{"id":1666,"date":"2009-07-21T18:48:49","date_gmt":"2009-07-21T16:48:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=487"},"modified":"2009-07-21T18:48:49","modified_gmt":"2009-07-21T16:48:49","slug":"predigthilfe-vom-26-7-2009-nehemia-5-1-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-26-7-2009-nehemia-5-1-19\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 26.7.2009 &#8211; Nehemia 5, 1-19"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Leben von den Gaben Gottes<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Nehemia 5, 1-19<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt \u2013 Bd. 2. S. 259-262 und Walter L\u00fcthi. Die Bauleute Gottes: Nehemia, der Prophet im Kampf und Aufbau der zerst\u00f6rten Stadt. 7. Aufl. Basel: Friedrich Reinhardt, o.J. S. 68-82 und Warren W. Wiersbe. Sei fest entschlossen: Im Gegenwind standhaft bleiben. Dillenburg: CV, 2008. S. 63-75 und der \u201aAidlinger Bibellesezettel\u2018 = Zeit mit Gott; Heft 3\/2007; S. 118f.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Wo die Kinder Gottes offen sind f\u00fcr den Willen Gottes (1,1-11) und bereit sind unter der F\u00fchrung Gottes zu leben (2,1-20), da kann es zu Widerstand und Gegenwind von au\u00dfen kommen, wenn treu nach dem Auftrag Gottes gehandelt wird (3,33-4,17). Schwierigkeiten treten aber nicht nur von au\u00dfen an die Gemeinde Gottes heran, sondern k\u00f6nnen auch von innen kommen. Wo das Volk Gottes nicht gemeinsam von den Gaben Gottes lebt, da ist Uneinigkeit und \u00c4rger aneinander nicht weit (5,1-19). Aus diesem Grund geht der Blick in der Predigt nun von der \u201eAu\u00dfenwirkung\u201c zur \u201eInnenwirkung\u201c, damit wir miteinander lernen in gegenseitiger Verantwortung gemeinsam von den Gaben Gottes zu leben (= Predigtthema).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Neben der \u00e4u\u00dferen Bedrohung, gibt es auch eine innere Bedr\u00e4ngnis im Volk Gottes (= hausgemachte Schwierigkeiten und selbst zu verantwortende Schuld) &#8211; vgl. zu Neh 5,1-19 die Situation in Apg 6,1-7.<\/p>\n<p>Zum Einstieg:<br \/>\n\u201eWenn der Feind mit seinen Attacken von au\u00dfen nicht zum Ziel kommt, f\u00e4ngt er an, von innen anzugreifen. Dabei ist Egoismus eine seiner h\u00e4ufigst eingesetzten Waffen. Wenn er uns dazu bringen kann, nur noch an uns und unsere Bed\u00fcrfnisse zu denken, erringt er den Sieg &#8211; und zwar schon dann, wenn wir noch gar nicht erkennen, dass er am Werk ist. Egoismus bedeutet, dass man das Ich in den Mittelpunkt von allem stellt und darauf besteht, das zu bekommen, was man will, wann immer man es haben m\u00f6chte. Es bedeutet, andere auszubeuten, damit man selbst gl\u00fccklich sein und sie genau so ausnutzen kann, dass man seinen eigenen Willen durchsetzt. Es geht nicht nur darum, dass man das tut, was man will, sondern auch darum, dass man allen anderen den eigenen Willen aufzwingt. Warum sind eigenn\u00fctzige Menschen so erb\u00e4rmlich dran? Meiner Meinung nach hat dies Thomas Merton (US-amerikanischer Trappistenm\u00f6nch franz\u00f6sischer Herkunft) am besten ausgedr\u00fcckt: \u201aWer Personen, Ereignisse und Situationen nur im Lichte dessen betrachtet, was sie einem n\u00fctzen, lebt bereits an der Schwelle zur H\u00f6lle\u2018. Dieses Kapitel l\u00e4sst uns die Tiefen der S\u00fcnde im menschlichen Herzen erkennen und zeigt uns, wie jeder von uns lernen muss, seinen N\u00e4chsten wie sich selbst zu lieben. In Zusammenhang mit dem Wort \u201agro\u00df\u2018 hat dieses traurige Geschehen drei Aspekte\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 63):<\/p>\n<p>A. Von den Gaben Gottes leben hei\u00dft: Wir haben Verantwortung untereinander (V. 1-5)<br \/>\n= ein gro\u00dfes Geschrei im Volk Gottes<\/p>\n<p>Es gilt zu erkennen: Die teuflische Strategie lautet: trennen \u2013 und so schw\u00e4chen \u2013 und dann besiegen!<\/p>\n<p>V. 1: \u201egro\u00dfes Geschrei\u201c = nicht nur ein emotionaler Ausdruck, sondern auch ein juristischer Begriff (vgl. 2K\u00f6n 8,3+5). Grunds\u00e4tzlich bestand zwar die M\u00f6glichkeit einer Schuldsklaverei,  wobei aber der Umgang miteinander auch festgeschrieben war (2Mose 21,1-11; 3Mose 25,39; 5Mose 15,12-18). Diese Option wurde zwar auch gelegentlich angewandt (2K\u00f6n 4,1; Jes 50,1), war aber immer schon verp\u00f6nt (Am 2,6; 8,6; vgl. z.B. 2K\u00f6n 4,1 mit 4,2-7), weil diese Praxis zu einer ungerechten Ausbeutung f\u00fchrte und die Betroffenen nicht den ihnen geb\u00fchrenden Schutz erhielten. Innerhalb des Volkes Gottes werden drei Gruppen schwer benachteiligt:<br \/>\n* \u201eGrundbesitzlose\u201c Familien (V.2) \u2013 sie k\u00f6nnen sich angesichts der Lage nicht mehr selber versorgen, da sie nichts haben.<br \/>\n* \u201eGrundbesitzende\u201c Familien (V. 3) \u2013 das was sie hatten mussten sie verkaufen bzw. verpf\u00e4nden und damit geraten sie in die gleiche Situation wie die Gruppe aus V. 2<br \/>\n* \u201eGro\u00dfgrundbesitzende\u201c Familien (V. 4) \u2013 die Verm\u00f6genden waren so hart getroffen, von einer besonderen Steuerlast (zur K\u00f6nigssteuer vgl. Esra 4,13+20), die nur sie zu tragen hatten, dass auch sie in die gleiche Situation kamen, wie die Gruppen von V. 2 und V. 3.<\/p>\n<p>Aus allen \u201eSchichten\u201c des Volkes Gottes sind somit Familien betroffen von der<br \/>\n* Unbr\u00fcderlichkeit (V. 5a = wir geh\u00f6ren doch auch zum Volk Gottes)<br \/>\n* Lieblosigkeit (V. 5b = einige werden besonders erniedrigt)<br \/>\n* Ungerechtigkeit (V. 5c = einige verlieren wegen \u00fcberzogener Forderungen, was sie haben)<br \/>\nauch wenn sich die Auswirkungen von V. 5 auf die Gruppe in V. 4 beziehen. Besonders die Frauen und Kinder verlieren ihre Menschenw\u00fcrde und so kommt es zu gro\u00dfen sozialen Verwerfungen im Volk Gottes, das sich Geschwister auf Kosten von Geschwistern bereichern. Die einen leben auf Kosten der anderen<\/p>\n<p>Walter L\u00fcthi weist darauf hin, dass nur Wasser immer von oben nach unten flie\u00dft, dass aber Geld (leider) das Bestreben hat von unten nach oben str\u00f6men (vgl. hierzu V. 7-9).<\/p>\n<p>Zur Vertiefung:<br \/>\n\u201eEs war durchaus gesetzlich zul\u00e4ssig, dass Juden einander Geld liehen. Dabei sollten sie aber nicht wie Geldverleiher auftreten und keine Zinsen erheben (5Mo 23,19-20). Sie sollten miteinander in Liebe umgehen, selbst wenn es darum ging, Sicherheit zu stellen (5Mo 24,10.13; 2Mo 22,25-27) oder einen Bruder als Knecht zu besch\u00e4ftigen (3Mo 25,35-46). Sowohl das Volk als auch das Land geh\u00f6rten dem Herrn, so dass er nicht zulassen w\u00fcrde, dass irgend jemand seine Volksgenossen ausbeutete oder das Land f\u00fcr pers\u00f6nli\u00acche Bereicherungsversuche missbrauchte. Das \u201aJobeljahr\u2018 (3Mo 25) wurde u.a. deshalb eingef\u00fchrt, um die Wirtschaftsordnung in Israel im Gleichgewicht zu halten, so dass die Wohlhabenden nicht in dem Ma\u00dfe reicher werden konnten, wie die Armen \u00e4rmer wurden. Alle Schulden mussten im 50. Jahr erlassen, alles Land an seine urspr\u00fcnglichen Besitzer zur\u00fcckgegeben und alle Knechte freigelassen werden. Diese wohlhabenden Gesch\u00e4ftsleute im Nehemiabuch beuteten in egoistischer Weise die Armen aus, um sich zu bereichern. Sie missbrauchten ihre Macht, um einige zu berauben und andere zu ver\u00acsklaven. Habgier geh\u00f6rte zu den S\u00fcnden, welche die Propheten vor der Babylonischen Gefangenschaft gebrandmarkt hatten (Jes 56,9-12; Jer 22,13-19, Am 2,6-8; 5,11-12). Gott, der sich in besonderer Weise um die Armen k\u00fcmmert, wird diejenigen nicht ungestraft lassen, die diesen Personenkreis ausnutzen\u201c(Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 65).<\/p>\n<p>B. Von den Gaben Gottes leben hei\u00dft: Wir haben Verantwortung f\u00fcreinander (V. 6-13)<br \/>\n= eine gro\u00dfe Versammlung im Volk Gottes<\/p>\n<p>Es gilt zu erkennen: So k\u00f6nnen wir nicht \u201abauen\u2018!<\/p>\n<p>Nehemias Vorgehensweise:<br \/>\n* anh\u00f6ren \u2013 der Probleme im Volk Gottes<br \/>\n* anschauen \u2013 der Probleme nach dem Willen Gottes<br \/>\n* ansprechen \u2013 der Probleme nach dem Wort Gottes<br \/>\nDie Reaktion von Nehemia ist leidenschaftlich, denn sein Herz ist bewegt in<br \/>\n* emotionaler Hinsicht (\u201ewurde ich sehr zornig\u201c)<br \/>\n* rationaler Hinsicht (\u201eging mit sich zu Rate\u201c)<br \/>\n* praktischer Hinsicht (\u201eund ich klagte an und sagte zu ihnen\u201c)<\/p>\n<p>a) Bedenken: anh\u00f6ren \u2013 der Probleme im Volk Gottes (V. 6)<\/p>\n<p>\u201eNehemia brauste nicht w\u00fctend auf, wie S\u00fcnder es tun w\u00fcrden. Vielmehr brachte er seinen gerechten Zorn dar\u00fcber zum Ausdruck, wie diese Gesch\u00e4ftsleute ihre Br\u00fcder und Schwestern unterdr\u00fcckten. \u201aZ\u00fcrnet, und s\u00fcndigt dabei nicht\u2018 (Eph 4,26, siehe Ps 4,5). Nehemia war kein Politiker, der fragte: \u201aWas kommt bei der Masse an?\u2018, oder kein Diplomat, der sich erkundigte: \u201aWas dient der Sicherheit?\u2018, sondern ein wahrer F\u00fchrer, den die Frage umtrieb: \u201aWas ist recht?\u2018 Er lie\u00df einen heiligen Zorn gegen S\u00fcnde erkennen, wobei er wusste, dass er das Gesetz Gottes auf seiner Seite hatte. Mose brachte einen derartigen heiligen Zorn zum Ausdruck, als er die steinernen Tafeln des Gesetzes zerbrach (2Mo 32). Auch Jesus verhielt sich so, als er sah, wie die Pharis\u00e4er ihre Herzen verh\u00e4rteten (Mk 3,5). Warum lernte Nehemia diese skandal\u00f6sen wirtschaftlichen Zust\u00e4nde erst jetzt kennen? Wahrscheinlich war er von seinem Werk als dem Zweck seines Kommens &#8211; dem Wiederaufbau der Mauern &#8211; so in Anspruch genommen, dass er bisher keine Zeit hatte, sich mit den innerj\u00fcdischen Angelegenheiten zu befassen. Sein Auftrag als Statthalter bestand darin, die Mauern auszubessern und die Tore wiederaufzubauen, und nicht darin, die Gemeinschaft zur\u00fcckgekehrter Juden zu reformieren. Au\u00dferdem war Nehemia erst seit kurzem in der Stadt, so dass ihm noch nicht alle Geschehnisse bekannt sein konnten. Es ist wichtig festzustellen, dass der Aufbau der Mauer diese Probleme nicht schuf, sondern sie zutage treten lie\u00df. Wenn eine Gemeinde ein Bauprojekt in Angriff nimmt, kommen oft Probleme aller Art zum Vorschein, die den Gemeindegliedern z.T. nicht einmal bekannt waren. Ein Bauprojekt verlangt uns alles ab und pr\u00fcft unseren Glauben, unsere Geduld und unsere Priorit\u00e4ten. W\u00e4hrend es in einigen Leuten das Beste zum Vorschein bringt, erweist sich dadurch bei anderen oft, welch \u00fcberaus negatives Potenzial sie besitzen\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 66).<\/p>\n<p>b) Nachdenken: anschauen \u2013 der Probleme nach dem Willen Gottes (V. 7+8)<\/p>\n<p>\u201eV. 7: \u201aIch hielt Rat mit mir selbst\u2018 (vgl. z.B. Luther 84) bedeutet w\u00f6rtlich \u201amein Herz in mir ging mit sich zu Rate\u2018. Einer meiner Freunde bezeichnet dies als \u201amein inneres Abw\u00e4gen\u2018. Im Grunde waren sowohl Nehemias Herz als auch sein Verstand an der Entscheidungsfindung beteiligt, als er \u00fcber das Problem nachdachte und Gottes Weisung erfragte. Er war Herr seiner Empfindungen und seiner Gedanken, so dass er seinen Landsleuten in konstruktiver Weise vorangehen konnte. \u201aBesser ein Langm\u00fctiger als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert\u2018 (Spr 16,32). Wenn sich ein F\u00fchrer nicht beherrschen kann, wird es ihm nie gelingen, Herr \u00fcber andere zu sein. Nehemia beschloss, eine gro\u00dfe Versammlung einzuberufen (Neh 5,7) und \u00f6ffentlich denjenigen gegen\u00fcberzutreten, deren Eigenn\u00fctzigkeit diese schwierige und leidvolle Situation heraufbeschworen hatte. Weil sie eine schwere, das ganze Volk betreffende S\u00fcnde in der \u00d6ffentlichkeit begangen hatten, war \u00f6ffentliche Bu\u00dfe und Zurechtweisung erforderlich\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 66f).<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt, das im Volk Gottes Geld untereinander verliehen werden durfte (5 Mose 15,7-11), aber aus dem Ungl\u00fcck anderer darf kein Nutzen gezogen werden (2Mose 22,25). Innerhalb des Volkes Gottes gilt das Verbot Zinsen voneinander zu nehmen (3Mose 25,35-38; 5Mose 23,20f). Vgl. zur Vorgehensweise 1Tim 5,19-21; 6,6-16.<\/p>\n<p>\u201eAls Nehemia die Ausbeuter zurechtwies, gebrauchte er [\u2026] verschiedene Appelle und Bezugnahmen. Erstens appellierte er an ihre Vaterlandsliebe, indem er sie daran erinnerte, dass sie ihre j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger und nicht Heiden beraubten (V. 7). Das Wort \u201aBruder\u2018 wird in dieser Rede viermal benutzt. \u201aSiehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Br\u00fcder eintr\u00e4chtig beieinander wohnen!\u2018 (Ps 133,1). \u201aLass doch keinen Streit sein zwischen mir und dir\u2018, sagte Abraham zu Lot, \u201awir sind doch Br\u00fcder\u2018 (1Mo 13,8). Sein Appell war fest auf das Wort Gottes gegr\u00fcndet, denn das mosaische Gesetzt verbot Juden, voneinander Zinsen einzutreiben. Das j\u00fcdische Volk ging als landwirtschaftlich t\u00e4tige Nation in die Babylonische Gefangenschaft, w\u00e4hrend einige Angeh\u00f6rige des Volkes als Handeltreibende zur\u00fcckkehrten, indem sie gelernt hatten, wie man Kapital einsetzen kann, um Geld zu verdienen. Es ist gewiss nicht verkehrt, Geld zu verleihen (Mt 25,27). Voraussetzung ist jedoch, dass man Gottes Wort nicht zuwiderhandelt und nicht diejeni\u00acgen ausbeutet, die Wucherern hilflos ausgeliefert sind. Es ist bemerkenswert, wie viele Stellen sich in der Bibel \u00fcber den richtigen und falschen Einsatz des Geldes finden. Ebenso beachtlich ist, wie viele bekennende Gl\u00e4ubige diese Wahrheiten ignorieren und ihre finanziellen Mittel nutzen, ohne den Herrn um Rat zu fragen. Wenn sie den Zehnten geben oder dem Herrn sonstige finanzielle Opfer bringen, meinen sie, dass sie mit ihrem restlichen Einkommen nach ihrem Belieben verfahren k\u00f6nnen. Sie vergessen dabei, dass wir im Blick auf alles, was uns Gott gibt, lediglich Verwalter sind &#8211; nicht nur hinsichtlich dessen, was wir ihm geben. Au\u00dferdem wird er uns daf\u00fcr verantwortlich machen, wie wir Verwalter gewesen sind. In seinem dritten Appell erinnerte Nehemia die Versammelten an Gottes Heilsabsicht f\u00fcr Israel (Neh 5,8). In der Vergangenheit hatte Gott die Angeh\u00f6rigen des Volkes Israel aus \u00c4gypten erl\u00f6st, w\u00e4hrend er sie in neuerer Zeit aus der Babylonischen Gefangenschaft befreit hatte. Doch dieser Vers teilt uns mit, dass Nehemia und andere f\u00fchrende Juden mitgeholfen hatten, einige Angeh\u00f6rige ihres Volkes loszukaufen. Doch nun versklavten ihre j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger etliche ihrer Landsleute &#8211; und dies aus reiner Geldgier! Diese selbsts\u00fcchtigen Geldverleiher zerst\u00f6rten alles, was nach Gottes und Nehemias Absicht aufgebaut werden sollte. Worin besteht denn eigentlich Freiheit? Sie ist Leben, das von der Wahrheit bestimmt wird und dessen Triebkraft die Liebe ist. Doch hinter dem Verhalten dieser j\u00fcdischen Gesch\u00e4ftsleute standen Habgier und Missachtung des Wortes Gottes. Ihr Egoismus lie\u00df sowohl sie als auch ihre armen Schuldner zu Sklaven werden\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 67f).<\/p>\n<p>c) Umdenken: ansprechen \u2013 der Probleme nach dem Wort Gottes (V. 9-13)<\/p>\n<p>\u201eWie konnten einige der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger einerseits beim Bau der Stadtmauer helfen, aber andererseits viele ihrer eigenen Landsleute versklaven? Wenn wir wirklich den Herrn f\u00fcrchten, besteht unser Verlangen darin, ihn vor denen zu ehren, die nicht an ihn glauben. Paulus ging in \u00e4hnlicher Weise vor, als er die Christen in Korinth daf\u00fcr tadelte, dass sie einander vor die Gerichte brachten: \u201aBringt es jemand von euch, der einen Rechtsstreit mit dem anderen hat, \u00fcber sich, vor den Ungerechten zu streiten, und nicht vor den Heiligen? .. Es streitet Bruder mit Bruder, und das vor Ungl\u00e4ubigen!\u2018 (1Kor 6,1.6). Es ist weitaus besser, Geld einzub\u00fc\u00dfen als das Vorrecht zu verlieren, ein Zeugnis gegen\u00fcber den Verlorenen zu sein. Geld verdienen kann man sp\u00e4ter immer noch, aber wie kann man ein beeintr\u00e4chtigtes Zeugnis wiederherstellen? \u201aDie Furcht unseres Gottes\u2018 (V. 9) beinhaltet nicht die Angst eines von Kadavergehorsam bestimmten Sklaven vor seinem Herrn, sondern die liebevolle Ehrerbietung eines Kindes gegen\u00fcber Vater oder Mutter. Wenn wir den Herrn f\u00fcrchten, streben wir danach, Gott in all unserem Tun zu verherrlichen. Gottesfurcht bedeutet, auf sein Wort zu h\u00f6ren, es zu ehren und ihm Folge zu leisten. Oswald Chambers schrieb: \u201aDas Bemerkenswerte hinsichtlich der Gottesfurcht besteht darin, dass wir nichts mehr f\u00fcrchten, wenn wir ihn f\u00fcrchten, w\u00e4hrend wir alles andere f\u00fcrchten, wenn wir dies unterlassen\u2018. Weil die Furcht des Herrn die Triebkraft im Leben Nehemias war (Neh 5,15), hatte er vor eventuellen Ma\u00dfnahmen der Feinde keinerlei Angst (V. 14.19). Die Furcht des Herrn veranlasste Nehemia, ein treuer Diener des Herrn zu sein. Wer in der Gottesfurcht lebt, wandelt nat\u00fcrlich auch durch Glauben, indem er Gott vertraut und es ihm \u00fcberl\u00e4sst, mit den Feinden fertigzuwerden und dereinst mit ihnen abzurechen. Es bedeutet, Matth\u00e4us 6,33 in Anspruch zu nehmen und die richtigen Priorit\u00e4ten im Leben zu haben. \u201aDie Furcht des HERRN gereicht zum Leben, und ges\u00e4ttigt verbringt man die Nacht, wird nicht heimgesucht vom B\u00f6sen\u2018 (Spr 19,29).<br \/>\nIn Nehemia 5,10-11 nahm Nehemia auf die Praxis Bezug, die ihn selbst auszeichnete. Er lieh den Bed\u00fcrftigen Geld, erhob aber keine Zinsen oder behielt das nicht ein, was ihnen als Sicherheit diente (2Mo 22,25). Im Gegensatz zu einigen F\u00fchrern sagte Nehemia nicht: \u201aHandelt nach meinen Worten, nicht nach meinen Taten!\u2018 Er war kein Heuchler, sondern praktizierte vielmehr, was er m\u00fcndlich weitergab. Ja, dieses Kapitel endet damit, dass Nehemia auf all das verwies, wozu Gott ihn im Dienst f\u00fcr das Volk bef\u00e4higt hatte (Neh 5,14-19). Er verk\u00f6rperte ein gutes Beispiel als Gl\u00e4ubiger und als F\u00fchrer. \u201aDer hundertste Teil\u2018 in V. 11 entsprach dem Zinssatz, der f\u00fcr das Geld erhoben wurde. Vermutlich galt dies monatlich, so dass dies insgesamt 12 Prozent Zinsen pro Jahr ergab. Diese Praxis hatte schon vor der Ankunft Nehemias in Jerusalem bestanden, w\u00e4hrend die Menschen nun verzweifelt versuchten, als Familien sich finanziell \u00fcber Wasser zu halten. Als Mann der Tat forderte Nehemia die Gesch\u00e4ftsleute auf, die Zinsen und B\u00fcrgschaften zur\u00fcckzugeben, die sie ihren j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern abgenommen hatten. Au\u00dferdem sollten sie den Grundbesitz zur\u00fcckgeben, den sie bei der Zwangsvollstreckung beansprucht hatten. Dieser radikale Schritt, den sie in Glauben und Liebe gehen wollten, w\u00fcrde nicht sofort alle wirtschaftlichen Probleme des Volkes l\u00f6sen, aber zumindest der weiteren Verschlechterung der Situation entgegenwirken. Er w\u00fcrde den leidenden Menschen ebenso die M\u00f6glichkeit eines guten Neuanfangs geben.<br \/>\nIn seinem sechsten Appell erinnerte Nehemia die Anwesenden an das Urteil des Herrn (V. 12-13). Weil die Gesch\u00e4ftsleute Entgegenkommen zeigten, lie\u00df Nehemia sie in Anwesenheit der Priester und der st\u00e4dtischen Verantwortungstr\u00e4ger schw\u00f6ren. Damit galt ihre Zusage nicht nur zwischen ihnen und ihren betroffenen Landsleuten, sondern auch zwischen ihnen und dem Herrn &#8211; ein Sachverhalt, der ernstzunehmen war. \u201aWenn du Gott ein Gel\u00fcbde ablegst, z\u00f6gere nicht, es zu erf\u00fcllen! Denn er hat kein Gefallen an den Toren. Was du gelobst, erf\u00fclle! Besser, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erf\u00fcllst\u00ab (Pred 5,3.4).<br \/>\nDie gro\u00dfe Versammlung endete mit drei Handlungen, womit der feierliche Ernst dieses Anlasses hervorgehoben wurde. Erstens sch\u00fcttelte Nehemia seinen Gewandbausch aus, um damit symbolisch zu verdeutlichen, was Gott mit den Geldverleihern tun w\u00fcrde, wenn sie ihren Schwur nicht erf\u00fcllen sollten. Wer als Jude sein Gewand aussch\u00fcttelte oder den Staub von den F\u00fc\u00dfen sch\u00fcttelte, verurteilte damit sinnbildlich diejenigen, von denen man sich abwandte (Apg 13,51; 18,6; Mt 10,14). Dann antworteten alle Versammelten mit einem gemeinsamen \u201aAmen\u2018, indem sie sagten: \u201aWir wollen so handeln, wie du es gesagt hast\u2018 (V. 12) &#8211; eine Handlung, die weit mehr beinhaltete als ein j\u00fcdisches Ritual. Damit stimmten sie n\u00e4mlich feierlich dem zu, was w\u00e4hrend der Versammlung gesagt und getan worden war (siehe Neh 8,6 und 5Mo 27,14ff.). Das Wort amen bedeutet \u201aso sei es\u2018. Mit anderen Worten: \u201aM\u00f6ge der Herr all das tun, was ihr gesagt habt!\u2018 Dies war ein Akt der Anbetung, der die ganze Versammlung in die Entscheidungen, die getroffen wurden, einbezog. Danach lobten die in der Versammlung Anwesenden vereint den Herrn. Warum dies? Weil Gott Nehemia bef\u00e4higt hatte, ihnen zu helfen, die L\u00f6sung ihrer Probleme anzugehen. Nehemia hatte den Geldverleihern die Weisung gegeben, ihre S\u00fcnden einzugestehen und R\u00fcckerstattung zu leisten. Bei dieser gro\u00dfen Versammlung ging es nicht um einen \u201aWirtschaftsgipfel\u2018, sondern vielmehr um einen Gottesdienst, in dem Nehemia das finanzielle Problem auf die h\u00f6chstm\u00f6gliche Ebene hob. Gotteskinder m\u00fcssen seinem Beispiel folgen und jedes Problem im Lichte des Willen Gottes behandeln, wie er im Wort Gottes bekundet ist\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 68-71).<\/p>\n<p>C. Von den Gaben Gottes leben hei\u00dft: Wir teilen Verantwortung miteinander (V. 14-19)<br \/>\n= ein gro\u00dfes Vorbild im Volk Gottes<\/p>\n<p>Es gilt zu erkennen: Jeder soll \u201amitbauen\u2018, besonders die Verantwortlichen!<\/p>\n<p>\u201eD. L. Moody sagte einmal: \u201aEin heiliges Leben ruft den tiefsten Eindruck hervor. Leuchtt\u00fcrme geben keine akustischen Signale. Vielmehr sind ihre Lichtsignale weithin sichtbar\u2018. Wir leben in einer Zeit, da \u00f6ffentliche Skandale in fast jedem Lebensbereich und insbesondere in der Politik vorkommen. Wie erquickend ist es da, einem Menschen wie Nehemia zu begegnen, der anderen diente, statt sich pers\u00f6nlich zu bereichern! Obwohl Nehemia Philipper 2,1-13 nat\u00fcrlich noch nicht bekannt war, hat er die Botschaft dieser Verse zweifellos praktisch umgesetzt. In seiner ersten, 12 Jahre dauernden Amtszeit als Statthalter und sp\u00e4ter w\u00e4hrend seiner zweiten Dienstzeit (Neh 13,6-7) gebrauchte er seine Privilegien, um Angeh\u00f6rigen des Volkes zu helfen. Er nutzte sie keinesfalls dazu, um sich als \u201aProvinzk\u00f6nig\u2018 zu etablieren. Zu jener Zeit \u00fcbten die meisten Amtstr\u00e4ger ihre Macht aus, um mit eigenen Verdiensten zu prahlen und ihre Interessen zu wahren. Sie k\u00fcmmer\u00acten sich sehr wenig um die N\u00f6te der Menschen. Als Gotteskinder haben wir Jesus Christus zum Vorbild, w\u00e4hrend die Machthaber dieser Welt ganz anders handeln (Lk 22,23-30). \u201aWer auf geistlichem Gebiet F\u00fchrungsaufgaben \u00fcbernehmen will, st\u00f6\u00dft auf ein Kreuz\u2018, schreibt J. Oswald Sanders, \u201aein Kreuz, an dem der betreffende F\u00fchrer sein Ich bereitwillig in den Tod geben muss\u2018.<br \/>\nIn welcher Hinsicht sind diese Menschen f\u00fcr uns Vorbilder? Zun\u00e4chst einmal bestritten Nehemia und seine Mitarbeiter ihre Unterhaltskosten nicht durch Inanspruchnahme einer vom K\u00f6nig bereitgestellten Kasse. Auch erlegten sie dem Volk keine Steuern auf, um sich so ihren Lebensunterhalt zu sichern. Vielmehr beglichen sie ihre Kosten aus eigener Tasche, statt um deren R\u00fcckerstattung zu bitten. Der Apostel Paulus hielt sich hinsichtlich der Gemeindeglieder in Korinth an einen \u00e4hnlichen Grundsatz. Er h\u00e4tte wie im Falle anderer Gemeinden von ihnen Unterst\u00fctzung annehmen k\u00f6nnen, zog es aber vor, durch eigener H\u00e4nde Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und ihnen das Evangelium \u201akostenfrei\u2018 (vgl. 1Kor 9,18) zu verk\u00fcndigen. Paulus sagte damit nicht, dass sich jeder christliche Mitarbeiter so verhalten solle, denn \u201ader Arbeiter ist seines Lohnes wert\u2018 (Lk 10,7; vgl. 1Kor 9,14). Jeder Christ sollte jedoch dem Beispiel des Paulus folgen, indem er eine ausgewogene geistliche Haltung gegen\u00fcber Reichtum und Dienst einnimmt. Wir m\u00fcssen bereit sein, pers\u00f6nlichen Gewinn f\u00fcr das geistliche Wohl anderer dranzugeben (siehe Apg 20,33-35 und 1Sam 12,3). Man hat einmal gesagt, dass F\u00fchrer Menschen sind, die lieber zu ihren Fehlern stehen, statt sich hinter ihrem guten Ruf zu verstecken. Sie verk\u00f6rpern aber auch diejenigen, die in der Stille Opfer bringen, damit es anderen besser geht. [\u2026]: Sie alle wirkten beim Wiederaufbau der Mauer mit (V. 16). Sie waren keine Ratgeber, die gelegentlich aus ihrem Elfenbeinturm herauskamen, sondern Arbeiter, die mit ihren Landsleuten beim Aufbau und bei der Verteidigung der Stadt standhielten. Jesus sagte: \u201aIch &#8230; bin in eurer Mitte wie der Dienende\u2018 (Lk 22,27), wobei Nehemia und seine Helfer die gleiche Haltung einnahmen.<br \/>\nNehemia war auch in einer weiteren Hinsicht Vorbild. Er kam nicht nur selbst f\u00fcr seinen Unterhalt auf, sondern teilte seinen Besitz auch mit anderen (Neh 5,17.18). Er bewirtete regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber 150 G\u00e4ste, unter denen sowohl Ortsans\u00e4ssige als auch Ausw\u00e4rtige waren, und erm\u00f6glichte ihnen somit ein erstklassiges Mahl! (Siehe 1. K\u00f6nige 5,2-3 im Blick auf den Tagesbedarf am Hof Salomos.) Weil diese Menge an Nahrungsmitteln sch\u00e4tzungsweise den Bedarf von \u00fcber 500 G\u00e4sten deckte, muss Nehemia fortw\u00e4hrend \u201aein offenes Haus\u2018 gehabt haben. M\u00f6glich ist auch, das er dasjenige, das \u00fcbrigblieb, mit denjenigen teilte, die an der Mauer arbeiteten. So oder so &#8211; er war gro\u00dfz\u00fcgig gegen\u00fcber anderen und fragte nicht danach, ob es ihm vergolten wurde.<br \/>\nNehemia 5,19 l\u00e4sst den vielleicht bemerkenswertesten Sachverhalt hinsichtlich des Dienstes Nehetnias erkennen. All sein Tun zielte lediglich darauf ab, dem Herrn zu gefallen. Hier finden wir das vierte seiner Gebete (1,5ff; 2,4; 3,36) und zugleich ein wunderbares Beispiel f\u00fcr Anbetung und Demut. Er suchte kein Lob oder keine Belohnung von Seiten des Volkes. Ihm ging es lediglich um den Lohn, den Gott ihm f\u00fcr seinen aufopferungsvollen Dienst geben w\u00fcrde (siehe 13,14). Obwohl einige der Betreffenden ihren F\u00fchrern vielleicht nicht in dem gebotenen Ma\u00dfe Wertsch\u00e4tzung entgegengebracht haben, brachte dies Nehemia nicht aus der Fassung. Er wusste, dass ihn letztendlich der Herr beurteilen w\u00fcrde, wobei er auch abwarten konnte (1Kor 4,1-5). [\u2026].<br \/>\nWo immer Sie mit Menschen zu tun haben, k\u00f6nnen sich Probleme ergeben. Wann immer Gottes Werk w\u00e4chst und gedeiht, ist der Feind darauf bedacht, Schwierigkeiten entstehen zu lassen. Sie sollten nicht \u00fcberrascht sein, wenn die Betreffenden nicht immer miteinander auskommen k\u00f6nnen. Zweitens: Gehen Sie die Probleme mutig an! \u201aEs ist kein Problem so gro\u00df, dass man es nicht \u00fcbersehen k\u00f6nnte\u2018 mag ein gutes Lebenskonzept f\u00fcr eine Comic-Figur sein &#8211; f\u00fcr den Dienst des Herrn taugt es jedenfalls nicht. Jedes Problem, das man ignoriert, wird im Verborgenen weiterbestehen, gleichsam Wurzeln schlagen und bittere Fr\u00fcchte tragen. Beten Sie um Gottes Hilfe, w\u00e4hrend Sie jedes Problem so schnell wie m\u00f6glich angehen! Drittens: Gew\u00e4hrleisten Sie, dass die eigene Reinheit unangetastet bleibt. Wenn Ihr Gewissen Sie anklagt, sind Sie der geistlichen Vollmacht beraubt, die Sie brauchen, um in angemessener Weise zu f\u00fchren. Jedes Opfer jedoch, das Sie gebracht haben, wird Ihnen zus\u00e4tzliche Kraft verleihen, damit Sie den Feind bezwingen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich sollten Sie in jedem Problem eine M\u00f6glichkeit sehen, dass der Herr wirken kann. Wer Probleme im Dienst l\u00f6st, bet\u00e4tigt sich in erster Linie nicht intellektuell, sondern sammelt geistliche Erfahrungen. Wenn wir uns auf die Weisheit der Welt verlassen, werden uns weltliche L\u00f6sungsstrategien geboten. Wenn wir uns aber auf die Weisheit Gottes st\u00fctzen, erschlie\u00dfen sich uns Gottes M\u00f6glichkeiten zur L\u00f6sung unserer Probleme. Hinter allem, was wir sagen und tun, muss Liebe stehen. All unser Reden und Tun muss von Wahrheit beherrscht sein und der Ehre Gottes dienen\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 71-75).<\/p>\n<p>Nehemias Beweggr\u00fcnde:<br \/>\n* Gottesfurcht als Lebensbasis \u2013 Leben in der Gegenwart des Herrn<br \/>\n* Selbstverleugnung als Lebensweg \u2013 Leben unter der F\u00fchrung des Herrn<br \/>\n* Gro\u00dfz\u00fcgigkeit als Lebensstil \u2013 Leben nach dem Willen des Herrn<\/p>\n<p>Zum Abschluss:<br \/>\n\u201eUnd dann noch ein Letztes. Es gibt nach dem Zeugnis der Schrift nicht nur zeitliche Schulden, sondern ewige Schuld. Darum gibt es nach dem Zeugnis derselben Heiligen Schrift auch einen ewigen Schuldenerlass, bei dem der ewige Schuldschein, der ewige Pfandbrief, zerrissen und ans Kreuz geheftet ist. Wir Christen aber, die wir um den ewigen Schuldenerlass wissen, ausgerechnet wir sollten jetzt keine zeitlichen Hoffnungen aufbringen? Sch\u00e4men wir uns! Das war auch ein \u00f6rtlicher Einbruch, der dort auf Golgatha vor den Mauern Jerusalems erfolgte. Aber von jenem \u00f6rtlichen Einbruch her, von Kar\u00acfreitag und Ostern her, geht ein Siegen durch die Jahrhunderte, ein Siegen, das nicht aufh\u00f6ren wird, bis auch der letzte Feind zu Jesu F\u00fc\u00dfen liegt. Das ist unsere Hoffnung f\u00fcr diese Welt. Darum spreche das ganze Volk: Amen! und lobe den Herrn!\u201c (L\u00fcthi, Bauleute Gottes, S. 82).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Finanzielle Verantwortung &#8222;. Gott vertraut seinen Kindern das an, was sie zum Leben brauchen. Aber zum rechten Umgang mit den Gaben Gottes geh\u00f6rt, dass wir erkennen, wer wir sind und wozu wir beauftragt sind. Wir sind nicht nur Kinder Gottes, sondern auch Knechte Gottes (vgl. Neh 2,20), die einen Herrn haben. Aus diesem Grund sind wir nicht die Besitzer der Gaben Gottes, sondern Verwalter der Gaben Gottes. Alles was uns der Herr gibt und schenkt, haben wir in seinem Sinne zu verwalten und zu seiner Ehre und Freude zu gebrauchen. So gilt es in der Predigt zu entfalten dass und wie wir von den Gaben Gottes leben.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Leben von den Gaben Gottes erfordert<br \/>\nA. ein gro\u00dfes Geschrei \u2013 zur Verantwortung untereinander (V. 1-5)<br \/>\nB. eine gro\u00dfe Versammlung \u2013 zur Verantwortung f\u00fcreinander (V. 6-13)<br \/>\n* anh\u00f6ren \u2013 der Probleme im Volk Gottes<br \/>\n* anschauen \u2013 der Probleme nach dem Willen Gottes<br \/>\n* ansprechen \u2013 der Probleme nach dem Wort Gottes<br \/>\nC. ein gro\u00dfes Vorbild \u2013 zur Verantwortung miteinander (V. 14-19)<br \/>\n* Gottesfurcht als Lebensbasis \u2013 Leben in der Gegenwart des Herrn<br \/>\n* Selbstverleugnung als Lebensweg \u2013 Leben unter der F\u00fchrung des Herrn<br \/>\n* Gro\u00dfz\u00fcgigkeit als Lebensstil \u2013 Leben nach dem Willen des Herrn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn lebenPredigtthema: Leben von den Gaben Gottes Bibelstelle: Nehemia 5, 1-19 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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