{"id":1694,"date":"2010-01-20T12:54:29","date_gmt":"2010-01-20T10:54:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=515"},"modified":"2010-01-20T12:54:29","modified_gmt":"2010-01-20T10:54:29","slug":"predigthilfe-vom-7-2-2010-matthaus-5-27-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-7-2-2010-matthaus-5-27-32\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 7.2.2010 &#8211; Matth\u00e4us 5, 27-32"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Der Lebensstil Jesu<br \/>Predigtthema: Gl\u00fcckselig leben &#8211; auch in der Ehe?<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 27-32<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Nachdem in Mt 5,17-20 die ganz grunds\u00e4tzliche Haltung aufgezeigt wurde, die es gegen\u00fcber dem Wort Gottes einzunehmen gilt, werden nun Einzelaspekte beleuchtet und aufgezeigt, wie das Wort Gottes nun in einem messianischen Horizont konkret auszulegen und anzuwenden ist. Nur in und aus der Verbindung zu Jesus sind wir imstande das Wort Gottes zu leben. Das zweite Thema, das wir nun aufgreifen, ist das Verhalten in der Ehe (Mt 5,27-32). Die \u201eich aber sage euch\u201c \u2013 Aussagen Jesu stehen nicht im Kontrast zum g\u00f6ttlichen Gesetz, sondern stehen im Kontrast zur menschlichen Gesetzesauslegung. So ergibt sich zu Mt 5,27-32 aus inhaltlicher Hinsicht und in Einbindung in den Textzusammenhang folgendes Predigtthema: \u201eGl\u00fcckselig leben \u2013 auch in der Ehe?\u201c. Auch wenn das Predigtthema wieder in eine Frage gekleidet ist, so ergibt sich aus dem Monatsthema (\u201eLebensstil Jesu\u201c) eine bejahende Antwort auf diese Frage. Wo wir durch und im Lebensstil Jesu leben, da kann man gl\u00fcckselig leben, auch unter den inneren und \u00e4u\u00dferen Versuchungen der Ehe.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Zur Auslegung und Anwendung der Predigt siehe z.B.<br \/>\n* Fritz Gr\u00fcnzweig. Die Bergpredigt: Antworten auf Fragen von heute. H\u00e4nssler, 1985 (S. 93-106).<br \/>\n* Gerhard Maier. Matth\u00e4us-Evangelium 1.Teil. Edition C-Bibelkommentar 1 (S. 162-171).<br \/>\n* D. Martyn Lloyd-Jones. Bergpredigt Bd. 1: Predigten \u00fcber Matth\u00e4us 5,3-48. 2. Aufl. Friedberg: 3L-Verlag, 2003 (S. 275-309).<\/p>\n<p>Zum Einstieg in die Predigt: \u201eSollte man heiraten, wurden Kinder gefragt. Anita, 9 Jahre, antwortete: \u201aF\u00fcr M\u00e4dchen ist es besser, wenn sie Single bleiben, aber nicht f\u00fcr Jungs. Jungs brauchen jemanden, der hinter ihnen herr\u00e4umt\u2018. Was kann man denn tun, damit Ehen gut werden, war eine weitere Frage. Der 8j\u00e4hrige Aaron meinte, man solle besser nicht den Namen seiner Frau vergessen, sonst ginge es bergab mit der Ehe. Und David, ebenfalls 8, r\u00e4t: \u201aM\u00e4nner m\u00fcssen gut k\u00fcssen k\u00f6nnen, dann werden die Frauen schon vergessen, dass die M\u00e4nner nie den M\u00fcll raustragen\u2018. Jetzt haben wir schon einige Experten geh\u00f6rt, Anita, Aaron und David und sie alle haben etwas beizutragen zu unserem heutigen Thema: Wie gelingen gute Beziehungen, und zwar am Beispiel der ehelichen Beziehungen\u201c (Michael Herbst).<\/p>\n<p>Im Rahmen der Predigt sollten wir drei Fragen aufgreifen und veranschaulichen:<\/p>\n<p>A) Was gef\u00e4hrdet die (eheliche) Gemeinschaft? (V. 27f)<br \/>\n* Welchen Versuchungen \/ Gef\u00e4hrdungen \/ Begierden usw. sind wir ausgesetzt (nicht nur sexuell)?<br \/>\n* Was ist wirklich in meinem Herzen? Was ist mein Herzensanliegen?<\/p>\n<p>B) Was sch\u00fctzt die (eheliche) Gemeinschaft? (V. 29f)<br \/>\n* Wie reagieren wir auf Versuchungen \/ Gef\u00e4hrdungen \/ Begierden (nicht nur sexuell)?<br \/>\n* Wie weit f\u00fchren wir uns die Konsequenzen unseres Verhaltens vor Augen, was wollen wir wirklich ergreifen?<\/p>\n<p>Bitte beachten: Es handelt sich hier um eine bildliche Rede, die etwas veranschaulicht. Es geht hier nicht um ein \u201e\u00e4u\u00dferlich\u201c, sondern um ein \u201einnerlich\u201c zu befolgendes Gebot Jesu. Zum Beispiel kastrierte sich Origenes (ca. 186-225), ein Gelehrter des 3. Jh., selbst, um nicht in Versuchung gef\u00fchrt zu werden. Im Konzil von Nic\u00e4a im Jahr 325 nach Christus wurden solche Praktiken schlie\u00dflich verboten. Jesus spricht hier eben nicht von einer k\u00f6rperlichen Selbstverst\u00fcmmelung, sondern von einer radikalen Selbstverleugnung! Mit der S\u00fcnde kann man nicht \u201eflirten\u201c. Auge (was sehe ich), Hand (was halte ich fest) und Fu\u00df (wohin begebe ich mich) sind symbolisch zu verstehen und aus diesem Grund in unsere Lebenssituation hinein zu \u00fcbertragen und zu veranschaulichen.<\/p>\n<p>C) Was bewahrt die eheliche Gemeinschaft (V. 31f)<br \/>\n* Zu welchen vorbeugenden Verhaltensweisen kommen wir nun, damit das Thema Scheidung und Wiederheirat eben kein Thema wird?<br \/>\n* Vgl. Mt 19,1-12<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung f\u00fcr den Prediger (am Bsp. sexueller Versuchung): \u201eWas machen wir, wenn wir sexuell versucht werden? K\u00e4mpfen wir innerlich gegen dieses Bild an? Sagen wir Nein zu ihm und versuchen anschlie\u00dfend mit aller Kraft, unser Gehirn mit Gegenbildern zu f\u00fcllen, die das verf\u00fchrerische Bild abt\u00f6ten? \u201aWenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches t\u00f6tet, so werdet ihr leben\u2018 (R\u00f6mer 8,13). Zu viele Christen bilden sich ein, sie h\u00e4tten gegen die Versuchung ausreichend angek\u00e4mpft, wenn sie Gott um seine Hilfe bitten und hoffen, dass die Versuchung weggeht. Das ist zu passiv. Doch, Gott wirkt in uns, damit wir seinen Willen tun, aber dies hat zur Folge, dass wir \u201amit Furcht und Zittern\u2018 (Phil 2,12f) an unserer Erl\u00f6sung arbeiten. Das Herausrei\u00dfen des Auges ist ein drastisches Bild. Unser Gehirn ist ein \u00bbMuskel\u00ab, mit dem wir Reinheit trainieren sollen, und beim Christen hat er die Extrakraft des Geistes Christi.<br \/>\nWas bedeutet dies praktisch? Dass wir dem sexuellen Bild oder Impuls nicht mehr als f\u00fcnf Sekunden geben d\u00fcrfen, bevor wir einen entschlossenen Gegenangriff starten. F\u00fcnf Sekunden &#8211; das meine ich ernst. In den ersten beiden Sekunden rufen wir: \u201aNein! Raus aus meinem Kopf!\u2018 Und in den n\u00e4chsten beiden rufen wir: \u201aGott, im Namen von Jesus, hilf mir! Rette mich jetzt, ich geh\u00f6re dir!\u2018 Kein schlechter Anfang. Aber danach f\u00e4ngt der eigentliche Kampf erst an. Dies ist ein Krieg der Gedanken, in welchem unser Ziel darin besteht, dieses Bild bzw. diesen Impuls aus unserem Kopf herauszubekommen. Wie wir das schaffen? Mit einem Gegenbild, das Christus gro\u00df macht und unsere Seele fesselt. K\u00e4mpfen, sto\u00dfen, dr\u00fccken Sie, geben Sie nicht auf. Es muss ein Bild sein, das so m\u00e4chtig ist, dass das andere Bild nicht \u00fcberlebt. Jawohl, es gibt Bilder und Gedanken, die Lust zerst\u00f6ren.<br \/>\nHaben Sie in jenen ersten f\u00fcnf Sekunden schon einmal Ihren inneren Augen befohlen, auf das Bild des gekreuzigten Jesus zu schauen? Nehmen wir an, Sie haben gerade einen allzu freiz\u00fcgigen Blusenausschnitt gesehen, der Ihre Fantasie in Gang setzt. Sie haben f\u00fcnf Sekunden. \u201aNein! Raus aus meinem Kopf! Gott, hilf mir!\u2018 Und jetzt befehlen Sie Ihrem Gehirn &#8211; und Sie k\u00f6nnen das durch den Geist Gottes (R\u00f6mer 8,13) -, seinen Blick auf Christus am Kreuz zu richten. Stellen Sie sich die Spuren der Gei\u00dfelung auf seinem R\u00fccken vor. Nach 39 Hieben hing die Haut in Fetzen. Sehen Sie, wie Christus sich keuchend immer wieder hochzieht, den R\u00fccken am Stamm des Kreuzes, dass jeder Atemzug Holzsplitter in seine Striemen treibt. H\u00f6ren Sie, wie er keucht, dann und wann aufschreit vor Schmerz. Er versucht, sich von dem Holz zu l\u00f6sen, und die Holzn\u00e4gel rei\u00dfen prompt in die Nervenenden seiner Handgelenke hinein. Er schreit wieder, versucht, sich hochzuschieben, um seinen H\u00e4nden Erleichterung zu verschaffen, worauf die ebenfalls durchbohrten F\u00fc\u00dfe vor Schmerz explodieren. Bald ist seine Kehle rau vom Schreien. Er bekommt keine Luft mehr, sein ganzer K\u00f6rper ringt nach Luft, und die n\u00e4chste Schmerzexplosion kommt. In seiner Qual wirft er, die Dornenkrone vergessend, seinen Kopf zur\u00fcck, und einer der massiven Dornen dringt ihm halb in den Sch\u00e4del. Seine Stimme bricht vor Schmerz, er beginnt zu schluchzen, jeder Schrei bringt nur neuen Schmerz.<br \/>\nWenn ich mir dies vorstelle, sehe ich den Ausschnitt der fremden Frau nicht mehr. Ich bin auf Golgatha. Die beiden Bilder bei\u00dfen sich einfach. Wenn Sie den \u201aMuskel\u2018 Ihres Gehirns konsequent benutzen, um sich den gekreuzigten Christus vorzustellen, mit derselben Energie, mit der Sie sich sonst sexuellen Fantasien hingeben, werden Sie diese Fantasien t\u00f6ten. Aber Sie m\u00fcssen in den ersten f\u00fcnf Sekunden damit anfangen und d\u00fcrfen nicht locker lassen.<br \/>\nMeine Frage an Sie ist also: Was tun Sie, wenn die Versuchung anklopft? Beten Sie nur und warten dann ab, oder k\u00e4mpfen Sie? Es ist ein Kampf der Bilder, ein blutiger geistlicher Krieg. Stellen Sie sich an meine Seite in diesem Kampf, mein Herz und meinen K\u00f6rper rein zu halten f\u00fcr meinen Herrn, f\u00fcr meine Frau und f\u00fcr meine Gemeinde. Jesus hat unvorstellbare Leiden durchgemacht, um uns \u201azu reinigen und uns zu seinem eigenen Volk zu machen\u2018 (Titus 2,14). Mit seinem Todeskampf am Kreuz wollte er meine Lust t\u00f6ten. \u201aAn seinem eigenen K\u00f6rper hat er unsere S\u00fcnden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir f\u00fcr die S\u00fcnde tot sind und f\u00fcr die Gerechtigkeit leben k\u00f6nnen\u2018 (1Petr 2,24). Vater, erbarme dich \u00fcber uns in unserem st\u00e4ndigen Kampf mit der Lust. Oh, wie wir die Siege lieben, die du uns gibst! Gib uns noch mehr von diesen Siegen, hilf, dass wir Nein sagen k\u00f6nnen zu jeder Versuchung. Ja, gib uns noch mehr, als nur Nein zu sagen; Hilf uns zu k\u00e4mpfen. Gib uns den Willen, den Kampf gegen unsere S\u00fcnden aufzunehmen. Zeige uns die unendliche, das Herz stillende Herrlichkeit des gekreuzigten Christus. M\u00f6ge dein Name uns so kostbar sein, dass wir ihn unter keinen Umst\u00e4nden beflecken m\u00f6chten. Im m\u00e4chtigen Namen von Jesus bitten wir dies. Amen\u201c (John Piper. Bis ins Innerste: Gedanken \u00fcber das Wort Gottes. H\u00e4nssler, 2005. S. 71-74).<\/p>\n<p>John Piper spricht sehr drastisch und seine \u201abrutale\u2018 Sprache ist vielleicht nicht f\u00fcr den Gebrauch auf der Kanzel geeignet. Aber trotzdem ist in aller Radikalit\u00e4t festzuhalten, dass unsere Hilfe und Rettung nur in Christus liegt und es deshalb die entscheidende Frage ist, ob Jesus in mir Raum und Gestalt hat (vgl. Gal 4,19), er gegenw\u00e4rtig ist. Begierde ist keine Bagatelle (vgl. Jak 4,1-10).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Scheidung + Wiederheirat&#8220;. Allerdings hat sich die Predigt auf die Vermeidung dieser notvollen Situation zu konzentrieren und nicht auf die Detailregelung, was ist, wenn es dazu kommt. Der Textaufbau und -zusammenhang macht deutlich: Dies gilt es zu vermeiden, auch wenn es nicht immer gelingen wird. Von daher geht es um \u201eProphylaxe\u201c. Wir stellen heraus, was Jesus uns zeigt, damit (eheliche) Beziehungen nicht zerbrechen, sondern dass sind, was sie sein sollen: eine best\u00e4ndige und einander achtende unl\u00f6sbare Verbindung zur Ehre des Herrn (vgl. Eph 5,30-33).<br \/>\nWir behalten im Blick, dass wir nicht nur Ehepartner als H\u00f6rer haben. Was Jesus hier im Hinblick auf die eheliche Beziehung sagt, ist vom Grundsatz her auch auf andere Beziehungen mit \u00fcbertragbar (Mt 5,28-30).<\/p>\n<p>Zur praktischen Anwendung von Mt 5,27-32 bitte unbedingt unsere WBB-Leitlinie \u201eMut zur Ehe: Als Mann und Frau leben unter den Verhei\u00dfungen des lebendigen Gottes\u201c lesen. Die Brosch\u00fcre liegt in allen WBB-Gemeinschaften aus.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Gl\u00fcckselig leben \u2013 auch in der Ehe?<br \/>\na) (Ehen) Beziehungen sind immer gef\u00e4hrdet (V. 27f)<br \/>\nb) (Ehen) Beziehungen k\u00f6nnen gesch\u00fctzt werden (V. 29f)<br \/>\nc) Ehen (Beziehungen) sollen gewahrt werden (V. 31f)<\/p>\n<p>oder nach Paul Deitenbeck:<br \/>\na) Jesus hat Durchblick bis in unsere Tr\u00e4ume (V. 27f)<br \/>\nb) Klare Scheidung von allem Brennmaterial der H\u00f6lle (V. 29f)<br \/>\nc) Gottes Schutz f\u00fcr die wichtigste Zelle in Gemeinde und Volk (V. 31f)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Der Lebensstil JesuPredigtthema: Gl\u00fcckselig leben &#8211; auch in der Ehe? Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 27-32 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 1. 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