{"id":1668,"date":"2009-07-24T17:23:36","date_gmt":"2009-07-24T15:23:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=489"},"modified":"2009-07-24T17:23:36","modified_gmt":"2009-07-24T15:23:36","slug":"predigthilfe-vom-9-8-2009-nehemia-8-1-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-9-8-2009-nehemia-8-1-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 9.8.2009 &#8211; Nehemia 8, 1-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Leben aus dem Wort Gottes<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Nehemia 8, 1-18<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt \u2013 Bd. 2. S. 267-268 und Klaus vom Orde. Die B\u00fccher Esra und Nehemia. Wuppertaler Studienbibel AT. Wuppertal: R. Brockhaus, 1997. S. 229-241 und Warren W. Wiersbe. Sei fest entschlossen: Im Gegenwind standhaft bleiben. Dillenburg: CV, 2008. S. 101-112.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Mit Nehemia hat die Wende im Volk Gottes nun konkrete Formen angenommen. W\u00e4hrend Nehemia die Grundlagen f\u00fcr die \u201e\u00e4u\u00dfere\u201c Ordnung des Volkes legt, so kann Esra nun aufbauend auf dem Dienst des Nehemia die \u201einnere\u201c Ordnung des Volkes weiterf\u00fchren (vgl. 2Kor 7,10). \u201eNun tritt Esra in den Mittelpunkt der Ereignisse, die so von Nehemia gewollt und gef\u00f6rdert wurden (8,9; Kap. 10). Es ist eine faszinierende Zusammenarbeit zweier M\u00e4nner, die sich von ihrem Beruf, ihrer Ausbildung und ihren Gaben her ideal erg\u00e4nzten und jeweils einen durch den anderen nicht zu ersetzenden Dienst taten. Was f\u00fcr ein Segen f\u00fcr den \u00e4u\u00dferen und inneren Aufbau der Gemeinde Jesu, wenn von der Kinderstunde bis zur Gemeinschaftsleitung unterschiedliche Biografien, Gaben und Schwerpunkte als erg\u00e4nzende Bereicherung gesehen und sinnvoll eingesetzt werden. Und was f\u00fcr ein Jammer, oft Schaden, wenn stattdessen Konkurrenzdenken und Machtk\u00e4mpfe herrschen\u201c (Karl-Hermann Gruhler, Gemeinschaft H. 6 \/ 2001, S. 6).<\/p>\n<p>\u201eNehemias gro\u00dfer Auftrag war ausgef\u00fchrt, die Mauer fertig und das Volk in seinem Land wieder beheimatet. Dennoch waren die Feinde nicht einfach verschwunden. Auch unser Feind liegt Tag und Nacht auf der Lauer. Ist vielleicht doch noch eine ganz andere \u201aSchutzmauer\u2018 n\u00f6tig? Wir staunen, dass das Volk einm\u00fctig und sehnsuchtsvoll um das einzig Richtige in diesem bedeutenden Augenblick bittet. Sie wollen das Wort Gottes h\u00f6ren. Haben wir bemerkt, wie Nehemia, der mutige Mann des Mauerbaus, pl\u00f6tzlich einen Schritt zur\u00fccktritt? Tagelang h\u00f6rt das Volk der biblischen Lesung und der Auslegung durch Esra und seine Mitarbeiter zu. Gottes Wort bedeutete ihnen viel. Wie viel bedeutet es mir? Welche Priorit\u00e4t nimmt es in meinem Leben ein? Wie zeigt sich das in meinem Alltag praktisch? Es scheint, dass die Juden in Jerusalem den unsch\u00e4tzbaren Wert des Wortes Gottes neu entdeckt haben. Sie waren tief bewegt, sie feierten, sie weinten und trauerten. Ihre Herzensohren waren nach vielen Jahren wieder offen f\u00fcr Gottes Reden, Dort, wo das freie, vertrauensvolle Gespr\u00e4ch zwischen Gott und den Seinen auflebt, w\u00e4chst auch die Freude an der Person selber: die Freude am Herrn. Es ist eine Freude, die auf Gottes Erl\u00f6sung beruht (Neh 1,10), die sich in Anfechtungen bew\u00e4hrt (V. 6.3.4.8.9. 11) und zum Gehorsam motiviert (Kap. 2,18b). Die Freude am Herrn macht das Volk Gottes stark. Sie gleicht einem Schutzwall, der der Zugluft des Zeitgeistes widersteht und dem Gegenwind der Mutlosigkeit, ja den St\u00fcrmen herzzerrei\u00dfender N\u00f6te, standh\u00e4lt &#8211; bis wir einmal den Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen. \u201aSo werden die Erl\u00f6sten des Herrn heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen\u2018 (Jes. 51, 11; lies Offb.21, 1-7)\u201c (= Aidlinger Bibellesezettel = Zeit mit Gott, H. 3 \/ 2007, S. 120).<\/p>\n<p>\u201eDie Heilige Schrift trug dazu bei, das Volk Israel zu \u201aformen\u2018. Seine Angeh\u00f6rigen sind ein \u201aVolk des Buches\u2018 wie keine andere Nation. Dabei tut die Gemeinde unserer Zeit gut daran, dem Beispiel des alten Israel zu folgen. Wenn Gotteskinder das Wort Gottes immer weniger lieben, lesen und befolgen, verlieren sie den g\u00f6ttlichen Segen. Wenn wir fruchtbringenden B\u00e4umen gleichen wollen, darf uns die Freude an Gottes Wort nicht verlorengehen (Ps 1,2.3). Dies ist der Grund daf\u00fcr, warum Nehemia eine \u201aKonferenz unter dem Wort\u2018 einberief und den Schriftgelehrten Esra einlud, die biblische Unterweisung zu \u00fcbernehmen. Jetzt waren die Mauern wiederaufgebaut und die Tore wiedereingesetzt. F\u00fcr die \u00e4u\u00dferen Bed\u00fcrfnisse der Stadtbewohner war gesorgt worden; nun war der Zeitpunkt gekommen, ihre geistlichen Bed\u00fcrfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. In Kapitel 8-13 des Buches wird von diesem Dienst im geistlichen Bereich berichtet. Dabei geht es um die Belehrung des Volkes (Kap. 8), das Bekenntnis der S\u00fcnden (Kap. 9), die Erneuerung des Bundes einschlie\u00dflich der Mauerweihe (Kap. 10-12) und um die Reinigung der Gemeinschaft durch Aussonderung der Heiden (Kap. 13). Es ist wichtig festzustellen, dass Esra und Nehemia das Wort Gottes im Leben der Stadtbewohner an erste Stelle setzten. Was in Jerusalem von diesem Zeitpunkt an geschah, ging mit der Reaktion des Volkes auf die Heilige Schrift einher. \u201aDie wichtigste Aufgabe der Gemeinde und des christlichen Dienstes besteht in der Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes\u2018, sagte Dr. D. Martyn Lloyd-Jones. \u201aDie Zeiten und Zeitabschnitte des Verfalls in der Kirchengeschichte sind stets jene Phasen gewesen, in denen die Predigt im Niedergang begriffen war\u2018. Der Geist Gottes gebraucht das Wort Gottes, um die Herzen der Gotteskinder zu reinigen und neu zu beleben\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 101f).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Leben aus dem Wort Gottes (= Predigtthema) k\u00f6nnen wir, wenn wir es anh\u00f6ren (V. 1-8), annehmen (V. 9-12) und anwenden (V. 13-18). Exemplarisch zeigt uns Neh 8,1-18 wie es zur verbindlichen Erkenntnis und Erfahrung des Willens Gottes kommt, denn im Hinblick auf den Umgang mit dem Wort Gottes gilt es die Wirkung der Schrift in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beachten (vgl. hierzu auch R\u00f6m 15,4):<br \/>\n* Vergangenheit: \u201eDamals wurde es gesagt\u201c = anh\u00f6ren = \u201eerfahren, was dasteht\u201c (V. 1-8)<br \/>\n* Gegenwart: \u201eJetzt wird es geh\u00f6rt\u201c = annehmen = \u201eerkennen, worum es geht\u201c (V. 9-12)<br \/>\n* Zukunft: \u201eNun wird es gelebt\u201c = anwenden = \u201eerleben, wohin es geht\u201c (V. 13-18)<br \/>\nSo k\u00f6nnen wir aus dem Wort Gottes leben, wenn wir zuerst \u201eunter\u201c (= anh\u00f6ren), dann \u201ein\u201c (= annehmen) und auf dieser Grundlage \u201emit\u201c (= anwenden) dem Wort Gottes leben. Es geht darum, dass der ganze Mensch vom Wort Gottes angesprochen und in Beschlag genommen wird: Verstand (= anh\u00f6ren) \u2013 Herz (= annehmen) \u2013 Wille (= anwenden).<\/p>\n<p>A. Anh\u00f6ren \u2013 unter dem Wort leben (V. 1-8)<\/p>\n<p>\u201eDie Bibel ist kein \u201aZauberbuch\u2018, das Menschen oder Verh\u00e4ltnisse schon dadurch ver\u00e4ndert, das jemand daraus vorliest oder Bibelverse aufsagt. Wir m\u00fcssen Gottes Wort verstehen, bevor es uns ins Herz gehen und seine lebensver\u00e4ndernde Kraft freisetzen kann. Beachten wir, dass in diesem Kapitel viermal von \u201averstehen\u2018 die Rede ist (V. 2-3.8.12). Nur diejenigen, die alt genug waren, die Schrift zu verstehen, durften in der Versammlung zugegen sein (V. 3). Im \u201aGleichnis vom S\u00e4mann\u2018, das unser Herr erz\u00e4hlt (Mt 13,1.9.18.23), liegt der Schwerpunkt auf dem Verstehen des Wortes Gottes. Jesus verglich Verstehen und Aufnehmen des Wortes mit dem Auss\u00e4en des Samens in den Boden, wo er Wurzeln schl\u00e4gt und Frucht bringt.<br \/>\nEsra war als derjenige, der diese biblische Unterweisung im Freien durchf\u00fchrte, in jeder Beziehung geeignet. Er war Priester und Schriftgelehrter, der \u201asein Herz darauf gerichtet (hatte), das Gesetz des HERRN zu erforschen und zutun und in Israel &#8230; zu lehren\u2018 (Esra 7,10). Er war etwa vierzehn Jahre vor Nehemias Ankunft nach Jerusalem gekommen und hatte bereits versucht, die Angeh\u00f6rigen des Volkes zu den Wegen des Herrn zur\u00fcckzuf\u00fchren (Esr 7-10). Eine interessante Tatsache besteht darin, dass die f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten den Platz am Wassertor als Versammlungsst\u00e4tte w\u00e4hlten. In der Bibel symbolisiert Wasser, womit man sich reinigen kann, das Wort Gottes (Joh 15,3; Eph 5,26), w\u00e4hrend Wasser, das man trinken kann, ein Bild des Geistes Gottes ist (Joh 7,37-39). Wenn wir das Wasser des Wortes in unserem Leben benutzen, kann der Geist wirken und die f\u00fcr uns erforderliche Hilfe gew\u00e4hren. Es erquickt die Seele, wenn man das Wort aufnimmt und sich vom Geist belehren l\u00e4sst. Beachten wir all das, was Esra w\u00e4hrend dieses speziellen Zusammenseins f\u00fcr das Volk tat:<br \/>\n* Er brachte zun\u00e4chst das Buch herbei (Neh 8,1-4): Dies geschah am ersten Tag des siebten Monats, was im Judentum unserem Neujahrstag entspricht. Der siebte Monat war eine besondere Zeit im j\u00fcdischen Kalender, weil die Juden am ersten Tag dieses Monats das Fest des Posaunenhalls, am zehnten Tag den Vers\u00f6hnungstag und vom 15. bis zum 21. Tag das Laubh\u00fcttenfest feierten (3Mo 23,23-44). Dies war ein idealer Zeitpunkt f\u00fcr das Volk, in die rechte Stellung vor den Herrn zu kommen und nochmals ganz von vorn anzufangen. Das Buch, das Esra herbeibrachte, war \u201adas Buch mit dem Gesetz\u2018. [\u2026]. Esra befand sich auf einem h\u00f6lzernen Podium (\u201aeiner Kanzel\u2018), so dass er gegen\u00fcber seinen Landsleuten etwas erh\u00f6ht stand und diese ihn besser sehen bzw. h\u00f6ren konnten. Er sah zu dem \u00f6ffentlichen Platz hin, wo die Menschen standen. Dabei machte er sich vielleicht die Resonanzf\u00e4higkeit der hinter ihm befindlichen Mauern und Tore zu Nutze, so dass seine Stimme besser zu h\u00f6ren war, w\u00e4hrend er vor der riesigen Versammlung stand. In Vers 4 erw\u00e4hnte Nehemia dreizehn bei ihm stehende M\u00e4nner, die als f\u00fchrende Leute m\u00f6glicherweise die St\u00e4mme repr\u00e4sentierten. In Vers 7 werden neben den Leviten dreizehn weitere M\u00e4nner erw\u00e4hnt, die vermutlich f\u00fcr biblische Belehrung zust\u00e4ndige Priester waren.<br \/>\n* Er \u00f6ffnete das Buch (Neh 8,5-6): Zun\u00e4chst nahm Esra die Schriftrolle zur Hand, um sie so weit zu entrollen, wie er vorlesen wollte. Dabei standen die bisher auf dem Platz sitzenden Anwesenden als Zeichen der Ehrerbietung gegen\u00fcber dem Wort Gottes auf. Sie wussten, dass sie jetzt nicht die Worte und Gedanken eines Sterblichen h\u00f6ren w\u00fcrden. Vielmehr w\u00fcrden sie unmittelbar das Wort Gottes vernehmen (1Thes 2,13). Das Volk blieb stehen, w\u00e4hrend das Gesetz verlesen und erkl\u00e4rt wurde (Neh 8,7). Esra fing fr\u00fchmorgens an, das Wort zu verlesen sowie zu erl\u00e4utern, und fuhr damit bis zum Mittag fort (V. 3). Dies bedeutet, dass die Versammelten f\u00fcnf oder sechs Stunden lang dastanden und zuh\u00f6rten, wobei dies eine ganze Woche so ging (V. 18). Obwohl er den Leuten zweifellos gelegentlich die M\u00f6glichkeit zum Ausruhen gab, waren dort Menschen versammelt, die Gottes Wort h\u00f6ren wollten und bereit waren, auszuharren und zuzuh\u00f6ren.<br \/>\n* Nachdem Esra das Buch ge\u00f6ffnet hatte, \u201aPries (er) den HERRN, den gro\u00dfen Gott\u2018 (V. 6). In vielen Kirchen und Gemeinden wird ein Segensgebet nach der Schriftlesung gesprochen, doch es ist gewiss nicht verkehrt, den Herrn f\u00fcr sein Wort zu preisen, bevor wir es lesen und h\u00f6ren. Die Anwesenden best\u00e4tigten Esras Worte, indem sie \u201aAmen, Amen\u2018, sagten (siehe 5,13), was \u201aso sei es\u2018 bedeutet. Hier hatten sich Menschen einm\u00fctig zusammengefunden (8,1), welche die Heilige Schrift ehrten und bereit waren, einen halben Tag zu opfern, um sie zu h\u00f6ren und dadurch belehrt zu werden. Sie verehrten nicht das Buch als solches, sondern beteten den Herrn an, der durch das Buch zu ihnen sprach. Hinsichtlich unserer heutigen Gemeinden ist es dringend erforderlich, dass die Gemeindeglieder in den Gottesdiensten dem Wort Gottes mehr Ehrfurcht entgegenbringen. Obwohl uns geboten wird, uns ganz dem Vorlesen der Heiligen Schrift zu widmen (1Tim 4,13), ist der Predigttext oft die einzige Schriftstelle, die in zahlreichen Gemeinden \u00f6ffentlich vorgelesen wird. \u201aUnabh\u00e4ngige Gemeinden\u2018 kritisieren \u201aliturgieverhaftete Gemeinden\u2018 daf\u00fcr, dass sie traditionsgebunden sind, doch in den sogenannten \u201aliturgieverhafteten Gemeinden\u2018 wird wenigstens noch regelm\u00e4\u00dfig das Wort Gottes vor allen verlesen. (Das Wort \u201dLiturgie\u2018 bedeutet lediglich \u201aeine Form des \u00f6ffentlichen Gottesdienstes\u2018. Jede Gemeinde hat in irgendeiner Form eine Liturgie bzw. Gottesdienstordnung &#8211; auch wenn sie das abstreitet &#8211; sei sie nun wertvoll oder unbrauchbar.) Wir sollten uns fragen, wie dem Heiligen Geist zumute ist, wenn er sieht, wie Bibeln auf den Boden des Gemeinderaums gelegt oder als tragbare Ablagen f\u00fcr diverse Notizen benutzt bzw. gar in der Gemeinde vergessen und gesammelt werden, bis sie schlie\u00dflich an die Stadtmission vor Ort weitergegeben werden. Obwohl wir die Bibel als das Wort Gottes verteidigen, behandeln wir sie nicht immer wie das Wort Gottes. Uns kann es auch nicht schnell genug gehen, die gemeindliche Zusammenkunft zu beenden. In manchen Teilen der Welt, insbesondere in Osteuropa vor dem Zusammenbruch des kommunistischen Blocks, standen die Gl\u00e4ubigen stundenlang in \u00fcberf\u00fcllten Gemein\u00acdes\u00e4len, um sich biblisch unterweisen zu lassen. In der evangelikalen Durchschnittsgemeinde der westlichen Welt gilt: Je k\u00fcrzer die Verk\u00fcndigung, desto mehr gef\u00e4llt sie uns.<br \/>\n* Er las aus dem Buch vor und erkl\u00e4rte diese Stellen (Neh 8,7-8): Die Angeh\u00f6rigen des einfachen Volkes besa\u00dfen keine eigenen Exemplare der Heiligen Schrift. Somit waren sie in freudiger Erregung, als sie Gottes Wort h\u00f6ren konnten. Mit dem Begriff \u201adeutlich\u2018 in Vers 8 (vgl. z.B. Nichtrevidierte Elberfelder und Schlachter) ist gemeint, dass das Gesetz den Angeh\u00f6rigen des Volkes in einer Sprache erkl\u00e4rt wurde, die sie verstehen konnten. Das Wort wurde \u00fcbersetzt und so ausgelegt, dass die Menschen imstande waren, es auf ihr eigenes Leben anzuwenden. Die hebr\u00e4ische Sprache hatte sich seit der Zeit, da Mose die f\u00fcnf nach ihm benannten B\u00fccher niedergeschrieben hatte, in einigen Beziehungen ge\u00e4ndert, wobei sich das in Alltagsgespr\u00e4chen gebrauchte Volkshebr\u00e4isch [= aram\u00e4isch] in gewisser Hinsicht vom alten Hebr\u00e4isch unterschied. [\u2026]. Die Leviten gingen Esra bei der Gesetzesunterweisung zur Hand (V. 7), denn dies umfasste einen ihrer g\u00f6ttlich gegebenen Dienste (5Mo 33,10; Mal 2,7). Wenn Esra innehielt, das Gesetz zu verlesen, mischten sie sich vermutlich unter die Angeh\u00f6rigen des Volkes, um deren Fragen zu beantworten und ihnen zu sagen, wie sie das Gesetz auf ihr eigenes Leben anwenden sollten. Hier finden wir eine Ausgewogenheit zwischen der \u00f6ffentlichen Verk\u00fcndigung des Wortes in einer gro\u00dfen Zusammenkunft und dessen pers\u00f6nlicher Anwendung in kleineren Gruppen. Beide Aspekte sind von Bedeutung\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 102-107).<\/p>\n<p>Das Anh\u00f6ren des Wortes und die Bereitschaft unter dem Wort zu leben zeigt sich darin, wenn wir einm\u00fctig \u2013 erwartungsvoll \u2013 aufmerksam \u2013 erwidernd \u2013 gehorchend \u2013 belehrbar auf das Wort Gottes reagieren.<\/p>\n<p>B. Annehmen \u2013 in dem Wort leben (V. 9-12)<\/p>\n<p>Jetzt geht es um die Frage, die der Begr\u00fcnder des Pietismus \u2013 Philipp Jakob Spener \u2013 wie folgt formulierte: \u201eWie bringen wir den Kopf ins Herz?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAls Esra das Wort vorlas und erkl\u00e4rte, brachten die Versammelten in ihrer ersten Reaktion Betroffenheit und Betr\u00fcbnis zum Ausdruck. Sie waren \u00fcber ihre S\u00fcnden zutiefst bek\u00fcmmert, \u201adenn durch Gesetz kommt Erkenntnis der S\u00fcnde\u2018 (R\u00f6m 3,20). Das Gesetz kann uns nicht erretten. Es kann uns lediglich davon \u00fcberzeugen, dass wir uns erretten lassen m\u00fcssen, und uns dann auf den Heiland Jesus Christus hinweisen (Gal 3,24). Diese Juden hatten gerade den j\u00e4hrlichen Vers\u00f6hnungstag begangen &#8211; einen Tag, an dem der Herr ihre S\u00fcnden bereinigt hatte (3Mo 16). Daher h\u00e4tten sie sich \u00fcber seine Vergebung freuen sollen. Im j\u00fcdischen Kalender folgt auf den Vers\u00f6hnungstag das Laubh\u00fcttenfest (Sukkot), so dass Gottes Volk eine ganze Woche lang freudig feiern konnte (3Mo 23,26.44). Die Reihenfolge ist bedeutsam: erst \u00dcberf\u00fchrung von S\u00fcnde, dann Reinigung und schlie\u00dflich Festfeier. Das Wort Gottes ruft S\u00fcndenerkenntnis hervor und f\u00fchrt zur Bu\u00dfe, aber es bringt uns auch Freude, denn das gleiche Wort, das Wunden schl\u00e4gt, verbindet im n\u00e4chsten Augenblick. \u201aFanden sich Worte von dir, dann habe ich sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist \u00fcber mir ausgerufen\u2018 (Jer 15,16). \u201aDas Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele\u2018 (Ps 19,8). \u201aDeine Zeugnisse sind mein Erbe f\u00fcr ewig, denn die Freude meines Herzens sind sie\u2018 (Ps 119,111). Von den Leviten unterst\u00fctzt konnte Nehemia die Angeh\u00f6rigen des Volkes umstimmen: Sie trauerten nun nicht mehr, sondern begannen zu feiern. Wenn wir als diejenigen, die g\u00f6ttliche Vergebung erfahren haben, trauern, handeln wir genauso falsch wie diejenigen, die sich freuen, wenn S\u00fcnde sie bezwungen hat. Die Freude des S\u00fcnders ist ebenso wenig berechtigt wie die Trauer des Gotteskindes, das Vergebung empfangen hat (Mt 9,9-17). Ja, als Gotteskinder tragen wir Lasten und wissen, was Weinen bedeutet (Neh 2,1f), doch wir erleben ebenso die Kraft, die Traurigkeit in Freude verwandelt. Das Geheimnis christlicher Freude besteht darin, den Aussagen Gottes in seinem Wort zu glauben und danach zu handeln. Glaube, der nicht auf dem Wort beruht, ist \u00fcberhaupt nicht biblisch, sondern umfasst Anma\u00dfung und Aberglaube. Freude, die nicht dem Glauben entspringt, ist keineswegs schriftgem\u00e4\u00df, sie ist lediglich ein \u201agutes Gef\u00fchl\u2018, das bald verschwinden wird. Auf dem Wort gegr\u00fcndeter Glaube ruft Freude hervor, die in den St\u00fcrmen des Lebens standh\u00e4lt. Wir m\u00fcssen das Wort nicht nur lesen oder es als Teilnehmer an biblischer Unterweisung aufnehmen, sondern uns vielmehr auch \u00fcber das Wort freuen. \u201aIch freue mich \u00fcber dein Wort wie einer, der gro\u00dfe Beute macht\u2018 (Ps 119,162). In biblischer Zeit versteckte man Reicht\u00fcmer mitunter in Kr\u00fcgen, die man im Boden vergrub (Mt 13,44; Jer 41,8). Wenn ein Landwirt sein Feld pfl\u00fcgte und pl\u00f6tzlich einen mit Gold gef\u00fcllten Krug entdeckte, war die Freude gewiss gro\u00df. In Gottes Wort sind gro\u00dfe Sch\u00e4tze verborgen, wobei wir &#8211; Sie und ich &#8211; eifrig nach ihnen \u201agraben\u2018 m\u00fcssen, w\u00e4hrend wir lesen, dar\u00fcber nachsinnen und beten. Wenn wir diese Sch\u00e4tze finden, sollten wir uns freuen und daf\u00fcr danken. Wenn wir das Wort Gottes nur aus einem Pflichtgef\u00fchl heraus lesen und studieren, dann werden sich seine Sch\u00e4tze uns vielleicht nie offenbaren. Nur derjenige Gl\u00e4ubige, der sich \u00fcber das Wort freut und Freude daran findet, es tagt\u00e4glich zu lesen sowie zu studieren, findet Gottes verborgene Sch\u00e4tze. \u201aGl\u00fccklich der Mann, der den HERRN f\u00fcrchtet, der gro\u00dfe Freude an seinen Geboten hat\u2018 (Ps 112,1). \u201a&#8230; (der) seine Lust hat am Gesetz des HERRN und \u00fcber sein Gesetz sinnt Tag und Nacht\u2018 (Ps 1,2). Haben Sie Freude an Gottes Wort? W\u00fcrden Sie Gottes Wort der Nahrung (Ps 119,103; Lk 10,38-42), dem Schlaf (Ps 119,55.62.147.148) oder dem Reichtum (V. 14.72.127.162) vorziehen? Wenn Sie sich \u00fcber sein Wort freuen, hat Gott an Ihnen seine Freude, so dass er Ihnen seine besten Segnungen zueignen wird\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 107-109).<\/p>\n<p>Das Annehmen des Wortes und die Bereitschaft in dem Wort zu leben zeigt sich darin, wenn wir uns von der Schrift unsere Schuld enth\u00fcllen \u2013 unseren Horizont weiten \u2013 unsere Kraftquellen aufzeigen lassen.<br \/>\nV. 10: Der hebr Ausdruck \u201euz\u201c er\u00f6ffnet verschiedene Perspektiven: Wir sind<br \/>\n* gest\u00e4rkt, denn die Freude Jahwes ist unsere \u201eSt\u00e4rke\u201c<br \/>\n* gesch\u00fctzt, denn die Freude Jahwes ist unser \u201eSchutz\u201c<br \/>\n* geborgen, denn die Freude Jahwes ist unsere \u201eZuflucht\u201c<\/p>\n<p>C. Anwenden \u2013 mit dem Wort leben (V. 13-18)<\/p>\n<p>\u201eWer sich dem Dienst f\u00fcr den Herrn verpflichtet wei\u00df und diesen wertsch\u00e4tzt, hat diesbez\u00fcglich gewiss starke Motive. Wer aber Festfeier halten will, ist noch st\u00e4rker motiviert. Wenn wir dem Herrn gehorchen und ihm dienen, weil wir uns in ihm erfreuen, wird unser Dienst keine Schinderei, sondern vielmehr eine Wonne sein. Der weithin bekannte Bibelexeget Matthew Henry schrieb: \u201aWo heilige Freude herrscht und Gehorsam vorhanden ist, geht alles viel leichter\u2018. F\u00fcr den Gl\u00e4ubigen, dem die Freude fehlt, ist der Wille Gottes eine Last. F\u00fcr denjenigen Gl\u00e4ubigen jedoch, der im Herrn gl\u00fcckselig ist, beinhaltet er eine Lust &#8211; ein Bed\u00fcrfnis wie die t\u00e4gliche Nahrung (Joh 4,34). Die Juden hatten in ihrer Stadt noch eine Menge zu tun. Sie brauchten die Freude am Herrn, weil ihnen dadurch die St\u00e4rke zugeeignet wurde, dieses Werk auszuf\u00fchren. [\u2026].<br \/>\nDer Vers\u00f6hnungstag wurde am Zehnten des Monats begangen, w\u00e4hrend das Laubh\u00fcttenfest vom 15. bis zum 21. des Monats gefeiert wurde. Dies bedeutete, dass den f\u00fchrenden Leuten nur noch wenige Tage zur Verf\u00fcgung standen, um unter den Juden in den umliegenden D\u00f6rfern bekanntzugeben, dass jedermann das Laubh\u00fcttenfest feiern sollte. Wir d\u00fcrfen das Wort Gottes nicht nur h\u00f6ren, sondern m\u00fcssen auch seine Anweisungen hinsichtlich unseres Verhaltens befolgen (Jak 1,22-25). Die Angeh\u00f6rigen des Volkes freuten sich nicht nur, weil sie das Wort h\u00f6rten. Vielmehr herrschte unter ihnen auch \u201aeine sehr gro\u00dfe Freude\u2018 (Neh 8,17), weil sie es befolgten. W\u00e4hrend der sieben Festtage lebten die Juden in H\u00fctten, die sie aus Zweigen fertigten und gew\u00f6hnlich auf den flachen D\u00e4chern ihrer H\u00e4user errichteten. Dies war eine Zeit, da sie zur\u00fcckschauen und sich an die vierzigj\u00e4hrige W\u00fcstenwanderung des Volkes erinnern sollten &#8211; eine Zeit, da es keine festen Wohnsitze besa\u00df und ihm nur Zelte als provisorische Unterk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung standen. Doch das Fest war ebenso eine Zeit, da sie sich umschauen und erkennen sollten, wie sehr sie Gott in der Ernte gesegnet hatte. Der Herr hatte ihnen ein gutes Land gegeben, wobei sie nie den Geber vergessen sollten, wenn sie die Gaben genossen (5Mo 8). Das Laubh\u00fcttenfest war dar\u00fcber hinaus eine Gelegenheit, auf das Herrlichkeitsreich Gottes vorauszuschauen, das seinem Volk Israel verhei\u00dfen ist (Sach 14,4.9.16-21). Es war ein einw\u00f6chiges Fest, bei dem der freudige Lobpreis und Dank sowie die G\u00fcte des Herrn im Mittelpunkt stand. Doch diejenigen, die das Fest feierten, sollten sich nicht nur freuen, sondern sich auch beschenken und ermutigen lassen. \u201aDie Freude am HERRN, sie ist euer Schutz [bzw. St\u00e4rke, Zuflucht]\u2018 (Neh 8,10). Die Freude der Welt h\u00e4lt nur kurzzeitig an und ist gek\u00fcnstelt. Sobald diese Freude vorbei ist, stehen die Betreffenden noch hilfloser und leerer als zuvor da. Doch die vom Herrn kommende Freude ist real und bleibend, indem sie unser Leben reich beschenkt. Gott gibt uns nicht Freude anstelle von Traurigkeit oder Freude trotz Traurigkeit, sondern Freude inmitten von Traurigkeit. Es geht nicht um Verdr\u00e4ngung, sondern um Umwandlung. Jesus veranschaulichte diese Wahrheit durch das Bild einer menschlichen Geburt (Joh 16,20-22). \u00dcber dasselbe Kind, das der Mutter zuvor Schmerzen verursacht, freut sie sich danach ungemein! Ihr Schmerz wird nicht einfach durch Freude abgel\u00f6st, sondern in Freude umgewandelt. In den schwierigen Lebensumst\u00e4nden d\u00fcrfen wir hinsichtlich der Freude \u201aguter Hoffnung\u2018 sein, wobei wir ihr als Glaubende Zeit zur Entfaltung geben m\u00fcssen. Das Laubh\u00fcttenfest war eine Zeit, da man anderen &#8211; insbesondere den Bed\u00fcrftigen &#8211; Anteile vom Festmahl und Geschenke zusandte. Die Juden hatten Freude erlebt, weil sie das Wort Gottes h\u00f6rten, doch nun durften sie Freude darin finden, die Segnungen Gottes weiterzugeben. Der Verstand erschlie\u00dft sich neue Bereiche, indem er aufnimmt, w\u00e4hrend das Herz dies tut, indem es weitergibt. Dabei ist es bedeutsam, auf die Ausgewogenheit im Leben zu achten. Anhand von Nehemia 8,17 k\u00f6nnen wir nicht folgern, dass es das Volk seit der Zeit Josuas vers\u00e4umt hatte, das Laubh\u00fcttenfest zu feiern. Dies war nicht der Fall. So wurde das Fest w\u00e4hrend der Regierungszeit des K\u00f6nigs Salomo (2Chr 8,13) und auch von den aus Babylon zur\u00fcckgekehrten Verbannten gefeiert (Esra 3,1-4). Es war nicht die Tatsache des Festes, die ihm einen besonderen Charakter verlieh, sondern die Art und Weise, wie es begangen wurde. Anscheinend beteiligte sich n\u00e4mlich jeder begeistert daran. Weil jede Familie eine H\u00fctte errichtete, mussten einige der Bewohner statt der Hausd\u00e4cher die Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze der Stadt als Stellfl\u00e4chen nutzen. Offensichtlich hatten in fr\u00fcheren Jahren nicht alle Juden H\u00fctten gebaut und w\u00e4hrend der Festwoche darin gewohnt. F\u00fcr sie war die Festteilnahme nur ein \u201aleerer Brauch\u2018 gewesen. Au\u00dferdem \u00fcbertraf die freudige Haltung der Anwesenden alles, was das Volk je erlebt hatte. Dies war zweifellos eine Woche, in der man freudig feierte und somit den Herrn verherrlichte. Esra f\u00fchrte die \u201aKonferenz unter Gottes Wort\u2018 w\u00e4hrend der gesamten Festwoche fort, indem er tagt\u00e4glich das Wort Gottes vorlas und erkl\u00e4rte. Dadurch, dass die Angeh\u00f6rigen des Volkes in froher Gemeinschaft beisammen waren, miteinander feierten und das Wort h\u00f6rten, m\u00fcssen sie au\u00dferordentlich gest\u00e4rkt worden sein. Dann endete die Woche mit einer Festversammlung (4Mo 29,35), nach deren Abschluss sich die Menschen wieder ihrer Alltagsarbeit zuwandten. Hatten die mit dem Fest verbundenen Segnungen Bestand? Ja, eine Zeitlang. Dann wurden die Angeh\u00f6rigen des Volkes jedoch wieder nachl\u00e4ssig, so dass ihre F\u00fchrer sie wieder zum Wort Gottes zur\u00fcckf\u00fchren mussten. Doch das Versagen des Volkes bildet kein Argument gegen die Praxis, besondere Zeiten biblischer Unterweisung oder freudigen Feierns vor Gott zu haben. Es fragte einmal jemand den Evangelisten Billy Sunday, ob Erweckungen von Bestand w\u00e4ren. Darauf erwiderte dieser: \u201aNein, es ist wie bei einem Bad: Daher sollte man gelegentlich eins nehmen!\u2018 Von Zeit zu Zeit hat es Gottes Geist in der Kirchengeschichte Menschen aufs Herz gelegt, zu beten, in der Heiligen Schrift zu forschen, und ihre S\u00fcnden zu bekennen. Dabei h\u00e4lt er es f\u00fcr angemessen, ausgehend von diesen ernsten geistlichen \u00dcbungen den Seinen Impulse neuen Lebens zu geben. Dies geschah zur Zeit Nehemias, und es kann auch heute geschehen. Kann Gott mit Ihnen beginnen? \u201aWenn mein Volk, \u00fcber dem mein Name ausgerufen ist, (sich) dem\u00fctigt &#8230; und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren b\u00f6sen Wegen, dann werde ich vom Himmel h\u00f6ren und ihre S\u00fcnden vergeben und ihr Land heilen\u2018 (2Chr 7,14)\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 109-112).<\/p>\n<p>Das Anwenden des Wortes und die Bereitschaft mit dem Wort zu leben zeigt sich darin, wenn uns die Schrift zur Dankbarkeit im Hinblick auf die Vergangenheit \u2013 zum Zeugnis in der Gegenwart \u2013 zum Vertrauen im Hinblick auf die Zukunft f\u00fchrt.<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Verk\u00fcndigung&#8220;. Im Rahmen der Predigt gilt es auf der Grundlage von Neh 8,1-18 aufzuzeigen, wie wir sowohl \u201eH\u00f6rer\u201c als auch \u201eT\u00e4ter\u201c des Wortes sein k\u00f6nnen (Jak 1,19-24). Vor allem gilt es die Frage zu bewegen in welcher Haltung uns das Wort Gottes erreicht in unserem pers\u00f6nlichen (z.B. Stille Zeit) und gemeinsamen (z.B. Predigt) H\u00f6ren. Das Wort Gottes hat uns immer etwas zu sagen und die Bedeutung f\u00fcr unser pers\u00f6nliches Leben entdecken wir leichter, wenn wir uns drei ganz konkrete Fragen beim H\u00f6ren (bzw. lesen) des Wortes stellen:<br \/>\n* Bin ich das?<br \/>\n* Will ich das?<br \/>\n* Tu ich das?<\/p>\n<p>Pastor Ligon Duncan weist darauf hin, dass eine Predigt vor allem dann lebendig ist, wenn ich als H\u00f6rer so zuh\u00f6re, wie wenn mein Leben davon abh\u00e4ngt. Und das tut es ja auch in der Tat (vgl. Hebr 4,2+12; R\u00f6m 10,17), denn: \u201eNicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht\u201c (Mt 4,4). Ob ich das lebendige Wort Gottes h\u00f6re und wie ich darauf zu reagieren habe, h\u00e4ngt nicht von der Form des Wortes, sondern von seinem Inhalt ab (vgl. Hebr 2,1; 3,12-19).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Leben aus dem Wort Gottes hei\u00dft:<br \/>\nA. Anh\u00f6ren \u2013 unter dem Wort leben (V. 1-8)<br \/>\nB. Annehmen \u2013 in dem Wort leben (V. 8-12)<br \/>\nC. Anwenden \u2013 mit dem Wort leben (V. 13-18)<\/p>\n<p>oder nach Wilhelm Wagner:<br \/>\nA. Wir entdecken eine Erwartungshaltung<br \/>\nB. Wir entdecken eine Lebenshaltung<br \/>\nC. Wir entdecken eine Grundhaltung<br \/>\noder<br \/>\nA. Leute, die sich mit der Bibel besch\u00e4ftigen<br \/>\nB. Erfahrungen, die Leute mit der Bibel machen<br \/>\nC. Freude, die durch die Bibel empfangen wird<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn lebenPredigtthema: Leben aus dem Wort Gottes Bibelstelle: Nehemia 8, 1-18 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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