{"id":1653,"date":"2009-04-14T13:22:59","date_gmt":"2009-04-14T11:22:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=473"},"modified":"2009-04-14T13:22:59","modified_gmt":"2009-04-14T11:22:59","slug":"predigthilfe-vom-26-4-2009-1-korinther-1554-58","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-26-4-2009-1-korinther-1554-58\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 26.4.2009 &#8211; 1.Korinther 15,54-58"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Die Konsequenzen der Auferstehung<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 1.Korinther 15,54-58<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bietet z.B. John F. MacArthur. 1.Korinther. John MacArthur Kommentar zum Neuen Testament. Bielefeld: CLV. S. S. 473-481 (kostenloser Download unter http:\/\/www.clv-server.de\/pdf\/255680.pdf).<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend und zusammenfassend werden nun die Konsequenzen der Auferstehung (= Predigthema) f\u00fcr die Zukunft (V. 54f), die Vergangenheit (V. 56) und die Gegenwart (V. 57f) dargelegt, damit wir konkret entdecken, was es bedeutet: Von der Auferweckung des Herrn leben (= Monatsthema).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>&#8222;Christi Auferstehung zerschlug die Macht des Todes f\u00fcr diejenigen, die an ihn glauben, und der Tod herrscht nicht l\u00e4nger \u00fcber sie, denn der Tod herrscht nicht l\u00e4nger \u00fcber ihn (R\u00f6m 6,9). Doch der Tod ist nach wie vor der Feind des Menschen. Selbst bei Christen missachtet er ihre Herrschaft \u00fcber Gottes Sch\u00f6pfung, er zerbricht Liebesbeziehungen, zerr\u00fcttet Familien und verursacht gro\u00dfen Kummer durch den Verlust derjenigen, die uns lieb und teuer sind. Wir m\u00fcssen den Tod nicht l\u00e4nger f\u00fcrchten, doch er dringt nach wie vor ein und peinigt uns, w\u00e4hrend wir sterblich sind&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 477).<\/p>\n<p>A. Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft (V. 54f)<\/p>\n<p>&#8222;Aber eines Tages, wenn Christus wiederkommt, wird dieses Verwesliche, das Unverweslichkeit anziehen muss (V. 53), Unverweslichkeit anziehen, und das Sterbliche, das Unsterblichkeit anziehen muss, wird Unsterblichkeit anziehen. Dann wird der gro\u00dfartige Sieg eintreten, den Jesaja vorhergesagt hatte, wenn der Tod verschlungen ist in Sieg. Der Text in Jesaja lautet: \u00bbEr [der Herr der Heerscharen] wird den Tod auf ewig verschlingen\u00ab (Jes 25,8; vgl. V. 6). Wenn die gro\u00dfartige Umgestaltung geschehen wird, wird auch der gro\u00dfartige Sieg eintreten. [&#8230;].Einen weiteren Propheten zitierend (Hos 13,14), verspottet Paulus den Tod: Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? Um die Metapher fortzuf\u00fchren, impliziert Paulus, dass der Tod seinen Stachel in Christus zur\u00fccklie\u00df, wie eine Biene ihren Stachel in ihrem Opfer zur\u00fcckl\u00e4sst. Christus trug den kompletten Stachel des Todes, damit wir keinen mehr tragen m\u00fcssen. Um darauf hinzuwiesen, erinnert der Apostel seine Leser daran, dass der Stachel des Todes aber die S\u00fcnde ist. Das Leid des Todes wurde von der S\u00fcnde verursacht; eigentlich ist der Tod selbst auf die S\u00fcnde zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u00bbDarum, gleichwie durch einen Menschen die S\u00fcnde in die Welt gekommen ist und durch die S\u00fcnde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ist, weil sie alle ges\u00fcndigt haben\u2026\u00ab (R\u00f6m 5,12). Nur wo S\u00fcnde ist, kann der Tod einen verh\u00e4ngnisvollen Schlag versetzen. Wo S\u00fcnde beseitigt wurde, kann der Tod nur das irdische Leben unterbrechen und das himmlische einleiten. Das hat Christus f\u00fcr die getan, die an ihn glauben, \u00bbweil euch die S\u00fcnden vergeben sind um seines Namens willen\u00ab (1 Joh 2,12). Der Tod ist nicht beseitigt, aber sein Stachel, die S\u00fcnde. \u00bbDenn wenn infolge der \u00dcbertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wie viel mehr werden die, welche den \u00dcberfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!\u00ab (R\u00f6m 5,17). Das bedeutet nat\u00fcrlich nicht, dass Christen nicht mehr s\u00fcndigen, doch die S\u00fcnden, die wir begehen, sind bereits durch Christi S\u00fchnetod bedeckt, sodass die Auswirkung der S\u00fcnde nicht dauerhaft unheilvoll ist. \u00bbDas Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller S\u00fcnde\u00ab (1Joh 1,7). Doch f\u00fcr diejenigen, die nicht glauben, bleibt der Stachel des Todes auf ewig tragisch.&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 477f).<\/p>\n<p>B. Konsequenzen f\u00fcr die Vergangenheit (V. 56)<\/p>\n<p>&#8222;Paulus erkl\u00e4rt weiter den Ablauf, der zum Tod f\u00fchrt, indem er erw\u00e4hnt, dass die Kraft der S\u00fcnde aber das Gesetz ist. Gottes Gesetz offenbart Gottes Ma\u00dfst\u00e4be, und wenn sie gebrochen werden, offenbaren sie die S\u00fcnde des Menschen. Wenn es kein Gesetz g\u00e4be, k\u00f6nnte es offensichtlich auch keine \u00dcbertretungen geben. \u00bbDenn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine \u00dcbertretung\u00ab (R\u00f6m 4,15). Doch Menschen sterben, weil sie das Gesetz brechen. Was ist mit denen, die Gottes Gesetz nicht kennen, die sein Wort niemals geh\u00f6rt, geschweige denn gelesen haben? Paulus sagt uns im R\u00f6merbrief: \u00bbWenn n\u00e4mlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre \u00dcberlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen\u00ab (R\u00f6m 2,14f). Deshalb widersetzt sich jeder, der sich seinem Gewissen widersetzt, dem Gesetz Gottes, ebenso wie jemand, der willentlich eines der Zehn Gebote bricht. Das ist der Grund, warum die Menschheit verdammt ist zu sterben (R\u00f6m 3,23; 6,23). Weil Jesus dem Gesetz vollkommen gehorchte (R\u00f6m 5,19) und dessen Opfer vollkommen erf\u00fcllte, sind diejenigen, die an ihn glauben, \u00bbnicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade\u00ab, indem sie \u00bbvom Gesetz frei geworden\u00ab sind (R\u00f6m 6,14; 7,6). Jesus hat sowohl das Gesetz als auch die Gerechtigkeit erf\u00fcllt. Weil sein Leben s\u00fcndlos war und er somit das Gesetz erf\u00fcllte, \u00fcberwand sein Tod die S\u00fcnde&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 478).<\/p>\n<p>&#8222;Das ist sozusagen der R\u00f6merbrief komprimiert in einem Vers. Paulus leistet es sich, uns einen kurzen, aber dramatischen R\u00fcckblick zu gew\u00e4hren. Was w\u00e4re ich ohne Ostern? Kurt Hennig hat einmal eine Osterpredigt gehalten unter dem Stichwort. &#8218;Mit Ostern \u00fcberlebe ich mein Sterben&#8216;. Wenn es aber kein Ostern g\u00e4be, so Paulus, dann gelte es immer noch: \u201eDer Stachel des Todes aber ist die S\u00fcnde, die Kraft aber der S\u00fcnde ist das Gesetz\u201c (V 56).Was meint er denn damit? Paulus sagt, wenn Ostern nicht w\u00e4re, dann w\u00fcrde der Dreibund der M\u00e4chte immer noch gelten. Es gibt drei entscheidende Machte, die ihre Regierung \u00fcber uns haben: der Tod, die S\u00fcnde und das Gesetz. Die drei sind unglaublich stark. Diese drei M\u00e4chte sperren jeden Menschen in ein Gef\u00e4ngnis ein, aus dem er nicht heraus kann. Ich habe keine eigenen Gef\u00e4ngniserfahrungen, aber in Akko ist dieses gro\u00dfe Gef\u00e4ngnis, wo w\u00e4hrend der britischen Mandatszeit die j\u00fcdischen Widerstandsk\u00e4mpfer interniert wurden, jahrelang gefangen waren und teilweise auch hingerichtet wurden. Bei einer Israelreise konnten wir das besichtigen, und man ging durch diese Hinrichtungszelle hindurch. Das ist schon etwas Eigenartiges: Pl\u00f6tzlich stand ich f\u00fcr einen kurzen Moment alleine in einer Gef\u00e4ngniszelle. Man schaut sich doch um, ob die T\u00fcr aufbleibt oder ob einer auf eine bl\u00f6de Idee kommt und man eine Nacht in Akko verbringen m\u00fcsste. Das Gef\u00fchl ist eigenartig, dieses Eisentor k\u00f6nnte zugehen, und ich h\u00e4tte keine Chance, da wieder herauszukommen. Jetzt sagt Paulus, wenn es Ostern nicht g\u00e4be, dann w\u00fcrden wir hinter unserem Leben nur drei Eisentore zuschlagen h\u00f6ren. Das erste Tor, das zuschl\u00e4gt, ist das Gesetz, die Kraft des Gesetzes. Das Gesetz ist heilig, gerecht und gut. Die Bibel sagt uns, das Gesetz kommt aus dem Geist, aus dem Herzen Gottes heraus. Dieses Gesetz ist kraftvoll. Wie funktioniert das Gesetz? Man muss kein Experte sein, man muss sich nur an das Konzentrat des Gesetzes erinnern &#8211; nicht an die Zehn Gebote, sondern an das Konzentrat der Zehn Gebote, das, was die Bibel als das Doppelgebot der Liebe bezeichnet. \u201eDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u201c (3Mose 19,18). Sp\u00fcren wir die Kraft des Gesetzes? Wenn das gilt, dann schl\u00e4gt hinter meinem Leben die T\u00fcr zu, und das reicht eigentlich schon. Zur Sicherheit schlie\u00dft sich aber noch eine zweite T\u00fcr, es gibt n\u00e4mlich den Stachel der S\u00fcnde. Diese Bildsprache kann entweder bedeuten, dass es sich um einen Skorpionstachel handelt, der mich verletzt, oder es ist dieser Treiberstachel, mit dem man z.B. ein Tier anstacheln kann, damit es in die richtige Richtung l\u00e4uft. Jetzt stachelt mich die S\u00fcnde ins Gef\u00e4ngnis hinein, Mit allem, was Sie und ich tun, und was der Kraft des Gesetzes widerspricht, bekommen wir so einen Stachel, der uns immer mehr ins Gef\u00e4ngnis hineintreibt. Wer nicht ganz naiv in der Beurteilung seiner Pers\u00f6nlichkeit ist, der sp\u00fcrt diesen Stachel der S\u00fcnde, und die zweite T\u00fcr geht zu.-Die dritte T\u00fcr ist der Sieg des Todes. Da sind alle drin. Aufgrund der Kraft des Gesetzes und des Stachels der S\u00fcnde hat der Tod \u00fcber uns eine Bevollm\u00e4chtigung bekommen. Im R\u00f6merbrief steht: \u201eDer Tod ist die Bezahlung f\u00fcr die S\u00fcnde\u201c (R\u00f6m 6,23). Wenn man betrachtet, wie man bei uns h\u00e4ufig mit dem Tod, mit dem Sterben umgeht, ist das immer wieder schillernd. Die eine Abteilung lebt vom Hass des Todes, sie empfindet ihn als absolut unfair, er raubt ihnen das Lehen. Andere versuchen, das Thema mit Ignoranz wegzureden, \u201edas ist kein Thema f\u00fcr mich\u201c. Wieder andere versuchen, es zu integrieren \u201eSterben geh\u00f6rt dazu\u201c, hei\u00dft es dann. Einige versuchen, ihn zu bejahen oder gar sehnsuchtsvoll auf ihn zuzugehen. Das Faszinierende an diesem einen schlichten Vers beim Apostel Paulus ist, dass er die Trag\u00f6die beschreibt: Wenn es Ostern nicht g\u00e4be, dann s\u00e4\u00dfe die gesamte Menschheit hinter diesen drei T\u00fcren. Aber Gott hat nie vorgehabt, einen Kompromiss mit dem Tod einzugehen. Nirgendwo in der Bibel wird der Tod integriert, verniedlicht, normalisiert. Er ist der letzte entscheidende Feind des lebendigen Gottes. Diesen Feind hat er am Karfreitag ins Visier genommen. Keine Akzeptanz, keine Integration, kein Kompromiss, keine Machtteilung, keine Duldung des Todes, sondern ein Besiegen des Todes. So universal, stark und l\u00fcckenlos, wie der Tod ist, so universal, so stark und so l\u00fcckenlos ist die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten. Deshalb sagt Paulus: \u201eGott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!\u201c (V. 57)&#8220; (Andreas Sch\u00e4fer, Am dritten Tag: Gedanken zu Ostern, S. 166-168).<\/p>\n<p>C. Konsequenzen f\u00fcr die Gegenwart (V. 57f)<\/p>\n<p>Ganz am Ende des Auferstehungskapitel steht nun ein Wort der Zuversicht, der Zuversicht in unsicheren Zeiten. Die Gemeinde Gottes wird hier zu einem zweifachen angewiesen. Zum einen sollen sie &#8222;statisch&#8220; (= unbeweglich) bleiben in Hinsicht auf ihr Glaubensfundament (V. 57+58a). Zum anderen sollen sie dynamisch bleiben in Hinsicht auf die Arbeit bzw. das Werk des Herrn (V. 58bc). Zuversicht ist nie grundlos, sie braucht ein Fundament.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir wirklich glauben und dankbar daf\u00fcr sind, dass die Auferstehung gewiss ist, dass wir vom Verweslichen, Sch\u00e4ndlichen, Schwachen, Nat\u00fcrlichen, Sterblichen und Irdischen umgestaltet werden in das Unverwesliche, Herrliche, Kraftvolle, Geistliche, Unsterbliche und Himmlische, dann sollten wir darum unsere Gewissheit und Dankbarkeit beweisen, indem wir fest und unersch\u00fctterlich sind und immer zunehmen in dem Werk des Herrn. Hedraios (fest) bedeutet w\u00f6rtlich \u00bbsich gesetzt habend\u00ab, \u00bbentschieden und festgelegt\u00ab. Ametakinetos (unersch\u00fctterlich) st\u00fctzt denselben Grundgedanken mit etwas mehr Intensit\u00e4t. Es beschreibt totale Unbeweglichkeit und Reglosigkeit. Offensichtlich meint Paulus unsere Bewegung weg von Gottes Willen, nicht die Bewegung innerhalb des Willens Gottes. Nach dem Willen Gottes sollen wir immer in dem Werk des Herrn zunehmen. Doch wir sollen nicht einen Millimeter davon abr\u00fccken, st\u00e4ndig auf der Hut sein, um nicht \u00bbhin- und hergeworfen und unhergetrieben [zu werden] von jedem Wind der Lehre durch das betr\u00fcgerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verf\u00fchren\u00ab (Eph 4,14)&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 479).<\/p>\n<p>a) Zuversicht w\u00e4chst aus dem Dank (V. 57+58a)<\/p>\n<p>&#8222;Paulus dankt dem Einen, der unseren Leib umgestalten wird und der einen gro\u00dfartigen Sieg \u00fcber S\u00fcnde und Tod errungen hat. Was wir niemals f\u00fcr uns selbst vollbringen k\u00f6nnten, hat Gott durch unseren Herrn Jesus Christus vollbracht. Wir k\u00f6nnen weder s\u00fcndlos leben und so das Gesetz erf\u00fcllen, noch k\u00f6nnen wir begangene S\u00fcnden oder ihre Folge, den Tod, beseitigen. Doch an unserer Stelle hat Jesus Christus ein s\u00fcndloses Leben gelebt und das Gesetz erf\u00fcllt. Er beseitigte unsere S\u00fcnde, indem er selbst das L\u00f6segeld daf\u00fcr bezahlte, und stellte Gott mit einem vollkommenen Opfer zufrieden. Und er \u00fcberwand den Tod, indem er von den Toten auferstand. Diesen ganzen gro\u00dfartigen Sieg hat er f\u00fcr uns vollbracht und gibt ihn uns. \u00bbChristus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen\u00ab (Gal 3,13). Er nahm unseren Fluch und unsere Verdammung auf sich und gab uns stattdessen den Sieg. Was k\u00f6nnen wir tun, au\u00dfer Gott zu danken und ihn zu loben f\u00fcr das, was er f\u00fcr uns getan hat? Er hat uns einen unverweslichen, herrlichen, kraftvollen und geistlichen K\u00f6rper verhei\u00dfen an Stelle eines verweslichen, verunehrten, schwachen und nat\u00fcrlichen. Er verhei\u00dft uns den himmlischen Leib im Austausch f\u00fcr den irdischen, den unsterblichen Leib f\u00fcr den sterblichen. Wir wissen, dass diese Verhei\u00dfungen gewiss sind, denn er hat uns bereits den Sieg \u00fcber S\u00fcnde und Tod gegeben. Der Tod hat \u00fcber Christen keine Macht mehr (Hebr 2,14f), weil Gott unsere S\u00fcnde weggenommen hat. F\u00fcr Christen ist der Tod der \u00dcbergang unseres Geistes von diesem in das n\u00e4chste Leben, das Verlassen der Erde, um bei Christus zu sein. F\u00fcr Paulus\u2019 Wunsch, auf der Erde zu bleiben, gab es nur eine Begr\u00fcndung: seinen Dienst f\u00fcr Christus im Interesse anderer fortzusetzen. Doch zu seinem eigenen Nutzen und zu seiner eigenen Freude hatte er nur den einen Wunsch, \u00bbaufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser w\u00e4re\u00ab (Phil 1,23-24)&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 478f).<\/p>\n<p>b) Zuversicht setzt in Bewegung (V. 58b)<\/p>\n<p>&#8222;Wenn unsere zuversichtliche Auferstehungshoffnung wankt, werden wir bestimmt in den Wegen und Ma\u00dfst\u00e4ben der Welt zunehmen. Wenn unser Tun in diesem Leben keine ewigen Auswirkungen oder Folgen h\u00e4tte, ist die Motivation f\u00fcr selbstlosen Dienst und geheiligtes Leben verloren. Auf der anderen Seite werden wir eine gro\u00dfe Motivation haben, in dem Werk des Herrn zuzunehmen, wenn unsere Auferstehungshoffnung ohne Zweifel und gewiss ist. Perisseuo (zunehmen) st\u00fctzt den Gedanken, die Anforderungen zu \u00fcbertreffen, den Gedanken eines \u00dcberflie\u00dfens oder \u00dcbertreibens. In Epheser 1,7-8 wird das Wort f\u00fcr Gottes \u00dcberstr\u00f6men \u00bbnach dem Reichtum seiner Gnade\u00ab verwendet. Weil Gott f\u00fcr uns, die wir nichts von ihm verdienen, ans \u00c4u\u00dferste gegangen ist, sollten auch wir ans \u00c4u\u00dferste gehen (wenn das m\u00f6glich w\u00e4re) im Dienst f\u00fcr den, dem wir alles schulden. Was f\u00fcr ein Wort von Paulus an die unz\u00e4hligen Christen, die so wenig wie m\u00f6glich arbeiten, beten, geben und leiden! Wie k\u00f6nnen wir mit den allt\u00e4glichen, unbedeutenden, kurzlebigen Angelegenheiten der Welt zufrieden sein? Wie k\u00f6nnen wir es locker angehen, wenn so viele um uns herum geistlich tot sind und so viele Mitgl\u00e4ubige Ermahnung, Ermutigung und Unterst\u00fctzung jeder Art ben\u00f6tigen? Wann kann ein Christ sagen: \u00bbIch habe meine Zeit gedient, ich habe meinen Teil getan; sollen andere die Arbeit ab jetzt machen\u00ab? Vern\u00fcnftige Ruhepausen sind wichtig und notwendig. Doch meistens ist es der Fall, dass wir mehr f\u00fcr den Herrn arbeiten sollten, als wir es tun &#8211; und nicht weniger. Freizeit und Entspannung sind zwei gro\u00dfe G\u00f6tzen heutzutage, vor denen sich viele Christen bereitwillig niederwerfen. In gesundem Ma\u00df kann Entspannung und Ablenkung dabei helfen, uns zu kr\u00e4ftigen und unsere Leistungsf\u00e4higkeit zu steigern. Sie k\u00f6nnen aber auch selbst zum Ziel werden und immer mehr Aufmerksamkeit, Interesse, Zeit und Kraft einfordern. Mehr als ein Gl\u00e4ubiger hat sich entspannt und ist seinen Hobbys nachgegangen, ohne Anliegen f\u00fcr das Werk des Herrn. Einige der treuesten und fruchtbarsten Heiligen Gottes wurden alt und waren bis zu ihrem Lebensende tatkr\u00e4ftig und wirksam im Dienst f\u00fcr ihn. Viele andere hatten ein kurzes Leben aus dem einzigen Grund, weil sie zunahmen, \u00fcberflie\u00dfend und unerm\u00fcdlich waren im Dienst f\u00fcr Christus. Henry Martin, der britische Missionar in Indien und Persien, entschloss sich, bis zur Ersch\u00f6pfung f\u00fcr Gott zu arbeiten, was geschah, als er noch keine 35 Jahre alt war. David Brainerd, einer der ersten Missionare unter den amerikanischen Indianern, starb, bevor er 30 war. Wir wissen wenig \u00fcber Epaphroditus, au\u00dfer dass er ein \u00bbBruder und Mitarbeiter und Mitstreiter\u00ab von Paulus war, der \u00bbf\u00fcr das Werk des Herrn dem Tod nahegekommen [ist], da er sein Leben gering achtete\u00ab (Phil 2,25.30). Er war so in den Dienst f\u00fcr Gott vertieft, dass er buchst\u00e4blich todkrank wurde. Bis der Herr wiederkommt, gibt es Seelen zu erreichen und Dienste jeder Art zu tun. Jeder Christ sollte kompromisslos arbeiten, wie der Herr ihn begabt hat und leitet. Unser Geld, unsere Zeit, unsere Kraft, unsere Gaben, unser K\u00f6rper, unser Verstand und unser Geist sollten in nichts investiert werden, was nicht zum Werk des Herrn beitr\u00e4gt. Unser Lob und Dank muss mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen ausgedr\u00fcckt werden. Jakobus sagt uns: \u00bbDenn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot\u00ab (Jak 2,26)&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 480f).<\/p>\n<p>c) Zuversicht lebt durch das Wort (V. 58c)<\/p>\n<p>Diese Zusage steht: Es ist nicht vergeblich bzw. ohne Wirkung, wenn es das Werk des Herrn ist. &#8222;Unsere Arbeit f\u00fcr den Herrn, wenn sie wirklich f\u00fcr ihn und in seiner Kraft getan wird, kann nicht anders, als das zu erreichen, was er erreichen m\u00f6chte. Jedes gute Werk eines Gl\u00e4ubigen, das er in diesem Leben wirkt, hat einen vom Herrn selbst zugesicherten ewigen Nutzen. \u00bbUnd siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird\u00ab (Offb 22,12). Wir haben Gottes Verhei\u00dfung, dass unsere Arbeit [M\u00fche bis zur Ersch\u00f6pfung] nicht vergeblich ist im Herrn.&#8220; (MacArthur, 1Kor, S. 481).<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Zum Abschluss unserer Predigtreihe \u00fcber die Auferstehung soll nun noch einmal abschlie\u00dfend die Frage beantwortet werden: Was hat das alles mit unsrem jetzigen Leben zu tun? Mit unsrem Alltag? Was uns f\u00fcr die Zukunft gezeigt wurde, was hat das f\u00fcr Auswirkungen f\u00fcr unser Heute? Hier gilt es vor allem aufzuzeigen:<br \/>\na) Zuversicht w\u00e4chst aus dem Dank<br \/>\nb) Zuversicht setzt in Bewegung<br \/>\nc) Zuversicht lebt durch das Wort (= die Zusagen Gottes)<\/p>\n<p>Das letzte Wort beh\u00e4lt nicht der Tod, die letzte Kraft beh\u00e4lt nicht die Angst, den letzten Sieg beh\u00e4lt nicht die S\u00fcnde (Wilhelm Wagner).<\/p>\n<p>4. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNG<\/p>\n<p>Zum Einstieg: &#8222;Wir sind in den letzten Wochen einen Weiten Weg gegangen, als wir miteinander das Kapitel von der Totenauferstehung bedacht haben. [&#8230;]. Aber nun erhebt sich am Ende dieses Kapitels noch einmal eine bedr\u00e4ngende Frage. Gut &#8211; m\u00f6gen wir sagen, wir wissen jetzt durch den Brief des Apostels, was es mit der Auferstehung der Toten auf sich hat. Wir wissen etwas vom Grund dieses Glaubens, wir haben auch davon geh\u00f6rt, wie man sich dieses Geschehen vorstellen, womit man es vergleichen kann. Aber nun die Frage: Was hat das alles mit unsrem jetzigen Leben zu tun? Mit unsrem Alltag, den wir mehr oder weniger lustlos herunterspulen? Mit den K\u00fcmmernissen unserer einzelnen Lebenstage? Mit dem Stress, dem wir unterworfen sind? Mit den Zwingen, aus denen wir nicht ausbrechen k\u00f6nnen? Auferstehung der Toten &#8211; sch\u00f6n und gut! Aber hat das, was uns f\u00fcr die Zukunft gezeigt wurde, auch Auswirkungen f\u00fcr unser Heute? F\u00fcr unser Leben in dieser Welt?<br \/>\nPaulus weicht auch vor dieser Frage nicht aus. Er unterschl\u00e4gt das Unbehagen nicht, das vielleicht da und dort in der Gemeinde nach dem Verlesen seines Briefes aufgetaucht ist. Er antwortet. Und das Erstaunliche an seiner Antwort ist, dass der Apostel am Ende dieses Kapitels nun alle hohen Gedanken, die er vor uns ausgebreitet hat, entschlossen auf diese Erde herunterholt und sie mit unsrem Leben verbindet. Mit unsren Begl\u00fcckungen und mit unsrem Versagen. Mit unsren Erfolgserlebnissen und mit unsren Frustrationen.<br \/>\nDas Wort, das Paulus an das Ende seines Auferstehungskapitels stellt, ist ein Wort, das Zuversicht vermitteln will, Es ist ein Wort, das ganz n\u00fcchtern unsere Lage hier in dieser Welt ins Auge fasst und uns einen Weg zeigt, den wir tapfer und zuversichtlich gehen k\u00f6nnen.<br \/>\nZuversicht &#8211; was haben wir heute n\u00f6tiger als das? Wir, die wir offenkundig in einer Krise der Zuversicht stecken, Die wir in einer Welt leben, deren Gesicht bestimmt ist von Resignation und L\u00e4hmung. Die wir leben m\u00fcssen mit der t\u00e4glichen Erfahrung der Vergeblichkeit unsres Tuns. Krise der Zuversicht &#8211; das ist unsre Situation. Ein Politiker hat einmal in einem Vortrag gesagt, eine seiner gro\u00dfen Erwartungen an die Kirche sei die, dass sie Zuversicht verbreite. Offenbar k\u00f6nnen das andere nicht &#8211; oder nicht mehr! Die Politiker selbst, die Wirtschafts- und Finanzexperten, die Fachleute der Umweltforschung und der Futurologie. Und wenn sie es dann einmal wagen, Optimismus zu verbreiten und von einer Tendenzwende zu sprechen, vielleicht sogar von besseren Zeiten, dann glauben wir ihnen das nicht mehr so recht, weil wir doch schon so oft entt\u00e4uscht worden sind. Und zudem ist Optimismus etwas fundamental anderes als Zuversicht.<br \/>\nWir sollen Zuversicht verbreiten. K\u00f6nnen wir das \u00fcberhaupt? Oder sind wir mit einem solchen Ansinnen nicht hoffnungslos \u00fcberfordert? Man kann doch Zuversicht nicht befehlen: Sei zuversichtlich! Nimm deinen Kopf hoch! Nur munter, immer munter und fr\u00f6hlich! &#8211; Nein, das geht nicht. Zuversicht l\u00e4sst sich nicht kommandieren. Sie braucht einen Grund. Und sie braucht ein Ziel. Denn Zuversicht gibt es niemals \u201egrund-los\u201c. Und eine \u201eziel-lose\u201c Zuversicht l\u00e4sst sich ebenso wenig denken. Zuversicht verbreiten, so hat jener Politiker seine Erwartungen an die Kirche formuliert. Damit ist uns allen eine Aufgabe zugewiesen. Eine Aufgabe freilich, die wir mit unsren menschlichen Mitteln und M\u00f6glichkeiten nie\u00acmals bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Doch wir sind mit dieser Aufgabe nicht alleingelassen. Der Apostel, dem wir nun auf einem weiten und steilen Weg gefolgt sind, will uns helfen, diese Aufgabe anzupacken. Sein Schlusswort von 1. Korinther 15 ist ein Wort, das uns weiterhelfen kann. Und darum fragen wir am Ende des gro\u00dfen Gedankenfluges, den Paulus uns zugemutet hat: Wie kommt es dazu, dass wir Zuversicht gewinnen, und wie kann es geschehen, dass wir diese Zuversicht an andere weitergeben k\u00f6nnen?&#8220; (Theo Sorg, Auferstehung: Wahn &#8211; Wunschtraum &#8211; Wirklichkeit, S. 75-77).<\/p>\n<p>5. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>Die Konsequenzen f\u00fcr die Auferstehung umfassen<br \/>\na) Zukunft (V. 54f)<br \/>\nb) Vergangenheit (V. 56)<br \/>\nc) Gegenwart (V. 57f)<\/p>\n<p>Nach John MacArthur:<br \/>\na) Der gro\u00dfartige Sieg (V. 54-56)<br \/>\nb) Die gro\u00dfartige Danksagung (V. 57)<br \/>\nc) Die gro\u00dfartige Ermutigung (V. 58)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn lebenPredigtthema: Die Konsequenzen der Auferstehung Bibelstelle: 1.Korinther 15,54-58 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. 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