{"id":1661,"date":"2009-05-25T12:52:27","date_gmt":"2009-05-25T10:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=482"},"modified":"2009-05-25T12:52:27","modified_gmt":"2009-05-25T10:52:27","slug":"predigthilfe-vom-21-6-2009-apostelgeschichte-17-1-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-21-6-2009-apostelgeschichte-17-1-15\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 21.6.2009 &#8211; Apostelgeschichte 17, 1-15"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Die Ablehnung aushalten<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 17, 1-15<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. 7. Aufl. Liebenzell: VLM, 1996. S. 173-181 (nachfolgend zu einem gro\u00dfen Teil in den Predigttipp eingearbeitet) und Heinz-Werner Neudorfer. Apostelgeschichte 2.Teil \/ Edition C Bibelkommentar 9. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1990. S. 148-157.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Trotz der Erfahrung, dass die Verk\u00fcndigung und der Dienst f\u00fcr Jesus in Bedr\u00e4ngnis f\u00fchren kann, bleiben Paulus und seine Mitarbeiter ihrer Berufung treu, denn der Herr f\u00fchrt nicht nur in Bedr\u00e4ngnis hinein, er hilft auch in ihr und kann auch wieder herausf\u00fchren. So setzen sie ihren Dienst fort, lassen nicht nach, aber machen darin gegens\u00e4tzliche Erfahrungen im Hinblick auf die Reaktion auf ihre Botschaft. Entscheidend ist f\u00fcr Paulus und seine Mitarbeiter aber nicht die Wirkung ihres Dienstes, sondern die Treue zur Berufung durch den Herrn (vgl. 16,9f). Aus diesem Grund gilt es im Dienst auch Ablehnung auszuhalten (= Predigtthema von Apg 17,1-15).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Die Verk\u00fcndigung in Thessalonich (V. 1-9) und Ber\u00f6a (V. 10-15) ist gleich, aber die Wirkung des Wortes ist sehr verschieden.<\/p>\n<p>A. Verk\u00fcndigung und Verfolgung in Thessalonich (V. 1-9)<\/p>\n<p>V. 2: dialegomai = miteinander reden \/ sprechen zu \u2013 aber \u201eaus den Schriften\u201c. Verk\u00fcndigung ist nicht nur ein Monolog, sondern auch ein Dialog, aber der entscheidende \u201aGespr\u00e4chspartner\u2018 ist die Bibel.<\/p>\n<p>Das die Botschaft in Frage gestellt wird, ist eine Erfahrung die wir im Dienst immer wieder machen m\u00fcssen. Die Frage ist, wie wir darauf reagieren?<\/p>\n<p>\u201eDrei Fehler sind es vor allen Dingen, die uns beim Anblick jener Gegner des Paulus entgegentreten:<br \/>\n1. Die erste S\u00fcnde der Feinde: Neid \u2013 \u201aDie halsstarrigen Juden neideten\u2018, d.h. sie missg\u00f6nnten dem Paulus den gro\u00dfen Erfolg, den seine Evangeliumsverk\u00fcndigung hatte. Sie selbst hatten niemals solchen Anklang finden, niemals \u00e4hnliche Begeisterung hervorrufen k\u00f6nnen. Nun g\u00f6nnten sie auch diesen Fremden solches nicht. Der Neid, den die Schrift zu den Werken des Fleisches z\u00e4hlt (Gal 5,20) und als Eiter in den Gebeinen bezeichnet (Spr 14,30), sucht auch in unsere Herzen einzudringen. Wenn wir bei unserem N\u00e4chsten irgendeinen besonderen Segen etwa im gesch\u00e4ftlichen Leben oder in der Erlangung einer einflussreichen Stellung bemerken, so ist der b\u00f6se Neid nahe und will sich bei uns einschleichen. H\u00fcten wir uns vor diesem Schlangengift, damit wir jenen Widersachern des Paulus nicht \u00e4hnlich werden (2Kor 12,20)!<br \/>\n2. Die zweite S\u00fcnde der Feinde: Verleumdung &#8211; Bei den Widersachern des Paulus in Thessalonich blieb es nicht nur bei neidischen Gedanken, sondern es kam auch zu Zungens\u00fcnden. Sie verleumdeten Paulus vor den Stadtobersten, indem sie ihn als einen Unruhestifter und politisch gef\u00e4hrlichen Menschen hinstellten. Beides war nat\u00fcrlich unwahr. Wohl war bei mancher Arbeit des Paulus Unruhe entstanden, aber nicht durch seine, sondern seiner Feinde Schuld, wie man dies gerade hier in Thessalonich deutlich erkennen kann. Wohl lehrte er von einem K\u00f6nigreiche Jesu, aber nicht in dem politischen Sinn der Anklage. Die Worte, welche der Neid den M\u00e4nnern eingab, waren also boshafte Entstellung und geh\u00e4ssige Unwahrheit. Lasst uns nie in die Fu\u00dfstapfen dieser Verleumder treten! Die Schrift warnt vielfach vor der S\u00fcnde der Verleumdung. Sie sagt: \u201aDu sollst kein Verleumder sein unter deinem Volk\u2018 (3Mose 19,16). \u201aAfterredet nicht untereinander, liebe Br\u00fcder\u2018 (Jak 4,11). \u201aEin b\u00f6ses Maul wird kein Gl\u00fcck haben auf Erden\u2018 (Ps 140,12; vergleiche 2 Mose 20,16; Eph 4,25; R\u00f6m 1,30). [\u2026]. In Davids Umgebung durfte niemand sein, \u201ader seinen N\u00e4chsten heimlich verleumdet\u2018 (Ps 101,5). Der himmlische Davidssohn wird solche noch weniger in seiner Gemeinde dulden. Bei seinem Volk bleiben zuletzt keine \u201aDoegszungen\u2018 (Ps 52,4; 1Sam 22,9-19), die mit L\u00fcgen schneiden wie mit einem scharfen Schermesser (Ps 52,4), auch keine Nachfolger des Diotrephes, der mit b\u00f6sen Worten wider Johannes schwatzte (3Joh 10). Nur \u201awer mit seiner Zunge nicht verleumdet\u2018, wird nach Psalm 15,3 Heimatrecht auf dem heiligen Berge der bleibenden Gottesgemeinschaft behalten.<br \/>\n3. Die dritte S\u00fcnde der Feinde: Andauernder Hass &#8211; Die neidischen Verleumder in Thessalonich brachten es fertig, dass Paulus von Thessalonich weichen musste. Er reiste nach Ber\u00f6a. Man h\u00e4tte denken k\u00f6nnen, dass sie sich nun beruhigt und Paulus f\u00fcr die Zukunft nicht mehr bel\u00e4stigt h\u00e4tten. Aber das war nicht der Fall. Ihre Wut gegen diesen Zeugen schlief auch nach dessen Abreise nicht ein. Als sie von der Verk\u00fcndigung des Evangeliums in Ber\u00f6a h\u00f6rten, eilten sie auch dorthin, um die Arbeit des Paulus zu hindern. Aus dieser ihrer Reise nach Ber\u00f6a k\u00f6nnen wir die Nachhaltigkeit ihres Hasses gegen Paulus erkennen. Wie tief hatte sich doch der Groll gegen ihn in ihrem Herzen festgesetzt.! Auch dieser Anblick weist uns auf eine S\u00fcnde hin, vor der niemand sich sicher w\u00e4hnen soll. Welchen Schaden hat doch ein tief im Herzen wurzelnder Hass schon angerichtet, auch wenn es \u00e4u\u00dferlich nicht zu solchen Ausbr\u00fcchen gekommen ist wie bei jenen Widersachern von Thessalonich! Wie gef\u00e4hrlich ist die bittere Wurzel (Hebr 12,15), die oft durch eine Kleinigkeit im Herzen entstehen kann! Es gibt nur einen Hass, der erlaubt ist, ja sogar geboten ist. \u201aDie ihr den Herrn liebet, hasset das Arge\u2018 (Ps 97,10; R\u00f6m 12,9). Hassen wollen wir alle falschen Wege (Ps 119,104.128). Hassen wollen wir den vom Fleisch befleckten Rock (Jud 23), aber niemals einen Mitmenschen, auch wenn er eine ganz andere \u00dcberzeugung hat als wir (3Mose 19,17; Ps 34,22).<br \/>\nWas haben Neid, Verleumdung und Hass bei Paulus ausgerichtet?<br \/>\nWenn jemand in damaliger Zeit den Neid, die Verleumdungen und den anhaltenden Hass der Widersacher des Paulus beobachtet h\u00e4tte, so h\u00e4tte ihm wohl angst und bange werden k\u00f6nnen um den Apostel. Auch heute noch neigt manches J\u00fcngerherz zur Verzagtheit im Blick auf den Hass und die Feindschaft der Welt gegen die kleine Herde. Demgegen\u00fcber ist erquickend und glaubensst\u00e4rkend zu sehen, was denn eigentlich jene Feinde des Paulus fertig gebracht haben. Gewiss haben sie ihn von Thessalonich vertrieben und sp\u00e4ter auch seine Abreise von Ber\u00f6a veranlasst. Aber was bedeutete denn seine Flucht von Thessalonich nach Ber\u00f6a? Sie bedeutete eine gro\u00dfe Segensvermehrung f\u00fcr Paulus. Er kam an einen Ort, wo er ganz besonders liebliche Erfahrungen machte (Apg 17,11f) und reiche Frucht f\u00fcr Gott bringen durfte. Der Hass der Feinde wurde von Gott als Mittel benutzt, um seine Knechte zu gr\u00f6\u00dferen Segnungen und neuen Erquickungen zu f\u00fchren. Die zur\u00fcckbleibende Gemeinde vermochten die Gegner nicht zu vernichten. Diese g\u00f6ttliche Pflanzung fasste unter den Verfolgungsst\u00fcrmen nur noch tiefere Wurzeln, wie die Thessalonicherbriefe beweisen. Und dem Apostel konnten sie erst recht nicht schaden. Wohl konnten sie ihm als Menschen manche harte Stunde bereiten. Aber dieses achtete Paulus kaum (R\u00f6m 8,18). Wohl konnten sie ihm manchen Seufzer auspressen, aber diese Seufzer verbanden ihn nur inniger mit dem Herrn, zu dem sie aufstiegen. Wohl konnten sie ihn in der Geduld \u00fcben, aber die Geduld brachte ihm nur Bew\u00e4hrung (R\u00f6mer 5,4; w\u00f6rtlich). Trotz ihrer Scheinerfolge mussten die Feinde den g\u00f6ttlichen Sieg durch Paulus nur vermehren helfen. Ebenso war es mit seiner Vertreibung von Ber\u00f6a nach Athen, die nur zur Gewinnung anderer Seelen, sogar eines hochgestellten Ratsherrn (V. 34) f\u00fchrte. Wahrlich, die Feinde haben dem Apostel nicht schaden d\u00fcrfen.Auch heute noch gilt allen Nachfolgern Jesu das Petruswort [1Petr 3,13]: \u201aWer ist, der euch schaden k\u00f6nnte, wenn ihr dem Guten nachkommt\u2018 (vergleiche R\u00f6m 8,28)?\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 173-175).<\/p>\n<p>\u201eStreue deinen Samen aus, dann lass Gott segnen\u201c<\/p>\n<p>B. Verk\u00fcndigung und Verfolgung in Ber\u00f6a (V. 10-15)<\/p>\n<p>\u201eHerr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem gr\u00f6\u00dften Reichtum f\u00fcr. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun\u201c (Zinzendorf).<\/p>\n<p>\u201eLasst uns bei dem Aufenthalt des Paulus in Ber\u00f6a auf die Evangeliumsboten, die Evangeliumsempf\u00e4nger und die Evangeliumsfeinde achten! Von jeder dieser drei Klassen k\u00f6nnen wir f\u00fcr unseren praktischen Christenwandel etwas lernen:<br \/>\n1. Die Evangeliumsboten &#8211; Paulus und Silas hatten soeben in der Synagoge zu Thessalonich recht b\u00f6se Erfahrungen gemacht. Die halsstarrigen Juden hatten sie aus Neid und Hass vertrieben. Manchem w\u00e4re nach solchen Erlebnissen die Lust vergangen, an einem anderen Orte wieder in die Synagoge zu gehen. Trotzdem hei\u00dft das erste Wort \u00fcber die Arbeit in Ber\u00f6a: \u201aDa sie dahin kamen, gingen sie in die Synagoge. Wie tief besch\u00e4mt uns doch jedesmal diese Liebe des Paulus zu seinen Landsleuten! Er wusste, wie fest diese an der Synagoge hielten und wie er an diesem Orte die g\u00fcnstigste Gelegenheit hatte, sie alle mit dem Evangelium zu erreichen. So trieb ihn das Erbarmen mit seinem Volk immer wieder gerade dorthin. Wie Gott einst mit ihm Geduld gehabt hatte, so zeigte er jetzt wiederum Geduld anderen gegen\u00fcber. Er bewies die Liebe, \u201adie sich nicht erbittern\u2018 (1Kor 13,5).<br \/>\n2. Die Evangeliumsempf\u00e4nger &#8211; Bei den Evangeliumsempf\u00e4ngern wollen wir auf einen doppelten Vorzug achten:<br \/>\na) Diese standen zun\u00e4chst in einem wohltuenden Gegensatz zu den H\u00f6rern in Thessalonich. Letztere hatten sich sehr roh und unanst\u00e4ndig gegen Paulus benommen, indem sie seine Arbeit mit Hilfe des P\u00f6bels von der Gasse zu unterdr\u00fccken suchten. Ein solches Verhalten war ungebildet. Demgegen\u00fcber zeigten sich die Leute von Ber\u00f6a vornehm und anst\u00e4ndig (Luther: \u201aedel\u2018), indem sie das Wort ruhig anh\u00f6rten. Solches Benehmen zeugte von Takt und Anstand.<br \/>\nb) Dabei waren sie in gutem Sinne selbst\u00e4ndige Leute. Bei allem Wohlwollen pr\u00fcften sie doch die ihnen bisher unbekannte Lehre des fremden Predigers erst nach der Schrift, bevor sie dieselbe annahmen. Solche Selbst\u00e4ndigkeit, die das Geh\u00f6rte genau mit dem ganzen Worte Gottes vergleicht, tut in unserer Zeit dringend not, wo mehr und mehr allerlei Irrt\u00fcmer in die Kreise der ernsten Christen hineingetragen werden (1Thess 5,21; 1Joh 4,1). Die Leute von Ber\u00f6a k\u00f6nnen uns in ihrer Verbindung von Freundlichkeit und Vorsicht zum Vorbild dienen.<br \/>\n3. Die Evangeliumsfeinde &#8211; Endlich wollen wir auch von den Evangeliumsfeinden etwas lernen. Zwar ihre Feindschaft m\u00fcssen wir verurteilen. Aber ihr Eifer f\u00fcr den falschen Weg kann unsern Eifer f\u00fcr den guten besch\u00e4men. Wie z\u00e4h verfolgten sie ihr Ziel, das Evangelium zu hindern! Wie leicht lassen wir nach in dem Bem\u00fchen, es zu f\u00f6rdern! Sie waren sofort zur Stelle, als es galt, den Sieg des Wortes aufzuhalten. Lasst uns wie jene gleich am Platze sein, wo es gilt, diesen Sieg weiterzutragen I Sie waren gl\u00fchend im Hassen. So lasst uns brennend werden im Lieben! Sie waren ganze Leute f\u00fcr ihre falsche \u00dcberzeugung. So lasst uns ganze Leute werden f\u00fcr unsere richtige! (Christlieb, Apostel Paulus, S. 176f).<\/p>\n<p>\u201eNimm mein Herz, ich will es geben auf ewig dir zum Eigentum. Ich will mir selbst nicht l\u00e4nger leben, mein Herzensk\u00f6nig, Jesu komm\u201c (Tersteegen)!<\/p>\n<p>H\u00f6ren bedeutet: ich nehme mir Zeit \u2013 ich will mir was sagen lassen \u2013 es redet ein anderer! Die f\u00fcr uns entscheidende Frage ist: Was erwarten wir vom Lesen der Bibel, vom H\u00f6ren der Predigt (vgl. z.B. Ps 119,133; 2Tim 3,7)? Wenn wir die Bibel lesen und auf die Predigt achten, dann tun wir nicht Gott einen Gefallen, sondern uns!<\/p>\n<p>\u201eDie vorliegenden Betrachtungen sollen Anleitung geben zu rechtem Gebrauch der Schrift. Zur Erreichung dieses Zieles kann uns gerade der Anblick der Christen in Ber\u00f6a recht behilflich sein. Lasst uns beachten: wann, wie und mit welchem Erfolg sie ihre Bibel gebrauchten!<br \/>\nWann die Leute zu Berk ihre Bibel benutzten &#8211; Wann nahmen sie das Wort Gottes zur Hand? Nicht etwa nur am Sabbat oder an besonderen Feiertagen, sondern auch au\u00dfer dieser Zeit. Jeden Tag sah man sie in diesem Buch lesen. So wollen auch wir uns nicht auf die Sonntage, auf die Gottesdienste und Versammlungen beschr\u00e4nken, sondern auch au\u00dferhalb derselben in der Heiligen Schrift lesen. Wollte doch Gott schon im Alten Testament, dass man das Gesetzbuch Moses bei jeder Gelegenheit daheim und auf den Reisen, bei Tag und Nacht benutzte (5Mose 6,6-9; Ps 1; 119,97.148). Viel mehr gilt dies von dem Evangelium, das im ganzen Worte Gottes enthalten ist. Wie k\u00f6nnten einst die Leute von Ber\u00f6a gegen die Christen der heutigen Zeit auftreten, weil sie ihr Altes Testament so treu gebrauchten, w\u00e4hrend heute so viele \u00fcber dem Lesen weltlicher und christlicher Bl\u00e4tter ihr bestes Buch verstauben lassen!<br \/>\n2. Wie die Leute zu Berk ihre Bibel benutzten &#8211; (Johannes 5, 39). Wie soll man seine Bibel gebrauchen? Diese Frage ist von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit. Die Leute von Ber\u00f6a k\u00f6nnen es uns zeigen. \u201aSie forschten im Worte\u2018. Sie lasen nicht nur einen biblischen Abschnitt, um eine religi\u00f6se Pflicht erf\u00fcllt zu haben. Sie suchten etwas im Worte. Sie wollten wissen, ob die Botschaft von Christus im Alten Testament bezeugt sei, wie Paulus es gesagt hatte. Sie \u00fcberlie\u00dfen diese Frage nicht den gelehrten Theologen. Sie wollten selbst im Worte Gottes Klarheit und Gewissheit hier\u00fcber erlangen. Die g\u00f6ttlichen Zeugnisse im Worte waren in Wahrheit ihre \u201aRatsleute\u2018 (Ps 119,24), mit denen sie sich \u00fcber die wichtigste Frage des rechten Weges zur Seligkeit berieten. Und weil ihnen Paulus den Heiland als einzigen Weg zum Himmel bezeugt hatte, so suchten sie im Worte nach diesem Jesus, den der Apostel gepredigt hatte. Das ist der rechte Gebrauch des Bibelbuches auch f\u00fcr uns. Es gilt f\u00fcr jeden, den richtigen Weg zur Seligkeit in demselben zu suchen und den Heiland darin finden zu wollen, wie jene es taten. Wer also t\u00e4glich im Worte forscht, dem wird der Segen nicht fehlen.<br \/>\n3. Mit welchem Erfolg die Leute zu Ber\u00f6a ihre Bibel benutzten &#8211; Der Segen des treuen Forschens im Worte Gottes bestand f\u00fcr die Leute in Ber\u00f6a darin, dass sie zum Glauben gef\u00fchrt wurden. Sie wurden von der Richtigkeit der Predigt des Paulus \u00fcberzeugt. Sie erkannten den von ihm gepredigten Jesus als wahren Messias, den auch sie als ihren Retter und Heiland annehmen durften und annahmen. Sie waren sich auch klar dar\u00fcber, dass sie damit nicht etwa die Religion der V\u00e4ter verleugneten, sondern sich im Gegenteil auf dem Wege befanden, den Gott schon dem Abraham und anderen Gottesm\u00e4nnern gewiesen hatte. Wenn man sie etwa von ungl\u00e4ubiger Seite aus der Sektiererei beschuldigte, so wussten sie: Nicht wir sind eine Sekte; vielmehr trennen diejenigen sich von der gro\u00dfen Gottesgemeinde auf Erden, welche diesen Weg des Glaubens an Jesus ablehnen, obwohl er klar und deutlich in der Schrift bezeugt ist. Auch f\u00fcr uns besteht die Segenswirkung eines rechten Bibelgebrauches darin, dass wir zum Glauben gef\u00fchrt und immer tiefer in demselben gegr\u00fcndet werden. Jeder Lichtstrahl, der durch den Geist Gottes aus der Bibel in unser Herz dringt, bringt uns Glaubenslicht und f\u00fchrt uns auf den Glaubensweg. Wohl uns, wenn wir zu der Zeit, auf die Art und mit dem Erfolg jener Leute unser Bibelbuch brauchen! (Christlieb, Apostel Paulus, S. 177f).<\/p>\n<p>\u201eEs ist nicht genug, Gott zu suchen, t\u00e4glich in der Schrift zu forschen, ob sich\u2019s also verhalte, sondern es muss einmal der Punkt kommen, wo der H\u00f6rer des Wortes sein Forschen und Pr\u00fcfen verl\u00e4sst, den Sprung des Glaubens wagt und bereit ist, f\u00fcr Jesus zu leben und zu leiden\u201c (Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer).<\/p>\n<p>Vgl. R\u00f6m 10,17: \u201eDer Glaube kommt aus dem \u201aH\u00f6ren\u2018.\u201c Zu Recht wies Georg M\u00fcller darauf: \u201eDie geistliche Kraft in unserem Leben steht in einem genauen Verh\u00e4ltnis zu dem Platz, den die Bibel in unserem Leben und in unseren Gedanken einnimmt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir jene Zuh\u00f6rer des Paulus in Ber\u00f6a in ihrem Schriftgebrauch beobachten und damit vergleichen, wie heute viele Christen ihre Bibel zur Hand nehmen, so f\u00e4llt uns ein Unterschied auf, der uns mit tiefer Wehmut erf\u00fcllt. Den Zuh\u00f6rern des PauIus in Ber\u00f6a war es eine selbstverst\u00e4ndliche Sache, dass die Schrift ausschlaggebend sei, weil Gott in ihr seinen heiligen Willen kundgetan und sich darin geoffenbart hat. Leider k\u00f6nnen wir diesen richtigen Standpunkt jener Leute heutigentags nicht bei jedem Christen voraussetzen. Das Schlangengift einer hochm\u00fctigen Kritik hat viele verdorben. Statt diesem Worte Gottes untertan zu sein, stellen viele ihre eigene Vernunft und Meinung \u00fcber dasselbe. \u00dcber diesen Hochmut und Mangel an Gottesfurcht gilt es Bu\u00dfe zu tun, wenn das Wort Gottes seine ganze Segenskraft bei uns entfalten soll. Die Leute zu Ber\u00f6a kamen mit ihrer kindlichen und dem\u00fctigen Stellung zur Bibel unendlich weiter in g\u00f6ttlicher Erkenntnis als viele Weise nach dem Fleisch (1Kor 1,26), denen dies fehlt. Es ist besser, mit dem Psalmisten nach Luthers \u00dcbersetzung zu flehen: \u201aLass deinen Knecht dein Gebot fest f\u00fcr dein Wort halten, dass ich dich f\u00fcrchte\u2018 (Ps 119,38), statt dem Versucher unser Ohr zu leihen, wenn er seine Zweifelsfrage \u201aSollte Gott gesagt haben?\u2018 in unser Herz werfen will. Wollen wir die Gotteskraft, die im Worte liegt, am eigenen Herzen erfahren, so m\u00fcssen wir auch um die Stellung zur Bibel beten, die nach Gottes Willen die richtige ist\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 179).<\/p>\n<p>\u201eWer zum Dienst Gottes hinzutritt, der wisse, dass er zur Kelter gekommen ist. Er wird bedr\u00e4ngt, zerstampft, niedergetreten, aber nicht um in dieser Welt zugrunde zu gehen, sondern um hin\u00fcber zuflie\u00dfen in die Weinkammern unseres Gottes\u201c (Augustinus)!<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Verfolgung und Treue&#8220;. Die Verk\u00fcndigung bewirkt sowohl in Thessalonich als auch in Ber\u00f6a sowohl Annahme als auch Ablehnung. Entscheidend ist nicht, wie es uns im Dienst ergeht, sondern dass wir treu zu der Berufung Gottes in unserem Leben stehen (1Kor 4,1f). Eine ganz zentrale Stellung im Hinblick auf die Wirkung des Dienstes an uns selbst und an den H\u00f6rern nimmt das Wort Gottes ein. Die Stellung und Zentralit\u00e4t des Wortes Gottes f\u00fcr unsere Lehre und Leben ist im Rahmen der Predigt zu betonen (vgl. Apg 17,2.11 mit 1Kor 4,6).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Die Ablehnung aushalten:<br \/>\nA. Verk\u00fcndigung und Verfolgung in Thessalonich (V. 1-9)<br \/>\na) Das alte Leben wird abgelehnt (V. 1-4)<br \/>\nb) Das neue Leben wird abgelehnt (V. 5-9)<br \/>\nB. Verk\u00fcndigung und Verfolgung in Ber\u00f6a (V. 10-15)<br \/>\na) H\u00f6ren, was der Herr sagt (V. 10+11a)<br \/>\nb) Lesen, was der Herr sagt (V. 11b)<br \/>\nc) Glauben, was der Herr sagt (V. 12)<br \/>\nd) Befolgen, was der Herr sagt (V. 13-15)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn lebenPredigtthema: Die Ablehnung aushalten Bibelstelle: Apostelgeschichte 17, 1-15 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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