{"id":1631,"date":"2008-12-05T10:47:03","date_gmt":"2008-12-05T08:47:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=450"},"modified":"2008-12-05T10:47:03","modified_gmt":"2008-12-05T08:47:03","slug":"predigthilfe-vom-14-12-2008-2-petrus-3-1-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-14-12-2008-2-petrus-3-1-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 14.12.2008 &#8211; 2.Petrus 3, 1-10"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben im Advent des Herrn<br \/>Predigtthema: Das Ziel im Auge behalten<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Petrus 3, 1-10<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nEs geht um die Zukunftserwartung biblisch-realistischer Art.<br \/>\nBesonders machten Vertreter der Gnosis (s. Bibellexikon) den ersten Christen Schwierigkeiten. Sie meinten, dass Jesus nicht \u201eim Fleisch\u201c kam, um durch seinen Tod am Kreuz Verlorene zu retten. Genauso wenig erwarteten sie eine Wiederkunft Jesu und spotteten \u00fcber die Enderwartung der Gemeinde (s. V3f). (1) <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1f Die Apostel gingen immer davon aus, was eine Gemeinde schon hat und wei\u00df (1. Ko 15, 1ff; das h\u00e4ufige \u201eWisst ihr nicht&#8230;?\u201c bei Paulus, auch 1. Jo 3, 21; 1. Thess 4, 9-12). Die \u201elautere Gesinnung\u201c sch\u00fctzt vor Sonderlehren, muss aber auch st\u00e4ndig wach gehalten werden.<br \/>\nDie \u201evorher gesagten Worte\u201c der Propheten haben Gewicht. Zwar wurde das Gesetz durch das neue Gebot ersetzt. Aber damit h\u00e4ngt die Zukunftserwartung eng zusammen (s. V11ff).<br \/>\nDas Warten auf den wiederkommenden Herrn geh\u00f6rt zu den Geboten.<br \/>\nUnd der HERR wird wahrhaftig und sichtbar sein, wenn er kommt. Sein Rettungswerk wird dann vollendet am Ziel sein. <\/p>\n<p>V 3f Die Gnosis (von altgriech. Gn\u00f4sis = [Er-]Kenntnis) bestritt nicht nur irgend eine \u201ezweitrangige\u201c Wahrheit des NT, sie wirkte (nagte) durch die Abwertung der Zukunftserwartungen am Kern der christlichen Botschaft. \u201eUnd falls euer Jesus doch nicht wiederk\u00e4me&#8230;\u201c, siehe Paulus 1. Ko 15, alle Verse.<br \/>\nZur letzten Zeit geh\u00f6ren auch zunehmend die Sp\u00f6tter (vgl. Judas V17f). 2)<br \/>\nUnd der Grund f\u00fcr diesen Spott ist 1. , dass die Menschen von ihren Begierden beherrscht werden und 2. die Unsicherheit vor dem \u201evielleicht doch\u201c kommenden Gottesgericht. <\/p>\n<p>Die Gemeinde erlebte damals eine starke Krise: Warum kommt der Herr nicht wieder, wenn sogar schon einige seiner Nachfolger beerdigt wurden? Paulus begegnete dem gleichen Argument in Thessalonich (1. Thess 4, 13-17). Die \u201eNaherwartung\u201c der Wiederkunft konnte damals nicht mehr l\u00e4nger bestehen. <\/p>\n<p>Unter den Sp\u00f6ttern waren wahrscheinlich auch welche, die den Herrn zu Lebzeiten zur\u00fcck erwartet hatten und sich entt\u00e4uscht von Anderen \u00fcberzeugen lie\u00dfen.<br \/>\nWie stark hat sich auch heute die Zukunftserwartung der Christen auf ihre pers\u00f6nliche Unsterblichkeitshoffnung reduziert? <\/p>\n<p>V 5f Die Sp\u00f6tter beriefen sich von jeher auf die \u201eUnver\u00e4nderlichkeit der Natur\u201c: Nur \u201eewige, eherne\u201c Naturgesetze sollen unser Dasein bestimmen. Ereignisse wie die Sintflut wurden ausgeblendet (3), wie alle Argumente, die f\u00fcr einen lebendigen Gott sprechen. Sie sind (griech.) Wollende, Behauptende. (4)<br \/>\nDie vernichtete Welt (kosmos) bezieht sich hier nicht auf die Erde, die ja nicht verschwand, sondern auf die Menschenwelt. (5) <\/p>\n<p>V 7 Die V\u00f6lker ahnen den kommenden Weltenbrand. Weltfinanzkrisen, Terrorismus, Kriege wegen \u00d6lvorhaben, Katastrophen wie z.B. durch Tsunamis deuten auf die Machtlosigkeit der verantwortlichen Politiker hin. <\/p>\n<p>Gottlose Menschen erwartet eine andere Zukunft als Gl\u00e4ubigen. Es wird auch ein Verderben geben.<br \/>\nDas letztliche Vergehen der Gottesgegner wird schon von den AT-Propheten mit Feuer in Zusammenhang gebracht (Jes 33, 11ff; Joel 2, 3; Sach 12, 6). <\/p>\n<p>V 8 Die Sintflut geschah durch Wasser. Das wird nie mehr so sein (1. Mo 9, 11ff).<br \/>\nSchrecklicher ist die Vernichtung durch Feuer. Wasser und Feuer sind f\u00fcr den Menschen \u00fcberlebenswichtig, aber keine anderen Elemente k\u00f6nnen so vernichtend wirken.<br \/>\nPetrus erinnert an Ps 90. Er erliegt nicht der Versuchung, mit dem Kalender zu rechnen und zeigt auf, dass unsere kopernikanische Zeitmessung nicht mit Gottes Zeitrechnung vergleichbar ist.<br \/>\nWIR k\u00f6nnen uns nur in unseren Zeit- und Raumsystemen \u201efrei\u201c bewegen, d. h. wann und wo wir sein wollen, d\u00fcrfen wir mitbestimmen. Aber der Herr ist immer noch gr\u00f6\u00dfer! (6) (7)<\/p>\n<p>V 9 Gott verschl\u00e4ft keine Termine. Wenn er mit dem Endgericht noch z\u00f6gert, liegt das an seiner Langmut, seiner Gro\u00dfmut. (8)<br \/>\nGottes Geduld und seine Barmherzigkeit verschaffen den Menschen noch ein Zeitfenster: GNADENZEIT. <\/p>\n<p>Es geht nicht nur um die ureigene, pers\u00f6nliche Errettung, sondern um Gottes Heilsplan und SEINE Gedanken.  <\/p>\n<p>V 10 Dieser Zeitpunkt kommt unberechnet und \u00fcberraschend (Mt 24, 42ff).<br \/>\nZur Gewissheit seiner Wiederkunft kommt die Ungewissheit des Zeitpunkts (1. Thess 5, 2). (9) <\/p>\n<p>Vor dem \u201eTag des Herrn\u201c haben die AT-Propheten gewarnt (z. B. Amos 5, 18ff). Und wer heute etwas von den Kr\u00e4ften der Nuklearenergie weiss (Hiroshima&#8230;), kann verstehen, dass sich Elemente in der Glut aufl\u00f6sen k\u00f6nnen. Die Erde und alle menschlichen Werke werden vergehen (Mt 24, 35; Lk 21, 36ff). Die gr\u00f6\u00dften \u201eHelden der Geschichte\u201c werden den Zerfall ihrer Verdienste erleben. Was bleibt, ist die in Gottes Wort vorausgesagte Wirklichkeit. <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\n1. Keine leichte Zeit.<br \/>\n2. Glaubw\u00fcrdig bleibt nur Gottes Wort.<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) \u201eSankt Nimmerlein\u201c ist z.B. ein erfundener Heiligenname, der umgangssprachlich verwendet wird, um nach ihm einen Termin zu benennen (den \u201eSankt-Nimmerleins-Tag\u201c), der niemals eintreten wird.<br \/>\n(2) Clinton Richard Dawkins (* 1941 in Nairobi, Kenia), ist ein britischer Zoologe, theoretischer Biologe und Autor popul\u00e4rwissenschaftlicher Literatur, &#8211; KEIN Theologe. Seine B\u00fccher \u201eDer blinde Uhrmacher\u201c und \u201eDer Gotteswahn\u201c richten sich scharf gegen jede Vorstellung, ein Gott habe die Welt erschaffen, begleite sie und h\u00e4tte mit ihr noch was vor. Dawkins ist \u00fcberzeugter Atheist, Humanist und Mitglied der \u201eBrights\u201c (engl.: hell, klar), die ein naturalistisches Weltbild vertreten, ohne alle religi\u00f6sen oder \u00fcbernat\u00fcrlichen Elemente. Ihre \u00dcberzeugungen und Handlungen sollen \u201efrei von allen Vorstellungen sein, die einem \u201aGotteswahn\u2019 erlegen sind.\u201c<br \/>\n(3) Der Sintflutbericht wurde von den Professoren J.C.Whitcomb und H.M.Morris wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft und \u00fcberzeugende Nachweise gefunden (TELOS \u2013 Wissenschaftliche Reihe Nr. 4009).<br \/>\n(4) \u201ePetrus sieht, was die moderne Tiefenpsychologie wieder neu entdeckt hat, wie sehr hinter unseren scheinbar \u201aobjektiven\u2019 Behauptungen und Denkvorstellungen ein verborgenes WOLLEN steht. Weltanschauliche Theorien und Systeme haben ihre eigentlichen Wurzeln oft in nur halbbewussten W\u00fcnschen.\u201c (Uwe Holmer).<br \/>\n(5) Adolf Schlatter versteht darunter die \u201edamals lebende Welt\u201c.<br \/>\n(6) Viel st\u00e4rker als Albert Einsteins Relativit\u00e4tstheorie, die etwas Einblick \u00fcber die letztlich eben NICHT zuverl\u00e4ssigen \u201eehernen Naturgesetze\u201c verschafft hat, wird Gott souver\u00e4n handeln. Wie immer.<br \/>\n(7) Beispiel: Ein Boot sucht den Heimathafen. Immer wieder versperren Wellenberge die klare Sicht auf das Ziel. In den Wellent\u00e4lern scheint nur Wasser zu sein. Aber der Schein tr\u00fcgt. Wellen k\u00f6nnen zwar zeitweise die Sicht versperren, aber das Schiff n\u00e4hert sich trotzdem dem Hafen.<br \/>\n(8) Die Frage in gro\u00dfen N\u00f6ten: \u201eWo ist er denn?\u201c hat ihren Ursprung im beschr\u00e4nkten Horizont unseres Denkens. Eine Frau Dorothea S\u00f6lle (emerit. Theologieprofessorin) meinte hilflos: \u201eWenn ich heute was von Gott zeigen sollte, zeige ich die verhungernden Kinder von Biafra\u201c. Der afrikanische Bereich Biafra war zeitweise von Nigeria getrennt und erlebte Kriege und V\u00f6lkermord.<br \/>\n(9) Ungewissheit st\u00e4rkt die Wachsamkeit.<br \/>\nDer Bau von Ritterburgen hatte seinen Grund in den Unsicherheiten der Besitzer.<br \/>\nJedes Versicherungsunternehmen baut auf die Unsicherheiten seiner Versicherungsnehmer.<br \/>\nUnsichere Autofahrer passen besonders gut auf.<br \/>\nUngewissheit sch\u00e4rft die Sinne. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben im Advent des HerrnPredigtthema: Das Ziel im Auge behalten Bibelstelle: 2.Petrus 3, 1-10 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Es geht um die Zukunftserwartung biblisch-realistischer Art. Besonders machten Vertreter der Gnosis (s. Bibellexikon) den ersten Christen Schwierigkeiten. 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