{"id":1643,"date":"2009-02-05T11:00:39","date_gmt":"2009-02-05T09:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=462"},"modified":"2009-02-05T11:00:39","modified_gmt":"2009-02-05T09:00:39","slug":"predigthilfe-vom-15-2-2009-epheser-6-1-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-15-2-2009-epheser-6-1-9\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 15.2.2009 &#8211; Epheser 6, 1-9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Nach dem Willen des Herrn leben<br \/>Predigtthema: Beziehungen nach dem Willen Gottes<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Epheser 6, 1-9<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDer Text h\u00e4tte eigentlich logisch zu Kap. 5 geh\u00f6rt. (1)<br \/>\nIn Epheser 5 und 6 sind 1. NUR Geschwister \u201ein dem Herrn\u201c gemeint, &#8211; die Liebe unter Gotteskindern ist absolute Voraussetzung, 2. werden unterschiedliche Adressaten genannt. D.h. die Texte f\u00fcr die Frauen sind NICHT an die M\u00e4nner gerichtet und die S\u00e4tze f\u00fcr Kinder nicht an die Eltern. Und deshalb sind sie ungeeignet f\u00fcr \u201egruppen\u00fcbergreifende\u201c Vorhaltungen. Wenn sich jeder nach DEN Vorschl\u00e4gen richtet, die IHN SELBST betreffen, ist schon Wesentliches f\u00fcr ein gutes Miteinander erreicht. <\/p>\n<p>Von daher sollten sich Verk\u00fcndiger dar\u00fcber Gedanken machen, wie ein Predigttext, der z. T. eindeutig an die Kinder gerichtet ist, ausgelegt werden kann, w\u00e4hrend die Adressaten gleichzeitig in anderen R\u00e4umen die Kinderbetreuung erleben. <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps<br \/>\nV. 1-3 Die GEISTLICHE Gleichstellung vor dem Herrn (Gal 3, 28) darf nicht dazu verf\u00fchren, die \u201enat\u00fcrliche\u201c Unterordnung zu vergessen. F\u00fcr Kinder gilt das \u201eGehorchen\u201c, (2) wobei das Motiv nur eine Liebe sein kann, die den Eltern sogar folgt, wenn \u201eErziehungsfehler\u201c vorkommen. (3) Das l\u00e4sst sich nur er-LIEBEN, niemals er-ZWINGEN, mit einer Liebe, die sich selbst gern hintendran stellen kann. <\/p>\n<p>Die V. 2f sind Zitat aus 2. Mo 20, 12 oder 5. Mo 5, 16. Das erste Gebot (4) mit einer Wenn-Dann-Verkn\u00fcpfung. Im AT erlebte man Gottes Segen in \u00e4u\u00dferen Werten: Gesundheit, Reichtum an materiellen G\u00fctern und Kindern, usw.<br \/>\nPaulus \u00e4ndert den AT-Ausdruck f\u00fcr das Volk Israel \u201ein dem Lande\u201c um in eine Beschreibung f\u00fcr ALLE, Juden- und Heidenchristen: \u201eauf der Erde\u201c. Weltmission ist angesagt. <\/p>\n<p>Zum Versprechen \u201edass es dir gut gehe\u201c (V 3) geh\u00f6rt im NT neben der Verhei\u00dfung des ewigen Lebens aber auch die Erwartung von Leid, gerade auch \u201eum des Glaubens willen\u201c (Apg 14, 22).<br \/>\nAuffallend ist aber, dass Gotteskinder gerade auch in ihrem Leid hervorragende Zeugen blieben (Ps 34; 42; 73; und Paulus selbst). <\/p>\n<p>V 4 V\u00e4ter, die eine Unterordnung von Frau und Kindern erwarten, sollten ernsthaft pr\u00fcfen, ob sie der Familie wirklich Priester und Vorbilder sind. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die Gewinnung der Familie zum Glauben an den Herrn waren zuerst die V\u00e4ter. (5) <\/p>\n<p>Fl\u00fcchten V\u00e4ter \u00f6fter als M\u00fctter in Zornausbr\u00fcche? (6) <\/p>\n<p>V 5-8 Sklaven galten damals offiziell nicht als Menschen. (7)<br \/>\nDas Wort \u201egehorchen, hinh\u00f6ren\u201c stammt wahrscheinlich aus Sklavenzeiten. <\/p>\n<p>Das Evangelium war und ist kein Programm zur gewaltsamen \u00c4nderung sozialer Verh\u00e4ltnisse. (8) Paulus verk\u00fcndigt keine WeltREVOLUTION sondern eine WeltERL\u00d6SUNG (R\u00f6 5, 18; 8, 32; 1. Tim 2, 4.6).<br \/>\nChristen m\u00fcssen sich nicht als \u201ewillenlose Waschlappen\u201c allem Unrecht beugen, aber sie k\u00f6nnen trotz allen Ungerechtigkeiten in dieser Weltzeit bei allem, was sie tun (m\u00fcssen), IHREM Herrn Jesus Christus dienen.<br \/>\n\u201eFurcht und Zittern\u201c beschreibt nicht ein sklavisches Unterlegensein, sondern ermuntert, auf gewaltsame \u00dcbergriffe und eigenm\u00e4chtige Ausschreitungen zu verzichten: Weil sie dem m\u00e4chtigsten Herrn aller Zeiten geh\u00f6ren, der sie nie h\u00e4ngen l\u00e4sst. (8)<br \/>\n\u201eEinfalt\u201c ist keine geistige Einschr\u00e4nkung, sondern Konzentration auf das eine Wichtige ohne Zwiespalt, &#8211; ohne hintergr\u00fcndige Berechnungen, ohne Neben- und Hintergedanken: JESUS ALLEIN! <\/p>\n<p>Auch als Sklave den Willen Gottes zu tun, relativiert die Einteilung in \u201eArbeitgeber und Arbeitnehmer\u201c. (9) Christen dienen haupts\u00e4chlich EINEM Herrn (R\u00f6 12, 11; Kol 3, 24). (10)<br \/>\nWer durch Christus ein neuer Mensch geworden ist, kann oben oder unten, einflussreich oder unwichtig, m\u00e4chtig oder abh\u00e4ngig ertragen (Phil 4, 12). In JEDER Lage will er Gottes Willen tun und kann Zeuge seines Herrn sein, auch wenn es ihm zeitweilig unm\u00f6glich erscheint (Lk 18, 27 \u2013 Jahreslosung). <\/p>\n<p>V 9 Gl\u00e4ubige (!) Herren werden daran erinnert, dass beide, Herren und Sklaven (Arbeitgeber und Arbeitnehmer), einen und denselben Herrn \u00fcber sich haben.<br \/>\nAuch \u201egut gemeinte Drohungen\u201c als Druckmittel zur Pflichterf\u00fcllung greifen weder in der P\u00e4dagogik noch im Arbeitsverh\u00e4ltnis. (11) <\/p>\n<p>Aber f\u00fcr den ganzen Text gilt: Nur als neugeborenes Gotteskind, d.h. nur in der \u201eKraft von oben\u201c lassen sich die Ratschl\u00e4ge des Paulus umsetzen. Alle anderen Versuche werden am Menschen scheitern.<br \/>\n____________________________<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag (nach Dr. Helge Stadelmann)<br \/>\n1. Gehorsam, wie Gott ihn will<br \/>\n2. Autorit\u00e4t, wie Gott sie sich vorstellt<br \/>\n3. Bew\u00e4hrung in Macht und Ohnmacht<br \/>\n____________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) \u201eDie heutige Verseinteilung und Z\u00e4hlung stammt nat\u00fcrlich nicht von Paulus. Der Drucker Robert Stephanus ver\u00f6ffentlichte sie in seinem griech. NT von 1551 (Genf) und seiner Vulgata von 1555. Die erste Lutherbibel mit Verseinteilung war eine Heidelberger Ausgabe von 1568, die Wittenberger Drucke folgten seit 1586, die Z\u00fcrcher \u00dcbersetzung seit 1589.\u201c (Lexikon zur Bibel, Brockhaus)<br \/>\nBei krassen Fehleinteilungen standen besonders im AT hinter den ersten Verszahlen eines Kapitels in Klammern Zahlen, die direkt an das vorhergehende Kapitel anschlossen, z.B. \u201e1. (37), 2. (38)\u201c, usw.<br \/>\n(2) W\u00f6rtl. \u201eH\u00f6ren auf, gehorchen\u201c. In einem unverletzten Vertrauensverh\u00e4ltnis wird in der Regel das umgesetzt, was der Andere sagt. Dieses Wort steht auch f\u00fcr den Gehorsam der gl\u00e4ubigen Sklaven (V5).<br \/>\nF\u00fcr die FRAUEN (5, 21) gilt allerdings ein anderes Wort: \u201esich unter etwas stellen, sich unterordnen\u201c, wobei es hier darauf ankommt, dass es aus freiem Willen geschieht und nicht verordnet werden kann (nach Rienecker, Sprachlicher Schl\u00fcssel zum Griech. NT).<br \/>\n(3) Sp\u00e4testens nach dem Fiasko des \u201e68er-Befreiungskults\u201c und einer Emanzipationswelle, die jede Kinderbevormundung ablehnte und zum gewollten Verlust von Werten f\u00fchrte, wurden die hinterlassenen Scherben deutlich. Elternliebe muss Grenzen setzen k\u00f6nnen. Kinder, die alles d\u00fcrfen (leider oft auf Grund der Bequemlichkeit und Verantwortungslosigkeit ihrer Eltern!), sind f\u00fcr jede Fehlentwicklung offen.<br \/>\nEbenso funktioniert die \u201eSelbstentfaltung\u201c nur bei Raupen, die Schmetterlinge werden. Wenigstens \u00fcberlassen sie ihre Entwicklung ganz ihrem Sch\u00f6pfer.<br \/>\n(4) Hier beschreibt \u201eERSTES Gebot\u201c nicht eine Reihenfolge sondern seine Wichtigkeit (vgl. Mk 10, 31.44; Apg 17, 4; 1. Tim 1, 15).<br \/>\n(5) Heute nehmen \u00fcberwiegend die Ehefrauen und M\u00fctter diese Verantwortung wahr. K\u00f6nnen die das besser &#8211; oder entziehen sich die M\u00e4nner schlicht ihrer Verantwortung?<br \/>\n(6) Tiere nehmen aggressive Haltungen an, wenn sie nicht mehr weiter wissen.<br \/>\nUnter Menschen muss \u201eendlich mal ein MACHTWORT\u201c gesagt werden.<br \/>\nUnd wenn schon im Einzelfall Bisch\u00f6fe und Verbandsverantwortliche versagen, meinen V\u00e4ter manchmal, wenigstens im eigenen Gehege mal selbst ordentlich auf den Tisch hauen zu m\u00fcssen&#8230;<br \/>\n(7) Plato und Aristoteles unterscheiden zwei Gattungen: Sklaven seien nur zum Teil begabt und unterschieden sich von den Tieren nur durch ihre Arbeitsleistung. Oft galten Sklaven als SACHEN, nicht als Menschen, weshalb sich Sklavenh\u00e4ndler oder -halter f\u00fcr ihren Umgang mit ihnen nicht vor Gericht verantworten mussten.<br \/>\nDas Wort \u201eSklave\u201c hat verschiedene m\u00f6gliche Wurzeln: Es wird vom griech. Verb \u201eskyle\u00fao\u201c (\u201eKriegsbeute machen\u201c, (1. Person Singular \u201eskyl\u00e1o\u201c) oder vom lateinischen \u201esclavus\u201c abgeleitet.<br \/>\n\u201eSklaven stammen in der Regel aus anderen L\u00e4ndern, werden ihrer Volkszugeh\u00f6rigkeit und ihrer Familie entrissen und in andere ihnen v\u00f6llig fremde ethnische, sprachliche und soziale Umfelder verpflanzt. Sie stehen au\u00dferhalb des Rechts, sind zur Ware verdinglicht und werden willk\u00fcrliche Verkaufs- und Wiederverkaufsgegenst\u00e4nde. Die Freiheitsberaubung versklavter Menschen geht also in der Regel mit physischer und\/oder institutioneller Gewalt einher.\u201c (Wikipedia)<br \/>\nIn den USA wurde die Sklaverei erst 1865 verboten.<br \/>\n\u201eIm April 2006 ver\u00f6ffentlichte Terre des hommes Zahlen, nach denen mehr als 12 Millionen Menschen als Sklaven betrachtet werden m\u00fcssen. Diese Zahlen wurden sp\u00e4ter von Seiten der UN best\u00e4tigt. Davon seien etwa die H\u00e4lfte Kinder und Jugendliche. Es handelt sich um Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit In Indien, Bangladesh und Pakistan leben demnach die meisten Zwangsarbeiter. Auch in den Industriel\u00e4ndern leben insbesondere Frauen als Zwangsprostituierte unter sklaven\u00e4hnlichen Umst\u00e4nden. Dar\u00fcber hinaus werden im Baugewerbe, in Haushalten und in der Landwirtschaft Arbeitskr\u00e4fte illegal ohne Rechte besch\u00e4ftigt. In Mitteleuropa sind Einzelf\u00e4lle von sklaven\u00e4hnlichen Arbeitsverh\u00e4ltnissen bekannt.\u201c (Wikipedia)<br \/>\n(8) Die \u201e68er\u201c ermunterten \u201eMacht kaputt, was euch kaputt macht!\u201c. \u201eAutonome\u201c und \u201eHausbesetzer\u201c \u00fcbernahmen diesen Slogan.<br \/>\n(9) Peter Hahne: \u201eBeter bewegen die Welt, weil sie das Herz Gottes bewegen.\u201c<br \/>\n(10) \u201eChristen wollen nur einem zu Gefallen leben, ihrem himmlischen Haupt. Darum sind sie nicht menschengef\u00e4llig, buhlen nicht um Menschengunst, sind nicht schmeichlerisch, ins Gesicht dienstbeflissen, hinter dem R\u00fccken nachl\u00e4ssig. Als Knechte Christi tun sie den Willen Gottes. Was Gott will, ist f\u00fcr sie entscheidend, und dann machen sie es auch den Menschen recht. Und wenn Menschen dennoch etwas auszusetzen haben, so haben sie ein gutes Gewissen vor Gott und sind nicht emp\u00f6rt und untr\u00f6stlich. Sie dienen ihren irdischen Vorgesetzten \u201avon Herzen\u2019. Sie sind ganz dabei. Es ist ihnen ein Herzensanliegen, alles richtig zu machen. Sie begn\u00fcgen sich nicht mit dem Schein. Auch sollen sie ihrer Herrschaft gut gesinnt sein, nicht eine feindliche, geh\u00e4ssige Gesinnung, sondern guten Willen hegen, die Herrschaften nicht richten, nicht lieblos \u00fcber sie reden. Ist die Herrschaft g\u00fctig, so ist das nicht schwer. Aber auch gegen unfreundliche Herren sollen sie sich nicht aufbringen lassen, sondern ihre H\u00e4rte durch liebevolles Wesen besiegen. Das ist nur m\u00f6glich, wenn nicht der ungute Mensch vor den Augen steht, sondern der Herr mit Seiner Liebe, die auch f\u00fcr die grausamen Feinde gebetet hat und sich nie erbittern lie\u00df.\u201c (Aus: Walter Michaelis, Bibellesebl\u00e4tter)<br \/>\n(11) \u201eDie erste Ma\u00dfregel aller REGIERUNG ist DROHUNG. Und alle Regierung st\u00f6\u00dft dabei an zwei Klippen: teils gibt es kr\u00e4ftige Naturen, die alle Drohung verachten, und alles wagen, um alles wollen zu k\u00f6nnen; teils gibt es noch weit mehrere, die zu schwach sind, um sich die Drohung einzupr\u00e4gen, und bei denen von der Begierde die Furcht selbst durchl\u00f6chert wird. Die doppelte Ungewissheit des Erfolgs l\u00e4sst sich nicht wegr\u00e4umen.\u201c (Joh. Friedrich Herbart, Allgem. P\u00e4dagogik)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Nach dem Willen des Herrn lebenPredigtthema: Beziehungen nach dem Willen Gottes Bibelstelle: Epheser 6, 1-9 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Der Text h\u00e4tte eigentlich logisch zu Kap. 5 geh\u00f6rt. (1) In Epheser 5 und 6 sind 1. 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