{"id":1703,"date":"2010-04-09T20:06:21","date_gmt":"2010-04-09T18:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=524"},"modified":"2010-04-09T20:06:21","modified_gmt":"2010-04-09T18:06:21","slug":"predigthilfe-vom-18-4-2010-matthaus-6-25-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-18-4-2010-matthaus-6-25-34\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 18.4.2010 &#8211; Matth\u00e4us 6, 25-34"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Das Lebensprogramm Jesu<br \/>Predigtthema: Gottvertrauen &#8211; wie ist das mit meiner Vorsorge?<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 25-34<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Nachdem wir in Mt 6,1-18 entdeckt haben, in welcher inneren Haltung wir geistlich leben sollten (Gerechtigkeit \/ Fr\u00f6mmigkeit im Bezug auf das Geben \u2013 Beten \u2013 Fasten), so stellt Jesus nun die Frage, welchen Stellenwert die \u00e4u\u00dferlichen Dinge in unserem Leben haben (Mt 6,19-34). Zuerst fragt Jesus nach dem Stellenwert, den unser \u201eVerm\u00f6gen\u201c f\u00fcr uns hat (Mt 6,19-24) und dann darauf aufbauend nach unserem Bed\u00fcrfnis nach \u201eVersorgung\u201c (Mt 6,25-34). Beide Bereiche sieht Jesus in direkter Verbindung mit unserem Vertrauen zu Gott. Somit ergibt sich als Predigtthema f\u00fcr den zweiten Abschnitt: \u201eGottvertrauen\u201c \u2013 wie ist das mit meiner Vorsorge (Mt 6,25-34)?<br \/>\nNach der richtigen innerlichen Haltung den geistlichen \u00dcbungen gegen\u00fcber, geht es nun also um die richtige innerliche Haltung den \u201eweltlichen\u201c Dingen gegen\u00fcber. Gemeint ist, die Art und Weise, wie wir die Dinge betrachten und woran wir unser Leben orientieren.<\/p>\n<p>\u201eUnser Herr lehrt, dass dieser Angriff von der Welt \u2013 oder diese Versuchung zur Weltlichkeit \u2013 in der Regel zwei Formen annimmt. Zuallererst mag es die Liebe zur Welt sein. Und zweitens mag es die Sorge sein oder ein Geist verzehrender Sorge um die Welt. Wir werden sehen, dass unser Herr hier beide Seiten als h\u00f6chst gef\u00e4hrlich beschreibt. Er befasst sich mit der Liebe zur Welt in den Versen 19-24. Von Vers 25 bis zum Ende des Kapitels befasst er sich mit dem Problem, sich von einer verzehrenden Sorge bez\u00fcglich dieser Welt, deren Leben und allem, was dazu geh\u00f6rt, \u00fcberw\u00e4ltigen zu lassen\u201c (Lloyd-Jones, Bergpredigt Bd. 2, S. 89).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Fritz Gr\u00fcnzweig. Die Bergpredigt: Antworten auf Fragen von heute. H\u00e4nssler, 1985 (S. 178-186).<br \/>\n* Gerhard Maier. Matth\u00e4us-Evangelium 1.Teil. Edition C-Bibelkommentar 1 (S. 223-230).<br \/>\n* D. Martyn Lloyd-Jones. Bergpredigt Bd. 2: Predigten \u00fcber Matth\u00e4us 6 und 7. Friedberg: 3L-Verlag, 2004 (S. 121-178 \u2013 sehr empfehlenswert).<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Predigt empfehlen wir das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der textbezogenen Predigt mit praktischen Anwendungen von Wolfgang Nestvogel mit dem Titel \u201eSorgen sind sinnlos\u201c (http:\/\/www.bibeltage.de\/Bergpredigt.html dort Nr. 17 zu Mt 6,25-34).<\/p>\n<p>Hilfreiche Text- und Predigtanmerkungen bieten die Predigttipps von Eckhard L\u00f6ffler zum 13.08.2006 (Mt 6,19-34) und zum 20.01.2008 (Mt 6,24-34). Diese Predigttipps findet ihr im Predigtarchiv unter www.wbb-online.de\/pt<br \/>\nHilfreiche Text- und Predigtanmerkungen bietet auch der Aidlinger Bibellesezettel \u201eZeit mit Gott\u201c Heft 3\/2008; S. 38-44.<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg:<br \/>\n\u201eSherlock Holmes, der bekannte Detektiv aus den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle, ist eine der faszinierendsten Gestalten der Literatur. Er ist, kurz gesagt, au\u00dfergew\u00f6hnlich. Sein bekannter Gefolgsmann Dr. John Watson dagegen ist recht gew\u00f6hnlich. Watson wird oft als pfuschender Trottel charakterisiert. Doch damit wird das Anliegen missverstanden, das Doyle mit dieser Figur verfolgt: Watson soll dem durchschnittlich intelligenten Leser gleichen. Entscheide du selbst anhand des folgenden Wortwechsels, wem von beiden du gleichst, Holmes oder Watson:<br \/>\nHolmes: \u201aDu siehst, aber du beobachtest nicht. Der Unterschied ist klar. Du hast zum Beispiel oft die Stufen gesehen, die vom Hausflur in diese Wohnung f\u00fchren\u2018.<br \/>\nWatson: \u201aGewi\u00df\u2018.<br \/>\nHolmes: \u201aWie oft wohl\u2018?<br \/>\nWatson: \u201aViele hundertmal, m\u00f6chte ich meinen\u2018.<br \/>\nHolmes: \u201aUnd wie viele Stufen sind es\u2018?<br \/>\nWatson: \u201aWie viele? Keine Ahnung\u2018.<br \/>\nHolmes: \u201aEben. Du hast sie gesehen, aber nicht beobachtet. Genau, was ich sage. Ich hingegen wei\u00df, dass es siebzehn Stufen sind, weil ich sie nicht nur gesehen, sondern auch beobachtet habe\u2018 (Ein Skandal in B\u00f6hmen, in: Arthur Conan Doyle, Sherlock-Holmes-Geschichten. Der Hund von Baskerville, Z\u00fcrich 1981, S.10f).<br \/>\nWir wissen wahrscheinlich nicht, wie viele Treppenstufen wir tagt\u00e4glich hinaufsteigen; daher gleichen wir Watson. Aber Holmes argumentiert gegen\u00fcber Watson \u00e4hnlich wie Jesus in Matth\u00e4us 6,25-34. Jesus spricht hier unmittelbar \u00fcber das Thema \u201aSorgen\u2018 und sagt uns, wie wir damit umgehen sollen und warum. Wie Holmes spricht er dar\u00fcber, dass wir uns gut umsehen sollen und beobachten bzw. tief \u00fcber die Bedeutung dessen nachdenken sollen, das hinter dem steckt, was wir sehen. Dies ist es, was Jesus uns sagt, was wir \u00fcberlegen sollten, wenn wir von Sorgen frei werden wollen [Textlesung: Mt 6,25-34]\u201c(John MacArthur. Sorgen und Angst besiegen. Hamburg: C.M. Fli\u00df, 2001. S. 14f \u2013 hilfreich ist hier das gesamte Kap. 1: Erkenne, wie Gott f\u00fcr dich sorgt \u2013 Mt 6,25-34).<\/p>\n<p>Kurz vor seinem Tod schrieb Martin Luther an seine K\u00e4the folgenden Brief: \u201eAllerheiligste Frau Doktorin. Wir bedanken uns gar freundlich f\u00fcr eure gro\u00dfe Sorge, derentwillen ihr nicht schlafen konntet. Denn seit ihr euch um uns Sorgen macht, h\u00e4tte uns fast das Feuer verzehrt in unserer Herberge &#8230; Und gestern, ohne Zweifel aus Kraft eurer Sorge, ist uns schier ein Stein auf den Kopf gefallen &#8230; Ich sorge, wenn du nicht aufh\u00f6rst zu sorgen, es k\u00f6nnte uns die Erde verschlingen &#8230; Lehrst du so den Katechismus und den Glauben? Bete du und lass Gott sorgen. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der sorgt f\u00fcr dich\u201c.<\/p>\n<p>\u201eMissverst\u00e4ndnis Nr. 1: Jesus meint nicht: das, worum du dich sorgst, ist gar nicht so wichtig. Im Gegenteil, sagt Jesus: deine Sorge um Essen, Trinken, Kleidung &#8230; ist so wichtig, dass Gott sich selbst darum k\u00fcmmern will. Er erhebt das alles zur Chefsache.<br \/>\nMissverst\u00e4ndnis Nr. 2: Jesus verspricht uns nicht das Schlaraffenland. Er selbst hatte kein Nest wie die V\u00f6gel und keine Grube wie die F\u00fcchse. Er selbst ging den Weg ans Kreuz. Und wir sehen es doch: V\u00f6gel k\u00f6nnen erfrieren, B\u00e4ume k\u00f6nnen sterben. Und in Zaire sterben Menschen an ihrem Hunger. Also: nicht, dass nun alles glatt geht, verspricht Jesus, aber dass unsere Sorgen beim Vater gut aufgehoben sind, wir nie aus seiner Hand fallen und am Ende wirklich alles gut werden muss\u201c (Prof. Michael Herbst).<\/p>\n<p>Zum Predigtende:<br \/>\n\u201eDer russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) zeigt in seiner Kurzgeschichte \u201aDie Wette\u2018 auf kluge Weise, was die Welt ist, wenn man sie ihrer Reize entledigt. Was ist die Handlung dieser Geschichte? Ein alter, reicher Bankier wettet mit einem jungen Juristen um zwei Millionen, dass der Jurist es nicht 15 Jahre in Einzelhaft aushalten w\u00fcrde. Wenn er es aushalte, dann verspricht ihm der Bankier zwei Millionen, wenn nicht, so habe er die M\u00f6glichkeit, jederzeit in die Freiheit zur\u00fcckzukehren. Im ersten Jahr seiner Einzelhaft liest der junge Rechtsanwalt seichte Literatur. Im zweiten Jahr bittet er um Werke der Klassiker. Nach und nach beginnt er, Sprachen zu lernen sowie Musik, Philosophie und Geschichte zu studieren. Im zehnten Jahr seiner Gefangenschaft sitzt der H\u00e4ftling unbeweglich an seinem Tisch und liest nichts anderes als die Evangelien. Theologie und Religionsgeschichte sind seine n\u00e4chsten Studienf\u00e4cher. In der Nacht, ehe er seine Freiheit wiederbekommen soll, schreibt der Str\u00e4fling dem Bankier: \u201aMit reinem Gewissen und vor Gott, der mein Zeuge ist, erkl\u00e4re ich, dass ich Freiheit, Leben, Gesundheit und all das verachte, was in euren B\u00fcchern die G\u00fcter dieser Welt genannt wird. F\u00fcnfzehn Jahre lang habe ich aufmerksam das irdische Leben studiert. Zwar habe ich die Erde und die Menschen nicht gesehen, aber aus euren B\u00fcchern trank ich aromatischen Wein, ich sang Lieder, ich jagte in W\u00e4ldern Hirsche, ich liebte Frauen. [&#8230;]. Sch\u00f6ne M\u00e4dchen, \u00e4therisch wie die Wolken, geschaffen von der Zauberkraft eurer genialen Dichter, besuchten mich nachts und erz\u00e4hlten mir fl\u00fcsternd wunderbare M\u00e4rchen, die mich trunken machten. [&#8230;]. Eure B\u00fccher schenkten mir Weisheit. Alles, was der unerm\u00fcdliche menschliche Geist in Jahrhunderten geschaffen hat, ist in meinem Sch\u00e4del zu einem kleinen Klumpen zusammen gepresst. Ich wei\u00df, dass ich kl\u00fcger bin als ihr alle. Und ich verachte [dennoch] eure B\u00fccher, verachte alle G\u00fcter dieser Welt und die Weisheit. Alles ist nichtig, verg\u00e4nglich, illusorisch und tr\u00fcgerisch wie eine Luftspiegelung. Ihr m\u00f6gt stolz, weise und sch\u00f6n sein &#8211; der Tod wird euch genauso verschlingen wie die M\u00e4use im Keller. [&#8230;]. Ihr habt den Verstand verloren und geht nicht den richtigen Weg. Die L\u00fcge haltet ihr f\u00fcr Wahrheit, H\u00e4sslichkeit f\u00fcr Sch\u00f6nheit [&#8230;] so wundere ich mich \u00fcber euch, die ihr den Himmel mit der Erde vertauscht. [\u2026]. Um euch durch die Tat zu beweisen, wie sehr ich verachte, wof\u00fcr ihr lebt, verzichte ich auf die zwei Millionen, von denen ich einst tr\u00e4umte wie von einem Paradies\u2018 (zitiert nach der Ausgabe: Die Steppe. Erz\u00e4hlungen aus den mittleren Jahren 1887-1892, M\u00fcnchen 1977, S. 397f).<br \/>\nDies ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie man den wahren Charakter der Welt kennenlernen kann. Wir als Gl\u00e4ubige m\u00fcssen das nicht. Unser Herr \u201agibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen\u2018 (Ps 84,12). Sorge dich nicht wegen der G\u00fcter dieser Welt &#8211; oder irgendetwas anderem. Sherlock Holmes w\u00fcrde sagen: Sieh nicht nur, sondern beobachte! Und erinnere dich daran, worauf Jesus deine Beobachtung lenkt: Um dich herum siehst du in H\u00fclle und F\u00fclle die Beweise von Gottes gro\u00dfz\u00fcgiger Vorsorge f\u00fcr diejenigen, die Er liebt\u201c(John MacArthur. Sorgen und Angst besiegen. Hamburg: C.M. Fli\u00df, 2001. S. 34-36).<\/p>\n<p>4. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema \u201eLebensausrichtung\u201c. Die Aufforderung dazu steht am Anfang in V. 25 und die Hilfestellung zur Umsetzung wird am Ende in den Versen 33+34 gegeben: Welches Ziel haben wir? Worauf ist unser Leben ausgerichtet? Je eindeutiger wir darauf ausgerichtet sind und darauf achten, was unser Herr uns f\u00fcr ein Lebensziel gegeben hat, desto leichter k\u00f6nnen wir einordnen, was in unserem Leben passiert. Von daher liegt der Schwerpunkt der Predigt am Ende des Textes, da vor allem die Verse 33+34 ausf\u00fchrlich zu entfalten sind. Der Herr gibt \u201eheutige Gnade f\u00fcr die heutige Bedr\u00e4ngnis\u201c und \u201emorgige Gnade f\u00fcr die morgige Bedr\u00e4ngnis\u201c (John Piper). Im Rahmen der Predigt gilt es wieder neu zu entdecken, wer sich um unser Leben zu \u201esorgen\u201c hat: Wir oder unser Herr? \u2013 vgl. hierzu 1Kor 10,12f; Kol 3,23f.<\/p>\n<p>5. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Gott sorgt sich um mich, deshalb:<br \/>\na) Anh\u00f6ren \u2013 warum ich mich nicht sorgen soll (V. 25)<br \/>\nb) Hinh\u00f6ren \u2013 warum ich mich nicht sorgen muss (V. 26-32)<br \/>\nc) Aufh\u00f6ren \u2013 warum ich mich nicht zu sorgen brauche (V. 33f)<\/p>\n<p>oder nach John MacArthur:<br \/>\na) Sorge ist unangebracht, wegen unserem Herrn (V. 25)<br \/>\nb) Sorge ist unn\u00f6tig, wegen unserem Vater (V. 26-30)<br \/>\nc) Sorge ist unvern\u00fcnftig, wegen unserem Glauben (V. 31-33)<br \/>\nd) Sorge ist unklug, wegen unserer Zukunft (V. 34)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Das Lebensprogramm JesuPredigtthema: Gottvertrauen &#8211; wie ist das mit meiner Vorsorge? Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 25-34 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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