{"id":1603,"date":"2008-05-06T11:03:40","date_gmt":"2008-05-06T09:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=422"},"modified":"2008-05-06T11:03:40","modified_gmt":"2008-05-06T09:03:40","slug":"predigthilfe-vom-1-6-2008-jona-1-1-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-1-6-2008-jona-1-1-16\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 1.6.2008 &#8211; Jona 1, 1-16"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben unter der Leitung des Herrn<br \/>Predigtthema: Gebotene Retterliebe<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jona 1, 1-16<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nJona ist der einzige Prophet im AT, der vor Gott floh. Der Verfasser des Buches ist nicht bekannt. Die Symbolik des Buches wurde allerdings weltbekannt: Jona und der Fisch, Ninive und der Rizinusstrauch. <\/p>\n<p>Die Geschichtlichkeit der Person ist vor allem durch Jesus belegt (Mt 12, 38-41; 16, 4; Lk 11, 29-32).<br \/>\nDas Buch zeigt die LIEBE GOTTES, aber auch den engherzigen Nationalstolz der damaligen Juden (Jona 4, 1-3). Ninive war Hauptstadt des in dieser Zeit schlimmsten Feindes Israels, das religi\u00f6se Zentrum in Assyrien. Jona ist auch ein Bild des Volkes Israel, das seinen Auftrag an die Heidenwelt nicht erf\u00fcllt hat.<br \/>\nEbenso wird hier schon Jesus Christus angedeutet (Mt 12, 40).<br \/>\nJesus, seine Zeitgenossen, auch Luther hielten das Buch Jona f\u00fcr einen wahren Bericht.<br \/>\nEs wird deutlich, dass Glaube nie Vorherwissen ist und dass GOTTES WORT das Entscheidende bleibt. <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1 Gott spricht nicht nur: sein Wort GESCHIEHT! (1. Mo 1, 3ff; 1. Sam 15, 10; Jes 38, 4; 40mal bei Jeremia; Ps 33, 9; Jo 11, 43ff; u. v. a.). Sein Wort WIRKT m\u00e4chtig (Jer 23, 29; Mt 8, 8.16). <\/p>\n<p>V 2f \u201eAufmachen und gehen\u201c sind Schl\u00fcsselworte f\u00fcr Gehorsam. Konsequenzen ziehen aus Gottes Wort. Vieles erf\u00e4hrt man in Gottes Schule nicht beim Bibellesen oder Zuh\u00f6ren: Man muss Schritte wagen (1)<br \/>\nAuch Gemeinden (besser: Gemeindeglieder!) m\u00fcssen wieder lernen, hinzugehen. Das \u00fcbliche \u201eKomm-Prinzip\u201c der Gemeinden (Einladende Programme, fesselnde Predigten und beeindruckende R\u00e4umlichkeiten) muss auch wieder \u201eGEH-Prinzip\u201c werden (Hingehen, pers\u00f6nlich Menschen einladen und gewinnen, sie auch vor, w\u00e4hrend und nach der Wortverk\u00fcndigung begleiten).<br \/>\nTUN, was Gott will.<br \/>\nJona muss allerdings Gericht predigen \u2013 und das in Feindesland mit ungewissen Konsequenzen. F\u00fcr den eingefleischten Israeliten eigentlich unvorstellbar und schon deshalb unangenehm.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfer als Jonas Angst vor den Feinden war wahrscheinlich die Sorge, dass Gott au\u00dfer Israel auch dessen Feinden gn\u00e4dig sein k\u00f6nnte (Ps 9, 4-7.16-21). Er wollte, dass alle Heiden erf\u00fchren, dass sie verloren sind. Als er prophezeien durfte, dass im Norden das ganze Gebiet von Hamath bis ans Meer f\u00fcr Israel zur\u00fcck gewonnen w\u00fcrde, war er sofort und gern dabei (2. K\u00f6 14, 23-25).<br \/>\nMission ist aber immer auch Passion im Sinn von Leiden &#8211; aber auch von Leidenschaft.<br \/>\nMenschen wollen Gottes Wort zu jeder Zeit gern ausweichen (R\u00f6 1, 21). Sie wissen, dass es einen Gott gibt, wissen aber nicht WER dieser Gott ist und bilden sich zwangsl\u00e4ufig G\u00f6tzen (s. auch V 5).<br \/>\nAuch Gl\u00e4ubige k\u00f6nnen zeitweise versuchen, ohne Gott zu sein (Ps 139).<br \/>\nNinive (s. Bibellexikon), eine Weltstadt im Land der erbittertsten Feinde Israels. Aber \u201eGottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken\u201c (Jes 55, 8). <\/p>\n<p>V 3 Jona gehorcht nur teilweise. (2) Ein Beispiel f\u00fcr Christsein ja, aber doch nicht so ganz, ein Problem aller Generationen von Gl\u00e4ubigen (1. K\u00f6 18, 21).<br \/>\n\u201eGott will uns auf ganzer Linie haben mit Denken, F\u00fchlen, Wollen und Vollbringen\u201c (Gerhard Maier).<br \/>\nTarsis lag am allerletzten Ende der Welt (s. Bibellexikon) (3). Heute ein unbedeutendes Dorf beim spanischen  Huelva. Tarsis war eine reiche Stadt, in der Silber, Kupfer, Eisen, Blei, Mangan und Zinn gef\u00f6rdert wurden.<br \/>\nJona fl\u00fcchtete ins Ausland, ging \u201ehinab nach Jaffa\u201c, eine Philisterstadt. Aber auch in seinem Herzen ging es  \u201eabw\u00e4rts\u201c mit ihm. Er kam hinab, immer tiefer. Ein Weg f\u00fcr den die Unkosten\/Fahrtkosten umsonst gezahlt werden. <\/p>\n<p>V 4 Gott schuf und beherrscht die Natur. St\u00fcrme kann er \u201ewerfen\u201c und als seine Engel (Hebr 1, 7) und Diener einsetzen. Dem See Genezareth sagt er: \u201eSchweig und verstumme!\u201c (Mk 4, 39), ein anderes Mal schickt er Erdbeben und Feuer (1. K\u00f6 19, 11f), beim Tod Jesu ist auch die Natur ber\u00fchrt (Mt 27, 51ff), noch deutlicher am Ende der Weltzeit (Offb 16).<\/p>\n<p>V 5 Matrosen waren immer eine internationale Truppe. Trotz Hochsee-Erfahrungen erinnert sich jeder an seinen Gott, nur Jona nicht. Heiden wissen, DASS ein Gott ist (R\u00f6 1, 20ff), aber nicht WER Gott ist.<br \/>\nNot lehrt beten \u2013 aber sonst auch fluchen. (4)<br \/>\nLuthers \u00dcbersetzung \u201eLadung\u201c waren genauer \u201eGer\u00e4te\u201c, d. h. Anker, Kompass, evtl. auch Seilwinden usw.,<br \/>\n\u00fcberlebenswichtige Utensilien. In der Not zeigt sich, was einem wichtig ist. \u201eWenn alle Stricke rei\u00dfen\u201c zeigt sich, woran unser Leben h\u00e4ngt. <\/p>\n<p>V 6 Schlafen kann man, wenn einen nichts mehr interessiert. Im Schlaf vergisst man.<br \/>\nAuch Elia schl\u00e4ft auf seiner Flucht unter einem Wacholder ein (1. K\u00f6 19, 4f). Ermattung und kein Interesse an der Zukunft. (5)<br \/>\n\u201eSchiffsherr\u201c ist ein heidnischer Kapit\u00e4n und der erinnert einen Mann aus dem Gottesvolk an seinen Gott.<br \/>\nIsrael hat \u00f6fter solche Impulse von au\u00dfen gebraucht, &#8211; wer nicht? (6)<br \/>\nHier entl\u00e4dt sich der Zorn eines Heiden gegen\u00fcber einem Gl\u00e4ubigen, der den Rest der Welt im Stich l\u00e4sst.<br \/>\nZwar hatten auch die Athener Heiden aus Vorsicht einem \u201eunbekannten Gott\u201c einen Altar gebaut (Apg 17, 23), aber auch Heiden planen vor, sichern sich ab, beugen m\u00f6glichst allen Eventualit\u00e4ten vor. (7)  <\/p>\n<p>V 7 Auch Heiden rechnen mit dem \u201eSchicksal\u201c. (8) Im tiefsten Grund ahnen sie die Folgen der S\u00fcnde gegen Gott und damit zwangsl\u00e4ufig die Trennung von Gott.<br \/>\nDie SCHULDFRAGE wird gestellt, typisch menschlich.<br \/>\n\u201eMeister, WER hat ges\u00fcndigt&#8230;?\u201c (Jo 9, 2).<br \/>\nLose werden geworfen, wenn Menschen mit ihrer Weisheit am Ende sind (Jos 7, 10ff; 1. Sam 10, 17ff; Jes 44, 9ff; Ps 115). Dieses Loswerfen endet Pfingsten, ein letztes Mal Apg 1, 26. Seitdem gilt: \u201eWelche der Geist Gottes leitet, die sind Gottes Kinder\u201c (R\u00f6 8, 14).<br \/>\nGenauso wie Gott der menschlichen Unvollkommenheit entgegenkommt und sich klein macht (Jo 20, 27), spricht er Jona \u00fcber dessen Kontakt mit Heiden an. (9) <\/p>\n<p>V 8 Bewundernswert, dass kein \u201ekurzer Prozess\u201c folgt. <\/p>\n<p>V 9f Endlich kommt das Bekenntnis, \u201eHebr\u00e4er\u201c zu sein (5. Mo 26, 5; 5. Mo 6, 24), also eigentlich einer, der dem lebendigen Gott geh\u00f6ren will.<br \/>\nDie \u201eFurcht vor Jahwe\u201c ist in diesem Fall nicht nur Ehrfurcht, sondern die innere Einstellung eines ertappten S\u00fcnders.<br \/>\nAber sogar die Angeh\u00f6rigen anderer Religionen wissen, dass man vor einem Gott nicht weglaufen kann (Ps 139). <\/p>\n<p>V 11 Heiden bitten einen Gottesmann um Rat! (10) Jona bekennt sich zu seiner SCHULD vor Gott und weiss, dass er den Tod verdient hat.<br \/>\nGENAU DESHALB ging Jesus ans Kreuz! (2. Ko 5, 21; Phil 2, 7ff; R\u00f6 6, 23). Gottes Hilfe ist rettende Gnade durch Christus (R\u00f6 6, 8).  <\/p>\n<p>V 12 Jona bekennt seine Schuld und wei\u00df, dass die Folge das Gericht Gottes ist.<br \/>\n\u201eBesser, er sterbe f\u00fcr das Volk, als dass das ganze Volk&#8230;\u201c (Jo 11, 50ff).<br \/>\nAber Gott hat Jona nicht fallen lassen.<br \/>\nF\u00fcr uns: Wer einmal etwas mit Jesus erlebt hat, kann nie mehr so tun, als ob nichts w\u00e4re. (11)<br \/>\nGerhard Maier: \u201eIn diesem Abschnitt des Jonabuches erkennen wir drei Grundmotive im Handeln Gottes: seine Treue, seine geduldige Liebe, seine Beharrlichkeit in der Durchf\u00fchrung seiner Pl\u00e4ne.\u201c<br \/>\nJona m\u00f6chte hier immer noch \u201ewas TUN\u201c f\u00fcr seine Schuld, auch wenn es seinen Tod bedeutet: Wenn dadurch nur Gott zufrieden gestellt wird. (12)<br \/>\nGott braucht keinen Jona, aber Jona und alle Leute auf \u00e4hnlichen Wegen brauchen Gott.<\/p>\n<p>V 13 Heiden geben sich gr\u00f6\u00dfte M\u00fche um einen \u201eHeiden\u201c aus ihrer Sicht. (13)<br \/>\nTypisch f\u00fcr alle menschlichen Versuche: \u201eSie konnten nicht!\u201c. Gegen Gott kann kein Mensch ankommen. Weder die Flucht noch aktives Gegensteuern k\u00f6nnen helfen.<br \/>\nGottes Hilfe und Beistand ist REINE GNADE (1. Petr 1, 13). <\/p>\n<p>V 14 Endlich rufen sie sogar Jahwe, den fremden, aber lebendigen Gott an. Heiden wollen kein \u201eunschuldiges Blut\u201c vergie\u00dfen. Und dass G\u00f6tter Opfer verlangen, um ihren Zorn zu stillen, ist jeder Religion bekannt.<br \/>\nSie bekehrten sich nicht, strebten nur die Rettung aus ihrer aktuellen Not an. Typisch menschlich. <\/p>\n<p>V 15 F\u00fcr die Seeleute galt: Lieber ein Ende mit Schrecken als &#8230;<br \/>\nJona wird \u201ef\u00fcr Wichtigeres\u201c geopfert. Das Meer war immer Bild f\u00fcr Gefahren und den Tod.<br \/>\nManchmal muss Gott bis zum \u00c4u\u00dfersten gehen, um seine Leute vor Schlimmerem zu bewahren. (14) <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\n1. Gott will was<br \/>\n2. Nichts wie weg<br \/>\n3. Gott bleibt gn\u00e4dig<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Kolumbus h\u00e4tte nie etwas von Amerika gesehen, w\u00e4re er nicht hingefahren. Hudson Taylor machte seine \u201eRiesen-\u201cErfahrungen mit Gott im fernen China.<br \/>\n(2) Gottes Weisungen wurden oft halbherzig befolgt. So wurden sogar Leiter von Missions- und Diakoniewerken zu  \u201esozial ausgerichteten Gutmenschen\u201c.<br \/>\n(3) Noch weiter entfernt konnte man sich kein Land mehr vorstellen. Erst viel sp\u00e4ter fuhr Kolumbus von hier ab nach Amerika.<br \/>\n(4) Ein Bruder sagte, dass man in Not und Leid immer ein St\u00fcck vorw\u00e4rts kommt, &#8211; allerdings fast immer nur in der Richtung, in der man sich vor der Not bewegte.<br \/>\n(5) \u201eLasst den Karren laufen!\u201c sagten die Knechte, die ab 1792 verurteilte Delinquenten in Paris karrenweise  zur Guillotine (Fallbeil) transportierten, wenn ihnen das bergab schlitternde Fahrzeug entglitt, d. h. \u201eEs hat eh\u00b4 keinen Wert mehr.\u201c<br \/>\n(6) Melchisedek (1. Mo 14, 17ff), Bileam (4. Mo 22-24), Ebed-Melech (Jer 38, 7ff).<br \/>\nPr\u00e4lat Oetinger spricht von der \u201eWeisheit auf der Gasse\u201c.<br \/>\n(7) \u201eWenn es nur hilft, auch wenn ich nichts davon verstehe\u201c fast ein Glaubenssatz hom\u00f6opathisch ausgerichteter Patienten, denen die Wirkstoffe eigentlich egal sind.<br \/>\n(8) Ganz deutlich im griechischen Denken: Untaten werden von den G\u00f6ttern bestraft bis in die H\u00f6lle hinein: Errinyen, Furien, Meg\u00e4ren, Racheg\u00f6ttinnen qu\u00e4lten die Unt\u00e4ter noch nach deren Tod.<br \/>\n(9) Gott kann seine Leute sogar \u00fcber Anh\u00e4nger des Islam auf Wichtiges hinweisen lassen. Wenn er ALLEN helfen will, dann geh\u00f6rt sogar ein Dalai Lama dazu (1. Tim 2, 4). Wer Heiden gern meidet, wird sie kaum f\u00fcr das Evangelium gewinnen k\u00f6nnen.<br \/>\n(10) Im gro\u00dfen Leid sind Menschen offener f\u00fcr Rat und Hilfe, s. Trauerfamilien und Beerdigungen.<br \/>\n(11) Jungscharleiter, Eltern und gl\u00e4ubige Verwandte leiden schwer darunter, wenn ein ihnen Vertrauter \u201enicht mehr auf dem Weg ist\u201c: Wieder die Welt lieb gewonnen (2. Tim 4, 10), geschieden, o. a., eben \u201enicht mehr dabei\u201c. Der Herr hat einen langen Arm und einen langen Atem und hat auch einen Thomas angenommen und aufgebaut (Jo 20, 24-31).<br \/>\n(12) Dietrich Bonhoeffer: \u201eEin \u201aunbiblisches Denken, das von menschlichen Problemen ausgeht und von dorther nach L\u00f6sungen sucht.\u2019\u201c Bonhoeffer schrieb weiter: \u201eNicht von der Welt zu Gott sondern von Gott zur Welt geht der Weg Jesu Christi und daher der Weg alles christlichen Denkens.\u201c<br \/>\n(13) Man kann sich manchmal auch von Leuten, die nicht an Jesus glauben, \u201eeine Scheibe abschneiden\u201c. Ein geduldiger Lehrer, ein weitherziger Polizist, ein sich aufopfernder Notarzt, ein nachsichtiger Richter, usw.<br \/>\nAuch Menschen, die Gott nur ahnen, sind Gesch\u00f6pfe Gottes und haben mehr \u201emitgekriegt\u201c, als sie selber wissen.<br \/>\n(14) Gott im Bremserh\u00e4uschen. Erst als Jakob endlich am Ende war, konnte ihm Gott wieder begegnen (1. Mo 32, 23-32). Manchmal hilft nur Gottes Bremse: Anders kommen wir von unserem hohen Ross nicht herunter. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben unter der Leitung des HerrnPredigtthema: Gebotene Retterliebe Bibelstelle: Jona 1, 1-16 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Jona ist der einzige Prophet im AT, der vor Gott floh. Der Verfasser des Buches ist nicht bekannt. 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