{"id":1658,"date":"2009-05-16T20:25:00","date_gmt":"2009-05-16T18:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=479"},"modified":"2009-05-16T20:25:00","modified_gmt":"2009-05-16T18:25:00","slug":"predigthilfe-vom-31-5-2009-apostelgeschichte-16-1-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-31-5-2009-apostelgeschichte-16-1-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 31.5.2009 &#8211; Apostelgeschichte 16, 1-10"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Geistgeleitete Gemeinschaft<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 16, 1-10<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. 7. Aufl. Liebenzell: VLM, 1996. S. 146-155 (nachfolgend zu einem gro\u00dfen Teil in den Predigttipp eingearbeitet) und Wilhelm Busch. Die Suchaktion Gottes. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2006. S. 183-191 (M\u00f6glichkeit zum Download unter http:\/\/www.clv-server.de\/pdf\/255681-11.pdf).<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Der Predigttext f\u00fchrt das in 15,41 Begonnene nun fort. Im Segen wirkt Paulus mit seinen neuen Mitarbeitern nun weiter und informiert die Gemeinden \u00fcber die in Jerusalem gemeinsam unter der F\u00fchrung und Leitung des Hl. Geistes (15,28) gefassten Beschl\u00fcsse (= Dogmata; 16,4).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Zum Einstieg: \u201eJe \u00e4lter ich werde, desto wichtiger wird mir eine ganz einfache Tatsache: Wir haben nur ein einziges Leben. Und dieses einzige Leben bewegt sich \u2013 um ein gel\u00e4ufiges Bild zu gebrauchen \u2013 auf einer Einbahnstra\u00dfe. Wenn ich einen Tag verpfuscht habe, kann ich den Wagen meines Lebens nicht umkehren und die Strecke noch einmal fahren. Das geht nicht. Wie viel kommt also darauf an, dass ich mein Leben richtig lebe! Aber \u2013 was ist denn \u201arichtig\u2018? Sicher sind wir nicht auf der Welt, um m\u00f6glichst viel Am\u00fcsement zu haben. Sicher auch nicht um nur zu arbeiten. Sicher nicht um viel Geld zu verdienen oder einen guten Job zu haben. Wir haben nur ein einziges Leben. Was machen wir damit? In der Bibel gibt es ein seltsames Wort, das im allgemeinen Sprachgebrauch fast gar nicht vorkommt. Es hei\u00dft \u201aSegen\u2018. Gott sagt zu Abraham: \u201aIch will dich segnen, und du sollst ein Segen sein\u2018. Ich bin \u00fcberzeugt: Hier wird uns die Richtung gewiesen, wie wir unser Leben recht anwenden. So fragen wir: Wie wird mein einziges Leben ein gesegnetes Leben?\u201c (Busch, Suchaktion Gottes, S. 183).<\/p>\n<p>A. Geistgeleitete Gemeinschaft er\u00f6ffnet einen weiten Raum (V. 1-5)<\/p>\n<p>a) durch die Berufung bew\u00e4hrter Mitarbeiter (V. 1f)<\/p>\n<p>Das Wort \u201egl\u00e4ubig\u201c (pistos) ist im griechischen Grundtext nachgestellt und betont damit, dass Eunike nicht nur eine treue J\u00fcdin, sondern eine gl\u00e4ubige Christin ist (vgl. 2Tim 1,5; 3,15). Im Hinblick auf Timotheus ist folgendes in der Predigt zu erl\u00e4utern:<\/p>\n<p>\u201eLasst uns zuerst darauf achten, an welchem Ort er diesen fand! Er fand ihn an dem Platz, wo er fr\u00fcher besonders schmerzliche Erfahrungen gemacht hatte, n\u00e4mlich in Lystra. Dort hatten die Bewohner den Paulus auf seiner ersten Missionsreise gesteinigt. Mancher h\u00e4tte durch eine solche Behandlung eine Abneigung gegen diesen Platz bekommen und w\u00e4re nicht mehr gern an denselben gegangen. Bei Paulus war von solcher Empfindlichkeit und von irgendwelchem Nachtragen keine Rede. Er war nicht nur am Schluss seiner Missionsreise aufs neue nach Lystra gegangen (14,21), sondern ging auch am Anfang der zweiten Reise wieder dahin. Wie gut war es, dass er sich nicht durch jene Steinigung in irgendwelchen Zorn und in Bitterkeit gegen diesen Ort und seine Bewohner hineinbringen lie\u00df und ihm gekr\u00e4nkt fern blieb! Denn hier gerade fand er den Timotheus, der ihm zeitlebens eine so kr\u00e4ftige Hilfe wurde. Lasst auch uns nie durch b\u00f6se Erfahrungen an irgendwelchen Pl\u00e4tzen gegen dieselben entfremdet oder verbittert werden, sondern in der Liebe bleiben und nicht vor ihnen zur\u00fcckscheuen! Gott kann uns gerade an den Orten, wo wir die schwersten Leiden zu erdulden hatten, die lieblichsten Erfahrungen und die k\u00f6stlichsten Erquickungen schenken.<br \/>\nNicht nur der Ort, sondern auch die Familie, in der Paulus den Timotheus fand, ist beachtenswert. Es war eine \u201aMischehe\u2018, der er entstammte. Die Mutter, Eunike, war eine Israelitin, der Vater ein Grieche. Zu dem Unterschied der Nationalit\u00e4t kam ein innerer Unterschied hinzu. Nur der Mutter gibt die Schrift das sch\u00f6ne Zeugnis, dass sie gl\u00e4ubig war. Der Vater scheint innerlich eine andere, nicht n\u00e4her bekannte Stellung eingenommen zu haben. Die Mutter lie\u00df sich durch die Stellung des Vaters nicht vom Glauben abbringen. Sie erzog ihren Sohn f\u00fcr den Herrn. Es war f\u00fcr sie keine leere Form, wenn sie ihrem Sohn den Namen Timotheus, d.h. \u201aeiner, der Gott f\u00fcrchtet\u2018, gab. Ihr wichtigster Wunsch war in Wahrheit der, dass ihr Sohn ein gottesf\u00fcrchtiger Mensch werde. Mit diesem Wunsch hat sie den Knaben von Kind auf im teuren Worte Gottes unterwiesen (2Tim 3,15). Vor allen Dingen fehlte in ihrer Erziehung das Wichtigste nicht, n\u00e4mlich das pers\u00f6nliche Beispiel. Sie f\u00fchrte selbst ein Leben des ungef\u00e4rbten, d. h. durch und durch wahren, echten, lauteren Glaubens (2Tim 1,5). In diesem ihrem Wandel und in der Erziehung des Sohnes f\u00fcr den Herrn wurde sie von ihrer Mutter Lois unterst\u00fctzt, die voll und ganz ihre innere Stellung teilte. Der Segen dieses Vorbildes und dieser Erziehung blieb nicht aus. Ihr Sohn wurde ein gesegneter Mithelfer im Reiche Gottes. Dieses Beispiel kann alle Frauen ermuntern, ihre Kinder durch ihr Vorbild und mit Unterweisung im Worte Gottes f\u00fcr das Himmelreich zu erziehen. Selbst wenn es der Fall sein sollte, dass ihre Ehem\u00e4nner eine andere innere Stellung einnahmen, so d\u00fcrften sie dennoch ihre Kinder dem Heiland zuzuf\u00fchren suchen. Welch ein unberechenbarer Segen kann doch von dem Vorbild und den Worten einer gl\u00e4ubigen Mutter auf ihr Kind ausgehen! Wie ganz anders wird eine Eunikemutter in der Ewigkeit dastehen als viele Eltern, die nur irdische Vorteile f\u00fcr ihre Kinder suchten, oder gar als eine Athaljamutter, die ihren Sohn dazu anhielt, dass er gottlos war (2Chr. 22,2f)!<br \/>\nPaulus erkannte in der Person des Timotheus einen geeigneten Mitarbeiter. Weshalb passte dieser dazu? Timotheus stand durch seine Abstammung von dem griechischen Vater und der j\u00fcdischen Mutter sowohl den Heiden als auch den Juden nahe, was der Arbeit an beiden zugute kam. Vor allen Dingen aber fand sich bei Timotheus die wichtigste Voraussetzung zu gesegneter Reichsgottesarbeit, n\u00e4mlich ein \u201agut Ger\u00fccht\u2018. Dieser J\u00fcngling genoss in seiner Heimat, also da, wo man ihn am genauesten kannte, das volle Vertrauen der gl\u00e4ubigen Kreise. Auch \u00fcber die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus war sein trefflicher Ruf gekommen. Dies war wichtiger als alles andere. W\u00e4re Timotheus der begabteste J\u00fcngling unter den Christen in Lystra gewesen, h\u00e4tte aber den Ruf eines etwas selbstbewussten oder leichtfertigen Menschen gehabt, so w\u00fcrde ihn Paulus gewiss nicht als Gef\u00e4hrten ausersehen haben. Wo in der ersten Christengemeinde ein wichtiger Posten zu besetzen war, da hie\u00df es: \u201aSehet nach M\u00e4nnern, die ein gutes Ger\u00fccht haben\u2018 (6,3). Was damals die wichtigste Voraussetzung zur Reichsgottesarbeit war, ist es auch heute noch. Die Treue im Wandel, aus der das gute Ger\u00fccht fliegt, ist wichtiger, als alle \u00e4u\u00dferen Gaben und F\u00e4higkeiten. W\u00e4ren die zwei S\u00f6hne des Eli die hervorragendsten Redner ihrer Zeit gewesen, so w\u00e4ren doch alle ihre Worte durch den b\u00f6sen Ruf infolge ihres Wandels zunichte gemacht worden. Dagegen fiel bei Samuel kein Wort auf die Erde, weil ganz Israel erkannte, dass dieser ein treuer Prophet des Herrn war (1Sam 3,19f). Gott erwecke seinem Werk viele treue Zeugen, deren Ruf ihren Worten Bahn in vielen Herzen macht!\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 146-148 \u2013 weitere Informationen z.B. auch in Alfred Christlieb. Ich suche, Herr, dein Antlitz. Marburg: Francke, 1974. S. 22-24).<\/p>\n<p>b) durch die Berufung auf eine bew\u00e4hrte Strategie (V. 3)<\/p>\n<p>\u201eZwar ist nach j\u00fcdischem Recht die Mutter f\u00fcr die Volkszugeh\u00f6rigkeit des Kindes ma\u00dfgebend; au\u00dferhalb Pal\u00e4stinas konnte sich aber der heidnische Vater sehr wohl durchsetzen. Hat nun Paulus letzten Endes doch noch vor den Forderungen der \u201aJudaisten\u2018 kapituliert? Das war es ja, was sie von allen Heidenchristen forderten: die Beschneidung! Darauf hatte man beim Jerusalemer Apostelkonzil ausdr\u00fccklich verzichtet (vgl. Kap. 15). Was war der Grund f\u00fcr diese Beschneidung? Wir werden sie aus der Situation heraus und in einer Linie mit den Jerusalemer Beschl\u00fcssen verstehen k\u00f6nnen: aus der Situation heraus, weil Timotheus als Mitarbeiter des Paulus weit mehr Kontakt mit Juden aufnehmen musste, als irgendein anderer Christ; in einer Linie mit den Beschl\u00fcssen, weil sie ja gerade darauf abzielten, n\u00e4mlich das Zusammenleben zwischen Juden- und Heidenchristen zu erm\u00f6glichen. So wurde Timotheus auch formell in das Bundesvolk aufgenommen. Seine Person sollte die Mission nicht hindern. Wie genau die Juden auf diese Dinge achteten, zeigen die Schwierigkeiten, die Paulus sp\u00e4ter (Apg 21,27ff.) zu Unrecht in Jerusalem bekam. Dem wollte er vorbeugen\u201c (Neudorffer, Apostelgschichte \u2013 Edition C 9\/2, S. 113).<\/p>\n<p>Zur Frage nach der Bescheidung ist auch besonders Gal 2,3 zu beachten.<\/p>\n<p>\u201eIn der Beschneidung des Timotheus haben wir ein Beispiel daf\u00fcr, mit welchem Zartgef\u00fchl Paulus alle Hindernisse f\u00fcr die Ausbreitung des Evangeliums nach M\u00f6glichkeit hinweg zu r\u00e4umen suchte. Er wusste, dass viele Juden sich an der Mitarbeit des Timotheus trotz des guten Ger\u00fcchtes, das ihm voranging, gesto\u00dfen hatten, weil er nicht beschnitten war. Sie hatten sich innerlich gestr\u00e4ubt, von einem Fremdling, der nicht durch die Beschneidung Mitglied ihres Volkes geworden war, Belehrungen anzunehmen. Obwohl nun Paulus klar erkannt hatte, dass die Beschneidung vor Gott nicht erforderlich war, so vollzog er sie dennoch an diesem seinem Mitarbeiter, damit keiner seiner Volksgenossen sich \u00e4rgern k\u00f6nnte. Er wurde damit den Schwachen ein Schwacher \u201adenen, die unter dem Gesetz sind, wie unter dem Gesetz\u2018, um allenthalben etliche selig zu machen. Diese zarte Liebe gegen seine Landsleute wird uns noch k\u00f6stlicher, wenn wir bedenken, welche Lieblosigkeit Paulus wiederholt von ihnen erfahren hatte. Wie geh\u00e4ssig hatten sie ihn in Antiochien, Ikonion und Lystra behandelt! Mancher h\u00e4tte sich nach solchen Erfahrungen f\u00fcr berechtigt gehalten, jede weitere R\u00fccksicht auf diese Leute fahren zu lassen. Stattdessen suchte Paulus sie noch weiterhin durch Liebe f\u00fcr das Reich Gottes zu gewinnen. Wenn man bei aller Arbeit im Reiche Gottes immer so r\u00fccksichtsvoll darauf bedacht w\u00e4re, alles hinweg zu r\u00e4umen, woran andere sich sto\u00dfen k\u00f6nnen, so w\u00fcrde gewiss manchmal mehr Furcht f\u00fcr den Herrn gebracht werden\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 149).<\/p>\n<p>c) durch die Berufung auf bew\u00e4hrte Vorgaben (V. 4f)<\/p>\n<p>Der hier verwendete griechische Ausdruck f\u00fcr den Beschluss des Konzils lautet \u201edogma\u201c (= Verf\u00fcgung \/ Erlass \/ Verordnung \/ Satzung \/ Gebot).<\/p>\n<p>\u201eEs gibt Menschen, die glauben, dass ein buntes Durcheinander von allerlei Lehrmeinungen in den Christengemeinden gar nicht schade, sondern ruhig zugelassen werden k\u00f6nne. Paulus dachte anders. Er \u00fcberbrachte mit seinen Begleitern den Gemeinden, welche auf der ersten Missionsreise entstanden waren, den Beschluss der Apostelversammlung. Dadurch brachte er in den verschiedenen Gemeinden diejenige Lehre zur Geltung, mit welcher sich alle bew\u00e4hrten Christen einstimmig einverstanden erkl\u00e4rt hatten. Durch die Verbreitung dieses Beschlusses sorgte er daf\u00fcr, dass nicht \u00e4hnliche Lehrstreitigkeiten und Spaltungen wie in Antiochien (15,7) entst\u00fcnden und dass, wo etwa eine derartige Gefahr auftauchte, dieselbe sofort beseitigt werden k\u00f6nnte. Er zeigte sich bedacht darauf, dass Gesundheit der Lehre in allen Gemeinden herrschte und kn\u00fcpfte zugleich ein gewisses Band zwischen den Christen der verschiedenen L\u00e4nder. Die Gl\u00e4ubigen sollten wissen, dass sie in den wichtigsten Grundlagen des Glaubens und der Liebe mit Christen aller Orte im Einklang standen. Wie wichtig ist es auch f\u00fcr unsere Zeit, dass diejenige Lehre getrieben wird, welche von den Gottesm\u00e4nnern aller Zeiten einm\u00fctig anerkannt wird! Lasst uns nie Sonderlehren und allerlei F\u00fcndlein treiben, sondern das teure Evangelium in seiner Tiefe und Mannigfaltigkeit, damit der Spaltungen weniger werden und die Einigkeit aller Heilandsnachfolger gefestigt werde!<br \/>\nViele Christen bewegt die Frage: Wie kann es zu einer rechten St\u00e4rkung und Vermehrung der Gemeinde des Herrn kommen? Sie suchen oft die L\u00f6sung dieser Frage in allerlei \u00e4u\u00dferen, wohlgemeinten Veranstaltungen, finden aber sehr oft, dass die von ihnen gew\u00fcnschte Wirkung ausbleibt. Unser Text zeigt uns einen sehr einfachen, aber sicheren Weg, um die Schar der GI\u00e4ubigen zu befestigen und zu vermehren. Durch \u00dcberantwortung des Beschlusses von Jerusalem kam es dazu, dass die Gemeinden im Glauben befestigt wurden und an der Zahl t\u00e4glich zunahmen. Was ist es um die \u00dcberantwortung des Apostelbeschlusses? Wir k\u00f6nnen unm\u00f6glich irgendeine Lehrform als ein Zaubermittel anwenden, durch die es gleich zu solcher Segenswirkung kommen muss. Und doch k\u00f6nnen auch wir gleichsam jenen Beschluss von Jerusalem heute noch allenthalben \u00fcberantworten. Wenn wir die jenem Apostelbeschluss zugrunde Iiegende Anschauung kr\u00e4ftig verbreiten helfen, wenn wir im Sinne jenes Beschlusses darauf bedacht sind, dass alle gl\u00e4ubigen Seelen in gesunder, evangelischer Lehre gegr\u00fcndet werden, wenn wir die J\u00fcnger Jesu von aller gesetzlichen \u00c4ngstlichkeit frei machen, zugleich aber, wie jener Beschluss es tat, sie auf die heilige Bahn der S\u00fcndenvermeidung und N\u00e4chstenliebe weisen, kurz, wenn wir mithelfen, dass die Seelen in die gottgewollte Bahn und Gesinnung dieses Beschlusses hineinkommen, dann tragen wir an unserm Teile dazu bei, dass die Gemeinde Jesu innerlich befestigt und \u00e4u\u00dferlich gemehrt werde\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 149f).<\/p>\n<p>B. Geistgeleitete Gemeinschaft ben\u00f6tigt gelegentlich einen Schlagbaum (V. 6-8)<\/p>\n<p>Der Ausdruck \u201edurchziehen\u201c (dierchomai) ist bei Lukas ein Fachausdruck der Missionssprache und bezieht sich sowohl auf die Verk\u00fcndigung als auch auf die Gemeindegr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Was oder wer ist der Heilige Geist, von dem hier die Rede ist? In V. 6 erfahren Paulus und seine Mitarbeiter (Silas, Timotheus, Lukas) die F\u00fchrung durch den Hl. Geist, der dann in V. 7 als der Geist Jesu bezeichnet wird. Hier ist im Rahmen der Predigt zu betonen und klarzustellen, dass der Hl. Geist die Form ist, in der Jesus in diesem Zeitalter gegenw\u00e4rtig ist (= Erf\u00fcllung von Mt 28,20b). In Joh 14,16f verhei\u00dft z.B. Jesus den Beistand (Ratgeber; gr. parakletos), den er dann in Joh 14,18 wie folgt konkretisiert: \u201eich komme zu euch\u201c! In R\u00f6m 8,14 vergewissert uns Paulus, dass wir wirklich Kinder Gottes sind, da uns der Geist Gottes leitet. Was der Geist Gottes ist, hat er aber bereits in R\u00f6m 8,9 erkl\u00e4rt: Es ist der Geist Christi! Fritz Gr\u00fcnzweig bringt die Botschaft vom Hl. Geist auf den zentralen Punkt: \u201eChristus in uns\u201c. Die F\u00fchrung und Leitung durch den Heiligen Geist geschieht also so, dass Christus in uns Raum hat und Gestalt gewinnt (vgl. Gal 4,19). So war es bei Paulus und seinen Mitarbeitern und so ist es bei uns! In der Predigt ist zu betonen, dass wir in biblischer Art und Weise nur dann vom Heiligen Geist reden k\u00f6nnen, wenn wir auch vom Christus in uns reden. Der Hl. Geist ist der Repr\u00e4sentant Jesu in dem Zeitalter, in dem wir leben.<\/p>\n<p>\u201eWie h\u00e4ngt doch aller Segen davon ab, dass wir in g\u00f6ttlicher Leitung wandeln! Obige Verse zeigen uns einen Mann, der in v\u00f6lliger Abh\u00e4ngigkeit vom Herrn stand: Paulus. Zu dieser Abh\u00e4ngigkeit geh\u00f6rt vor allen Dingen die stete Bereitwilligkeit, auf eigene Pl\u00e4ne und Absichten zu verzichten. Wenn wir hier vernehmen, dass der Heilige Geist den Paulus und seine Gef\u00e4hrten hinderte, in der r\u00f6mischen Provinz Kleinasien das Evangelium zu verk\u00fcndigen, wenn wir ferner h\u00f6ren, dass der Geist Jesu eine Ausf\u00fchrung ihres Versuchs, durch Bithynien zu reisen, nicht zulie\u00df, so zeigen diese Worte klar, dass Paulus im Sinn hatte, in Kleinasien zu predigen und dass er den Willen besa\u00df, durch Bithynien zu ziehen. Diese Gedanken des Paulus wurden aber vom Herrn durchkreuzt. Der Geist Gottes sagte ein deutliches \u201aNein\u2018 zu dem, was PauIus wollte. Der Apostel hatte ein Ohr f\u00fcr das zarte, innere Abwehren und lie\u00df sofort seine eigenen Pl\u00e4ne fahren. Hier kommen wir an einen wichtigen Punkt. Viele Menschen m\u00f6chten den unaussprechlichen Segen der Geistesleitung kennen lernen. Wenn aber der Heilige Geist ihren eigenen Pl\u00e4nen in den Weg tritt\u201e wenn er sie von einem liebgewordenen Gedanken abbringen will, so sitzen sie in ihren eigenen W\u00fcnschen fest und wollen nicht davon loslassen. Paulus haderte nicht mit Gott wegen dieser Durchkreuzung seines Willens, er wollte es auch nicht besser wissen als sein himmlischer F\u00fchrer. Er verlangte nicht einmal die Gr\u00fcnde zu wissen, weshalb er nicht in Asien reden und nicht durch Bithynien ziehen sollte. Es gen\u00fcgte ihm v\u00f6llig, zu wissen, dass Gott ihm f\u00fcr jetzt diesen Weg verschlie\u00dfe. Sofort verzichtete er auf seinen eigenen Willen. Nur derjenige, welcher bereit ist, dieses Verzichten zu lernen und seine W\u00fcnsche in den Tod zu geben, wird den Segen der g\u00f6ttlichen Leitung erfahren k\u00f6nnen.<br \/>\nZur rechten Abh\u00e4ngigkeit von dem Leiten des Herrn geh\u00f6rt die Bereitwilligkeit, auf eigene. Plane zu verzichten, die Geduld, die warten kann, bis der richtige Weg gezeigt wird und &#8211; der Gehorsam, der den von Gott gewiesenen Weg geht. Alles dies fand sich bei Paulus. Als der Geist ihm wehrte, in Asien zu arbeiten und durch Bithynien zu reisen, da wusste er wohl, welchen Weg er nicht gehen sollte, aber noch nicht, welches der richtige, gottgewollte Weg f\u00fcr ihn sei. L\u00e4ngere Zeit musste er zubringen, ohne Klarheit dar\u00fcber zu haben, an welchem Ort und in welchem Lande der Herr ihn brauchen wollte. Solche Zeiten der Ungewissheit und der Unklarheit sind oft Probezeiten, wo es gilt, mit David zu sprechen: \u201a&#8230; bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird\u2018 (1Sam 22,3). Es sind Zeiten des Wartens, die gerade den feurigen Paulusnaturen gar nicht leicht fallen. Was tat Paulus in dieser Zeit, ehe er in Troas Klarheit bekam? Er folgte dem g\u00f6ttlichen Licht, soweit er dasselbe bekommen hatte, indem er sich in Asien der Missionst\u00e4tigkeit enthielt und in der anderen Richtung weiterzog, die ihm innerlich nicht verwehrt wurde. Er konnte warten, bis Gottes klare Weisung kam. Sobald er aber dieselbe erhielt, ging er mit ganzer Macht auf den erkannten Willen Gottes ein. Jetzt gab es kein \u00e4ngstliches Fragen, ob jenes fremde Land Mazedonien nicht neue Gefahren und Schwierigkeiten bringen werde. Er trachtete mit seinen Gef\u00e4hrten alsobald nach Mazedonien zu reisen. Das war Gehorsam. Lasst uns auf den eigenen Willen verzichten, auf Gottes Willen harren und dann auf ihn eingehen! Das ist die selige Abh\u00e4ngigkeit vom Herrn, in der Paulus lebte.<br \/>\nGar oft w\u00e4hnen Menschen, vom Herrn und seinem Geist geleitet zu sein, wenn ein der eigenen Natur oder dem krankhaften K\u00f6rperzustande entstammender Trieb sie regiert. Demgegen\u00fcber gibt uns diese Stelle, die uns einen Einblick in die Abh\u00e4ngigkeit des Paulus vom Herrn tun l\u00e4sst, einen wichtigen Wink. Als Paulus durch den Geist gehindert wurde, in Asien zu missionieren und als der Geist den Weg durch Bithynien verwehrte, empfand nicht Paulus allein diese innere Hemmung. Die mit ihm reisenden Br\u00fcder erlebten sie gleichzeitig auch (\u201aEs ward ihnen gewehrt von dem Heiligen Geist\u2018, nicht ihm, V. 6, und: \u201aDer Geist lief es ihnen nicht zu\u2018.). An dieser \u00dcbereinstimmung der Br\u00fcder, welche gemeinsam das innere Abwehren des von Gott nicht gewollten Weges versp\u00fcrten, wurde ihnen allen eine Best\u00e4tigung des g\u00f6ttlichen Willens geschenkt. Wer nicht in Verwirrung und Schw\u00e4rmerei hineingeraten will, der achte wohl darauf, dass seine \u201aLeitung\u2018 durch Gott auch dieses Kennzeichen tr\u00e4gt und er sich nicht etwa in willk\u00fcrlichen Gegensatz zu dem Bruderkreise setzt, in den Gott ihn hineingestellt hat. Wohl kann es F\u00e4lle geben, wo Gott einem Bruder einen besonderen Auftrag gibt, den andere zun\u00e4chst nicht verstehen. In solchen Fallen wird Gott solchen Bruder zur rechten Zeit beglaubigen. Das Gew\u00f6hnliche wird aber dieses sein, dass wahre Geistesleistung erkannt wird an der \u00dcbereinstimmung mit solchen, die unter der Zucht des Geistes stehen\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 151-153).<\/p>\n<p>C. Geistgeleitete Gemeinschaft ist kein frommer Wunschtraum (V. 9f)<\/p>\n<p>\u201eWir d\u00fcrfen nicht meinen, das sei ein Traum gewesen. Alles spricht daf\u00fcr, dass Paulus hellwach war. Ein wundervolles Bild: Dieser betende Mann in der Stille der Nacht, dem der Herr antwortet. Das ist das wahre Gesicht der Kinder Gottes. So betet ein Psalmist in bedr\u00e4ngter Stunde: \u201aZeige mir, Herr, deinen Weg!\u2018 So sagt der K\u00f6nig David einst: Ich muss warten, \u201abis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird\u2018. Das ist genau das Gegenteil vom unruhigen, gejagten Menschen unserer Tage. Es fragt sich nur, von wem am Ende Segensspuren bleiben: von einem Manager oder von einem Paulus, der in der Stille nach F\u00fchrung ruft. Aber nun m\u00fcssen wir aussprechen: Wie herrlich ist das, dass der Herr seine Leute in der Wirrsal des modernen Lebens wirklich f\u00fchren will \u2013 auf Wege des Segens!\u201c (Busch, Suchaktion Gottes, S. 186).<\/p>\n<p>\u201eEs war ein \u201aGesicht\u2018, eine Erscheinung, kein Traum [gr. = \u201aorama\u2018 = das Geschaute \/ Gesehene; hier Gesicht \/ Vision]. An der Wortwahl wird das deutlich: An keiner Stelle im NT, wo das griech. Wort vorkommt, ist ein Traum gemeint (man pr\u00fcfe Mt 17,9; Apg 7,31; 9,10.12; 10,3.17.19; 11,5; 12,9; 16,9f; 18.9). Immer geht es um au\u00dfergew\u00f6hnliche Erscheinungen, die teilweise w\u00e4hrend des Gebets geschehen. Betend \u2013 so d\u00fcrfen wir vermuten \u2013 suchte Paulus nach einer Weisung seines Herrn, und im Gebet wurde sie ihm auch geschenkt. \u00dcbrigens ist das Wort ein Lieblingsausdruck des Lukas. Es kommt au\u00dfer bei ihm nur einmal bei Matth\u00e4us vor, wie die obige Stellenangabe zeigt. Die Weisung, nach Europa zu gehen, kommt nicht von innen heraus, sie kommt von oben herunter. Wieder geschieht eine entscheidende Weichenstellung durch ein ausdr\u00fcckliches Eingreifen des Gottesgeistes. Neben der positiven Darstellung solcher besonderer Erlebnisse kennt die Bibel aber auch Gefahren eines falschen Vertrauens auf Tr\u00e4ume, die nicht von oben, sondern von innen heraus kommen (vgl. Jer 23,27f.32; 29,8; Sach 10,2)! Wenn heute Leute von ihren Tr\u00e4umen berichten und andere Christen zur Befolgung der an sie ergangenen Befehle auffordern, ist zun\u00e4chst nach der \u00dcbereinstimmung der Tr\u00e4ume mit dem biblischen Wort zu fragen, Sodann kann niemand f\u00fcr seine Tr\u00e4ume beanspruchen, was f\u00fcr das Gotteswort gilt: allgemeine G\u00fcltigkeit f\u00fcr alle Christen\u201c (Neudorffer, Apostelgschichte \u2013 Edition C 9\/2, S. 115f).<\/p>\n<p>Es ist ein Trugschluss zu meinen, dass die Klarheit allein in der Erscheinung lag. Eindr\u00fccke gibt es viele und die m\u00fcssen gepr\u00fcft werden. Hier wird das fortgesetzt, was schon in den Versen 6-8 praktiziert wurde: \u201eGeistgeleitete Gemeinschaft\u201c (= Predigtthema, da der Geist zwar pers\u00f6nlich f\u00fchrt, aber dies nicht nur eine individuelle Erfahrung ist, sondern eine kollektive, gemeinsame). Richtig \u00fcbersetzt die Elberfelder Bibel von daher in V. 10 (kommt in der Lu 84 leider so nicht klar genug heraus): \u201eda wir schlossen\u201c. Der griechische Ausdruck lautet hier \u201esymbibatzo\u201c (= zusammenbringen, vereinigen \/ zusammenhalten \/ \u00fcberzeugen) und steht in der Mehrzahl (= Paulus und seine Mitarbeiter [Silas, Timotheus, Lukas] tragen zusammen und beraten sich). Der Akzent liegt also darauf, dass es durch einen gemeinsamen Austausch zu einer gemeinsamen Erkenntnis bzw. \u00dcberzeugung kommt. Ein Verfahren der Geistesleitung, dass bereits aus Apg 15 bekannt ist: Durch das gemeinsame Ringen und pr\u00fcfen wird die Wegf\u00fchrung des Hl. Geistes erkannt (15,28). Die Klarheit der F\u00fchrung kommt also nicht allein aus der Erscheinung, sondern aus der gemeinsamen Erkenntnis, dass sie vom Herrn ist. So stellt sich eine dreifache Klarheit ein:<\/p>\n<p>\u201e1. Paulus hatte Klarheit \u00fcber den Weg, den er gehen sollte. Nicht all zulange lief Gott seinen Knecht im Ungewissen. Durch ein Gesicht in Troas gab er ihm das Licht, das er brauchte. Eine dreifache Klarheit erf\u00fcllte jetzt sein und seiner Begleiter Herz. Zuerst hatten sie volle Klarheit \u00fcber den Weg, den sie zu gehen hatten. Als der Mann nach Mazedonien zu kommen bat, verstand Paulus mit einem Schlage, weshalb der Geist ihm die Arbeit in Asien verwehrt hatte. Jetzt war ihm klar, weshalb er nicht durch Bithynien hatte reisen d\u00fcrfen. Was er vorher entweder gar nicht oder nicht ganz verstehen konnte, das war ihm nun Licht geworden. Er sah, dass ihn Gott f\u00fcr Mazedonien bestimmt hatte. Dort lag die Arbeit, die er tun sollte. Welch eine Kraft liegt doch in dem Worte: \u201a. . . dass uns der Herr dahin berufen h\u00e4tte!\u2018 Wenn ein Abraham wei\u00df, dass ihn Gott auswandern hei\u00dft, so kann er getrost seine Heimat verlassen. Wenn ein Elia wei\u00df, dass er sich am Krith verbergen soll, so braucht er gar keine Sorge zu haben, dass es ihm dort zu einsam werde. Wenn ein Mose den Auftrag bekommt, zum Pharao zu gehen, so wird er nicht zuschanden vor ihm. Keine menschliche Garantie, kein Schutzbrief von K\u00f6nigen und Beh\u00f6rden, keine Leibwache von auserlesenen Truppen kann soviel n\u00fctzen wie die Gewissheit, dass Gott einen bestimmten Weg haben will. Ein Soldat muss da stehen, wo der Feldherr ihn haben will. Ein Sch\u00e4flein muss weiden, wo sein Hirte vor ihm hergeht. Die Bauleute m\u00fcssen da arbeiten, wo es der Baumeister ihnen aufgetragen hat, und ein Knecht Gottes muss das Werk ausf\u00fchren, zu dem der Herr ihn berufen hat. Nicht nur dem Paulus, sondern auch uns will der Herr Klarheit geben, welchen Weg wir gehen sollen. Jeder Christ pflegt sein Mazedonien zu bekommen, wo der Herr ihn brauchen will und wo er mit seiner Gabe einen Dienst f\u00fcr das Reich Gottes ausrichten darf.<br \/>\n2. Paulus hatte Klarheit \u00fcber den inneren Zustand seines neuen Arbeitsfeldes. In Troas bekam Saulus nicht nur Klarheit \u00fcber den Weg, den er zu gehen hatte, sondern auch Licht \u00fcber den inneren Zustand des Arbeitsfeldes, auf dem er wirken sollte. Der Mazedonier, der ihm im Gesicht erschienen war, hatte ihn gebeten: \u201aKomm her\u00fcber und hilf uns!\u2018 In dieser Bitte lag ein Bekenntnis. Der Vertreter des mazedonischen Volkes bekannte, dass er sich allein nicht helfen k\u00f6nne und sich nach Hilfe von au\u00dfen sehne. Paulus konnte aus dieser Erscheinung den Schluss ziehen, dass in dem mazedonischen Volke ein besonderes Sehnen nach innerer Hilfe vorhanden war. Das musste ihn stark anziehen. Wie ein Weltmensch gern an Orte geht, wo Vorteil, Ehre oder Annehmlichkeit zu finden sind, so sucht ein rechter Prediger am liebsten die Pl\u00e4tze auf, wo verlangende Seelen ihn erwarten. Nicht immer hat Gott seinen Knechten solch g\u00fcnstiges Licht \u00fcber ihren Wirkungskreis gegeben. Einem Jesaja zeigt er, das er zu einem Volk komme, dessen Herzen verstockt und dessen Augen geblendet sein w\u00fcrden (Jes 6,9f). Ein Jeremia muss h\u00f6ren, dass sein Volk ihm mit Feindseligkeit gegen\u00fcberstehen werde (Jer 1,18). Ein Hesekiel erf\u00e4hrt vom Herrn, dass seine Zuh\u00f6rer zwar \u00e4u\u00dferlich sehr begierig nach Gottes Wort zu sein scheinen, aber im Herzen gar nicht daran d\u00e4chten, ihr Leben nach diesem Worte einzurichten (Hes 33,30-33). Wie sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn unser Herzensacker niemals dem jener Prophetenzuh\u00f6rer gliche, sondern etwas von der Sehnsucht des Mazedoniers zeigte, die Gott durch sein Wort stillen will!<br \/>\n3. Paulus hatte Klarheit \u00fcber das Heilmittel, das er bringen sollte. Paulus hatte nicht nur Gewissheit, dass er nach Mazedonien gehen m\u00fcsse und dass dort heilsverlangende Seelen seien,, sondern auch Klarheit \u00fcber das Heilmittel, welches dort die gew\u00fcnschte Hilfe bringen w\u00fcrde. Er war gewiss, dass der Herr ihn nach Mazedonien berufen hatte, \u201aihnen das Evangelium zu predigen\u2018. Wenn man die kl\u00fcgsten und gebildetsten Menschen jener Zeit gefragt h\u00e4tte: \u201aWie kann jenem mazedonischen Volk am besten von Grund auf geholfen werden?\u2018, so w\u00fcrden die Antworten wohl sehr verschieden gelautet haben. Der eine h\u00e4tte vermehrte Bildung, der andere eine neue soziale Ordnung, der dritte andere Staatsformen und dergleichen mehr vorgeschlagen. In allem h\u00e4tte manches Wahrheitsmoment liegen k\u00f6nnen. Aber das beste, gr\u00fcndlichste, g\u00f6ttliche Heilmittel war doch das, welches Paulus brachte, als er das teure Evangelium in jenes Land hineintrug. Auf die Bitte des mazedonischen Mannes um Hilfe war lebendige, geistgesalbte Verk\u00fcndigung von Jesus die richtige Antwort. So ist es auch heute noch. Was brauchen unser Land und alle L\u00e4nder der Erde in Kriegs- und Friedenszeiten? Sie brauchen das lautere Gotteswort. Dies ist die \u201aSalbe von Gilead\u2018, die den \u201aSchaden Josephs\u2018 (Amos 6,6) heilt (Jer 8,22). Darum lasst uns Jesu Mahnung befolgen: \u201aBittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende\u2018 (Mt 9,38)!\u201c (Christlieb, Apostel Paulus, S. 153-155).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Geistesleitung&#8220; und der Predigtanlass ist das Pfingstfest. So verbinden sich Predigttext und Predigtanlass in der Frage nach der F\u00fchrung und Wirkung des Heiligen Geistes.<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Wesentliche Impulse zu dieser Predigtgliederung verdanke ich Wilhelm Wagner und Alfred Christlieb:<\/p>\n<p>Geistgeleitete Gemeinschaft<\/p>\n<p>A. er\u00f6ffnet einen weiten Raum (V. 1-5)<br \/>\na) durch die Berufung bew\u00e4hrter Mitarbeiter (V. 1f)<br \/>\nb) durch die Berufung auf eine bew\u00e4hrte Strategie (V. 3)<br \/>\nc) durch die Berufung auf bew\u00e4hrte Vorgaben (V. 4f)<\/p>\n<p>B. ben\u00f6tigt gelegentlich einen Schlagbaum, (V. 6-8)<br \/>\na) denn wir d\u00fcrfen gehen<br \/>\nb) denn wir sollen sehen<br \/>\nc) denn wir bleiben nicht stehen<\/p>\n<p>C. ist kein frommer Wunschtraum, (V. 9f)<br \/>\na) sondern eine Vision<br \/>\nb) sondern eine Mission<br \/>\nc) sondern eine Passion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn lebenPredigtthema: Geistgeleitete Gemeinschaft Bibelstelle: Apostelgeschichte 16, 1-10 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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