{"id":1582,"date":"2008-01-09T12:18:36","date_gmt":"2008-01-09T10:18:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=401"},"modified":"2008-01-09T12:18:36","modified_gmt":"2008-01-09T10:18:36","slug":"predigthilfe-vom-13-1-2008-matthaus-6-1-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-13-1-2008-matthaus-6-1-4\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 13.1.2008 &#8211; Matth\u00e4us 6, 1-4"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Leben nach der Berufung des Herrn<br \/>Predigtthema: Im <\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 1-4<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDer Vater sieht alles.<br \/>\nMt 6 beleuchtet die wahren Motive unseres Handelns. Welche Triebfedern beeinflussen das, was ich denke und praktiziere?<br \/>\nG. Maier: \u201eFr\u00f6mmigkeit umgreift ein weiteres Gebiet als die Gebote und Verhei\u00dfungen des AT\u201c. Die LEHRE kann unangreifbar (\u201ewasserdicht\u201c) sein, bibeltreu geeicht, &#8211; das LEBEN dagegen zeigt auf, was \u201edrin steckt\u201c. Biblische Gesetze, Regeln, Formen sind Hilfen f\u00fcr das Leben mit Gott, ein Flussbett f\u00fcr das lebendige Wasser.<br \/>\nZusammengefasst: Kein Mensch kann sich durch eigene Werke und Gerechtigkeit selbst retten. Jesus zeigt Unterschiede zwischen wahrer und falscher Fr\u00f6mmigkeit auf. <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps f\u00fcr V1-4:<br \/>\nInhaltsangaben k\u00f6nnten sein: Von der Rentabilit\u00e4t des Glaubens (H. Thielicke); Der Vater sieht alles (Anton Schulte); Das wahre Motiv am Pr\u00fcfstein Finanzen (Oswald Sanders). <\/p>\n<p>V 1 \u201eGebt acht\u201c, \u201eH\u00fctet euch\u201c, &#8211; d. h. wie vor einem tollw\u00fctigen Fuchs.  <\/p>\n<p>W\u00f6rtl. \u201eGerechtigkeit nicht vor den Leuten \u00fcben\u201c. Luthers \u00dcbersetzung mit \u201eFr\u00f6mmigkeit\u201c betont den wichtigen Bezug zur Praxis. (1) Das \u201eGesehen werden\u201c kommt aus der Sprache des Theaters.<br \/>\nZwei Praktiken sind gef\u00e4hrlich:<br \/>\n1. Handlungen, die auf Au\u00dfenwirkung abzielen;<br \/>\n2. das Heucheln einer Hingabe an Gott, die privat und tats\u00e4chlich gar nicht so vorhanden ist.<br \/>\nDie Beziehung zu Gott muss sich nicht lohnen! Man braucht keinen Beifall und verzichtet auf Wirkung. (2)<br \/>\nBeifall geh\u00f6rt Gott allein.<br \/>\nNachfolger Jesu leben unter den Augen ihres Vaters (V4), der sie wohlwollend begleitet und kein Punktekonto f\u00fcr gute Taten f\u00fchrt. (3)<br \/>\nSie begleiten ihre Mitmenschen und die Umwelt aufmerksam, aufnahmewillig, mitf\u00fchlend und aktionsbereit.<\/p>\n<p>Einschub: Erwarten Christen eine himmlische Belohnung f\u00fcr ihren irdischen Einsatz? (4) Zwei \u00dcberlegungen:<br \/>\n1. F\u00fcr Jesus war Belohnung nichts Erniedrigendes, wenn sie nicht am falschen Platz gesucht wurde: Gottes Ehre oder die eigene, &#8211; beide gleichzeitig sind nicht m\u00f6glich.<br \/>\nJesus erlebte nach Gehorsam und Erniedrigung selbst die Wertsch\u00e4tzung des Vaters (Phil 2; Hebr 12, 2).<br \/>\n2. Die menschliche Natur kennt Lohn und Strafe. (5) Jeder Mensch w\u00fcnscht sich Erf\u00fcllung und Anerkennung, die Frage ist: WO, &#8211; vom Publikum oder vom lebendigen Gott?<br \/>\nSchon das Leben mit Gott, mit dem Herrn Jesus Christus, bringt das LEBEN, \u201ewie es im Buche steht\u201c, wenn das Buch die Bibel ist. Das Wissen \u201aGott liebt mich\u2019 motiviert und \u00e4u\u00dfert sich praktisch.<br \/>\nChristliches Leben, frommes Gehabe und Beifallserwartung bringen keine Vorteile f\u00fcr das ewige Leben.<br \/>\nMan kann auch aus EHRSUCHT viel Geld spenden und den Ruf erwerben, ein guter Mensch zu sein.<br \/>\nAber Ehrs\u00fcchtige erhalten nur, was sie gesucht haben: Vor\u00fcbergehende, leicht durchschaubare Anerkennung von Menschen.<br \/>\nG. Maier: \u201eJesus will nicht Selbstruhm und Selbstverwirklichung, sondern Hingabe im Dienste Gottes.\u201c <\/p>\n<p>V 2 Unser Begriff ALMOSEN wurde aus dem griechischen Wort \u201eeleemos\u00fcne\u201c gebildet.<br \/>\nWer damals verarmte, war auf Barmherzigkeit angewiesen. Sozial- oder Krankenversicherungen gab es nicht. F\u00fcr Jesus ist NORMAL, dass Christen Bed\u00fcrftige unterst\u00fctzen. Er sagt nicht \u201eFalls ihr&#8230;\u201c, sondern \u201eWENN ihr spendet&#8230;\u201c. Spenden ist Standard. Jesus geht es um die Motive.<\/p>\n<p>Nach Gerhard Maier: \u201eTrompetet\u201c (= Posaunensignal) wurde in der Synagoge, wenn ein besonders gro\u00dfes Opfer eingelegt wurde. Vor besonders bedeutenden Spenden wurde schon auf dem Gang zur Synagoge trompetet. Der Grund war, auch Andere zum Spenden anzureizen. (6)<br \/>\nOffene Spendenlisten, Abk\u00fcndigungen privater Opfer, Extramitteilungen \u00fcber hohe Finanzeing\u00e4nge, Fl\u00fcsterpropaganda nach hohen Spenden sind nicht im Sinn Gottes. Die Segenswurzel wird dadurch beeintr\u00e4chtigt. <\/p>\n<p>Die Spendenh\u00f6he sollte dem pers\u00f6nlichen Ma\u00df des Glaubens entsprechen, dass der Herr n\u00e4mlich die entstandene L\u00fccke ausf\u00fcllen kann. Sie sollte aber nicht \u00fcber \u201edas Ma\u00df des Glaubens\u201c hinaus sein (R\u00f6 12, 3). <\/p>\n<p>F\u00fcr Christen gilt: Reklame in eigener Sache ist out. Das Opfer ist KEINE INVESTITION in h\u00f6here G\u00fcter, kein Anlagekapital, das sich einmal auszahlen wird. (7) Almosen sollen Anderen helfen und nicht die eigene Fr\u00f6mmigkeit herausstellen. <\/p>\n<p>\u201eVergelt\u00b4s Gott\u201c ist im Sprachgebrauch. Falls der Spender seine Opfer schon vor seinem irdischen Tod ver\u00f6ffentlicht, seine Leistungen schon hier an die \u201egro\u00dfe Glocke\u201c h\u00e4ngt, wird er auch hier seine Anerkennung finden. Seine Tat ist immerhin HELFEND, aber die Bewunderung der Menschen reicht. (8)<br \/>\nJesus nennt solche Spender \u201eHeuchler\u201c. Sie wollen mehr Schein als Sein. Ps 12, 4 stellt diese Gruppe sogar den Gottlosen gleich. <\/p>\n<p>Der Wiedergeborene hat sich Gott ausgeliefert und anvertraut mit ALLEM, was er hat. (9)<\/p>\n<p>V 3f Ein Beispiel. Nat\u00fcrlich sind beide H\u00e4nde \u00fcber das Hirn verbunden und f\u00fchren kein Eigenleben, &#8211; der Leib ist eine Einheit. Aber die Rechte kann aufschreiben, was die Linke gerade Gutes f\u00fcr den Herrn tut. \u00dcber eigene Fr\u00f6mmigkeit (und die anderer) Buch f\u00fchren ist doppelte Buchf\u00fchrung. Was echt und allein Gott gewidmet ist, kommt auch dort an (1. Ko 4, 5).<br \/>\nDer innere Mensch verzichtet auf Ruhm. Eine Seite seiner Pers\u00f6nlichkeit vertritt zwar seine eigenen Aktivit\u00e4ten, seine \u201eVerdienste\u201c (oft im \u201eKopf\u201c). Die andere Seite vertritt das \u201eHerz\u201c. Hier geht es nicht um Anerkennung vor den Anderen, sondern um die DANKBARKEIT GEGEN\u00dcBER GOTT, &#8211; praktisch \u201eunter 4 Augen\u201c.<br \/>\nDieses Motiv macht frei zu einer \u201eGanzhingabe\u201c: Leib, Seele, Geist, &#8211; Kalender und Konto geh\u00f6ren ihm allein.  <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 1 (nach Dr. Gerhard Maier):<br \/>\n1. Gott will, dass wir helfen<br \/>\n2. Hingabe im Dienste Gottes, keine Selbstverwirklichung<br \/>\n3. Gott vergilt reichlich<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 2 (nach Gottfried Voigt)<br \/>\nEuer Geben<br \/>\n1. ungesehen<br \/>\n2. absichtslos<br \/>\n3. unbewusst<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Der Pietismus (lat. pietas = Fr\u00f6mmigkeit) entstand als Erneuerungsbewegung der evangelischen Kirchen im 17. Jahrhundert (Spener, Francke, Zinzendorf). Dem in der Volkskirche verbreiteten Formalismus der Orthodoxie [Hauptsache, die geltende LEHRE wird akzeptiert], wurde ein PRAKTIZIERENDES Christsein gegen\u00fcbergestellt. Die ECHTHEIT der Fr\u00f6mmigkeit wurde gewichtet, die \u201eFR\u00dcCHTE des Glaubens\u201c (Gal 5, 22ff) r\u00fcckten wieder ins Blickfeld. Die pers\u00f6nliche WIEDERGEBURT (Jo 3, 3ff; 1.Petr 1, 3) wurde wichtiger als der Empfang von Sakramenten. Ein Gegensatz zur Theologie der betr. institutionellen Volkskirchen wurde deutlich.<br \/>\nDie \u201epraxis pietatis\u201c stellt das Selbstverst\u00e4ndnis der Kirchen, Gemeinschaften und einzelner Christen bis heute auf den Pr\u00fcfstand der Echtheit.<br \/>\n(2) Die Christusbeziehung eignet sich in keinem Einzelfall als Theaterauff\u00fchrung, die das Publikum beeindrucken soll.<br \/>\n(3) Die Religionen der Welt verursachen den Stress, einem unbekannten Gott LEISTUNGEN, Opfer, gute Taten nachzuweisen. Das Evangelium von Jesus beschenkt jeden, der will, mit echtem, ewigem Leben (1. Tim 2, 4; Jo 14, 19).<br \/>\n(4) Wer nur Gutes tut, wenn es sich auszahlt, wird dadurch kein \u201eguter Mensch\u201c.<br \/>\n(5) Krasses Beispiel: \u201eZuckerbrot und Peitsche\u201c. Eine manipulative Einflussnahme erfolgt durch Belohnung oder Erniedrigung.<br \/>\n(6) In Israel und in den USA werden die Spendernamen samt Betrag f\u00fcr Vorhaben wie besondere Bauten in Stein gemei\u00dfelt und in die Foyerw\u00e4nde eingef\u00fcgt.<br \/>\nAuf Taiwan ist es \u00fcblich, f\u00fcr jedes Gemeindeglied, bzw. jede Familie einen Spenderumschlag f\u00fcr eine allgemeine Halterung neben der Ausgangst\u00fcr anzufertigen, auf dem Namen, Spendenh\u00f6he und Datum ver\u00f6ffentlicht werden.<br \/>\nBeispiele noch und n\u00f6cher:<br \/>\nEin Opferk\u00e4stchen am Ausgang \u201ebringt\u201c heute am wenigsten.<br \/>\nGeschlossene Opferbeutel werden durch offene K\u00f6rbe ersetzt &#8211; und die H\u00f6he des Opfers steigt.<br \/>\nListen, auf denen man seine Beihilfe eintragen kann, erh\u00f6hen die Opferbereitschaft. Noch st\u00e4rker wirkt diese Praxis, wenn sich die gr\u00f6\u00dften Spender in den ersten Reihen eintragen lassen. \u2013 usw.<br \/>\n(7) Auch \u201eder Zehnte\u201c (Mal 3, 10) ist kein Thema zum Gl\u00e4nzen und Angeben in der Gemeinde.<br \/>\nDiese gute Regel aus dem AT wurde im NT weder aufgegriffen noch zu einem \u201eunverbindlichen Mindestsatz\u201c f\u00fcr Spenden vorgeschlagen.<br \/>\n(8) Zur Unausweichlichkeit des Lohngedankens schreibt Gottfried Keller (Gr\u00fcner Heinrich, Bd. I, S. 301):<br \/>\n\u201eEs ist mir begegnet, dass ich einen armen Mann auf der Stra\u00dfe abwies, weil ich, w\u00e4hrend ich ihm etwas geben wollte, zugleich an das Wohlgefallen Gottes dachte und nicht aus Eigennutz handeln mochte. Dann dauerte mich der Arme, ich lief zur\u00fcck; und schon w\u00e4hrend des Zur\u00fccklaufens d\u00fcnkte mich gerade dieses Bedauern wieder geziert.\u201c<br \/>\n(9) Ein altes Evangelisten-Zitat: Gott wird mich einmal nicht danach fragen, wie viel ich f\u00fcr IHN geopfert habe, sondern wie viel ich von dem, was er mir anvertraute, f\u00fcr mich einbehalten habe.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Leben nach der Berufung des HerrnPredigtthema: Im Bibelstelle: Matth\u00e4us 6, 1-4 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Der Vater sieht alles. Mt 6 beleuchtet die wahren Motive unseres Handelns. Welche Triebfedern beeinflussen das, was ich denke und praktiziere? G. Maier: \u201eFr\u00f6mmigkeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-matthaus"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-19 14:19:06","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}