{"id":1596,"date":"2008-03-31T19:17:11","date_gmt":"2008-03-31T17:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=415"},"modified":"2008-03-31T19:17:11","modified_gmt":"2008-03-31T17:17:11","slug":"predigthilfe-vom-13-4-2008-matthaus-18-15-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-13-4-2008-matthaus-18-15-35\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 13.4.2008 &#8211; Matth\u00e4us 18, 15-35"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Von Christus her leben<br \/>Predigtthema: Leben aus der Beziehung zum Herrn<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 18, 15-35<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nZwei Berichte, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen. V 15-20 allein k\u00f6nnte zu einem juristisch gepr\u00e4gten Gemeindeleben f\u00fchren.<br \/>\n(Siehe auch Predigttipp vom 19.03.2006)<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 15-18 Der rechte \u201eInstanzenweg\u201c der seelsorgerlichen Zucht in der Gemeinde. Jeder ist f\u00fcr den anderen verantwortlich und soll ihn in Liebe achten. Wer Unrecht bemerkt, darf nicht schweigen. Sein Vorgehen darf allerdings nicht willk\u00fcrlich sein, sondern IN LIEBE. Auch wenn er selbst nicht der Gesch\u00e4digte ist, schadet Unrecht immer auch dem T\u00e4ter. (Der Zusatz \u201egegen dich\u201c gibt eine Richtung der S\u00fcnde an, kam aber erst sp\u00e4ter in die Handschriften. Es geht also um grunds\u00e4tzlich s\u00fcndhaftes Verhalten.) <\/p>\n<p>Dar\u00fcber \u201ehinwegsehen\u201c und \u201estille sein\u201c w\u00fcrde weder dem S\u00fcnder noch seinem Gegen\u00fcber helfen. Seelsorgerlicher Dienst hei\u00dft: HINGEHEN, &#8211; aber in Liebe. S\u00fcnde und Unrecht w\u00e4re es, hinter dem R\u00fccken des S\u00fcnders die Beobachtungen weiter zu geben. Dabei k\u00f6nnen Lieblosigkeit und Vorverurteilungen leicht auch S\u00fcnde sein.<br \/>\nErster Schritt: Unter vier Augen und in Liebe. Wenn er sich \u201esagen\u201c l\u00e4sst, kann er wieder gewonnen werden. GEWINNEN schl\u00e4gt auch Paulus als ein Hauptziel vor, nicht Recht behalten, K\u00f6pfe waschen oder gar die gekr\u00e4nkte Eigenliebe (1. Ko 9, 19-21; Gal 4, 19). Gewinn ist das Gegenteil von Verlust.  <\/p>\n<p>Der Dienst des Gewinnens und Wieder-zurecht-Bringens (Gal 6, 1ff) kann nur in Weisheit und Echtheit geschehen. Ein geistliches Gereiftsein des Helfenden geh\u00f6rt dazu, d. h. nicht jeder Christ sollte diese Aufgabe \u00fcbernehmen. Nur in Liebe und durch echtes, glaubw\u00fcrdiges  Mitleid, d. h. in tats\u00e4chlichem Mit-Leiden, \u00f6ffnen sich Herzen.<br \/>\nDas bedeutet auch, dass ein dem S\u00fcnder beruflich Vorgesetzter pr\u00fcfen muss, ob er gerade der richtige Helfer ist. <\/p>\n<p>Falls der \u201eT\u00e4ter\u201c Einsicht zeigt und Vergebung in Anspruch nimmt, bleibt die Sache vertraulich.<br \/>\nFalls nicht, d\u00fcrfen ein oder zwei Br\u00fcder um Hilfe gebeten werden. Zeugen sollen nicht den Druck erh\u00f6hen, sondern helfen, die Wahrheit zu finden (5. Mo 19, 15).<br \/>\nDie Gemeinde hat erst das letzte Wort. F\u00fchrt die Zurechtweisung (im positiven Sinn!) nicht weiter, kann die Gemeinde ausschlie\u00dfen. Das ist aber nicht das letzte Wort.<br \/>\nPaulus erkl\u00e4rt in 1. Ko 5 den Ernst der Lage, aber Jesus war bekannt daf\u00fcr, dass er sich gerade um Heiden, Z\u00f6llner und S\u00fcnder (V17b) gek\u00fcmmert hat (Mt 9, 11).<br \/>\nWie weit seine suchende Liebe reicht, kl\u00e4ren die Verse 21ff. <\/p>\n<p>Mt 16, 18f hatte Jesus die ungeheure Verantwortung dem Petrus \u00fcbergeben, nun den Br\u00fcdern und der ganzen Gemeinde. (1)<br \/>\nAber wo das nicht praktiziert wird, ist nicht Gemeinde Jesu. <\/p>\n<p>V 19f Gemeinsames GEBET eint die Gemeinde. Dabei ist Christus die Mitte.<br \/>\nAchtung: V 19f wird oft eher als Daseinsberechtigung auch kleinster Kreise zitiert. Die Gegenwart des Herrn unter seinen vielen oder wenigen Leuten wurde Mt 28, 20 zugesagt. Hier geht es ums Beten, &#8211; im Zusammenhang mit den vorherigen Versen auch um den Vergebungswillen.<br \/>\n\u201eIm Namen\u201c bedeutete rechtlich auch \u201eauf Kosten von\u201c, z. B. bei einer Einladung oder einer Stellung als Prokurist (procura = Vollmacht von lat. procurare, f\u00fcr etwas Sorge tragen. Heute Einer, der im Namen seiner Firma mitreden und handeln darf.) <\/p>\n<p>V 21ff Gemeinde ist eine Liebes-, Gebets, Zucht-, Vergebungs- und Begleitungsgemeinschaft, wenn B\u00f6ses auftritt. <\/p>\n<p>Gemeinde bedeutet PERMANENTE VERGEBUNGSBEREITSCHAFT. <\/p>\n<p>V21 Petrus fragt: \u201eHerr, wann darf auch mal Schluss sein?\u201c Wann darf mir auch mal was \u201e\u00fcber die Hutschnur\u201c gehen? Wann darf mein \u201eH\u00e4fele auch mal \u00fcberlaufen?\u201c Beispiele (Fu\u00dfnoten 2 + 3).<br \/>\nDie menschliche und religi\u00f6se Frage nach dem GESETZ: WANN reicht es?<br \/>\nAlles Problematische muss seine Grenzen haben. (4)<br \/>\nSieben ist eine biblische Zahl, die Vollkommenheit andeutet (Bibellexikon unter \u201esieben\u201c), eine Zahl der F\u00fclle und Grenze.  <\/p>\n<p>V 22 Jesus sagt praktisch: Gar nicht! Es \u201ereicht\u201c nie! Alles Menschliche bleibt unzureichend.  UNBEGRENZT muss Vergebungsbereitschaft sein, wenn man sie selbst begriffen und erfahren hat. <\/p>\n<p>V 23ff Die Parabel vom K\u00f6nig, der abrechnet, spricht f\u00fcr sich.<br \/>\nV 24 10.000 Talente (= damals gr\u00f6\u00dfte W\u00e4hrungseinheit. Klaus Beyer, Biblisch-aram\u00e4ische Texte: 1 Talent = 22 kg Silber, 1 Kilo Silber kostet 2008 \u00fcber \u20ac 330. Es geht also um einen Millionenbetrag, d. h. UNBEZAHLBAR. (5) <\/p>\n<p>V 25 Der Rechtsstandpunkt: Zahlungsunf\u00e4hige wurden samt Restbesitz und Familien verkauft (s. auch 2. Mo 22, 2). Der Verkaufte h\u00e4tte nach 7 Jahren wieder freikommen sollen, &#8211; Berichte dar\u00fcber sind aber nicht bekannt.<br \/>\nDer Schuldner erweckt das Herz seines Herrn. Ein Bild f\u00fcr Gott, der Schulden erl\u00e4sst (Kol 2, 13f). Nicht nur einmal. Millionenfach vergibt uns Gott Riesenschulden \u201eauf Rechnung seines Sohnes\u201c (Hebr 7, 27; 9, 12.26;  10, 2.10).<br \/>\nDer begnadigte Diener w\u00e4hlt den RECHTSWEG, obwohl es sich nur um wenige \u20ac handelt.<br \/>\n\u201eGerecht sein\u201c gegen\u00fcber Mitmenschen verschleiert oft nur harte Herzen. Solche \u201eGerechtigkeiten\u201c, sprich: Unvers\u00f6hnlichkeiten, sind nicht im Sinn Gottes.<br \/>\nAuch jeder Christ verletzt st\u00e4ndig unabsichtlich oder auch mal absichtlich (?) Andere. Verletzungen seiner Ehre erwecken seinen Zorn, der nach \u201eRECHT und GERECHTIGKEIT\u201c schreit. Gott soll ihn zwar tragen, aber selbst l\u00e4sst er jemanden fallen, der sein gutes Recht verletzt. Wird \u201eunsere\u201c Ehre eingeschr\u00e4nkt, w\u00e4chst der Schrei nach Recht und Gerechtigkeit. Von \u201eRecht muss doch Recht bleiben\u201c bis zur \u201eRache\u201c ist der Weg oft kurz. <\/p>\n<p>An Gottes Barmherzigkeit wird der Christ barmherzig, durch seine Vergebung lernt er vergeben. Aber Gottes Gnade kann sich in Zorn verwandeln, wenn Vergebung nur f\u00fcr den Eigengebrauch bestimmt sein soll. <\/p>\n<p>Die so leicht hingesagte \u201eVater unser-Bitte\u201c, nach der wir Gott bitten, seine Vergebung an unserer Vergebungsbereitschaft zu messen (\u201e&#8230; WIE wir vergeben&#8230;\u201c),  kehrt sich um: Wir k\u00f6nnen gar nicht anders als vergeben, WEIL GOTT uns so viel vergeben hat.<br \/>\nWilhelm Vischer (schweiz. und franz. Theologe, 1895-1988): \u201eDie Vergebung ist das Herzst\u00fcck der Gemeinde Jesu. Wo jeder Bruder dem andern von Herzen vergibt, da k\u00f6nnen zwei eins werden im Gebet, da k\u00f6nnen sie einander zurechtweisen, das Verirrte suchen, das Verderbliche \u00fcberwinden, die Kleinen sch\u00fctzen und die Erniedrigten hoch achten, da ist Jesus in ihrer Mitte.\u201c <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\n1. Mit Jesus Br\u00fcder gewinnen<br \/>\n2. Vergebung ist immer umfassend<br \/>\n3. Vergebung ist keine Sache meiner Kraft, sondern meiner Erinnerung<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Adolf Schlatter: \u201eWas also die Gemeinde tut, reicht in den Himmel hinauf. Sie l\u00f6st den Reuigen, dem sie vergibt; sie bindet den Trotzigen, der ihr wie ein Z\u00f6llner und Heide wird. Sie hat bei beidem Gott f\u00fcr sich. Das ist die Freude in ihrem Vergeben, dass sie wei\u00df, dass jetzt nicht nur Menschen verzeihen, sondern dass auch Gott ihm verziehen hat, und das ist der Ernst bei ihrem Gericht, dass sie wei\u00df, dass hier Gott gerichtet hat.<br \/>\nDas ist die Beichtregel Jesu, die weit \u00fcber allem steht, was die katholische Kirche nach der apostolischen Zeit eingef\u00fchrt hat. Sie ist lieb und ernst zugleich. Sie schont den Fehlenden, erniedrigt ihn nicht, unterwirft ihn keiner menschlichen Strafgewalt, tr\u00e4gt ihm die Vergebung entgegen und l\u00e4sst zugleich dem B\u00f6sen keinen Raum. Jesus hat seinen J\u00fcngern gesagt, dass er sie dazu verbinde, damit sie gemeinsam die S\u00fcnde aus ihrem Leben entfernen. Nur soweit, als dies von uns geschieht, ist die Gemeinde Jesu unter uns.\u201c<br \/>\n(2) \u201eIm Schaufenster unserer Reinigungsfirma liegen schmutzige W\u00e4schest\u00fccke, Ihre und meine. Der Werbetext: \u201eSo dreckig sind unsere Kunden!\u201c W\u00e4ren Sie einverstanden? Vielleicht w\u00fcrden sich nur wenige Kunden in diesem Gesch\u00e4ft wohl f\u00fchlen. Sicherlich w\u00e4re diese Werbung nicht sehr zugkr\u00e4ftig, und man m\u00fcsste bald nach neuen Ideen suchen. H\u00e4tten Sie einen Vorschlag? \u00dcbrigens \u2013 Gott macht es ja auch anders. Seine Hauptthemen sind nicht S\u00fcnde und Schmutz, sondern die Reinigung davon. Und die ist ihm so wichtig, dass er alles daransetzt \u2013 sogar seinen Sohn. Verstehen Sie das? \u2013 Ich nicht! Aber ich freue mich dar\u00fcber und lebe damit, z.B. dass Christus uns frei gemacht hat vom Hang, bei anderen Leuten nur die Flecken auf den Westen zu suchen. Wir brauchen jetzt nicht mehr im Schmutz der Welt zu stochern und jeden Abfall als Fundsache behandeln. Wer zum Kreuz gefunden hat, hat ein neues Hauptthema. F\u00fcr jeden Schmutz in meiner Seele und jede Schuld in meinem Leben ist ein Reinigungsmittel vorhanden: Christus, der Sohn Gottes. Dem Feind ist nichts lieber als mein Geschw\u00e4tz \u00fcber andere, \u00fcber ihre Schuld und ihr Versagen \u2013 wenn ich nur nichts von der Reinigung verlauten lasse. Wenn ich nur nicht anfange, mein eigenes Leben neu reinigen zu lassen und mein Verh\u00e4ltnis zu den Geschwistern. Was wollen wir tun? \u201c (E.L.)<br \/>\n(3) Zwei M\u00e4nner sehen sich nach langen Jahren auf einem Klassentreffen wieder. Sie unterhalten sich bei einem Gl\u00e4schen Wein und der eine fragt: \u201eWie geht\u00b4s denn eigentlich so in deiner Ehe?\u201c \u201eOch\u201c sagt der andere, \u201eeigentlich ganz gut, aber wenn wir uns mal streiten, wenn bei uns so richtig die Fetzen fliegen, dann wird meine Frau immer gleich historisch!\u201c Der andere Mann lacht und sagt, \u201eNa, das hei\u00dft aber hysterisch!\u201c \u201eNein, nein,\u201c sagt der andere, \u201esie wird wirklich historisch. Dann z\u00e4hlt sie mir aus zwanzig Jahren Ehe jedes Vergehen, jede Verletzung, jeden vergessenen Hochzeitstag l\u00fcckenlos auf. In diesen Dingen hat sie ein erstaunliches Ged\u00e4chtnis!\u201c Dann wird sie immer gleich historisch &#8212; Wie sieht das mit Ihrer inneren Buchf\u00fchrung aus? (Dr. Franz L\u00fcdke, Marburg)<br \/>\n(4) Eigene und fremde Kinder, Hausmitbewohner und Nachbarn k\u00f6nnen nerven, besonders wenn sie gl\u00e4ubig sind. Schwierige Ehepartner br\u00e4uchten eigentlich etwas Umerziehung. Sogenannten Arbeitskollegen m\u00fcssen auch mal ihre Grenzen vorgef\u00fchrt werden. Die Wiederholungst\u00e4ter unter den S\u00fcndern m\u00fcssen die \u201erote Karte\u201c sehen.<br \/>\n(5) Der K\u00f6nig Herodes (Antipas) verdiente damals ca. 200 Talente im Jahr, mehr als 1 \u00bd Millionen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Von Christus her lebenPredigtthema: Leben aus der Beziehung zum Herrn Bibelstelle: Matth\u00e4us 18, 15-35 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Zwei Berichte, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen. V 15-20 allein k\u00f6nnte zu einem juristisch gepr\u00e4gten Gemeindeleben f\u00fchren. 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