{"id":1714,"date":"2010-06-14T11:33:08","date_gmt":"2010-06-14T09:33:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=535"},"modified":"2010-06-14T11:33:08","modified_gmt":"2010-06-14T09:33:08","slug":"predigthilfe-vom-4-7-2010-apostelgeschichte-19-21-40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-7-2010-apostelgeschichte-19-21-40\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4.7.2010 &#8211; Apostelgeschichte 19, 21-40"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischen Zeiten<br \/>Predigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; in Bedr\u00e4ngnis<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 19, 21-40<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Im Monat Juli setzen wir unsere Reihe \u201eKurs halten in st\u00fcrmischer Zeit fort\u201c [= Monatsthema]. Mit Apg 19,21 beginnt der letzte gro\u00dfe Abschnitt der Apostelgeschichte mit der Reise nach Rom \u00fcber Jerusalem. Unser Predigttext (Apg 19,21-40) schildert die Ereignisse, die auf die Erweckung in Ephesus folgen. Die Erweckung hat zu konkreten Auswirkungen im Gesch\u00e4ftsleben gef\u00fchrt, da eine Ver\u00e4nderung des geistlichen Lebens auch zu einer Ver\u00e4nderung des allt\u00e4glichen Lebens f\u00fchrt. Aber wo der Glaube sich auf Grund der neuen Lebensschwerpunkte gesch\u00e4ftssch\u00e4digend auswirkt, da geraten die Nachfolger Jesu in Bedr\u00e4ngnis (= Predigtthema: \u201eAuf Kurs bleiben \u2013 in Bedr\u00e4ngnis\u201c). Denn \u201ewenn Jesus-Nachfolge zur Gesch\u00e4ftssch\u00e4digung f\u00fchrt, dann platzt die d\u00fcnne Haut der Toleranz\u201c (Ulrich Parzany \u2013 Die Kirche am Markt \u2013 12.8.1984).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Werner de Boor. Die Apostelgeschichte. Wuppertaler Studienbibel. 7. Aufl. Wuppertal: R. Brockhaus, 1980. S. 353-362.<br \/>\n* Heinz-Werner Neudorfer. Apostelgeschichte 2.Teil. Edition C-Bibelkommentar Bd. 9. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1990. S. 202-215<br \/>\n* Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. Herausgegeben von Arno Pagel. 7. Aufl. Lahr: VLM, 1996. S. 256-277 (nachfolgend in Ausz\u00fcgen).<\/p>\n<p>A) Bedr\u00e4ngnis &#8211; der unvermeidliche Ausbruch (V. 21-27)<\/p>\n<p>V. 21f: \u201eIn das Gebiet des Pl\u00e4nemachens f\u00fchrt uns dieser Text. Lasst uns den Apostel sorgf\u00e4ltig beim Entwerfen seiner Pl\u00e4ne beobachten:<br \/>\n* Der Zeitpunkt des Pl\u00e4nemachens: Wann besch\u00e4ftigte sich Paulus mit der Fortsetzung seiner Reise? Erst als das Wort Gottes in Ephesus so eingewurzelt und gewachsen war (V. 20), dass er seine Aufgabe daselbst als vollendet ansehen durfte (\u201ada das ausgerichtet war\u2018). Vorher widmete sich Paulus ganz der Arbeit in dieser Stadt (20,18ff). Unsere Herzen sind geneigt, sich vorzeitig mit allerlei Zukunftspl\u00e4nen zu besch\u00e4ftigen, anstatt uns ganz auf unsere gottgewollte Arbeit zu beschr\u00e4nken. Infolgedessen werden wir leicht abgelenkt und geschw\u00e4cht. Gott wird seinen Kindern schon den rechten Zeitpunkt weisen, wo sie an neue Wege denken m\u00fcssen. Lasst uns dies nicht vorzeitig tun.<br \/>\n* Der Inhalt seiner Pl\u00e4ne: Paulus gedachte, die alten Arbeitsgebiete und die Muttergemeinde in Jerusalem zu besuchen (\u201aer setzte sich vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen\u2018). Da sehen wir, wie heilige Liebesbande ihn zu seinen geistlichen Kindern hinziehen, und wie es ihm am Herzen liegt, den Zusammenhang mit der Urgemeinde zu befestigen. Es sollte das Band der Einigkeit zwischen den juden- und heidenchristlichen Gemeinden nicht gelockert werden. Sodann erf\u00fcllte ihn der Drang, an dem wichtigsten Punkt des damaligen Weltreiches, in der Hauptstadt Rom, die ihm von Jesus gegebene Aufgabe zu erf\u00fcllen (vgl. R\u00f6m 1,9-15). Wohl uns, wenn solche Pl\u00e4ne unser Herz erf\u00fcllen, die sich auf die F\u00f6rderung der Sache Gottes beziehen (2Sam 7). Wie viel falsche Pl\u00e4ne erf\u00fcllen doch oft die Menschenherzen! Noch heute hei\u00dft es bei vielen: Lasst uns einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen (1Mose 11,4). Noch heute spricht mancher: \u201aIch will meine Scheunen abbrechen und gr\u00f6\u00dfere bauen und alles dreinsammeln\u2018 (Lk 12,18). Auch jetzt kann man oft h\u00f6ren: \u201aWir wollen in die oder die Stadt gehen und Handel treiben und gewinnen\u2018 (Jak 4,13-16). Wenn wir aber Hochmuts- oder Gewinnsuchtspl\u00e4ne oder Pl\u00e4ne der Kreuzesflucht schmieden, so sind wir nicht auf dem Weg des Paulus bei seinem Pl\u00e4nemachen.<br \/>\n* Die Vorbereitung und Verwirklichung seiner Pl\u00e4ne: Paulus reiste nicht ohne weiteres in die zu besuchenden Gemeinden ab. Er sandte zun\u00e4chst zwei seiner Gehilfen dorthin, wo er selbst bald einzutreffen hofft. Was bedeutet die Entsendung jener zwei Mitarbeiter? Wer im Gebiet der Evangelisation Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt hat, der wei\u00df, wie wichtig bei derselben die rechte Vor- und Nacharbeit ist. Beides finden wir schon in der Missionst\u00e4tigkeit des Paulus. In Ber\u00f6a lie\u00df er bei seiner Abreise Silas und Timotheus zur\u00fcck (17,14). Dort war Nacharbeit angebracht. Hier sendet er Timotheus und Erastus vor sich her, weil f\u00fcr diesen Besuch Vorarbeit geschehen musste. Die Aussendung beweist uns die Sorgfalt des Apostels bei der Ausf\u00fchrung seiner Pl\u00e4ne. Auch f\u00fcr uns gilt es, keinen Plan zu \u00fcbereilen oder leichtfertig auszuf\u00fchren, sondern ihn sorgf\u00e4ltig vorzubereiten, damit Gottes Segen darauf ruhen k\u00f6nne (Spr 16,13; 19,2; 20,18; Lk 14,28-32)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 256f).<\/p>\n<p>V. 23-27: \u201eVon einem Ausbruch w\u00fctender Feindschaft gegen die Arbeit des Paulus erz\u00e4hlt uns der hier beginnende neue Abschnitt. Sein erster Vers gibt uns zusammenfassend Zeit, Umfang und Ziel dieser Bewegung an:<br \/>\n* Die Zeit des Aufruhrs: Der Ausdruck \u201aum dieselbe Zeit\u2018 weist uns darauf hin, dass jener Aufruhr im Anschluss an die herrlichen Siege des Evangeliums (V.8-20) entstand und gerade dann losbrach, als Paulus seine Pl\u00e4ne zur Weiterreise machte (V. 21f). Beides hat uns etwas zu sagen. Wenn Gott seine himmlischen Winde durch eine Gegend wehen l\u00e4sst, wenn viele Seelen zum lebendigen Glauben an Christus kommen, wenn \u201adas Wort des Herrn w\u00e4chst und \u00fcberhand nimmt\u2018, dann wird gewiss der Teufel nicht still bleiben. Gerade in solcher Zeit macht er sich auf und setzt neben die himmlische eine h\u00f6llische Bewegung. Die Geschichte des Reiches Gottes bietet daf\u00fcr viele Belege. Deshalb gilt es, sich in den herrlichsten Gnaden- und Erweckungszeiten zu freuen \u2013 \u201amit Zittern\u2018 &#8211; (Ps 2,11) und \u00fcber dem Jubel nicht die Wachsamkeit und innere Wappnung f\u00fcr die hereinbrechenden Gefahren zu vergessen (Lk 10,17-20; Joh 11,45.53; 1Kor 16,9). Die Tatsache, dass der Ausbruch dieser furchtbaren Gefahr gerade w\u00e4hrend der Ausarbeitung neuer Reisepl\u00e4ne f\u00fcr Paulus erfolgte, ruft uns zu: Lasst uns bei allem Pl\u00e4nemachen daran denken, dass leicht unerwartete Umst\u00e4nde und Schwierigkeiten eintreten k\u00f6nnen, die all unser Vorhaben in Frage stellen. Alle Pl\u00e4ne des Paulus h\u00e4tten durch diesen Aufruhr des Demetrius f\u00fcr immer vernichtet werden k\u00f6nnen. Deshalb wollen wir den Rat des Jakobus befolgen und bei allen Zukunftspl\u00e4nen beif\u00fcgen: \u201aSo der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun\u2018 (Jak 4,15).<br \/>\n* Der Umfang des Aufruhrs: Der Umfang wird uns mit den Worten \u201aeine nicht kleine Bewegung\u2018 gezeigt. In der Tat beschr\u00e4nkte sich dieselbe nicht etwa auf einen Kreis der in ihren Interessen gesch\u00e4digten Arbeiter, sondern zog die ganze Stadt in Mitleidenschaft (V. 29) und veranlasste die h\u00f6chsten Beamten zum Eingreifen (Vers 31+35). Dieser gro\u00dfe Umfang der christentumsfeindlichen Bewegung kann uns vor leichtfertiger \u00dcbersch\u00e4tzung der Erfolge in einer Erweckungszeit bewahren. Gewiss war auf alle Einwohner der Stadt eine heilige Furcht gefallen (V. 17). Gewiss war der Name Jesu zu hoher Anerkennung gelangt (V. 17 c). Trotzdem war aber noch eine gro\u00dfe Feindschaft in der Stadt vorhanden. Es geh\u00f6rt zur geistlichen N\u00fcchternheit, dass man in besonderen Erweckungszeiten bei aller berechtigten Freude \u00fcber die g\u00f6ttlichen Siege doch die noch vorhandenen Widerst\u00e4nde nicht aus den Augen verliert oder untersch\u00e4tzt. Wie wir in Zeiten geistlichen Tiefstandes nicht zu schwarz sehen wollen, sondern vielmehr an die \u201a7000\u2018 glauben, die ihre Knie vor Baal nicht gebeugt haben (1K\u00f6n 19,18), so wollen wir umgekehrt in herrlichen Erweckungszeiten nicht vergessen, dass noch 7000 vorhanden sein k\u00f6nnen, die treu zu Baal halten, wenn es darauf ankommt (1Petr 5,8).<br \/>\n* Die Zielscheibe des Aufruhrs: Gegen die von Paulus gepredigte Lehre (\u201a\u00fcber diesem Weg\u2018) erhob sich die ganze Woge des Aufruhrs. Sicherlich gab es damals in Ephesus mancherlei Verh\u00e4ltnisse, die Grund zu Klagen boten. Gegen keine derselben wandte sich dieser schreckliche Tumult, sondern nur gegen \u201adiesen Weg\u2018 der Religion des Paulus. Das ist \u201ader Weg\u2018, den Satan hasst. Wer \u201adiesen Weg\u2018 geht, muss sich auf die Wut der H\u00f6lle gefasst machen (Joh 16,1-4; Mt 10,17). [\u2026]. Schon Stilling sagte, dass Zeiten kommen w\u00fcrden, wo man gegen alles duldsam sein w\u00fcrde, nur nicht gegen das wahre biblische Christentum. Dieser Weg, den die Welt hasst, der seinen Anh\u00e4ngern Schmach und Verfolgung einbringt, soll unser Weg sein und bleiben (2Kor 4,9-11; Gal 6,17)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 257-259).<\/p>\n<p>B) Bedr\u00e4ngnis &#8211; der \u00fcberw\u00e4ltigende Aufbruch (V. 28-34)<\/p>\n<p>V. 28f: \u201eDie Hetzrede des Demetrius hatte den gew\u00fcnschten Erfolg. Die Arbeitermassen jenes Erwerbszweiges entbrannten vor Zorn. Mit lautem Geschrei r\u00fchmten sie ihre durch Paulus gef\u00e4hrdete Religion. Damit gewannen sie leicht alle diejenigen, welchen die Predigt des Paulus unbequem war, oder die sie aus irgendeinem Grund ablehnten. Die Bewegung verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt. Es war, als ob h\u00f6llische M\u00e4chte losgelassen w\u00e4ren, die ihr Spiel trieben. Man st\u00fcrmte zu dem Platz, auf dem die Volksversammlungen stattzufinden pflegten. Da Paulus nicht zur Hand war, warf sich die Wut der Heiden auf zwei seiner Genossen, die mitgeschleppt wurden. Was sagt uns der Anblick dieser w\u00fcsten Szene? Er l\u00e4sst uns unter anderem eine dreifache Gewalt erkennen, die heute noch Scharen mit sich fortrei\u00dft und sich gern bis in unser Christenh\u00e4uflein hineindr\u00e4ngen will:<br \/>\n* Die Gewalt des Hasses: Der ganze Tumult ist durch eine hasserf\u00fcllte Rede hervorgerufen worden. Durch dieselbe &#8222;wurden sie voll Zorns&#8220;. Die Ansteckungskraft des Hasses ist gro\u00df. Lasst uns vor diesem Gifthauch uns h\u00fcten.<br \/>\n* Die Gewalt des nat\u00fcrlichen Herdentriebes: Wir Menschen sind auf Gemeinschaft angelegt. Wir haben Bed\u00fcrfnis, uns anzuschlie\u00dfen. Dieser Trieb ist gut, wenn er richtig geleitet wird. Aber wenn dieser nat\u00fcrliche Trieb ohne jede Geisteszucht und -pr\u00fcfung die Herrschaft bekommt, so kann er Entsetzliches anrichten. Durch den Herdentrieb kann man in Absaloms Aufruhr (2Sam 15,11) und in Korahs H\u00f6llenfahrt (4Mose 16,2+32) hineingezogen werden. Seien wir vorsichtig. Wir bemitleiden eine Schafherde, die durch den Herdentrieb vor einen Eisenbahnzug l\u00e4uft, weil einzelne Schafe vorangehen. Wir bedenken nicht, dass wir in der Gefahr stehen, diesen armen Tieren \u00e4hnlich zu werden (Eph 5,11; 1Kor 10,20f; Ps 1,1; 26,4).<br \/>\n* Die Gewalt des Schlagwortes: Der Ruf \u201aGro\u00df ist die Diana der Epheser!\u2018 war f\u00fcr jene Scharen ein gut gew\u00e4hltes, dem einfachsten Mann leicht verst\u00e4ndliches Schlagwort. Es kn\u00fcpfte an die seit Jahrhunderten in Ephesus bestehende Dianaverehrung an und konnte darum an diesem Ort leicht Boden fassen. Die Menge griff es auf und verbreitete es weiter. Dies Schlagwort trug mit dazu bei, dass sich der Aufruhr so schnell durch die ganze Stadt ausbreiten konnte. Wie hat doch das Schlagwort eine Gewalt bei der Masse derjenigen, denen selbst\u00e4ndiges, tieferes Nachdenken unbequem ist. Lasst uns niemals von der Gewalt menschlicher Schlagworte uns fortrei\u00dfen lassen. Schon oft haben suchende Seelen sich von der engen Pforte und dem schmalen Pfad zur\u00fcckschrecken lassen, wenn die Welt ihnen diesen Pfad durch ein Schlagwort (unn\u00fcchtern, \u00fcberspannt, pietistisch, methodistisch und dergleichen) verd\u00e4chtigte. Auch auf dem Lebensweg wollen wir uns nie durch irgendein herrschendes Schlagwort auf einseitige unbiblische Linie dr\u00e4ngen lassen (Ps 119,133; Mt 24,23-26). Lasst uns selbst\u00e4ndig werden, indem wir uns t\u00e4glich unter den Einfluss des g\u00f6ttlichen Wortes und Geistes stellen. Da empfangen wir Widerstandskraft gegen die drei Gewalten, welche den Volkshaufen in Ephesus fortrissen\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 263f).<\/p>\n<p>V. 30f: \u201e* Auch gute Pl\u00e4ne gro\u00dfer Gottesm\u00e4nner m\u00fcssen bisweilen unterbleiben. Unser Text f\u00fchrt uns aus der l\u00e4rmenden, tobenden Volksversammlung in die stille Friedensluft des J\u00fcngerkreises. Dort zeigt sich uns ein scheinbar unwichtiges aber doch sehr lehrreiches Bild. Paulus will hinaus in die Volksversammlung, f\u00fcgt sich aber dem gemeinsamen Widerstand der J\u00fcnger und gibt sein Vorhaben auf. Dieses Zur\u00fcckbleiben des Paulus auf das Anraten der J\u00fcnger soll uns besch\u00e4ftigen. Der Mann, welcher hier einen Entschluss fasst, ist der gesegnetste Zeuge und Apostel Jesu, ein Mann von lauterster Gesinnung. Sein Plan, unter das Volk zu gehen, war durchaus edel. Er entsprang aus Liebe. Seine beiden Gef\u00e4hrten Gajus und Aristarchus waren vom Volkshaufen ergriffen und mitgeschleppt worden (V. 29). Die gegen ihn selbst gerichtete Wut hatte sich auf diese zwei geworfen. Lag es da nicht f\u00fcr den Apostel nahe, sich zur Verf\u00fcgung zu stellen, damit diesen zweien Erleichterung und Hilfe zuteil w\u00fcrde? Ihm lag nur das Beste am Herzen. Liebe zu den Br\u00fcdern und Sorge um die Sache des Evangeliums trieben ihn zu seinem Entschluss. Er hatte die Absicht, der verf\u00fchrten Volksmenge Klarheit und der in Unruhe geratenen Stadt wieder Ruhe und Frieden zu verschaffen. Und doch zeigte es sich, dass dieser gute Plan besser unterblieb. Er selbst gestand dies durch die Tat ein. Wenn ein Mann von solcher N\u00fcchternheit und Klarheit, von so tiefer Erkenntnis der Wege und des Willens Gottes, von solcher Aufrichtigkeit und Selbstlosigkeit einen Plan aufgeben musste, wieviel Ursache haben wir dann, gegen unsere eigenen Pl\u00e4ne und Entschl\u00fcsse misstrauisch zu sein, die wir doch alle an innerer Erleuchtung und g\u00f6ttlicher Erkenntnis unendlich tief unter Paulus stehen (R\u00f6m 12,17a; 1Sam 25,13).<br \/>\n* Es liegt in der Gemeinschaft der J\u00fcnger Jesu eine bewahrende Macht: Paulus stand den Christen in Ephesus als Hirte und Lehrer gegen\u00fcber. Er war ihr F\u00fchrer. Seine \u00dcberlegenheit in geistlichen Dingen schloss aber nicht aus, dass die eingeborenen Gemeindeglieder ihn an praktischem Blick f\u00fcr die Gefahr, an richtiger Einsch\u00e4tzung der Volksleidenschaft \u00fcbertrafen. Mit dieser ihrer Erkenntnis hielten sie nicht zur\u00fcck. Sie stimmten nicht etwa in falscher Ehrfurcht dem gro\u00dfen Apostel in jedem St\u00fcck ohne weiteres zu. Vielmehr blieben sie in ihrem Urteil ihm gegen\u00fcber trotz aller Ehrerbietung durchaus selbst\u00e4ndig. Sie wagten es, seinen Plan nicht gut zu hei\u00dfen, sondern abzulehnen. Sie setzten seiner Meinung ihre berechtigte \u00dcberzeugung entgegen. Auch ein Paulus musste sich dies gefallen lassen. Er musste sich durch Br\u00fcder aufmerksam machen, warnen und berichtigen lassen. Eine rechte Gemeinschaft duldet nie, dass der einzelne ein unnahbarer Papst wird. Einer tritt dem andern, wo es n\u00f6tig ist, entgegen, warnt ihn und h\u00e4lt ihn von gef\u00e4hrlichen Wegen zur\u00fcck. So erg\u00e4nzen, erziehen und bewahren sich die Gl\u00e4ubigen untereinander. Die Ewigkeit wird einmal all den Segen offenbaren, den Gott uns durch Br\u00fcder, besonders durch selbst\u00e4ndige, anders urteilende Christen gegeben hat. Lasst uns diesen Segen recht sch\u00e4tzen und ihm nie aus dem Wege gehen (1Kor 12,21-26; 1Sam 25,26; 1Thess 5,11).<br \/>\n* Das echte Kennzeichen eines Gottesmannes ist die Demut, die sich raten l\u00e4sst: Es gibt Menschen, die es nicht vertragen k\u00f6nnen, wenn Br\u00fcder anderer Meinung sind als sie selbst. Zu solchen geh\u00f6rte Paulus nicht. Die Verschiedenheit der Meinungen hat in jenen Augenblicken auch nicht den leisesten Schatten auf das sch\u00f6ne Verh\u00e4ltnis zwischen beiden Teilen geworfen. Paulus wurde nicht verstimmt, gekr\u00e4nkt und beleidigt. Er wollte nicht recht behalten. Er verlangte nicht, das letzte Wort zu sagen und den Ausschlag geben zu m\u00fcssen. Vielmehr war Paulus dem\u00fctig genug, sich dem Rat der Br\u00fcder zu f\u00fcgen. Diese Demut zeigt uns den echten Gottesmann. Sein apostolisches Ansehen litt durch dieses Nachgeben keinerlei Schaden. Im Gegenteil! Seine Demut l\u00e4sst ihn im Urteil jedes biblisch denkenden Menschen nur noch h\u00f6her steigen. Diothrephes w\u00fcrde nicht so gehandelt haben (3Joh 9f). Paulus war das Gegenteil jenes stolzen und herrschs\u00fcchtigen Mannes. Lasst uns der Demut des Paulus, die sich von Br\u00fcdern sagen lie\u00df, nachfolgen (Jak 3,17; Spr 11,2b; Zeph 2,3).<br \/>\nGottes Kinder sind meist nicht gewohnt, unter den Hohen dieser Welt gute Freunde zu haben. Sie erleben es viel h\u00e4ufiger, dass sie von derartigen Personen geringsch\u00e4tzig behandelt und ver\u00e4chtlich angesehen werden. Umso auffallender ist die au\u00dferordentlich freundliche Stellung, welche hier einige der h\u00f6chsten Pers\u00f6nlichkeiten der Stadt zu Paulus einnehmen. In dem Wohlwollen dieser sogenannten \u201aAsiarchen\u2018 d\u00fcrfen wir ein treffliches Zeugnis f\u00fcr die Person und Arbeit des Paulus erkennen. Diese hochgestellten M\u00e4nner m\u00fcssen aus allem, was sie \u00fcber Paulus zu h\u00f6ren und von ihm zu sehen bekamen, einen g\u00fcnstigen Eindruck gewonnen haben. Nur so konnten sie derart f\u00fcr ihn eingenommen werden und solches Interesse f\u00fcr die Erhaltung seines Lebens bekunden. Wenn ein Christ mit Takt und Weisheit, mit selbstloser Liebe und Treue seine Arbeit treibt, so wird er Vertrauen auch bei der Obrigkeit erlangen k\u00f6nnen. Lautere und echte Christen wurden meist von den Obersten des Landes gesch\u00e4tzt (Mk 6,20). Jene W\u00fcrdentr\u00e4ger hatten aber noch einen besonderen Grund, f\u00fcr Paulus einzutreten. Eine aufmerksame Beobachtung und gerechte Beurteilung des Paulus musste sie erkennen lassen: Paulus st\u00e4rkt das Ansehen und unterst\u00fctzt die Arbeit der Obrigkeit. Er lehrt die Leute, derselben untertan zu sein um des Herrn willen (R\u00f6m 13,1-7). Sein Einfluss ist gut. Er bek\u00e4mpft das Schlechte und bef\u00f6rdert das Gute, besonders die N\u00e4chstenliebe. Der Wohlstand des ganzen Gemeinwesens hebt sich durch die Verbreitung des wahren Christentums. Machthaber, welche die gl\u00e4ubigen Christen nicht sch\u00e4tzen, sondern gar bek\u00e4mpfen, schneiden sich in ihr eigenes Fleisch und werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Folgen solchen Verhaltens zu schmecken bekommen. Dagegen wird jede Regierung, welche Gottes Kinder deckt und f\u00f6rdert, selbst den Segen und Gewinn davon haben. Wohl allen Obersten im Lande, die sich zu wahren Gottesknechten freundlich stellen (Ps 101)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 264-267).<\/p>\n<p>V. 32-34: \u201eDem Unternehmen des Demetrius ging es \u00e4hnlich wie dem Turmbau zu Babel (1Mose 11,1-9). Es endet in Verwirrung. Ist nicht das wilde Durcheinander von Stimmen in unserem Text ein Abbild von dem Durcheinander unserer Welt? Schreien nicht da auch \u201aetliche so, etliche etwas anderes\u2018? Geht es nicht in den verschiedensten Gebieten der Politik, des Wirtschaftslebens, ja, auch bei mancher \u00e4u\u00dferen Bauger\u00fcstarbeit im Reich Gottes oft \u00e4hnlich zu? Wo Seelen sich nicht von Christi Geist regieren lassen und unter Gott stehen, kommt Derartiges oft vor. In dieser Verwirrung wussten nun die meisten gar nicht, worum es sich eigentlich hier handele. Diese Unklarheit der Menge kann uns eine doppelte Lehre geben.<br \/>\n* Sie mahnt uns zur Vorsicht bei der Beteiligung an \u00f6ffentlichen Versammlungen, deren Ziel wir nicht genau kennen: Hier haben viele Leute ohne ihr Wissen eine gute Sache bek\u00e4mpft und eine schlechte gef\u00f6rdert. H\u00e4tte man sie gefragt, ob sie denn wirklich die gesegnete Arbeit des Paulus unterdr\u00fccken und dem geldgierigen Demetrius behilflich sein wollten, so w\u00fcrden viele dies sicherlich verneint haben. Aber durch ihr Kommen und Mitlaufen st\u00e4rkten sie die Protestversammlungen gegen Paulus und mehrten die gegen seine Arbeit gerichtete Unruhe (2Sam 15,11).<br \/>\n* Sodann lasst uns vorsichtig sein im Urteil \u00fcber die irregeleiteten Volksmassen: Nicht alle Mitbeteiligten an diesem Aufruhr waren im innersten Herzen Feinde des Evangeliums. Der gr\u00f6\u00dfte Teil bestand aus unklaren Mitl\u00e4ufern. Diese d\u00fcrfen wir nicht den bewussten Feinden Christi gleichstellen. Wir w\u00fcrden ihnen unrecht tun. Lasst uns also Vorsicht im Beteiligen und im Urteil \u00fcber den Beteiligten \u00fcben (Mt 7,1-3; Lk 23,34)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 267f).<\/p>\n<p>C) Bedr\u00e4ngnis &#8211; der \u00fcberraschende Abbruch (V. 35-40)<\/p>\n<p>V. 35-40: \u201eWir lauschen hier der Ansprache eines Weltmenschen, eines hohen Beamten der Stadt Ephesus. Auch von solchen k\u00f6nnen Christen etwas lernen. Die Lage des Kanzlers war nicht ganz einfach. Es galt, die erregte Volksmasse wieder in ruhige Bahnen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ein einziges, unweises Wort h\u00e4tte die Volksleidenschaft neu entfesseln und unberechenbaren Schaden anrichten k\u00f6nnen. Auf der einen Seite musste er jede unn\u00f6tige Sch\u00e4rfe vermeiden, auf der anderen die n\u00f6tige Festigkeit zeigen. Es gelang ihm, seine Aufgabe zu erf\u00fcllen. Die weise Ansprache des Kanzlers kann allen, welche andere von einem falschen Weg zur\u00fcckbringen m\u00f6chten, drei Hinweise geben:<br \/>\n* Bevor er tadelt, lobt er: Ehe er das unrichtige Verhalten des Volkes r\u00fcgte, sprach er zuerst einige anerkennende Worte. Er lobt ihren religi\u00f6sen Eifer in der Dianaverehrung. Im Sinne jenes Heiden war dies etwas Gutes. Damit verschaffte er sich Eingang und machte die Herzen williger, nachher ein tadelndes Wort anzunehmen. Hier wollen wir etwas lernen. Selbstredend verwerfen wir jedes unwahrhaftige Schmeicheln und Buhlen um die Gunst der Zuh\u00f6rer. Aber bei aller Wahrhaftigkeit gilt es auch zart vorzugehen im Behandeln von irregeleiteten Seelen. Wir d\u00fcrfen sie f\u00fchlen lassen, dass wir gern alles Anerkennenswerte bei ihnen gelten lassen. Auch Jesus hat in den Sendschreiben erst gelobt, bevor er tadelte (Offb 2,2f.13.19).<br \/>\n* Er spricht seinen Tadel in der mildesten Form aus: Die Worte des Kanzlers enthielten einen scharfen Tadel f\u00fcr die versammelten Epheser. Er setzte ihnen klar auseinander:<br \/>\na) Euer Verhalten ist unvern\u00fcnftig. Jedermann wei\u00df ja l\u00e4ngst, dass die hiesige Bev\u00f6lkerung die G\u00f6ttin Diana eifrig verehrt, also ist diese Kundgebung ganz zwecklos.<br \/>\nb) Dies Benehmen ist ungerecht, denn die gewaltsam hergebrachten Anh\u00e4nger der christlichen Religion sind Leute, denen man nichts Schlimmes zur Last legen kann.<br \/>\nc) Endlich ist eure Handlungsweise ungesetzlich, weil ihr nicht den vorgeschriebenen Beschwerdegang bei den geordneten Beh\u00f6rden eingeschlagen habt. So seid ihr in strafbarem Gegensatz zu den r\u00f6mischen Gesetzen. Diese Vorw\u00fcrfe warf aber der Redner der Menge nicht einfach an den Kopf. Er sprach sie gar nicht direkt aus. Sie liegen nur in seiner sachlichen Darlegung des ganzen Vorkommnisses enthalten. Man sieht: Der vorsichtige Kanzler h\u00fcllt die bittere Pille, die er eingeben muss, so ein, dass sie leichter angenommen wird. W\u00fcrde er die Leute sp\u00f6ttisch und scharf behandelt haben, so h\u00e4tte er ihre Empfindlichkeit und ihren Nationalstolz wachgerufen, sie gekr\u00e4nkt und nichts erreicht. Nun aber bringt er mit dieser Milde und Zartheit in der Form seiner R\u00fcge die Volksmenge zur Erkenntnis ihres Irrtums. Sie lassen sich diese Worte gefallen und gehen bereitwillig auseinander. Lasst uns beim Strafen behutsam werden in der Form und hierin gern von dem Kanzler lernen. Wenn die menschliche Bildung eines Heiden solche Weisheit verleihen kann, sollte die Schule des Geistes Gottes dieses nicht auch verm\u00f6gen (Mt 7,3-5; Gal 6,1; Ps 141,5)?<br \/>\n* Der Kanzler schlie\u00dft sich selbst mit ein bei seinen Worten: Ein W\u00f6rtlein des Kanzlers kann uns &#8211; wenn wir es in der rechten Weise brauchen &#8211; den Eingang in viele Herzen \u00f6ffnen. Es ist das W\u00f6rtlein \u201awir\u2018 (\u201awir stehen in Gefahr\u2018 der Anklage). Der Kanzler schlie\u00dft sich durch dieses Wort ganz mit dem fehlenden Volk zusammen. Er hebt die Gemeinsamkeit im Tragen der entstehenden Schwierigkeiten hervor. Er h\u00e4tte ja sagen k\u00f6nnen: \u201aEuch wird es schlecht gehen, wenn der r\u00f6mische Statthalter eine Untersuchung einleitet. Ihr werdet sehen, was dann f\u00fcr Freiheitseinschr\u00e4nkungen \u00fcber euch verf\u00fcgt werden\u2018 und dergleichen. Das tat er nicht. Vielmehr lie\u00df er als Stadtoberhaupt, obgleich er selbst unschuldig war, die Leute f\u00fchlen: Wir geh\u00f6ren zusammen. Etwaige Folgen treffen uns gemeinsam. Er stellte sich also nicht hoch \u00fcber die Zuh\u00f6rer und weit abseits von ihnen, sondern mitten unter sie. Damit gibt er allen denen, die S\u00fcnder vom Irrweg bekehren m\u00f6chten, einen recht sch\u00f6nen Hinweis. Lasst uns doch (nicht aus diplomatischer Schlauheit, um etwas zu erreichen, sondern) aus wahrer Herzensdemut die Kunst lernen, uns mit den allerverirrtesten Menschen zusammenzuschlie\u00dfen. Dann wird Gott unseren Dienst segnen k\u00f6nnen. In dieser Hinsicht nehmen wir auch den heidnischen Kanzler von Ephesus gern als unseren Lehrmeister an (Eph 4,15; R\u00f6m14,19; Gal 6,10).<\/p>\n<p>Der Prophet Jeremia hat einmal sein Volk zu einem lehrreichen Vergleich aufgefordert. Israel sollte den G\u00f6tzendienst fremder V\u00f6lker aufmerksam beobachten und dann die Treue der Heiden gegen ihre G\u00f6tter mit seiner eigenen Untreue gegen den lebendigen Gott vergleichen (Jer 2,10-12). Diese Zusammenstellung war f\u00fcr Israel ersch\u00fctternd und besch\u00e4mend. Eine \u00e4hnliche Vergleichung k\u00f6nnte unserem Christenvolk durch obige Worte des Kanzlers nahegelegt werden. Die Stadt Ephesus war, wie wir hier vernehmen, allenthalben als eifrige Pflegerin der Diana wohlbekannt. Sie hielt ihr nach alter Sage vom Himmel gefallenes Bild hoch in Ehren. Wenn nun Israel sich durch den heidnischen G\u00f6tzendienst besch\u00e4men lassen sollte, so d\u00fcrfen wir sicherlich beim Anblick dieses eifrigen Dianakultus auch einen Ansporn empfangen. Der Dianadienst der Epheser war weit und breit bekannt. Nicht immer kann man dies von unserem Christentum sagen. Wie selten empf\u00e4ngt eine Gemeinde das Zeugnis: \u201aVon euch ist erschollen das Wort des Herrn; &#8230; an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden\u2018 (1Thess 1,8). Die Epheser gerieten in Eifer, wenn ihrer G\u00f6ttin Abbruch geschah. Sollten wir nicht entbrennen, wo die Ehre des Herrn angetastet wird! Und wenn ein h\u00e4ssliches, nur der Sage nach vom Himmel gefallenes G\u00f6tzenbild so ehrfurchtsvoll dort gepflegt wurde, wie sollten wir das in Wahrheit vom Himmel gekommene \u201aEbenbild des unsichtbaren Gottes\u2018 (Kol 1,15), unsern hochgelobten Heiland, mit ganz anderer Liebe verehren. Die eifrigen Pfleger der G\u00f6ttin Diana m\u00f6gen uns zum Ansporn in rechtem christlichem Eifer werden\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 272-275).<\/p>\n<p>\u201eDer Schlusssatz dieses Kapitels zeigt uns das Bild einer auseinandergehenden Volksmenge. Die besonnene Ansprache des Kanzlers hatte den gew\u00fcnschten Erfolg. Die Richtigkeit seiner Worte wurde eingesehen. Das Volk leistete seiner Aufforderung Folge, nahm von jeder weiteren Kundgebung Abstand und ging wieder auseinander. Der Anblick dieses sich zerstreuenden Haufens kann uns drei Lehren geben:<br \/>\n* Wir wollen die Furcht vor allen gro\u00dfen Bewegungen gegen die Sache Jesu ablegen. Mit diesem Auseinandergehen verlief die ganze Bewegung gegen Paulus im Sand. Gro\u00dfm\u00e4chtig hatte sie angefangen. Anfangs schien es, als ob sie die ganze Stadt mit sich fortrei\u00dfen wollte. Eine Zeitlang schien sie zu triumphieren und das Werk Gottes zu verschlingen. Aber nach kurzer Zeit war von der ganzen Sache, die so viel von sich reden gemacht hatte, nichts mehr zu sehen. So gef\u00e4hrlich sie anfangs aussah, so ungef\u00e4hrlich war der Verlauf und das wirkliche Endergebnis. Dies st\u00e4rkt uns den Mut und den Glauben. Die H\u00f6lle sperrt oft ihr Maul auf wie der Drache nach dem Kindlein (Offb 12,4). Aber verschlingen kann sie es doch nicht. Demetrius kann wohl alle Silberarbeiter von Ephesus mit Zorn erf\u00fcllen. Aber zuletzt muss er besch\u00e4mt abziehen und noch einen Tadel von seiner Beh\u00f6rde mitnehmen. Gott deckt sein Volk gegen die Armeen des Satans. Er sch\u00fctzt seinen Weinstock, den seine Rechte gepflanzt hat, und den er sich fest erw\u00e4hlt hat (Ps 80,16; Ps 76,11).<br \/>\n* Sodann lehrt uns dieser Anblick den Wert einer geordneten Obrigkeit sch\u00e4tzen. Gott hat hier das Leben und die Arbeit des Paulus durch einen heidnischen Kanzler gesch\u00fctzt, der dem w\u00fctenden Treiben des Demetrius und seines Anhangs Einhalt gebot. Ohne dieses Eingreifen h\u00e4tten die Feinde den J\u00fcngern Jesu noch manchen Schaden zuf\u00fcgen k\u00f6nnen. So aber durften diese im Frieden Gott dienen. Lasst uns f\u00fcr jede Obrigkeit dankbar sein, welche die Guten sch\u00fctzt und dem B\u00f6sen wehrt, und lasst uns betende H\u00e4nde f\u00fcr sie aufheben (1Tim 2,1-4).<br \/>\n* Durch den Misserfolg des Demetrius tritt der Erfolg des Paulus in um so helleres Licht. Als alles Geschrei zum Ruhm der Diana verstummen musste, ging die Predigt von Christus weiter. Die Bewegungen, welche von unten stammen, m\u00fcssen einmal ein Ende nehmen. Aber das vom Geist Gottes entz\u00fcndete Feuer geht weiter (Ps 118,15f). Wohl allen, die sich der g\u00f6ttlichen und nicht der widerg\u00f6ttlichen Bewegung anschlie\u00dfen\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 276f).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eGemeindeverfolgung\u201c.<br \/>\n\u201ePaulus hatte ja gar keinen Boykott der Silberschmiede organisiert. Er predigte nur einfach: \u201aWas mit H\u00e4nden gemacht ist, das sind keine G\u00f6tter\u2018. Aber die Folge der Bekehrung hat Auswirkungen. [\u2026]. Die \u00c4nderung des Lebensstils fiel auf, weil Christen \u201anein\u2018 sagen und \u201anein\u2018 praktizieren. Das deckt den wunden Punkt bei uns Christen heute auf. Wir haben vergessen, dass das Ja zu Jesus immer ein Nein zum G\u00f6tzendienst ist, Wir haben ein Christentum entwickelt, das sich marktgerecht verh\u00e4lt. Wir kaufen, was das Herz begehrt. Was wir kaufen, das verr\u00e4t, wo unsere G\u00f6tzen sitzen. [\u2026]. Christen haben in dieser Welt nur so lange Ruhe, wie sie nicht \u201anein\u2018 praktizieren. [\u2026]. Wir geh\u00f6ren entweder zur Gemeinde der verf\u00fchrten G\u00f6tzenanh\u00e4nger oder zur Gemeinde des gekreuzigten Herrn. Nur wo Gemeinde gesammelt wird, ist der lebendige Gott am Werk, und das ist Kampf. Wir k\u00f6nnen uns leider darauf verlassen. Aber scheuen wir den Bruch nicht\u201c (Ulrich Parzany).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Auf Kurs bleiben \u2013 in Bedr\u00e4ngnis:<br \/>\na) Der unvermeidliche Ausbruch (V. 21-27<br \/>\nb) Der \u00fcberw\u00e4ltigende Aufbruch (V. 28-34)<br \/>\nc) Der \u00fcberraschende Abbruch (V. 35-40)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischen ZeitenPredigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; in Bedr\u00e4ngnis Bibelstelle: Apostelgeschichte 19, 21-40 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren. 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