{"id":1710,"date":"2010-06-01T13:05:21","date_gmt":"2010-06-01T11:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=531"},"modified":"2010-06-01T13:05:21","modified_gmt":"2010-06-01T11:05:21","slug":"predigthilfe-vom-6-6-2010-apostelgeschichte-18-1-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-6-6-2010-apostelgeschichte-18-1-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 6.6.2010 &#8211; Apostelgeschichte 18, 1-17"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischen Zeiten<br \/>Predigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; trotz Widerstand<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 18, 1-17<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Die Sommermonate \u00fcber (Juni-August) h\u00f6ren wir miteinander auf das Wort Gottes aus der Apg 18-23. Unser Thema wird sein: \u201eKurs halten in st\u00fcrmischer Zeit\u201c. Wir wollen entdecken wie sich das Evangelium auf der einen Seite trotz viel Gegenwehr ausbreitet und wie die Gemeinde trotz viel Widerstande nach dem Evangelium lebt. Eine Situation, die der unseren an vielen Stellen vergleichbar ist und wir uns auch fragen m\u00fcssen: Wie k\u00f6nnen wir den Kurs Jesu beibehalten? Als erstes gilt es zu entdecken, dass trotz allem Widerstand (= Predigtthema) unser Herr mit keiner Situation \u00fcberfordert ist. Was wir vordergr\u00fcndig sehen, und was im Verborgenen geschieht sind zwei ganz verschiedene Welten. Zur F\u00fchrung Gottes haben wir aber nur im Glauben Zugang und nicht im Schauen (beachte: 2Kor 5,7 \u2013 vgl. hierzu Apg 18,9-11 mit 18,12-17).<\/p>\n<p>\u201eIn Apg 18 wird uns erz\u00e4hlt, wie es Paulus in Korinth erging. Nach schweren Auseinandersetzungen zieht er in das Haus des Titius Justus um. Es ist eine \u00e4u\u00dferst lebhafte Szene: hier Streit und Kampf, dort aber Menschen, die zum Glauben kommen und sich taufen lassen. Wiederum ergeht die g\u00f6ttliche Vision in der Anfechtung. In diesem Bericht begegnet uns Paulus in dreifacher Weise.<br \/>\n* Paulus begegnet uns als Zeitgenosse, der an unterschiedlichen Orten seine Gespr\u00e4chsbereitschaft und Gespr\u00e4chsf\u00e4higkeit beweist: Mit den Athener Philosophen vermag er ebenso zu reden wie mit den Gesch\u00e4ftsleuten von Ephesus und den vom modernen Lifestyle gepr\u00e4gten Bewohnern der Hafenstadt Korinth. Er versteht es, das Evangelium in die neue Gespr\u00e4chssituation einzupassen, ohne es anzupassen. Er ist Zeitgenosse.<br \/>\n* Paulus begegnet uns als Zeltmacher. Er ist also ein Apostel, der seine Br\u00f6tchen nicht durch das Predigen verdient. Als Zeltmacher lebt er von seinem Handwerk. Als Zeltmacher kauft er Material von armen H\u00e4ndlern und verkauft seine Produkte an die etwas Reicheren. Paulus ist nicht Berufschrist, sondern Christ im Beruf. Und die ganz normalen Kontakte seines Berufes bringen ihn mit vielen Menschen ins Gespr\u00e4ch. Ich halte das immer noch f\u00fcr das eigentlich angemessene Modell: Wir brauchen Christen im Beruf mehr als Berufschristen. [\u2026]. Zwei Anmerkungen dazu: Zum einen wird es in Zukunft mehr denn je darauf ankommen, dass die Hauptamtlichen, die es noch geben wird, alles daran setzen, die Ehrenamtlichen zu st\u00e4rken, zu schulen, zu begleiten, zu selbst\u00e4ndigem Dienst anzuleiten. Zum anderen halte ich es auch f\u00fcr wahrscheinlich, dass wir zunehmend theologisch ausgebildete Christen haben, die ihren Lebensunterhalt anders als durch gemeindliche Alimentierung verdienen.<br \/>\n* Paulus begegnet uns drittens als Zeuge. Das ist der entscheidende Punkt in diesem Kapitel. &#8218;F\u00fcrchte dich nicht&#8216;, sagt der Herr in der Nacht zu Paulus, &#8217;sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein gro\u00dfes Volk in dieser Stadt&#8216;.&#8220; (nach Prof. Michael Herbst).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Werner de Boor. Die Apostelgeschichte. Wuppertaler Studienbibel. 7. Aufl. Wuppertal: R. Brockhaus, 1980. S. 324-332.<br \/>\n* James Anderson. Apostelgeschichte \u2013 Was die Bibel lehrt Bd. 5. Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft, 1996. S. 257-264.<br \/>\n* Heinz-Werner Neudorfer. Apostelgeschichte 2.Teil. Edition C-Bibelkommentar Bd. 9. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1990. S. 169-178.<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Predigt empfehlen wir das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der textbezogenen Predigt mit praktischen Anwendungen von Wolfgang Nestvogel mit dem Titel \u201eGnade f\u00fcr Korinth\u201c (Predigt vom 15.11.2009 unter http:\/\/begh.podspot.de\/?page=7).<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen zu unserem Text k\u00f6nnen wir dem 1Kor entnehmen:<br \/>\n* Vgl. V. 2f mit R\u00f6m 16,3f (Aquila + Priszilla zeigen gro\u00dfe Mobilit\u00e4t \u2013 bringen vollen Einsatz und haben ein offenes Haus)<br \/>\n* Vgl. V. 4f mit 1Kor 2,1-5 (Verk\u00fcndigung beinhaltet: miteinander reden [dialegomai] \u2013 eindringlich reden [peitho = \u00fcberreden \/ \u00fcberzeugen] \u2013 pers\u00f6nlich reden [diamartyromai = Zeugnis ablegen \/ bezeugen])<br \/>\n* Vgl. V. 6 mit 1Kor 4,1f<br \/>\n* Vgl. V. 8b mit 1Kor 1,26-31 und mit Apg 18,11+18a<br \/>\n* Vgl. V. 12-17 mit 1Kor 4,3-5<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Text- und Predigtanmerkungen stammen aus Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. Herausgegeben von Arno Pagel. 7. Aufl. Lahr: VLM, 1996. S. 209-228.<\/p>\n<p>\u201eWann reiste Paulus von Athen ab? Unser Text antwortet: \u201aDanach\u2018, d.h. nach den zuvor genannten Ereignissen, nach seiner Rede auf dem Areopag, nach der Gewinnung etlicher Seelen f\u00fcr den Heiland. Erst war auch in dieser Stadt, trotz ihrer besonderen Schwierigkeiten, ein Werk geschehen, das f\u00fcr die Ewigkeit Bestand hatte. Erst war ein Segen entstanden, den keine H\u00f6llenmacht zerst\u00f6ren konnte. Dann reiste er ab [\u2026].<br \/>\nWie reiste Paulus ab? Die Art seiner Abreise von Athen unterschied sich wesentlich von den vorhergehenden Abreisen. Von den drei letzten Missionsstationen war Paulus mehr oder weniger dem Druck einer Verfolgung gewichen. In Philippi bat ihn die Beh\u00f6rde, die Stadt zu verlassen (16,39). In Thessalonich und Ber\u00f6a \u201afertigten ihn die Br\u00fcder ab\u2018 (17,10+14). Er muss sich dort durch die Flucht weiteren Schwierigkeiten und Gefahren entziehen. Hier in Athen aber war es zum ersten Mal wieder eine Abreise, wo er nicht gedr\u00e4ngt wurde und fliehen musste, sondern nach eigener Entschlie\u00dfung gehen konnte. Wie freundlich verteilt doch der Herr die Lasten und Erquickungen im Leben seiner Knechte. Hier in Athen gab es, soweit wir sehen, weniger Erfolg, daf\u00fcr aber eine leichtere und ungehinderte Abreise. So wird Gott auch in unserem Leben Erleichterungen und Lasten recht zu verteilen wissen.<br \/>\nWohin reiste Paulus ab? \u201aEr kam gen Korinth\u2018, wo neue Arbeit seiner wartete. Es ging bei ihm von einer Segenswirksamkeit in die andere. Er kaufte seine Erdenzeit gut aus\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 209f).<\/p>\n<p>A) Trotz Widerstand &#8211; auf Jesus hinweisen (V. 1-6)!<\/p>\n<p>V. 2: \u201eIn Korinth angekommen, durfte Paulus bald erfahren, dass Gott seinen Weg daselbst bahnte. Er fand das richtige Haus, in dem er wohnen (V. 2), die richtige Arbeit, mit der er sich ern\u00e4hren (V. 3), und die richtige Gemeinschaft, an der er sich erquicken durfte (V. 5). Wir bleiben zuerst bei dem Haus stehen, in das er einkehrte. \u201aEr fand einen Juden mit Namen Aquila\u2018. Ein Blick in die Lebensgeschichte dieses Mannes ist sehr lehrreich. Er war Zeltweber (Luther: \u201aTeppichmacher\u2018) in Rom. Wie er damals als Gesch\u00e4ftsmann innerlich stand, wissen wir nicht. Aber ein anderes wissen wir: Mitten im Gesch\u00e4ftsleben traf ihn pl\u00f6tzlich ein harter Schlag, n\u00e4mlich der kaiserliche Ausweisungsbefehl, der alle Juden aus Rom vertrieb. Wie manchen Seufzer mag dieser Befehl dem Aquila und seiner Frau Priscilla ausgepresst haben! Gerade jetzt, wo sich eine Anzahl von Landsleuten in der Hauptstadt zusammengefunden hatten! Gerade jetzt, wo sie in diesem Beruf hier ihr Auskommen und ihren guten Verdienst zu finden hofften! Jetzt sollen sie pl\u00f6tzlich alles verlassen und auswandern! Beide werden die niederschmetternde Stunde, in der dieser Befehl ankam, niemals im Leben vergessen haben. Aber still! Gerade durch diesen schweren Schlag kamen sie nach Korinth und wurden mit Paulus zusammengef\u00fchrt! Gerade auf diesem Weg wurde ihr Leben besonders gesegnet und f\u00fcr die Ewigkeit fruchtbar. Es kam die Stunde, wo sie Gott danken konnten f\u00fcr jenen schrecklichen Befehl des Kaisers in Rom. Was sagt uns dies? \u00dcber dem Kaiser, \u00fcber allen freundlichen oder feindlichen Menschen steht Gott, der alles zu seinem herrlichen Ziel lenkt, zum Besten seiner Auserw\u00e4hlten. Ihm lasst uns trauen, auch wenn in unser Leben Stunden hereinbrechen, wo alle Pl\u00e4ne vernichtet am Boden liegen und wir ganz zerschmettert dastehen (Ps 4,4; 42,6; Hebr 10,35)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 210f).<\/p>\n<p>V. 3: \u201eEs gibt Leute, die lieber in \u00f6ffentlichen Versammlungen andere ermahnen, als daheim im eigenen Haus das Christentum vorleben. Paulus geh\u00f6rte nicht zu diesen. Er predigte nicht nur auf dem Areopag vor gro\u00dfer Volksmenge in gewaltiger Rede, sondern wurde auch im Hause, wo man ihn im Alltagsleben und in der Handwerkssch\u00fcrze beobachtete, zum reichen Segen. Das sehen wir in Korinth. Hier wurde er nicht nur allerlei Leuten dieser Stadt, sondern vor allen Dingen seinen Hausgenossen zum reichen Segen. Gerade bei ihnen lie\u00df er eine Segensspur zur\u00fcck, die sich weithin fortsetzte. Aquila und Priscilla, bei denen Paulus einkehrte und arbeitete, wurden gl\u00e4ubige Christen. Ob dies fr\u00fcher oder sp\u00e4ter geschah, wissen wir nicht. Aber ihr Leben beweist, dass sie die k\u00f6stliche Perle fanden, die sie f\u00fcr allen Verlust der Vergangenheit tausendfach entsch\u00e4digte. Ein enges Freundschaftsband verbindet sie fortan mit Paulus. Sie begleiten ihn nach Ephesus. Dort werden die durch Paulus Gesegneten wieder einem anderen zum Segen, n\u00e4mlich Apollos. Und dieser durch Aquila und Priscilla gesegnete Paulus wurde wiederum Scharen anderer Menschen zum Segen, indem er in Achaja mit seinen Gaben diente.  Wie wichtig kann eine einzelne Segensspur sein, die sich fortsetzt bis in die Ewigkeit! Man sage ja nicht, dass der Segen, den ein stiller Wandel im Hause nach sich zieht, geringer anzuschlagen sei als der einer \u00f6ffentlichen Wirksamkeit. Die Ewigkeit mag einst das Gegenteil offenbar werden lassen!<br \/>\nDie Arbeit am Handwerk schadet der W\u00fcrde des Apostels nicht: Wir wollen heute Paulus in der Handwerksstube besuchen. Wir schauen ihn an, wie er sein t\u00e4gliches Brot mit seiner H\u00e4nde Arbeit verdient. F\u00fcrs erste will uns dieser Anblick stutzig machen. Wir sind versucht zu meinen, eine solche Besch\u00e4ftigung passe nicht zu dem gro\u00dfen Gottesmann. Die W\u00fcrde eines Apostels und die Handwerkersch\u00fcrze scheinen nicht recht vereinbar zu sein. Aber wie ist es denn in Wahrheit? H\u00e4ngt etwa die apostolische W\u00fcrde irgendwie an \u00e4u\u00dferer Kleidung und Besch\u00e4ftigung? Wir sagen: Nein! Es kann jemand \u00e4u\u00dferlich in Dreck und Schmutz arbeiten und dabei vor Gott stehen und wandeln. Ein anderer kann in feierlichem Amtskleid einhergehen und dabei stolz oder geizig gesinnt sein. In solchem Fall ist ersterer viel w\u00fcrdiger, ein Zeuge Christi zu sein als letzterer. Nicht die Arbeit entw\u00fcrdigt, sondern nur die S\u00fcnde. Lasst uns niemals denken, dass die W\u00fcrde eines Gottesknechtes von solch \u00e4u\u00dferen Dingen abhinge. Der Anblick des Zelte-machenden Paulus soll uns von diesem Irrtum befreien (Am 7,14f)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 211f).<\/p>\n<p>V. 4f: \u201eLasst uns beachten, wo, wie und wen Paulus in Korinth lehrte.<br \/>\n* Der Ort seiner Lehrt\u00e4tigkeit ist wieder die Synagoge (Schule). Seine \u00fcblen Erfahrungen mit diesem Platz hatten sich in der vergangenen Zeit mannigfach vermehrt (17,1.5.13). Aber seine Liebe blieb unver\u00e4ndert, seine Geduld lie\u00df nicht nach, da zu wirken, wo er seine Br\u00fcder nach dem Fleisch am besten erreichen konnte. Er bleibt uns auch darin vorbildlich (Spr 24,29).<br \/>\n* Die Art seiner Belehrung war keine trockene, kalt lassende. Es war ein \u201aBelehren und \u00dcberreden\u2018 (Luther: \u201aBereden\u2018). Die Zuh\u00f6rer merkten unter den Worten des Paulus bald, dass ihnen eine heilige, g\u00f6ttliche \u00dcberredungsmacht nahetrat (Jer 20,7;Apg 26,28). Gottes Wort und Gottes Geist wirkten \u00fcberzeugend, und solche \u00dcberzeugung l\u00e4sst nicht gleichg\u00fcltig, sondern treibt zur Entscheidung f\u00fcr oder gegen Christus. Auch heute noch verbindet die rechte Wortverk\u00fcndigung ein &#8222;Belehren und ein \u00dcberreden&#8220;. Beim Belehren allein w\u00fcrde einseitig Kopf und Verstand gef\u00fcllt werden. Beim \u00dcberreden allein ohne Belehrung w\u00fcrde die Grundlage fehlen und keine Kraft gegeben sein, den g\u00f6ttlichen Weg zu gehen.<br \/>\n* An wen wandte sich die Belehrung des Paulus? Sie wandte sich an alle, an \u201aJuden und Griechen\u2018. Wie er keinen einzigen Feiertag vor\u00fcbergehen lie\u00df, wo er nicht Christus verk\u00fcndigte (\u201aauf alle Sabbate\u2018), so wollte er auch keine einzige Seele ohne dieses Gotteswort lassen. Jene falsche Engherzigkeit, nach der sich der Ruf zum Gottesreich nur an die Nachkommen Abrahams wenden sollte, war von ihm l\u00e4ngst abgetan. Sein Herz war weit und wollte jeden Volksstamm, Juden wie auch Griechen, mit Jesus bekanntmachen.<\/p>\n<p>Welch ein herrliches Ding ist es doch um ein lebendiges Zeugnis vor der Gemeinde. Unser Text zeigt uns die Quelle, den Inhalt und ein wichtiges Bef\u00f6rderungsmittel solchen Zeugendienstes.<br \/>\n* Woher stammt der heilige Zeugendrang des Paulus? Etwa aus seiner nat\u00fcrlichen Begabung? Oder aus seiner Gelehrsamkeit? Keines soll verachtet werden. Aber die wahre Quelle eines durchschlagenden Zeugnisses ist eine andere. Gottes Geist war es, der Paulus zum Zeugen dr\u00e4ngte (\u201adrang Paulus der Geist\u2018). Nur der, welcher diese Quelle kennenlernt, wird Gottes Wort im rechten Segen verk\u00fcndigen k\u00f6nnen (vgl. 1,8).<br \/>\n* Welches war der Inhalt seines Zeugnisses? Paulus war sicherlich kein einseitiger Mann. Er kannte die Tiefe und die Mannigfaltigkeit der Schrift wie kaum ein anderer. Er verhehlte auch seinen Zuh\u00f6rern nichts, was da n\u00fctzlich ist (20, 20). Und doch hatte sein Zeugnis nur einen Inhalt: \u201aEr bezeugte Jesus, dass er der Christus sei\u2018. So war es bei seinem ersten Auftreten in Damaskus: \u201aAlsbald predigte er Christus\u2018 (9,20). So h\u00f6rte man ihn in Jerusalem: \u201aEr predigte den Namen des Herrn Jesu frei\u2018 (9, 28). So war und blieb es bei ihm, ob er in seiner Heimat oder in anderen L\u00e4ndern, ob er vor Juden oder Heiden Gottes Wort verk\u00fcndigte (13,39; 16,31; 17,3; 19,4). Der rechte Zeugendienst hat auch heute noch diesen Inhalt, den er damals hatte bei Paulus.<br \/>\n* Wie wird der heilige Zeugendrang bef\u00f6rdert? Gewiss gibt es manche Bef\u00f6rderungsmittel hierf\u00fcr, vor allem das anhaltende Gebet (14,23), das rechte Forschen im Wort Gottes (1Tim 4,13), die Tr\u00fcbsal (2Kor 1,4) und dergleichen mehr. Aber lasst uns jetzt auf ein wichtiges Mittel achten, das unser Text zeigt! Das Wiederzusammentreffen mit Silas und Timotheus f\u00fcllt Paulus mit neuem Feuer, neuer Kraft und Freudigkeit, weiter zu wirken im heiligen Zeugendienst. Was m\u00f6gen das f\u00fcr k\u00f6stliche Stunden gewesen sein, in denen diese beiden Mitarbeiter dem Paulus von dem Fortgang der Arbeit in Ber\u00f6a usw. erz\u00e4hlten. Das st\u00e4rkte den Apostel. Diese Erquickung einer von Gott geschenkten Gemeinschaft mit solchen M\u00e4nnern tat ihm wohl und belebte seine Arbeit. Wir merken es auch aus seiner eigenen Erz\u00e4hlung (1Thess 3,1-8), wie erfrischend solches Zusammentreffen mit all den Nachrichten auf seinen ganzen Dienst wirkte. Lasst uns auch dieses Mittel nie gering anschlagen, sondern dankbar benutzen, wo Gott es uns gibt\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 214-217).<\/p>\n<p>V. 6: \u201eDurch die ausbrechende Feindschaft gen\u00f6tigt, verlie\u00df Paulus die Synagoge zu Korinth, um in einem benachbarten Haus seine Missionsarbeit fortzusetzen. Beim Scheiden konnte er sagen, dass er rein (n\u00e4mlich rein von Schuld und Verantwortung) von ihnen gehe. Nicht jeder der sich irgendwo trennt und lossagt, darf ihm diese Worte nachsprechen. Es gibt Trennungen, durch die ein Mensch gro\u00dfe Schuld und Verantwortung auf sich l\u00e4dt, weil er unn\u00f6tige Zerrissenheit vermehrt und nachteilige Folgen f\u00fcr den Fortgang des Reiches Gottes verursacht.<br \/>\nWarum war diese Trennung rein und Gott wohlgef\u00e4llig?<br \/>\n* Weil sie mit dem Wort Gottes \u00fcbereinstimmte. Jesus hatte seinen J\u00fcngern bei der Aussendung geboten: \u201aWo euch jemand nicht anh\u00f6ren noch eure Rede h\u00f6ren wird, so gehet heraus und sch\u00fcttelt den Staub von euren F\u00fc\u00dfen\u2018 (als Zeichen der v\u00f6lligen Trennung, wo man auch das letzte St\u00e4ubchen des betreffenden Ortes von sich abtut. Mt 10,14; Lk 10,10f). Dieser Fall lag hier vor. Paulus handelte ganz in dem Sinn jener Worte Jesu.<br \/>\n* Die Verh\u00e4ltnisse zwangen Paulus zu dieser Trennung. Es war ihm durch das L\u00e4stern der Feinde v\u00f6llig unm\u00f6glich gemacht worden, das Evangelium noch weiter in der Synagoge zu verk\u00fcndigen. F\u00fcr ihn selbst, f\u00fcr erweckte Seelen und auch f\u00fcr seine Gegner h\u00e4tte ein l\u00e4ngeres Bleiben nur b\u00f6se Folgen haben k\u00f6nnen. Es w\u00e4re dadurch nur Streit und Widerw\u00e4rtigkeit vermehrt worden. Als stilles Friedenskind ging er lieber weg.<br \/>\n* Die sp\u00e4teren Folgen best\u00e4tigen die Richtigkeit seiner Trennung. W\u00e4hrend durch falsche Trennungen der Segen gehindert zu werden pflegt oder gar v\u00f6llig aufh\u00f6rt, wuchs und vermehrte er sich hier reichlich.<br \/>\nWenn jemand vor der Frage steht, ob er sich trennen oder lossagen solle, so pr\u00fcfe er doch sorgf\u00e4ltig, ob die biblischen Voraussetzungen zu einer Trennung so vorhanden sind, wie dies hier bei Paulus der Fall war\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 217f).<\/p>\n<p>B) Im Widerstand &#8211; auf Jesus h\u00f6ren (V. 7-11)!<\/p>\n<p>V. 7f: \u201eNach mancherlei Schwierigkeiten durfte Paulus in Korinth die gro\u00dfe Freude erleben, dass der Synagogenvorsteher Krispus zum Glauben an Jesus gelangte. Es ist immer eine Freude f\u00fcr J\u00fcnger Jesu, wenn ein neues Glied hinzukommt zum Volk Gottes (\u201aKrispus glaubte\u2018). Es ist eine zweifache Freude, wenn ein Mann von besonders wichtiger und einflussreicher Stellung f\u00fcr den Herrn gewonnen wird. (\u201aKrispus, der Oberste der Schule, glaubte\u2018). Am h\u00f6chsten wird diese Freude sein. wenn ein solcher Mensch mit seiner ganzen Familie ein Eigentum Jesu wird (\u201aKrispus glaubte mit seinem ganzen Hause\u2018). Diese dreifache Freude wurde dem Paulus und seinen Mitarbeitern durch die Bekehrung des Krispus geschenkt. Welch einen Eindruck muss doch dieses Ereignis damals auf die Juden von Korinth gemacht haben! Lasst uns einmal an die Wirkung denken, die von dem Anblick des Krispushauses ausging.<br \/>\n* Die widerstrebenden und l\u00e4sternden Feinde des Evangeliums (V. 6) werden dadurch in gesteigerte Wut und vermehrten Hass geraten sein, als sie sahen, wie diese &#8222;gef\u00e4hrliche Sekte&#8220; sogar unter ihren eigenen F\u00fchrern Boden gewann.<br \/>\n* Paulus selbst und seine Gesinnungsgenossen werden durch den gleichen Anblick inmitten ihrer K\u00e4mpfe und Anfeindungen m\u00e4chtig gest\u00e4rkt worden sein. Wie wichtig dem Paulus die Gewinnung des Krispus gewesen ist, beweist schon die Tatsache, dass er die Taufhandlung pers\u00f6nlich an ihm vollzog, was er sonst nicht zu tun pflegte (1Kor 1,14).<br \/>\n* Die Schwankenden, die von der Wahrheit innerlich \u00fcberzeugt waren, konnten durch dies Beispiel kr\u00e4ftig angespornt werden und Mut bekommen, voll und ganz auf die Seite Jesu zu treten. Gott erwecke sich an diesen und jenen Orten noch manchen Krispus, der mit seiner ganzen Familie gl\u00e4ubig wird (16,34; Jes 24,16)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 219f).<\/p>\n<p>V. 9f:<br \/>\n\u201ea) Die Siegesmacht: Das Leben des Paulus zeigt uns je und dann besondere Erquickungsstationen, wo Gott seinen Knecht mitten in dem vielen Leid, das er zu dulden hatte (9,16) , neu st\u00e4rkte (23,11; 27,23). Eine solche Erquickungsstation war auch das Nachtgesicht in Korinth. Hier sehen wir, wie Gott den Apostel in den ihn umringenden Anfeindungen (Vers 6) und Schwierigkeiten auf Siegesboden stellte. Er verlieh ihm zuerst eine Siegesmacht. Sie bestand in den Worten: \u201aIch bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden\u2018. Das Wort: \u201aIch bin mit dir\u2018, hat je und dann den Knechten Gottes eine entscheidende Macht verliehen. Als Mose vor den K\u00f6nig Pharao treten sollte, um eine h\u00f6chst unangenehme Forderung an ihn zu richten, gab ihm das Wort: \u201aIch will mit dir sein\u2018, die Kraft zur Ausrichtung dieser Aufgabe (2Mose 3,12; 4,12). Als Gideon mit seinen dreihundert Mann gegen die unz\u00e4hlbare midianitische Armee k\u00e4mpfen sollte, da war es wiederum dasselbe Wort, das ihn auf Siegesboden stellte (\u201aIch will mit dir sein, dass du die Midianiter schlagen sollst wie einen einzelnen Mann\u2018; Ri 6,16). Das W\u00f6rtlein: \u201aIch will mit dir sein\u2018, gibt \u00fcberall den Ausschlag. Wenn der Herr mit David ist, so kann weder ein kampfge\u00fcbter Goliath, noch ein eifers\u00fcchtiger Saul, noch sonst ein Feind irgendetwas gegen ihn machen (Ps 118,6-9; Hebr 13,6). Wenn der Herr mit Jakob ist, so kann weder Labans Zorn, noch Esaus Rachsucht ihm schaden (1Mose 31,3). Wenn der Herr zu Josua sagt: \u201aWie ich mit Mose gewesen bin, also will ich auch mit dir sein\u2018 (Jos 1,5; vgl. 11,17), so kann kein Feind vor ihm stehen und keine Festung ihn aufhalten. So war es auch bei Paulus in Korinth. Gewiss waren hier die Hindernisse und Schwierigkeiten durch seine eigene Schwachheit (1Kor 2,3), durch die S\u00fcnden der dortigen Gro\u00dfstadt (1Kor 6,9-11) und durch den Hass der feindlichen Juden besonders gro\u00df (V. 6). Aber wenn Gott mit einem Menschen ist, so kann er auf dem schwierigsten Arbeitsfeld getrost wirken.<br \/>\nb) Das Siegesmittel: Vor vielen Jahren gingen einige Br\u00fcder des Siegerlandes im Auftrag des Reisepredigervereins in einen damals noch ganz toten Landstrich jenes Kreises, den sogenannten \u201aFreien Grund\u2018. Sie versuchten, eine Versammlung abzuhalten, kamen aber wieder mit dem Bescheid: Der \u201aFreie Grund\u2018 ist wie Jericho bis an den Himmel vermauert. Die Antwort eines alten Bruders lautete: \u201aNun, dann soll auch das Rezept von Jericho da verschrieben werden. Wir m\u00fcssen die Posaunen des Evangeliums dort blasen\u2018. Jenes Rezept hat geholfen. Der \u201aFreie Grund\u2018 wurde ein besonders gesegnetes Ackerfeld. Das von jenem Bruder empfohlene Kampfmittel ist auch dasjenige unseres Textes. Korinth glich einer nicht einzunehmenden Festung. Hier halfen fleischliche Waffen gar nichts. Hohe Beredsamkeit, gl\u00e4nzende Gaben, alle Gelehrsamkeit der Welt scheitern an den Bollwerken der Finsternis, die solche Festungen stark machen. Nur eins hilft: In g\u00f6ttlichem Auftrag reden (\u201aDer Herr sprach: F\u00fcrchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht\u2018). Das Wort Gottes ist der Schleuderstein f\u00fcr den Goliath der Gottesfeindschaft. Dies ist das Siegesmittel, das Gott dem Paulus in die Hand gab (\u201aEr sa\u00df daselbst und lehrte sie das Wort Gottes\u2018, V. 11). In unserer Zeit werden oft allerlei Mittel empfohlen, um das Volk wieder zur Religion zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wir wollen gegen keines dieser Mittel irgendetwas sagen. Aber hervorheben wollen wir, dass im letzten Grunde nur ein Mittel hilft, n\u00e4mlich das lebendige Wort Gottes. Nur wo &#8222;geweissagt&#8220; wird, regen sich die Totengebeine (Hes 37, 1-7; Eph 6,17).<br \/>\nc) Das Siegesziel: Gott stellte Paulus ein ganz bestimmtes Siegesziel vor die Augen. Er versicherte ihn eines gewissen Erfolges. Er sagte ihm: \u201aIch habe ein gro\u00dfes Volk in dieser Stadt\u2018. Bis jetzt hatte Paulus zu f\u00fchlen bekommen, dass Satan ein gro\u00dfes Volk hier hatte (V. 6). Nun aber bekam er die Gewissheit, dass Jesus eine gro\u00dfe Menge hier selbst zur Beute haben w\u00fcrde. Wie muss ihn diese g\u00f6ttliche Zusicherung gest\u00e4rkt haben! Mit einer dreifachen Gewissheit konnte er nun seine T\u00e4tigkeit fortsetzen. Er wusste:<br \/>\n* Der Herr will meine Arbeit. Sie ist keine selbsterw\u00e4hlte, denn er selbst hat mir befohlen: \u201aRede und schweige nicht\u2018.<br \/>\n* Der Herr sch\u00fctzt meine Arbeit. Niemand darf sich unterstehen, mir zu schaden. Alle Versuche, sie zu hindern, sind von vornherein aussichtslos.<br \/>\n* Der Herr kr\u00f6nt meine Arbeit. Er wird mich nicht vergeblich hier predigen lassen. Das Wort wird nicht leer zur\u00fcckkommen. Gott kann auch heute noch auf allerlei Weise einen m\u00fcden Arbeiter, der unter dem Druck der Feindschaft darniederliegt und fast verzagen m\u00f6chte, erquicken und ihn versichern, dass seine Arbeit nicht vergeblich sei (Jes 55,10f; Joh 15,20)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 220-222).<\/p>\n<p>V. 11: \u201eZweimal hebt die Schrift die l\u00e4ngere Dauer des Aufenthalts von Paulus in Korinth hervor (V. 11+18). Die erste Erw\u00e4hnung schlie\u00dft sich unmittelbar an das erquickende Nachtgesicht, durch welches Paulus der g\u00f6ttlichen Hilfe in dieser Stadt neu versichert wurde. Dieser Zusammenhang ruft uns zu: An solchen Orten, wo Gott sichtlich den Weg bahnt, gilt es, die vom Herrn ge\u00f6ffnete T\u00fcr auch recht zu benutzen und nicht vor der Zeit von dort wegzugehen. Die zweite Erw\u00e4hnung geschieht im Anschluss an den misslungenen Versuch der Feinde, den Apostel bei der Beh\u00f6rde zu verklagen. Es liegt dort ein gewisser Triumph in den Worten: &#8222;Paulus aber blieb noch lange daselbst&#8220;. Die Feinde hatten mit ihrer Anklage der Arbeit des Paulus ein baldiges Ende bereiten und seine Abreise erzwingen wollen. Stattdessen erhielt ihr Wortf\u00fchrer Schl\u00e4ge. Paulus dagegen konnte noch lange seine Arbeit fortsetzen. Dies mag besonders solchen Gotteskindern zur Ermunterung dienen, die an ihrem Ort besondere Anfeindungen erdulden m\u00fcssen. Solche Schwierigkeiten sind durchaus nicht immer ein g\u00f6ttlicher Hinweis, diesen Platz m\u00f6glichst bald zu verlassen. Gott gibt vielmehr an derartigen Stellen oft nachher zweifachen Segen, dass man \u201anoch lange daselbst bleiben kann\u2018. Als einst Isaak an einem Platz nach vielen Anfeindungen von seiten neidischer Nachbarn endlich still wohnen konnte, nannte er jene Gegend \u201aRehobot\u2018 (weiter Raum), indem er sagte: \u201aNun hat uns der Herr Raum gemacht\u2018 (1Mose 26,12-22). Korinth war f\u00fcr Paulus ein solches \u201aRehobot\u2018. Gott hatte ihm dort Raum gemacht, dass er achtzehn Monate hier wohnen und wirken durfte. Wohl allen, die solche Rehobot-Stationen erfahren und benutzen!\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 222f).<\/p>\n<p>C) Gegen Widerstand &#8211; auf Jesus vertrauen (V. 12-18a)!<\/p>\n<p>V. 12-17: \u201e* Die Anklage: Wir verfolgen nun den Gang der gegen Paulus eingeleiteten gerichtlichen Verhandlung. Die Anklage lautet auf gesetzwidrigen Gottesdienst. Die Juden besa\u00dfen n\u00e4mlich in Korinth, wie auch an vielen anderen Orten, staatliche Erlaubnis f\u00fcr ihre besondere Religions\u00fcbung. Nun sagen sie zu dem neuen Landvogt gleichsam: \u201aPaulus unterscheidet sich von uns. Ihm darf deshalb die staatliche Duldung, die wir genie\u00dfen, nicht zuerkannt werden. Er hat keinerlei Recht auf obrigkeitlichen Schutz mit seiner Einf\u00fchrung einer fremden Lehre\u2018. Der Landvogt sollte aus diesen Worten den Schluss ziehen, dass er die weitere Lehrt\u00e4tigkeit des Paulus in dieser Stadt verbieten m\u00fcsse (Ps 11,2). Sie wollten also mit obrigkeitlicher Gewalt die Arbeit des Paulus unterdr\u00fccken. Dabei mussten sie, ohne es zu wollen, dem Apostel ein herrliches Lob spenden. In ihren Worten: \u201aDieser \u00fcberredet die Leute, Gott zu dienen\u2018, lag eine unfreiwillige Anerkennung f\u00fcr Paulus. Sein ganzes Sehnen und Trachten ging dahin, alle Menschen, die bisher im Dienst der Welt und der S\u00fcnde standen, dahin zu bringen, dass sie Gott dienten (26,28f). Wollte Gott, dass auch gegen uns alle diese Beschwerde erhoben werden k\u00f6nnte: \u201aDieser \u00fcberredet die Leute, Gott zu dienen\u2018 (2Tim 4,2)!<br \/>\n* Die wegfallende Verteidigung: Paulus wollte nun zu seiner Verantwortung reden. Er h\u00e4tte viel Material gehabt, dies zu tun. Er konnte klar beweisen, dass seine Wirksamkeit nicht im Gegensatz zum mosaischen Gesetz stehe. Er predigte ja \u00fcberall in den Synagogen aus der Schrift, d.h. aus dem Gesetz und den Propheten, wie Christus der in diesem Buch verhei\u00dfene Erl\u00f6ser sei (13,33-41; 17,2f). Kern und Stern seiner Predigt, das Ziel aller seiner Arbeit deckte sich ja v\u00f6llig mit dem Ziel des Alten Testaments, das auf Christus hinauslief. Paulus h\u00e4tte auch in zarter Andeutung die berechtigte Gegenfrage aufwerfen k\u00f6nnen, ob nicht das Leben und die Handlungsweise seiner Ankl\u00e4ger viel eher im Gegensatz zum Gesetz stehe, das eine Herzensliebe zu Gott und zum N\u00e4chsten forderte (Mi 6,8). Aber jede Verteidigung erwies sich als \u00fcberfl\u00fcssig. Paulus brauchte keine Silbe zu reden. Er durfte gleichsam nur zusehen, wie das Herz des Landvogts zum Schutz des Evangeliums gelenkt wurde. Wir sehen hier: Gott braucht unsere Mithilfe nicht, wenn er sein Werk sch\u00fctzen und erhalten will. Er kann ohne unser Bem\u00fchen die rechten Entscheidungen herbeif\u00fchren. Nicht der Beredsamkeit eines Apostels konnte der Ausgang der Verhandlung zugeschrieben werden, sondern allein dem, der gesagt hatte: \u201aNiemand soll sich unterstehen, dir zu schaden\u2018. Durch das Wegfallen menschlicher Verteidigung wird Gottes Treue und schirmende Hand nur noch herrlicher (Ps 18,28).<br \/>\n* Das Urteil: Es bestand in v\u00f6lliger Abweisung der Kl\u00e4ger. Gallion lehnte jede Untersuchung dieser religi\u00f6sen Fragen ab. Er wollte nur solche Handlungen bestrafen, die ein Versto\u00df gegen das r\u00f6mische Gesetz waren. Religi\u00f6se Lehrstreitigkeiten geh\u00f6rten nicht dazu. Dieser Bescheid des obersten Richters bedeutete f\u00fcr die Arbeit des Paulus eine nicht geringe St\u00e4rkung, denn nun wussten alle Einwohner, dass man der Arbeit des Apostels nichts in den Weg legen durfte. Die Verhandlungen, welche zum Schaden des Paulus herbeigef\u00fchrt waren, mussten ihm zum Nutzen gereichen. Die, welche Schande und Spott auf ihn bringen wollten, wurden selbst davon getroffen. Es gibt nichts T\u00f6richteres als eine Unternehmung gegen Menschen, die unter g\u00f6ttlichem Schutz stehen (Jes 8,10; Ps 18,2-4; 46,5f)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 225f).<\/p>\n<p>V. 18a: \u201eNach einem langen und gesegneten Aufenthalt in Korinth kam die Stunde, wo Paulus von dort schied (\u201adanach machte er seinen Abschied mit den Br\u00fcdern\u2018). Dieser Abschied ruft den Orten, welche besondere Segenszeiten genie\u00dfen d\u00fcrfen, zu: Kaufet die Zeit aus, denn sie nimmt einmal ein Ende. Auch kann uns solcher Abschied mahnen, dass wir uns doch ja nicht an die menschlichen Werkzeuge Gottes h\u00e4ngen, da uns diese doch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf die eine oder andere Weise wieder verlassen. Sie sind nur vor\u00fcbergehend bei uns. Wohl denen, die an dem Einen h\u00e4ngen, der uns nie verl\u00e4sst.<br \/>\nPaulus reiste nicht allein von Korinth ab. Seine Hausgenossen begleiteten ihn (\u201amit ihm Priscilla und Aquila\u2018). Wir beobachten hier ein liebliches Band, das Paulus mit seinen Hausgenossen verband. Nicht immer entsteht ein solches. Im eigenen Haus kann man die Fehler seiner Mitmenschen am besten wahrnehmen. Man lernt sich genau kennen. Und manchmal schwindet dabei Achtung und Liebe. Das Gegenteil davon war hier der Fall. Priscilla und Aquila waren nicht etwa froh, Paulus als Hausgenossen wieder loszuwerden. Sie r\u00fcckten nicht etwa nach genauem Bekanntwerden (auch in gesch\u00e4ftlichen Dingen) von ihm ab, sondern suchten seine Gemeinschaft so lange wie m\u00f6glich festzuhalten. Ihr Mitziehen wirft ein g\u00fcnstiges Licht auf den Apostel als Hausgenossen. Wohl allen, die in ihrer allern\u00e4chsten Umgebung so leben, dass man f\u00fcr ihre Gemeinschaft dankbar ist und sie nicht gern misst\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 228).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eGlaubenswiderst\u00e4nde\u201c. Von daher benennen wir in der Predigt Widerst\u00e4nde denen wir begegnen und stellen diesen die Verhei\u00dfungen Gottes entgegen, die wir haben. Hilfreich ist es die Verhei\u00dfung von Apg 18,9f auf dem Hintergrund von 1Kor und 2Kor zu deuten. Gemeinde Gottes ist nicht die \u201eperfekte\u201c Gemeinde, sondern die von innen und au\u00dfen \u201eangefochtene\u201c Gemeinde. Gemeindeaufbau braucht den langen Atem (vgl. 1Kor 1,4-9; 16,19-24).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Auf Kurs bleiben bedeutet:<br \/>\na) Trotz Widerstand &#8211; auf Jesus hinweisen (V. 1-6)<br \/>\nb) Im Widerstand &#8211; auf Jesus h\u00f6ren (V. 7-11)<br \/>\nc) Gegen Widerstand &#8211; auf Jesus vertrauen (V. 12-18a)<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<br \/>\na) Aktivit\u00e4t \u2013 dynamischer Glaube<br \/>\nb) Flexibilit\u00e4t \u2013 praktizierter Glaube<br \/>\nc) Kontinuit\u00e4t \u2013 bew\u00e4hrter Glaube<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Kurs halten in st\u00fcrmischen ZeitenPredigtthema: Auf Kurs bleiben &#8211; trotz Widerstand Bibelstelle: Apostelgeschichte 18, 1-17 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren. 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