{"id":1728,"date":"2010-09-27T10:25:08","date_gmt":"2010-09-27T08:25:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=549"},"modified":"2010-09-27T10:25:08","modified_gmt":"2010-09-27T08:25:08","slug":"predigthilfe-vom-10-10-2010-2-mose-17-1-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-10-2010-2-mose-17-1-7\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10.10.2010 &#8211; 2.Mose 17, 1-7"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Wegf\u00fchrungen des Herrn<br \/>Predigtthema: Achtung Stoppstelle!<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Mose 17, 1-7<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Der Predigttext (2Mose 17,1-7) steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Predigttext des folgenden Sonntags (2Mose 17,8-16). Die Wegf\u00fchrungen Gottes (= Monatsthema) verdeutlichen uns, dass der Angriff auf das Volk Gottes sowohl von innen (17,1-7), als auch von au\u00dfen (17,8-16) erfolgt. Diese Herausforderungen zeigen ein zweifaches Lernziel Gottes mit seinen Kindern, das in beiden Texten zum Ausdruck kommt: Sie sollen erkennen, dass Gottes Siege im Gebet errungen werden und dass Gott seine Kinder nicht vor Auseinandersetzungen bewahrt, sondern ihnen in der Auseinandersetzung hilft, die sie wiederum \u00fcber das Gebet n\u00e4her zu ihm bringt. Damit sie dies erkennen und erfahren k\u00f6nnen, muss das Volk Gottes immer wieder \u201einnehalten\u201c durch einen abrupten Halt: \u201eAchtung Stoppstelle (= Predigtthema)! Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eGottes F\u00fchrung &#8211; Verhei\u00dfung\u201c. Im Rahmen der Predigt wollen wir entfalten wie schwer es oft f\u00e4llt trotz aller Verhei\u00dfungen Gottes seinen Wegf\u00fchrungen zu vertrauen. Damit dies gelingen kann, ist es wichtig, dass wir die Predigt \u201echristologisch\u201c entfalten, denn im NT wird diese Stelle auf Christus gedeutet (1Kor 10,4). Betrachtet und bewegt aus diesem Grund auch die folgenden Bibelstellen, die das Verst\u00e4ndnis des Predigttextes erhellen, denn die Schrift erkl\u00e4rt sich durch sich selbst: Joh 7,37-39; 1Kor 10,1-13; Jak 1,12-18.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. Das zweite Buch Mose: Kapitel 1-18. Wuppertaler Studienbibel AT. Wuppertal: R. Brockhaus, 1996. S. 278-281.<br \/>\n* Hellmuth Frey. Das Buch der Heimsuchung und des Auszugs: Kapitel 1-18 des Zweiten Buches Mose. Die Botschaft des Alten Testaments 5. 13. Aufl. Stuttgart: Calwer Verlag, 1984 (1949). S. 197-199.<br \/>\n* Warren W. Wiersbe. Sei befreit: In der Nachfolge Gottes zur Freiheit gelangen. Studien des Alten Testaments: 2Mose 1-40. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 2003. S. 85-88.<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 03.02.2008 mit dem Titel \u201eGott f\u00fchrt in die W\u00fcste\u201c (2Mose 17,1-7) und der Bibelarbeit vom 13.06.1995 mit dem Titel \u201eIsrael in Massa und Meriba\u201c (2Mose 17,1-7). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. 2Mose 17] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u201eHatten die Israeliten in Mara nur bitteres Wasser vorgefunden (2Mo 15,23), so wurden sie jetzt mit der extremen Bedrohung der W\u00fcste konfrontiert. In Refidim gab es \u00fcberhaupt kein Wasser. Der komplette Wassermangel steigerte ihr Hadern und Murren\u201c (Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer).<\/p>\n<p>\u201eUnd dennoch bricht in dieses Umschlossensein von seiner Heilandsleitung wieder die Not mit ihrer Anfechtung hinein und mit der Anfechtung die Erpobung des Glaubens. \u201aUnd sie lagerten sich in Rephidim, und es gab daselbst kein Wasser\u2018. Zum drittenmal Not und Versuchung, zum drittenmal Irrewerden an der geschehenen Erl\u00f6sung: \u201awarum hast du uns aus \u00c4gypten gef\u00fchrt?\u2018, Irrewerden an Gottes Ziel mit ihnen: \u201aum uns und unsere Kinder \u2026 durch Durst umzubringen\u2018, und endlich Irrewerden an der Gegenwart und Treue des Verlobten selbst: \u201aIst Jahwe unter uns oder nicht?\u2018 Wer das wirkliche Angesicht der Anfechtung gesehen hat, wei\u00df, dass auch nach hundertf\u00e4ltiger Erfahrung die gegenw\u00e4rtige Not doch wieder alle Verhei\u00dfungen in Frage zu stellen vermag. Es f\u00e4ngt an mit der Entt\u00e4uschung, geht fort mit dem Fall aus dem Vertrauen ins Heischen: \u201aGebt uns Wasser!\u2018, und wird unvermerkt zum Versuchen Gottes. Damit ist das Verh\u00e4ltnis zwischen Gott und Mensch umgekehrt. Wenn Gott im Recht ist, den Menschen zu versuchen, so nimmt sich der Unglaube heraus, Gott zu versuchen. So ist der Abschnitt wie von einer Klammer umschlossen von Hader: \u201aDa haderte das Volk\u2018; \u201aWas hadert ihr mit mir? Was versucht ihr Jahwe?\u2018 (V. 2). \u201aEr nannte den Namen der St\u00e4tte Massa und Meriba, weil die S\u00f6hne Israels gehadert hatten, und weil sie Jahwe versucht hatten\u2018 (V. 7 \u2013 \u201aMassa\u2018 = \u201aVersuchen\u2018; \u201aunzufriedenes Meistern\u2018 und \u201aFordern\u2018; \u201aMeriba\u2018 = \u201aZank\u2018; \u201aHader\u2018 und \u201aStreit\u2018)\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>\u201eWarum stritten sie mit Mose? Weil ihre Herzen noch in \u00c4gypten waren!\u201c (Warren Wiersbe).<\/p>\n<p>\u201eDem zu ihm fl\u00fcchtenden Mose zeigt Gott im Engpass zwischen der \u00e4u\u00dferen Not des Verdurstens und der inneren des Unglaubens, der nach Steinen greift, den Ort der neuen Erfahrung und Offenbarung seiner Gegenwart und Rettermacht. Wie der Widerstand der Weltmacht der Ort war, wo Gott seine Macht bewies, soll das Elend und die Vers\u00fcndigung der Gemeinde der Ort werden, an dem er dem Glauben in neuer Tiefe seine G\u00fcte enth\u00fcllt. An der harten Felswand will Gott ihnen begegnen. Aus dem toten Stein will er sie tr\u00e4nken. Der Stab, der die Lebensader der Weltmacht, den Nil, schlug, soll aus dem Stein die Lebensader f\u00fcr die verdurstende Gemeinde hervorzwingen. Der Stab als Zeichen des wunderwirkenden Herrscherwortes Gottes soll es tun, d.h. das Wort im Glauben ergriffen und gegen den Felsen geschwungen. Und es geschieht\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>\u201eDer Felsen ist ein Bild f\u00fcr Jesus Christus, der f\u00fcr uns ans Kreuz geschlagen wurde (1Kor 10,4), und das Wasser ist ein Bild des Heiligen Geistes, dessen Kommen durch Christi Tod, Auferstehung und Himmelfahrt erst m\u00f6glich wurde (Joh 7,37-39). Das erkl\u00e4rt, warum Mose [beim zweiten Mal] den Fehler beging, auf den Felsen zu schlagen, statt zu ihm zu reden (4Mose 20,1-13), denn \u201awas gestorben ist, ist er ein f\u00fcr allemal der S\u00fcnde gestorben\u2018 (R\u00f6m 6,10; siehe auch Hebr 7,27; 9,26-28).\u201c (Warren Wiersbe).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg:<br \/>\n\u201eW\u00e4hrend seiner schwierigen und strapazi\u00f6sen Jahre in Afrika gr\u00fcndete David Livingstone seinen Glauben und seine Zukunft auf die Abschiedsworte Jesu: \u201aUnd siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt\u2018 (Mt 28,20; LU). Im Hinblick auf diesen Vers hatte Livingstone am 14. Januar 1856 in sein Tagebuch geschrieben: \u201aEs ist das Wort eines Gentlemen mit strengster und heiligster Ehre, also wird es ein Ende geben!\u2018 Er wusste, dass man dem Wort seines Herrn Vertrauen konnte! Es war die Gegenwart des Herrn, die Mose die St\u00e4rke und das Vertrauen gab, das er brauchte, als er das Volk Israel auf seiner Wanderung durch die W\u00fcste f\u00fchrte. Er hatte eine schwierige Aufgabe, denn er f\u00fchrte ein undankbares Heer ehemaliger Sklaven an, das er zu einer Nation formen wollte; er hielt jedoch unbeirrt an seiner Aufgabe fest, denn der Herr war mit ihm. Die Ereignisse, die hier aufgezeichnet sind, offenbaren uns, was die Gegenwart Gottes f\u00fcr Gottes Volk und dessen F\u00fchrer auf ihrer Pilgerreise bedeutet. W\u00e4hrend sich das Volk Israel auf den Berg Sinai zubewegte, wurde es weiterhin tags\u00fcber von der Wolkens\u00e4ule und nachts von der Feuers\u00e4ule gef\u00fchrt. Der Herr lenkte Israel jedoch in schwierige und belastende Situationen, um seine Macht zu beweisen und den Glauben und den Charakter seines Volkes aufzubauen. Immerhin bedeutet die Reise des Lebens weitaus mehr als nur das Erreichen eines Zieles. Wenn wir nicht im Glauben, im Wissen \u00fcber Gott und in der Fr\u00f6mmigkeit wachsen, verschwenden wir unsere M\u00f6glichkeiten\u201c (Warren Wiersbe).<\/p>\n<p>Karl Heinz Kn\u00f6ppel. Auf dem Weg mit Gottes Volk: Streifz\u00fcge durch das zweite Buch Mose.  Neuhausen: H\u00e4nssler, 1997. S. 93-99: \u201eBei der Betrachtung von Israels Wanderung f\u00e4llt der Rhythmus von W\u00fcste und Oase, von Reise. und Ruhe, Probe und Sieg auf. Dieser Wechsel von Anfechtung und Rettung, Arbeit und Erholung, von Not und Jubel sind Mittel der g\u00f6ttlichen P\u00e4dagogik. Diese \u201aWechselb\u00e4der\u2018 geh\u00f6ren zu seiner Behandlung, damit unser Glaube gefestigt und unser Gehorsam gest\u00e4rkt werde. Er will uns heranziehen und t\u00fcchtig machen f\u00fcr wichtige Aufgaben in Zeit und Ewigkeit. Auch Gottes Sch\u00f6pfung durchl\u00e4uft den Wechsel der Jahreszeiten Dem Tag folgt die Nacht, dem Regen die Sonne und vor der Ernte steht die Aussaat. So hat es der Sch\u00f6pfer geordnet. Es blieb unserer Zeit vorbehalten, m\u00f6glichst alles einzuebnen und gleichzumachen. So hatte z.B. in fr\u00fcheren Zeiten der Sonntag sein besonderes Gepr\u00e4ge und war aus der Allt\u00e4glichkeit herausgehoben. Der Tagesverlauf und die Kleidung zeigten den Feiercharakter an. Heute ist er, bis auf die freie Zeit, den anderen Tagen gleichgeschaltet. Fr\u00fcher klangen die Stunden der Arbeit im Feierabend aus. Aber heute gibt es nur noch einen Arbeitsschluss. Wir lieben die Sicherung unseres Lebensstandards. auf m\u00f6glichst hoher Ebene. Auch die Zeiten gl\u00fccklichen Wohlbefindens m\u00f6chten wir ausdehnen auf alle Stunden und Tage, und notfalls helfen wir mit Tabletten nach. Das Harte und Beschwerliche soll reduziert oder ausgeschaltet werden. Wir w\u00fcnschen den Rhythmus von Belastung und Entlastung nicht und m\u00f6chten das Aufatmen zum Dauerzustand machen. Aber erst die Anspannung erm\u00f6glicht die Ent\u00acspannung; m\u00fcde machende Arbeit ist das beste Schlafmittel; Hunger macht das Essen sch\u00f6n und wer keine Trauer kennt, hat auch die Freude verloren. Die gleichg\u00fcltig wirkenden, gelangweilten Gesichter mancher Leute zeigen, wie arm an Sinn und Kraft das Leben wird, wenn es seine Abwechslung verliert. Zu viele sind aus dem Rhythmus gekommen, wie er sich in der Sch\u00f6pfung und auch in Israels W\u00fcstenwanderung zeigt und der den Erziehungswegen Gottes entspricht. Da liegt sicher auch eine Ursache f\u00fcr eine mangelhafte Belastungsf\u00e4higkeit. Es fehlt das Ja zu Gottes Wegen mit seinen n\u00f6tigen Lebenstiefen.<br \/>\nMassa und Meriba waren eine solche Lebenstiefe und Probe. Israel hatte die W\u00fcstenreise fortgesetzt; sie kamen nach Refidim, wo sie&#8216; nichts zu trinken fanden. Es war eine gro\u00dfe Not, denn Hunger tut zwar weh, aber Durst ist zum Wahnsinnig-werden. Ich wei\u00df das aus den Tagen der Gefangenschaft. Israel erlitt echte Not und Bedrohung. Die Kinder bettelten weinend um. Wasser, und die Eltern waren verzweifelt. Wir sind ja so erb\u00e4rmlich abh\u00e4ngig von Nahrung und Wasser, dass uns schon dar\u00fcber alle \u00dcberheblichkeit vergehen m\u00fcsste. Und wenn die Existenznot zuschl\u00e4gt, zerbricht meist auch die gute Norm. Bert Brecht schrieb: \u201aErst kommt das Fressen, dann die Moral!\u2018 Das ist richtig beobachtet. Auch die Geschichte von Massa und Meriba zeigt es. Sie klagten ihren Retter an und wollten Mose steinigen. Nicht aus \u00dcbermut, sondern aus Not. \u201aDie ganze Gemeinde &#8230; zog aus zu der W\u00fcste Sin weiter ihre Tagereisen, wie ihnen der Herr befahl\u2018. Kein blindes Schicksal hatte Israel in diese schreckliche Lage gebracht. Es war Gottes Weg und kein ungl\u00fccklicher Zufall. Der Arzt F.W. Weber, der das Werk \u201aDreizehnlinden\u2018 schrieb, antwortete einem Patienten, der von einem gl\u00fccklichen Zufall in seinem Leben sprach: \u201aMein Freund, Zufall ist ein Synonym f\u00fcr den Herrgott!\u2018 In der Drangsal fragte Israel, warum das sein m\u00fcsse, und wir kennen die Frage auch. Es gibt ja nur selten eine konkrete Antwort auf das \u00bbWarum\u00ab. Wer wei\u00df denn, warum ihn Krankheit oder Abschied trafen? Meist ist es ja genug, dass wir das Schwere aus Gottes Hand nehmen, den unverstandenen Weg aushalten und dennoch treu bleiben. Der Glaube braucht nicht die vielen klugen Antworten, sondern die eine, dass uns in allem Geschehen seine erziehende Liebe begegnet. Als Graf Zinzendorf die bittere Nachricht von der Zerst\u00f6rung der kleinen Gemeinde Neusalz bekam, schrieb er: \u201aWir w\u00e4ren nicht mehr das Volk, das dem Herrn glaubt, w\u00fcrden wir nicht bei jeder Nachricht, sie sei gut oder b\u00f6se, zuerst sprechen: Gott sei Lob und Dank. Das wird wieder ein Meisterst\u00fcck seiner Treue werden!\u2018 So weit war Israel nicht, sondern es haderte mit Mose und Gott. Damit kam zur Existenznot der fressende Zweifel und die geistliche Entwurzelung hinzu. Ja, es kam zur Vertiefung ihrer S\u00fcnde. Denn Israel stellte eine Frage, die .Gott tief betr\u00fcben musste: \u201aIst der Herr unter uns oder nicht?\u2018 (2Mose 17,7). Damit verleugnet der \u201aDornstrauch\u2018 das \u201aFeuer\u2018, das in ihm brennt (2Mose 3,2). Gott war in ihrer Mitte; sie hatten es in der .Nacht der Rettung im Roten Meer erfahren. Sie sahen die Wolken- und Feuers\u00e4ule, und Mose, der Knecht Gottes, war auch bei ihnen. Sicher sahen sie Gott selbst nicht, doch die Zeichen seiner Anwesenheit waren da. Aber wie schnell war das schon bei der n\u00e4chsten notvollen Probe vergessen. Es gibt einen \u201aSch\u00f6nwetterglauben\u2018, der dem Wettereinbruch nicht stand h\u00e4lt. Jesus hat von solchen gesprochen, bei denen das gute Wort auf schlechten Boden f\u00e4llt: \u201aBei dem aber auf felsigen Boden ges\u00e4t ist, das ist, der das Wort h\u00f6rt und gleich mit Freuden aufnimmt; aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedr\u00e4ngnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so f\u00e4llt er gleich ab\u2018 (Mt 13,30ff). Da bleibt das Gebet: \u201aSolls uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals \u00fcber Lasten klagen, denn durch Tr\u00fcbsal hier geht der Weg zu dir\u2018! \u201aIst der Herr unter uns oder nicht?\u2018 Ich kenne diese Frage auch aus notvollen Gemeindesituationen, wenn einige aus der betr\u00fcblichen Lage flink den Schluss zogen: Jesus hat diese Gemeinde aufgegeben! Oder wenn die Gemeinde ihren Vorstellungen nicht folgte, sahen sie den Herrn weggehen und das Verstockungsgericht nahen. Wohl kam f\u00fcr Israel ein Zeitpunkt, als die \u201aHerrlichkeit des Herrn\u2018 Jerusalem tats\u00e4chlich verlie\u00df (Hes 11,22f), und manche neutestamentliche Gemeinde wurde verworfen (Offb 2-3). Das geschah nicht, weil Gott sie pr\u00fcfte, sondern weil sie von ihm abfielen. Solange wir Jesus folgen und an seinem Wort festhalten, sollen wir davon ausgehen: Der Herr ist in unserer Mitte! Das gilt auch f\u00fcr unsere Anfechtungen. Wenn mein Zweifel in notvollen Stunden fragt: Hat mich der Herr vergessen und verlassen, dann will ich an Israel zur Zeit Jesajas denken: \u201aZion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen. Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen &#8230;? Und ob sie seiner verg\u00e4\u00dfe, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die H\u00e4nde habe ich dich gezeichnet!\u2018 (Jes 49,14f). Das sagt mir nicht mein Gef\u00fchl, sondern das Bibelwort! Und Zeichen von Gottes N\u00e4he haben wir auch, n\u00e4mlich das Zeichen des Propheten Jona (Mt 12,39): Christus ist f\u00fcr uns gestorben und am dritten Tag auferstanden von den Toten! Durch ihn sind alle Gottesverhei\u00dfungen Ja und Amen und ewig fest gemacht. Es ist wie bei einem Brennglas: Der Blick durch die R\u00e4nder l\u00e4sst das Betrachtete unscharf erscheinen, aber durchs Zentrum, durch den Brennpunkt gesehen, wird alles scharf und klar. Ohne Christus erscheint uns die Lage verworren und hoffnungslos, aber durch Christus betrachtet, lernen wir auch das Leid mit Vertrauen anzunehmen. Israel murrte und Mose betete! Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Unglauben und Glauben. Der Glaubende empfing die Weisung zur Wende und h\u00f6rte Gottes Stimme, die ihm sagte: ; .. .nimm deinen Stab in deine Hand, mit dem du den Nil schlugst, und geh hin. Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb. Da sollst du an den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, dass das Volk trinke\u2018. Dieses Geschehen ist dem Apostel zum gleichnishaften Bild f\u00fcr Christus geworden: \u201aSie tranken n\u00e4mlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus\u2018 (1. Kor 10,4). Damit die Welt das Leben gewinne, lie\u00df sich der \u201aFels des Heils\u2018 schlagen. Alle Schuld Israels und der ganzen Welt, alles Murren und alle Feindschaft gegen Gott beantwortete Gott mit der Preisgabe seines Sohnes. Gottes rettende Antwort hie\u00df stellvertretende S\u00fchne, und auf diesem Weg gab Gott die Vers\u00f6hnung. Paulus bezeugt, dass Christus schon auf Israels Wanderung mit dabei war und beim geschlagenen Felsen sein kommendes Opfer vorbildete. Wir d\u00fcrfen uns mit unseren N\u00f6ten zu ihm fl\u00fcchten und beten: \u201aFels des Heils, ge\u00f6ffnet mir, birg mich, ewger Hort, in dir!\u2018 Zur\u00fcck zu Israel. Zur innergemeindlichen Existenznot kam die \u00e4u\u00dfere Bedrohung. Israel war zwar gerettet. Massa und Meriba waren vergangen; jedoch nicht ganz, denn diese Episode fand ein bedeutsames Nachspiel: \u201aDa kam Amalek und k\u00e4mpfte gegen Israel in Refidim!\u2018 Also am selben Ort, dem Ort des Versagens bei Refidim, kam der \u00fcberm\u00e4chtige Feind \u00fcber Israel. Es war nicht nur der gleiche Ort, sondern es war auch die Zeit, als Israels geistliche Kraft auf dem Nullpunkt angekommen war. Sie hatten Gott versucht, als sie Gottes Hilfe und Gegenwart bezweifelten: \u201aIst der Herr unter uns oder nicht?\u2018! Die Warnung vor einem neuen Massa und Meriba geht bis ins Neue Testament (Hebr 3,7). Denn oft folgt der inneren Bedrohung in der Gottesbeziehung auch die Bedrohung von au\u00dfen. Gelingen und Aufstieg, wie auch Misslingen und Niedergang, beginnen im Innersten unseres Verh\u00e4ltnisses zu Gott. Als sie von ihrem Versagen geschw\u00e4cht waren, \u201ada kam Amalek und k\u00e4mpfte gegen Israel\u2018!\u201c (Karl Heinz Kn\u00f6ppel).<\/p>\n<p>\u201eJede Schwierigkeit, die Gott uns erleben l\u00e4sst, wird entweder zu einer Pr\u00fcfung, die uns zu einem besseren Menschen macht, oder zu einer Versuchung, die uns zu einem schlechteren Menschen macht, und durch unser eigenes Verhalten treffen wir die Entscheidung dar\u00fcber. Wenn wir im Unglauben klagen und Gott die Schuld geben, werden wir in die Falle der Versuchung tappen und uns der Gelegenheit berauben, geistlich  zu wachsen. Wenn wir jedoch Gott vertrauen und ihn wirken lassen, wird die Versuchung f\u00fcr uns statt gegen uns arbeiten (R\u00f6m 8,28; Jak 1,12-15) und uns helfen, in der Gnade zu wachsen\u201c (Warren Wiersbe).<\/p>\n<p>\u201eWie viele Orte auf der Landkarte unseres Lebens sollten \u201aPr\u00fcfen [= Massa] und \u201aHadern\u2018 [= Meriba] aufgrund unserer Klagen \u00fcber die Situation und unseres mangelnden Gottvertrauens genannt werden? Es ist eine Sache, entspannt in der Gemeinde zu sitzen und zu singen: \u201aJesus f\u00fchrt mich allerwegen; Seel, was verlangst du mehr?\u201c, aber eine ganz andere Sache ist es, mit Leid und Entt\u00e4uschung konfrontiert zu sein und dem\u00fctig zu beten: \u201aNicht mein, sondern dein Wille geschehe\u2018. Corrie ten Boom pflegte zu sagen: \u201aGib Gott keine Anweisungen, sondern erscheine einfach zum Dienst\u2018.\u201c (Warren Wiersbe).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Achtung Stoppstelle!<br \/>\na) Aufbrechen (V. 1)<br \/>\nb) Aufbegehren (V. 2+3)<br \/>\nc) Aufsehen (V. 4-6)<br \/>\nd) Aufwachen (V. 7)<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<br \/>\na) Mobilit\u00e4t (V. 1)<br \/>\nb) Labilit\u00e4t (V. 2-3)<br \/>\nc) Stabilit\u00e4t (V. 4-7)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Wegf\u00fchrungen des HerrnPredigtthema: Achtung Stoppstelle! Bibelstelle: 2.Mose 17, 1-7 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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