{"id":1727,"date":"2010-09-25T16:36:45","date_gmt":"2010-09-25T14:36:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=548"},"modified":"2010-09-25T16:36:45","modified_gmt":"2010-09-25T14:36:45","slug":"predigthilfe-vom-3-10-2010-2-mose-161-36","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-10-2010-2-mose-161-36\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3.10.2010 &#8211; 2.Mose 16,1-36"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Wegf\u00fchrungen des Herrn<br \/>Predigtthema: Achtung Einbahnstra\u00dfe!<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Mose 16,1-36<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>An diesem Sonntag ist Erntedankfest (evtl. wird es an einigen Orten erst sp\u00e4ter gefeiert). Passend zu diesem \u00e4u\u00dferen Predigtanlass benennt unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eGottes F\u00fchrung &#8211; Versorgung\u201c. Wir wollen das Volk Gottes weiter auf seiner Wegstrecke von \u00c4gypten nach Kanaan durch die W\u00fcste begleiten und uns der in dieser Wegf\u00fchrung Gottes (= Monatsthema) enthaltenen Symbolik weiter bewusst werden. Der Ort der Knechtschaft (\u00c4gypten) ist verlassen, der Ort der Verhei\u00dfung (Kanaan) noch nicht erreicht und in diesem Zwischenzustand lebt das Volk Gottes in einer Spannung, weil es von beiden Polen angezogen wird. Unser Predigttext zeigt, dass es f\u00fcr das Volk Gottes aber nur eine Richtung geben kann. Deshalb ist die Wegf\u00fchrung Gottes eine Einbahnstra\u00dfe (= Predigtthema), denn ist sie zielf\u00fchrend, da sie die Richtung zeigt wohin wir uns ziehen und f\u00fchren lassen sollen. Im Rahmen der Predigt wollen wir aufzeigen, dass von Gott her alles geschieht (= Versorgung), damit wir auch ans Ziel kommen (= F\u00fchrung). Dies wird geschehen, wenn wir ihm ganz vertrauen (= glauben). Bitte betrachtet und bewegt auch die folgenden Bibelstellen, die das Verst\u00e4ndnis des Predigttextes erhellen, denn die Schrift erkl\u00e4rt sich durch sich selbst: Mt 6,11+34; Joh 6, 30-59; 1Kor 10,1-13.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. Das zweite Buch Mose: Kapitel 1-18. Wuppertaler Studienbibel AT. Wuppertal: R. Brockhaus, 1996. S. 264-278.<br \/>\n* Hellmuth Frey. Das Buch der Heimsuchung und des Auszugs: Kapitel 1-18 des Zweiten Buches Mose. Die Botschaft des Alten Testaments 5. 13. Aufl. Stuttgart: Calwer Verlag, 1984 (1949). S. 191-197.<br \/>\n* Erwin W. Lutzer. N\u00e4her zu Gott: Ein Gang durch das Leben des Mose. Hamburg: C.M. Fli\u00df, 2002. S. 94-106.<br \/>\n* Warren W. Wiersbe. Sei befreit: In der Nachfolge Gottes zur Freiheit gelangen. Studien des Alten Testaments: 2Mose 1-40. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 2003. S. 78-84.<\/p>\n<p>Zur Besch\u00e4ftigung mit dem Predigttext hilft das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 07.10.1990 mit dem Titel \u201eDer Wurm ist drin\u201c (2Mose 16,1-16) und vom 07.10.1973 mit dem Titel \u201eErntedank-Gottesdienst\u201c (2Mose 16,13-28). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter \u201eerweiterte Suche\u201c die Felder \u201eBibelstelle\u201c [z.B. 2Mose 16] und \u201eAutor\u201c [z.B. Scheffbuch] ausf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u201eDie Tage von Elim waren nicht von Dauer, sondern sie gaben St\u00e4rkung f\u00fcr die vor ihnen liegende anstrengende W\u00fcste Sin. Die Erholung der Oase stand also im Dienst der Weiterreise auf dem Weg zum Ziel. Aber warum war die Reise so beschwerlich? Warum verordnet Gott seinem Volk die W\u00fcste? Alles, was Gott ordnet, hat seinen Sinn, auch die W\u00fcste!\u201c (Karl Heinz Kn\u00f6ppel).<\/p>\n<p>V. 1-5:<br \/>\n\u201eIm neuen Mangel verblasst das eben gemachte Erlebnis der Heilandstreue Gottes \u2013 eine urmenschliche Erfahrung! Und doch liegt darin Undank und Geringsch\u00e4tzung. Die unter bitteren Leiden zerbrochene Knechtschaft \u00c4gyptens erscheint begehrenswert, weil sie als etwas Sicheres sich darstellt gegen\u00fcber der Unsicherheit des Glaubensweges mit Gott und angesichts der Verborgenheit seiner Heilandsg\u00fcte, die immer wieder nur in Wundern durch den dunklen Wald der Not des Heute hindurchscheint\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>\u201eEs scheint, dass Mose glaubt \u2013 aber die Israeliten nicht. In ihrer gegenw\u00e4rtigen Not begannen sie ihre Erinnerung an \u00c4gypten nostalgisch zu verbr\u00e4men. Sie verga\u00dfen die Schl\u00e4ge, verga\u00dfen, wie sie sich ihr Stroh zusammensuchen m\u00fcssen, um ihr Ziegelsoll zu erf\u00fcllen. Sie verga\u00dfen die Erniedrigung, die Machtlosigkeit, das Elend. Sie dachten nur noch an die Fleischt\u00f6pfe. \u201aWollte Gott, wir w\u00e4ren in \u00c4gypten gestorben durch des Herrn Hand \u2026\u2018 (V. 3). Sie verga\u00dfen auch das Triumphlied, das sie nach dem Durchzug durch das Rote Meer gesungen hatten. Sie verga\u00dfen, wie Gott das Wasser von Mara s\u00fc\u00df gemacht und sie in Elim versorgt hatte. Sie verdr\u00e4ngten all die Wunder der Vergangenheit aus ihrem Ged\u00e4chtnis, bis sie nur noch Sand vor ihnen sahen. Ihr Ged\u00e4chtnis war nicht besser als ihre Augen\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>\u201eGottes Langmut bleibt unver\u00e4nderlich. Sie lenkt den sehns\u00fcchtigen Blick nach Fleisch und Brot von \u00c4gypten von dieser Erde weg auf den Himmel. \u201aIch will euch jetzt Brot vom Himmel regnen lassen\u2018. Es geh\u00f6rt zur Erziehung der Brautzeit in der W\u00fcste, dass im Mangel der Glaube zu solchem Blick nach dem Himmel geschult wird, um alles von Gott allein zu erwarten\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 6-12:<br \/>\n\u201eDer versammelten Gemeinde richtet Gott den Blick nach der W\u00fcste und erscheint ihr in seiner Herrlichkeit von dort her, von dem Ort ihrer Verlassenheit und Not, und verspricht ihr die Gaben, die sie von \u00c4gypten erwartet \u2013 Fleisch und Brot \u2013 aus der W\u00fcste, dem Ort ihres Mangels. Darin ist seine Erscheinung ihr ein Wegweiser nach dem Ort seiner Verbindung mit ihr, nach dem Sinai. Erkenntnis, Erfahrung, Innewerden des Herrn ist das Ziel seines Handelns mit seiner Verlobten: \u201aDamit ihr erkennt, dass ich Jahwe, euer Gott bin\u2018. Zu dieser Erfahrung f\u00fchrt er sie: a) durch seine Speisung (V. 13-14), b) durch den Befehl zum Sammeln und die Wunder, die es begleiten (V. 15-18), c) durch den Befehl, nichts \u00fcbrig zu lassen (V. 19-20), d) durch das t\u00e4gliche Sammeln und Wunder des Verschwindens (V. 21)\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 13-21:<br \/>\n\u201eDie Umst\u00e4nde sind nebens\u00e4chlich, das Ergebnis ist entscheidend. Es lautet: \u201aDas ist das Brot, das Jahwe euch zur Speise gibt\u2018. In der Benennung des Himmelsbrotes durch die Gemeinde schwingt in einem Wortspiel das erschrockene Staunen vor dem Wunder der erf\u00fcllten Zusage Gottes. \u2018Man hu\u2018 = \u201aManna ist das\u2018, und \u201ama hu\u2018 = \u201aWas ist das?\u2018 Das hei\u00dft soviel wie \u201aunbekannt, unerh\u00f6rt\u2018. Es haftet an dem Manna etwas von der Wunderhaftigkeit des wahren Lebensbrotes, von dem es hei\u00dft: \u201aWas kein Auge gesehen \u2026in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat \u2026\u2018 (1Kor 2,9). \u201aDas ist das Brot Gottes\u2018, muss Mose es deuten. \u00c4hnlich wie die Kinder Israel es nicht erkennen, so erkannten ihre Enkel das wahre \u201aBrot vom Himmel\u2018 auch nicht. Jesus muss es ihnen deuten: \u201aDies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben\u2018 (Joh 6,31-36.49-51.58). Durch den Befehl, zu sammeln, und dann wiederum, nichts \u00fcbrig zu lassen, wir durch das t\u00e4gliche Sammeln und das Wunder des Verschwindens wird die Gemeinde auf immer neue Weise geschult, beim Wunder der Speisung von den Gaben weg auf die sich auftuende und schlie\u00dfende, verborgene und sich versagende Hand Gottes zu sehen. Ihr Unglaube aber str\u00e4ubt sich dagegen, in dem Wunder nicht die Sache, sondern den Geber zu erkennen, sich ihm vertrauend hinzugeben und ihm gegen\u00fcber auf alle Sicherungen zu verzichten. Sie lebt in der st\u00e4ndigen Gefahr, es apathisch liegen zu lassen oder gierig zu horten. Durch Anpassung an ihre Bed\u00fcrfnisse lehrt Gott sie zugleich, seine planende F\u00fcrsorge erfahren. Den Hortenden tritt er in den Weg und l\u00e4sst das Gehortete verwesen. Den L\u00e4ssigen zeigt er, dass das Liegengelassene in der Sonne schmilzt. In alledem sieht der Glaube: das \u201aBrot vom Himmel\u2018 kommt direkt aus Gottes planender und verteilender Hand. Es l\u00e4sst sich von dieser Hand nicht losrei\u00dfen, aneignen oder auf Vorrat ziehen. Es muss aber auch aus dieser Hand ergriffen werden, solange sie austeilt, denn nachher ist es nicht mehr zu haben \u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 22-30:<br \/>\n\u201eMit diesem dreimaligen \u201aheute\u2018 ist feierlich der Zielpunkt der Glaubensschule Gottes hingestellt, in die er sein Volk mit der Gabe des Paradies- oder Himmelsbrotes nimmt. Sie m\u00fcndet in dem Sabbat-Ruhetag und dem Erlebnis der sorglosen Sabbatruhe. Darin gipfelt alle Seligkeit der Verlobung der Gemeinde mit ihrem Gott und alle Erfahrung der Heilandsmacht Gottes auf dem W\u00fcstenwege. Sie hat darin den Vorgeschmack kommenden Sabbats und die Vergewisserung, dass Gott die Macht und den Plan hat, sie zu seiner Sabbatruhe einzubringen. Mit der sorglosen Geborgenheit zugleich ist aber der Gemeinde auch das furchtsame Wissen gegeben, dass sie mit dem Sabbat in einen bezirk eingetreten ist, der ihr nicht geh\u00f6rt: in den Bezirk Gottes\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>V. 31-36:<br \/>\n\u201eDasselbe Himmelsbrot, das zur Hortung aufbewahrt fault, liegen gelassen schmilzt und sich in nichts verwandelt, dagegen in Gehorsam gegen Gottes Gebot f\u00fcr den Ruhetag gesammelt nicht verdirbt, sondern speist, &#8211; dasselbe Himmelsbrot soll zum Ged\u00e4chtnis der Tat Gottes aufbewahrt werden und sich immer und ewig erhalten. Indem es \u201aschmeckt wie Mehl und Honig\u2018, d.h. wie Paradiesspeise, erinnert es die Gemeinde an ihre Erl\u00f6sung aus dem Knechtshaus und an das Paradiesgl\u00fcck, das sie in der Versorgung durch ihres Heilands Hand genoss. Darum wird es in ein Kr\u00fcglein getan zur Aufbewahrung im Heiligtum \u201avor Jahwe\u2018 und \u201avor dem Gesetz\u2018, f\u00fcr k\u00fcnftige Geschlechter. Das Wort \u201aAufbewahrung\u2018 wird zur Einsch\u00e4rfung dreimal wiederholt, \u201adamit sie das Brot sehen, damit ich euch in der W\u00fcste gespeist habe\u2018.\u201c (Hellmuth Frey).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>\u201eNach sechs Wochen Wanderung mussten die Israeliten sich von Elim mit seinen 70 Palmen und 12 Quellen verabschieden, und als sie weiterzogen, entdeckten sie, dass man nicht von seinen Erinnerungen leben kann, wie sch\u00f6n sie auch sein m\u00f6gen. Ihr Proviant ging zur Neige, und wieder f\u00fchlten sie sich verraten und verkauft. Trotz der vielen Wunder, die Gott bereits f\u00fcr sie getan hatte, waren sie nicht zuversichtlich, dass er auch in Zukunft f\u00fcr sie sorgen w\u00fcrde\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>\u201eWas ist denn der Typus f\u00fcr die Gemeinde Jesu an Israel? Es ist dies, dass wir W\u00fcstenstrecken haben. Damals waren es Hunger und Durst. Dahin f\u00fchrt der Herr! Das ist eine ganz wichtige Korrektur unseres Glaubens. Ich h\u00f6re immer wieder sagen: \u201aWenn jemand viel Gutes tut, dann muss es ihm auch gut gehen. Wie kann es denn jemandem, der viel Gutes tut, schlecht gehen?!\u2018 In der Bibel steht genau das Gegenteil!\u201c (Walter Tlach).<\/p>\n<p>\u201eDenken wir noch einmal nach: Es war die Wolkens\u00e4ule, die das Volk in die W\u00fcste gef\u00fchrt hatte, wo es kein Wasser und nicht zu essen gab. Mose, der lediglich Gottes Anweisungen befolgte, war nicht \u201aschuld\u2018 an dieser Route. Gott hatte versprochen, das Volk nach Kanaan zu f\u00fchren, und dies war der Weg, den er gew\u00e4hlt hatte. Die Israeliten hungerten, weil dies Gottes Wille war. Wenn wir \u00fcber unsere Umst\u00e4nde klagen, klagen wir eigentlich \u00fcber Gott. Selbst jemand, der das Wetter verw\u00fcnscht, verw\u00fcnscht eigentlich Gott. Wer schickt den den Wind, den Hagel und den Sonnenschein? Auch dann, wenn wir \u00fcber unsere Gesundheit, unsere schwierigen Kollegen oder \u00fcber die Ebbe in unserem Portemonaie klagen, klagen wir \u00fcber Gott, denn er hat all diese Dinge in seiner Hand. Selbst die Haare auf unserem Kopf hat er gez\u00e4hlt (vgl. Mt 10,30). Sicher k\u00f6nnen wir manche Dinge beeinflussen, aber es sind wenige im Vergleich zu dem vielen, das wir nicht im Griff haben. Gott hatte die Israeliten an den Rand der Verzweiflung gef\u00fchrt, damit sie n\u00e4her zu ihm k\u00e4men. Er wusste, dass wir ihm am meist nur dann vertrauen, wenn wir m\u00fcssen. Selig der Mensch, der davon \u00fcberzeugt ist, dass alles in Gottes Allmachtshand ist. In diesem Fall sorgte Gott daf\u00fcr, dass die Israeliten ihm jeden Tag von neuem vertrauen mussten. Sie w\u00fcrden immer nur gen\u00fcgend Brot f\u00fcr diesen Tag bekommen, so dass sie sich nie selbstzufrieden zur\u00fccklehnen konnten (V. 4). Erst wenn sie an die Mauer kamen, \u00f6ffnete Gott die T\u00fcr; uns die w\u00fcrden jeden Tag an eine neue Mauer kommen\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>\u201eDie Exodusgemeinde lebt ohne \u00e4u\u00dfere Sicherungen. Bejaht sie diese Lage und wagt sie es auf den sie berufenden und f\u00fchrenden Gott, dann glaubt sie. Der Glaube gr\u00fcndet sich nicht auf dingfest zu machende Fakten, aus denen sich mit Notwendigkeit und Sicherheit das K\u00fcnftige ergibt (\u201aein fettes Huhn gibt eine gute Suppe\u2018), sondern er wagt es auf das Unverf\u00fcgbare hin, bindet sich also in dem K\u00fcnftigen fest, das Gott in seinem Wort zugesagt hat. In der Oase Elim lebte man aus dem Vorhandenen; in der W\u00fcste gab es das nicht mehr\u201c (Gottfried Voigt).<\/p>\n<p>Erwin Lutzer: \u201eWie sollte diese W\u00fcstenerfahrung die Israeliten n\u00e4her zu Gott bringen?<br \/>\n* Sie sollten lernen, Gottes F\u00fchrung zu vertrauen<br \/>\n* Sie sollten lernen, dass Gott f\u00fcr sie sorgte<br \/>\n* Sie sollten lernen, Gottes Erziehung zu vertrauen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDer Weg geht in die W\u00fcste. \u201aDamit sie lernen, von Gott zu leben\u2018 (Karl Hartenstein). Sie aber bedauern jeden Schritt\u201c (Hanspeter Wolfsberger).<\/p>\n<p>\u201eDas Volk Israel verf\u00e4lschte die Vergangenheit und hatte Angst vor der Zukunft. Es erwartete nichts anderes, als in der W\u00fcste zu verhungern. Es f\u00fchlte sich verraten von seinen F\u00fchrern und seinem Gott. Zwischen der Nostalgie des Gestern und dem Horror vor dem Morgen l\u00f6sten sich die M\u00f6glichkeiten des Heute in nichts auf, wie Dampf aus einem Kessel\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>\u201eSehen Sie, das hei\u00dft \u201amurren\u2018: Anstatt zur W\u00fcstenstrecke, in die der Herr uns f\u00fchrt, ja zu sagen, vergeuden wir alle Energie, indem wir hadern, indem wir uns aufb\u00e4umen und sagen: \u201aDas habe ich doch nicht verdient; ich habe doch soviel Gutes getan!\u2018 Und dann spielt uns unsere Phantasie auch noch einen bitteren Streich: \u201aWenn wir in \u00c4gypten w\u00e4ren \u2026!\u2018 Das Wort \u201awenn\u2018 ist ein ganz gef\u00e4hrliches Wort! Durch irreale Tr\u00e4ume und utopische Ideen rauben wir uns die Kraft, reale Tatsachen, in die uns der Herr f\u00fchrt, zu akzeptieren! Das macht das W\u00f6rtlein \u201awenn\u2018! Das kann so weit gehen, dass wir sagen: \u201aJesus hat uns doch versprochen alle unsere Gebete zu erh\u00f6ren. Also bete ich gegen diese F\u00fchrungen Gottes in der W\u00fcste!\u2018 So weit kann das gehen! Gottes F\u00fchrung wegbeten ist eine undendlich gef\u00e4hrliche Sache. Gerade in besonders frommen und geisterf\u00fcllten Kreisen begegnet mir das oft. Was ist die Wurzel? Das ist ein kranker Glaube, und der kann zuletzt sterben. Der kranke Glaube sagt: \u201aWer Jesus geh\u00f6rt, hat immer Erfolg\u2018. Dieser Glaube stirbt! Man soll die F\u00fchrungen Gottes nicht gleich wegbeten und nicht \u00fcber seine F\u00fchrungen murren. Das ist verpuffte Energie\u201c (Walter Tlach).<\/p>\n<p>\u201eEine Lebensordnung vom Manna her lernt man nicht in leichten Tagen. Das lernt man in der W\u00fcste. Und es bedeutet \u2013 von Gottes Schenken leben und von seiner Gnade und aus seinem Wort das Leben ordnen\u201c (Karl Hartenstein).<\/p>\n<p>\u201eDer Sonntagsgottesdienst ist mir ein gro\u00dfer Segen, aber ich habe gelernt, dass man auch dieses Manna nicht einfach f\u00fcr den Montag aufbewahren kann. Egal, wie viel geistliche Speise ich am Sonntag zu mir genommen habe, manchmal habe ich am Montag prompt versagt, weil ich nicht neu die Gemeinschaft mit Gott gesucht habe. Die Israeliten stellten sp\u00e4ter einen Zopf mit Manna in die Bundeslade, zur Erinnerung an Gottes Treue und damit sp\u00e4tere Generationen nachsinnen konnten \u00fcber das, was ein junges Volk gelernt hatte, das in der W\u00fcste ganz von Gott abh\u00e4ngig war\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>\u201eGott wollte die Israeliten erziehen. Er wollte sie zu einem Volk machen, das geistliche Frucht tragen w\u00fcrde. Er hatte den Samen des Glaubens in ihre Herzen gelegt, und jetzt sollte dieser Same aufgehen und wachsen. Pflanzen brauchen Sonne und Regen, und Gott sorgte f\u00fcr die idealen Wachstumsbedingungen. Die W\u00fcstenerfahrungen Israels waren ein Teil der \u201aG\u00e4rtnerarbeit\u2018 Gottes an diesem Volk. Um im Bild des Gartens zu bleiben: Jeder G\u00e4rtner wei\u00df, dass er das Unkraut j\u00e4ten muss, wenn die Pflanzen wachsen und Frucht bringen sollen. Die Hitze und der Hunger der W\u00fcste offenbarten das \u201aUnkraut\u2018 im Herzen Israels, das das Wachstum zu ersticken drohte. Gott wusste nat\u00fcrlich bereits, was in diesem Herzen war, aber seine Pr\u00fcfungen sollten ein Spiegel sein, der den Menschen zeigte, wie sie wirklich waren. Einige w\u00fcrden darauf Bu\u00dfe tun, andere w\u00fcrden hart bleiben und gerichtet werden. So wie man Gold erhitzt, um es von der Schlacke zu trennen, so wollte Gott sein Volk reinigen. Erst Hitze und Hunger zeigen, was wirklich in uns steckt \u2013 das Gute und das B\u00f6se\u201c (Erwin Lutzer).<\/p>\n<p>Fazit: Sichtbare Zeichen und erlebte Wunder allein schaffen noch kein durchtragendes Vertrauen, wie wir am Beispiel des Volkes Israel entdecken k\u00f6nnen (vgl. 1Kor 10,11-13). Zwar haben sie die Erfahrung gemacht, dass nach Mara Elim kommt, aber dass dies ein F\u00fchrungsprinzip Gottes ist, haben sie noch nicht verinnerlicht.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Achtung Einbahnstra\u00dfe! \u2013 es gibt nur eine Richtung:<br \/>\na) F\u00fchrung Gottes beinhaltet Zumutung (V. 1-3)<br \/>\nb) F\u00fchrung Gottes beinhaltet Zuteilung (V. 4-22)<br \/>\nc) F\u00fchrung Gottes beinhaltet Zuwendung (V. 23-36)<br \/>\n(in Anlehnung an Gottfried Voigt)<\/p>\n<p>oder nach Hanspeter Wolfsberger:<br \/>\na) Wach werden \u2013 wof\u00fcr?<br \/>\nb) Wach bleiben \u2013 wie denn?<br \/>\nc) Wach handeln \u2013 was denn?<\/p>\n<p>oder nach Manfred Sitzmann:<br \/>\na) Das m\u00fcrrische Geschrei<br \/>\nb) Das unerwartete Geschenk<br \/>\nc) Das heilsame Gebot<\/p>\n<p>oder nach Walter Kneip:<br \/>\na) Gott erinnert sein Volk \u2013 Hunger tut weh<br \/>\nb) Gott erinnert sein Volk \u2013 ihr d\u00fcrft leben<br \/>\nc) Gott erinnert sein Volk \u2013 seid dankbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Wegf\u00fchrungen des HerrnPredigtthema: Achtung Einbahnstra\u00dfe! 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