{"id":1700,"date":"2010-02-18T10:36:27","date_gmt":"2010-02-18T08:36:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=521"},"modified":"2010-02-18T10:36:27","modified_gmt":"2010-02-18T08:36:27","slug":"predigthilfe-vom-21-3-2010-matthaus-6-16-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-21-3-2010-matthaus-6-16-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 21.3.2010 &#8211; Matth\u00e4us 6, 16-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Das Lebensprogramm Jesu<br \/>Predigtthema: Hunger nach Gott &#8211; wie geht das mit dem Fasten?<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 16-18<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Am Anfang der Bergpredigt spricht Jesus dar\u00fcber, was es hei\u00dft sein Nachfolger zu sein (Mt 5,1-16) Darauf aufbauend entfaltet Jesus, wie wir im Alltag konkret Nachfolge leben sollen (Mt 5,17-48). Nun beschreibt Jesus in welcher pers\u00f6nlichen Beziehung zum Vater wir stehen sollen und wie sich das auswirkt (Mt 6,1-18). Die St\u00e4rke dieser Beziehung wird dar\u00fcber entscheiden, ob wir einen kraftvollen und gesunden christlichen Glauben besitzen werden oder nicht. Bisher standen die horizontalen Auswirkungen des Glaubens im Vordergrund und die vertikale Beziehung bildete den Hintergrund. Nun wendet sich dieses Bild und die vertikale Beziehung tritt nun in den Vordergrund der Betrachtung und die horizontale Auswirkung in den Hintergrund.<br \/>\nIn Mt 6,1 wird der Grundsatz dieses Abschnittes genannt: \u201eGerechtigkeit \/ Fr\u00f6mmigkeit\u201c (vgl. Mt 5,20 mit 6,33). Wie sich das Leben aus der Gerechtigkeit Gottes nun auswirkt, wird in den drei Hauptbereichen (Almosen \u2013 Gebet &#8211; Fasten) j\u00fcdischer Fr\u00f6mmigkeit dargelegt:<br \/>\n* Gebt acht (V. 1) beim Almosengeben! (V. 2-4)<br \/>\n* Gebt acht (V. 1) beim Beten! (V. 5-15)<br \/>\n* Gebt acht (V. 1) beim Fasten! (V. 16-18)<br \/>\nAus diesem Grund bilden die Predigttexte im M\u00e4rz eine Einheit und bauen aufeinander auf: Leben von Gott (Almosen) \u2013 Reden zu Gott (Gebet) \u2013 Hunger nach Gott (Fasten). Da es hier um die Glaubenspraxis geht, wird das eigentliche Anliegen im Predigtthema als Frage formuliert (\u201eHunger nach Gott &#8211; wie geht das mit dem Fasten?), die im Rahmen der Predigt beantwortet wird (Mt 6,16-18). Wichtig ist, dass wir im Blick behalten, dass unser Predigttext eine weitere Konkretisierung von Mt 6,1 ist: \u201eWie geht das nun mit dem Fasten\u201c, wenn wir in und aus der Gerechtigkeit Gottes leben?<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Fritz Gr\u00fcnzweig. Die Bergpredigt: Antworten auf Fragen von heute. H\u00e4nssler, 1985 (S. 164-167).<br \/>\n* Gerhard Maier. Matth\u00e4us-Evangelium 1.Teil. Edition C-Bibelkommentar 1 (S. 216-218).<br \/>\n* D. Martyn Lloyd-Jones. Bergpredigt Bd. 2: Predigten \u00fcber Matth\u00e4us 6 und 7. Friedberg: 3L-Verlag, 2004 (S. 37-49 \u2013 sehr empfehlenswert).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim Almosengeben (V. 2-4) die Beziehung zu anderen mit im Blick war und beim Beten (V. 5-15) die Beziehung zum Vater im Zentrum stand, geht es nun auch um die Beziehung zu einem selbst (V. 16-18). Beim Fasten geht es auch um die Frage der pers\u00f6nlichen Disziplin im eigenen geistlichen Leben.<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg:<br \/>\n\u201eAls Gro\u00dfbritannien unter der Regentschaft von K\u00f6nig George II. im Jahre 1756 von einer franz\u00f6sischen Invasion bedroht wurde, rief er einen Gebets- und Fastentag aus. John Wesley notierte am Freitag, den 6. Februar, in sein Tagebuch: \u201aDer Fastentag war ein ruhmreicher Tag. Seit der Restauration hat London selten einen solchen Tag erlebt. Jede Kirche in der Stadt war bis zum Bersten gef\u00fcllt, und auf allen Gesichtern stand ein feierlicher Ernst. Sicher erh\u00f6rt Gott das Gebet, und unser Friede wird verl\u00e4ngert werden\u2018. In einer Fu\u00dfnote erg\u00e4nzte er: \u201aDie Demut verwandelte sich in einen Freudenschrei der ganzen Nation, denn die drohende Invasion durch die Franzosen wurde abgewehrt\u2018.<br \/>\nIm Sommer 1876 zerst\u00f6rte eine Heuschreckenplage die Ernte der Farmer von Minnesota. Im Fr\u00fchjahr des darauffolgenden Jahres beobachteten die Farmer die Natur, um zu sehen, ob wieder eine solche Plage \u00fcber sie hereinbrechen w\u00fcrde. Sollte dies geschehen, w\u00e4re die Lebensgrundlage von Tausenden von Familien f\u00fcr immer verloren. Die andauernde, f\u00fcr diese Jahreszeit eher ungew\u00f6hnliche Hitze bewirkte, dass eine riesige Armee von Heuschrecken schl\u00fcpfte &#8211; die Plage erreichte ein solches Ausma\u00df, dass das gesamte Agrargebiet im Nordwesten der USA bedroht war. \u201aDa sich Gouverneur J.S. Pillsbury der drohenden Katastrophe bewusst war, verk\u00fcndete er, der 26. April solle ein Tag des Betens und Fastens sein, um Gott anzuflehen, das Unheil abzuwehren. Der Gouverneur dr\u00e4ngte alle mitzumachen. \u00dcberall im Staat reagierten die Menschen auf seinen Aufruf. In gro\u00dfen und kleinen Versammlungen trafen sich die B\u00fcrger Minnesotas, um zu fasten und zu beten\u2018. Nach vier Tagen waren alle Heuschrecken geschl\u00fcpft und bereit zum Aufbruch. \u201aEin pl\u00f6tzlicher Klimawechsel gegen Abend \u00fcberdeckte den ganzen Landstrich, in dem die Heuschrecken auf den Morgen warteten, um sich in Marsch zu setzen, mit Frost. Die meisten wurden noch an der Stelle get\u00f6tet, auf der sie gerade krochen. Anstatt dass im Sommer versengte Stoppelfelder das Bild pr\u00e4gten, erstreckte sich die Weizenernte in goldener Herrlichkeit, soweit das Auge blicken konnte. In der Geschichte Minnesotas ist der 26. April 1877 festgehalten als der Tag, an dem Gott auf wunderbare Weise auf das Fasten und Beten seines Volkes geantwortet hat\u2018.\u201c (Gumbel, Herausfordernder Lebensstil, S. 169f).<\/p>\n<p>A) Fasten &#8211; von der Schrift motiviert (V. 16a)<\/p>\n<p>Fasten = gr. \u201enesteuo\u201c (kommt von nestis = n\u00fcchtern). Die Einf\u00fchrung \u201ewenn ihr aber fastet\u201c, ist auf der einen Seite kein Befehl (es hei\u00dft nicht \u201em\u00fcsst\u201c), zeigt aber auf der anderen Seite eine Regelm\u00e4\u00dfigkeit an, die nicht optional ist (es hei\u00dft nicht \u201efalls\u201c). Gerade die Einf\u00fchrung verdeutlicht, dass Fasten normal und anerkannte Praxis im geistlichen Leben der J\u00fcnger ist bzw. sein soll.<\/p>\n<p>In der Schrift wird zwischen verschiedenen Arten des Fastens unterschieden:<br \/>\n* Absolutes Fasten: Dies bedeutet den Verzicht auf jede Nahrung und Fl\u00fcssigkeit (Esra 10,6; Esther 4,16; Apg 9,9),<br \/>\n* teilweises Fasten: Dies bedeutet eine Einschr\u00e4nkung der Kost, aber keinen v\u00f6lligen Verzicht (Dan 1,12; 10,2f; Mt 3,4),<br \/>\n* gew\u00f6hnliches Fasten: Dies bedeutet Verzicht auf Nahrung, aber nicht Verzicht auf Wasser (Mt 4,2; Lk 4,2) und<br \/>\n* absolutes Fasten mit \u00fcbernat\u00fcrlichem Charakter (5Mose 9,9+18; 1K\u00f6n 19,8).<\/p>\n<p>Auch variiert der Rahmen, in welchem das Fasten stattfindet:<br \/>\n* Privates bzw. pers\u00f6nliches Fasten (Mt 6,16-18),<br \/>\n* Gemeinsames Fasten (Joel 2,15f; Apg 13,2),<br \/>\n* Nationales Fasten (2Chr 20,3; Neh 9,1; Esther 4,16; Jona 3,5-8).<\/p>\n<p>Die Regelm\u00e4\u00dfigkeit des Fastens unterscheidet sich ebenfalls:<br \/>\n* Geordnetes Fasten: Immer am gro\u00dfen Vers\u00f6hnungstag wurde in Israel nach der Ordnung Gottes gefastet (3Mose 16,29-31; 23,27; 4Mose 29,7; Apg 27,9). Sp\u00e4ter wurden 4 weitere j\u00e4hrliche Fastentage anberaumt (Sach 8,19). Im Rahmen des Purimfestes hatte das Fasten eine feste Bedeutung (Esther 9,31). Die Pharis\u00e4er fasteten zweimal in der Woche (Lk 18,12 = Mo\/Do).<br \/>\n* Gelegentliches Fasten: Bei entsprechendem Anlass wurde ein Fasten ausgerufen (1K\u00f6n 21,9; 2Chr 20,3; Esra 8,21; Neh 9,1; Esther 4,16; Mt 9,15).<\/p>\n<p>Die Dauer des Fastens ist ebenfalls sehr unterschiedlich und in der Bibel entdecken wir z.B.<br \/>\n* ein eint\u00e4giges oder sogar noch k\u00fcrzeres Fasten (Richter 20,26; 1Sam 7,6; 2Sam 1,12; 3,35; Neh 9,1; Jer 36,6),<br \/>\n* ein n\u00e4chtliches Fasten (Dan 6,18-24),<br \/>\n* ein dreit\u00e4giges Fasten (Esther 4,16; Apg 9,9),<br \/>\n* ein siebent\u00e4giges Fasten (1Sam 31,13; 2Sam 12,16-23),<br \/>\n* ein 14t\u00e4giges Fasten (Apg 27,33f),<br \/>\n* ein 21t\u00e4giges Fasten (Dan 10,2-13),<br \/>\n* ein 40t\u00e4giges Fasten (5Mose 9,9; 1K\u00f6n 19,8; Mt 4,2)<br \/>\n* und f\u00fcr Fasten von unbestimmter Dauer (Mt 9,14f; Lk 2,37; Apg 13,2f; 14,23).<\/p>\n<p>Ein Gebot zum Fasten bestand nur f\u00fcr den gro\u00dfen Vers\u00f6hnungstag. Ansonsten entdecken wir was die \u00e4u\u00dfere Form des Fastens angeht eine gro\u00dfe Vielfalt, die es wahrzunehmen und zu akzeptieren gilt.<\/p>\n<p>B) Fasten &#8211; nicht auf Menschen fixiert (V. 16b-d)<\/p>\n<p>Beim Fasten gesehen zu werden ist etwas anders, als Fasten um gesehen zu werden.<\/p>\n<p>Bevor wir nun genauer betrachten was Fasten ist und was es umfasst, ist die Frage zu beantworten, wer Fasten soll \u2013 vgl. hierzu Mt 6,16-18 mit Apg 13,1-3; 14,23 und Mt 9,14-17 (in Verbindung mit Mt 25,1-13). Die Tage, wenn die J\u00fcnger fasten, sind also jetzt und dauern bis zur Wiederkunft Jesu an. Allerdings braucht der \u201eneue Wein\u201c auch \u201eneue Schl\u00e4uche\u201c (dieses Bild aus Mt 9,14-17 bezieht sich auf das \u201eFasten\u201c).<\/p>\n<p>Auch hier stellt sich wie beim Beten wieder die Frage, wer der Adressat der geistlichen Handlung ist. Der Adressat unserer Handlung f\u00fchrt zu der Erfahrung, ob es einen rein irdischen (z.B. menschliche Anerkennung) oder \u201ehimmlischen\u201c Lohn (z.B. Segen) gibt. Wo keine radikale Zentrierung auf den Vater in unserem geistlichen Leben erfolgt, da ersch\u00f6pft sich unser Leben eben in einer rein menschlichen Wirkung.<br \/>\nFazit: F\u00fcr wen tun wir, was wir tun? F\u00fcr den Herrn oder f\u00fcr uns selbst?<\/p>\n<p>C) Fasten &#8211; ganz auf Gott zentriert (V. 17-18b)<\/p>\n<p>Normalerweise bedeutet Fasten, dass wir f\u00fcr eine bestimmte Zeit auf Nahrung verzichten. Allerdings ersch\u00f6pft sich das christliche Fasten nun nicht im Verzicht auf Nahrung, sondern kann auch andere \u201eDinge\u201c einschlie\u00dfen \u2013 vgl. hierzu Mt 9,14-17 mit Jes 58,1-12.<\/p>\n<p>So gibt es ein christliches Fasten, was den Verzicht auf \u201eschlechtes Reden bzw. Denken\u201c, Internet, Zeitung, Telefon, neue Kleider usw. einschlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>\u201eFasten und Verzichten bedeutet also mehr als &#8218;Essensverzicht&#8216;. Sie sind eine besondere Segenszeit der Sensibilisierung und zugleich Profilierung unserer Pers\u00f6nlichkeit als besondere Zeit des intensiven Mit-Leidens, als besondere Zeit des intensiven Mit-Teilens, als besondere Zeit, in der Zeichen des Anteil-Gebens und Anteil-Nehmens gesetzt werden.\u201c (Kurt Scherer).<\/p>\n<p>Bevor man fastet muss man wissen warum und wozu es geschieht! Fasten allein macht niemanden fr\u00f6mmer als er ist! Fasten wirkt sich aus auf die Beziehung zum Herrn, zu den N\u00e4chsten und zu sich selbst. Durch den Verzicht legen wir &#8222;Ersatzbefriedigungen&#8220; aus der Hand, die nur bet\u00e4uben und f\u00fcr die Realit\u00e4t blind machen. Im Fasten werden wir in die Lage versetzt zu entdecken, was uns h\u00e4lt und pr\u00e4gt und &#8222;wer der Herr im Haus&#8220; ist. So wird auch deutlich, wo unser eigentlicher &#8222;Hunger&#8220; liegt, ob wir &#8222;Hunger nach Gott&#8220; haben. Wenn Christen fasten, dann geht es um Sehnsucht: &#8222;Fasten ist Heimweh nach Gott&#8220; (John Piper). Der Hunger nach Nahrung wird hierbei gestillt durch den Hunger des Herzens. Fasten ist somit ein Ausdruck des Herzens und wo das Herz leer ist, da bleibt das Fasten eben nur ein Ausdruck einer inneren Leere. Aber gerade durch das Fasten, den Verzicht, kann ich dem Herrn einen Mangel anzeigen, den nur er f\u00fcllen kann und f\u00fcllen soll. Aus dieser Perspektive ist Fasten ein \u201eleer werden\u201c, damit Gott wieder neu \u201eer- und ausf\u00fcllen\u201c kann. Hier kann ich zeigen, dass er Raum in mir gewinnen soll.<\/p>\n<p>\u201eUm die Sache abzurunden, m\u00f6chte ich noch hinzuf\u00fcgen, dass Fasten recht verstanden nicht nur auf Essen und Trinken beschr\u00e4nkt werden darf. Fasten sollte eigentlich alles beinhalten, das normalerweise in sich legitim ist, aber aus bestimmten geistlichen Gr\u00fcnden unterlassen wird. Es gibt viele k\u00f6rperliche Funktionen, die rechtens, normal und vollkommen legitim sind, die aber auf Grund bestimmter Gr\u00fcnde f\u00fcr eine gewisse Zeit kontrolliert werden m\u00fcssen. Das ist Fasten. Das, so meine ich, ist eine allgemeine Definition dessen, was mit Fasten gemeint ist\u201c (Lloyd-Jones, Bergpredigt Bd. 2, S. 42).<\/p>\n<p>D) Fasten &#8211; an der Verhei\u00dfung orientiert (V. 18c)<\/p>\n<p>Wenn wir fasten, dann sollte es wenigstens aus einem der nachfolgenden Gr\u00fcnde sein. Niemals erlangen wir durch das Fasten an sich die Gunst des Herrn. Fasten allein macht keinen Eindruck auf den Herrn und wir verdienen (bzw. erzwingen) uns so auch nicht seine Akzeptanz bzw. Zustimmung. Vor Gott angenehmer werden wir nur durch das Werk Christi, aber nie durch unser Werk. Fasten hat auch keine Ewigkeitsbedeutung f\u00fcr uns, au\u00dfer wir kommen durch Bu\u00dfe und Glaube zum Herrn (Eph 2,1-10; Tit 3,5-7).<br \/>\nAus diesem Grund gibt es auch beim Fasten die Gefahr der Gesetzlichkeit und falscher Gerechtigkeit (= Leistungsdenken). Aber ein Fasten, das durch freiwilligen Verzicht (Abstinenz) zur Ehre und Freude des Herrn erprobt und ge\u00fcbt wird, dient dazu<br \/>\n* das Gebet zu st\u00e4rken (vgl. Esra 8,23 mit Neh 1,4; Dan 9,3; Joel 2,12)<br \/>\n* Gottes F\u00fchrung zu suchen (vgl. Richter 20,26 mit V. 28; Apg 14,23; Dan 9,3; 10,3)<br \/>\n* inneres Leiden auszudr\u00fccken (vgl. 1Sam 31,13 mit 2Sam 1,11f; siehe auch 1Sam 20,34)<br \/>\n* Bu\u00dfe und Umkehr zum Herrn auszudr\u00fccken (1Sam 7,6; Joel 2,12; Jona 3,5-8)<br \/>\n* sein &#8218;besorgt sein&#8216; um die Sache des Herrn seine Liebe zu ihm auszudr\u00fccken (Neh 1,3f; Dan 9,3; Sach 7,5; Lk 2,37)<br \/>\n* sich in Selbstdisziplin zu \u00fcben (Mt 6,16-18)<br \/>\n* sein Bewusstsein f\u00fcr Bescheidenheit (= Demut) und Abh\u00e4ngigkeit zu st\u00e4rken (Ps 35,13; 109,24)<\/p>\n<p>\u201eAn welcher Stelle ein heilsamer Verzicht, freiwilliger Verzicht zu \u00fcben ist, dar\u00fcber stellen wir keine Paragrafen auf. Wir d\u00fcrfen alles haben, aber die Dinge, die Bed\u00fcrfnisse, die W\u00fcnsche d\u00fcrfen uns nicht haben\u201c (Adolf K\u00f6berle).<\/p>\n<p>\u201eEin Mensch, der verzichten kann, ist eine Wohltat f\u00fcr seine Umgebung. Er ist weder Spielball seiner Triebe noch seiner Gef\u00fchle. Er ist ein zuchtvoller Mensch, zu dem man Vertrauen haben kann. So stehen Gottesliebe, Mitmenschlichkeit und Verzicht in einem tiefen Zusammenhang untereinander\u201c (Manfred Seitz).<\/p>\n<p>Nachfolgende Fragen k\u00f6nnen eine Hilfe sein um festzustellen, ob es Bereiche im Leben gibt, die einen in falscher Weise gefangen nehmen und man deshalb lernen sollte zu verzichten:<br \/>\n* Hast du &#8218;Hunger nach Gott&#8216; oder bist du satt?<br \/>\n* Was hemmt meine Sehnsucht \/ Hunger nach dem Herrn? Worauf sollte ich verzichten?<br \/>\n* Wirst du zunehmend sensibler f\u00fcr die Gegenwart Gottes in deinem Leben oder bist du schon ganz erf\u00fcllt?<br \/>\n* W\u00e4chst deine Liebe zum Herrn, seiner Gemeinde, seinen Menschen oder bist du sehr mit dir selber besch\u00e4ftigt?<br \/>\n* Hast du Sehnsucht nach dem Himmel und der Gemeinschaft mit dem Herrn?<br \/>\n* Wo will ich &#8222;Fasten&#8220;, um mich neu bzw. st\u00e4rker vom Herrn erf\u00fcllen zu lassen?<\/p>\n<p>Ein \u201erichtiges\u201c Fasten gibt es nicht ohne das \u201ereine\u201c Herz, das \u201erechte\u201c Leben und eine auf den Herrn ausgerichtete Haltung.<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Fasten&#8220;.<br \/>\n\u201e [\u2026], weil &#8211; besonders unter uns Evangelikalen &#8211; das Thema Fasten fast verschwunden ist, sozusagen v\u00f6llig aus unserem Gesichtsfeld ger\u00fcckt ist. Wie oft und in welchem Ma\u00dfe haben wir schon \u00fcber das Fasten nachgedacht? Welchen Platz nimmt das Fasten in unserer ganzen Sicht des Lebens eines Christen und der Disziplin in einem christlichen Leben ein? Dringt diese Wahrheit \u00fcberhaupt noch in unser Denken durch? Ich denke, sehr selten! Ich frage mich, ob wir \u00fcberhaupt noch verstehen, dass wir uns mit der Frage des Fastens besch\u00e4ftigen sollten. Es ist doch eine Tatsache, dass dieser gesamte Komplex des Fastens aus unserem Leben und ganzen christlichen Denken herausgefallen ist. [\u2026]. Aber ganz davon abgesehen behandelt die Bergpredigt diese Frage; und wir haben nicht das Recht, uns aus der Schrift etwas herauszupicken. Wir m\u00fcssen die Bergpredigt so nehmen, wie sie ist; und an dieser Stelle haben wir es mit dem Fasten zu tun. Darum m\u00fcssen wir uns dieser Frage widmen\u201c (Lloyd-Jones, Bergpredigt Bd. 2, S. 39).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Hunger nach Gott \u2013 wie geht das mit dem Fasten?<br \/>\na) Von der Schrift motiviert (V. 16a)<br \/>\nb) Nicht auf Menschen fixiert (V. 16b-d)<br \/>\nc) Ganz auf Gott zentriert (V. 17-18b)<br \/>\nd) An der Verhei\u00dfung orientiert (V. 18c)<\/p>\n<p>oder nach Martyn Lloyd-Jones<br \/>\na) Wesen und Zweck des Fastens<br \/>\nb) Falsches Fasten<br \/>\nc) Richtiges Fasten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Das Lebensprogramm JesuPredigtthema: Hunger nach Gott &#8211; wie geht das mit dem Fasten? Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 16-18 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1700","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-29 10:44:57","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1700"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1700\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}