{"id":1654,"date":"2009-04-24T22:09:13","date_gmt":"2009-04-24T20:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=474"},"modified":"2009-04-24T22:09:13","modified_gmt":"2009-04-24T20:09:13","slug":"predigthilfe-vom-3-5-2009-apostelgeschichte-1419-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-3-5-2009-apostelgeschichte-1419-28\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 3.5.2009 &#8211; Apostelgeschichte 14,19-28"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Geschenkte Gemeinschaft<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 14,19-28<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.<\/p>\n<p>Alfred Christlieb. Der Apostel Paulus. 7. Aufl. 1996 Bad Liebenzell: VLM, S. 118-123 (nachfolgend gro\u00dfteils in den Predigttipp eingearbeitet).<\/p>\n<p>Werner de Boor. Die Apostelgeschichte. Wuppertaler Studienbibel. 7. Aufl. 1980 Wuppertal: R. Brockhaus, S. 260-266.<\/p>\n<p>James Anderson. Apostelgeschichte. Was die Bibel lehrt. Dillenburg: CV, 1996. S. 216-219.<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>In diesem Monat besch\u00e4ftigen wir uns im Rahmen unserer Predigtreihe zur Apg mit den Ereignissen, die im Vorfeld der zweiten Missionsreise des Paulus stattgefunden haben. Der Einstieg erfolgt, indem wir mit dem Abschluss der ersten Missionsreise beginnen. Hierbei ist besonders zu beachten, dass die Apostel die Gemeindegr\u00fcndung und den Gemeindeaufbau gemeinsam im Blick haben, weshalb sie nach erfolgter &#8222;Evangelisation&#8220; zwar weiterreisen, aber zur &#8222;Gemeinschaftspflege&#8220; auf der R\u00fcckreise wieder zur\u00fcckkehren. Hierbei ist der Widerstand gegen das Evangelium kein Kriterium f\u00fcr ihre Reisepl\u00e4ne, sondern f\u00fcr sie z\u00e4hlt nur das grundlegenden Missionsprinzip: &#8222;Nach dem Wecken des Glaubens kommt das Pflegen des Glaubens&#8220; (vgl. hierzu die beiden biblischen Hauptanliegen des Pietismus und die Satzung des WBB).<\/p>\n<p>Die erste Missionsreise begann in Antiochia (Syrien) und verlief dann \u00fcber Seleuzia (Syrien) nach Salamis (Zypern) &#8211; Paphos (Zypern) &#8211; Perge (Pamphylien) &#8211; Antiochia (Pisidien) &#8211; Ikonion (Lykaonien) &#8211; Lystra (Lykaonien) &#8211; Derbe (Lykaonien) &#8211; Lystra (Lykaonien) &#8211; Ikonion (Lykaonien) &#8211; Antiochia (Pisidien) &#8211; Perge (Pamphylien) &#8211; Attalia (Pamphylien) und von dort wieder zur\u00fcck nach Antiochia (Syrien). Wichtig ist hierbei, dass die beiden &#8222;Antiochia&#8220; nicht verwechselt werden.<\/p>\n<p>Die &#8222;Heimatgemeinde&#8220; der Apostel f\u00fcr den Missionsdienst ist Antiochia in Syrien, die Stadt in der die kontinuierliche Heidenmission ihren Anfang nahm (11,20), wo Barnabas und Paulus ihren gemeinsamen Dienst begannen (11,25f), &#8222;wo die J\u00fcnger zuerst [&#8230;] Christen genannt wurden&#8220; (11,26) und von wo aus die Heidenmission nun systematisch erfolgte (13,2f).<\/p>\n<p>Um den Textzusammenhang (erste Missionsreise) zu wahren, werden die V. 19f zu dem Abschnitt 14,21-28 f\u00fcr die Predigt hinzugezogen. V. 21 ist ein Br\u00fcckenvers, der den Anschluss nach vorne gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>Wir bekommen grundlegende Hinweise was es hei\u00dft in der Gemeinde Gottes zu leben und wie sich christliche Gemeinschaft zu bew\u00e4hren hat im gemeinsamen Missionsdienst (V. 19-21), im gemeinsamen Missionsauftrag (V. 21-26) und im gemeinsamen Missionsbericht (V. 27f).<\/p>\n<p>A. Missionsdienst (V. 19-21)<\/p>\n<p>Der Eifer der Feinde des Evangeliums ist betr\u00e4chtlich. Aus Antiochia und Ikonion treffen nach einer langen Reise Juden in Lystra ein, welche die Volksmengen &#8222;\u00fcberreden&#8220; (gr. &#8222;peitho&#8220; = umstimmen \/ f\u00fcr sich gewinnen \/ auf seine Seite ziehen) und zum brutalen Widerstand aufstacheln. So machen Juden und Heiden gemeinsame Sache gegen Christus und seine Boten, so dass die anf\u00e4ngliche Begeisterung f\u00fcr die Apostel in die Steinigung des Paulus umschl\u00e4gt. Aus Verg\u00f6tterung wird Verachtung (= Christushass):<br \/>\nV. 19: Verachtung f\u00fchrt zu gemeinsamen Handeln<br \/>\nV. 20: Verachtung fordert die Christen heraus<br \/>\nV. 21: Verachtung verhindert den Sieg Jesu nicht (nach Wilhelm Wagner)<\/p>\n<p>Die Apostel gingen keinen leichten Weg. Lystra (14,19f), Ikonion (14,4-7) und Antiochia (13,50-52) sind f\u00fcr den Missionsdienst der Apostel bereits Orte der Ablehnung und des Widerstandes gewesen, aber die Apostel bleiben ihrem Auftrag treu, auch wenn der Boden hart ist. Im Hinblick auf die Herausforderungen im Missionsdienst haben wir ein Dreifaches zu beachten bzw. zu lernen:<\/p>\n<p>&#8222;a) Das Leiden war verschieden verteilt<br \/>\nNicht beide Apostel bekamen es gleich schwer. Nur Paulus wurde gesteinigt. Barnabas blieb verschont. Wir sehen hier die Tatsache, dass der eine schwerer gef\u00fchrt wird als der andere. Mancher bekommt ein besonders reiches Ma\u00df an Tr\u00fcbsalen und muss mehr durchmachen als andere. D\u00fcrfen wir deshalb Gott Ungerechtigkeit vorwerfen? Haben wir ein Recht zu verlangen, dass er uns nicht schwerer auflege als diesem oder jenem? Nimmermehr! Er gibt Jakobus dem Schwert des Herodes hin, dass er den M\u00e4rtyrertod stirbt, und errettet Petrus in derselben Christenverfolgung (12,1-9). In der Geschichte der Glaubenshelden (Hebr 11) sehen wir, wie er die einen aus L\u00f6wenrachen, Krankheit, Feuersnot usw. befreit. Die andern l\u00e4sst er zerschlagen werden, Spott, Gei\u00dfelhiebe, Gef\u00e4ngnis, Hunger, Not, Tr\u00fcbsal und Tod leiden (Hebr 11,32-38). Hier gibt er einen Paulus der w\u00fctenden Volksmenge in Lystra preis und deckt einen Barnabas gn\u00e4dig an irgendeinem gesch\u00fctzten Platz. Gott handelt darin nicht ungerecht. Dem Mann, der sein auserw\u00e4hltes R\u00fcstzeug war (9,15), den er wie kaum je einen andern zum Segen setzte, legte er auch ein ganz besonderes Leidensma\u00df auf, das nicht jeder h\u00e4tte tragen k\u00f6nnen (9,16). Zu besonderen Bevorzugungen geh\u00f6ren besondere Dem\u00fctigungen. Niemand hadere wider Gott, wenn der eine leichter, der andere schwerer gef\u00fchrt wird (Jes 45,9; Jer 18,1ff)!<\/p>\n<p>b) Das Leiden war mit Erquickung verbunden<br \/>\nEin zweiter Punkt, den wir bei dem Leidensweg der Apostel in Lystra beachten wollen, ist der, dass es ein mit Erquickungen verbundenes Leiden war. Gewiss war es f\u00fcr Paulus nicht leicht, unter den Steinw\u00fcrfen der Menge still auszuhalten und endlich bewusstlos zusammenzubrechen. Gewiss war es f\u00fcr Barnabas schwer, in banger Sorge um seinen treuen Mitarbeiter harren zu m\u00fcssen, ohne helfen zu k\u00f6nnen. Aber doch durften beide in diesen Tagen und Stunden auch Freude erleben. Es gab nicht nur w\u00fctende Feinde in Lystra, sondern auch treue J\u00fcnger, die zu dem gesteinigten Paulus, sobald dies m\u00f6glich war, hinzueilten und ihn in liebender F\u00fcrsorge umgaben. Das Vorhandensein von J\u00fcngern ist ein Beweis daf\u00fcr, dass das gepredigte Wort Frucht gebracht hatte. Die Apostel hatten es also in Lystra erleben d\u00fcrfen, dass eine (nicht n\u00e4her angegebene) Zahl von Heiden das Evangelium angenommen hatten und an Jesus gl\u00e4ubig geworden waren. Sie durften sehen, wie deren Glaube sich jetzt in der Verfolgungsnot in praktischer, f\u00fcrsorglicher Liebe bewies. Welch eine Freude ist es f\u00fcr Gottesknechte, wenn sie etwas davon schauen d\u00fcrfen, dass ihre Arbeit nicht umsonst war! Die gr\u00f6\u00dfte Erquickung in dieser Leidensstunde bestand aber darin, das Gottes gn\u00e4diger Schutz den Paulus vor dem drohenden Tode bewahrte. Welch eine Freude muss es gewesen sein, als Paulus die Augen wieder aufschlug, sich von den J\u00fcngern umgeben sah und f\u00e4hig war, seine Glieder zu bewegen und zu gehen! Lasst uns den Herrn preisen, der den Seinen nicht nur Leiden und Tr\u00fcbsale, sondern auch Labsale und Erquickungen auf ihrem Dornenpfade gibt (18,9-11; 27,23-25; 28,10-15; Ps 23,3; 94,19)!<\/p>\n<p>c) Das Leiden wurde siegreich \u00fcberwunden<br \/>\nWie leicht h\u00e4tten die Apostel durch die furchtbare Not der Steinigung den Mut zu weiterer Missionst\u00e4tigkeit verlieren und mit Jeremia denken k\u00f6nnen: &#8218;Ich will nicht mehr in seinem Namen predigen&#8216; (Jer 20,9)! Statt dessen sehen wir, dass sie schon am folgenden Tag in die benachbarte Stadt Derbe wanderten, um dort mit der Evangeliumsverk\u00fcndigung fortzufahren (V. 20f). Ja, sie reisten sogar in die Orte zur\u00fcck, in welchen sie die erbittertste Feindschaft erlebt hatten, um die Gemeinden daselbst zu st\u00e4rken. Sie gingen nach Lystra, wo Paulus gesteinigt worden war (V. 21). Sie besuchten Ikonion, wo &#8217;sich ein Sturm der Heiden und Juden und ihrer Obersten erhoben hatte, sie zu schm\u00e4hen und zu steinigen&#8216; (V. 5). Sie kamen nach Antiochien, wo man sie &#8218;zu den Grenzen hinausgesto\u00dfen&#8216; hatte (13,50). Welch ein Mut geh\u00f6rte doch dazu, nach solchen N\u00f6ten und Todes. gefahren alsbald mit unvermindertem Eifer im Werk des Herrn fortzufahren! Wie besch\u00e4mend wirkt dieser Anblick auf uns, die wir uns so leicht durch kleine unangenehme Erfahrungen den Mut rauben lassen, f\u00fcr Jesus zu wirken (1Kor 15,58)&#8220; (entnommen aus Christlieb, Apostel Paulus, S. 119f).<\/p>\n<p>B. Missionsauftrag (V. 21-26)<\/p>\n<p>Der Einsatz der Apostel erfolgt an den Stellen wo es n\u00f6tig ist (Lystra, Ikonion, Antiochia) und nicht nur dort wo es sch\u00f6n ist (Derbe). Die &#8222;Verben&#8220; von Derbe (V. 21) beschreiben die missionarische Situation (= evangelisieren) und das missionarische Ziel (= zu J\u00fcngern machen), w\u00e4hrend es in Lystra, Ikonion und Antiochia um die innere St\u00e4rkung geht, um das Bleiben, Wachen, Wachsen und Reifen (V. 22ff). Der Missionsauftrag umfasst somit sowohl die Evangelisation (= das Wecken des Glaubens), als auch die Gemeinschaftspflege (= das Pflegen des Glaubens).<\/p>\n<p>Das in Derbe &#8222;viele&#8220; (gr. &#8218;ikanos&#8216; = gen\u00fcgend \/ hinl\u00e4nglich \/ ausreichend \/ gut genug) zu J\u00fcngern gemacht wurden ist nicht nur quantitativ (als Mengenbegriff) zu verstehen, sondern auch qualitativ (als Qualit\u00e4tsbegriff).<\/p>\n<p>a) Die Bem\u00fchung um innere St\u00e4rkung der Gemeinde (V. 22)<\/p>\n<p>&#8222;Ihre Hauptarbeit galt damals der inneren St\u00e4rkung der entstandenen Christengemeinden. (&#8218;Sie st\u00e4rkten die Seelen der J\u00fcnger und ermahnten sie, dass sie im Glauben blieben&#8216;). Die neugegr\u00fcndeten Gemeinden waren von allerlei Gefahren umgeben. Auf der einen Seite drohte ihnen die Tr\u00fcbsal der Verfolgungen, auf der andern Seite allerlei Irrlehren (vgl. 15, 1ff). Wie wichtig war da die innere Befestigung der Gl\u00e4ubigen, der sich die Apostel hier besonders widmeten! Auch heute tut neben aller Evangelisation und erwecklichen Wortverk\u00fcndigung die innere Pflege der Gl\u00e4ubigen dringend not. Rektor Christian Dietrich in Stuttgart sagte einmal zu einem Freund: &#8218;Es gibt in unserer Zeit im Reiche Gottes viele, die gern umherreisen und allerlei Feuerwerk machen wollen, aber wenige, die bereit sind, &#8218;Kindlein zu pflegen&#8216;. Du und ich, wir haben die Aufgabe, diesen Dienst des Pflegers zu tun.&#8216; Er hatte recht. Lasst uns diese wichtige Arbeit, die Paulus und Barnabas hier taten, nie aus den Augen lassen (Joh 21,15b; Hes 34,4.16)&#8220; (entnommen aus Christlieb, Apostel Paulus, S. 121).<\/p>\n<p>Als erstes &#8222;st\u00e4rken&#8220; (= episterizo mit der Grundbedeutung &#8217;st\u00fctzen&#8216;; vgl. Apg 15,32.41; 18,23 &#8211; vgl. auch Eph 4,11-16; Kol 4,12f &#8211; dies geschieht besonders durch die Lehre des biblischen Wortes: Apg 20,31f; 1Joh 2,14) die Apostel die Seelen der J\u00fcnger. &#8222;Seele ist im Griechischen (und \u00fcbrigens auch im Hebr.) nicht mit jenem Akzent des Gef\u00fchlvollen belastet wie im Deutschen. Wenn es um die Seele geht, geht es um den ganzen Menschen, um sein Leben, mehr noch: um seine (ewige) Existenz. Nicht nur blasses Mutmachen ist hier gemeint. Seelsorge hat die ewige Existenz des Menschen vor Gott im Blick. Sie schlie\u00dft selbstverst\u00e4ndlich das Mutmachen nicht aus, beschr\u00e4nkt sich aber nicht darauf. Die jungen Christen sollen &#8218;im Glauben bleiben&#8216;. Hier klingt der Ton des Beharrens trotz Schwierigkeiten und Widerst\u00e4nden mit&#8220; (Neudorfer, Apg, Edition C Bd. 9\/2, S. 80).<\/p>\n<p>Als zweites &#8222;ermahnen&#8220; (= parakaleo mit der Grundbedeutung &#8218;herbeigerufen&#8216; zur Ermutigung) die Apostel die J\u00fcnger, damit sie im Glauben &#8222;verharren&#8220; (vgl. Joh 8,31; Kol 1,21-23), da sie &#8222;durch viele Bedr\u00e4ngnisse in das Reich Gottes hineingehen m\u00fcssen&#8220; (vgl. Mt 11,12; 13,20f; 16,24f; 19,27-29; Mk 4,16f; Lk 14,26-35). Vgl. hierzu auch Joh 16,33; 2Tim 2,3; 3,12; Jak 1,2-4; 1Petr 5,10.<\/p>\n<p>b) Die Einf\u00fchrung \u00e4u\u00dferer Ordnungen f\u00fcr die Gemeinde (V. 23)<\/p>\n<p>&#8222;Neben der inneren St\u00e4rkung lag den Aposteln bei ihren Besuchen auch die Herstellung der \u00e4u\u00dferen Ordnung in den Gemeinden am Herzen. &#8218;Sie ordneten ihnen hin und her \u00c4lteste in den Gemeinden&#8216;, d. h. sie \u00fcbertrugen an den einzelnen Pl\u00e4tzen bestimmten Br\u00fcdern die Leitung und Aufsicht der christlichen Versammlungen. Auch diese T\u00e4tigkeit war sehr wichtig. Ohne solche Ordnungen h\u00e4tten die einzelnen Gemeinden wieder leicht zerfallen k\u00f6nnen. Auch in unserer Zeit sind solche Ordnungen n\u00f6tig. Es ist an manchen Orten in Gemeinschaften vorgekommen, dass man von der Erw\u00e4hlung bestimmter Leiter Abstand nahm. Dies f\u00fchrte schon zu gro\u00dfer Unordnung, und Unordnung bringt Zerfall. Es m\u00fcssen Br\u00fcder vorhanden sein, welche die Verantwortung der Leitung tragen. Lasst uns auch f\u00fcr die \u00e4u\u00dfere Ordnung dankbar sein!&#8220; (entnommen aus Christlieb, Apostel Paulus, S. 121).<\/p>\n<p>In V. 23 stellt sich besonders die Frage nach dem Subjekt des Satzes, also wer ist mit &#8222;sie&#8220; gemeint? Die Gemeinde oder die Apostel? Von den Versen 21f her sind eindeutig Paulus und Barnabas gemeint, so dass kein Subjektwechsel in V. 23 anzunehmen ist (gegen die Auslegung der WStB). Das hei\u00dft: Die Einsetzung erfolgt durch die Apostel. Der hier gebrauchte Ausdruck &#8222;ernennen, ausw\u00e4hlen&#8220; (= cheirotoneo) kann zwar auch die Bedeutung &#8222;die Hand strecken bzw. durch Handaufheben bestimmen bzw. w\u00e4hlen&#8220; haben und ist damit evtl. ein Hinweis auf eine Wahl (vgl. 2Kor 8,19). Da allerdings die Apostel Paulus und Barnabas das handelnde Subjekt des Satzes sind, ist hier von einer Erw\u00e4hlung bzw. Einsetzung der \u00c4ltesten durch die Apostel auszugehen. Zum Einbezug einer \u00fcber\u00f6rtlichen Instanz bei der Berufung zum Leitungsdienst siehe z.B. neben Apg 14,23 auch 1Tim 5,22; Tit 1,5 oder vgl. 1Tim 4,14 mit 2Tim 1,6.<\/p>\n<p>Die Grenzen der &#8222;gemeindlichen&#8220; Versorgung und Unterst\u00fctzung m\u00fcssen im und durch den Glauben akzeptiert werden. Der Ausdruck &#8222;befahlen&#8220; gibt uns hier die Spur vor: Im Glauben gilt es die Arbeit dem Herrn anzubefehlen (im gr. bedeutet &#8218;paratithemi&#8216; im Medium = anvertrauen \/ \u00fcbergeben). Vertrauensvoll abgeben ist gefragt im Dienst (=<br \/>\ndem Herrn \u00fcberantworten \/ anvertrauen).<\/p>\n<p>c) Die Gew\u00e4hrleistung kontinuierlicher Verk\u00fcndigung durch die Gemeinde (V. 24-26)<\/p>\n<p>&#8222;Die Apostel beschr\u00e4nkten sich aber am Schluss der ersten Missionsreise nicht allein auf den inneren und \u00e4u\u00dferen Ausbau der Christengemeinden, sondern dachten auch an die Wortverk\u00fcndigung, die Predigt des Evangeliums an alle, auch an die Fernstehenden. In Derbe angekommen, &#8218;predigten sie der Stadt das Evangelium&#8216; (V. 21). Auf der R\u00fcckreise &#8218;redeten sie des Wort zu Perge&#8216; (V. 25). Die beiden Ausdr\u00fccke beziehen sich auf die allgemeine Wortverk\u00fcndigung oder Missionsarbeit. Wir sehen also in diesem Schluss der ersten Missionsreise besonders deutlich, dass die Apostel die Arbeit an der gl\u00e4ubigen Gemeinde und die an der Volksmasse miteinander verbanden. Gerade in der Verbindung dieser beiden T\u00e4tigkeiten an Gl\u00e4ubigen und Ungl\u00e4ubigen liegt ein besonderer Segen. Es f\u00fchrt oft zu Einseitigkeiten, wenn Br\u00fcder entweder nur Vertiefungsarbeit an Gl\u00e4ubigen oder nur erweckliche Verk\u00fcndigung an Unbekehrten treiben wollen. Lasst uns beides tun, sowohl &#8218;die J\u00fcnger st\u00e4rken&#8216; als auch &#8218;der Stadt das Evangelium predigen&#8216;!&#8220; (entnommen aus Christlieb, Apostel Paulus, S. 121f).<\/p>\n<p>C. Missionsbericht \/ Missionsfest (V. 27f)<\/p>\n<p>&#8222;Nach ihrer Heimkehr erstatteten die Apostel einen Bericht \u00fcber ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Lasst uns bei diesem ersten uns bekannten Missionsbericht darauf achten, an wen er sich wandte, wen er r\u00fchmte und was er als das Wichtigste hervorhob!<\/p>\n<p>a) An wen der Missionsbericht sich wandte<br \/>\nDer Bericht der Apostel wandte sich nicht etwa nur an die leitenden M\u00e4nner, sondern an die ganze Gemeinde.  Es hei\u00dft ausdr\u00fccklich: &#8218;Sie versammelten die Gemeinde und verk\u00fcndigten&#8216;. Dies erinnert uns daran, dass des Herrn Werk in der Heidenmission jeden gl\u00e4ubigen Christen etwas angeht. Die Mission ist nicht etwa nur eine Sache der f\u00fchrenden M\u00e4nner oder besonders interessierter Kreise, sondern eine Angelegenheit der ganzen Christenheit.<\/p>\n<p>b) Wen r\u00fchmte der Missionsbericht?<br \/>\nWie nahe lag es, in dem Bericht die eigenen Leistungen, F\u00e4higkeiten und die eigene Treue vor der versammelten Gemeinde hervorzukehren und gl\u00e4nzen zu lassen und so sich selbst (wenn auch in feiner Weise) zu r\u00fchmen! Die beiden Apostel legten aber allen Ruhm der gro\u00dfen Erfolge nur Gott allein zu F\u00fc\u00dfen. Ihr Bericht erinnert an das Wort: &#8218;Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre&#8216; (Ps 115,1). Sie erz\u00e4hlten so, als ob sie selbst gewisserma\u00dfen nur Zuschauer gewesen w\u00e4ren von dem, was Gott tat. Dies beweist ihre Demut. Ihre Erfolge hatten ihnen nicht geschadet und sie nicht zum Hochmut verleitet. Wohl jedem, der also von seiner Arbeit im Reiche Gottes berichtet, dass er selbst in Demut ganz in den Hintergrund, Gott aber und sein Wirken in den Vordergrund tritt (1Kor 15,10; 1Sam 7,12)!<\/p>\n<p>c) Was der Missionsbericht als das Wichtigste hervorhob<br \/>\nVieles hatten die Apostel zu erz\u00e4hlen in ihrem Missionsbericht. Aber eins war das Wichtigste. Eins wurde als die gro\u00dfe Hauptsache hingestellt. Nicht die gro\u00dfen, gut besuchten Versammlungen, nicht die Wunder und Zeichen, die geschehen waren, nicht die Bewahrung in den Verfolgungen und in der Steinigung war ihnen die Hauptsache, sondern die Menschen, die durch Gottes Wirken zum Glauben gekommen waren (&#8218;wie er den Heiden hatte die T\u00fcr des Glaubens aufgetan&#8216;). Es gibt in aller Arbeit im Reiche Gottes Dinge, die n\u00f6tig und wichtig sein m\u00f6gen. Vergessen wir aber eines nie: Das wichtigste Ziel, dem alles andere nur Hilfsdienst leistet, ist: dass Seelen zum lebendigen Glauben an Jesus kommen (Apg 8,37; 11,21; 16,34; 17,34; 18,8)&#8220; (entnommen aus Christlieb, Apostel Paulus, S. 122f).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Unsere Predigt\u00fcbersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erh\u00e4ltlich) benennt als m\u00f6glichen Schwerpunkt f\u00fcr die Predigt das Thema &#8222;Gemeindeaufbau&#8220;. In diesem Monat stehen unsere Predigten unter dem Generalthema: Leben in der Gemeinde des Herrn. Als durchgehende Linie ergibt sich in Apg 14,19-28 die erfahrene Leidens-, Dienst- und Verk\u00fcndigungsgemeinschaft der Apostel und der Gemeinden (= Predigtthema: &#8222;geschenkte Gemeinschaft&#8220;).<\/p>\n<p>4. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Geschenkte Gemeinschaft erleichtert das<br \/>\na) dranbleiben im Dienst (V. 19-21)<br \/>\nb) dranbleiben am Auftrag (V. 21-26)<br \/>\nc) dranbleiben zum Zeugnis (V. 27+28)<\/p>\n<p>Gemeinschaft bew\u00e4hrt sich im<br \/>\na) Leiden (V. 19-21)<br \/>\nb) Aufbauen (V. 22+23)<br \/>\nc) Bezeugen (V. 24-28)<\/p>\n<p>Nach Wilhelm Wagner: Gemeinden werden gebaut &#8211; wie?<br \/>\na) Evangelisieren<br \/>\nb) Zu J\u00fcngern machen<br \/>\nc) Festmachen<br \/>\nd) Ordnen<br \/>\nc) Informieren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: In der Gemeinde des Herrn lebenPredigtthema: Geschenkte Gemeinschaft Bibelstelle: Apostelgeschichte 14,19-28 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1654","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-apostelgeschichte"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 05:53:49","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1654\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}