{"id":1606,"date":"2008-05-26T19:10:59","date_gmt":"2008-05-26T17:10:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=425"},"modified":"2008-05-26T19:10:59","modified_gmt":"2008-05-26T17:10:59","slug":"predigthilfe-vom-22-6-2008-jona-4-1-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-22-6-2008-jona-4-1-11\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 22.6.2008 &#8211; Jona 4, 1-11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben unter der Leitung des Herrn<br \/>Predigtthema: Abgelehnte Retterliebe<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jona 4, 1-11<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDer gehorsame Jona (3, 3) freut sich nicht. Lieber sterben als leben, weil er selbst nicht Recht behalten hatte. Die Angst um sein Recht war die geheime Ursache seines ersten Versagens gewesen. Im Dienst f\u00fcr Gott kommt aber auch der Gehorsame oft nicht zu seinem \u201everdienten\u201c Recht. <\/p>\n<p>Die geschichtliche Reihenfolge legt eine Betrachtung von V 5 vor den \u00fcbrigen Versen nahe.<br \/>\nV 5 Ninives Untergang war f\u00fcr Jona besiegelt. (1) Die \u00f6stlichen Berge boten einen guten \u00dcberblick.<br \/>\nTypisch auch f\u00fcr manche Gotteskinder, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind und sich auf Beobachtungsposten zur\u00fcckziehen. (2)<br \/>\nJona ist ALLEIN. Ein Zeichen f\u00fcr seinen augenblicklichen Zustand. Keine Freunde, keine Gebete. Die Flucht in die Einsamkeit ist oft auch die Flucht vor Gott (3), siehe auch Adam nach dem S\u00fcndenfall (1. Mo 3, 8).<br \/>\nNichts zerst\u00f6rt die Freude am Glauben so sicher wie das SELBSTMITLEID. (4)<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1-3 Jona sah nur 2 M\u00f6glichkeiten: 1. Gott l\u00e4sst Ninive untergehen wie Sodom und Gomorrha, wie die Welt zur Zeit des Noah oder Babel. Die Welt w\u00fcrde feststellen, dass der Prophet richtig vorausgesagt hat.<br \/>\n2. M\u00f6glichkeit, an die Jona lieber nicht erst dachte: Gott ist barmherzig und der gr\u00f6\u00dfte Feind im Nachbarland w\u00fcrde nicht vernichtet. Bei der Heimkehr w\u00fcrden ihn Schande und vielleicht sogar der Tod erwarten. <\/p>\n<p>Weil es ihm um seine EIGENE Sache, um SEINEN Ruhm ging, wuchs seine Anfechtung. Die verbreitete Ursache f\u00fcr Anfechtung: \u201eErstens kommt es anders, zweitens als man denkt.\u201c (Wilhelm Busch). Wenn Gottes und meine Ziele auseinanderdriften, entstehen Anfechtungen (1. K\u00f6n 19, 3ff). <\/p>\n<p>\u201eZorn \u201aentbrennt\u2019\u201c, wenn innerlich ausreichend Z\u00fcndstoff\/Pulver zusammengetragen wurde, dass ein Funke ausreicht, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen (siehe auch V9). (5).<\/p>\n<p>V 2 Wenn es um MEIN Leben, MEINE Familie oder MEIN Volk geht, erinnern wir uns gern an den \u201egn\u00e4digen Gott\u201c. Handelt es sich um grobe Fehler anderer, auch solche von Christen, fragen wir leicht nach dem \u201egerechten Gott\u201c.<br \/>\nDas Nachrechnen im Kopf und im Herzen beginnt: \u201eWas wird uns daf\u00fcr?\u201c Petrus in Mt 19, 27; Jesu Antwort in Mt 20, 1-16.<br \/>\nJona bef\u00fcrchtete, dass \u201eder VATER in Gott ST\u00c4RKER sein k\u00f6nnte als der RICHTER\u201c (M. Luther), wenn es um die Anderen ging. <\/p>\n<p>V 3 Trotz und Eigensinn: WENN-DANN. (6)<br \/>\nEbenso kommt Verzweiflung dazu, weil Jona wei\u00df, dass DER bei Gott verspielt hat, der dessen Liebe und Vergebung nicht auch f\u00fcr die Anderen will. (7) <\/p>\n<p>V 4 Wie reagiert Gott (= V4). Gotteskinder haben hoffentlich gelernt, dass sie mit \u201eRecht muss doch Recht bleiben!\u201c selbst Gottes Strafe auf sich ziehen k\u00f6nnten und wissen, dass ihnen \u201eGnade VOR Recht\u201c geschah. (8)<br \/>\nGott stellt nicht zuerst Jonas Schuld fest. Er beginnt das Gespr\u00e4ch liebevoll (siehe auch Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen, Jo 4, 1ff), die einzige Art, die Verzweifelte noch erreicht.<br \/>\nGott l\u00e4sst Jona selbst antworten, obwohl er alle Hintergr\u00fcnde kennt. (9)  Siehe auch oben zu V5 in 1. Mo 3, 9, auch im Gespr\u00e4ch mit Kain (1. Mo 4, 9) oder mit den J\u00fcngern (Lk 22, 35) und mit Saulus (Apg 9, 4).<br \/>\nV 6 Statt mit Feuer und Schwert greift Gott heute zur st\u00e4rksten und einzigen Waffe, die LIEBE. Auch wenn sein Wort \u201ewie ein Hammer\u201c wirken kann (Jer 23, 29), die Liebe Gottes wirkt so, dass Menschen sie verstehen, &#8211; und ist gleichzeitig \u201ewie ein Regen, der das Land befeuchtet (Hos 6, 3), in Israel ein sehr willkommenes Ereignis. <\/p>\n<p>V 6 Elberfelder \u00dcbersetzung \u201eDa bestellte Gott, der Herr, einen Rizinus&#8230;\u201c Gottes Wort GESCHIEHT von selbst (Jona 1, 1; 3, 1; Ps 33, 9). Auch die Natur ist ihm gehorsam: Sturm (1, 4): Fisch (2, 1); Rizinusstaude (4, 6); Wurm (4, 7); Sonne (4, 5f); Ostwind (4, 8). Auf Jesus h\u00f6rt sogar ein ausgewachsener Seesturm (Mk 4, 39).<br \/>\nWenn Gott will, spurt ALLES, nur meistens die Menschen nicht. (10)<br \/>\nJona freut sich \u00fcber die Staude, nicht \u00fcber den Herrn! (dagegen Neh 8, 10).<\/p>\n<p>V 7f Menschen ohne Gott leben st\u00e4ndig auf Kosten der eigenen \u201eBatterie\u201c, die eben unter Belastung irgendwann leer ist. Widerstandskr\u00e4fte erl\u00f6schen. <\/p>\n<p>V9ff (siehe auch oben zu V1). An Jona l\u00e4sst sich die Spannung zwischen ALTEM und NEUEN Menschen gut ablesen: Einerseits \u201egesinnt sein, wie es der Gemeinschaft mit Jesus Christus entspricht\u201c (Phil 2, 5), &#8211; zum Andern versucht der Alte Mensch immer wieder, aufzuerstehen.<br \/>\nTrost am Rande: Wenn Gott solche Versager wie Jona gebrauchen kann und will, ist f\u00fcr JEDEN Mitarbeiter Hoffnung.<br \/>\nGott fragt sogar, wer sein Bote sein will (Jes 6, 8). (11)<\/p>\n<p>Die Staude hatte Jona nicht gepflanzt. Wer sich in Gottes Gaben vergafft und dabei den Geber vergisst, geht auch selbst dabei ein.<br \/>\nUnsere Zeit und Kraft, Augenlicht und H\u00f6rf\u00e4higkeit, Denken und Mitreden k\u00f6nnen sind Geschenke Gottes (Ps 8; Ps 65; Ps 145, 15). <\/p>\n<p>Das Jonabuch verr\u00e4t nicht, wie es damals weiterging. Seine Leser werden praktisch aufgefordert: Zieht die Konsequenzen. H\u00f6rt auf Gott. Geht hin, wenn er es will. Sagt, was er euch aufgetragen hat. Erlebt die Treue Gottes. Dieser Gott l\u00e4sst sogar die Versager nicht einfach h\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\n1. Eigene Sorgen kosten Kraft &#8211; abgelehnte Retterliebe r\u00e4cht sich.<br \/>\n2. Gottes F\u00fcrsorge gibt neue Kraft<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Sprichw\u00f6rter: Rette sich, wer kann. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.<br \/>\n(2) Im 2. Weltkrieg bezogen nicht wenige Schaulustige aus der N\u00e4he brennender St\u00e4dte Beobachtungsposten. Mir war ein \u00e4lteres Fr\u00e4ulein bekannt, das nach einem Bombenangriff auf Hannover mit dem Fahrrad 20 km bis zum Stadtrand fuhr &#8211; und bei der R\u00fcckkehr ihr mittlerweile auch abgebranntes Haus vorfand.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Unf\u00e4lle ziehen immer auch Schaulustige an (s. Verkehrsfunk).<br \/>\n(3) Im Gegensatz zum hervorragenden Buch von Peter Strauch \u201eEntdeckungen in der Einsamkeit\u201c, das im Gegensatz zu Jonas Flucht lebendige Begegnungen mit Gott schildert.<br \/>\n(4) z. B. \u201eLass sie ruhig untergehen, sie werden schon sehen&#8230;\u201c Umgeknickte B\u00e4ume und zerfallene H\u00e4user lassen einen kalt, man ist so was schon durchs Fernsehen gewohnt, &#8211; aber wenn die eigene Autoantenne abgeknickt wurde&#8230;<br \/>\nOder in Goethes \u201eFaust\u201c ein B\u00fcrger: \u201eNichts Bessers wei\u00df ich mir an Sonn- und Feiertagen als ein Gespr\u00e4ch von Krieg und Kriegsgeschrei, &#8211; wenn hinten, weit, in der T\u00fcrkei, die V\u00f6lker aufeinander schlagen. (860)<br \/>\n(5) Auch und gerade zur\u00fcckhaltende Menschen sammeln leichter, als Explosives gleich anzusprechen und zu entsch\u00e4rfen. \u201eHerr, hilf mir abends beim Einschlafen. Mach alles Pulver nass, damit seine Explosivkraft nicht mehr anderen und mir schaden kann.\u201c<br \/>\n(6) z. B. Wie ein Kind, dass sein Essen nicht mag: \u201eDann verhungere ich eben lieber&#8230;\u201c<br \/>\n(7) Die gef\u00e4hrlichste Bitte im Vaterunser ist \u201eVergib uns unsere Schuld (Einf\u00fcgung: aber bitte \u201agenau so\u2019) WIE auch WIR vergeben unseren Schuldigern\u201c (Mt 6, 12).<br \/>\n(8) \u201eIch hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein\u201c = Vers 2 aus \u201eMir ist Erbarmung widerfahren\u201c (Philipp Friedrich Hiller, Iwwd 254).<br \/>\n(9) P\u00e4dagogisch sinnvoll ist es, den Gespr\u00e4chspartner m\u00f6glichst viel selbst formulieren zu lassen. Dazu ist die Beobachtung interessant, dass z. B. nach einem Bibelgespr\u00e4ch in Gebetsgemeinschaften die Beter auffallend oft gerade f\u00fcr DAS beten, was sie im Gespr\u00e4ch vorher SELBST gefragt oder beantwortet hatten.<br \/>\n(10) Sogar der ehemalige Ministerpr\u00e4sident der UdSSR, Nikita Chruschtschow, klagte: \u201eWir w\u00e4ren schon lange viel weiter, wenn nur die Menschen nicht w\u00e4ren\u201c.<br \/>\n(11) Im Altertum galt der Grundsatz \u201eDer Gesandte ist gleich dem Sendenden\u201c. D. h. er vertritt seinen Auftraggeber so, als ob dieser selbst anwesend sei. Er hat Vollmacht. Ein Beispiel: 2. Sam 10. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben unter der Leitung des HerrnPredigtthema: Abgelehnte Retterliebe Bibelstelle: Jona 4, 1-11 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Der gehorsame Jona (3, 3) freut sich nicht. Lieber sterben als leben, weil er selbst nicht Recht behalten hatte. 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