{"id":1695,"date":"2010-02-05T21:52:20","date_gmt":"2010-02-05T19:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=516"},"modified":"2010-02-05T21:52:20","modified_gmt":"2010-02-05T19:52:20","slug":"predigthilfe-vom-14-2-2010-matthaus-5-33-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-14-2-2010-matthaus-5-33-37\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 14.2.2010 &#8211; Matth\u00e4us 5, 33-37"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Der Lebensstil Jesu<br \/>Predigtthema: Gl\u00fcckselig leben &#8211; nur in der Wahrhaftigkeit?<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 33-37<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Nachdem in Mt 5,17-20 (Predigt vom 17.01.2010) die ganz grunds\u00e4tzliche Haltung aufgezeigt wurde, die es gegen\u00fcber dem Wort Gottes einzunehmen gilt, werden nun Einzelaspekte beleuchtet und aufgezeigt, wie das Wort Gottes in einem messianischen Horizont konkret auszulegen und anzuwenden ist. Den Kontrast zum Lebensstil Jesu (= Monatsthema) besteht im Lebensstil der Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten (Mt 5,20). Die \u201eich aber sage euch\u201c \u2013 Aussagen Jesu stehen nicht im Kontrast zum g\u00f6ttlichen Gesetz, sondern stehen im Kontrast zu einer menschlichen Gesetzesauslegung und -anwendung. Zu Mt 5,33-37 ergibt sich aus inhaltlicher Hinsicht folgendes Predigtthema: \u201eGl\u00fcckselig leben \u2013 nur in der Wahrhaftigkeit?\u201c Auch wenn das Predigtthema in eine Frage gekleidet ist, so ist auf dem Hintergrund des Monatsthemas (\u201eLebensstil Jesu\u201c) eine bejahende Antwort im Rahmen der Predigt zu geben. Wo wir durch und im Lebensstil Jesu leben, da kann man gl\u00fcckselig leben, aber eben nur in der Wahrhaftigkeit, da nur dies der Person und dem Wesen des Messias entspricht.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<br \/>\n* Fritz Gr\u00fcnzweig. Die Bergpredigt: Antworten auf Fragen von heute. H\u00e4nssler, 1985 (S. 106-111).<br \/>\n* Gerhard Maier. Matth\u00e4us-Evangelium 1.Teil. Edition C-Bibelkommentar 1 (S. 171-176).<br \/>\n* D. Martyn Lloyd-Jones. Bergpredigt Bd. 1: Predigten \u00fcber Matth\u00e4us 5,3-48. 2. Aufl. Friedberg: 3L-Verlag, 2003 (S. 311-321 \u2013 sehr empfehlenswert).<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Predigt empfehlen wir das Anh\u00f6ren (im Sinne von Apg 17,11b) der textbezogenen Predigten mit praktischen Anwendungen von Wolfgang Nestvogel: \u201eUnsere Worte\u201c (Predigt vom 13.06.2009, Matth\u00e4us 5,33-37 unter http:\/\/begh.podspot.de\/?page=8 und unter http:\/\/www.bibeltage.de\/Bergpredigt.html dort unter der Nr. 08).<\/p>\n<p>Zum Predigteinstieg:<br \/>\n\u201eK\u00fcrzlich kehrten wir nach einer Woche Abwesenheit nach Hause zur\u00fcck und trafen vor unserem Haus einen Mann an, der behauptete, der Cousin eines unserer Nachbarn zu sein. Er erz\u00e4hlte uns, dass die Polizei seinen Wagen samt all seiner Habseligkeiten wegen Falschparkens abgeschleppt habe, und nun m\u00fcsse er ein Strafgeld bezahlen, um das Auto zur\u00fcckzubekommen. Er fragte, ob er sich von uns etwas Geld leihen k\u00f6nne, und so gaben wir ihm f\u00fcnfzig britische Pfund. Wenig sp\u00e4ter kehrte er zur\u00fcck und sagte, er ben\u00f6tige noch weitere zwanzig Pfund. Nachdem wir ihm auch diese geliehen hatten, wurden wir pl\u00f6tzlich misstrauisch. Ich ging hin\u00fcber zu unseren Nachbarn und sah, dass das Haus hell erleuchtet war. Ich wusste, dass man mich f\u00fcr dumm verkauft hatte. Es stellte sich heraus, dass der Mann drogens\u00fcchtig war und mit der gleichen Geschichte bereits viele Leute in unserem Wohngebiet betrogen hatte. Mir wurde bewusst, was f\u00fcr ein leichtgl\u00e4ubiger T\u00f6lpel ich gewesen war. Aber ich dachte auch, wie schade es ist, dass wir in einer Welt leben, in der wir den Menschen nicht trauen k\u00f6nnen. Vor einiger Zeit berichtete auch Lynda Lee-Potter in Zeitung Daily Mail \u00fcber dieses Thema: \u201aDie Zeitschrift Sun f\u00fchrte vor kurzem eine Untersuchung zur Frage der Wahrheitsliebe durch, um mehr \u00fcber Denken, das Herz und die Integrit\u00e4t ihrer Leser heraus finden. Sie behauptete, hocherfreut zu sein, dass nur 22 Prozent ihrer Leser einen Partner des Geldes wegen umbringen w\u00fcrden und nur 38 Prozent der M\u00e4nner es zulassen w\u00fcrden, dass ihre Ehefrauen als Prostituierte ihr Geld verdienten. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, strahlte die f\u00fcrsorgliche Sun. Wir haben es immer gewusst, doch nun haben wir den Beweis: Sun-Leser sind anst\u00e4ndig, ehrlich, f\u00fcrsorglich und vertrauensw\u00fcrdig. Sie sind loyale Arbeitnehmer, treue Liebhaber und Mitglieder unserer Gesellschaft, die sich um andere k\u00fcmmern. Abgesehen von der Tatsache, so h\u00e4tten sie vielleicht hinzuf\u00fcgen sollen, dass manche unter Ihnen potentielle Zuh\u00e4lter und M\u00f6rder sind\u2018.\u201c (Gumbel, Herausfordernder Lebensstil, S. 101f).<\/p>\n<p>Anmerkungen zur Textauslegung:<br \/>\nNicht der Wortlaut allein entscheidet (= w\u00f6rtliche Auslegung), sondern der darauf basierende beabsichtigte Wortsinn (= wortgem\u00e4\u00dfe Auslegung) ist entscheidend. Wir m\u00fcssen an der richtigen Stelle genau sein, sonst stolpern wir in die gleiche Falle wie die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten. Bei unserer Auslegung und Anwendung ist zu ber\u00fccksichtigen, dass Jesus selbst vor Gericht unter Eid ausgesagt hat (Mt 26,63f). Paulus benutzt unter der Inspiration des Hl. Geistes feierliche Formulierungen, um an Gott zu appellieren (R\u00f6m 1,9; 2Kor 1,23; Gal 1,20; Phil 1,8; 1Thess 5,27). Auch Gott selbst schw\u00f6rt, er beeidet sein Wort, damit Menschen es glauben (1Mose 9,8-11; 22,16f; Lk 1,68.73; Ps 16,10 vgl. Apg 2,27-31). Die Aussage im Hebr 6,16f wird ebenfalls schwer verst\u00e4ndlich, wenn jeglicher Eid S\u00fcnde w\u00e4re. Auf diesem Hintergrund ist sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen, wie die Aussage Jesu \u201eschw\u00f6rt \u00fcberhaupt nicht\u201c (V. 34a) auszulegen und anzuwenden ist. Als absolutes Verbot jeglichen Eides (und damit wahrscheinlich gegen den gesamtbiblischen Zusammenhang) oder als ein Hinterfragen der Motive, da sich f\u00fcr einen Nachfolger Jesu die Frage stellt, warum er \u00fcberhaupt die Wahrhaftigkeit seiner Worte beeiden muss. Sollte es nicht vielmehr grunds\u00e4tzlich klar sein, dass Nachfolger Jesu in allem wahrhaftig sind und dies nicht von ihnen selbst her mit einem Schwur unterstrichen werden muss. Dies w\u00fcrde aber eine eidliche Bekr\u00e4ftigung nicht grunds\u00e4tzlich ausschlie\u00dfen, wenn sie vom Gegen\u00fcber her gefordert oder erforderlich w\u00e4re.<\/p>\n<p>Im Umgang mit unseren Worten sind wir stets gef\u00e4hrdet von der Wahrheit abzuweichen, weshalb Menschen zu einem Eid bzw. Bekr\u00e4ftigungsschwur neigen (V. 33). Dabei gilt es zu ber\u00fccksichtigen, dass der Vater uns auf jeden Fall ernst nimmt, denn er will unsere Wahrhaftigkeit ohne Ausnahmen (V. 34-36). Damit wir nun als Nachfolger Jesu nach diesem eigentlichen Willen Gottes leben k\u00f6nnen, haben wir uns an der Person und dem Wesen Jesu zu orientieren, in und durch den wir ja leben (V. 37). Daraus ergibt sich folgende Textgliederung: Wir sollen wahrhaftig reden, denn wir sind gef\u00e4hrdet im Alltag (V. 33), aber geborgen beim Vater (V. 34-36) und deshalb ist unser Reden und Handeln gepr\u00e4gt vom Sohn (V. 37)<\/p>\n<p>1) Wahrhaftig reden, denn wir sind gef\u00e4hrdet im Alltag (V. 33)<\/p>\n<p>V. 33 ist eine Zusammenfassung der biblischen Aussagen aus 2Mose 20,7; 3Mose 19,12; 4Mose 30,2 und 5Mose 23,21-24.<\/p>\n<p>Der gr. Ausdruck \u201eepiorkeo\u201c = \u201eeinen Eid \/ Gel\u00fcbde brechen bzw. einen Meineid schw\u00f6ren\u201c ist hier als striktes Verbot aufzufassen (V. 33a).<br \/>\nDer gr. Ausdruck \u201eorkos\u201c bedeutet \u201eEid bzw. Schwur\u201c(V. 33b).<\/p>\n<p>\u201eDer Eid soll die Wahrheit einer Aussage sichern, indem man sich selbst verflucht f\u00fcr den Fall, dass die Aussage unwahr ist. Die Sanktion wird von Gott erwartet, den man als Zeugen anruft und dessen Gericht man erwartet, wenn man meineidig ist. Beim \u201aweltlichen\u2018 Eid liegt die Bekr\u00e4ftigung der Aussage nur darin, dass man versch\u00e4rfte strafrechtliche Verfolgung der falschen Aussage ins Auge fasst. Schw\u00f6rt man bei Gott, zieht man sein Gericht auf sich. Man unterscheidet promissorische (Amtseid, Fahneneid, Gel\u00fcbde) und assertorische Eide (Bekr\u00e4ftigung von Aussagen \u00fcber Sachverhalte)\u201c(Voigt, Die bessere Gerechtigkeit, S. 441).<\/p>\n<p>2) Wahrhaftig reden, denn wir sind geborgen beim Vater (V. 34-36)<\/p>\n<p>Jesus tritt mit seiner Aussage nun nicht in Kontrast zu V. 33, sondern zu einem falschen Verst\u00e4ndnis von V. 33. Der Sinn von V. 33 ist eindeutig: Was man verspricht, dass bricht man nicht! Allerdings hat die pharis\u00e4ische Schriftgelehrsamkeit nun angefangen zu differenzieren im Hinblick auf die Schwurformel. Statt grunds\u00e4tzlich am Inhalt des Eides bzw. Schwurs festzuhalten, lehrten sie, dass es entscheidend darauf ankommt, in wessen Namen geschworen bzw. beeidigt wird. So wurde der Name Gottes umschrieben, wobei Jesus nun sagt, dass dies eine Kr\u00fccke sein, denn egal ob der Schwur \/ Eid im Namen des Himmels \u2013 Erde \u2013 Jerusalem \u2013 Haupt erfolgt, da Gott gegenw\u00e4rtig ist und alles sein ist, macht das keinen Unterschied ob sein Name nun genannt wird oder nicht (vgl. V. 34b-36 mit Mt 23,16-22)! Alles was geschieht, geschieht grunds\u00e4tzlich unter den Augen Gottes und entscheidend ist, dass wir uns dessen bewusst sind. Wer in der Gegenwart des Vaters geborgen ist, der arbeitet nicht mit Tricks um andere zu hintergehen.<\/p>\n<p>\u201eV. 34: [\u2026]. Der Eid ruft eigentlich Gott als Zeugen an. Die Scheu seinen Namen auszusprechen, l\u00e4sst Ausweichformeln entstehen und erzeugt eine kleinliche Kasuistik (Mt 23,16-22). Hier und in V. 35 weist Jesus darauf hin, dass solches Ausweichen sinnlos ist: in jedem Falle ist Gott in das Geschehen hereingezogen; in jedem Falle kann sein Name missbraucht werden; in jedem Falle ist Gott ohnehin pr\u00e4sent. \u2013 V. 36: Wie der Mensch Gottes nicht m\u00e4chtig ist, so ist er auch seiner selbst nicht m\u00e4chtig. Ist der Eid als Selbstverfluchung f\u00fcr den Fall der Unwahrhaftigkeit verstanden, so muss der Mensch wissen, dass damit Gott das Herrenrecht genommen wird. Denn kann der Mensch schon sein Haar nicht wei\u00df oder schwarz machen (man verstand es damals, das Haar zu f\u00e4rben, doch dies ist hier nat\u00fcrlich nicht im Blick), dann kann der viel weniger \u00fcber Bestand und Ende des Lebens verf\u00fcgen\u201c (Voigt, Die bessere Gerechtigkeit, S. 440).<\/p>\n<p>Julius Schniewind spitzt die Intention Jesu in den Versen V. 34-36 auf provokante Art und Weise wie folgt zu: \u201eJedes Wort, das ihr sprecht, sei ein Schwur; ihr steht mit jedem Wort, das ihr sprecht, vor Gott\u201c.<\/p>\n<p>Zur Predigtveranschaulichung (V. 34-36): \u201eWie oft haben wir bereits darauf hingewiesen, dass das die Trag\u00f6die der modernen Auffassung von Heiligkeit ist. Heiligkeit und Weltlichkeit werden in v\u00f6llig unbiblischer Weise dargestellt. F\u00fcr manche Christen scheint Weltlichkeit zu bedeuten, ins Kino zu gehen, was dann die Gesamtsumme der Weltlichkeit ausmacht. Solange jemand das nicht tut, ist er nicht weltlich. Dabei vergessen sie den Hochmut &#8211; den Hochmut des Lebens, die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, die Arroganz bez\u00fcglich der Abstammung und \u00c4hnliches. Wir isolieren und grenzen die Definition auf ein Gebiet ein. Solange jemand sich in dieser einen Sache nichts zu Schulden kommen l\u00e4sst, ist alles gut. Das war das Problem mit den Pharis\u00e4ern und Schriftgelehrten. Sie reduzierten alles auf den Meineid. Anders gesagt: Sie meinten, es sei nicht schlimm, wenn jemand, wann auch immer, etwas beschw\u00f6rt, solange es nicht falsch war. Solange er keinen Meineid leistete, konnte er seinen Schwur mit Jerusalem und mit jeder andern Sache bekr\u00e4ftigen. Damit \u00f6ffneten sie den Menschen T\u00fcr und Tor, alles M\u00f6gliche und st\u00e4ndig mit einem Schwur zu bekr\u00e4ftigen. Ein weiterer Wesenszug ihrer falschen Auslegung war, dass sie zwischen verschiedenen Schw\u00fcren unterschieden, indem sie sagten, dass manche bindender waren als andere. Schwor jemand bei dem Tempel, so war das nicht bindend; aber ein Schwur auf das Gold des Tempels war dagegen bindend. Wenn man einen Schwur bei dem Altar ablegte, musste dieser nicht gehalten werden. Aber wenn man bei dem Opfer auf dem Altar geschworen hatte, dann war das absolut bindend. Wir merken sicherlich, wie unser Herr in Matth\u00e4us 23 seinen Spott und Hohn nicht nur \u00fcber eine derartige Verf\u00e4lschung des Gesetzes aussch\u00fcttet, sondern auch \u00fcber die dahinter stehende Unaufrichtigkeit. Und es ist gut zu vermerken, dass unser Herr dies getan hat. Es gibt gewisse Dinge, die den christlichen Glauben betreffen, die so entschieden angegangen werden m\u00fcssen. In dieser laxen und verweichlichten Zeit sind wir, was Prinzipien angeht, so derma\u00dfen unsicher geworden, dass wir vor derartigen Verurteilungen wie dieser, von der wir dort lesen, zur\u00fcckschrecken und fast eher bereit sind, unseren Herrn f\u00fcr die Art und Weise zu verurteilen, wie er \u00fcber die Pharis\u00e4er spricht. Schande \u00fcber uns! Diese h\u00f6chste, \u00fcbel rieche Unaufrichtigkeit bez\u00fcglich der Dinge Gottes muss als das aufgedeckt verurteilt werden, was es ist. Die Pharis\u00e4er haben sich an dieser Stelle schuldig gemacht, indem sie zwischen Eid und Eid unterschieden und sagten, dass manches Schw\u00f6ren bindend war und anderes wiederum nicht. Das Ergebnis dieser ihrer Lehre war, dass ein feierlicher Eid sehr h\u00e4ufig und leichthin in Gespr\u00e4chen abgelegt wurde &#8211; und das in Verbindung mit nahezu jeder Sache\u201c (Lloyd-Jones, Bergpredigt Bd. 1, S. 315f).<\/p>\n<p>3) Wahrhaftig reden, denn wir sind gepr\u00e4gt vom Sohn (V. 37)<\/p>\n<p>Hat Jesus nun grunds\u00e4tzlich jeglichen Schwur oder Eid verboten (V. 34a)? Im Kontext der Bergpredigt scheint der Schwur bzw. Eid im Blick zu sein, der ben\u00fctzt wird, um eine eigene Aussage zu bekr\u00e4ftigen, damit einem geglaubt wird. Dabei halten sich die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten viele Hintert\u00fcrchen offen. Jesus verurteilt diese Praxis, da es ihm um eine grunds\u00e4tzliche Wahrhaftigkeit und Eindeutigkeit geht (vgl. Jak 5,12). Als Ma\u00dfstab gilt hier sein eigenes Leben (vgl. 2Kor 1,17-24), als negatives Beispiel siehe z.B. Petrus w\u00e4hrend seiner Verleugnung Jesu (Mt 26,74).<\/p>\n<p>Es geht Jesus nicht nur darum, dass man l\u00e4sst, was das Gebot Gottes verbietet (negative Haltung), sondern darum, dass man lebt und handelt, wie es dem Herrn entspricht (positive Haltung). Vgl. hierzu Eph 4,25.<\/p>\n<p>Zu V. 37b vgl. Joh 8,44 mit Ps 58,3; 62,4; Jer 9,3-5.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen zu leichtfertigen Umgang mit einem Schwur \/ Eid siehe z.B. Jos 9,15; Ri 11,30f; 1Sam 14,24; Mt 14,7<\/p>\n<p>Zur Predigtveranschaulichung (V. 37): \u201eIch kannte einmal einen gottesf\u00fcrchtigen Mann, man hatte ihm den Spitznamen \u201aGibbo\u2018 gegeben, der in jungen Jahren als Angestellter in dem Londoner Kaufhaus Selfridges arbeitete. Eines Tages, als der Besitzer Gordon Selfridge gerade im Haus war, klingelte das Telefon, und Gibbo nahm den H\u00f6rer ab. Der Anrufer bat darum, Gordon Selfridge zu sprechen. Gibbo gab die Nachricht weiter, und Selfridge antwortete: \u201aSagen Sie ihm, ich sei au\u00dfer Haus\u2018. Gibbo hielt ihm den H\u00f6rer hin und entgegnete: \u201aSagen Sie&#8217;s ihm selbst\u2018. Gordon Selfridge nahm den Anruf entgegen, aber er kochte vor Wut. Gibbo meinte daraufhin: \u201aWenn ich f\u00fcr Sie zu einer L\u00fcge greife, dann k\u00f6nnte ich auch gegen Sie zur L\u00fcge greifen. Von diesem Tag an brachte Gordon Selfridge Gibbo h\u00f6chste Achtung und \u00e4u\u00dferstes Vertrauen entgegen. Christen sind dazu berufen, sich von der Gesellschaft zu unterscheiden. Wir sind berufen, eine Gerechtigkeit zu leben, die \u201aweit gr\u00f6\u00dfer ist als die der Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er\u2018 (Mt 5,20). Wenn wir das tun, werden wir in unserer Gesellschaft Salz und Licht sein (vgl. Mt 5,13-16)\u201c (Gumbel, Herausfordernder Lebensstil, S. 111f).<\/p>\n<p>\u201eWas die Bergpredigt sagt, ist Wirklichkeit zun\u00e4chst in Jesus Christus selbst, in ihm allein. Aber was er ist und hat, will er uns geben. Auf sein Reich warten wir. Im Glauben ist es schon neue Wirklichkeit unseres Lebens. Je fester man sich von Jesus Christus ergriffen wei\u00df, desto leichter hat man es, wahrhaftig zu sein\u201c (Voigt, Die bessere Gerechtigkeit, S. 445).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8220; Wahrhaftigkeit &#8222;. Bitte achtet darauf, dass die Predigt nicht zu einem Vortrag \u00fcber das f\u00fcr und wider \u00fcber das Schw\u00f6ren bzw. Beeiden wird. Es geht konkret darum, wie wir in der Wahrhaftigkeit Jesu leben und dienen k\u00f6nnen und dies zeigt sich darin, wie bei uns Wort und Tat \u00fcbereinstimmt. Dies wollen wir in der Predigt entfalten.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Gl\u00fcckselig leben \u2013 nur in der Wahrhaftigkeit? Ja, denn wir sind<br \/>\na) gef\u00e4hrdet im Alltag (V. 33)<br \/>\nb) geborgen beim Vater (V. 34-36)<br \/>\nc) gepr\u00e4gt vom Sohn (V. 37)<\/p>\n<p>oder nach Wolfgang Nestvogel:<br \/>\nUnser Wort<br \/>\na) gef\u00e4hrdet durch L\u00fcge<br \/>\nb) gefordert zu Wahrheit und Klarheit<br \/>\nc) geformt in der Herzenszentrale<\/p>\n<p>oder nach Jacob Thiessen:<br \/>\na) Gott sein Versprechen erf\u00fcllen (V. 33)<br \/>\nb) Gott nimmt unser Wort immer ernst (V. 34-36)<br \/>\nc) Unser Wort zeigt, wie unser Herz ist (V. 37)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Der Lebensstil JesuPredigtthema: Gl\u00fcckselig leben &#8211; nur in der Wahrhaftigkeit? Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 33-37 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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