{"id":1589,"date":"2008-02-21T23:09:15","date_gmt":"2008-02-21T21:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=408"},"modified":"2008-02-21T23:09:15","modified_gmt":"2008-02-21T21:09:15","slug":"predigthilfe-vom-2-3-2008-matthaus-16-24-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-2-3-2008-matthaus-16-24-28\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 2.3.2008 &#8211; Matth\u00e4us 16, 24-28"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben vom Kreuz des Herrn<br \/>Predigtthema: Allein vom Leben leben<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 16, 24-28<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDie erste Passionspredigt Jesu. In den Versen davor geht es um das NEIN des Petrus zum Weg Jesu, dann um das JA des Herrn zum Leiden bis ans Kreuz.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 24 Wenn jemand WILL, gilt: Keine Nachfolge ohne Selbstverleugnung. Gott ZUSAGEN bedeutet auch, dem eigenen Willen absagen. <\/p>\n<p>Den Weg zum Kreuz verstehen, hei\u00dft, ihn SELBER gehen. Zum Tod Verurteilte mussten nach r\u00f6mischer Sitte das Hinrichtungsmittel selbst zur eigenen Todesst\u00e4tte tragen. Jesus-Nachfolger tragen IHR Kreuz. (1) Ihre ICH-Bezogenheit (2) schrumpft.<br \/>\nChristus bringt nicht die bequeme Entbindung von allen \u00dcbeln (siehe unsere Gebetsanliegen!) und f\u00fchrt nicht zur Behaglichkeit, sondern ans Kreuz.<br \/>\nWas im Leben mit Jesus an Hemmungen und Druck auftaucht, soll zur \u00dcberwindung des Unglaubens (1. Ko 10, 13) und der S\u00fcnde dienen. \u201eMein Kreuz\u201c erinnert mich an Jesu Kreuz, das er F\u00dcR MICH trug. (3) <\/p>\n<p>V 25 Unter \u201eLeben\u201c wird zun\u00e4chst die Zeit des Menschen zwischen Geburt und Tod verstanden. Diesem irdischen Leben eine m\u00f6glichst hohe Lebensqualit\u00e4t abringen und eine m\u00f6glichst hohe Zahl an Jahren geben, ist vielfach Wunsch und Hochziel des Menschen.<br \/>\nUnser neues Leben entsteht aber aus unseren \u201eICH-Gr\u00e4bern\u201c. Trotz einem \u201eAm Leben-bleiben-wollen\u201c aller Menschen sterben Christen t\u00e4glich (1. Ko 15, 31). Ichsucht f\u00fchrt immer zum Verlust der Beziehung zu Gott. Gott suchen bringt das Sterben des eigenen Ichs mit sich. Der Sinn des Lebens wird aber erst mit dem Tod des \u201ealten Menschen\u201c erkannt (R\u00f6 8, 13; 1. Ko 15, 31; Phil 1, 21; 2. Tim 2, 11).<br \/>\nDie M\u00e4rtyrer der alten Kirchen waren besonders gef\u00e4hrdet, das eigene Leben und das ihrer Familien zu \u201eretten\u201c, indem sie dem Kaiser opferten. Siehe auch Daniel 3. <\/p>\n<p>V 26 F\u00fcr Leben steht hier viermal das Wort \u201epsyche\u201c, \u00fcblicherweise \u00fcbersetzt mit \u201eSeele\u201c. Der Hebr\u00e4er sah den Menschen aber als Ganzes: Geist + Seele + Leib, als Summe des Denkens, F\u00fchlens und Wollens.<br \/>\nDas Leben wird nur einmal gelebt und kann, wenn es nutzlos vertan wird, nicht wieder zur\u00fcckgeholt werden. Die ENTSCHEIDUNG \u00fcber das zeitliche und ewige Heil legt der Herr in UNSERE Hand. Der Mensch wird von Gott ganz ernst genommen, hat aber auch die Forderungen Gottes ganz ernst zu nehmen.  <\/p>\n<p>V 27 Treue und Gehorsam dem Wort Gottes gegen\u00fcber werden bewertet, NICHT der \u00e4u\u00dferlich sichtbare Erfolg. (4) Materialismus verstellt eher den Blick auf den Herrn. <\/p>\n<p>V 28 AMEN (auch mit WAHRLICH \u00fcbersetzt) spricht der Jude NACH den Worten eines Anderen, um diese Aussage auch f\u00fcr sich rechtlich-verbindlich zu erkl\u00e4ren. (Neh 5, 13; Judit 13, 25; 15, 13).<br \/>\nJesus gebraucht das Wort neu, indem er es seinen eigenen S\u00e4tzen voranstellt. Damit werden seine Worte rechtskr\u00e4ftig und verbindlich f\u00fcr die Zuh\u00f6rer. <\/p>\n<p>Schwieriger zu erkl\u00e4ren ist die Tatsache, dass die so bekr\u00e4ftigte Versicherung geschichtlich nicht eingetroffen ist, wie es erwartet wurde. Die J\u00fcnger starben, ohne die Wiederkunft \u201egesehen\u201c zu haben. Die Geschichte der Gemeinde Jesu kennt einige Erkl\u00e4rungen. (5)<br \/>\nWahrscheinlicher ist, dass das \u201eReich Gottes innerlich IN euch\u201c (Lk 17, 21) ist. Jesus sagt Nikodemus: \u201eEs sei denn, dass jemand von Neuem geboren wird, sonst kann er das Reich Gottes nicht sehen\u201c (Jo 3, 3).<br \/>\nJo 14, 18f verspricht Jesus: \u201eIch komme zu euch&#8230; Ihr sollt mich sehen.\u201c, wobei er sein Kommen im Heiligen Geist meint.<\/p>\n<p>\u201eJesus will sagen: Es wird nicht einmal so lange dauern, bis diejenigen, welche das Leben hingegeben haben, es wieder finden und anfangen werden, das Sehen des Reiches Gottes zu genie\u00dfen.\u201c (Werner de Boor).<\/p>\n<p>\u201eDen Tod sehen\/schmecken\u201c ist mehr als das Sterben sehen. Es ist ein Selbst-Sterben, \u00e4hnlich wie \u201edas Leben sehen\u201c das neue Leben durch Jesus Christus meint.<br \/>\nAn Pfingsten sahen die J\u00fcnger und viele Andere, die den Heiligen Geist empfangen haben, tats\u00e4chlich die gro\u00dfen Taten Gottes in seinem Reich, indem sie sie pers\u00f6nlich und heilsgewiss erfahren haben. <\/p>\n<p>Die meisten Ausleger sehen in der Andeutung Jesu aber seine Wiederkunft. Diese verz\u00f6gert sich tats\u00e4chlich, aber nicht, weil der Herr sich geirrt h\u00e4tte, sondern weil seine Liebe auch geduldig ist (siehe 2. Petr 3!).<br \/>\n\u201eJesu will zuerst herrichten und nicht hinrichten\u201c (J. Chr. Blumhardt). <\/p>\n<p>\u201eDie pal\u00e4stinische Kirche, in der das Evangelium nach Matth\u00e4us starke Geltung hatte, lie\u00df sich durch die Vorg\u00e4nge nicht irre machen. Auch das Dahinscheiden der Letzten aus dem Kreis der Zw\u00f6lf, die offenbar noch lebten, als Matth\u00e4us schrieb, war f\u00fcr sie kein Grund, das Wort Jesu zu streichen oder zu ver\u00e4ndern. Sie lebte nach wie vor in der Erwartung der nahen Ankunft des Menschensohnes. Seine Zuversicht erf\u00fcllte mit aktueller Wirklichkeit ihre Gegenwart.\u201c (Wilh. Vischer, Die ewige Gemeindeordnung). <\/p>\n<p>Siehe auch Bibellexika unter \u201eNaherwartung\u201c.<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag  (nach Dr. Gerhard Maier)<br \/>\n1.  Jesus liebt die Klarheit<br \/>\n2.  Jesus legt die Entscheidung in unsere H\u00e4nde<br \/>\n3.  Wenn wir in der Nachfolge Jesu bleiben, kommen wir ans Ziel des Gottesreiches.<br \/>\n     Allein vom Leben leben (Thomas Richter)<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Einer tr\u00e4gt an sich selbst, an seinen s\u00fcndhaften Zw\u00e4ngen. Der Andere tr\u00e4gt an Familie, Verwandtschaft, Nachbarn, Kollegen, die sein christliches \u201eLeben schwer machen\u201c. Schwierige Vorgesetzte oder aufs\u00e4ssige  Untergebene, besondere Krankheiten oder als Folge der Christusnachfolge eine finanziell knappe Versorgung sind Hinrichtungsmittel des eigenen Ichs.<br \/>\n(2) Ichbezogenheit meint, das \u201eLeben\u201c ohne R\u00fccksicht auf Kosten anderer Menschen an sich rei\u00dfen.<br \/>\nBeispiele noch und n\u00f6cher: Vom ehem. Vorstandsvorsitzenden der Post Klaus Zumwinkel (Steuerhinterziehung mit  Liechtensteiner Hilfe) \u00fcber Peter Hartz (Veruntreuung von Firmengeldern) und Klaus Esser (111 Millionen Abfindung von Mannesmann\/Vodafone) bis zu UNS SELBST. Ichbezogenheit ist auf vermeintliche Vorteile fixiert.<br \/>\n(3) Gerhard Maier zitiert ein Gleichnis: Alle Kreuze wurden in einer gro\u00dfen Kirche abgelegt und gesammelt. Dann durfte jeder das Kreuz w\u00e4hlen, das ihm am meisten zusagte. Am Ende hielt jeder wieder sein fr\u00fcheres  Kreuz in der Hand.<br \/>\n(4) \u201eAlle, die sich durch das Bed\u00fcrfnis nach Erfolg bestimmen und durch Erfolge blenden lassen, werden als ungetreue Knechte samt ihren Werken dem Feuer \u00fcbergeben werden, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist (Mt 25, 41). An jenem Tag werden viele zu dem Menschensohn sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann wird er ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht alle von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter! (Mt 7, 22).\u201c (Wilh. Vischer, Die ewige Gemeindeordnung, Kap 16-20).<br \/>\n(5) Kirchenvater Chrysostomus (ca. 344-407 n. Chr., Bischof von Konstantinopel) sah eine Erf\u00fcllung in der Verkl\u00e4rung Jesus in Mt 17.<br \/>\nAndere Ausleger meinen, dass es sich nur um die Wiederkunft Jesu handeln k\u00f6nne, die die J\u00fcnger \u201enahe\u201c erwarteten.<br \/>\nAndere denken an Pfingsten, die Ausgie\u00dfung des Geistes und der Beginn der Gemeinde, die als Leib Christi bezeichnet wird (Eph 5, 23; Kol 1, 24).<br \/>\nEinzelne sehen die Zerst\u00f6rung Jerusalems durch Titus (70 n. Chr.) als den Termin. Dieser Gedanke stimmt aber mit dem \u201eReich\u201c Gottes nicht \u00fcberein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben vom Kreuz des HerrnPredigtthema: Allein vom Leben leben Bibelstelle: Matth\u00e4us 16, 24-28 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Die erste Passionspredigt Jesu. 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