{"id":1659,"date":"2009-05-19T15:24:07","date_gmt":"2009-05-19T13:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=480"},"modified":"2009-05-19T15:24:07","modified_gmt":"2009-05-19T13:24:07","slug":"predigthilfe-vom-7-6-2009-apostelgeschichte-16-11-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-7-6-2009-apostelgeschichte-16-11-24\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 7.6.2009 &#8211; Apostelgeschichte 16, 11-24"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Den Auftrag ausf\u00fchren<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 16, 11-24<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Wertvolle Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. 7. Aufl. Liebenzell: VLM, 1996. S. 155-167 (nachfolgend zu einem gro\u00dfen Teil in den Predigttipp eingearbeitet) und Heinz-Werner Neudorfer. Apostelgeschichte 2.Teil \/ Edition C Bibelkommentar 9. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1990. S. 118-132.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>In unserem Predigttext erfahren wir von der Ausbreitung des Evangeliums nach Europa. Was Paulus und seine Mitarbeiter als F\u00fchrung und Wegweisung Gottes zuerst nur erkannt haben (Apg 16,6-10), setzen sie nun auch konkret im Dienst um (Apg 16,11ff).<br \/>\nDie Erkenntnis des Willens Gottes f\u00fchrt nun direkt zum Tun des Willens Gottes (vgl. Phil 2, 13-16).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Der Einsatz und Dienst f\u00fcr Jesus kann allerdings sehr unterschiedliche bzw. gegens\u00e4tzliche Wirkungen hervorrufen. So kann es an gleicher Stelle (Philippi) zu Lebensver\u00e4nderungen (V. 11-15) und zu Lebensverh\u00e4rtungen (V. 16-24) kommen. Die Botschaft ist dieselbe, aber die Auswirkungen der Botschaft sind unterschiedlich.<\/p>\n<p>Zum Einstieg: \u201eHaben Sie schon einmal dar\u00fcber nachgedacht, dass viele Menschen zwei M\u00fctter haben? Da ist einmal die Mutter, die ihnen das Leben geschenkt hat. Doch in gewissen Sinn ist auch eine griechische Dame ihre Mutter, die vor 2000 Jahren in Philippi lebte, denn sie ist zust\u00e4ndig f\u00fcr ihre Entwicklung, und zwar ihre geistliche. Denn mit dieser einzelnen Frau nahm die Kirche in Europa ihren Anfang. Und das geschah so \u2026\u201c (nach Theo Lehmann).<\/p>\n<p>A. Lebensver\u00e4nderungen (V. 11-15)<br \/>\nDamit es zu einer Ver\u00e4nderung im Leben kommen kann, braucht es von Gott ge\u00f6ffnete T\u00fcren (V. 11-13), Herzen (V. 14) und H\u00e4user (V. 15).<\/p>\n<p>a) Ge\u00f6ffnete T\u00fcren (V. 11-13)<\/p>\n<p>\u201eIn Orten, in denen die Juden keine Synagoge besa\u00dfen, trafen sich an einer bestimmten Gebetsst\u00e4tte, hier am Fluss, wahrscheinlich im Blick auf die Reinigungsgebote\u201c (nach den Anmerkungen in der Elberfelder Bibel).<\/p>\n<p>\u201eDie erste uns berichtete Versammlung, in der auf europ\u00e4ischem Boden das Evangelium verk\u00fcndigt wurde, war \u00e4u\u00dferlich gering und unscheinbar. Nur eine Anzahl Frauen waren zum j\u00fcdischen Gebetsgottesdienst an einem Wasser zusammengekommen (Die Juden w\u00e4hlten f\u00fcr ihre Gottesdienste gern Pl\u00e4tze an einem Wasser, wo sie zugleich die vorgeschriebenen Waschungen verrichten konnten). Beim Anblick dieser geringen Versammlung w\u00e4re manchem, der mit gro\u00dfen Erwartungen angekommen war, der Mut gesunken. Aber gerade diese Versammlung ist ein Beweis daf\u00fcr, dass auch die kleinste Zusammenkunft eine unberechenbare Wichtigkeit f\u00fcr die Ewigkeit haben kann. Es kann gro\u00dfe Volksversammlungen geben, bei denen nichts f\u00fcr die Ewigkeit herauskommt, und es kann kleine, bescheidene Gebetsvereinigungen geben, in denen der Herr Gro\u00dfes tut. Georg M\u00fcller, der Waisenhausvater von Bristol, erz\u00e4hlt, Gott habe ihm einmal in der Vorbereitung f\u00fcr eine ganz kleine Wochenversammlung ganz besonderes Licht in ein Textwort gegeben, so dass er versucht gewesen sei, diesen Text erst am Sonntag in dem gr\u00f6\u00dferen Gottesdienst zu nehmen. Er behandelte aber den Text in der kleinen Bibelstunde und durfte da gerade einem jungen Manne zum entscheidenden Segen werden, der sp\u00e4ter vielen ein Wegweiser wurde. Lasst uns also auch die geringste Versammlung in Gemeinschaft und Kirche nicht verachten, , sondern bitten, dass Gott sie benutzen m\u00f6ge wie in Philippi!\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 155f).<\/p>\n<p>b) Ge\u00f6ffnete Herzen (V. 14)<\/p>\n<p>\u201aAnbetende\u2018 bzw. ,Gottesf\u00fcrchtige\u2018 wurden Menschen genannt, die sich am j\u00fcdischen Glauben orientierten (vgl. Apg 8,27), aber eben nicht als Proselyten zu Juden wurden. Proselyten wurden im Gegensatz zu den \u201aGottesf\u00fcrchtigen\u2018 durch die Anerkennung des Gesetzes, die Beschneidung und die Proselytentaufe als Juden in die Gemeinschaft Israels aufgenommen. Der Gottesf\u00fcrchtige teilte nur inhaltlich den Glauben Israels, aber er vollzog nicht die \u00e4u\u00dferen Rituale. Der Gottesf\u00fcrchtige bzw. Anbetende nimmt damit eine Zwischenposition (vgl. Apg 8,26ff) zwischen dem Juden (vgl. Apg 2) und dem Heiden (vgl. Apg 10f) ein.<\/p>\n<p>\u201eWenn Lydia in unseren Tagen gelebt h\u00e4tte, so w\u00fcrden gewiss viele gedacht haben: Das ist eine fromme, gottselige Frau. Was sollte ihr innerlich noch fehlen? Sie hat in ihrem eifrigen Suchen nach innerer Gottesverehrung dem heidnischen Gottesdienst den R\u00fccken gekehrt und sich der besten Religionsgemeinschaft, die sie an ihrem Ort finden konnte, angeschlossen (\u201aGottesf\u00fcrchtige\u2018 nannte man die Leute, die sich aus den Heiden dem j\u00fcdischen Gottesdienst anschlossen). Sie besucht treulich den Gottesdienst und h\u00f6rt mit gro\u00dfem Verlangen zu, wo sie Gottes Wort h\u00f6ren kann. Solche Frau hat doch alles, was man braucht. Mehr kann doch niemand verlangen. Und dennoch musste auch diese gottesf\u00fcrchtige Lydia das Wichtigste im Leben noch erfahren! Erst an jenem Sabbattage kam sie zur vollen KIarheit \u00fcber wahre, lebendige Gemeinschaft mit Gott. Was sie im tiefsten Herzensgrunde immer gesucht hatte, das fand sie aufs v\u00f6lligste in dem, was Paulus den Frauen von Christus erz\u00e4hlte. So kann es auch heute noch manche Besucher von Gottesdiensten und Versammlungen geben, die nach der Meinung der Welt gar nichts weiter bed\u00fcrfen, denen aber die wichtigste Tat Gottes am Herzen noch fehlt. Wie ein Kornelius, der l\u00e4ngst ein Beter war und viel Liebe \u00fcbte, doch noch jenes Tages bedurfte, wo ihn Petrus besuchte und der Heilige Geist \u00fcber ihn kam, so brauchte die Lydia diesen ihr gewiss unvergesslichen Sabbattag, der ihr geistlicher Geburtstag wurde.<br \/>\nWenn irgendein menschlicher Zeuge imstande gewesen w\u00e4re, das Herz eines Zuh\u00f6rers aufzuschlie\u00dfen, so war es Paulus, der von Gott selbst ein auserw\u00e4hltes R\u00fcstzeug genannt wurde. Mit welcher Kraft und Weisheit konnte er das Evangelium bezeugen! Und doch konnte er das bis dahin verschlossene Herz der Lydia nicht auftun. Dies Wunder hat nicht Paulus, sondern der Herr selbst getan. Menschen k\u00f6nnen wohl das Evangelium predigen. Aber der Erfolg und Segen kommt von Gott. Von seiner Barmherzigkeit, die erbeten werden muss, ist jeder Knecht Gottes v\u00f6llig abh\u00e4ngig. Ein Haggai kann wohl das Volk auffordern, an Gottes Tempel zu arbeiten, aber der Herr selbst muss den Geist Serubabels und Josuas und des Volkes er\u00acwecken, dass sie an die Arbeit gehen (\u201aHaggai sprach\u2018 \u2013 \u201aDer Herr erweckte\u2018. Hag 1,13f). Hiskia kann wohl durch Boten die St\u00e4mme Israels auffordern, sich zu bekehren und zur Passahfeier zu kommen, aber Gott allein ist es, der ihnen \u201aeinerlei Herz gab, zu tun nach des K\u00f6nigs Gebot\u2018 (2Chr 30,12). Wenn wir in eigener Kraft und mit eigener Gewalt ein Herz f\u00fcr das Evangelium \u00f6ffnen wollen, so werden wir dem Reiche Gottes nur Schande machen, und die T\u00fcre wird sich fester verschlie\u00dfen als zuvor. Wenn wir uns aber in Demut von Gott brauchen lassen, so wird er seinem Worte Herzen \u00f6ffnen zu seiner Ehre und unserer Freude\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 156f).<\/p>\n<p>Wie wurde Lydia zur Christin?<br \/>\n* suchen (V. 14a \u2013 beachte R\u00f6m 3,11; Joh 6,37.44)<br \/>\n* h\u00f6ren (V. 14b \u2013 beachte R\u00f6m 10,14-16)<br \/>\n* \u00f6ffnen (V. 14c \u2013 beachte Apg 13,48; 1Kor 2,1-5.13f)<br \/>\n* achtgeben (V. 14d \u2013 beachte R\u00f6m 10,17; Apg 17,11)<\/p>\n<p>c) Ge\u00f6ffnete H\u00e4user (V. 15)<\/p>\n<p>\u201eDie erste Seele, die in Europa f\u00fcr Jesus gewonnen wurde, zeigt uns drei sch\u00f6ne Kennzeichen ihres Glaubens, die uns allen vorbildlich sind:<br \/>\n1) Mutig bekennt Lydia sich als eine J\u00fcngerin Jesu, indem sie sich taufen l\u00e4sst. Sie f\u00fcrchtet sich nicht davor, dass etwa dieser Schritt ihrem gesch\u00e4ftlichen Leben Nachteil bringen k\u00f6nne, indem anders denkende Heiden und Juden sich von ihr abwenden.<br \/>\n2) Mit diesem Mut verbindet sich eine gar liebliche Demut, indem sie nicht Anerkennung ihres Glaubens verlangt, sondern es bescheiden dem Urteil der Apostel \u00fcberl\u00e4sst, ob diese sie als gl\u00e4ubig anerkennen. Wo mutige Entschiedenheit sich mit dem\u00fctiger Bescheidenheit verbindet, da wird dem Namen Christi Ehre gemacht.<br \/>\n3) Endlich \u00e4u\u00dfert sich ihr Glaube in der Liebe, die sich in der gro\u00dfen Gastfreiheit kundtut. Sie will Paulus mit seinen Reisegef\u00e4hrten in ihr Haus aufnehmen und ruht nicht, bis ihre Bitte erf\u00fcllt ist. Mit Paulus war au\u00dfer Silas und Timotheus wahrscheinlich auch Lukas zusammen, weil dieser, der Verfasser der Apostelgeschichte, von Troas ab sich in den Bericht einschlie\u00dft (\u201awir fuhren\u2018; V.11). Die Beherbergung von vier M\u00e4nnern, deren Verk\u00fcndigung auf der einen Seite manche Feindschaft nach sich ziehen, auf der anderen Seite manche Besuche in das Haus bringen musste, stellte an die Gastfreundschaft nicht unbedeutende Anspr\u00fcche. Wie besch\u00e4mt Lydia darin so manche christliche Hausfrau, die solchen Dienst aus allerlei Gr\u00fcnden zu vermeiden sucht!\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 157).<\/p>\n<p>Bsp.: \u201eVor Jahren hatte ich einen indonesischen Jugendpfarrer zu Gast; er wirkte zun\u00e4chst distanziert und sch\u00fcchtern. Nach dem Gottesdienst nahm ich ihn mit zum Mittagessen in eine Familie der Gemeinde. Sie hatten keine gemeinsame Sprache, ich musste mit meinem schlechten Englisch hin- und herdolmetschen. Trotzdem bl\u00fchte er auf und irgendwie klappte das Gespr\u00e4ch. Danach brachte ich ihn zu n\u00e4chsten Station und auf dem Weg sagte er mir: \u201aIch bin seit zwei Wochen in Deutschland, in Kirchen und Akademien, aber heue ist zum ersten Mal ein Tischgebet gesprochen worden. Da war ich endlich daheim\u201c (nach Hans-Hermann Pompe. Gerne geben. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2007. S. 150). Vgl. hierzu Hebr 13,2; R\u00f6m 12,13.<\/p>\n<p>B. Lebensverh\u00e4rtungen (V. 16-24)<\/p>\n<p>V. 16f (vgl. Mt 24,24; 2Kor 11,14): \u201eDie Tatsache, dass jene Magd mit dem Wahrsagergeist sich so anerkennend \u00fcber die Apostel und ihre Verk\u00fcndigung ausdr\u00fcckt, ist beachtenswert. Sie beweist, dass auch solche Menschen, vor denen die Schrift warnt und vor denen wir uns zu h\u00fcten haben, bisweilen treffende Wahrheiten aussprechen k\u00f6nnen. Es hat je und je Christen gegeben, die sich durch solchen Betrug Satans \u00fcberlisten lie\u00dfen, die glaubten, dass ein Mensch, der wahre und erbauliche Worte redete, unm\u00f6glich mit dem Reich der L\u00fcge im Zusammenhang stehen k\u00f6nnte. Unser Text widerlegt diesen Irrtum. Die Magd mit dem Wahrsagergeist sprach hier nur die Wahrheit. Jedes Wort von ihr war richtig: Paulus und Silas waren Knechte Gottes, des Allerh\u00f6chsten. Sie verk\u00fcndigten den Weg der Seligkeit. Nach dem Inhalt ihrer Worte h\u00e4tte jemand denken k\u00f6nnen, dass diese Person ganz im Einklang mit Paulus stehe, so dass man ihr ruhig trauen d\u00fcrfe. Und doch war der Geist jener Magd ein ung\u00f6ttlicher. Lasst uns demnach nicht ohne weiteres jedem Geist trauen, der einmal eine gute Wahrheit ausspricht! Das haben auch \u00e4gyptische Zauberpriester und G\u00f6tzenpriester der Philister tun k\u00f6nnen (\u201aDas ist Gottes Finger\u2018, 2Mose 8,15; \u201aGebt dem Gott Israels die Ehre\u2018; \u201aNehmt die Lade des Herrn und sendet sie hin\u2018; 1Sam 6,5-9). Wenn sogar die Wahrsagerin in Philippi so empfehlend auf die Missionsarbeit der Apostel hinweisen konnte, so haben wir uns auf \u00e4hnliche T\u00e4uschungen gefasst zu machen, zumal die Zeit der letzten Verf\u00fchrungen n\u00e4her heranr\u00fcckt (Mt 24,11; 23-25; 2Petr 2,1-3)\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 160).<\/p>\n<p>V. 17f (vgl. Spr 12,18; Mt 12,19): \u201eEs erhebt sich nun die andere Frage: Woran kann man den falschen Geist erkennen? Wenn jedes Wort, das die Wahrsagerin ausspricht, genau richtig ist, wenn sie die Menschen auch auf einen guten Weg hinweist, so kann es hart und ungerecht erscheinen, wenn man sich ablehnend gegen sie verh\u00e4lt. Ein aufmerksames Beobachten dieser Magd zeigt indessen manchen Zug, der Bedenken erwecken muss. Es liegt etwas sich Vordr\u00e4ngendes, Zudringliches, Lautes, Schreierisches in ihrem ganzen Benehmen, das ganz anders ist als der stille, sanfte Geist, der gerade bei der Frau k\u00f6stlich vor Gott ist (1Petr 3,4). Dazu kommt noch eins: Sie musste merken, dass ihr Nachlaufen und Nachrufen dem Paulus unangenehm war. Trotzdem f\u00e4hrt sie fort, ihn damit zu bel\u00e4stigen. Da mangelt es zum mindesten an dem Zartgef\u00fchl der Liebe, welche g\u00f6ttlicher Art ist (1Kor 13,4f). Wir sehen also: Wenn auch die Worte jener Person richtig sind, so ist doch ihr ganzes Benehmen nicht richtig. Lasst uns daraus das eine lernen: Wenn wir auffallende menschliche Erscheinungen, wie jene Frau, richtig beurteilen wollen, so m\u00fcssen wir nicht nur ihre einzelnen Ausspr\u00fcche, sondern ihr gesamtes Auftreten nach der Schrift pr\u00fcfen. Nur dann werden wir vor folgenschwerem Irrtum bewahrt werden\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 160f).<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Stellung des Paulus zur Wahrsagerin ist folgendes zu beachten:<br \/>\n\u201e1. Sein Empfinden bei der Wahrsagerin &#8211; Was empfand Paulus dieser Person gegen\u00fcber? Mancher h\u00e4tte eine gewisse Freude oder gar Stolz bei ihm erwarten k\u00f6nnen, weil er hier ganz unerwartet eine Anerkennung seiner Wirksamkeit fand. Aber wir finden weder frohe noch stolze Gef\u00fchle bei Paulus, sondern Schmerz. Dieser Schmerz ist ein Beweis f\u00fcr den g\u00f6ttIichen Scharfblick und f\u00fcr den gesunden Pr\u00fcfgeist des Paulus. Er empfand sofort etwas Fremdes, das ihn abstie\u00df und nicht ruhig werden lie\u00df bei der sich wiederholenden Ann\u00e4herung und lauten Anerkennung dieser Person. Wie einst Nehemia bei dem scheinbar recht wohlwollenden Rat des Propheten Semaja, in den Tempel zu fl\u00fcchten, gleich \u201amerkte, dass ihn Gott nicht gesandt hatte\u2018 (Neh 6,12), so sp\u00fcrte Paulus bei den empfehlenden Worten dieser Magd, dass solche Anerkennung nicht von oben stammte. Solchen Pr\u00fcfgeist brauchen auch wir. Je mehr wir in inniger Gemeinschaft mit Jesus leben, je mehr wir uns von seinem Geist durchdringen lassen, desto mehr kann der Herr uns dieses Unterscheidungsverm\u00f6gen geben, dass wir von ung\u00f6ttlichen Erscheinungen abgesto\u00dfen, dagegen von allem, was g\u00f6ttlicher Art ist, angezogen werden. Wohl uns, wenn wir uns dieses zarte, richtige Empfinden in reichem Ma\u00df schenken lassen durch die Salbung von dem, der heilig ist (1Joh 2,20)!<br \/>\n2. Sein Warten bei der Wahrsagerin (Spr 14,29; 16,32; Offb 14,12; Jak 1,2-4; Hebr 10,36) &#8211; Aus dem Verhalten des Paulus bei der Wahrsagerin k\u00f6nnen wir gro\u00dfe Weisheit lernen. Sie besteht in dem geduldigen Tragen und in dem Warten auf Gottes Stunde. Die Magd durfte ihr Nachlaufen und Rufen ungehindert manchen Tag fortsetzen, obwohl es dem Paulus sehr unangenehm war. Wie lange sie es so trieb, wissen wir nicht genauer, nur dies steht fest, dass Paulus es sich eine Anzahl Tage gefallen lie\u00df, ohne gegen diese Bel\u00e4stigung einzuschreiten. Weshalb griff Paulus nicht sofort ein? Weshalb dauerte es manchen Tag, bis er der Person endlich das \u00fcble Handwerk legte? Paulus wusste, dass er im Kampf mit falschen Geistern nicht nach seiner Willk\u00fcr und nach seinem eigenem Wunsch und Ermessen handeln durfte. Wenn er mit g\u00f6ttlicher Vollmacht jenen fremden Geist austreiben wollte, musste er so lange warten, bis er des g\u00f6ttlichen Auftrages gewiss war. Nur dann konnte er \u201aim Namen Jesu\u2018, d.h. in voller \u00dcbereinstimmung mit dem Willen Jesu dem Geiste gebieten, auszufahren. Hier lasst uns von Paulus lernen! Wie oft mischt sich bei unangenehmen Bel\u00e4stigungen im Privatleben oder im Dienst des Herrn unsere eigene Ungeduld in unsere Stellung hinein und treibt uns an, m\u00f6glichst bald, ohne auf Gottes Stunde zu warten, die Entfernung der Unannehmlichkeit erzwingen zu wollen. Die Folge ist dann, dass wir ohne g\u00f6ttliche Beglaubigung in eigener Kraft gegen die Unannehmlichkeit k\u00e4mpfen und sie doch nicht fortschaffen k\u00f6nnen. Wenn wir aber wie Paulus so lange warten w\u00fcrden, bis wir \u201ain Jesu Namen\u2018, d.h. mit innerer Erlaubnis und Vollmacht, dawider auftreten k\u00f6nnten, dann w\u00fcrden wir nicht zuschanden werden, sondern seine Kraft und seinen Beistand rechtzeitig erfahren.<br \/>\n3. Sein Eingreifen bei der Wahrsagerin (Mt 10,1; Mk 16,17) &#8211; Lasst uns bei dem Eingreifen des Paulus gegen\u00fcber der Wahrsagerin auf dreierlei achten:<br \/>\na) An wen wandte sich Paulus? Hat er sich etwa an die Magd gewandt und diese mit Vorw\u00fcrfen \u00fcberh\u00e4uft und ihr das Ungeh\u00f6rige ihres Rufens vorgehalten? Damit w\u00e4re nichts erreicht worden. Paulus hatte die \u00dcberzeugung, dass nicht die arme Magd, sondern der fremde Wahrsagegeist, der von ihr Besitz genommen hatte, an dem ihm so weh tuenden Verhalten schuld sei. Deshalb wandte er sich gegen diesen. G\u00f6ttliche Art ist es immer, das \u00dcbel bei der Wurzel anzufassen.<br \/>\nb) Wie wandte sich Paulus gegen den Wahrsagegeist? Knechte Gottes pflegen nicht befehlshaberisch und gebieterisch aufzutreten. Auch wo sie gebieten k\u00f6nnten, beschr\u00e4nken sie sich auf Liebe und Demut, Iieber auf Bitten und Ermahnen (Philemon 8f). Aber es gibt einen Fall, wo kein zartes Bitten und Ermahnen am Platze ist. Wo Jesus gebietend auftrat (Mk 1,27; 9,25), da musste auch sein Knecht, der in seinem Namen und Auftrag handelte, dasselbe tun. Hatte doch auch Jesus seinen J\u00fcngern im Blick auf die unsauberen Geister den Befehl gegeben, sie \u201aauszutreiben\u2018. Dieser Ausdruck beweist, dass in solchem Falle nicht Zartheit, sondern Festigkeit hervortreten muss.<br \/>\nc) Mit welchem Erfolg wandte sich Paulus gegen den Wahrsagegeist? Letzterer gehorchte und verlie\u00df die Magd zur selbigen Stunde, so dass diese geheilt und befreit weiterleben konnte und das Nachschreien f\u00fcr Paulus aufh\u00f6rte. Wer in g\u00f6ttlichem Auftrage handelt, der hat gro\u00dfe Macht, auch wenn er, wie Paulus, \u00e4u\u00dferlich ein schwacher Mensch ist\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 161-163).<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen g\u00f6ttlichen und ung\u00f6ttlichen Verhaltensweisen:<br \/>\n\u201e1. G\u00f6ttliche und ung\u00f6ttliche Weise, Unterhalt zu erlangen \u2013 V. 15f (1Tim 6,6-10): Wenn wir die Reise des Paulus nach Philippi und seinen Aufenthalt daselbst betrachten, so finden wir einerseits Leute, die Besitz, Licht und Macht auf s\u00fcndliche Weise erreichen, andererseits solche, die dies auf gottwohlgef\u00e4llige Weise erlangen. Lasst uns zuerst zweierlei Weisen ansehen, den Unterhalt zu bekommen! Da sind Personen, die auf einem sch\u00e4ndlichen Wege ihr Verm\u00f6gen gewinnen. Es sind die Herren der Wahrsagerin, die mit echter Gesch\u00e4ftsklugheit die Wahrsagegabe ihrer bedauernswerten Sklavin ausbeuten, um ihren Beutel zu f\u00fcllen. Es gelingt ihnen, indem sie ihre Magd gegen Geldentsch\u00e4digung wahrsagen lassen, gro\u00dfen Gewinn zu erlangen. Ob auf dieser Art, Geld zu bekommen, g\u00f6ttlicher Segen ruht oder nicht, danach fragen diese Herren nichts &#8211; wenn sie nur reich werden. Alles andere ist ihnen gleichg\u00fcltig. Diesen Besitzern der Wahrsagerin gleichen Tausende in unserer Zeit, die auf fluchbeladenem Wege ihren Unterhalt gewinnen und sich kein Gewissen daraus machen, wie sie ihren Reichtum erwerben (Jer 22,13). Wie ganz anders bekommen Paulus und seine Gef\u00e4hrten ihre \u00e4u\u00dfere Versorgung! Sie arbeiten auf Gottes Wegen und erfahren auch im Irdischen die treu sorgende Vaterhand des Herrn. Lydia nimmt sie gastlich auf, und die philippische Gemeinde I\u00e4sst es sich nicht nehmen, f\u00fcr Paulus auch in sp\u00e4terer Zeit zu sorgen (Phil. 4,16). Wenn ihm auch nicht gro\u00dfe Geldsummen zufliegen wie jenen Herren, so hat er doch einen unendlich gr\u00f6\u00dferen Genuss, weil er in allem seines himmlischen Vaters F\u00fcrsorge erkennen und schmecken darf. Gebe Gott, dass wir in der Erlangung unseres irdischen Besitzes niemals jenen Herren, sondern Paulus und seinen Gef\u00e4hrten gleichen (Luk. 16,13)!<br \/>\n2. G\u00f6ttliche und ung\u00f6ttliche Weise, Licht zu erlangen &#8211; (Ps 43,3; 119,105; Jes 8,19f): Aus der Tatsache, dass die Wahrsagerin vielen Gewinn einbrachte, k\u00f6nnen wir den Schluss ziehen, dass viele Menschen zu ihr kamen. Viele suchten durch sie Licht zu bekommen \u00fcber Dinge, die sie auf andere Weise nicht erforschen konnten. Besonders die Begierde, \u00fcber ihre eigene Zukunft N\u00e4heres zu erfahren, mochte viele zu einer solchen Person treiben. Leider geschieht das bis auf den heutigen Tag mitten in der Christenheit. Die Schrift verurteilt diese Art, Licht zu empfangen, auf das allersch\u00e4rfste (3Mose 20,27). Ganz anders empfing Paulus sein Licht durch Gottes Wort (V. 32). Gottes Geist (V.6f) und durch br\u00fcderliche Gemeinschaft (V. 10). Wie viel besser ist doch diese g\u00f6ttliche Art, Licht zu bekommen, als die ung\u00f6ttliche Weise der Leute, die zur Wahrsagerin eilen! Als Bileam den freudigen Siegeslauf Israels prophetisch vorausschaute, da wurde ihm auch der innere Grund f\u00fcr die Freudigkeit dieses Volkes gezeigt. Er bestand einerseits darin, dass \u201akein Zauberer in Jakob und kein Wahrsager in Israel\u2018 war, andererseits darin, dass diesem Volke \u201azu seiner Zeit gesagt wird, was Gott tue\u2018 (4Mose 23,22f). So h\u00e4ngt auch die Freudigkeit des neutestamentlichen Gottesvolkes damit zusammen, dass es jedes verbotene Licht flieht, das nur Fluch und Bann bringt, aber sich umso treuer dem rechten Licht des g\u00f6ttlichen Wortes erschlie\u00dft (2Petr 1,19).<br \/>\n3. G\u00f6ttliche und ung\u00f6ttliche Weise, Macht zu erlangen \u2013 V. 18-24 (Lk 10,19): Sowohl bei den Feinden des Paulus, den Herren der Wahrsagerin, als auch bei dem Apostel selbst tritt uns in dieser Geschichte eine nicht geringe Macht entgegen. Lasst uns diese Macht auf beiden Seiten und die Art, wie sie erlangt wurde, anschauen! Die Herren der Wahrsagerin erlangten eine Macht gegen die Apostel, indem sie dieselben vor die Obersten der Stadt zogen und durch eine gewandte Anklage ihre grausame Bestrafung durchsetzten. Wie elend sieht diese \u00e4u\u00dferliche, auf fleischlichem Wege erlangte Gewalt aus im Vergleich mit der Macht, die Paulus von seinem Heiland empfing, als er zu dem Wahrsagegeist sprach: \u201aIch gebiete dir in dem Namen Jesu, dass du von ihr ausfahrest!\u2018 Das war g\u00f6ttliche Gewalt, die der Heilige Geist gab. Durch ein einziges Wort brachte Paulus hier mehr zustande als jene Herren mit all ihren Bem\u00fchungen. Lasst uns nie auf die Art jener Herren, sondern auf die Weise des Paulus durch innige Gemeinschaft mit Gott heilsame Macht zu erlangen und auszu\u00fcben suchen! Als einst Petrus mit dem Schwerte Jesus beispringen wollte und das Ohr des Malchus abschlug, verwies ihm der Herr solches (Mt 26,52; Joh 18,11). Als aber derselbe Mann am Pfingsttage das Schwert des Geistes zog, da gab es bleibenden Sieg und wahre Ewigkeitsfrucht. Das erste Mal brauchte er fleischliche Macht, mit der Jesu J\u00fcnger nicht k\u00e4mpfen sollen, das zweite Mal geistliche, die Verhei\u00dfung hat\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 158f).<\/p>\n<p>\u201eUnser Text zeigt uns die Herren der ehemaligen Wahrsagerin, die im Zorn \u00fcber ihre gesch\u00e4ftliche Benachteiligung ans Gericht eilen, um gegen die Apostel Anzeige zu erstatten. Wenn wir uns in die innere Stellung der zur Obrigkeit eilenden M\u00e4nner hineinversetzen, so sehen wir ein Bild, das uns von \u00e4hnlichen Wegen abschrecken kann:<br \/>\n1. Sie eilen zum Gericht als geldgierige Menschen &#8211; Gewiss gibt es F\u00e4lle, wo die Inanspruchnahme der weltlichen Beh\u00f6rden gerechtfertigt ist. Aber niemals wird es sich f\u00fcr einen Christen geziemen, in solcher Weise und Gesinnung einen Mitmenschen zu verklagen, wie die Besitzer jener Magd in Philippi es taten. Denn diese M\u00e4nner eilten vor allen Dingen deshalb zu den Richtern, weil sie sich von dem Geld so schlecht trennen konnten, das sie bisher durch ihre wahrsagende Sklavin verdienten. Vor Gericht gaben sie freilich ganz andere Gr\u00fcnde an. In Wahrheit aber war ihr Zorn \u00fcber den Verlust der Einnahme der Grund ihrer Anzeige. \u201aDa sie sahen, dass die Hoffnung ihres Gewinnes war ausgefahren\u2018, zogen sie Paulus und Silas vor die Obersten. H\u00e4tten diese Herren Mitgef\u00fchl f\u00fcr ihre Sklavin gehabt, so h\u00e4tten sie sich \u00fcber ihre Befreiung von dem sch\u00e4dlichen Geist freuen m\u00fcssen, weil dieselbe dadurch in einen gesunden Zustand zur\u00fcckkam. Aber nicht Mitgef\u00fchl, sondern Mammonsliebe beherrschte jene M\u00e4nner. Wenn diese Triebfeder der Geldliebe und des H\u00e4ngens am Gewinn uns zur Anzeige eines Menschen veranlassen will, so lasst uns umkehren, \u00fcber unsern Geiz Bu\u00dfe tun und nicht andere, sondern uns selbst anklagen!<br \/>\n2. Sie eilen zum Gericht als rachs\u00fcchtige Menschen (R\u00f6m 12,17-21; Pred 7,9f; Eph 4,26; Jak 1,19f) &#8211; Nicht nur Geldliebe, sondern auch Rachgier trieb die Besitzer jener Wahrsagerin dazu, die Apostel zu verklagen. Sie wollten den Mann, durch den sie sich gesch\u00e4digt glaubten, wieder sch\u00e4digen. Sie wollten demjenigen etwas Unangenehmes zuf\u00fcgen, durch den sie Unangenehmes erfahren hatten. Solche Rachgier kann uns bei jenen heidnischen Mammonsknechten nicht wundern. Aber wundern muss es uns, dass wir im eigenen Herzen noch solche Regungen zur Rachgier wahrnehmen m\u00fcssen. Wehe uns, wenn diese Triebfeder zur Rachsucht uns veranlassen sollte, gegen einen Mitmenschen Klage zu erheben! Wir w\u00e4ren dann auf dem Wege des Schalksknechtes, der seinem Mitknecht die Schuld nicht erlassen wollte, obgleich ihm sein Herr zehntausend Pfund geschenkt hatte (Mt 18,32). Wir w\u00e4ren aber nicht in der Nachfolge dessen, der nicht schalt, da er gescholten wurde (1Petr 2,23).<br \/>\n3. Sie eilen zum Gericht als unwahrhaftige Menschen (Ps 15,1.3; 3Mose 19,16; Spr 20,19; Eph 4,25; Sach 8,16) &#8211; Die Gesinnung der M\u00e4nner, die Paulus in Philippi zur Anzeige brachten, war nicht nur eine gewinns\u00fcchtige und rachgierige, sondern auch eine unwahrhaftige. Denn sie haben gar nicht die Absicht, der Obrigkeit ein sachlich richtiges Bild von der T\u00e4tigkeit jener Zeugen zu entwerfen, sondern sie wollten den Richtern nur eine m\u00f6glichst ung\u00fcnstige Meinung von den Aposteln beibringen. Absichtlich verzerrten und entstellten sie in ihrer Anklage das Bild der Missionsarbeit des PauIus und Silas, um eine recht harte Bestrafung derselben zu erzielen. Das war bei der inneren Triebfeder ihrer Anklage gar nicht anders zu erwarten. Wenn Gewinnsucht und Rachgier jemand zur Anklage eines Mitmenschen veranlassen, so darf man von solchen Ankl\u00e4gern kaum eine gerechte und wahrheitsgetreue Darstellung des Sachverhaltes erwarten. Vielmehr zieht eine S\u00fcnde die andere nach sich. Der Geist der Geldliebe und des Hasses ist kein Wahrheitsgeist. Wenn die Frage an uns herantritt, ob wir einen Mitmenschen bei der weltlichen Beh\u00f6rde verklagen sollen oder nicht, so lasst uns doch an diesem dreifachen Pr\u00fcfstein unser Herz untersuchen: a) Machen wir nicht dem Herrn Unehre durch Festh\u00e4ngen am irdischen Besitz? b) Sind wir v\u00f6llig frei von jeder Rachsucht? c) Haben wir die Absicht, nur die reine Wahrheit ohne jede \u00dcbertreibung und Entstellung aus\u00aczusprechen? Wenn wir nicht in allen drei St\u00fccken uns von jenen Ankl\u00e4gern des Paulus v\u00f6llig unterscheiden, dann ist gewiss unser Weg zum Verklagen kein richtiger Weg. Sind wir aber von Geldliebe, Rachsucht und Unwahrhaftigkeit frei, so werden wir in vielen F\u00e4llen den Gang zum irdischen Richter nicht n\u00f6tig haben\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 163-165).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Bekehrung und Gehorsam&#8220;. In der Predigt ist der biblische Grundsatz herauszustellen: Wenn der Mensch horcht \u2013 redet Gott! Wenn der Mensch gehorcht \u2013 handelt Gott! Wenn Gott zu uns redet, dann k\u00f6nnen wir nicht mehr so tun, wie wenn wir nichts geh\u00f6rt h\u00e4tten. Auf die Erkenntnis des Willens Gottes (16,6-10) folgt das Handeln nach dem Willen Gottes (16,11-24). So ergibt sich das Predigtthema aus dem biblischen Zusammenhang: Den Auftrag ausf\u00fchren!<br \/>\nWer den Auftrag ausf\u00fchrt, erh\u00e4lt allerdings keine Erfolgsgarantie, sondern beim Gehorsam gegen\u00fcber der Berufung Gottes treffen wir sowohl auf Offenheit als auch Verschlossenheit.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Den Auftrag ausf\u00fchren<br \/>\nA. in Erwartung ver\u00e4nderter Herzen (V. 11-15)<br \/>\na) durch offene T\u00fcren (V. 11-13)<br \/>\nb) durch offene Herzen (V. 14)<br \/>\nc) durch offene H\u00e4user (V. 15)<br \/>\nB. im Angesicht verstockter Herzen (V. 16-24)<br \/>\na) verf\u00fchrerisches Bekenntnis (V. 16-18)<br \/>\nb) verleumderische Beschuldigung (V. 19-24)<\/p>\n<p>Nach Heiko Krimmer:<br \/>\nA. Zum Dienst berufen<br \/>\nB. Im Dienst gef\u00fchrt<br \/>\nC. Beim Dienst gebraucht<\/p>\n<p>Nach John MacArthur: Portr\u00e4ts zweier Frauen<br \/>\nA. Die befreite Frau<br \/>\nB. Die versklavte Frau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn lebenPredigtthema: Den Auftrag ausf\u00fchren Bibelstelle: Apostelgeschichte 16, 11-24 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Wertvolle Hilfen zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1659","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 04:53:15","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1659"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1659\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}