen, mit dem Mittler zusammen arbeiten. Dadurch, dass sie so zur Mitarbeit herangezogen sind, wird der Mittler freigemacht zu seinem besonderen Amt des Weilens vor Gott. Vor dem Priesteramt und levitischen Amt und seinem Dienst am Heiligtum, neben dem prophetisch-charismatischen Amt, das nie Institution werden kann, wird hier ein Laienamt geschaffen, das eine feste Institution bildet, deswegen aber nicht weltlich ist, sondern auf der Furch Gottes steht\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 24-27:<br \/>\n\u201eAus der Einsetzung der sieben Diakone (Apg 6) und nach dem Vorbild der sozialen Richter (2Mose 18) ergeben sich folgende Schlussfolgerungen f\u00fcr [\u2026] Mitarbeiter:<br \/>\n* Das gemeinsame Tragen von Lasten: Der Rat des Jitro lautete: Erleichtere dir die Last und lass sie mit dir tragen (V. 22). Neben der Grundbedeutung von \u201atragen\u2018 im Sinne von \u201aaufheben; ein Last tragen\u2018 (hebr\u00e4isch: nassa) findet sich im Alten Testament die \u00fcbertragene Bedeutung: \u201aeine Last auf sich nehmen\u2018, \u201af\u00fcr jemanden eintreten\u2018, \u201aVerantwortung tragen\u2018. Voraussetzung daf\u00fcr, dass ein Mensch eine Last mittragen, f\u00fcr ei\u00acnen andern eintreten und Verantwortung \u00fcbernehmen kann, sind Dezentralisierung, Delegation und Subsidiarit\u00e4t [=\u201adie jeweils allgemeinere oder h\u00f6here Ebene soll eine Sache nicht entscheiden, regeln oder an sich ziehen, die ebensogut oder besser von der orts- oder menschenn\u00e4heren Arbeitsebene geleistet werden kann\u2018].<br \/>\n* Die Qualifikation: Die alttestamentlichen und neutestamentlichen Voraussetzungen f\u00fcr die Qualifikation eines Mitarbeiters im Reiche Gottes sind nicht \u00fcberholt, sie sind nicht durch reines Fachwissen ersetzbar. F\u00fcr [\u2026] einen Mitarbeiter [\u2026] bilden fachliche Qualifikation und praktische Konsequenzen aus den Satzungen und Weisungen Gottes eine Einheit. Zu ihrer Qualifikation geh\u00f6ren Gottesfurcht, Zuverl\u00e4ssigkeit und Unbestechlichkeit.<br \/>\n* Das Eingebundensein in eine Organisationsstruktur: [\u2026] Mitarbeiter sind keine freischaffenden K\u00fcnstler. Sie haben h\u00f6here Instanzen \u00fcber sich, vor denen sie sich verantworten m\u00fcssen. Sie bekleiden keine \u201a\u00c4mter g\u00f6ttlichen Rechtes, sondern g\u00f6ttlichen Dienstes\u2018. Sie \u00fcbernehmen einen Auftrag mit festumrissenen Kompetenzen innerhalb eines klar gegliederten Organigramms.  Dezentralisierung, Delegation und Subsidiarit\u00e4t, wie sie Mose und die Apostel praktizierten, haben heute die gleiche Bedeutung und Geltung wie zur Zeit des Alten und Neuen Testaments\u201c (Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg:<br \/>\n\u201eWas ist los, wenn er sich noch schnell aus dem alten Pulli sch\u00e4lt und sich m\u00fchsam den Schlips umbindet, wenn die Kinder ermahnt werden, sich .ja anst\u00e4ndig zu benehmen und \u2013 im Falle eines Falles \u2013 artig \u201edanke&#8220; zu sagen, wenn sie schlie\u00dflich eine kritische Inspektion der Wohnung vornimmt, bei der auch die Oberkanten der T\u00fcren und die Fliesen hinter der Badewanne auf renitente Staubpartikel untersucht werden? Was ist los, wenn all das in einem sonst ganz friedlichen Hause geschieht? Die Antwort ist einfach: Die Schwiegereltern haben sich angesagt und werden jeden Augenblick erwartet. Das ist los!<br \/>\nNun ist kaum bekannt, dass auch die gro\u00dfen Zeugen der Bibel Schwiegereltern hatten. Von Petrus wei\u00df man, dass er Jesus einmal bat, die kranke Schwiegermutter zu heilen. Und von Mose erfahren wir, dass er einen midianitischen Priester zum Schwiegervater hatte. Sie erscheinen einem doch gleich viel menschlicher und r\u00fccken uns so viel n\u00e4her: auch die Urbilder des Glaubens hatten Schwiegereltern.<br \/>\nMose muss ein ganz besonderes Verh\u00e4ltnis zu seinem Schwiegervater gehabt haben. [\u2026] . Es waren unruhige Zeiten. Mose hatte das Volk aus \u00c4gypten herausgef\u00fchrt. Er hatte es ein gutes St\u00fcck durch die W\u00fcste gef\u00fchrt. Er hatte nach der ersten Begeisterung nun auch die ersten Probleme bew\u00e4ltigen m\u00fcssen: Versorgungsengp\u00e4sse, Unzufriedenheit, ja sogar schon die Stimmen der ganz Vergesslichen, die nicht mehr wussten, wem sie gerade entronnen waren, und die sich schon wieder nach der f\u00fcrsorglichen Diktatur der \u00c4gypter sehnten. Gewiss, frei waren sie nicht gewesen, aber bei aller harten Arbeit gab es die Fleischt\u00f6pfe \u00c4gyptens, keiner war ohne Brot und Arbeit, die Kinder wurden betreut, es war f\u00fcr alles gesorgt. Mose musste mit all dem klarkommen. Ein harter, schwerer Beruf, den Gott ihm da auferlegt hatte.<br \/>\nIn diesen schweren Zeiten besucht Jethro, der Schwiegervater, Mose. Sie erz\u00e4hlen sich, was sie erlebt haben. Jethro bleibt etwas l\u00e4nger und schaut zu, wie Mose seine Arbeit macht. Mose plagt sich ab, er arbeitet von fr\u00fchmorgens bis sp\u00e4tabends. Er spricht mit den Leuten, gibt Ratschl\u00e4ge, schlichtet Streit und gibt Anweisungen, wie man nach Gottes Willen leben soll. Aber alles allein, immer nur er, von morgens bis abends. Und als Jethro sich das so angesehen hat, nimmt er Mose beiseite und f\u00fchrt ein ernstes Gespr\u00e4ch mit ihm. Und in diesem Gespr\u00e4ch gelingt etwas, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist: Der Junge l\u00e4sst sich die Weisheit des Alten gefallen, und der Alte sagt, was er sagen muss, so behutsam, dass es Mose nicht verletzt. Es geschieht Seelsorge Gottes und sie geschieht zwischen den Generationen\u201c (Michael Herbst).<\/p>\n<p>Es gibt eine dreifache Verantwortung, auf die zu achten ist (vgl. Apg 20,28-32):<br \/>\n* F\u00fcr uns selbst (ob wir auf uns selbst achthaben, zeigt sich z.B. an unserem pers\u00f6nlichen Umgang mit unserer Bibel, dem Gebet, was und wem ich Zeit einr\u00e4ume \u2013 entscheidend ist, ob ich \u201ebei Gott in Arbeit bin\u201c, ihn an mir arbeiten lasse).<br \/>\n* F\u00fcr die anderen (kann ich dem noch ausreichend nachkommen, zu dem ich berufen bin, oder lenken mich andere Dinge und Aufgaben von meiner Berufung ab?).<br \/>\n* Vor Gott (vgl. V. 15.19.23 mit 1Kor 4,1-5 \u2013 es gilt den Willen Gottes zu erfragen, ihn zu lehren und zu leben = das ist die eigentliche Aufgabe jedes Mitarbeiters \u2013 vgl. V. 19f mit Kol 1,9f).<\/p>\n<p>Mitarbeiter, die in den Dienst berufen werden k\u00f6nnen, fallen nicht einfach vom Himmel. Hier gilt es sich aufzumachen und zu suchen, indem man beobachtet und miteinander redet, also genau hinsieht und hinh\u00f6rt. F\u00fcr eine Berufung bedarf es der:<br \/>\n* Bef\u00e4higung von Gott (V. 21)<br \/>\n* Beziehung zu Gott (V. 21)<br \/>\n* Bew\u00e4hrung vor Gott (V. 21)<br \/>\nMitarbeiter kann von daher der werden, der sich rufen l\u00e4sst zum \u201emittragen\u201c (V. 22). Es geht immer um die Bereitschaft und Einwilligung zum Miteinander im Dienst.<\/p>\n<p>\u201eJitro erlebt den Alltag des Mose. Will man einen Bruder \/ eine Schwester kennen lernen, lerne ihren Alltag kennen. Zu oft begegnen wir uns nur sonntags, bei Freizeiten u.a. Und so erlebt Jitro Probleme im Volk Gottes: Streit als Realit\u00e4t (V. 16) und Probleme bei Mose: schwerer Stress (V. 13) auch damals. Er erlebt die wahren Belastungen. Worin liegt das Problem?<br \/>\n* \u00dcberforderung: Mose erh\u00e4lt in der Bibel hohes Lob (4Mose 12,17; 5Mose 34,10; Hebr 3,2). Er war treu, gewissenhaft (V. 16), aber es war \u201azu schwer\u2018. Es sind stets die Besten, die gef\u00e4hrdet sind. Sie laden sich zu viel auf \u2013 bis zur Ersch\u00f6pfung. Viele meinen, sie m\u00fcssten alles tun und k\u00f6nnen schwer abgeben. Ein Christ ist immer im Dienst \u2013 aber nicht pausenlos im Einsatz.<br \/>\n* Falsche Priorit\u00e4ten: Mose geht die Probleme fest an. Doch unmerklich verrutschen die Priorit\u00e4ten, und Mose hat f\u00fcr das Wichtigste kaum noch Zeit (V. 19f; vgl. Apg 6,1-4!).<br \/>\n* Betriebsblindheit: Der Alltag hat sich bereits so eingeschliffen, dass es Mose gar nicht mehr merkt. Vielleicht ist er sogar ein wenig stolz, dass er so \u201agefragt\u2018 ist.<br \/>\nWenn bei einem Mitarbeiter die V. 19-20 nicht mehr Priorit\u00e4t haben, gilt V. 18 \u2013 er wird Sklave seiner Arbeit, beschwert sich und andere!\u201c (Otto Schaude).<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcrde lieber zehn M\u00e4nnern Arbeit geben, als die Arbeit von zehn M\u00e4nnern zu erledigen\u201c (D.L. Moody).<\/p>\n<p>\u201eAuch der von Gott erw\u00e4hlte und bevollm\u00e4chtigte Mose braucht Rat \u2013 und nimmt Rat an (V. 24) \u2013 und von seinem Schwiegervater! Er sp\u00fcrt die Weisheit des Alters und die Liebe. Andererseits: Wer sich selber nichts mehr sagen l\u00e4sst, der hat bald nicht mehr zu sagen. Deutlich wird: Auch im Reich Gottes sind klare Strukturen und Ordnungen notwendig (V. 21-23). Es ist eine gut durchdachte Ordnung mit klarer Beschreibung der Aufgaben und der Verantwortung. Strukturen und Ordnungen widersprechen nicht dem Wirken des Heiligen Geistes, sondern verhindern Reibungsfl\u00e4chen, \u00c4rger und unn\u00f6tigen Kr\u00e4fteverschlei\u00df. [\u2026] . Klar ist auch: Arbeitsteilung ist gottgewollt. Das ein-Mann-System ist der Ruin der Gemeinde. Gott verteilt die Gaben \u2013 also auch die Aufgben. Vgl. 1Kor 12; 1Petr 4,10; Apg 6,1-4. Das sind klare biblische Wegweisungen. Auch wir m\u00fcssen in unserer Gemeinschaft wegkommen, von der Bedienungsmentalit\u00e4t durch wenige hin zur Dienstgemeinschaft. Also: Mitarbeiter gewinnen mit klaren Vorgaben (V. 21). Das Leben eines Mitarbeiters ist nicht dessen Privatsache \u2013 er muss ein \u201aBrief Christi\u2018 sein (vgl. Apg 6,3; 1Tim 3,1ff). Also: Es gibt Aufgaben, die wir abgeben m\u00fcssen, um das Wesentliche tun zu k\u00f6nnen. Flattichs Grundregel lautete: \u201aZuerst das Notwendige, dann das N\u00fctzliche, dann das Sch\u00f6ne\u2018. Mose braucht Zeit f\u00fcr seine eigentliche Aufgabe (als Priester!). Zeit f\u00fcr Gott und Zeit f\u00fcr die Stille\u201c (Otto Schaude).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG (2Mose 18,13-27)<\/p>\n<p>\u201eWarum machst du das allein?\u201c Deshalb:<br \/>\na) Nachfragen (V. 13-18)<br \/>\nb) Mittragen (V. 19-23)<br \/>\nc) Loslassen (V. 24-27)<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<br \/>\na) Verantwortung wahrnehmen<br \/>\nb) Verantwortung abgeben<br \/>\nc) Verantwortung annehmen<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<br \/>\na) Alleine geht\u2019s oft schwer<br \/>\nb) Gemeinsam geht\u2019s oft besser<br \/>\nc) Verteilt geht\u2019s oft leichter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Innehalten &#8211; GottesdienstPredigtthema: Warum machst du das allein? 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