{"id":1591,"date":"2008-03-01T11:14:50","date_gmt":"2008-03-01T09:14:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=410"},"modified":"2008-03-01T11:14:50","modified_gmt":"2008-03-01T09:14:50","slug":"predigthilfe-vom-16-3-2008-matthaus-21-1-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-3-2008-matthaus-21-1-11\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 16.3.2008 &#8211; Matth\u00e4us 21, 1-11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben vom Kreuz des Herrn<br \/>Predigtthema: Mit Erwartungen leben<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 21, 1-11<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkung<br \/>\nZum Zeitpunkt: Nachdem die Salbung (Jo 12, 1-11) auf einen Sabbat fiel, war der \u201en\u00e4chste Tag\u201c tats\u00e4chlich der PalmSONNTAG (Jo 12, 12).<br \/>\nMit Jesus lief tats\u00e4chlich Vieles ganz anders, als es die Menschen, auch die J\u00fcnger, dachten. Noch nach der DRITTEN Leidensank\u00fcndigung (Mt 20, 17-19) waren die J\u00fcnger dreifach blind: \u201eSie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.\u201c (Lk 18, 34).<br \/>\nDie J\u00fcnger bieten weder R\u00fcckhalt noch Trost, schlafen in Gethsemane ein und versagen am Kreuz v\u00f6llig.<br \/>\nDer erhoffte Auftritt eines neuen K\u00f6nigs, der Israel mit Macht erl\u00f6sen k\u00f6nnte (Lk 24, 21), blieb aus. Das Gegenteil bahnte sich leider an.<br \/>\nDie Auferweckung des Lazarus war gerade geschehen und hatte sich herumgesprochen (Jo 12, 9). Betfage liegt neben Betanien am Ostrand des \u00d6lbergs, eigentlich Vororte von Jerusalem. Nach der Auferweckung des Lazarus wusste man dort umgehend Bescheid: Wo Gottes Gesandter Ja sagt, kann nicht einmal eine Leiche (Lazarus) Nein sagen.<br \/>\nLetztlich wird diese Tatsache nach Offb 20, 12 weltumfassend sogar die Menschheit aller Zeiten \u00fcberraschen.<br \/>\nGottes Macht wollten Menschen aber immer gern in IHREM Sinn erfahren.<br \/>\nDen Kreuzesweg verstehen bedeutet allerdings die Bereitschaft, ihn auch selber zu gehen. (1)<br \/>\nGro\u00dfe Fragen m\u00fcssen pers\u00f6nlich immer neu beantwortet werden: Warum musste Jesus sterben? Wieso muss er f\u00fcr das Heil der ganzen Welt sterben?<br \/>\nEin falscher Messianismus hatte sich breitgemacht. In Qumran warteten die M\u00f6nche sogar auf 2 Messiasse:<br \/>\nEinen priesterlichen und einen k\u00f6niglichen. Jesus geriet auch in den Sog dieser Erwartungen. Die Zeloten (Eiferer) warteten auf den \u201estarken Mann\u201c, der Israel endlich befreien k\u00f6nnte. Herodes und die Hohenpriester sorgten sich deshalb gleichzeitig \u201em\u00e4chtig\u201c um ihre Macht. <\/p>\n<p>Der erwartete Friedensk\u00f6nig kommt nicht auf dem Schlachtross daher, sondern auf einem jungen Esel, in Sach 9, 9 vorausgesagt. Die Friedenszeit beginnt nicht mit Kriegswagen und \u2013rossen. Der K\u00f6nig kommt als Diakon (griech. dia = durch;  konis = Staub).<br \/>\nJesus geht einen \u201eUmweg\u201c auf seinem Weg in die oberste Etage der \u00fcbrig bleibenden Weltmacht, \u00fcberraschend ohnm\u00e4chtig \u2013 ohne sichtbare Macht. Sein Reich ist nicht von dieser Welt: \u201eMein Reich ist nicht von dieser Welt. W\u00e4re mein Reich von dieser Welt, meine Diener w\u00fcrden darum k\u00e4mpfen, dass ich den Juden nicht \u00fcberantwortet w\u00fcrde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.\u201c (Jo 18, 36).<br \/>\nOffensichtlich ist: 1. Jesus will die Schrift (Sach 9, 9) erf\u00fcllen; 2. deutet der junge, ungerittene Esel auf die Neue Sch\u00f6pfung hin; 3. ist der Esel Symbol f\u00fcr Armut und Demut.<br \/>\nJesu J\u00fcnger sollten lernen von dem, der Petrus informierte: \u201eIch habe daf\u00fcr gebeten, dass dein Glaube nicht aufh\u00f6re.\u201c (Lk 22, 32). Trotz allen Verfehlungen h\u00e4lt Jesus zu ihnen. Zum Herrn geh\u00f6ren hei\u00dft, dass er allein \u00fcber seine Leute verf\u00fcgt, nicht umgekehrt.  <\/p>\n<p>Palmsonntag und Karfreitag zeigen unser Versagen und seinen Sieg. Gerade in unseren Schw\u00e4chen gilt sein Sieg. Er gibt niemanden auf, auch keinen, der sich abgewandt hat in der Hoffnung, dass jeder den Palmsonntagsruf ehrlich selbst \u00fcbernimmt: \u201eHosianna! Gelobt sei, der da kommt&#8230;\u201c.<\/p>\n<p>Der Palmsonntag bietet \u00e4u\u00dferlichen Jubel trotz innerer Leere.<\/p>\n<p>Texterkl\u00e4rungen:<br \/>\nV 1 Betfage (\u201eHaus der Feigen\u201c) war ein kleiner Ort neben Betanien. Nach dem Aufstieg aus der Jordanebene durch den Wadi Kelt und die \u201eBlutsteige\u201c (s. Gleichnis v. barmherzigen Samariter Jo 10, 30ff) kam Jesus vor den \u00d6lbergsattel, der den wohl ber\u00fchmtesten Blick auf Jerusalem zul\u00e4sst.<br \/>\nDer \u00d6lberg spielte schon lange eine wichtige Rolle in Israel:<br \/>\n&#8211; David weinte wegen Absalom (2. Sam 15, 30)<br \/>\n&#8211; Nach Hes 11, 23 zog die \u201eHerrlichkeit des Herrn\u201c von Jerusalem auf den \u00d6lberg<br \/>\n&#8211; Sacharja erwartete hier die Wiederkunft des Herrn am Ende der Zeiten (Sach 14, 4)<br \/>\n&#8211; Der Abhang Richtung Jerusalem ist bes\u00e4t durch j\u00fcdische Gr\u00e4ber. Menschen, die bei der Wiederkunft des Messias direkt dabei sein wollten.<br \/>\n&#8211; Sultan Suleiman lie\u00df das nahe liegende Stadttor zumauern, um den Einzug eines Messias zu verhindern. Islamisten wurden direkt davor beerdigt, um einem eventuell kommenden Messias durch dessen zwangsl\u00e4ufigen Marsch \u00fcber diesen Friedhof Unreinheit zu vermitteln.<br \/>\n&#8211; Jesus fuhr vom \u00d6lberg zum Himmel auf (Apg 1, 12).<\/p>\n<p>Der Herr \u201esandte\u201c seine J\u00fcnger wie in Lk 10 oder Mt 28, 18, wobei im Altertum der Sendende seinem Gesandten Autorit\u00e4t verlieh, so als ob er den Auftrag selbst ausf\u00fchren w\u00fcrde (Beispiel 2. Sam 10, 2ff, aber auch 2. Ko 5, 20).<br \/>\nDer Grundsatz galt: \u201eEin Gesandter ist gleich dem Sendenden.\u201c<\/p>\n<p>Die Zweierschaft der J\u00fcnger gibt ihren Worten gr\u00f6\u00dfere Vertrauensw\u00fcrdigkeit (5. Mo 19, 15; Mt 18, 16; auch 2. Ko 13, 1).<\/p>\n<p>V 2f Der Sohn Gottes sieht tiefer und mehr, als \u00fcbliche Sehst\u00e4rke das k\u00f6nnte (Jo 4, 18 u. \u00e4.). Sein Blick ist aber nicht der richterlich-aburteilend, sondern der liebevoll-wissend. (2)<br \/>\nJunge Esel bleiben zuerst beim Muttertier. Kr\u00e4ftige Tiere werden schon fr\u00fch zur Arbeit herangezogen. Jesus wei\u00df aber schon vom Einverst\u00e4ndnis des\/der Besitzer. <\/p>\n<p>V 4f Sach 9, 9 ist der Schl\u00fcsselvers. Jesus wird ihn erf\u00fcllen. Seine Mission ist die f\u00fcr den Messias vorhergesagte (Mt 1, 22) (\u201egeschehen, DAMIT ERF\u00dcLLT w\u00fcrde&#8230;\u201c Mt 1, 22; 2,15.23; 4, 14; 8, 17; 12, 17: 13, 35 usw.). <\/p>\n<p>V 5 verbindet Jes 62, 1 mit Sach 9, 9.<br \/>\n\u201eSagt der Tochter Zion\u201c, d. h., auch das Volk Israel soll Gottes ganzes Wort h\u00f6ren \u2013 bis heute.<br \/>\nVers 5 wirkte elektrisierend auf das Volk in Jerusalem, das den Messias dringend erwartete. <\/p>\n<p>Gott kommt nicht mit Gewalt und Feldgeschrei. Das hatte Israel schon zu oft erlebt.<br \/>\nGott kommt nicht auf Parader\u00f6ssern wie ein \u00fcberlegener Feldherr. (siehe oben)<br \/>\nSein Triumphbogen ist das Kreuz.<br \/>\nSanftmut und Demut sind die \u201eSt\u00e4rken\u201c des Herrn Jesus Christus.<br \/>\nSeine Sanftmut ist aber nicht die Friedfertigkeit eines geduldigen B\u00fcrgers. Petrus (Mt 4, 10) und den Tempelh\u00e4ndlern (Jo 2,15). konnte er hart begegnen, wenn es um die Sache Gottes ging. Im AT wird sogar Moses sp\u00e4ter als \u201esehr dem\u00fctig, sanftm\u00fctig\u201c (4. Mo 12, 3) eingestuft, nachdem er fr\u00fcher einen Gegner seines Gottesvolks get\u00f6tet hatte (2. Mo 2, 11f).<br \/>\nJesus hat sich f\u00fcr Gottes Ehre immer stark gemacht und ausgedr\u00fcckt, aber seinen eigenen Weg nach unten,  ans Kreuz, bejaht und nie aus den Augen verloren. <\/p>\n<p>V 6 Auf Jesu Wort hin gehen &#8211; die Grundlage jeder Mission. Die J\u00fcnger begannen zu ahnen, dass die Karriere NICHT bergauf f\u00fchrt. Der Esel war auch nicht ihr Wunschmodell f\u00fcr die Einreise ihres Herrn. <\/p>\n<p>V 7 J\u00fcngerkleider kamen anstelle eines Sattels auf den Esel. D. h. sie waren seine Anh\u00e4nger.<br \/>\nJesus akzeptiert, wenn einer ihm \u201eeinf\u00e4ltig (nicht dumm!)\/eindeutig\u201c sein Opfer bringt. <\/p>\n<p>V 8 Die eindeutige Begr\u00fc\u00dfung eines Messias.<br \/>\nHerodes Antipas hatte aber Angst vor einem Messias, der ihm den Thron streitig machen k\u00f6nnte. Es verwundert, dass die herodianischen Eingreiftruppen hier nicht dazwischen fuhren. Das politische Abw\u00e4gen zwischen \u201eMeinung\u201c oder sogar \u201eWillen des Volkes\u201c ist t\u00e4gliches Brot der Regierenden bis heute. Abwarten, bis sich etwas von selbst entwickelt, geh\u00f6rt manchmal leider dazu.<br \/>\nGottes Wort wurde vom damaligen Hohenpriester (hier zwei: Hannas + Kaiphas; die Parallelit\u00e4t der beiden ist interessant, hilft hier aber nicht weiter) vermischt mit politischen Verbindlichkeiten und Zw\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Das Volk gibt sich immer M\u00fche, wenn ein Volksfest in Aussicht ist. <\/p>\n<p>Zweige von Palm- und Laubb\u00e4umen wurden vor dem Laubh\u00fcttenfest abgeholzt: Erinnerung an den Auszug aus \u00c4gypten, ein Brauch beim j\u00e4hrlichen Passah (2. K\u00f6 9, 13). Man dachte dabei auch auf ein Warten auf den Messias.<br \/>\nDas Wedeln mit Palmzweigen meinte die guten Friedensw\u00fcnsche f\u00fcr einen neuen Herrscher. <\/p>\n<p>V 9 \u201eHosianna\u201c bedeutet \u201eHerr, hilf!\u201c. Aus Ps 118, 25.<br \/>\nIm Namen Jesus (Jeschua) ist dieselbe Wurzel zu finden: Jahwe hilft, rettet.<br \/>\nDas Volk dr\u00fcckt seinen Wunsch nach HILFE aus. (3)<\/p>\n<p>V 10f \u00c4hnlich fragten die J\u00fcnger nach der Sturmstillung (Jo 4, 41): WER ist DER?  &#8211; statt WIE hat der das hingekriegt.<br \/>\nOb Jesus durch das damals offen durch das \u201eGoldene Tor\u201c einzog, wissen wir nicht. Der islamische Sultan Suleiman lie\u00df dieses Tor jedenfalls zumauern, um allen Messias den Weg zu versperren. Ebenso wurden zahlreiche islamische Gr\u00e4ber davor eingerichtet, um einem Messias den Weg \u00fcber \u201eunreine\u201c Friedhofsfl\u00e4che zu versperren.<\/p>\n<p>V 11 Auch  Mehrheiten sind nicht immer weisungsberechtigt.<br \/>\n Jesus nannte man tats\u00e4chlich den \u201eNazar\u00e4er\u201c (Mt 2, 23). <\/p>\n<p>Rat zur Predigt:<br \/>\nWichtig wird sein, dass dieser K\u00f6nig Jesus auch in unsere Herzen (wieder) einziehen kann. <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 1 (nach Dr. Gerhard Maier)<br \/>\n1. Ein unglaublicher Triumph<br \/>\n2. der Triumph gilt dem Richtigen!<br \/>\n3. Gen\u00fcgt es, Jesus nachzulaufen?<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 2:<br \/>\nJesus auf Umwegen<br \/>\n1. ohne Macht zum K\u00f6nigtum<br \/>\n2. \u00fcber das Kreuz zur Herrlichkeit<br \/>\n3. durch Selbstaufgabe zur Wirksamkeit in der Welt.<br \/>\n____________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Iwwd 318 (Die Sach ist dein&#8230;) V2+3: Du gingst o Jesu, unser Haupt, &#8230; und ziehest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn&#8230;<br \/>\n(2) Deshalb pr\u00e4gten Kinderlieder wie \u201ePass auf, kleines Auge, was du siehst&#8230;  &#8211; denn der Vater in dem Himmel blickt herab auf dich. Drum pass auf&#8230;!\u201c. Der Blick des Heilandes geht zwar bis in die Herzen, aber er ist gepr\u00e4gt von der Liebe und seiner Entscheidung, f\u00fcr uns ans Kreuz zu gehen (Kol 2, 13f).<br \/>\n(3) Gottes Prinzip findet sich auch im AT, z. B. 2. K\u00f6n 6.<br \/>\nPalmzweige sind Siegeszeichen (1. Makk 13, 51), auch Friedens- und Freiheitssymbole.<br \/>\nDas hebr\u00e4ische Hosianna bedeutet \u201eHilf doch!\u201c.<br \/>\nDie Hallelpsalmen (Ps 111-118) waren fester Bestandteil der Passaliturgie; Ps 136 ist auch als Grosses Hallel bekannt. Ps 118 wurde auf den kommenden Messias gedeutet. Die Menge schreit (Lk 19, 37b.38) beim Einzug ausgerechnet diesen Ps 118. Pharis\u00e4er begreifen die Tragweite, aber Jesus verbietet diesen Psalmtext nicht (Lk 19, 39).  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben vom Kreuz des HerrnPredigtthema: Mit Erwartungen leben Bibelstelle: Matth\u00e4us 21, 1-11 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkung Zum Zeitpunkt: Nachdem die Salbung (Jo 12, 1-11) auf einen Sabbat fiel, war der \u201en\u00e4chste Tag\u201c tats\u00e4chlich der PalmSONNTAG (Jo 12, 12). 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