{"id":1667,"date":"2009-07-23T18:49:01","date_gmt":"2009-07-23T16:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=488"},"modified":"2009-07-23T18:49:01","modified_gmt":"2009-07-23T16:49:01","slug":"predigthilfe-vom-2-8-2009-nehemia-61-75","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-2-8-2009-nehemia-61-75\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 2.8.2009 &#8211; Nehemia 6,1 &#8211; 7,5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Leben aus der Weisheit Gottes<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Nehemia 6,1 &#8211; 7,5<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt \u2013 Bd. 2. S. 262-266 und Walter L\u00fcthi. Die Bauleute Gottes: Nehemia, der Prophet im Kampf und Aufbau der zerst\u00f6rten Stadt. 7. Aufl. Basel: Friedrich Reinhardt, o.J. S. 83-95 und Warren W. Wiersbe. Sei fest entschlossen: Im Gegenwind standhaft bleiben. Dillenburg: CV, 2008. S. 77-93.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Nachdem die verschiedenen Anfeindungen gegen das Volk Gottes in Jerusalem nicht gefruchtet haben, erfolgt nun der \u201eversteckte\u201c Angriff direkt auf die Person Nehemias. Die Gegner von au\u00dfen (Neh 6,1-16) und innen (Neh 6,17-19) wollen die Vollendung des Werkes mit allen Mitteln verhindern. Die L\u00fccken in der Mauer sind nach nur zwei Monaten Bauzeit geschlossen und es fehlen nur noch die Stadttore zur Wiederherstellung eines umfassenden Schutzraumes f\u00fcr Jerusalem. Unmittelbar vor der Vollendung des Werkes verdichten sich von daher die feindlichen Angriffe, um die endg\u00fcltige Fertigstellung in letzter Sekunde zu verhindern. In solchen besonders gef\u00e4hrlichen, da meist nicht offensichtlichen, Momenten und Situationen bedarf es viel Einsicht und Verst\u00e4ndnis, um zu erkennen, was wirklich geschieht. In unserem Predigttext entdecken wir von daher, wie Nehemia, da er best\u00e4ndig mit dem Herrn vertraut und verbunden ist, ein Leben aus der Weisheit f\u00fchrt (= Predigtthema) und so der Versuchung von au\u00dfen und innen widerstehen kann.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Wo wir in, mit und unter dem Herrn leben, da wird uns der n\u00f6tige Durchblick (6,1-13), Aufblick (6,14-16), Einblick (6,17-19) und Ausblick (7,1-5) geschenkt durch den, \u201ein dem alle Sch\u00e4tze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind\u201c (Kol 2,3). Dies ist vor allem dann n\u00f6tig, wenn der feindliche Angriff nicht mehr so offensichtlich, sondern versteckt erfolgt. Hier wird von der massiven Angriffsdrohung auf einnehmende und gewinnende Diplomatie umgeschaltet. Vermeintliche Hilfsangebote, die den Feind pl\u00f6tzlich als Freund und Verb\u00fcndeten erscheinen lassen, denn vordergr\u00fcndig will man ja das Gleiche, n\u00e4mlich treu dem K\u00f6nig dienen. \u201eHier gilt es aufzupassen, dass das Feindbild nicht zum Freundbild retuschiert wird\u201c (Wilhelm Wagner). Der Tonfall wird nun ver\u00e4ndert und anstatt Spott, Verachtung und Einsch\u00fcchterung ist man nun pl\u00f6tzlich auf F\u00fcrsorge und Harmonie bedacht. Hier gilt es zwischen dem vordergr\u00fcndig Sichtbaren und dem hintergr\u00fcndig Verborgenen zu unterscheiden. Damit dies gelingt (= Unterscheidung der Geister), gilt es aus der Weisheit Gottes zu leben. \u201eNehemia durchschaute das finstere Wesen und die Taktik des Feindes; denn er kannte seinen Gott. So hatte Nehemia die Kraft, standhaft, mutig und treu zu sein\u201c (Aidlinger Bibellesezettel = Zeit mit Gott, H. 3 \/ 2007, S. 120).<\/p>\n<p>A. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Durchblick (6,1-13)<\/p>\n<p>Es gilt die Taktik des Feindes in Weisheit zu durchschauen, der mit List und T\u00fccke versucht Nehemia zu verleiten (V. 1-4), zu verdrehen (V. 5-9) und zu verf\u00fchren (V. 10-13).<\/p>\n<p>a) Verleiten \u2013 das \u201aanerkennende Hilfsangebot\u2018 (V. 1-4)<\/p>\n<p>Nachdem nun die L\u00fccken geschlossen sind, versuchen die umgebenden Feinde nun mittels diplomatischer T\u00fccke Nehemiah zu Fall zu bringen.<br \/>\nWahrscheinlich war das Tal Ono wie Jerusalem ein Sondergebiet, das direkt dem persischen K\u00f6nig (d.h. dessen Verwaltung) unterstand und von daher in gewissen Sinne \u201eneutraler\u201c Boden, da die Gegner hier nicht das \u201eSagen\u201c hatten (allerdings unmittelbar bei Sanballats Heimat gelegen). Vordergr\u00fcndig konnte Nehemia sich hier sicher f\u00fchlen.<\/p>\n<p>\u201eEine Bitte um ein Gespr\u00e4ch kann man nicht ohne weiteres abschlagen. Vielleicht f\u00fchrt es sogar zu Kompromissen, die ein Ende der Feindschaft mit sich bringen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Gespr\u00e4ch fruchtbar ist. Nehemia steht daher unter gro\u00dfem Druck. Dieser Druck wird noch dadurch verst\u00e4rkt, dass Sanballat die Einladung st\u00e4ndig wiederholt. \u201aSie sandten aber viermal zu mir auf die Weise\u2018 (6,4). Es war nicht auszuschlie\u00dfen, dass Sanballat mit Nehemia Frieden schlie\u00dfen und sogar mit ihm zusammenarbeiten wollte. Unter den Nachfolgern Jesu gibt es viel Feindschaft und Rivalit\u00e4t. Wo Zusammenarbeit m\u00f6glich ist, sollte man deshalb auch gemeinsam arbeiten. Unter bestimmten Umst\u00e4nden kann Zusammenarbeit jedoch ein Fehler sein. Zusammenarbeit ist eindeutig da v\u00f6llig fehl am Platze, wo sich Ziele unterscheiden. Welchen Sinn hat es, wenn zwei Menschen eine gemeinsame Reise unternehmen, von denen der eine zum Nordpol und der andere zum S\u00fcdpol will?\u201c (John White. Nehemia: Hingabe und Strategie \u2013 Wegweisung f\u00fcr geistliche F\u00fchrung. Marburg: Francke, 1986. S. 74). Vgl. hierzu Neh 2,20 und 2Kor 6,14-7,1<\/p>\n<p>Oswald J. Smith: \u201eDas Licht, das am weitesten ausstrahlt, gibt zu Hause den hellsten Schein\u201c.<\/p>\n<p>Die Aufforderung \u201ekomm\u201c bedeutet, dass Nehemia das Werk Gottes ruhen lassen m\u00fcsste und die Gemeinschaft der Kinder Gottes verlassen m\u00fcsste. Da Nehemia aus der Weisheit Gottes lebt, erkennt er dieses vordergr\u00fcndige Hilfsangebot als hintergr\u00fcndigen und hinterlistigen Versuch, der ihn verleiten soll den Auftrag Gottes zu vernachl\u00e4ssigen. Das Angebot sich auf neutralen Boden zu treffen, sieht nur vordergr\u00fcndig danach aus, dass er nun von den ihn umgebenden Statthaltern anerkannt wird. Auch die Beharrlichkeit und st\u00e4ndige Wiederholung des Angebotes bringt ihn nicht ins Schwanken, da er um die falschen Motive der Bittenden wei\u00df. Er l\u00e4sst sich nicht dazu verleiten andere Wege als Gottes Wege zu beschreiten, auch wenn vordergr\u00fcndig das Angebot verlockend ist. Er l\u00e4sst sich nicht verleiten, weil er die Priorit\u00e4ten in seinem Leben festgelegt hat und von daher wei\u00df was Vorrang hat und woher seine Hilfe kommt (vgl. 1Mose 39,10).<br \/>\nEs gilt zu beachten: Kurz vor der Vollendung kommt die Versuchung und deshalb gilt die Warnung Jesu: \u201eWacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach\u201c (Mk 14,38).<\/p>\n<p>Wo stehe ich in der Gefahr \u201averleitet\u2018 zu werden?<\/p>\n<p>b) Verdrehen \u2013 das \u201abesorgte Hilfsangebot\u2018 (V. 5-9)<\/p>\n<p>Nachdem die ersten Versuche fehlgeschlagen haben, wird nun eine weitere List angewandt. Es wird ein offener (= unversiegelter) Brief \u00fcberbracht, der Ger\u00fcchte und Andeutungen enth\u00e4lt, die allerdings in Frageform gehalten sind und voller vordergr\u00fcndiger Besorgnis vorgetragen werden. Hintergr\u00fcndig soll Misstrauen gestreut werden nach dem Motto: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer! Etwas bleibt immer h\u00e4ngen und steter Tropfen h\u00f6hlt den Stein, wenn schon nicht bei Nehemia, dann wenigstens bei seinen Mitarbeitern. Nur ausreichend Gift verspritzen, dann wird es schon wirken, nur die Ger\u00fcchtek\u00fcche genug anheizen, dann wird noch manch anderes mit aufgekocht.<br \/>\nGanz anders sieht dagegen die Vorgehensweise der Kinder Gottes aus: Eph 4,29<br \/>\nNehemia tritt den Ger\u00fcchten an der Stelle entgegen, wo sie ausgesch\u00fcttet wurden (V. 7f), aber ansonsten befiehlt er die Angelegenheit dem Herrn an (V. 9; vgl. Jes 37,14).<\/p>\n<p>G. Campbell Morgan reagierte auf Ger\u00fcchte, die seine Person betrafen wie folgt: \u201eEs wird vor\u00fcbergehen. In der Zwischenzeit arbeite ich in aller Ruhe weiter\u201c.<\/p>\n<p>Wo stehen wir in der Gefahr \u201averdreht\u2018 zu werden, bzw. wo tragen auch wir dazu bei, dass Sachverhalte verdreht werden?<\/p>\n<p>c) Verf\u00fchren \u2013 das \u201ageistliche Hilfsangebot\u2018 (V. 10-13)<\/p>\n<p>Noch einmal wird die Methode gewechselt. Nun wird die \u201ageistliche\u2018 Karte gespielt, denn Nehemia soll sich in den Tempel unter g\u00f6ttlichen Schutz begeben. Warum Nehemia zu Schemaja gerufen wird und nicht der Prophet zum Statthalter kommt wissen wir nicht (vgl. V. 10 mit Jer 36,5). Evtl. ist so sichergestellt, dass es keine Zeugen gibt f\u00fcr diesen Rat. Vordergr\u00fcndig ist der Tempel zwar ein Ort der Sicherheit (hier liegt das Verf\u00fchrerische), aber da Nehemia kein Priester ist, darf er die vorgeschlagenen Bereiche des Tempels nicht betreten (hier liegt die Versuchung; vgl. 4Mose 18,7).<br \/>\nWas vordergr\u00fcndig als \u201eprophetisches Wort\u201c daherkommt, ist hintergr\u00fcndig ein Versto\u00df gegen das Wort und den Willen Gottes (vgl. 5Mose 13,2-7; 18,15-22). Nehemia bleibt beim Wort und l\u00e4sst sich nicht durch eine vermeintliche geistliche Vollmacht verf\u00fchren (vgl. 1Kor 4,6 mit Hes 13,6f). Der Verf\u00fchrung kann man widerstehen, wenn man wei\u00df, \u201ewas geschrieben steht\u201c (vgl. Mt 4,1-11). In, mit und unter der Schrift lernt man g\u00f6ttlich zu denken! Beachtet hierzu die Warnungen von Jesus (Mt 7,15-23), Paulus (Apg 20,29-32) und Johannes (1Joh 2,18f; 4,1).<\/p>\n<p>Wo stehe ich in der Gefahr geistlich \u201averf\u00fchrt\u2018 zu werden? Bin ich mit dem Willen Gottes vertraut, weil ich sein Wort gut kenne und verstehe?<\/p>\n<p>B. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Aufblick (6,14-16)<\/p>\n<p>Die Mauer wurde fertiggestellt, weil dieses Werk von Gott gewirkt war und Nehemia und das Volk Gottes entsprechend dem Wunsch und Willen Gottes mit- und zusammengearbeitet hatten. Ihre erste Frage war dabei nicht, ob sie das k\u00f6nnen (\u201aBegabung\u2018), sondern ob sie das sollen (\u201aBerufung\u2018). \u201eWir sind gerufen, Mitarbeiter\u2018 Gottes zu sein. Unsere Arbeit f\u00fcr ihn muss darum in seinem Herzen ihren Ursprung haben. Wer in ihm bleibt, bringt viel Frucht (Joh 15,5). Der Heilige Geist schenkt uns Entschlusskraft\u201c (Aidlinger Bibellesezettel = Zeit mit Gott, H. 3 \/ 2007, S. 119).<\/p>\n<p>Der Aufblick zum Herrn l\u00e4sst Nehemia widerstehen (vgl. V. 13 mit Hebr 12,2f). Der Herr kommt zu seinem Ziel (vgl. V. 16 mit Hebr 2,1).<\/p>\n<p>C. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Einblick (6,17-19)<\/p>\n<p>Wo der Herr am Werk ist, da wird mit der Zeit klar, wer f\u00fcr und gegen die Sache des Herrn ist (vgl. V. 17-19 mit V. 10-13). Das Verborgene kommt ans Tageslicht, denn der Herr steht zu seinem Wort und Werk und damit zu allem die nach seinem Wort an seinem Werk mitarbeiten.<\/p>\n<p>\u201eUnd so sandte Tobija seinen Spitzeln auch weiterhin Briefe, w\u00e4hrend diese im Gegenzug ihre Landsleute immer wieder \u00fcberreden wollten, die Seiten zu wechseln, bevor Jerusalem von den Heiden in Besitz genommen wurde. Nehemia ignorierte jedoch die Briefe sowie Drohungen und arbeitete weiter, bis der Auftrag erledigt war. Im Grunde genommen galt f\u00fcr sein Werk: Es war \u201avon unserem Gott aus geschehen\u2018 (Neh 6,16), und wenn Gott ein Werk anf\u00e4ngt, vollendet er es auch (Phil 1,6). Zu Beginn des Geschehens hie\u00df es: \u201aDa betete ich\u2018 (2,4). Danach haben wir gelesen: \u201aSo gelangte ich nach Jerusalem\u2018 (V. 11 Z\u00fcrcher). \u201aUnd sie st\u00e4rkten ihre H\u00e4nde zum Guten\u2018 (V. 18) bildet dann das n\u00e4chste Glied in der Kette, dem zwei weitere Aussage folgen: \u201aSo bauten wir an der Mauer weiter\u2018 (3,38 Z\u00fcrcher) und: \u201aSo arbeiteten wir\u2018 (4,15). Nun sind wir am Ende dieses Teils des Geschehens angekommen: \u201aUnd die Mauer wurde &#8230; fertiggestellt\u2018 (6,15). Doch dies kennzeichnet auch einen Neubeginn, denn jetzt steht Nehemia vor der Aufgabe, das Erbaute zu sch\u00fctzen\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 88).<\/p>\n<p>D. Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum Durchblick (7,1-5)<\/p>\n<p>Nehemia beh\u00e4lt im Blick, dass das Werk zu vollenden ist. Um an seinem eigentlichen Auftrag zu bleiben, \u00fcbertr\u00e4gt er Verantwortung an vertrauensw\u00fcrdige Mitarbeiter (V. 1-3).<br \/>\nSo kann sich Nehemia nach dem \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Wiederaufbau, nun auch dem \u201einneren\u201c Wiederaufbau zuwenden (V. 4f). Wieder tut Nehemia das, was im der Herr als Last auf sein Herz gelegt hat (= Fortsetzung und vertiefende Entfaltung in der Predigt am 09.08.2009 zu Neh 8,1-18 [Leben aus dem Wort Gottes] \u2013 bitte weist auf die n\u00e4chste Predigt hin und ladet zum Kommen und Weiterh\u00f6ren ein).<\/p>\n<p>Andrew A. Bonar: \u201eSeien wir nach dem Sieg genauso wachsam wie vor der Schlacht\u201c.<\/p>\n<p>\u201eMitarbeiter (Neh 7,2): Wie alle guten F\u00fchrer wusste Nehemia, dass er den Auftrag nicht allein erledigen konnte. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, zwei Mitarbeiter zu berufen &#8211; und zwar seinen Bruder Hanani (siehe 1,2) und Hananja, dem die Verantwortung f\u00fcr die Burg (siehe \u201aBurg\u2018 auch 2,8) \u00fcbertragen worden war. Die Burg war eine festungsartige Anlage auf dem Tempelgel\u00e4nde, die dem Schutz der Stadtmauer im Norden diente, wo man besonders leicht angreifen konnte. Hanani und Hananja w\u00fcrden mit Refaja (3,9) und Schallum (3,12), den Obersten der jeweiligen Stadtbezirke, zusammenarbeiten. Warum war Nehemia davon \u00fcberzeugt, dass sich diese M\u00e4nner als bew\u00e4hrte F\u00fchrer erweisen w\u00fcrden? Weil sie zwei wunderbare Eigenschaften besa\u00dfen: Sie waren Gott treu und f\u00fcrchteten ihn (7,2). Dr. Bob Jones sen. sagte oft: \u201aDas Wertvollste an uns Menschen ist die F\u00e4higkeit, in Abh\u00e4ngigkeit von Gott zu leben\u2018. Wenn wir wahrhaft den Herrn f\u00fcrchten, werden wir in dem Werk, zu dem er uns berufen hat, Treue unter Beweis stellen. Wenn aber F\u00fchrer Menschen f\u00fcrchten, statt Gottesfurcht erkennen zu lassen, werden sie schlie\u00dflich in eine Falle geraten (Spr 29,25) &#8211; ein Sachverhalt, der zum Versagen f\u00fchrt. [\u2026].Nicht jeder ist berufen, ein Nehemia zu sein. Einige von uns k\u00f6nnen auch Menschen wie Hanani, Hananja, Refaja oder Schallum sein und mit den g\u00f6ttlich gegebenen F\u00fchrern zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, den Auftrag recht zu erledigen. Gott sucht treue, ihn f\u00fcrchtende M\u00e4nner und Frauen, die den Mut haben, ihm unter allen Umst\u00e4nden zu dienen, und die dies aus \u00dcberzeugung tun.<br \/>\nTorh\u00fcter (Neh 7,1.3): Was n\u00fctzen stabile neue Tore, wenn niemand als W\u00e4chter dasteht und kontrolliert, wer die Stadt betritt oder verl\u00e4sst? Welchen Nutzen haben Mauern, wenn die Tore f\u00fcr jeden Feind offenstehen, der in die Stadt eindringen will? Man sagt, dass die Chinesische Mauer mindestens viermal von den Feinden \u00fcberrannt wurde, wobei jedesmal die Wachen bestochen wurden. Tore und Mauern sind nur dann etwas wert, wenn dort Wachen postiert werden. Den Torh\u00fctern (\u00bbTorw\u00e4chtern\u00ab in V. 1) wurden spezielle Anweisungen im Blick darauf gegeben, wann sie die Tore \u00f6ffnen und schlie\u00dfen sollten (V. 3). H\u00e4tte man die Tore morgens zu zeitig ge\u00f6ffnet, h\u00e4tten sich die Feinde nur veranlasst gesehen, zu einem Zeitpunkt hereinzukommen, da die Stadtbewohner noch schliefen und unvorbereitet waren. H\u00e4tte man die Tore geschlossen und verriegelt, ohne Wachen in Dienst gestellt zu haben, h\u00e4tte man feindlichen Agenten die M\u00f6glichkeit gegeben, sich unbemerkt einzuschleichen.<br \/>\nWachen: Nehemia hatte dar\u00fcber hinaus Wachen (\u201aH\u00fcter\u2018 in V. 3 Luther &#8217;12) mit zwei verschiedenen Aufgaben ernannt: Diejenigen, die an bestimmten Mauerabschnitten auf Streife gehen sollten, und diejenigen, die in der N\u00e4he der eigenen H\u00e4user Wache stehen mussten. Da viele der Leute an Teilst\u00fccken der Mauer gearbeitet hatten, die ihren H\u00e4usern jeweils gegen\u00fcberlagen (3,10.23.28-30), rief Nehemia sie jetzt auf, diejenigen Bereiche zu sch\u00fctzen, an denen sie zuvor mitgebaut hatten. Weil es Wachen an den Toren, W\u00e4chter auf den Mauern und eine zuverl\u00e4ssige \u201aB\u00fcrgerpatrouille\u2018 gab, war die Stadt vor Angriffen von au\u00dfen gesch\u00fctzt. All dies will uns heute etwas sagen. Wenn Gotteskinder nicht das sch\u00fctzen, was sie f\u00fcr den Herrn vollbracht haben, werden die Feinde kommen und es in Besitz nehmen. Wir m\u00fcssen die Warnung des Paulus beachten: \u201a(Bleibt stehen,) wenn ihr alles ausgerichtet habt\u2018 (Eph 6,13). Welch eine Trag\u00f6die, dass theologische Ausbildungsst\u00e4tten, die einst bibeltreu waren, heute schriftgem\u00e4\u00dfe Grunds\u00e4tze verleugnen! Auf den Kanzeln von Kirchen, in denen einst das Evangelium gepredigt wurde, stehen heute Pastoren, die \u201aein anderes Evangelium\u2018 verk\u00fcndigen. In jedem christlichen Werk kann schon nach einer Generation massiver geistlicher Niedergang einsetzen, so dass Gotteskin\u00acder wachsam sein m\u00fcssen\u201c(Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 90-92).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Hindernisse&#8220;. Der Herr hat Nehemia aufs Herz gelegt, was er zu tun hat (2,12). Er hat ihn berufen (1,11), gest\u00e4rkt (2,2.4), ausger\u00fcstet (2,5-9), gesch\u00fctzt (4,6ff) und gef\u00fchrt (Kap 5). In dieser Zeit hat Nehemia aus einer engen Gemeinschaft mit dem Herrn heraus gehandelt (1,4ff; 2,4b; 3,36f; 4,3; 6,9c+14) und so erkannt, wo die Hindernisse liegen und wie sie zu \u00fcberwinden sind (6,1-7,5). Wo der Herr in uns Gestalt gewinnt und Raum hat, da leben wir aus der Weisheit Gottes (= Predigtthema).<\/p>\n<p>Nehmen wir die Angriffe von au\u00dfen und innen noch war, die das Volk Gottes auch heute treffen (besonders unsere verantwortlichen Br\u00fcder)? Wie unterst\u00fctzen und st\u00e4rken wir sie?<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Leben aus der Weisheit Gottes verhilft zum<br \/>\nA. Durchblick (6,1-13)<br \/>\na) Verleiten \u2013 das \u201aanerkennende Hilfsangebot\u2018 (V. 1-4)<br \/>\nb) Verdrehen \u2013 das \u201abesorgte Hilfsangebot\u2018 (V. 5-9)<br \/>\nc) Verf\u00fchren \u2013 das \u201ageistliche Hilfsangebot\u2018 (V. 10-13)<br \/>\nB. Aufblick (6,14-16)<br \/>\nC. Einblick (6,17-19)<br \/>\nD. Ausblick (7,1-5)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn lebenPredigtthema: Leben aus der Weisheit Gottes Bibelstelle: Nehemia 6,1 &#8211; 7,5 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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