{"id":1665,"date":"2009-07-02T19:02:04","date_gmt":"2009-07-02T17:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=486"},"modified":"2009-07-02T19:02:04","modified_gmt":"2009-07-02T17:02:04","slug":"predigthilfe-vom-19-7-2009-nehemia-3-33-417","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-19-7-2009-nehemia-3-33-417\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 19.7.2009 &#8211; Nehemia 3, 33 &#8211; 4,17"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Leben mit dem Auftrag Gottes<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Nehemia 3, 33 &#8211; 4,17<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Walvoord \/ Zuck (Hg.). Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt &#8211; Bd. 2. S. 256-259 und Walter L\u00fcthi. Die Bauleute Gottes: Nehemia, der Prophet im Kampf und Aufbau der zerst\u00f6rten Stadt. 7. Aufl. Basel: Friedrich Reinhardt, o.J. S. 55-67 und Warren W. Wiersbe. Sei fest entschlossen: Im Gegenwind standhaft bleiben. Dillenburg: CV, 2008. S. 51-62.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Der Textabschnitt Neh 3,33-4,17 (in manchen \u00dcbersetzungen entspricht dies 4,1-23) beschreibt nun welche Reaktionen erfolgen, wenn man sich an den \u201eAufbau\u201c macht. W\u00e4hrend Neh 3,1-32 Details zum internen Ablauf des Aufbaus liefert, steht in Neh 3,33-4,17 die Reaktion des Umfeldes und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Volk Gottes im Vordergrund. Von daher haben wir in der Predigt aufzuzeigen wie sich ein Leben mit dem Auftrag Gottes (= Predigtthema) auswirkt. Es geht darum, wie der g\u00f6ttliche Anspruch in die menschliche Wirklichkeit \u00fcberf\u00fchrt wird. Dies kann allerdings nur dort entsprechend dem Willen Gottes gelingen (vgl. PT zum 05.07.09), wo die g\u00f6ttliche Realit\u00e4t und F\u00fchrung (vgl. PT zum 12.07.09) im Blick und Zentrum der Umsetzung bleibt: \u201edenn getrennt von mir [LU = \u201aohne mich\u2018] k\u00f6nnt ihr nichts tun\u201c (Joh 15,5).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Zum Einstieg:<br \/>\n\u201eGott hat beschlossen, die Mauern Jerusalems wieder zu bauen. Gott hat auf wunderbare Weise den Mundschenk am Perserhof zum Wiederaufbau erw\u00e4hlt, berufen und ausger\u00fcstet. Und Gott hat den Wiederaufbauleuten eine wunderbare Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft geschenkt. Und nun darf das eigentliche Aufbauwerk beginnen. Und wir erwarten wohl, dass es so wunderbar weitergehe. Aber es geht ganz und gar nicht wunderbar weiter. Im Gegenteil, wer jetzt weithin schimmernde Wunder erwartet, wird entt\u00e4uscht sein und hat Gelegenheit, sich zu \u00e4rgern. Gott kann im Bau seines Reiches und seiner Kirche Wunder tun, aber Gott kann mit seinen Bauleuten auch gew\u00f6hnliche Wege gehen. Auf Adlerfl\u00fcgeln kann er sein Volk durchs Meer und \u00fcber die W\u00fcste tragen, Gott kann aber die Seinigen auch zu Fu\u00df, im Schwei\u00dfe ihres Angesichtes, den Weg \u00fcber die gro\u00dfe Heerstra\u00dfe geleiten. Gott kann durch ein Gerichtswunder die Mauern Jerichos niederlegen, und derselbe Gott kann Jerusalem bauen lassen mit Kelle und Schwert. In diesem Kapitel f\u00fchrt Gott seine Bauleute nun tats\u00e4chlich den Weg der schlichtesten Gew\u00f6hnlichkeit\u201c (L\u00fcthi, Bauleute Gottes, S. 56f).<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Absichten des Widersacher Gottes gilt f\u00fcr uns: \u201eDamit wir nicht vom Satan \u00fcbervorteilt werden, denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt\u201c (2Kor 2,11). In unserem Predigtabschnitt werden wir \u00fcber vier Strategien Satans informiert, wie er den Bau des Reiches Gottes zu behindern versucht: Spott \u2013 Einsch\u00fcchterung \u2013 Entmutigung \u2013 Furcht! Aber genauso zeigt uns das Wort Gottes, wie wir standhaft bleiben und mit dem Auftrag des Herrn leben k\u00f6nnen. Wer sich im (Gemeinde-) Aufbau engagiert, wird k\u00e4mpfen m\u00fcssen und deshalb lassen wir uns vom Wort Gottes her vorbereiten und zur\u00fcsten. So k\u00f6nnen wir f\u00fcnf praktische Konsequenzen entdecken, denn \u201eLeben mit dem Auftrag des Herr\u201c hei\u00dft: aufbauen \u2013 aufschauen \u2013 aufrichten \u2013 aufbrechen \u2013 aufbleiben!<\/p>\n<p>A. Aufbauen, denn Anfeindungen sind unausweichlich (3,33-35)<\/p>\n<p>Bitte beachten und klarstellen: Niemand hat unter Druck oder Zwang mitarbeiten m\u00fcssen (siehe Neh 3,5). In der Mitarbeit wird kein Zwang ausge\u00fcbt, aber wir lassen uns von den Unwilligen nicht am Dienst hindern, denn mitbauen am Reich Gottes ist eine Herzens- und Ehrensache (vgl. Neh 3,38 mit Apg 4,32). Aufbauen lautet unser Auftrag!<\/p>\n<p>Der Wiederaufbau der Mauern Jerusalems ist gef\u00e4hrdet und angefochten. Kaum wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, so wird deutlich, dass viele keine Freude daran haben, wenn die Mauern Jerusalems wachsen und sich die L\u00fccken schlie\u00dfen. Hier gilt es zu fragen, wie das ist, wenn die F\u00fchrung Gottes ganz anders ist, als wir uns das w\u00fcnschen? Wie schnell kommt auch bei uns die Frage: Was hat das denn schon gebracht bzw. bewirkt? Vgl. hierzu Joh 15,20; 1Petr 2,21-24.<\/p>\n<p>\u201eWenn alles gut geht, sollten Sie sich auf Schwierigkeiten einrichten, weil der Feind kein Interesse daran hat, Fortschritte im Werk des Herrn zu sehen. Solang die Bewohner Jerusalems mit ihrem traurigen Los zufrieden waren, lie\u00df der Feind sie in Ruhe. Doch als die Juden anfingen, dem Herrn zu dienen und Gottes Namen zu verherrlichen, wurde der Feind aktiv. Wenn Widerstand auftritt, erweist sich nicht nur, dass Gott segnet. Vielmehr ist uns damit auch die M\u00f6glichkeit zum geistlichen Wachstum gegeben\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 51).<\/p>\n<p>Charles H. Spurgeon: \u201eGott hatte wohl einen Sohn ohne S\u00fcnde, aber kein einziges Kind, dem Pr\u00fcfung erspart bleibt\u201c (vgl. Joh 16,33).<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung:<br \/>\n\u201eAls Sir James Thornhill (englischer Hofmaler, 1675-1734) die Innenseite der Kuppel in der Londoner St. Pauls Kathedrale ausmalte, hatte er einmal gerade einen Abschnitt beendet. Daraufhin trat er etwas zur\u00fcck, um ihn zu betrachten. W\u00e4re er noch einen Schritt nach hinten gegangen, w\u00e4re er vom Ger\u00fcst gest\u00fcrzt und somit m\u00f6glicherweise tot gewesen. Indem er die Situation erkannte, ergriff ein Freund geistesgegenw\u00e4rtig einen mit Farbe getr\u00e4nkten Pinsel und warf ihn gegen das Bild. Sofort sprang der K\u00fcnstler nach vorn, um sein Werk zu sch\u00fctzen. Zugleich erkannte er jedoch, dass sein Leben dadurch gerettet worden war. Wenn das Bild unseres Lebens oder Dienstes \u00fcberhaupt nicht unseren Erwartungen entspricht, liegt das vielleicht daran, dass der genialste K\u00fcnstler uns vor etwas viel Schlimmeren bewahrt und uns f\u00fcr etwas viel Besseres zubereitet\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 51f).<\/p>\n<p>So ist die Frage: F\u00fchrt der Spott zum Stopp?<\/p>\n<p>B. Aufschauen, denn Beten ist unerl\u00e4sslich (3,36-4,3)<\/p>\n<p>Aufbauen ist unser Auftrag und wir sind immer gef\u00e4hrdet, ob wir ihn auch ausf\u00fchren k\u00f6nnen, denn der Widerstand und die Anfechtung ist unausweichlich. Aber wo unser aufbauen von unserem aufschauen zum Herrn begleitet wird, da ergibt sich eine neue Perspektive (vgl. Hebr 2,1).<\/p>\n<p>V. 36-38: \u201eGebet war ein besonderer und regelm\u00e4\u00dfiger Bestandteil von Nehemias Probleml\u00f6sung. Als er mit den demoralisierenden Angriffen Sanballats konfrontiert wurde, bat er augenblicklich Gott um Hilfe: H\u00f6re uns, unser Gott, denn wir werden verspottet.<br \/>\nWie eine Reihe von Rachepsalmen, in denen die Psalmisten Gottes Gericht \u00fcber ihre Feinde herbei flehten, war auch das Gebet Nehemias schwerwiegend und auf das Gericht ausgerichtet. Er betete daf\u00fcr, dass Sanballat und seine Truppen gefangengenommen und sie f\u00fcr ihre S\u00fcnden gestraft w\u00fcrden. Wie soll ein Christ solche Gebete einordnen, insbesondere angesichts der Aufforderung Jesu Christi, f\u00fcr die Feinde zu beten (Mt 5.44; vgl. R\u00f6m 12,14.20)? Dazu ist auf einige Dinge hinzuweisen: Erstens widerstanden Sanballat und seine Mitstreiter durch ihren Widerstand gegen die Juden eigentlich Gott. Zweitens hatte Gott bereits das Gericht \u00fcber die Feinde Israels angek\u00fcndigt. Nehemia betete deswegen entsprechend dem Willen Gottes, dass Gott Jerusalem von seinen Feinden befreien m\u00f6ge. Drittens betete Nehemia nur um das, was Gott Abraham zugesagt hatte (1Mose 12,3), dass wer seinem Volk fluchen w\u00fcrde, verflucht sein solle. Viertens ist die Rache Gottes Sache und nicht Sache Nehemias oder anderer Gl\u00e4ubiger (vgl. 5Mose 32,35; R\u00f6m 12,19), weshalb Nehemia zwar darum bittet, die Rache aber nicht selbst in die Hand nimmt\u201c (Walvoord \/ Zuck, Das Alte Testament erkl\u00e4rt und ausgelegt &#8211; Bd. 2, S. 258).<\/p>\n<p>Das Gebet das uns hilft aufzuschauen ist<br \/>\n* ernstlich (3,36a)<br \/>\n* inst\u00e4ndig (3,36b+37)<br \/>\n* gemeinsam (4,3a)<br \/>\n* realistisch (4,3b)<\/p>\n<p>Die Bedrohung ist im wahrsten Sinne des Wortes umfassend: Im Norden sind Sanballat und die Samaritaner, im Osten ist Toija und die Ammoniter, im S\u00fcden sind Geschem und die Araber und im Westen sind die Aschdotiter. \u201eW\u00e4hrend die Angeh\u00f6rigen des Volkes Gottes mitunter Probleme bei der Zusammenarbeit haben, f\u00e4llt es den Menschen dieser Welt nicht schwer, sich im Widerstand gegen das Werk Gottes zu vereinen (Ps 2,1f; Apg 4,23-30; Lk 23,12). Als die Feinde sahen, dass das Werk Fortschritte machte, wurden sie zornig und beschlossen, einen Geheimangriff auf Jerusalem zu planen. Satan hasst Israel und hat bei dem Versuch, es zu vernichten, schon zahlreiche Nationen eingesetzt (siehe Ps 85 und Offb 12). Gott erw\u00e4hlte Israel als sein Werkzeug, damit die Welt den wahren Gott, die Heilige Schrift und den Heiland erkennen sollte (R\u00f6m 9,1-5). \u201aDas Heil ist aus den Juden\u2018 (Joh 4,22). Satan wollte aber verhindern, dass der Erretter in die Welt kam. H\u00e4tte er dieses Volk vernichten k\u00f6nnen, w\u00e4re Gottes Plan durchkreuzt worden\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 56).<\/p>\n<p>V. 1: Der Ausdruck \u201eAusbesserung\u201c bedeutet w\u00f6rtlich: \u201eHeilung\u201c. Die L\u00fccken und \u201eWunden\u201c schlie\u00dfen sich nun langsam, so dass wieder ein Raum der Geborgenheit entstehen kann. Die Bruchstellen werden nun beseitigt! Welche L\u00fccken\/Bruchstellen haben wir noch in unserer Gemeinschaft?<br \/>\nZuerst m\u00fcssen bei uns immer die L\u00fccken geschlossen werden, damit andere bzw. Anderes nicht hereinbrechen kann. Der Feind darf keine Einstiegsl\u00fccken finden wie z.B. eine Wahrheitsl\u00fccke\/Bitterkeitsl\u00fccke\/Unvers\u00f6hnlichkeitsl\u00fccke\/Schuldl\u00fccke\/L\u00fccke sexueller Gier usw. Durch L\u00fccken kommt der Feind herein und verwundet uns.<\/p>\n<p>\u201eSchlie\u00dfen der L\u00fccken hei\u00dft im Neuen Testament Heiligung\u201c (Wilhelm Wagner)<\/p>\n<p>C. Aufrichten, denn Entmutigung ist unertr\u00e4glich (4,4-8)<\/p>\n<p>Gerade wenn wir an unserem Auftrag dranbleiben, beim Aufbauen, weil wir stets Aufschauen, dann werden wir auch wieder aufgerichtet, damit das Werk weitergehen kann, denn es ist nicht unser Werk, unsere Tat, sondern es ist sein Werk, denn f\u00fcr uns ist die Aufgabe immer zu schwer, zu gro\u00df und zu widerst\u00e4ndig:<br \/>\n* Kraftlosigkeit: w\u00f6rtl. \u201ees ist ersch\u00f6pft die Kraft der Lasttr\u00e4ger\u201c (V. 4a)<br \/>\n* Ohnm\u00e4chtigkeit: w\u00f6rtl. \u201eund der Schutt ein Vieles\u201c (V. 4b)<br \/>\n* Motivationslosigkeit: w\u00f6rtl. \u201eund wir verm\u00f6gen nicht mehr zu bauen in der Mauer\u201c (V. 4c)<\/p>\n<p>Darauf reagiert nun Nehemia und richtet wieder auf,<br \/>\n* indem er die offensichtlichen L\u00fccken schlie\u00dfen l\u00e4sst (V. 7)<br \/>\n* indem er an die Verhei\u00dfungen Gottes erinnert (V. 8a)<br \/>\n* indem er eine ewige Perspektive er\u00f6ffnet (V. 8b)<br \/>\n* indem er die Auswirkungen eindeutig benennt (V. 8c)<\/p>\n<p>Von Nehemia gilt es zu lernen, dass uns Widerstand niemals vom Herrn wegziehen darf, sondern uns vielmehr n\u00e4her zum Herrn hin treibt (vgl. 2Chr 20,12)!<\/p>\n<p>\u201eDruck von au\u00dfen schafft oft Probleme, die von innen kommen. Es ist schwer, der Alltagsarbeit nachzugehen, wenn allseits Gefahr droht und man sich t\u00e4glich den Anforderungen einer Aufgabe gegen\u00fcbersieht, die man scheinbar nicht bew\u00e4ltigen kann. H\u00e4tten sich die Juden entmutigen lassen, h\u00e4tten sie sich selbst eine Niederlage beigebracht, so dass Sanballat und seine Verb\u00fcndeten keinen Krieg mehr h\u00e4tten f\u00fchren brauchen. Entmutigung ist eine der wichtigsten Waffen aus dem Arsenal Satans. Aufgrund von Entmutigung blieb Israel der Zugang zum Gelobten Land in Kadesch-Barnea verwehrt (4Mose 13). \u201aWir k\u00f6nnen nicht gegen das Volk hinaufziehen, denn es ist st\u00e4rker als wir\u2018 (V. 31). Die zehn glaubenslosen Kundschafter \u201ahielten das Herz der S\u00f6hne Israel ab\u2018 (32,9). Infolgedessen musste das Volk vierzig Jahre in der W\u00fcste umherwandern, bis eine neue Generation von Israeliten bereit war, das Land zu erobern. \u201aWir k\u00f6nnen nicht!\u2018 ist das Schlagwort all derjenigen, die ihre Augen vom Herrn abwenden und anfangen, auf sich selbst und ihre Probleme zu sehen. Diese entmutigten j\u00fcdischen Bauleute stimmten im Grunde mit den Feinden \u00fcberein, die von den ohnm\u00e4chtigen Juden gesprochen hatten! (Neh 3,33-35; vgl. 2,19). Sanballat hatte \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt, dass das Werk zum Erliegen kommen w\u00fcrde &#8211; ein Zustand, der beinahe eingetreten w\u00e4re. Warum lie\u00dfen sich die Angeh\u00f6rigen des K\u00f6nigsstammes Juda so entmutigen? (siehe 1Mose 49,8-12). Weil immerhin einst David in ihrem Stamm gelebt hatte, h\u00e4tte man meinen sollen, dass sie M\u00e4nner und Frau waren, die sich durch gro\u00dfen Glauben und Mut auszeichneten. Die Antwort findet sich in Nehemia 6,17-19: Einige Angeh\u00f6rige des Stammes Juda arbeiteten insgeheim mit den Feinden zusammen. Die ehelichen Bande waren st\u00e4rker als diejenigen Bindungen, die Ausdruck ihrer Hingabe gegen\u00fcber dem Herrn waren. Nach Kapitel 13,15-22 waren einige f\u00fchrende Leute in Juda dem Herrn nicht v\u00f6llig ergeben. Ihr Interesse zielte vielmehr darauf ab, Geld zu verdienen. Weil sowohl infolge der Mischehen als auch aufgrund von Geldliebe ihre Treue nachgelassen hatte, ging von ihnen viel Entmutigung aus. In meiner \u00fcber vierzigj\u00e4hrigen Dienstzeit habe ich festgestellt, dass im Werk des Herrn diejenigen, die andere entmutigen, oft auch zweifeln und Kompromisse schlie\u00dfen. Hinsichtlich ihres geistlichen Lebensstils ist gew\u00f6hnlich etwas verkehrt. Zun\u00e4chst einmal fehlt ihnen h\u00e4ufig Vertrauen auf Gottes Wort, wobei sie dar\u00fcber hinaus haupts\u00e4chlich an den eigenen Pl\u00e4nen und Bestrebungen interessiert sind. Ein wankelm\u00fctiger Mensch, dem Glauben fehlt, ist unbest\u00e4ndig (Jak 1,5-8) und behindert das Werk des Herrn. Nehemia schenkte diesen N\u00f6rglern kaum Beachtung, sondern setzte vielmehr seine Arbeit unbeirrt fort. Dies ist die beste Vorgehensweise. Wer seine Arbeit unterbricht, um jedem zuzuh\u00f6ren, der seine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen will, wird nie etwas zustande bringen. Nehemia lie\u00df sich durch das Gebet und die Verhei\u00dfungen Gottes ermutigen, w\u00e4hrend ihn die gelegentlichen Klagen von einigen Leuten aus dem Volk nicht aus der Fassung brachten\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 57f).<\/p>\n<p>D. Aufbrechen, denn Aufgeben ist unm\u00f6glich (4,9-14)<\/p>\n<p>Der Auftrag Gottes bleibt, der Herr bleibt aber auch dort, wo er einen Auftrag gegeben hat und aus diesem Grund gilt es immer wieder neu aufzubrechen, weiterzubauen, denn ein Aufgeben ist unm\u00f6glich. Kinder Gottes geben nicht auf, weil ihr Herr sie auch nicht aufgibt.<\/p>\n<p>V. 11f: Hier ist es wichtig, dass das Prinzip von \u201eSchwert und Kelle\u201c nicht missverstanden wird. Hier geht es nicht darum, wie es der Volksmund gerne sagt: \u201eVertrau auf Gott, und halt das Pulver trocken\u201c oder \u201eHilf dir selbst, so hilft dir Gott\u201c oder \u201esowohl \u2013 als auch\u201c. Das Prinzip mit der einen Hand am Werk des Herrn arbeiten (= Kelle) und mit der anderen Hand die Waffe halten und Ausschau nach dem Feind halten (= Schwert) ist kein Ausdruck mangelnden Gottvertrauens, sondern Ausdruck eines anderen Prinzips, eines geistlichen Prinzips: \u201eBete und arbeite\u201c! Das Gebet ersetzt nicht die Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist. \u201e\u2018Wacht und betet\u2018 (siehe Mk 14,38; vgl. Mk 13,33; Eph 6,18; Kol 4,2-4) ist eine Aufforderung, die Glauben sowie Werke verbindet und uns als nachahmenswertes Beispiel in unserer Arbeit und unserem geistlichen Kampf vor Augen steht\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 57). \u201eAls Charles H. Spurgeon 1865 anfing, seine Gemeindezeitschrift herauszugeben, entlehnte er deren Titel aus dem Buch Nehemia und nannte sie The Sword and Trowel (dt. als Kelle und Schwert bekannt). Nach seinen Worten umfasste sie \u201aeinen Bericht \u00fcber Kampf gegen S\u00fcnde und Arbeit f\u00fcr den Herrn\u2018. Es reicht nicht aus, nur die Mauer zu bauen. Wir m\u00fcssen auch Wache halten, damit der Feind sie nicht erobert. Wenn wir sowohl bauen als auch k\u00e4mpfen, lassen wir normale Bestandteile des Lebens als Christen erkennen und erweisen uns als treue J\u00fcnger (Lk 14,28-33)\u201c (Wiersbe, Sei fest entschlossen, S. 61).<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung:<br \/>\n\u201eAdmiral Mahon \u2013 er diente bei der amerikanischen Marine w\u00e4hrend des Unabh\u00e4ngigkeitskrieges \u2013 pflegte seinen Offizieren folgendes einzusch\u00e4rfen, wenn er sie unterrichtete: \u201aMeine Herren, was sie auch immer tun, verlieren sie nie das eigentliche Ziel aus den Augen. Sobald sie wissen, was ihr Auftrag ist, lassen sie nicht mehr von ihm ab.\u2018 Nehemia hatte einen Auftrag. Wenn er sich entschlossen h\u00e4tte, einen Pr\u00e4ventivschlag zu f\u00fchren, h\u00e4tte er jeden verf\u00fcgbaren Mann einsetzen m\u00fcssen. Die Arbeit am Bau w\u00e4re dabei zu einem Stillstand gekommen. H\u00e4tte er aber gewartet, bis die Feindseligkeiten sich gelegt h\u00e4tten, dann w\u00e4re es schwer gewesen, die Arbeiterschaft wieder neu zu organisieren. So blieb jedoch die Verteidigungsf\u00e4higkeit erhalten, w\u00e4hrend die Arbeiten zum baldm\u00f6glichsten Zeitpunkt wieder aufgenommen werden konnten. Oberstes Ziel f\u00fcr Nehemia war es, die Mauern in Jerusalem wieder aufzubauen. Dieses Ziel bestimmte seine Politik. So entschloss er sich, den Mauerbau bei gleichzeitiger Erhaltung der Verteidigungsf\u00e4higkeit fortzusetzen. In der Kriegsf\u00fchrung verhielt er sich defensiv, in der Arbeit aggressiv\u201c (John White. Nehemia: Hingabe und Strategie &#8211; Wegweisung f\u00fcr geistliche F\u00fchrung, Marburg: Francke, 1989. S. 58f).<\/p>\n<p>E. Aufbleiben, denn Opfer sind unumg\u00e4nglich (4,15-17)<\/p>\n<p>Der Herr baut mit S\u00fcndern, aber nicht mit Selbstgerechten und so geht der Aufbau weiter (V. 15a)! Aber der Dienst ist auch immer mit Opfer und Verzicht verbunden (V. 17)! Aber wo wir aufbauen \u2013 aufschauen \u2013 aufrichten \u2013 aufbrechen \u2013 aufbleiben, da gilt f\u00fcr uns die Zusage Gottes: 1Kor 15,57f!<\/p>\n<p>Leben mit dem Auftrag des Herrn (3,33-4,17) nach seinem Willen (1,1-11) und unter seiner F\u00fchrung (2,1-20) bedeutet:<br \/>\n* von Herzen beten (3,36a; 4,3)<br \/>\n* von ganzem Herzen aufbauen (3,38b)<br \/>\n* offene Augen die wachen und aufschauen (4,3)<br \/>\n* offener Mund der aufrichtet (4,7f)<br \/>\n* offene Ohren f\u00fcr das Aufbruchssignal (4,14)<br \/>\n* Mitarbeiter die aufbleiben, weil sie dranbleiben (4,17)<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung:<br \/>\n\u201eIm 18. Jahrhundert lebte ein Evangelist, der wie kein anderer harte und anhaltende Opposition ertragen musste. Sein Name ist John Whitefield. Er war noch mehr als John Wesley und andere f\u00fchrende Gottesm\u00e4nner in England zentrale Figur der Erweckungen in England und Nordamerika, Als junger Geistlicher der Anglikanischen Kirche predigte er in Freiversammlungen zu \u00fcber 50 000 Menschen &#8211; ohne Mikrophone und Lautsprecher. Benjamin Franklin, (er wurde sp\u00e4ter einer der Verleger Whitefields in Nordamerika), konnte nicht glauben, dass so etwas m\u00f6glich sei. Er besuchte eine der Versammlungen, um die Sache so genau wie m\u00f6glich zu pr\u00fcfen. Dabei \u00fcberzeugte er sich davon, dass Whitefield tats\u00e4chlich von allen verstanden wurde, nicht zuletzt wegen seiner ungew\u00f6hnlich lauten Stimme, seiner klaren Aussprache und der absoluten Stille, die bei seinen Predigten herrschte. Seine Predigt schlug nicht nur die Zuh\u00f6rer in Bann, sondern rief auch bei vielen eine solche S\u00fcndenerkenntnis hervor, dass sie anfingen zu weinen. Durch niemand anderen als Whitefield \u00fcberwand John Wesley seine Furcht, im Freien zu predigen. Widerstand gegen Whitefield kam bald auf, und zwar haupts\u00e4chlich von gottlosen Dienern des Evangeliums. Mit der Zeit schlossen sich f\u00fcr ihn alle anglikanischen Kirchen. Im Umgang mit seinen Gegnern lie\u00df er sich von drei Grunds\u00e4tzen leiten: 1. Antworte nie Kritikern. 2. Vermeide Auseinandersetzungen, 3. H\u00f6re niemals auf, die Wahrheit des Evangeliums zu verk\u00fcndigen. Als ihm die Kirchent\u00fcren verschlossen blieben, predigte er im Freien zu gr\u00f6\u00dferen Mengen als in den Kirchen. In jedem Ort, in dem er zu predigen beabsichtigte, fragte er h\u00f6flich, ob er die Kirche benutzen d\u00fcrfe, wenn er die Erlaubnis bekam, benutzte er auch die Kirche, Er freute sich aber viel mehr, wenn es ihm verweigert wurde, weil er im Freien viel mehr Menschen erreichen konnte. Er hatte nur ein Ziel: Das ganze Evangelium ohne Furcht zu verk\u00fcndigen. Was f\u00fcr Nehemia der Mauerbau war, war f\u00fcr John Whitefield die Verk\u00fcndigung des Evangeliums. Weder Beleidigungen noch \u00fcble Nachreden konnten ihm den Blick f\u00fcr dieses Ziel nehmen. Er baute ohne Unterbrechung an seiner \u201aMauer\u2018. Seine letzte Predigt hielt er als sterbender Mann auf dem Treppenabsatz eines Pfarrhauses in Massachusetts. Die Kraft des Heiligen Geistes ergriff seine Zuh\u00f6rer, w\u00e4hrend sein Lebenslicht langsam erlosch. Er starb am darauffolgenden Tage, sein Leben hatte er ganz f\u00fcr die Aufgabe verbraucht, die Gott ihm gegeben hatte\u201c (John White. Nehemia: Hingabe und Strategie &#8211; Wegweisung f\u00fcr geistliche F\u00fchrung, Marburg: Francke, 1989. S. 59f).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Auftrag Gottes&#8220;. Nachdem wir in den letzten Predigten entfaltet haben, wie wir den Auftrag erkennen (05.07.09) und darauf vorbereitet werden (12.07.09), so geht es nun (19.07.09) um die Ausf\u00fchrung des g\u00f6ttlichen Auftrages. Bitte betont weiterhin in der Predigt, dass Nehemia kein Theologe, sondern ein \u201enormal\u201c Berufst\u00e4tiger ist und wir gerade daran erkennen: \u201eGott gebraucht alle \u2013 auch mich!\u201c<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Leben mit dem Auftrag Gottes hei\u00dft:<br \/>\nA. Aufbauen, denn Anfeindungen sind unausweichlich (3,33-35)<br \/>\nB. Aufschauen, denn Beten ist unerl\u00e4sslich (3,36-4,3)<br \/>\nC. Aufrichten, denn Entmutigung ist unertr\u00e4glich (4,4-8)<br \/>\nD. Aufbrechen, denn Aufgeben ist unm\u00f6glich (4,9-14)<br \/>\nE. Aufbleiben, denn Opfer sind unumg\u00e4nglich (4,15-17)<\/p>\n<p>oder nach Walter L\u00fcthi:<br \/>\nA. Es ist der Bau der Mauern Jerusalems weit davon entfernt, ein gro\u00dfartiges Unternehmen zu sein<br \/>\nB. Der Wiederaufbau Jerusalems ist ein ausgesprochener Kampf<br \/>\nC. Es geht beim Bau Jerusalems merkw\u00fcrdig menschlich zu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Als Mitarbeiter des Herrn lebenPredigtthema: Leben mit dem Auftrag Gottes Bibelstelle: Nehemia 3, 33 &#8211; 4,17 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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