{"id":1719,"date":"2010-07-29T18:37:48","date_gmt":"2010-07-29T16:37:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=540"},"modified":"2010-07-29T18:37:48","modified_gmt":"2010-07-29T16:37:48","slug":"predigthilfe-vom-8-8-2010-apostelgeschichte-21-18-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-8-8-2010-apostelgeschichte-21-18-26\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 8.8.2010 &#8211; Apostelgeschichte 21, 18-26"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischer Zeit<br \/>Predigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; in der Gemeinschaft<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 21, 18-26<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Paulus ist gem\u00e4\u00df dem Willen Gottes in Jerusalem eingetroffen. Bevor er die Erf\u00fcllung der Vorhersagen Gottes erf\u00e4hrt (= \u201eLeiden\u201c um Jesu willen \u2013 vgl. Apg 21,1-17), wird er durch die gelebte Bruderschaft mit den \u00c4ltesten auf das Kommende vorbereitet (= Predigtthema: Auf Kurs bleiben \u2013 in der Gemeinschaft).<\/p>\n<p>\u201eAm Tage nach dem Empfang von Paulus in Jerusalem versammelten sich die leitenden Br\u00fcder der Christengemeinde mit Paulus und seinen Begleitern im Haus von Jakobus. Dort fand eine gemeinsame Beratung statt, die uns aufs h\u00f6chste interessiert. Wenn wir uns im Geist in jene Versammlung hineinversetzen und den Worten lauschen, die dort geredet wurden, so k\u00f6nnen uns besonders drei Merkw\u00fcrdigkeiten auffallen:<br \/>\n* Ein Mensch, der trotz gr\u00f6\u00dfter Erfolge dem\u00fctig blieb: Wir sehen hier zuerst einen Menschen, der wie kein anderer die gr\u00f6\u00dften Erfolge in der Reichsgottesarbeit hinter sich hatte und trotzdem auch nicht eine Spur von Eitelkeit zeigte, sondern im Gegenteil einen dem\u00fctigen Eindruck machte. Paulus begann nach gemeinsamer Begr\u00fc\u00dfung mit einem eingehenden, genauen Bericht seiner Missionst\u00e4tigkeit. Wie leicht h\u00e4tte er sich hier ein wenig spiegeln k\u00f6nnen in all den Erlebnissen und Erfolgen, die seine Arbeit aufwies. Nichts davon ist zu merken. Er trat bei seiner Erz\u00e4hlung wie auch nach seiner ersten Missionsreise (Kap. 14, 27) mit seiner eigenen Person zur\u00fcck. Er berichtete nicht, was er, sondern &#8222;was Gott getan hatte unter den Heiden&#8220;. So spricht die Demut. Eitle Menschen machen ihre eigenen Leistungen gro\u00df. Wahre Gottesknechte erheben ihren Herrn. Die Demut des Apostels ist die erste Merkw\u00fcrdigkeit in jener Versammlung.<br \/>\n* Br\u00fcder, die sich neidlos freuen, dass Gott einen anderen Bruder mehr gebraucht als sie: Der Bericht von Paulus h\u00e4tte gar mannigfache Wirkungen aus\u00fcben k\u00f6nnen. Wie leicht h\u00e4tte sich in diesem und jenem Bruder beim Anh\u00f6ren dieser herrlichen Erfolge des Paulus der Neid regen k\u00f6nnen. Die Frage konnte bei ihnen auftauchen: Weshalb hat jener gerade so gro\u00dfe Erfolge, w\u00e4hrend bei meiner T\u00e4tigkeit solches ausbleibt? H\u00e4tten jene \u00c4ltesten von Jerusalem ihre eigene Ehre und ihren eigenen Ruhm im Auge gehabt, so h\u00e4tten sie sicherlich Gott nicht gelobt und gedankt f\u00fcr alles, was sie hier vernahmen. Da sie nun aber des Herrn Sache suchten, wurden sie voll Lob und Dank f\u00fcr die reichen Segnungen, die Gott durch einen andern geschenkt hatte. Ihr Loben und Danken zeugt von einer selbstlosen inneren Stellung, die von dem stammt, der sagen durfte: \u201aIch suche nicht meine Ehre\u2018 (Joh 8,50). Wer droben einst dabei sein will, wenn des Herrn Ruhm von allen Himmelsbewohnern erh\u00f6ht wird, der sehe zu, dass sein Herz hier schon vom Neid gereinigt werde und er jenen \u00c4ltesten in Jerusalem \u00e4hnlich werde (Joh 5,41-44; Phil 2,3; Gal 5,26).<br \/>\n* Christen, die trotz schwieriger Streitfragen in v\u00f6lliger Harmonie bleiben: Der Gegenstand der Beratung war eine heikle, strittige Frage. Es handelte sich um die Stellung zum mosaischen Gesetz. Hier platzten allerlei Geister und Meinungen aufeinander. Menschlich gesprochen war wenig Aussicht auf v\u00f6llige Einigung vorhanden. Ein bedenklicher Eifer f\u00fcr das Gesetz steckte zu tief in vielen Herzen. Dennoch kam eine liebliche Harmonie und ein einm\u00fctiger Beschluss zustande. Diese von Gott geschenkte Einigkeit in einer so schwierigen Frage ist die dritte Merkw\u00fcrdigkeit, die uns bei jener Zusammenkunft auff\u00e4llt. Sie erweckt in uns die Hoffnung, dass mit Gottes Hilfe da und dort bedrohte Einigkeit unter Christen vor Zusammenbruch bewahrt und schon zerst\u00f6rte Verbindung wieder hergestellt wird\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 333f).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Werner de Boor. Die Apostelgeschichte. Wuppertaler Studienbibel. 7. Aufl. Wuppertal: R. Brockhaus, 1980. S. 387-391.<br \/>\n* Heinz-Werner Neudorfer. Apostelgeschichte 2.Teil. Edition C-Bibelkommentar Bd. 9. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1990. S. 259-266.<br \/>\n* Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. Herausgegeben von Arno Pagel. 7. Aufl. Lahr: VLM, 1996. S. 333-339 (nachfolgend in Ausz\u00fcgen &#8211; digitalisierte Schriften im Pdf-Format von Alfred Christlieb [z.B. Apostel Paulus] findet ihr f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch z.B. unter http:\/\/karker.de\/html\/a__christlieb.html).<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Predigt besteht die M\u00f6glichkeit des Anh\u00f6rens (im Sinne von Apg 17,11b) von Predigten zu Apg 21,18-30 mit praktischen Anwendungen von Wolfgang Nestvogel mit dem Titel \u201eWir geh\u00f6ren doch zusammen\u201c (Predigt vom 18.04. und 25.04. 2010 unter http:\/\/begh.podspot.de\/?page=3).<\/p>\n<p>A) Voreinander bezeugen \u2013 was geschehen ist (V. 18f)!<\/p>\n<p>V. 17-19: \u201eUnser Text erz\u00e4hlt uns den Empfang des Apostels und seiner Gef\u00e4hrten bei den Christen in Jerusalem. Dieser Empfang war ein herzlicher (die Br\u00fcder nahmen uns \u201agern\u2018 auf) und soll uns besch\u00e4ftigen:<br \/>\n* Wachsendes Vertrauen: Nicht immer war Paulus so aufgenommen worden. Als er nach seiner Bekehrung zu den Christen Jerusalems kam, wurde er \u00e4u\u00dferst vorsichtig und zur\u00fcckhaltend behandelt. Man traute ihm nicht recht (9,26). Als er sp\u00e4ter zum sogenannten Apostelkonzil in Jerusalem eintraf, wurde er mit seinen Gef\u00e4hrten \u201aempfangen\u2018 (15,4). Das war ein gro\u00dfer Fortschritt. Jetzt, wo er am Schluss seiner letzten Missionsreise noch einmal dort ankam, wurde er \u201agern aufgenommen\u2018. Es ist ein Fortschritt des Vertrauens bemerkbar, das Paulus im Lauf der Jahre bei der Urgemeinde genie\u00dfen durfte. Erst wurde er abgelehnt, sp\u00e4ter \u201aempfangen\u2018 und zuletzt \u201agern aufgenommen\u2018. Dieses langsam wachsende Vertrauen kann solchen Br\u00fcdern Mut machen, die in irgendeinem Arbeitsfeld, wo man sie noch nicht n\u00e4her kennt, zun\u00e4chst etwas bedenklich aufgenommen werden. Wenn solche Br\u00fcder nur treu in der Demut arbeiten, niemals das Ihre, sondern die Sache des Herrn suchen, so wird der Herr ihnen zur rechten Zeit, wenn auch nicht auf einmal, das Zutrauen der gl\u00e4ubigen Christen zuwenden, ohne das eine fruchtbare Arbeit im Reich Gottes kaum m\u00f6glich ist.<br \/>\n* Zur\u00fcckgewiesene Ger\u00fcchte: In Jerusalem war eine gewisse Missstimmung gegen Paulus entstanden. Allerlei Verd\u00e4chtigungen betreffend seine rechte Stellung zum Gesetz waren in Umlauf gesetzt worden (\u201aEs ist ihnen aber berichtet worden wider dich, dass du lehrst von Mose abzufallen\u2018, V. 21). Der herzliche Empfang des Apostels beweist uns, dass die Br\u00fcder in Jerusalem sich nicht durch all die gegen Paulus umlaufenden Ger\u00fcchte so einnehmen lie\u00dfen, dass sie ihn etwa k\u00fchl und zur\u00fcckhaltend empfangen h\u00e4tten. Nein, sie haben ihn trotz der vorhandenen Missstimmung herzlich und freundlich aufgenommen. Sie haben ihm nicht wegen seiner gr\u00f6\u00dferen Freiheit dem Gesetz gegen\u00fcber die Liebe entzogen, sondern ihn br\u00fcderlich behandelt. Lasst uns von diesen Br\u00fcdern auch f\u00fcr unsere Zeit lernen. Wie leicht lassen wir uns durch diese und jene vielleicht ganz unbegr\u00fcndeten Ger\u00fcchte hinrei\u00dfen, einem treuen Bruder in wehtuender Weise kalt zu begegnen. Wir haben kein Recht, uns gegen einen Mitchristen unbr\u00fcderlich zu stellen, weil er in irgendeiner Lehranschauung nicht ganz mit uns \u00fcbereinstimmt. Treten wir in die Fu\u00dfstapfen der Br\u00fcder, die Paulus trotz dieser Ger\u00fcchte und dieser Missstimmung \u201afreundlich aufnahmen\u2018 (\u00dcbersetzung Menge).<br \/>\n* Eine Erquickung vor dem Leidensweg: Wie sch\u00f6n ist es zu sehen, dass Gott seinen Knecht vor dem beginnenden Leidensweg noch einmal erquickte. Die freundliche Aufnahme war f\u00fcr Paulus eine gro\u00dfe Freude. Wir wissen, wie wichtig ihm allezeit die br\u00fcderliche Verbindung mit der Muttergemeinde in Jerusalem gewesen ist. Nun durfte er es erleben, dass ihm volle br\u00fcderliche Liebe und herzliches Zutrauen von Seiten der leitenden Br\u00fcder entgegengebracht wurde. So sorgt Gott, dass es seinen Knechten schon hinieden bei allem schweren Dienst auch an inneren Erquickungen nicht fehlt, bis einst die Ankunft im neuen Jerusalem ihnen ewige Freude bringen wird\u201c (Paulus, Apostel Paulus, S. 331-333 \u2013 \u00fcbernommen aus dem Predigttipp f\u00fcr den 01.08.2010 zu Apg 21,17).<\/p>\n<p>B) Einander berichten \u2013 was gedacht wird (V. 20f)!<\/p>\n<p>\u201eIn der Antwort der \u00c4ltesten spiegelt sich Gottes Werk und Teufels Werk in der Gemeinde zu Jerusalem nebeneinander wider:<br \/>\n* Gottes Werk sehen wir in den Worten: \u201aBruder, du siehst, wie viel tausend Juden es gibt, die gl\u00e4ubig geworden sind\u2018. Dieses Wort weist uns hin auf die herrliche Gottestat, die darin bestand, dass er Tausende in Israel durch den heiligen Geist zum Glauben an Jesus f\u00fchrte. Dieser Anblick kann die Herzen aller Gotteskinder mit Freuden erf\u00fcllen.<br \/>\n* Aber neben dieser Gottestat sehen wir eine andere: Die Worte: \u201aEs ist ihnen aber berichtet worden wider dich\u2018 zeigen uns allerlei Zungen, die gesch\u00e4ftig waren, Zwietracht zu s\u00e4en, das Vertrauen auf den von Gott gesandten Knecht Paulus zu untergraben und Uneinigkeit im Lager der Gl\u00e4ubigen anzurichten. Wessen Werk ist dies? So wie in dem Glauben der Juden Gottes Werk erscheint, so ist dieses letztere ein Werk des Teufels, des Zerst\u00f6rers der Gemeinde.<br \/>\n* Wie kann Gottes Werk gef\u00f6rdert und des Teufels Werk zerst\u00f6rt werden? Auch darauf antwortet unser Text. Er zeigt uns, wie f\u00fchrende Br\u00fcder miteinander unter v\u00f6lliger Zur\u00fccksetzung aller eigenen W\u00fcnsche und Interessen pr\u00fcfen, wie der drohende Riss verhindert und die geschlossene Einigkeit im Volk Gottes gewahrt werden kann. Dieses Bem\u00fchen hilft mit dazu, dass Gottes Werk gef\u00f6rdert und Satans Werk zerst\u00f6rt wird\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 336f).<\/p>\n<p>\u201eWie entstehen Schwierigkeiten im Reiche Gottes? [\u2026]. Erregung und Verstimmung drohen den gesegneten Fortgang des Reiches Gottes zu hindern. Durch dreierlei Ursachen waren Schwierigkeiten entstanden:<br \/>\n* Eifer um Nebens\u00e4chliches: Tausende von gl\u00e4ubig gewordenen Juden sind Eiferer \u00fcber dem Gesetz. Dieser nicht aus dem Heiligen Geist, sondern aus dem angeborenen v\u00e4terlichen Wesen stammende Eifer bildet hier den Grund vieler Schwierigkeiten. Wie herrlich ist ein g\u00f6ttlicher Eifer, wie Pinehas (4Mose 25,11), Elia (1K\u00f6n 19,10) oder Paulus (2Kor 11,2) ihn hatten! Solcher Eifer stiftet unendlich viel Segen. Aber ein Eifer um verg\u00e4ngliche Formen des Gottesdienstes, um \u00e4u\u00dfere Einrichtungen und Zeremonien, die nur vor\u00fcbergehend ihren erzieherischen Wert nach Gottes Willen haben, ist bedenklich. Und gerade solchen Eifer haben schwache, junge Gl\u00e4ubige h\u00e4ufig. Sie legen leicht ein gro\u00dfes Gewicht auf solche Dinge, die in Wahrheit untergeordnet und nebens\u00e4chlich sind, und verdunkeln dadurch die Hauptsache, n\u00e4mlich das teure Evangelium, das uns nicht durch \u00e4u\u00dfere Formen, sondern durch Christi Gnade allein Hilfe bringt.<br \/>\n* Falsches Gerede: Eine zweite Ursache der schwierigen Situation war falsches Gerede. Gewisse Leute hatten jenen Eiferern erz\u00e4hlt, Paulus lehre auf seinen Missionsreisen alle Juden von Mose abzufallen und verbiete ihnen die Beschneidung. Wie unverantwortlich war doch solch t\u00f6richtes Gerede! Der Standpunkt des Paulus war es wohl, dass das Halten des Gesetzes nicht n\u00f6tig sei, um die Seligkeit zu erlangen; aber nirgendwo lehrte er, die Juden sollten zum \u00c4rgernis ihrer Landsleute die Beschneidung unterlassen usw. Er beschnitt ja selbst einst den Timotheus um der Juden willen (16,3). Wie konnten jene Leute, die das Ger\u00fccht aufgebracht &#8218;hatten, nur so unwahr reden! Es ist heute wie damals unverantwortlich, wenn man gegen Gottesknechte Misstrauen s\u00e4t, indem man durch falsches Gerede entweder irgendeine ihrer Ansichten unwahr \u00fcbertreibt oder ihnen geradezu etwas Falsches unterschiebt. Lasst uns dieser S\u00fcnde nie teilhaftig werden!<br \/>\n* Leichtgl\u00e4ubigkeit vieler Br\u00fcder: Eine dritte Ursache f\u00fcr die entstandenen Spannungen war die Leichtgl\u00e4ubigkeit vieler Br\u00fcder. Die unwahren, \u00fcbertriebenen Behauptungen \u00fcber Paulus m\u00fcssen von sehr vielen J\u00fcngern als bare M\u00fcnze aufgenommen worden sein, sonst h\u00e4tten Jakobus und die anderen \u00c4ltesten nicht eine ernste Beratung \u00fcber die Beunruhigung der gl\u00e4ubigen Judenchristen n\u00f6tig gehabt. Ach, wie leicht glaubt man unwahre Behauptungen! Ehe wir an einem treuen, bew\u00e4hrten Zeugen Jesu irrewerden, lasst uns alle b\u00f6sen Ger\u00fcchte erst sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen! Sonst helfen wir b\u00f6se Verwicklungen im Reiche Gottes f\u00f6rdern, an denen nur der Teufel seine Freude hat\u201c (Christlieb, Vollmacht von oben, S. 60f).<\/p>\n<p>C) Miteinander bewegen \u2013 wie zu reagieren ist (V. 22-26)!<\/p>\n<p>\u201eEs hat dann und wann Menschen gegeben, die dem Apostel wegen seines Eingehens auf den Vorschlag der Br\u00fcder einen Vorwurf machten, als sei er in seiner Nachgiebigkeit zu weit gegangen. Wir m\u00fcssen aber bedenken, dass Paulus jederzeit denen, die unter dem Gesetz waren, sein wollte als \u201aeiner unter dem Gesetz\u2018 (1Kor 9,21). Mehr hat er auch hier nicht getan. Jeder wusste, dass Paulus in keiner Weise auf derartige Gesetzesbeobachtung sein Vertrauen setzte oder sie auch nur im Geringsten f\u00fcr n\u00f6tig erachtete. Aber aus Liebe konnte er sich einer solchen Gesetzesbeobachtung freiwillig unterziehen, um denen entgegenzukommen, die nun einmal auf solche Dinge Gewicht legten. Eine Verleugnung der Wahrheit des Evangeliums k\u00f6nnen wir in des Apostels Handlungsweise nicht erblicken, wohl aber einen Beweis, dass er auf vieles verzichten konnte um des Friedens willen. Vor allen Dingen auf dreierlei:<br \/>\n* Er verzichtet um des Friedens willen auf eine Geldsumme: Zun\u00e4chst war mit dem Vorschlag der Br\u00fcder f\u00fcr Paulus eine Geldausgabe verbunden (\u201aWage die Kosten an sie\u2018). Wenn jemand sich an solchem Nasir\u00e4atsgel\u00fcbde beteiligt, so hatte er die Kosten der damit verbundenen Opfer mitzutragen. Menge \u00fcbersetzt: \u201aWir haben vier M\u00e4nner, die ein Gel\u00fcbde (Nasir\u00e4atsgel\u00fcbde) zu erf\u00fcllen haben. Diesen schlie\u00dfe dich an. Lass dich mit ihnen weihen und bezahle auch f\u00fcr sie die Kosten\u2018. Hier w\u00fcrde mancher an Pauli Stelle gesagt haben: Ich habe meinen geringen Besitz durch saure Arbeit als Teppichmacher verdient; es ist unbillig, von mir zu verlangen, dass ich einen Teil desselben f\u00fcr einen solchen Zweck ausgebe. Zu einer \u00e4u\u00dferen Gesetzeserf\u00fcllung w\u00e4re ich wohl bereit, aber nicht zur Bezahlung der damit verbundenen Kosten. So sprach Paulus nicht. Wegen der mit diesem Vorschlag f\u00fcr ihn verbundenen Unkosten verlor er kein einziges Wort. Ohne weiteres war er willig, von seinem Besitz so viel herzugeben, wie n\u00f6tig war. Lasst auch uns niemals an diesem Punkt einen Friedensvorschlag scheitern lassen! Lasst uns jederzeit bereit sein, um des Friedens willen ein Geldopfer zu bringen, auch wenn wir unseren Besitz lieber zu anderen Zwecken verwenden w\u00fcrden (1Mose 13,7-18).<br \/>\n* Er verzichtet um des Friedens willen auf Zeit: Die Erf\u00fcllung eines derartigen Gel\u00fcbdes mit den damit verbundenen Opfern im Tempel nahm mehrere Tage in Anspruch (\u201aEr lie\u00df sich sehen die Tage\u2018). Nun wissen wir, wie vielbesch\u00e4ftigt der Apostel gewesen ist und k\u00f6nnen nicht daran zweifeln, dass es f\u00fcr ihn in den Tagen seines Aufenthalts in Jerusalem allerlei zu tun gab. Dennoch nahm er sich die Zeit, \u201ain den Tempel zu gehen und sich sehen zu lassen, wie er aushielte die Tage\u2018. Ein anderer h\u00e4tte vielleicht gesagt: Ich habe wahrlich genug anderes zu tun, als mich hier im Tempel mehrere Tage sehen zu lassen, wie ich mich dem Gel\u00fcbde unterziehe, das doch meiner Seligkeit nicht helfen kann. Meine Zeit ist viel zu kostbar. Aber um des Friedens willen konnte Paulus auch von seiner kostbaren Zeit eine Anzahl von Tagen opfern. Lasst uns doch auch jederzeit bereit sein, wo es erforderlich und am Platz ist, um der inneren Verbindung mit anderen willen ein Opfer an Zeit zu bringen! Wenn Paulus seine besonders wertvolle Zeit um solches Zweckes willen hergab, wie viel mehr sollten wir dies tun (1Mose 26,26-31).<br \/>\n* Er verzichtet um des Friedens willen auf Bequemlichkeit: Das Aufsichnehmen des Gel\u00fcbdes bedeutete f\u00fcr Paulus auch f\u00fcr einige Tage eine Freiheitsbeschr\u00e4nkung. Er konnte in den betreffenden Tagen nicht dahin und dorthin gehen, wie er wollte, sondern war f\u00fcr die gesetzlich festgelegte Zeit gebunden, im Tempel zu bleiben. Auch dieses Opfer brachte Paulus, ohne ein Wort des Widerspruchs dagegen zu sagen. Sein Geld, seine Zeit, seine Freiheit und Bequemlichkeit opferte er ohne weiteres sofort um des Friedens willen. Lasst uns doch auch jederzeit bereit sein, um dieses Zwecks willen Opfer zu bringen, je nachdem es die Verh\u00e4ltnisse bei uns n\u00f6tig erscheinen lassen! Lasst uns an nichts festhalten, was Paulus um der Liebe willen zu den Br\u00fcdern und um der Einigkeit willen der Gemeinde Jesu gerne fahren lie\u00df! (Mk 9,50b; R\u00f6m 12,16-18; 15,5; 2Tim 2,22)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 337-339).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eBruderschaft\u201c. Paulus f\u00fcgt sich ein in die Gemeinschaft und Bruderschaft in der Gemeinde in Jerusalem und respektiert die Leiterschaft der Gemeinde\u00e4ltesten. Von Paulus k\u00f6nnen wir lernen, wie wir uns gegen\u00fcber den Gemeindeverantwortlichen zu verhalten haben und wie \u00c4lteste ihre Aufgaben wahrzunehmen haben (vgl. 1Thess 5,12f; Hebr 13,7+17).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Textlesung ist z.B. die \u201eNeue Genfer \u00dcbersetzung\u201c sehr geeignet (www.ngue.info).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Auf Kurs bleiben \u2013 in der Gemeinschaft, weil wir<br \/>\na) voreinander bezeugen \u2013 was geschehen ist (V. 18f)!<br \/>\nb) einander berichten \u2013 was gedacht wird (V. 20f)!<br \/>\nc) miteinander bewegen \u2013 wie zu reagieren ist (V. 22-26)!<\/p>\n<p>oder nach Alfred Christlieb:<br \/>\na) Ein Mensch, der trotz gr\u00f6\u00dfter Erfolge dem\u00fctig bleibt<br \/>\nb) Br\u00fcder, die neidlos sich freuen, dass Gott einen anderen Bruder mehr gebraucht als sie<br \/>\nc) Christen, die trotz schwieriger Streitfragen in v\u00f6lliger Harmonie leben<\/p>\n<p>oder nach Wolfgang Nestvogel: Wir geh\u00f6ren doch zusammen!<br \/>\na) Was begr\u00fcndet die Einheit der Gemeinde?<br \/>\nb) Was belastet die Einheit der Gemeinde?<br \/>\nc) Was bewahrt die Einheit der Gemeinde?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischer ZeitPredigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; in der Gemeinschaft Bibelstelle: Apostelgeschichte 21, 18-26 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1719","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-01 12:22:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1719"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1719\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}