{"id":1651,"date":"2009-04-04T21:21:16","date_gmt":"2009-04-04T19:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=471"},"modified":"2009-04-04T21:21:16","modified_gmt":"2009-04-04T19:21:16","slug":"predigthilfe-vom-12-4-2009-1-korinther-15-12-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-4-2009-1-korinther-15-12-28\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12.4.2009 &#8211; 1.Korinther 15, 12-28"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Die Leugnung der Auferstehung<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 1.Korinther 15, 12-28<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B. John F. MacArthur. 1.Korinther. John MacArthur Kommentar zum Neuen Testament. Bielefeld: CLV. S. S. 437-451 (kostenloser Download unter http:\/\/www.clv-server.de\/pdf\/255680.pdf).<\/p>\n<p>1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Nachdem Paulus in 1Kor 6,14 bereits auf die Konsequenzen der Auferstehung kurz hingewiesen hat und in 1Kor 15,1-11 die Realit\u00e4t der Auferstehung Jesu best\u00e4tigend dargestellt hat, kommt er nun in 1Kor 15,12-28 auf die konkreten Auswirkungen f\u00fcr das Leben zu sprechen. Er entfaltet zuerst die Bedeutung der Auferstehung (15,12-19) und dann die chronologische Abfolge und Auswirkungen der Auferstehung (15,20-28).<\/p>\n<p>2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN<\/p>\n<p>A. Die Bedeutung der Auferstehung (V. 12-19)<\/p>\n<p>Weil Christus auferstanden ist, ist Auferstehung aus den Toten offensichtlich m\u00f6glich; auf der anderen Seite, wenn Menschen nicht auferweckt werden k\u00f6nnen, kann Christus nicht auferstanden sein. Die zwei Auferstehungen stehen oder fallen gemeinsam; es gibt nicht die eine ohne die andere. Im \u00dcbrigen ist das Evangelium bedeutungs- und wertlos, wenn es keine Auferstehung gibt. Es scheint seltsam, dass einige jener Gl\u00e4ubigen den einen Teil der Wahrheit ohne den anderen akzeptieren konnten. Der Grund f\u00fcr diese Verwirrung lag, wie viele ihrer Probleme, am stetigen Einfluss der heidnischen Philosophien und Religionen, aus denen viele von ihnen gekommen waren. Durch die philosophischen und spiritistischen Gedanken in den Tagen von Paulus, wie auch in der heutigen Zeit, hatten viele falsche Vorstellungen dar\u00fcber, was mit den Menschen nach dem Tod geschehen w\u00fcrde (MacArthur, 1Kor, S. 437f).<\/p>\n<p>Eine wesentliche Lehre der griechischen Philosophie war der Dualismus, der im Allgemeinen mit Plato in Verbindung gebracht wird. Der Dualismus sieht alles Geistliche als an sich gut an und alles K\u00f6rperliche als an sich schlecht. Jemandem, der diese Sichtweise vertritt, ist der Gedanke eines Auferstehungsleibes fremd. Der einzige Grund f\u00fcr ein Leben nach dem Tod ist f\u00fcr sie, dass sie allem Physischem entfliehen. Der K\u00f6rper ist f\u00fcr sie ein Grab, ein Leichnam, an den die Seele in diesem Leben gefesselt ist. Diese Griechen wollten auf keinen Fall ihren Leib in das n\u00e4chste Leben mitnehmen. Sie glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, lehnten aber den Gedanken an einen Auferstehungsleib entschieden ab. Das hatte Paulus bei seiner Predigt auf dem Areopag erfahren: \u00bbAls sie [die athenischen Philosophen] aber von der Auferstehung der Toten h\u00f6rten, spotteten die einen\u00ab (Apg 17,32). Der typische Gedanke des Dualismus wird von Seneca ausgedr\u00fcckt: \u00bbWenn der Tag kommen wird, wo das Menschliche und das G\u00f6ttliche hier voneinander getrennt werden, wo ich es gefunden habe, werde ich meinen K\u00f6rper verlassen und ich selbst werde mich den G\u00f6ttern zur\u00fcckgeben\u00ab (MacArthur, 1Kor, S. 437).<\/p>\n<p>V. 14: Das Wort \u201avergeblich\u2018 in der Lutherbibel trifft den hier gemeinten Sinn nicht genau. Es geht hier nicht nur um die Wirkung, sondern auch um den Inhalt der Verk\u00fcndigung. Ohne die Auferstehung ist nicht nur die Wirkung der Verk\u00fcndigung vergeblich, sondern sie ist zugleich auch in ihrem Inhalt \u201aleer und nichtig\u2018, also \u201ainhaltslos\u2018.<\/p>\n<p>V. 17f: Am Kreuz hat der z\u00fcrnende Vater sein Nein zur S\u00fcnde gesprochen. Aber als der gn\u00e4dige Gott hat er am Ostermorgen diesem Nein ein Ja hinzugef\u00fcgt. Das Ja zu einem Leben des Auferstandenen.<br \/>\nDas Wort \u201aentschlafen\u2018 ist kein Hinweis auf einen Seelenschlaf, sondern ist ein gebr\u00e4uchliches Bildwort f\u00fcr den Tod (Mt 27,52; Apg 7,60, 2Petr 3,4)<\/p>\n<p>Nur in diesem Leben auf Christus zu hoffen, w\u00fcrde bedeuten, vollkommen vergeblich zu lehren, zu predigen, zu leiden, sich hinzugeben und zu arbeiten. Wenn Christus noch tot w\u00e4re, k\u00f6nnte er uns weder im kommenden noch im jetzigen Leben helfen. Wenn er uns kein ewiges Leben geben k\u00f6nnte, k\u00f6nnte er auch unser irdisches Leben nicht verbessern. W\u00e4re er nicht lebendig, wo w\u00e4re unsere Quelle des Friedens, der Freude oder der Zufriedenheit jetzt. Der christliche Glaube w\u00e4re Gegenstand des Spotts, eine Farce, ein tragischer Scherz. Ein Christ hat keinen Retter au\u00dfer Christus, keinen Erl\u00f6ser au\u00dfer Christus, keinen Herrn au\u00dfer Christus. Wenn Christus nicht auferstanden ist, wenn er nicht lebendig ist, ist unser Christenleben leblos. Nichts w\u00fcrde unseren Glauben, unser Bibelstudium, unsere Verk\u00fcndigung oder unser Zeugnis, unseren Dienst f\u00fcr ihn oder unsere Anbetung rechtfertigen. Es g\u00e4be nichts, was unsere Hoffnung sowohl f\u00fcr dieses als auch f\u00fcr das ewige Leben rechtfertigen w\u00fcrde. Wir w\u00fcrden nichts verdienen au\u00dfer dem Mitleid f\u00fcr Narren. Aber wir sind nicht bemitleidenswert, denn Paulus f\u00e4hrt unverz\u00fcglich fort: \u00bbNun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden\u00ab (15,20). (MacArthur, 1Kor, S. 444).<\/p>\n<p>B. Der Ablauf der Auferstehung (V. 20-28)<\/p>\n<p>Der Theologe Erich Sauer hat einmal geschrieben: \u00bbDas derzeitige Zeitalter ist Ostern. Es beginnt mit der Auferstehung des Erl\u00f6sers und endet mit der Auferstehung der Erl\u00f6sten. Dazwischen liegt die geistliche Auferstehung all derer, die durch Christus zum Leben berufen werden. So leben wir zwischen zwei Ostern, und in der Kraft des ersten Ostern gehen wir dem letzten Ostern entgegen.\u00ab Das letzte Ostern, auf das sich Sauer bezieht, ist nat\u00fcrlich die leibliche Auferstehung der Geretteten. Die Heilige Schrift spricht von der Auferstehung der Gerechten (Offb 20,6; 1Thes 4,13-18; 2Kor 5,1-5; Lk 14,14; Joh 5,29) als erste Auferstehung. Die zweite Auferstehung ist die der Ungerechten (Joh 5,29). In 1Kor 15 spricht Paulus von der ersten Auferstehung (MacArthur, 1Kor, S. 445).<\/p>\n<p>Um die Osterbotschaft zu erkl\u00e4ren, verwendet Paulus einen Begriff aus dem AT. Das gr. Wort f\u00fcr \u201aErstling\u2018 hei\u00dft \u201aaparche\u2018, im Hebr\u00e4ischen \u201aterumah\u2018. Urspr\u00fcnglich war \u201aterumah\u2018 ein kleiner Teil des Brotteigs in Gestalt eines Kuchens (4Mose 15,18-21). Sp\u00e4ter werden alle Erstlinge von den Feldern und den Herden Erstlingsgaben genannt. In seltenen F\u00e4llen konnte auch der Erstgeborene Erstling genannt werden (1Mose 49,3). Alle drei Bedeutungen f\u00fcr Erstling schwingen mit, wenn Paulus Jesus den Erstling der Auferstehung nennt. Erstling bedeutet urspr\u00fcnglich \u201aHebe, Abhub vom Teig\u2018. Bei der ersten Bereitung des Brotes vom neuen Korn musste der Israelit einen kleinen Kuchen Jahwe darbringen. Dieser sogenannte Abhub, die Teighebe, ist eine Gabe des Dankes und bringt zum Ausdruck: Alles ist Gottes Eigentum. Wenn Christus die Erstlingsgabe genannt wird, dann ist nicht der Mensch der Geber, sondern Gott. Es hat eine Umkehrung des Verh\u00e4ltnisses von Geber und Empf\u00e4nger stattgefunden. Gott l\u00e4sst den Menschen teilhaben an der Vergebung, die Jesus erwirkt hat (Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer, Entscheidung Nr. 206, H. 2 [1998], S. 20).<\/p>\n<p>In Adam sterben wir alle, weil wir Adams S\u00f6hne (= Menschen) sind. Wir haben teil an den Folgen des S\u00fcndenfalls (= Rebellion gegen Gott) und so ist der Tod die Endstation der S\u00fcnde (R\u00f6m 6,23). Alle haben wir ges\u00fcndigt (R\u00f6m 3,22b+23; 5,12). Aber das muss nicht das letzte Wort Gottes sein, denn in und durch Christus wird der Schlusspunkt zum Doppelpunkt: Fortsetzung folgt. Da Christus das Leben ist, wird f\u00fcr alle, die in Christus sind der Tod zum Tor und Durchgang zu einem Neuen. In der Auferweckung des Sohnes hat der Vater schon einmal modellhaft gezeigt, was er einmal mit der Sch\u00f6pfung vorhat.<\/p>\n<p>Paulus spricht hier von einer bleibenden Auferstehung. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament lesen wir von Menschen, die starben und auf wundersame Weise wieder ins Leben zur\u00fcckgebracht wurden (1K\u00f6n 17,22; 2K\u00f6n 4,34-36; 13,21; Lk 7,15; Joh 11,44). Doch alle diese Menschen starben erneut. Sogar diejenigen, die Jesus auferweckte &#8211; den Sohn der Witwe von Nain, die Tochter des Jairus und Lazarus -, starben schlie\u00dflich erneut. Christus selbst war der Erste, der auferweckt wurde, um nicht mehr zu sterben (MacArthur, 1Kor, S. 446).<\/p>\n<p>Durch unz\u00e4hlige andere Schriftstellen wissen wir, dass die zwei alle in Vers 22, obwohl sie sich in gewisser Hinsicht gleichen, nicht die gleiche Bedeutung haben k\u00f6nnen. Diejenigen, die in diese Stelle Allvers\u00f6hnung hineinlesen wollen, m\u00fcssen den anderen Stellen widersprechen, die das Gericht lehren (Mt 5,29; 10,28; 25,41.46; Lk 16,23; 2Thes 1,9; Offb 20,15 usw.). Die beiden alle sind sich nur darin gleich, dass sie sich beide auf Nachkommen beziehen. Jeder Mensch ist ein Nachkomme Adams, und deshalb ist das erste alle allgemeing\u00fcltig. Mit Ausnahme von Henoch und Elia, die der Herr direkt zu sich holte, und der Heiligen, die entr\u00fcckt werden, werden alle Menschen sterben. Nur diejenigen, die an Jesus Christus glauben, sind seine Nachkommen (vgl. Joh 8,44), deshalb steht das zweite alle nur f\u00fcr die Erl\u00f6sten. Es sind nur alle Kinder Gottes und Miterben Jesu Christi (Gal 3,26.29; 4,7; Eph 3,6; vgl. Apg 20,32; Tit 3,7), die lebendig gemacht werden. In Adam bedeutet, menschlich zu sein, geboren zu sein. In Christus hei\u00dft, ewiges Leben zu haben, wiedergeboren zu sein. Durch die nat\u00fcrliche Abstammung von Adam hat jeder Mensch die S\u00fcnde geerbt, und alle sterben. Durch die \u00fcbernat\u00fcrliche Abstammung von Jesus Christus erbt man die Gerechtigkeit, und alle werden lebendig gemacht. Obwohl das Erbe in beiden F\u00e4llen sowohl ein k\u00f6rperliches als auch ein geistliches ist, liegt Paulus\u2019 Hauptbetonung hier auf den k\u00f6rperlichen Folgen. Durch Adams S\u00fcnde starb der Mensch geistlich und unterliegt dem k\u00f6rperlichen Tod. Ebenso wird Gl\u00e4ubigen durch Christus geistliches Leben gegeben, und sie werden k\u00f6rperlich auferstehen. Aber unser Geist wird, weil er nach dem Tod beim Herrn sein wird, nicht darauf warten, auferweckt zu werden. Nur unser Leib wird auferstehen, und das ist die Wahrheit, die hier betont wird (MacArthur, 1Kor, S. 447f).<\/p>\n<p>Die Auferstehung umfasst drei Hauptereignisse, die wiederum noch weiter zu unterteilen sind:<br \/>\na) Die Auferstehung des Christus<br \/>\nb) Die Auferstehung der Christen<br \/>\nc) Die Wiederherstellung der Sch\u00f6pfung<\/p>\n<p>3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT<\/p>\n<p>Nachdem am Palmsonntag bereits die Realit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit der Auferstehung (1Kor 15,1-11) im Rahmen der Predigt dargelegt wurde, geht es nun am Ostersonntag um die Konsequenzen der Leugnung der Auferstehung (1Kor 15,12-28). Hierbei ist der Predigtanlass (Osterfest) im Rahmen der Predigt zu w\u00fcrdigen, so dass im Rahmen der Osterpredigt die praktischen Auswirkungen und Konsequenzen der Auferstehung Jesu zu verk\u00fcndigen sind. Auferstehung hei\u00dft: Jesus lebt! Aus diesem Grund leben wir von der Auferweckung des Herrn (= Monatsthema).<\/p>\n<p>Ausgehend von dem Anlass der Predigt (Osterfest) sollte im Rahmen der Predigt die \u201aOsterfrage\u2018 (V. 12) einleitend thematisiert werden. Positiv gewendet kann \u00fcber das in Christus abgewendete \u201aOsterelend\u2018 (V. 13-19) der Grund der \u201aOsterfreude\u2018 (V. 20-22) aufgezeigt werden. Die \u201aOsterfolgen\u2018 (V. 23-28) sollten im Rahmen dieser Predigt nur im \u00dcberblick dargestellt werden, da eine detailierte eschatologische Entfaltung den Predigtrahmen sprengen und dem Predigtanlass nicht gerecht werden. Hier braucht es Mut zum konzentrierten Predigen, wobei das Monatsthema die Leitlinie vorgibt.<\/p>\n<p>4. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNG<\/p>\n<p>Zum Einstieg: Philipp war ein kleiner Junge mit Down Syndrom, der in seiner Klasse immer ein bisschen geh\u00e4nselt wurde. In der Osterzeit schickte die Lehrerin die Kinder nach drau\u00dfen. Jedes Kind bekam einen kleinen Beh\u00e4lter, der wie ein Ei geformt war, und die Aufgabe, drau\u00dfen irgendetwas zu suchen und in diesen Container zu packen, was zu Ostern, zum neuen Leben im Fr\u00fchling passt. Die Kinder str\u00f6mten nach drau\u00dfen, auch Philipp. Nach einiger Zeit kehrten sie zur\u00fcck und stellten stolz ihre kleinen Beh\u00e4lter auf den Tisch der Lehrerin. Einen nach dem anderen \u00f6ffnete sie und zeigte der Klasse, was darinnen war. Es gab Blumen, Bl\u00e4tter, einen Schmetterling. Die Klasse kommentierte alles mit lauten \u201eahs\u201c und \u201eohs\u201c. Da wurde ein kleiner Beh\u00e4lter ge\u00f6ffnet \u2013 leer, nichts drin, gar nichts. Das ist nicht fair, riefen die Kinder, einer hat seine Aufgabe nicht erf\u00fcllt.  \u201eDas ist meiner\u201c, rief Philipp. \u201eOh nein\u201c, st\u00f6hnten die anderen, \u201etypisch Philipp, du kannst aber auch nichts richtig machen.\u201c \u201eNein\u201c, sagte Philipp, \u201edas stimmt nicht. Ich habe es so gemacht. Es war doch leer. Das Grab war leer.\u201c Von da an h\u00f6rten die Kinder auf Philipp zu \u00e4rgern. Ein paar Wochen sp\u00e4ter wurde er krank. Philipp starb an einer Infektion, die andere Kinder sicher \u00fcberlebt h\u00e4tten. Er nicht. Zur Beerdigung kamen alle Kinder der Klasse; statt Blumen brachte jedes einen kleinen eif\u00f6rmigen Beh\u00e4lter mit \u2013 einen leeren kleinen eif\u00f6rmigen Beh\u00e4lter. Das war Philipps Osterpredigt. Er hatte es verstanden. Was ist Ostern? Das Grab war leer. Der ans Kreuz Genagelte lebt. Jesus ist auferstanden. Darum feiern wir heute. Freilich m\u00f6chte auch Paulus uns fragen: Wie steht es mit Eurer Osterhoffnung? Was z\u00e4hlt f\u00fcr Euch, wenn Ihr an Jesus denkt? (Michael Herbst, Osterpredigt \u00fcber 1Kor 15,19-28, http:\/\/www.greifbar.net\/GreifBarPlus-108.119.0.html).<\/p>\n<p>Zu V. 19: \u201aNein, nein, ich kann nicht! Ich kann nicht! 75 Jahre bin ich alt, und noch nie in meinem Leben war ich auf dem Friedhof bei einer Beerdigung! Nicht einmal bei meinen Eltern. Ich kann nicht mitgehen! Auch diesmal nicht!\u2018 Geradezu leidenschaftlich war der Ausbruch des Mannes, mit dem der Pfarrer die Bestattung seiner verstorbenen Gattin zu besprechen hatte. Man muss also nicht zur\u00fcckgehen bis zu Ludwig XIV., dem franz\u00f6sischen Sonnenk\u00f6nig, von dem erz\u00e4hlt wird, dass er die Vorh\u00e4nge seines Zimmers jedesmal zuziehen lie\u00df, wenn unten auf der Stra\u00dfe vor dem Schloss ein Leichenzug vor\u00fcberkam. Wir finden zu allen Zeiten, und heute mehr denn je, dass Menschen die Augen verschlie\u00dfen vor der harten Wirklichkeit des Todes. Und doch gibt es nichts auf der Welt, das uns tiefer miteinander verbindet als das Wissen: wir gehen alle ausnahmslos dem Tod entgegen. \u201aDas menschliche Dasein ist ein Dasein unter den Drohungen des Todes\u2018, hat Karl Barth einmal geschrieben. Wir haben es vor Augen, dass wir auf allen Flanken unseres Lebens vom Tode umstellt sind. T\u00e4glich, st\u00fcndlich kann es uns \u00fcberfallen: Herzinfarkt, Krebs, Verkehrsunfall, Lawinenkatastrophe, Flugzeugabsturz, Blitzschlag, Kreislaufversagen, Gewaltverbrechen &#8230; . Das Gewisseste, was wir \u00fcber unser Leben und seine Zukunft wissen, ist dies, dass jeder Mensch unausweichlich und unvertretbar einer letzten Stunde entgegengeht. Niemand kann aber sagen, wann sie kommt (Theo Sorg, Predigt \u00fcber 1Kor 15,19-28).<\/p>\n<p>\u201eZwar glauben etwa 60% der Deutschen irgendwie an Gott, aber nur 20% k\u00f6nnen sich so etwas wie Auferstehung vorstellen. Und auch unter denen die zur Kirche geh\u00f6ren, glaubt nur jeder dritte an die Auferstehung. Paulus tritt ihnen mit aller Klarheit entgegen: Wir haben das geh\u00f6rt. An der Auferstehung h\u00e4ngt alles, sagt er, gibt es keine Auferstehung der Toten, dann ist Jesus tot, im Grab verfault, eben nicht auferstanden. Ist aber Jesus tot, dann haben wir alle unser Leben auf Sand gebaut. Auf ein M\u00e4rchen! Auf eine fromme Illusion. Solcher Zweifel darf mitten in der Bibel diskutiert werden. Stellt Euch das einen Moment lang vor: Ein toter Jesus, das ist ein Prediger als Rattenf\u00e4nger, eine Kirche ohne Sinn und Verstand, ein Glaube ohne Fundament, der Feind immer noch an der Macht, die S\u00fcnde unvergeben, der gro\u00dfe Riss nicht geheilt, die Zukunft ohne Hoffnung (Michael Herbst [Predigt zu 1Kor 15,12-26]).<\/p>\n<p>Zu V. 20: &#8222;Zweifle nicht, wenn du stirbst, dass du von den Toten auferweckt werden wirst. Eher muss Gott l\u00fcgen oder nicht Gott bleiben, ehe du in der Erde sollst bleiben. [&#8230;] So ist gewiss: Unter der Erde mag ich tausend Jahre liegen, dennoch werde ich von den Toten auferstehen, und vor Gott ist das so gewiss, als w\u00e4re es schongeschehen, obwohl du hier stinkend liegst und dich Maden fressen [&#8230;] schadet nicht! Der Leib soll sch\u00f6ner leuchten als Sonne und Sterne, und dies ist so gewiss, als Christus auferstanden ist und Gott Gott ist [&#8230;]. Darum erwarte ich den Schall der Posaune [&#8230;]. Das muss wahr sein, oder Gott ist nichts&#8220; (Martin Luther zitiert nach Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer, Entscheidung Nr. 206, H. 2 [1998], S. 21).<\/p>\n<p>Zu V. 22: \u201eAber Ostern ist nicht der private Sieg des gekreuzigten Jesus. Ostern ist ein Sieg, der mich an diese Fernsehshows erinnert, die eine Zeit lang kamen. Da hatten Hobbygruppen ganze Parkanlagen aus Dominosteinen aufgebaut, mit Br\u00fccken und Loops und Kurven und gro\u00dfen Blumeng\u00e4rten und Sportarenen, alles aus Dominosteinen. Und der Trick besteht darin, den ersten Stein anzusto\u00dfen, und dann fallen alle der Reihe nach um, das Bild legt sich sozusagen auf die Seite, aber eben nicht chaotisch, sondern ein Stein nach dem anderen. Warum: weil der erste Stein den Ansto\u00df gab. Darum fallen nun auch alle anderen. Genau so ist es mit Jesus. Er ist, so sagt es Paulus, der Erstling unter den Entschlafenen. Ich muss da immer aufpassen, seit ich bei einer Beerdigung einmal schwankte, ob ich von unserem Entschlafenen oder unserem Verstorbenen reden sollte und schon war aus meinem Mund geschl\u00fcpft: Lasst uns nun f\u00fcr unseren Verschlafenen beten. Also: Der Erstling unter den Entschlafenen ist Jesus. Der erste Dominostein. Weil er auferstanden ist, kommen wir alle hinterher. Alle, so hei\u00dft es, die zu Christus geh\u00f6ren, das ist der zweite Akt im Drama, kommen hinter ihm her\u201c (Michael Herbst, Osterpredigt \u00fcber 1Kor 15,19-28, http:\/\/www.greifbar.net\/GreifBarPlus-108.119.0.html).<\/p>\n<p>Zum Schluss: \u201eWorauf hoffen wir? Und wie weit reicht unsere Hoffnung? Es ist ein gro\u00dfer Unterschied, ob wir auf etwas oder auf jemanden hoffen. Auf etwas hoffen: Hoffen wir auf einen sch\u00f6nen Fr\u00fchling? Auf einen guten Semesterstart? Auf eine Gehaltserh\u00f6hung? Hoffen wir auf einen Neuanfang in unserer Ehe? Auf ein Kind? Darauf, dass es gut wird mit unseren Kindern? Oder doch besser? Hoffen wir auf Erfolg, Zuneigung, Sicherheit? Manchmal geht es in unserer Hoffnung um Leben und Tod: Dann hoffen wir, dass es nicht Krebs ist, nicht Demenz, nicht Parkinson. Das Problem ist, dass es irgendwann irgendetwas davon doch ist. Das Problem ist, dass unsere Hoffnung ganz gewiss irgendwann entt\u00e4uscht wird. Dann lassen wir die Hoffnungen schrumpfen: Noch einmal ein Fr\u00fchjahr erleben, eine Zeit ohne Schmerz, ein Fest in der Familie. Kleine Hoffnung, wenn die gro\u00dfen nicht mehr erf\u00fcllt werden. Denn dieses Leben erf\u00fcllt unsere gro\u00dfen Hoffnungen immer nur vielleicht, und dann bedingt und stets nur auf Zeit. Auf jemanden hoffen, der den Tod besiegt hat, sagt Paulus, das ist das Entscheidende. Es ist die Nagelprobe unseres Glaubens. Hoffen wir nur in diesem Leben auf Christus, dann sind wir, so sagt es Paulus drastisch, die elendesten unter allen Menschen. Wieso das, Paulus? Ist es denn so schlecht, immerhin in diesem Leben auf Christus zu hoffen? Und tun wir das nicht tagt\u00e4glich und belagern ihn mit unseren Bitten. Er m\u00f6ge uns segnen und heilen und st\u00e4rken und beh\u00fcten und tr\u00f6sten und erfreuen und gleich unsere Kinder und unsere Ehepartner und unsere Freunde mit dazu. Jetzt und hier &#8211; in diesem Leben. Nein, sagt Paulus, das ist schon in Ordnung. Ihr m\u00fcsst nur wissen: Dieses Leben erf\u00fcllt unsere gro\u00dfen Hoffnungen immer nur vielleicht, und dann bedingt und stets nur auf Zeit. Und ist der Horizont Eures Glaubens so klein, dann seid Ihr die elendesten unter allen Menschen. Dann wird n\u00e4mlich das eigentliche Problem nicht gel\u00f6st. Und das eigentliche Problem lernen wir kennen, wenn ein kleiner Junge wie Philipp von einer Infektion dahin gerafft wird. Paulus sagt: Wenn das Problem nicht eine \u00f6sterliche L\u00f6sung bekommt, ach, dann lasst es doch lieber. Dann ist alles vergeblich. Wenn es keine Auferstehung gibt, dann ist alles umsonst. Wozu, so wird er sich ein paar S\u00e4tze selbst fragen, tue ich mir dann all das an? Wozu sterbe ich t\u00e4glich? Jage durch die Welt, klebe Plakate, mache mich l\u00e4cherlich f\u00fcr Jesus, investiere alle meine Zeit in die Mission der Gemeinde, kriege dauernd \u00c4rger, m\u00fche mich um Menschen &#8211; wozu? Wenn es nichts zu hoffen gibt, ach, dann lasst uns lieber essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Denn irgendwann ist es Herzinfarkt, Altersschw\u00e4che, Alzheimer. Und dann ist es sowieso vorbei. Wozu also? Paulus denkt radikal: Wenn es keine Auferstehung gibt, dann ist alles vergeblich. Nun aber, und da setzt sein Widerspruch ein, ist Christus auferstanden von den Toten. Er lebt. In der jungen Kirche, ganz am Anfang, hat man schon versucht, dieses Wunder zu besingen. Zum Beispiel so: Als Lebender rang Jesus mit dem Tod, als Toter hat er den Tod \u00fcberwunden. Nur ein Weizenkorn wurde ausges\u00e4t und starb &#8211; und jetzt ern\u00e4hrt es die ganze Welt. Nur ein kleines Licht war er in der Welt, und das wurde ausgel\u00f6scht &#8211; und jetzt geht es als helle Sonne \u00fcber allen Menschen auf. Das ist Ostern, liebe Gemeinde: Das feiern wir heute, Jesus zu Ehren, uns zur Freude. Der Herr ist auferstanden! Er lebt &#8211; und wir sollen auch leben. Wenn er aber auferstanden ist, ist nichts mehr vergeblich. Dann sind wir nicht die elendesten unter allen Menschen. Dann ist nichts umsonst\u201c (Michael Herbst, Osterpredigt \u00fcber 1Kor 15,19-28, http:\/\/www.greifbar.net\/GreifBarPlus-108.119.0.html).<\/p>\n<p>5. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>A. Die Osterfrage (V. 12)<br \/>\nB. Das Osterelend (V. 13-19)<br \/>\na) Unsere Predigt w\u00e4re inhaltslos (V. 13+14a)<br \/>\nb) Unser Glaube w\u00e4re heillos (V. 14b-17)<br \/>\nc) Unser Leben w\u00e4re hoffnungslos (V. 18+19)<br \/>\nC. Die Osterfreude (V. 20-22)<br \/>\na) Die \u00fcberwundene Todesspur<br \/>\nb) Die \u00fcberwindende Lebenslinie<br \/>\nD. Die Osterfolgen (V. 23-28)<br \/>\na) Zuerst der Christus<br \/>\nb) Dann die Christen<br \/>\nc) Ferner das Ende<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Von der Auferweckung des Herrn lebenPredigtthema: Die Leugnung der Auferstehung Bibelstelle: 1.Korinther 15, 12-28 Verfasser: Thomas Richter Ein Predigttipp enth\u00e4lt Hilfestellungen f\u00fcr die Verk\u00fcndigung und ersetzt deshalb nicht das eigenst\u00e4ndige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-1651","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-korinther"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-20 08:51:51","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":{}},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1651"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1651\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}