{"id":1645,"date":"2009-02-14T00:08:21","date_gmt":"2009-02-13T22:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=464"},"modified":"2009-02-14T00:08:21","modified_gmt":"2009-02-13T22:08:21","slug":"predigthilfe-vom-1-3-2009-2-mose-32-1-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-1-3-2009-2-mose-32-1-14\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 1.3.2009 &#8211; 2.Mose 32, 1-14"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: In der Korrektur des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Abkehr<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Mose 32, 1-14<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Thomas Richter<\/strong><\/p>\n<p>1. TEXTZUSAMMENHANG<\/p>\n<p>Als Mose auf dem Gipfel des Sinai ist und die Gebote Gottes empfing, war das Volk im Tal damit besch\u00e4ftigt sie zu brechen. Mose kam und kam nicht von dem Berg zur\u00fcck und die Israeliten f\u00fchlten sich von Gott verlassen. Ihre Geduld ging zu Ende und so war es Zeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Der Hintergrund f\u00fcr die Handlungen Israels liegt darin, dass Israel sich nicht nur an den Herrn selbst, sondern auch an seinen Diener Mose gebunden hatte (2Mose 14,31). So wird eine empfundene F\u00fchrungskrise leicht zu einer Glaubenskrise.<\/p>\n<p>Die 40 Tage des Wartens werden Israel zur Anfechtung. Warum schweigt Gott so lange? Er m\u00fcsste sich doch zeigen und unter uns offenbar sein (vgl. V. 1b mit Jes 30,15). Die Richtung in die wir gehen, wenn wir am Ende unserer Geduld sind, spricht B\u00e4nde \u00fcber unser Verh\u00e4ltnis zum Herrn. Ob wir n\u00e4her zu ihm kommen oder uns von ihm abkehren (= Predigtthema), h\u00e4ngt davon ab wie gut wir ihn kennen und wie vertraut wir mit ihm sind.<\/p>\n<p>Wenn wir den Eindruck haben, dass auf den Herrn kein Verlass ist, dann reift der Wunsch nach einem sichtbaren, greifbaren Gott, einem der uns vor Augen steht. Je fremder uns der Herr ist, umso attraktiver werden die G\u00f6tzen, denn G\u00f6tzen sind nichts anderes als menschliche Vorstellungen von einem selbstgemachten Gott.<\/p>\n<p>2. TEXTANMERKUNGEN<br \/>\nDetaillierte Texterkl\u00e4rungen bietet die angegebene Literatur (= 6. Predigthilfen)<\/p>\n<p>V. 1-6: &#8222;Menschliches Handeln&#8220;<br \/>\nDas gefl\u00fcgelte Wort vom &#8222;Tanz um das goldene Kalb&#8220; verleitet uns schnell dazu zu fragen: Was sind unsere G\u00f6tzen, die wir anbeten? Gel\u00e4ufige Beispiele sind dann z.B. das Auto, der Garten, Materialismus, die Kinder, Familie usw. Alles &#8222;Dinge&#8220;, die das Wichtigste in unserem Leben sein k\u00f6nnen und den Herrn verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber stimmt diese Anwendung? In Text geht es um eine ganz besondere Form des G\u00f6tzendienstes &#8211; um den Gottesdienst (= &#8222;Fest f\u00fcr den Herrn&#8220; &#8211; V. 5). Das Anliegen ist die Anbetung Gottes, aber sie erfolgt in unw\u00fcrdiger Art und Weise. Im Vordergrund steht nicht zuerst die Abwendung von Jahwe (= der Gott, der da ist), sondern die falsche Anbetung, die dann in der Tat zur Abkehr wird. Hier wird der lebendige Gott den eigenen menschlichen Vorstellungen angepasst, er wird in eigene Formen gepresst und so kann der Herr nicht mehr der sein, der er ist.<\/p>\n<p>Das Grundproblem hier lautet: Das Volk Gottes l\u00e4sst sich nicht mehr von Gott formen, sondern formt sich Gott nach seinen Vorstellungen um und damit h\u00f6rt Gott auf der Herr zu sein.<\/p>\n<p>Hier geschieht etwas im Volk Gottes unter dem Vorzeichen &#8222;Gottesdienst&#8220;. Es wird eine Versammlung gebildet, aber von Menschen her. Es wird eine Forderung gestellt, aber von Menschen her. Es wird eine Vorstellung entwickelt, aber von Menschen her.<\/p>\n<p>Die Frage die sich stellt und die in der Predigt zu beantworten ist: &#8222;Wie ist das in unseren Gottesdiensten und Versammlungen?&#8220; Bleibt der Herr, der er ist? Unverf\u00fcgbar f\u00fcr uns Menschen?<\/p>\n<p>Israel bringt Opfer (V. 2-4.6a), aber es sind falsche Opfer. Die Frage ist wie und wozu setzen wir die Gaben Gottes ein? Die Ringe stammen aus der &#8222;Pl\u00fcnderung \u00c4gyptens&#8220; (vgl. 3,21f; 11,2f; 12,35f) und sind die Gabe Gottes f\u00fcr den Bau der Stiftsh\u00fctte. Hier wird deutlich: Gaben Gottes sind zum Segen gegeben, k\u00f6nnen aber zum Fluch missbraucht werden.<\/p>\n<p>Israel entwickelt ein Bild von Gott, aber nach den eigenen Vorstellungen (Stier = Sinnbild von Kraft &#8211; &#8218;Power&#8216;). Ihr Bild von Gott entspricht nicht seiner Offenbarung, sondern ihren W\u00fcnschen und Sehns\u00fcchten.<\/p>\n<p>Beim G\u00f6tzendienst, dem Gottesdienst nach menschlichen Vorstellungen, gilt immer: Auf die Stimulierung folgt irgendwann die Strangulierung! Vgl. hierzu die Warnung aus 1Kor 10,6-8.10-13.<\/p>\n<p>V. 7-10: &#8222;G\u00f6ttliches Handeln&#8220;<br \/>\nGott nimmt war, was in seinem Volk geschieht. Er sieht eben nicht unbeteiligt und tatenlos zu, sondern er nimmt Anteil am Ergehen seiner Kinder. Gott reagiert auf unser Verhalten, denn wir sind ihm nicht gleichg\u00fcltig. So informiert Gott selbst Mose \u00fcber die Abweichung von seinem Weg (V. 7), \u00fcber die Abweichung von seiner Erw\u00e4hlung (V. 8), \u00fcber die Absicht seines Handelns (V. 10). Die Entehrung Gottes bleibt nie ohne Folgen. &#8218;Halsstarrig&#8216; (w\u00f6rtl. fester Nacken) steht f\u00fcr die fehlende H\u00f6rbereitschaft (V. 9; vgl. Hebr 5,11-14). Der Herr hebt seine Zusagen nicht auf, er steht zu seinem Wort, aber er nimmt eine Eingrenzung vor (V. 10).<\/p>\n<p>V. 11-14: &#8222;Geistliches Handeln&#8220; (siehe Ps 106,19-23)<br \/>\nWelche Haltung dem Volk Gottes gegen\u00fcber wird hier deutlich? F\u00fcr Mose liegt in der gewaltigen Verhei\u00dfung zugleich eine Versuchung. Wie soll er reagieren? Mose verweist hier weder auf sich, noch auf das Volk. Der Grund f\u00fcr seine F\u00fcrbitte liegt nicht in den &#8222;Werken&#8220;, sondern ausschlie\u00dflich in der &#8222;Gnade&#8220; (= im Wesen und Wort Gottes). Gott informiert und Mose argumentiert. Mit der Eigentumsfrage (es ist dein Volk &#8211; V. 11), mit der Zeugnisfrage (es geht um dein Zeugnis &#8211; V. 12), mit der Vertrauensfrage (es geht um deine Zusagen &#8211; V. 13). Da Mose konsequent von Gott her denkt und argumentiert (= theozentrisch) und nicht vom Mensch her (= anthropozentrisch), kann er auch appellieren: an Gottes Erbarmen, an Gottes Treue, an Gottes Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p>V. 14 steht zwischen 4Mose 23,19 und 1Sam 15,29, denn es geht um eine Absicht und nicht um einen Beschluss &#8211; vgl. Jer 18,7f; 26,3.13; Joel 2,13; Jona 3,10. Der Herr ist kein fehlbarer Mensch, der sich reuen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>F\u00fcrbitte tut Not, auch wenn &#8222;Hopfen und Malz&#8220; verloren erscheint.<br \/>\nWer braucht F\u00fcrbitte? S\u00fcnder &#8211; Volk Gottes &#8211; Gemeinde; wer am Tanz um das goldene Kalb teilnimmt.<br \/>\nWer erm\u00f6glicht F\u00fcrbitte? Der Gott, der sich nicht in menschliche Formen pressen l\u00e4sst, der sich beim Wort nehmen l\u00e4sst.<br \/>\nWer kann F\u00fcrbitte \u00fcben? Wer den Herrn ernst nimmt, in seinem Gericht und seiner Gnade.<\/p>\n<p>3. TEXTSCHWERPUNKT<br \/>\nEs geht um das Thema &#8222;G\u00f6tzendienst&#8220; und der Vergleich- und Bezugspunkt ist der Gottesdienst. Findet unser Gottesdienst entsprechend dem Wort und Willen Gottes statt oder ist er gepr\u00e4gt von unseren menschlichen Erwartungen und Vorstellungen (vgl. hierzu R\u00f6m 12,1f)?<\/p>\n<p>4. TEXTVERANSCHAULICHUNG<\/p>\n<p>Zum Einstieg:<br \/>\n&#8222;Es war einmal eine Spinne, die lebte herrlich und in Freuden. Doch eines Tages h\u00f6rte sie: Die Welt hat sich ver\u00e4ndert. Die Aufgabe der Stunde hei\u00dft: Modernisieren, Altes aufgeben, auf das Wesentliche beschr\u00e4nken, auf \u00dcberfl\u00fcssiges verzichten. Eigentlich war sie die Ruhe selbst. Doch der Vorwurf der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit machte sie nerv\u00f6s. Umgehend \u00fcberpr\u00fcfte sie ihr Netz, aber kein Faden war \u00fcberfl\u00fcssig. Ganz nerv\u00f6s und in hektische Aufregung versetzt, stie\u00df sie endlich auf einen Faden, der noch nie eine Fliege eingebracht hatte. Dieser hatte noch nie seinen Wert erwiesen. Dieser schien wirklich \u00fcberfl\u00fcssig zu sein. Schnell biss sie den Faden ab. Aber, oh Schreck, das ganze Netz fiel in sich zusammen. Denn es war der einzige Faden nach oben, an dem alles hing&#8220;. Das Volk Gottes hat den Faden nach oben zerschnitten<\/p>\n<p>Prof. Klaus Bockm\u00fchl bietet eine gute Veranschaulichung und Aktualisierung, was G\u00f6tzendienst ist: &#8222;Ungehorsam ist G\u00f6tzendienst, denn es ist die Herrschaft des eigenen Willens&#8220; (vgl. hierzu z.B. 1Sam 15,23).<\/p>\n<p>5. PREDIGTGLIEDERUNG<\/p>\n<p>A. &#8222;Der Tanz um das goldene Kalb&#8220; &#8211; menschliches Handeln (V. 1-6)<br \/>\nB. &#8222;Der Zorn wegen dem goldenen Kalb&#8220; &#8211; g\u00f6ttliches Handeln (V. 7-10)<br \/>\nC. &#8222;Die Bitte trotz dem goldenen Kalb&#8220; &#8211; geistliches Handeln (V. 11-14)<\/p>\n<p>6. PREDIGTHILFEN<\/p>\n<p>Hansj\u00f6rg Br\u00e4umer. Das zweite Buch Mose: Kapitel 19-40. Wuppertaler Studienbibel. Wuppertal: R. Brockhaus, 1999. S. 315-326,<\/p>\n<p>Karl Heinz Kn\u00f6ppel. Auf dem Weg mit Gottes Volk: Streifz\u00fcge durch das zweite Buch Mose. Neuhausen: H\u00e4nssler, 1997. S. 124-134.<\/p>\n<p>Erwin W. Lutzer. N\u00e4her zu Gott: Ein Gang durch das Leben des Mose. Hamburg: C.M. Fli\u00df, 2002. S. 132-141.<\/p>\n<p>Paul Humburg. Aus der Quelle des Wortes. Bad Liebenzell: VLM, 1985. S. 64-73.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: In der Korrektur des Herrn lebenPredigtthema: Abkehr Bibelstelle: 2.Mose 32, 1-14 Verfasser: Thomas Richter 1. TEXTZUSAMMENHANG Als Mose auf dem Gipfel des Sinai ist und die Gebote Gottes empfing, war das Volk im Tal damit besch\u00e4ftigt sie zu brechen. 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